6.10. Installationsziel

Klicken Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Installationsziel, um die Festplatten auszuwählen und den Speicherplatz zu partitionieren, auf dem Sie Red Hat Enterprise Linux installieren möchten. Falls Sie mit Festplattenpartitionen nicht vertraut sind, werfen Sie einen Blick auf Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen für weitere Informationen.

Warnung

Red Hat empfiehlt, grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchzuführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung aller Daten auf den Festplatten durchführen. Unvorhergesehene Umstände können zu einem totalen Datenverlust führen.

Wichtig

Falls Sie Red Hat Enterprise Linux im Textmodus installieren, können Sie nur die standardmäßigen Partitionierungsschemata nutzen, die in diesem Abschnitt beschrieben werden. Über die Partitionen hinaus, die das Installationsprogramm automatisch hinzufügt oder entfernt, können Sie keine anderen Partitionen hinzufügen oder entfernen.

Wichtig

Wenn Sie über eine RAID-Karte verfügen, denken Sie daran, dass einige BIOS-Systeme das Booten von RAID-Karten nicht unterstützen. In diesem Fall muss die /boot-Partition auf einer Partition außerhalb des RAID-Arrays erstellt werden, zum Beispiel auf einer separaten Festplatte. Bei problematischen RAID-Karten ist es notwendig, eine interne Festplatte für die Erstellung von Partitionen zu verwenden. Zudem ist eine /boot-Partition notwendig für Software-RAID-Konfigurationen.
Wenn Sie eine automatische Partitionierung für Ihr System gewählt haben, sollten Sie Ihre /boot-Partition manuell bearbeiten. Siehe Abschnitt 6.10.4, »Manuelle Partitionierung« für weitere Informationen.
Übersicht über Speicherplatz

Abbildung 6.18. Übersicht über Speicherplatz

Wichtig

Um den Red Hat Enterprise Linux-Bootloader so zu konfigurieren, dass er gestaffelt von einem anderen Bootloader geladen wird (Chain Loading), müssen Sie das Bootlaufwerk manuell angeben. Klicken Sie dazu auf den Link Ausführliche Festplatten-Zusammenfassung und Bootloader unten im Bildschirm Installationsziel. In Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« finden Sie Anweisungen zur Angabe des Bootlaufwerks.
Auf diesem Bildschirm sehen Sie Speichergeräte, die lokal auf Ihrem Rechner verfügbar sind. Sie können weitere Spezial- oder Netzwerkgeräte hinzufügen, indem Sie auf die Schaltfläche Festplatte hinzufügen klicken. Weitere Informationen über diese Geräte finden Sie in Abschnitt 6.11, »Speichergeräte«.
Wählen Sie die Festplatten, auf denen Red Hat Enterprise Linux installiert werden soll, indem Sie auf deren Symbole oben im Bildschirm klicken. Für jede Festplatte wird die Kennung, die Größe und der verfügbare Platz angezeigt. Festplatten, die auf diesem Bildschirm nicht ausgewählt werden, bleiben unverändert, wenn die Installation beginnt.
Unter den Leisten für Speichergeräte finden Sie weitere Auswahlmöglichkeiten für Weitere Speicheroptionen:
  • Im Abschnitt Partitionierung können Sie wählen, wie Ihre Speichergeräte partitioniert werden sollen. Sie können die Partitionen manuell konfigurieren oder dem Installationsprogramm erlauben, dies automatisch vorzunehmen.
    Eine automatische Partitionierung wird empfohlen, wenn Sie eine saubere Installation auf bisher ungenutztem Speicher durchführen oder wenn Sie vorhandene Daten auf dem Speicher nicht behalten möchten. Um mit der automatischen Partitionierung fortzufahren, lassen Sie das Auswahlfeld Partitionierung automatisch konfigurieren ausgewählt. Das Installationsprogramm wird die nötigen Partitionen auf dem Speicherplatz für Sie erstellen.
    Für die automatische Partitionierung können Sie auch das Auswahlkästchen Ich möchte weiteren Speicherplatz verfügbar machen markieren. Dadurch können Sie auswählen, wie Speicherplatz von anderen Dateisystemen für diese Installation neu zugewiesen werden soll. Falls Sie eine automatische Partitionierung ausgewählt haben, es jedoch nicht genug Speicherplatz zur Durchführung der Installation gibt, dann erscheint beim Klick auf Fertig das folgende Dialogfenster:
    Installationsoptionen mit Option zur Freigabe von Speicherplatz

    Abbildung 6.19. Installationsoptionen mit Option zur Freigabe von Speicherplatz

    Klicken Sie auf Speichermedien hinzufügen, um weiteren Speicherplatz hinzuzufügen. Klicken Sie auf Speicherplatz festlegen, um Speicherplatz von vorhandenen Partitionen freizugeben. Siehe Abschnitt 6.10.3, »Freigeben von Speicherplatz« für Details.
    Wenn Sie das Auswahlfeld Ich werde die Partitionierung konfigurieren für eine manuelle Einrichtung markieren, erscheint nach Klick auf Fertig der Bildschirm Manuelle Partitionierung. Siehe Abschnitt 6.10.4, »Manuelle Partitionierung« für Details.
  • Unter Verschlüsselung können Sie das Auswahlkästchen Meine Daten verschlüsseln wählen, um alle Partitionen außer der /boot-Partition zu verschlüsseln. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie Informationen über die Verschlüsselung.
Unten auf dem Bildschirm finden Sie den Link Ausführliche Festplatten-Zusammenfassung und Bootloader. Klicken Sie auf diesen Link, um die Festplatte zu konfigurieren, auf der ein Bootloader installiert werden soll.
Siehe Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« für weitere Informationen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig, wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben, um entweder zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren oder mit dem Bildschirm Manuelle Partitionierung fortzufahren.

Wichtig

Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem System mit sowohl Multipath- als auch nicht-Multipath-Speichergeräten installieren, erstellt das automatische Partitionslayout im Installationsprogramm unter Umständen Datenträgergruppen, die eine Kombination aus Multipath- und nicht-Multipath-Geräten enthalten. Dies würde dem Sinn und Zweck von Multipath-Speicher zuwiderlaufen.
Wir empfehlen Ihnen, auf dem Bildschirm Installationsziel nur Multipath- bzw. nur Nicht-Multipath-Geräte auswählen. Fahren Sie alternativ mit der manuellen Partitionierung fort.

6.10.1. Bootloader-Installation

Red Hat Enterprise Linux 7 verwendet GRUB2 (GRand Unified Bootloader Version 2) als Bootloader. Der Bootloader ist das erste Programm, das ausgeführt wird, wenn der Rechner gestartet wird. Es ist dafür zuständig, ein Betriebssystem zu laden und die Kontrolle an dieses Betriebssystem zu übergeben. GRUB2 kann alle kompatiblen Betriebssysteme booten. Es kann zudem für Chain Loading (gestaffeltes Laden) eingesetzt werden, um die Kontrolle an andere Bootloader zu übergeben, die inkompatible Betriebssysteme laden können.

Warnung

Bei der Installation von GRUB2 wird Ihr vorhandener Bootloader unter Umständen überschrieben.
Wenn Sie bereits ein anderes Betriebssystem installiert haben, wird Red Hat Enterprise Linux versuchen, GRUB2 automatisch zu finden und zu konfigurieren, um diese zu booten. Sie können andere Betriebssysteme auch manuell konfigurieren, wenn diese nicht ordnungsgemäß erkannt werden.
Um anzugeben, auf welchem Gerät der Bootloader installiert werden soll, klicken Sie unten auf dem Bildschirm Installationsziel auf den Link Ausführliche Festplatten-Zusammenfassung und Bootloader. Daraufhin erscheint der Dialog Ausgewählte Medien. Falls Sie die Festplatte manuell konfigurieren, erreichen Sie diesen Dialog durch Klick auf Speichergerät ausgewählt auf dem Bildschirm Manuelle Partitionierung.
Zusammenfassung der ausgewählten Medien

Abbildung 6.20. Zusammenfassung der ausgewählten Medien

In der Spalte Starten kennzeichnet ein grünes Häkchen das als Bootgerät festgelegte Gerät. Um das Bootgerät zu ändern, wählen Sie eines der Geräte aus der Liste und klicken Sie auf die Schaltfläche Als Startmedium festlegen, um stattdessen dort den Bootloader zu installieren.
Um die Installation eines neuen Bootloaders zu verhindern, wählen Sie das markierte Gerät und klicken Sie auf die Schaltfläche Bootloader nicht installieren. Dadurch wird das Häkchen entfernt und sichergestellt, dass GRUB2 auf keinem Gerät installiert wird.

Warnung

Wenn Sie sich dazu entscheiden, keinen Bootloader zu installieren, dann können Sie Ihr System nicht direkt booten und Sie müssen eine andere Methode zum Booten wählen (z. B. einen kommerziellen Bootloader). Wählen Sie diese Option nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie Ihr System auf eine andere Weise booten können.

6.10.1.1. Hinweise zu MBR und GPT

Das Installationsprogramm installiert GRUB2 entweder im Master Boot Record (MBR) oder in der GUID Partition Table (GPT) des Geräts für das Root-Dateisystem. Für die Entscheidung, welche Methode verwendet wird, berücksichtigt das Installationsprogramm die folgenden Faktoren:
BIOS-Systeme und UEFI-Systeme im BIOS-Kompatibilitätsmodus
Falls die Festplatte bereits formatiert ist, wird das Partitionsschema bewahrt.
Falls die Festplatte noch nicht formatiert ist oder der Benutzer alle Partitionen von der Festplatte gelöscht hat, verwendet Anaconda:
  • MBR, falls die Festplatte kleiner als 2 TB ist.
  • GPT, falls die Festplatte größer als 2 TB ist.

    Anmerkung

    Fügen Sie die Option inst.gpt zur Bootbefehlszeile hinzu, um das Standardverhalten außer Kraft zu setzen und GPT auf Festplatten kleiner als 2 TB zu verwenden. Beachten Sie, dass Sie Anaconda umgekehrt jedoch nicht dazu zwingen können, MBR auf Festplatten größer als 2 TB zu verwenden.
Sie müssen eine BIOS-Bootpartition (biosboot) erstellen, um auf einem BIOS-System zu installieren, auf dem die Festplatte, die den Bootloader enthält, GPT verwendet. Die biosboot-Partition sollte 1 MB groß sein. Sie benötigen die biosboot-Partition jedoch nicht, wenn die Festplatte, die den Bootloader enthält, MBR verwendet.
UEFI-Systeme
Auf UEFI-Systemen ist nur GPT zulässig. Wenn Sie auf einer formatierten Festplatte mit einem MBR installieren möchten, müssen Sie die Festplatte zunächst neu formatieren.
Unabhängig vom Partitionsschema müssen Sie eine EFI-Systempartition (efi) erstellen. Die efi-Partition sollte mindestens 50 MB groß sein, empfohlen wird 200 MB.

Anmerkung

Weder die biosboot- noch die efi-Partition darf sich auf einem LVM-Datenträger befinden. Verwenden Sie stattdessen eine Standardpartition.

6.10.2. Verschlüsseln von Partitionen

Falls Sie die Option Meine Daten verschlüsseln gewählt haben, fordert das Installationsprogramm Sie auf dem nächsten Bildschirm zur Eingabe einer Passphrase auf, mit der die Partitionen auf dem System entschlüsselt werden.
Partitionen werden unter Verwendung des Linux Unified Key Setup verschlüsselt – im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie weitere Informationen.
Passphrase für eine verschlüsselte Partition eingeben

Abbildung 6.21. Passphrase für eine verschlüsselte Partition eingeben

Wählen Sie eine Passphrase und geben Sie diese in beide Felder des Dialogfelds ein. Beachten Sie, dass Sie beim Festlegen der Passphrase dieselbe Tastaturbelegung verwenden sollten, die Sie auch später beim Entschlüsseln der Partitionen verwenden werden. Werfen Sie einen Blick auf das Symbol zur Tastaturbelegung, um sicherzugehen, dass die richtige Belegung ausgewählt ist. Sie müssen diese Passphrase jedes Mal angeben, wenn das System hochgefahren wird. Drücken Sie die Tab-Taste im Passphrase-Eingabefeld, um es erneut einzugeben. Falls die Passphrase zu schwach ist, wird ein Warnsymbol im Eingabefeld angezeigt und Sie können im zweiten Feld keine Eingabe vornehmen. Bewegen Sie den Mauszeiger über das Warnsymbol, um Tipps zur Wahl einer besseren Passphrase zu erhalten.

Warnung

Wenn Sie diese Passphrase verlieren, kann auf alle verschlüsselten Partitionen und die darauf befindlichen Daten nicht mehr zugegriffen werden. Es gibt keine Möglichkeit, eine verlorene Passphrase wiederherzustellen.
Wenn Sie eine Kickstart-Installation von Red Hat Enterprise Linux durchführen, können Sie Verschlüsselungspassphrasen und Backup-Verschlüsselungspassphrasen während der Installation erstellen. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie weitere Informationen über Festplattenverschlüsselung.

6.10.3. Freigeben von Speicherplatz

Falls für die Installation von Red Hat Enterprise Linux nicht genügend Platz auf den als Installationsziel gewählten Festplatten verfügbar ist und Sie im Dialogfenster Installationsoptionen die Option Speicherplatz festlegen gewählt haben, dann erscheint nun das Dialogfenster Speicherplatz festlegen.

Warnung

Beim Beanspruchen von Speicherplatz auf einer Partition werden die darauf vorhandenen Daten gelöscht (nicht jedoch beim Verkleinern). Sie sollten sich daher vergewissern, dass alle noch benötigten Daten auf einen anderen Datenträger gesichert wurden.
Freigeben von Speicherplatz in vorhandenen Dateisystemen

Abbildung 6.22. Freigeben von Speicherplatz in vorhandenen Dateisystemen

Die vorhandenen Dateisysteme, die Red Hat Enterprise Linux erkannt hat, werden in der Tabelle unter den jeweiligen Festplatten aufgeführt. Die Spalte Beanspruchbarer Speicherplatz zeigt den Speicherplatz, der stattdessen dieser Installation zugewiesen werden kann. Die Spalte Aktion zeigt, welche Aktion auf diesem Dateisystem ausgeführt wird, um Speicherplatz freizugeben.
Unter der Tabelle befinden sich vier Schaltflächen:
  • Beibehalten – lässt das Dateisystem unverändert und löscht keine Daten. Dies ist die Standardaktion.
  • Löschen – entfernt das Dateisystem vollständig. Sämtlicher Speicherplatz, den das Dateisystem auf der Festplatte beansprucht, wird für die Installation freigegeben.
  • Verkleinern – gewinnt freien Platz im Dateisystem und gibt diesen für die Installation frei. Verwenden Sie den Schieberegler, um eine neue Größe für die ausgewählte Partition festzulegen. Dies kann nur auf größenveränderbare Partitionen angewendet werden, auf denen kein LVM oder RAID eingesetzt wird.
  • Alles löschen/Alles erhalten – diese Schaltfläche weiter rechts markiert alle Dateisysteme zur Löschung. Nach einem Klick darauf ändert sich der Text der Schaltfläche und Sie können mit einem weiteren Klick alle Dateisysteme zur Beibehaltung markieren.
Wählen Sie mit der Maus ein Dateisystem oder eine ganze Festplatte aus der Tabelle und klicken Sie auf eine der Schaltflächen. Der Eintrag in der Spalte Aktion ändert sich abhängig von Ihrer getroffenen Auswahl, und die Speicherplatzmenge unter Gewählter Speicherplatz, der insgesamt beansprucht wird ändert sich ebenfalls entsprechend. Unter diesem Wert wird die Menge an Speicherplatz angezeigt, die zur Installation nötig ist, basierend auf den Paketen, die von Ihnen zur Installation ausgewählt wurden.
Wenn genügend Speicherplatz freigegeben wurde, um mit der Installation fortzufahren, wird die Schaltfläche Speicherplatz festlegen aktiv. Klicken Sie auf diese Schaltfläche, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren und mit der Installation fortzufahren.

6.10.4. Manuelle Partitionierung

Wenn Sie die Option Ich werde die Partitionierung konfigurieren gewählt haben, wird der Bildschirm Manuelle Partitionierung angezeigt, sobald Sie beim Installationsziel auf Fertig klicken. Auf diesem Bildschirm konfigurieren Sie Ihre Festplattenpartitionen und Einhängepunkte. Dadurch wird das Dateisystem festgelegt, auf dem Red Hat Enterprise Linux 7 installiert wird.

Warnung

Red Hat empfiehlt, grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchzuführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung aller Daten auf den Festplatten durchführen. Unvorhergesehene Umstände können zu einem totalen Datenverlust führen.
Der Bildschirm zur manuellen Partitionierung

Abbildung 6.23. Der Bildschirm zur manuellen Partitionierung

Der Bildschirm Manuelle Partitionierung zeigt zu Beginn nur eine Leiste links für die Einhängepunkte. Die Leiste ist entweder leer mit Ausnahme der Informationen zur Erstellung von Einhängepunkten, oder sie zeigt vorhandene Einhängepunkte, die vom Installationsprogramm erkannt wurden. Diese Einhängepunkte werden von den vorhandenen Betriebssysteminstallationen verwaltet. Daher werden manche Dateisysteme unter Umständen mehrmals angezeigt, wenn eine Partition von mehreren Installationen gemeinsam verwendet wird. Der gesamte Speicherplatz und der verfügbare Speicherplatz auf den ausgewählten Geräten wird unterhalb dieser Leiste angezeigt.
Falls Ihr System vorhandene Dateisysteme enthält, vergewissern Sie sich, dass für die Installation genügend Platz zur Verfügung steht. Verwenden Sie die Schaltfläche -, um nicht benötigte Partitionen zu löschen.

Anmerkung

Empfehlungen und weitere Informationen über Festplattenpartitionen finden Sie in Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen und Abschnitt 6.10.4.5, »Empfohlenes Partitionsschema«. Sie benötigen mindestens eine Root-Partition von geeigneter Größe und eine Swap-Partition, die derselben oder der doppelten Größe des RAM auf Ihrem System entspricht.

6.10.4.1. Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen

Eine Installation von Red Hat Enterprise Linux 7 erfordert mindestens eine Partition. Red Hat empfiehlt jedoch mindestens vier Partitionen: /, /home, /boot und swap. Darüber hinaus können Sie weitere gewünschte Partitionen anlegen. Siehe Abschnitt 6.10.4.5, »Empfohlenes Partitionsschema« für weitere Einzelheiten.
Das Hinzufügen eines Dateisystems erfolgt in zwei Schritten. Sie erstellen zunächst einen Einhängepunkt in einem bestimmten Partitionierungsschema. Die Partition erscheint dann in der linken Leiste. Als Nächstes können Sie die Partition mithilfe der Optionen rechts anpassen, wo Sie Angaben zu Name, Gerätetyp, Dateisystemtyp, Kennung sowie Verschlüsselung und Neuformatierung der Partition machen können.
Falls Sie keine vorhandenen Dateisysteme haben und möchten, dass das Installationsprogramm die erforderlichen Partitionen und Einhängepunkte für Sie anlegt, wählen Sie das gewünschte Partitionsschema aus dem Auswahlmenü in der linken Leiste (Standard für Red Hat Enterprise Linux ist LVM), und klicken Sie anschließend den Link oben in der Leiste, um Einhängepunkte automatisch zu erstellen. Dadurch wird eine /boot-Partition erstellt, eine /-Partition (Root-Partition) und eine Swap-Partition von geeigneter Größe. Dies sind die empfohlenen Partitionen für eine typische Installation, Sie können jedoch weitere Partitionen hinzufügen, falls gewünscht.
Alternativ können Sie über die Schaltfläche + unter der linken Leiste einzelne Einhängepunkte erstellen. Daraufhin öffnet sich das Dialogfenster Einen neuen Einhängepunkt hinzufügen. Wählen Sie entweder einen der vordefinierten Pfade aus der Einhängepunkt-Auswahlliste oder geben Sie einen benutzerdefinierten Einhängepunkt ein – wählen Sie beispielsweise / für die Root-Partition oder /boot für die Boot-Partition. Geben Sie dann die Größe der Partition in üblichen Größeneinheiten wie Megabytes, Gigabytes oder Terabytes im Textfeld Gewünschte Kapazität an – geben Sie beispielsweise 2GB ein, um eine 2 Gigabyte große Partition zu erstellen. Wenn Sie dieses Feld leer lassen oder eine Größe angeben, die den verfügbaren Platz übersteigt, wird stattdessen der gesamte verbleibende Platz verwendet. Nachdem Sie diese Angaben gemacht haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Einhängepunkt hinzufügen, um die Partition zu erstellen.
Für jeden Einhängepunkt, den Sie manuell erstellen, können Sie das Partitionsschema aus dem Auswahlmenü in der linken Leiste auswählen. Die verfügbaren Optionen sind Standard-Partition, BTRFS, LVM und LVM Reduzierte Bereitstellung. Beachten Sie, dass sich die /boot-Partition immer auf einer Standardpartition befinden wird, ungeachtet des Werts, den Sie in diesem Menü auswählen.
Wenn Sie ändern möchten, auf welchem Gerät ein einzelner Nicht-LVM-Einhängepunkt liegen soll, wählen Sie den Einhängepunkt und klicken Sie die Konfigurationsschaltfläche unten in der Leiste. Daraufhin öffnet sich das Dialogfenster Einhängepunkt konfigurieren. Wählen Sie ein oder mehrere Geräte und klicken Sie auf Auswählen. Beachten Sie, dass Sie nach Schließen des Dialogfensters diese Einstellungen noch bestätigen müssen, indem Sie auf die Schaltfläche Änderungen aktualisieren rechts im Bildschirm Manuelle Partitionierung klicken.
Konfigurieren von Einhängepunkten

Abbildung 6.24. Konfigurieren von Einhängepunkten

Um die Informationen über alle lokalen Festplatten und Partitionen zu aktualisieren, klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Pfeilsymbol zum Neuladen der Speicherkonfiguration. Dies ist nur dann nötig, wenn Sie eine erweiterte Partitionskonfiguration außerhalb des Installationsprogramms vorgenommen haben. Beachten Sie, dass durch Klick auf die Schaltfläche Festplatten erkennen sämtliche Konfigurationsänderungen, die Sie bis dahin im Installationsprogramm vorgenommen haben, verloren gehen.
Speicherkonfiguration von Festplatte neu laden

Abbildung 6.25. Speicherkonfiguration von Festplatte neu laden

Am unteren Rand des Bildschirms zeigt ein Link, wie viele Speichergeräte als Installationsziel ausgewählt wurden (siehe Abschnitt 6.10, »Installationsziel«). Wenn Sie auf diesen Link klicken, öffnet sich das Dialogfenster Ausgewählte Medien, in dem Sie die Informationen über die Speichergeräte überprüfen können. Siehe Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« für weitere Informationen.
Um eine Partition oder einen Datenträger anzupassen, wählen Sie den zugehörigen Einhängepunkt aus der linken Leiste aus. Daraufhin werden die folgenden veränderbaren Eigenschaften rechts angezeigt:
Anpassen von Partitionen

Abbildung 6.26. Anpassen von Partitionen

  • Name – Weisen Sie einem LVM- oder Btrfs-Datenträger einen Namen zu. Beachten Sie, dass Standardpartitionen bei der Erstellung automatisch benannt werden und deren Namen nicht bearbeitet werden können. So wird /home beispielsweise der Name sda1 zugeordnet.
  • Einhängepunkt – Geben Sie den Einhängepunkt der Partition ein. Wenn eine Partition zum Beispiel die Root-Partition sein soll, geben Sie / ein; geben Sie dagegen /boot für die /boot-Partition ein usw. Für eine Swap-Partition sollte kein Einhängepunkt angegeben werden – die Angabe des Dateisystemtyps swap ist ausreichend.
  • Kennung – Weisen Sie der Partition eine Kennung zu. Kennungen werden verwendet, damit Sie einzelne Partitionen einfacher erkennen und ansprechen können.
  • Gewünschte Kapazität – Geben Sie die gewünschte Größe der Partition an. Sie können übliche Größeneinheiten wie Kilobytes, Megabytes, Gigabytes oder Terabytes verwenden. Wenn Sie keine Einheit angeben, ist Megabytes die Standardeinheit.
  • Gerätetyp – Wählen Sie zwischen Standard-Partition, BTRFS, LVM oder LVM Reduzierte Bereitstellung. Falls zwei oder mehr Festplatten zur Partitionierung ausgewählt wurden, steht RAID ebenfalls zur Auswahl. Markieren Sie das Auswahlkästchen Verschlüsseln, um die Partition zu verschlüsseln. Sie werden dann später dazu aufgefordert, eine Passphrase festzulegen.
  • Dateisystem – Wählen Sie aus dem Auswahlmenü den gewünschten Dateisystemtyp für diese Partition aus. Markieren Sie das Auswahlkästchen Neuformatieren, um eine vorhandene Partition zu formatieren, oder lassen Sie es nicht ausgewählt, um Ihre Daten auf der Partition zu behalten.
Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 6.10.4.1.1, »Dateisystemtypen« für weitere Informationen über Dateisysteme und Gerätetypen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern. Wählen Sie dann falls gewünscht die nächste Partition, die Sie anpassen möchten. Beachten Sie, dass die Änderungen erst angewendet werden, wenn die Installation auf der Zusammenfassungsseite gestartet wird. Klicken Sie auf die Schaltfläche Alles zurücksetzen, um sämtliche Änderungen an allen Partitionen zu verwerfen und neu zu beginnen.
Sobald Sie alle Dateisysteme und Einhängepunkte erstellt und angepasst haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig. Falls Sie ausgewählt haben, eine oder mehrere Partitionen zu verschlüsseln, werden Sie nun zur Angabe einer Passphrase aufgefordert. Anschließend erscheint ein Dialog, der eine Zusammenfassung aller speicherbezogenen Aktionen anzeigt, die das Installationsprogramm durchführen wird. Dazu gehört das Erstellen, Verändern der Größe oder Löschen von Partitionen und Dateisystemen. Sie können alle Änderungen überprüfen und auf Abbrechen & zur angepassten Partitionierung zurückkehren klicken, um zurückzugehen. Um die Zusammenfassung zu bestätigen, klicken Sie auf Änderungen übernehmen, woraufhin Sie zur Zusammenfassung der Installation zurückkehren. Um weitere Geräte zu partitionieren, wählen Sie diese auf dem Bildschirm Installationsziel aus und kehren Sie zum Bildschirm Manuelle Partitionierung zurück, um dann den in diesem Abschnitt beschriebenen Schritten zu folgen.
6.10.4.1.1. Dateisystemtypen
Mit Red Hat Enterprise Linux können Sie verschiedene Gerätetypen und Dateisysteme erstellen. Nachfolgend sehen Sie eine kurze Beschreibung der verschiedenen Gerätetypen und Dateisysteme und wie diese eingesetzt werden können.

Gerätetypen

  • Standard-Partition – Eine Standardpartition kann ein Dateisystem oder einen Swap-Bereich beinhalten. Sie kann außerdem einen Container für Software-RAID oder einen logischen LVM-Datenträger bereitstellen.
  • Logischer Datenträger (LVM) – Wird eine LVM-Partition angelegt, so wird automatisch ein logischer LVM-Datenträger erstellt. LVM kann die Leistungsfähigkeit bei der Verwendung von physischen Festplatten erhöhen. Informationen über das Anlegen eines logischen Datenträgers finden Sie in Abschnitt 6.10.4.3, »Logische LVM-Datenträger erstellen«. Weitere Informationen über LVM finden Sie im Handbuch Red Hat Enterprise Linux 7 Administration des Logical Volume Manager.
  • LVM Reduzierte Bereitstellung – Mithilfe der reduzierten Bereitstellung ("Thin Provisioning") können Sie einen Speicherpool mit verfügbarem Speicherplatz verwalten, den "Thin Pool". Dieser kann einer beliebigen Anzahl an Geräten zugewiesen werden, wenn Applikationen den Platz benötigen. Der Thin Pool kann dynamisch bei Bedarf erweitert werden und ermöglicht so die kostengünstige Zuweisung von Speicherplatz.
  • BTRFS – Btrfs ist ein Dateisystem mit mehreren Geräte-ähnlichen Features. Es ist dazu in der Lage, im Vergleich zu ext2, ext3 und ext4 mehr Dateien, größere Dateien und größere Datenträger zu adressieren und zu verwalten. Weitere Informationen und Anweisungen zum Erstellen eines Btrfs-Datenträgers finden Sie in Abschnitt 6.10.4.4, »Erstellen eines Btrfs-Unterdatenträgers«.
  • Software-RAID – Wenn Sie zwei oder mehr Software-RAID-Partitionen anlegen, können Sie daraus ein RAID-Gerät erstellen. Jeder Festplatte auf dem System wird eine RAID-Partition zugewiesen. Anweisungen zum Erstellen eines RAID-Geräts finden Sie in Abschnitt 6.10.4.2, »Erstellen eines Software-RAIDs«. Weitere Informationen über RAID finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch zur Speicherverwaltung.

Dateisysteme

  • xfs — XFS ist ein hochskalierbares Hochleistungsdateisystem, das Dateisysteme mit einer Größe von bis zu 16 Exabytes (ungefähr 16 Millionen Terabytes), Dateien mit einer Größe bis zu 8 Exabytes (ungefähr 8 Millionen Terabytes) und Verzeichnisstrukturen mit zehn Millionen Einträgen unterstützt. XFS unterstützt Metadaten-Journaling, was eine schnellere Wiederherstellung nach einem Absturz ermöglicht. Das XFS-Dateisystem kann außerdem defragmentiert und in seiner Größe geändert werden, während es eingehängt und in Gebrauch ist. Dieses Dateisystem ist standardmäßig ausgewählt und wird sehr empfohlen. Informationen über die unterschiedlichen Befehle für ext4 und XFS finden Sie in Anhang E, Referenztabelle für ext4- und XFS-Befehle.
    Die maximal unterstützte Größe einer XFS-Partition beträgt 500 TB.
  • ext4 – Das ext4-Dateisystem basiert auf dem ext3-Dateisystem und beinhaltet einige Verbesserungen. Dazu gehört die Unterstützung größerer Dateisysteme und Dateien, schnellere und effizientere Zuordnung von Speicherplatz, keine Beschränkung der Anzahl von Unterverzeichnissen in einem Verzeichnis, schnellere Prüfung des Dateisystems und stabileres Journaling.
    Die maximal unterstützte Größe eines ext4-Dateisystems in Red Hat Enterprise Linux 7 beträgt derzeit 50 TB.
  • ext3 – Das ext3-Dateisystem basiert auf dem ext2-Dateisystem und hat einen großen Vorteil – Journaling. Dateisysteme mit Journalingfunktion verringern die Zeit, die für das Wiederherstellen nach einem Systemabsturz aufgewendet werden muss, da das Dateisystem nicht nach jedem Absturz mit fsck auf Metadatenkonsistenz überprüft werden muss.
  • ext2 – Das ext2-Dateisystem unterstützt Standard-Unix-Dateitypen, einschließlich regulärer Dateien, Verzeichnissen und symbolischer Links. Es können lange Dateinamen mit bis zu 255 Zeichen vergeben werden.
  • Vfat – Das VFAT-Dateisystem ist ein Linux-Dateisystem, das mit den langen Dateinamen unter Microsoft Windows auf dem FAT-Dateisystem kompatibel ist.
  • swap – Swap-Partitionen dienen der Unterstützung von virtuellem Speicher. Mit anderen Worten, es werden Daten auf eine Swap-Partition geschrieben, wenn unzureichend Arbeitsspeicher (RAM) für die Daten, die Ihr System verarbeitet, zur Verfügung steht.
  • BIOS-Boot – Eine sehr kleine Partition, die zum Booten eines Geräts mit einer GUID-Partitionstabelle (GPT) auf einem BIOS-System erforderlich ist. Siehe Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« für Details.
  • EFI Systempartitionierung – Eine kleine Partition, die zum Booten eines Geräts mit einer GUID-Partitionstabelle (GPT) auf einem UEFI-System erforderlich ist. Siehe Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« für Details.
Jedes Dateisystem hat verschiedene Größeneinschränkungen für das Dateisystem selbst sowie für die darin enthaltenen einzelnen Dateien. Eine Liste der maximal unterstützten Dateigrößen und Dateisystemgrößen finden Sie auf der Seite "Red Hat Enterprise Linux technology capabilities and limits", verfügbar im Kundenportal unter https://access.redhat.com/site/articles/rhel-limits.

6.10.4.2. Erstellen eines Software-RAIDs

Redundant arrays of independent disks (RAIDs) werden aus mehreren Speichergeräten zusammengestellt, die so arrangiert werden, dass Sie eine verbesserte Leistung sowie in bestimmten Konfigurationen eine höhere Fehlertoleranz bieten. Nachfolgend finden Sie eine Beschreibung der verschiedenen Arten von RAIDs.
Ein RAID-Gerät wird in einem Schritt erstellt und Festplatten werden bei Bedarf hinzugefügt oder entfernt. Eine RAID-Partition pro Festplatte ist für jedes Gerät zulässig. Demzufolge bestimmt die Anzahl der Festplatten, die dem Installationsprogramm zur Verfügung stehen, welche RAID-Levels verfügbar sind.
Erstellen einer Software-RAID-Partition – Auswahlmenü Gerätetyp geöffnet

Abbildung 6.27. Erstellen einer Software-RAID-Partition – Auswahlmenü Gerätetyp geöffnet

RAID-Konfigurationsoptionen werden nur angezeigt, wenn Sie zwei oder mehr Speichergeräte zur Installation ausgewählt haben. Mindestens zwei Geräte sind erforderlich, um ein RAID-Gerät zu erstellen.
Um ein RAID-Gerät zu erstellen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt wie in Abschnitt 6.10.4.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben. Indem Sie diesen Einhängepunkt konfigurieren, wird das RAID-Gerät konfiguriert.
  2. Während die Partition in der linken Leiste ausgewählt ist, wählen Sie die Konfigurationsschaltfläche unter der Leiste, um das Dialogfenster Einhängepunkt konfigurieren zu öffnen. Wählen Sie, welche Festplatten im RAID-Gerät enthalten sein sollen und klicken Sie auf Auswählen.
  3. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf RAID.
  4. Klicken Sie im Auswahlmenü Dateisystem auf Ihren gewünschten Dateisystemtyp (siehe Abschnitt 6.10.4.1.1, »Dateisystemtypen«).
  5. Klicken Sie im Auswahlmenü RAID Level auf den gewünschten RAID-Level.
    Die verfügbaren RAID-Levels sind:
    RAID0 – Arbeitsleistung
    Verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-0-RAIDs bieten eine verbesserte Leistung gegenüber standardmäßigen Partitionen und können dazu verwendet werden, den Speicherplatz verschiedener Geräte in ein großes, virtuelles Gerät zusammenzufassen. Beachten Sie bitte, dass Level-0-RAIDs keine Redundanz bieten und der Ausfall eines der Geräte im Array den Ausfall des gesamten Arrays zur Folge hat. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID1 – Redundanz
    Spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Maß an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID4 – Fehler-Prüfung
    Verteilt Daten auf mehreren Speichergeräten und nutzt eines der Geräte im Array, um die Paritätsinformationen zu speichern, die im Falle eines Ausfalls eines Geräts im Array das Array absichern. Da alle Paritätsinformationen auf diesem einen Gerät abgelegt sind, stellt der Zugriff auf dieses Gerät einen möglichen Leistungsengpass des Arrays dar. RAID 4 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
    RAID5 – Verteilte Fehler-Prüfung
    Verteilt Daten und Paritätsinformationen über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-5-RAID bietet daher Leistungsvorteile bei der Verteilung von Daten über mehrere Geräte hinweg, hat jedoch nicht die Leistungsengpässe von Level-4-RAIDs, da die Paritätsinformationen ebenfalls über das gesamten Array verteilt werden. RAID 5 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
    RAID6 – Redundanz Fehler-Prüfung
    Level-6-RAIDs ähneln Level-5-RAIDs, speichern jedoch zwei Sets an Paritätsdaten statt nur einem. RAID 6 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
    RAID10 – Arbeitsleistung und Redundanz
    Level-10-RAIDs sind verschachtelte RAIDs oder Hybrid RAIDs. Level-10-RAIDs werden durch das Verteilen von Daten auf gespiegelte Sets von Speichergeräten erstellt. So besteht beispielsweise ein Level-10-RAID, das aus vier RAID-Partitionen erstellt wurde, aus zwei Paar Partitionen, bei denen eine Partition die andere spiegelt. Daten werden dann über beide Paare von Speichergeräten verteilt, wie bei Level-0-RAID. RAID 10 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
  6. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.
Falls weniger Festplatten ausgewählt wurden, als für das angegebene RAID-Level erforderlich sind, erscheint eine Meldung unten im Fenster, die Sie darüber informiert, wie viele Festplatten für Ihre ausgewählte Konfiguration erforderlich sind.

6.10.4.3. Logische LVM-Datenträger erstellen

Logical Volume Management (LVM) liefert eine einfache, logische Ansicht des zugrunde liegenden Speicherplatzes wie beispielsweise Festplatten oder LUNs. Partitionen auf physischem Speicher werden als physische Datenträger dargestellt, die in Datenträgergruppen zusammengefasst werden können. Jede Datenträgergruppe kann dann in mehrere logische Datenträger unterteilt werden, von denen jeder einer standardmäßigen Festplattenpartition entspricht. Somit fungieren logische LVM-Datenträger als Partitionen, die sich über mehrere physische Festplatten erstrecken können.
Mehr Informationen über LVM finden Sie in Anhang C, Grundlagen zum Verständnis von LVM oder im Handbuch Red Hat Enterprise Linux Administration des Logical Volume Manager. Beachten Sie, dass die LVM-Konfiguration nur im grafischen Installationsprogramm zur Verfügung steht.

Wichtig

Bei einer Installation im Textmodus ist die LVM-Konfiguration nicht verfügbar. Falls Sie eine LVM-Konfiguration von Grund auf erstellen müssen, drücken Sie Strg+Alt+F2, um das Terminal zu verwenden und führen Sie den Befehl lvm aus. Um zur Installation im Textmodus zurückzukehren, drücken Sie Strg+Alt+F1.
Konfigurieren eines logischen Datenträgers

Abbildung 6.28. Konfigurieren eines logischen Datenträgers

Um einen logischen Datenträger zu erstellen und ihn zu einer neuen oder vorhandenen Datenträgergruppe hinzuzufügen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt für den LVM-Datenträger wie in Abschnitt 6.10.4.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben.
  2. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf LVM. Das Auswahlmenü Volume Group erscheint und zeigt den Namen der neu erstellten Datenträgergruppe.
  3. Klicken Sie optional entweder ins Menü und wählen Einen neuen Volume Group erstellen oder klicken Sie auf Ändern, um die neu erstellte Datenträgergruppe anzupassen, falls nötig. Sowohl die Option Einen neuen Volume Group erstellen als auch die Schaltfläche Ändern öffnen das Dialogfenster Configure Volume Group (Datenträgergruppe konfigurieren), in dem Sie die logische Datenträgergruppe umbenennen können und auswählen können, welche Festplatten enthalten sein sollen.
    Anpassen einer LVM-Datenträgergruppe

    Abbildung 6.29. Anpassen einer LVM-Datenträgergruppe

    Die verfügbaren RAID-Level entsprechen jenen, die Sie auch für RAID-Geräte auswählen können. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 6.10.4.2, »Erstellen eines Software-RAIDs«. Sie können zudem angeben, ob die Datenträgergruppe verschlüsselt werden soll und eine Richtlinie zur Größe angeben. Die verfügbaren Richtlinien sind:
    • Automatisch – Die Größe der Datenträgergruppe wird automatisch festgelegt, so dass diese gerade groß genug ist, um die konfigurierten logischen Datenträger enthalten zu können. Dies ist optimal, wenn Sie keinen freien Speicherplatz innerhalb der Datenträgergruppe wünschen.
    • So groß wie möglich – Die Datenträgergruppe wird so groß wie möglich angelegt, ungeachtet der Größe der konfigurierten logischen Datenträger, die diese enthält. Dies ist optimal, wenn Sie die meisten Ihrer Daten auf LVM speichern möchten und später unter Umständen vorhandene logische Datenträger vergrößern möchten, oder falls Sie zusätzliche logische Datenträger innerhalb dieser Gruppe anlegen möchten.
    • Fixiert – Mit dieser Option können Sie eine feste Größe für die Datenträgergruppe angeben. Alle konfigurierten logischen Datenträger müssen in die Datenträgergruppe dieser Größe hineinpassen. Dies ist hilfreich, falls Sie genau wissen, wie groß die Datenträgergruppe sein soll.
    Klicken Sie auf Sichern, wenn Sie mit der Konfiguration der Datenträgergruppe fertig sind.
  4. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Warnung

Eine /boot-Partition auf einem LVM-Datenträger wird nicht unterstützt.

6.10.4.4. Erstellen eines Btrfs-Unterdatenträgers

Btrfs ist ein Dateisystemtyp, der mehrere charakteristische Features von Speichergeräten aufweist. Btrfs ist dazu konzipiert, das Dateisystem fehlertolerant zu machen und die Erkennung und Behebung von Fehlern zu ermöglichen, wenn diese auftreten. Es verwendet Prüfsummen, um die Unversehrtheit von Daten und Metadaten sicherzustellen und legt Snapshots des Dateisystems an, die zur Sicherung oder Reparatur genutzt werden können.
Während der manuellen Partitionierung erstellen Sie keine Btrfs-Datenträger, sondern Unterdatenträger. Das Installationsprogramm erstellt dann automatisch einen Btrfs-Datenträger, der diese Unterdatenträger umfasst. Die angezeigten Größen für jeden Btrfs-Einhängepunkt links im Bildschirm Manuelle Partitionierung sind identisch, da sie die Gesamtgröße des Datenträgers angeben, nicht die Größe der einzelnen Unterdatenträger.
Konfiguration eines Btrfs-Unterdatenträgers

Abbildung 6.30. Konfiguration eines Btrfs-Unterdatenträgers

Um einen Btrfs-Unterdatenträger zu erstellen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt wie in Abschnitt 6.10.4.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben. Indem Sie diesen Einhängepunkt konfigurieren, wird der Btrfs-Datenträger konfiguriert.
  2. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf BTRFS. Das Auswahlmenü Dateisystem wird für Btrfs automatisch grau hinterlegt. Das Auswahlmenü Volume (Datenträger) erscheint und zeigt den Namen des neu erstellten Datenträgers.
  3. Klicken Sie optional entweder ins Menü und wählen Einen neuen Volume erstellen oder klicken Sie auf Ändern, um den neu erstellten Datenträger anzupassen, falls nötig. Sowohl die Option Einen neuen Volume erstellen als auch die Schaltfläche Ändern öffnen das Dialogfenster Configure Volume (Datenträger konfigurieren), in dem Sie den Unterdatenträger umbenennen können und ein RAID-Level zuweisen können.
    Anpassen eines Btrfs-Datenträgers

    Abbildung 6.31. Anpassen eines Btrfs-Datenträgers

    Die verfügbaren RAID-Levels sind:
    RAID0 (Arbeitsleistung)
    Verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-0-RAIDs bieten eine verbesserte Leistung gegenüber standardmäßigen Partitionen und können dazu verwendet werden, den Speicherplatz verschiedener Geräte in ein großes, virtuelles Gerät zusammenzufassen. Beachten Sie bitte, dass Level-0-RAIDs keine Redundanz bieten und der Ausfall eines der Geräte im Array den Ausfall des gesamten Arrays zur Folge hat. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID1 (Redundanz)
    Spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Maß an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID10 (Arbeitsleistung, Redundanz)
    Kombiniert RAID0 und RAID1 und bietet somit sowohl höhere Leistung als auch Redundanz. Daten werden in RAID1-Arrays gespeichert für Redundanz (Mirroring), und diese Arrays werden dann auf ein RAID0-Array aufgeteilt, was die Leistung erhöht (Striping). Erfordert mindestens vier RAID-Partitionen.
    Sie können zudem angeben, ob der Datenträger verschlüsselt werden soll und eine Richtlinie zur Größe angeben. Die verfügbaren Richtlinien sind:
    • Automatisch – Die Größe des Datenträgers wird automatisch festgelegt, so dass diese gerade groß genug ist, um die konfigurierten Unterdatenträger enthalten zu können. Dies ist optimal, wenn Sie keinen freien Speicherplatz innerhalb des Datenträgers wünschen.
    • So groß wie möglich – Der Datenträger wird so groß wie möglich angelegt, ungeachtet der Größe der konfigurierten Unterdatenträger, die dieser enthält. Dies ist optimal, wenn Sie die meisten Ihrer Daten auf Btrfs speichern möchten und später unter Umständen vorhandene Unterdatenträger vergrößern möchten, oder falls Sie zusätzliche Unterdatenträger innerhalb dieses Datenträgers anlegen möchten.
    • Fixiert – Mit dieser Option können Sie eine feste Größe für den Datenträger angeben. Alle konfigurierten Unterdatenträger müssen in den Datenträger dieser Größe hineinpassen. Dies ist hilfreich, falls Sie genau wissen, wie groß der Datenträger sein soll.
    Klicken Sie auf Sichern, wenn Sie mit der Konfiguration des Datenträgers fertig sind.
  4. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.
Falls weniger Festplatten ausgewählt wurden, als für das angegebene RAID-Level erforderlich sind, erscheint eine Meldung unten im Fenster, die Sie darüber informiert, wie viele Festplatten für Ihre ausgewählte Konfiguration erforderlich sind.

Warnung

Eine /boot-Partition auf einem Btrfs-Unterdatenträger wird nicht unterstützt.