6.11. Speichergeräte

Sie können Red Hat Enterprise Linux auf einer Vielzahl verschiedener Speichergeräte installieren. Auf der Seite Installationsziel sehen Sie einfache, lokal verfügbare Speichergeräte, wie in Abschnitt 6.10, »Installationsziel« beschrieben. Um ein Spezialspeichergerät hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche Festplatte hinzufügen im Bereich Spezial- & Netzwerkgeräte des Bildschirms.
Übersicht über Speicherplatz

Abbildung 6.32. Übersicht über Speicherplatz

Anmerkung

Während der Installation erfolgt keine Überwachung von LVM- und Software-RAID-Geräten durch den mdeventd-Daemon.

6.11.1. Bildschirm zur Auswahl der Speichergeräte

Der Bildschirm zur Auswahl von Speichergeräten zeigt alle Speichergeräte an, auf die das Anaconda-Installationsprogramm Zugriff hat.
Die Geräte werden unter den folgenden Reitern gruppiert:
Multipath-Geräte
Speichergeräte, auf die über mehrere Pfade zugegriffen werden kann, wie beispielsweise über mehrere SCSI-Controller oder Fiber-Channel-Ports auf demselben System.
Das Installationsprogramm erkennt nur Multipath-Speichergeräte mit 16- oder 32-stelligen Seriennummern.
Sonstige SAN-Geräte
Geräte, die auf einem Storage Area Network (SAN) verfügbar sind.
Firmware-RAID
Speichergeräte, die an einen Firmware-RAID-Controller angeschlossen sind.
Überblick über spezielle Speichergeräte

Abbildung 6.33. Überblick über spezielle Speichergeräte

Um ein iSCSI-Gerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen. Um ein FCoE (Fibre Channel over Ethernet) Gerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche FCoE SAN hinzufügen. Beide Schaltflächen befinden sich unten rechts auf dem Bildschirm.
Die Übersichtsseite enthält auch den Reiter Suchen, der es Ihnen ermöglicht, Speichergeräte entweder nach deren World Wide Identifier (WWID) zu filtern, oder nach Port, Ziel oder Logical Unit Number (LUN), unter denen auf sie zugegriffen wird.
Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Abbildung 6.34. Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Der Suchen-Reiter enthält die Auswahlliste Suchen nach, um nach Port, Ziel, LUN oder WWID zu suchen. Wenn Sie nach WWID oder LUN suchen, müssen Sie die gewünschten Werte in den entsprechenden Texteingabefeldern eingeben. Klicken Sie auf die Schaltfläche Suchen, um die Suche zu starten.
Jedes Gerät wird in einer separaten Reihe mit einem Auswahlkästchen links angezeigt. Markieren Sie das Auswahlkästchen, um ein Gerät während des Installationsvorgangs verfügbar zu machen. Im weiteren Verlauf des Installationsvorgangs können Sie auswählen, Red Hat Enterprise Linux auf einem beliebigen hier ausgewählten Gerät zu installieren. Sie können weiterhin wählen, dass jedes andere der hier ausgewählten Geräte automatisch als Teil des installierten Systems eingehängt wird.
Beachten Sie bitte, dass die Daten auf den von Ihnen ausgewählten Geräten nicht automatisch während des Installationsvorgangs gelöscht werden. Die Auswahl eines Geräts auf diesem Bildschirm allein gefährdet nicht die Daten, die auf dem Gerät gespeichert sind. Beachten Sie bitte weiterhin, dass jedes Gerät, das Sie an dieser Stelle nicht als Teil des installierten Systems auswählen, nach Abschluss der Installation zum System hinzugefügt werden kann, indem die Datei /etc/fstab entsprechend angepasst wird.

Wichtig

Jegliche Speichergeräte, die Sie auf diesem Bildschirm nicht auswählen, werden für Anaconda nicht sichtbar sein. Um den Red Hat Enterprise Linux-Bootloader von einem anderen Bootloader gestaffelt zu laden (Chain Loading), wählen Sie alle auf diesem Bildschirm aufgeführten Geräte.
Wenn Sie die Speichergeräte ausgewählt haben, die während der Installation zur Verfügung stehen sollen, klicken Sie auf Fertig, um zum Installationsziel-Bildschirm zurückzukehren.

6.11.1.1. Erweiterte Speicheroptionen

Wenn Sie ein erweitertes Speichergerät benötigen, können Sie ein iSCSI-Ziel (SCSI über TCP/IP) oder ein FCoE (Fibre Channel über Ethernet) SAN (Storage Area Network) konfigurieren, indem Sie auf die jeweilige Schaltfläche unten rechts auf dem Installationsziel-Bildschirm klicken. Siehe Anhang B, ISCSI-Festplatten für eine Einführung in iSCSI.
Erweiterte Speicheroptionen

Abbildung 6.35. Erweiterte Speicheroptionen

6.11.1.1.1. Konfigurieren von iSCSI-Parametern
Wenn Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen... klicken, erscheint das Dialogfenster iSCSI Storage Target hinzufügen.
Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Abbildung 6.36. Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Um iSCSI-Speichergeräte für die Installation zu verwenden, muss Anaconda diese als iSCSI-Ziele erkennen können (auch Discovery oder Entdeckung genannt) und in der Lage sein, eine iSCSI-Sitzung zu erstellen, um auf sie zuzugreifen. Bei jedem dieser Schritte kann ein Benutzername und ein Passwort für die CHAP-Authentifizierung (Challenge Handshake Authentication Protocol) erforderlich sein. Außerdem können Sie zusätzlich ein iSCSI-Ziel konfigurieren zur Authentifizierung des iSCSI-Initiators am System, zu dem das Ziel gehört (Reverse-CHAP), sowohl für die Erkennung als auch für die Sitzung. Gemeinsam verwendet werden CHAP und Reverse-CHAP als wechselseitiges CHAP (mutual CHAP) oder 2-Wege-CHAP bezeichnet. Wechselseitiges CHAP liefert die höchste Sicherheitsebene für iSCSI-Verbindungen, insbesondere, wenn der Benutzername und das Passwort sich für die CHAP-Authentifizierung und die Reverse-CHAP-Authentifizierung unterscheiden.

Anmerkung

Wiederholen Sie die Schritte zur Suche und Verbindung mit iSCSI-Zielen so oft wie nötig, um allen erfoderlichen iSCSI-Speicher hinzuzufügen. Sie können den Namen des iSCSI-Initiators jedoch nicht mehr ändern, nachdem Sie die Suche erstmals gestartet haben. Um den Namen des iSCSI-Initiators zu ändern, müssen Sie die Installation neu starten.

Prozedur 6.1. Suche von iSCSI-Zielen und Starten einer iSCSI-Sitzung

Verwenden Sie den Dialog iSCSI Storage Target hinzufügen, um Anaconda die Informationen zu liefern, die es zum Auffinden des iSCSI-Ziels benötigt.
  1. Geben Sie die IP-Adresse des iSCSI-Ziels im Feld Ziel IP-Adresse ein.
  2. Geben Sie im Feld iSCSI-Kennung einen Namen für den iSCSI-Initiator im IQN-Format (iSCSI qualifizierter Name) ein. Ein gültiger IQN-Eintrag umfasst:
    • die Zeichenkette iqn. (beachten Sie den Punkt)
    • einen Datumscode, der das Jahr und den Monat festlegt, in dem die Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation registriert wurde. Seine Darstellung erfolgt als vier Ziffern für das Jahr, einen Bindestrich und zwei Ziffern für den Monat gefolgt von einem Punkt. September 2010 wird zum Beispiel als 2010-09. dargestellt.
    • den Namen der Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation in umgekehrter Reihenfolge mit der Domäne der obersten Stufe zuerst. Die Subdomäne storage.example.com etwa wird als com.example.storage dargestellt.
    • einen Doppelpunkt, gefolgt von einer Zeichenkette, die den betreffenden iSCSI-Initiator innerhalb Ihrer Domäne oder Subdomäne eindeutig identifiziert. Zum Beispiel :diskarrays-sn-a8675309
    Ein vollständiger IQN sieht daher etwa wie folgt aus: iqn.2010-09.storage.example.com:diskarrays-sn-a8675309. Anaconda füllt das Feld iSCSI-Kennung bereits mit einem Namen in diesem Format aus, um Ihnen mit der Struktur zu helfen.
    Weitere Informationen zu IQNs finden Sie in Kapitel 3.2.6. iSCSI Namen in RFC 3720 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI), verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3720#section-3.2.6, sowie in Kapitel 1. iSCSI Names and Addresses in RFC 3721 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI) Naming and Discovery, verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3721#section-1.
  3. Verwenden Sie das Auswahlmenü Art der Authentifizierung festlegen, um die Art der Authentifizierung für die iSCSI-Verbindung festzulegen. Die folgenden Optionen stehen zur Auswahl:
    • Keine Anmeldeinformationen
    • CHAP-Paar
    • CHAP-Paar und Reverse-Paar
    • Falls Sie CHAP-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort.
    • Falls Sie CHAP-Paar und Reverse-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort ein und den Benutzernamen und das Passwort für den iSCSI-Initiator in den Feldern Reverse CHAP Benutzername und Reverse CHAP Passwort.
  4. Markieren Sie optional das Auswahlkästchen Targets mit Netzwerkschnittstellen verbinden.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche Verbindung aufbauen. Anaconda versucht, mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen ein iSCSI-Ziel zu finden. Ist die Suche erfolgreich, so zeigt Ihnen ein Dialog eine Liste aller auf dem Ziel erkannten iSCSI-Knoten.
  6. Neben jedem Knoten befindet sich ein Auswahlkästchen. Klicken Sie auf die Auswahlkästchen der Knoten, die für die Installation verwendet werden sollen.
    Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

    Abbildung 6.37. Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

  7. Das Menü Authentifizierungsart der Node-Anmeldung bietet dieselben Optionen wie das Menü Art der Authentifizierung festlegen in Schritt 3. Falls Sie jedoch Berechtigungsnachweise zur zur Erkennung benötigten, werden üblicherweise dieselben Berechtigungsnachweise zur Anmeldung beim gefundenen Knoten verwendet. Verwenden Sie dazu die zusätzliche Option Anmeldedaten aus der Erkennung verwenden im Menü. Wenn die richtigen Berechtigungsnachweise angegeben wurden, wird die Schaltfläche Anmelden verfügbar.
  8. Klicken Sie Anmelden, um die iSCSI-Sitzung zu initiieren.
6.11.1.1.2. Konfigurieren von FCoE-Parametern
Wenn Sie die Schaltfläche FCoE SAN hinzufügen... geklickt haben, erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie Netzwerkschnittstellen zur Erkennung von FCoE-Speichergeräten konfigurieren können.
Wählen Sie im Auswahlmenü NIC zunächst eine Netzwerkschnittstelle, die mit einem FCoE-Switch verbunden ist, und klicken Sie auf die Schaltfläche FCoE Speichermedien hinzufügen, um das Netzwerk auf SAN-Geräte abzusuchen.
Konfigurieren von FCoE-Parametern

Abbildung 6.38. Konfigurieren von FCoE-Parametern

Es gibt Auswahlkästchen mit zusätzlichen Optionen:
DCB benutzen
Data Center Bridging (DCB) bietet eine Reihe an Verbesserungen für Ethernetprotokolle. Es wurde entwickelt, um die Effizienz von Ethernetverbindungen in Speichernetzwerken und Clustern zu erhöhen. Mit dem Auswahlkästchen in diesem Dialog können Sie bestimmen, ob DCB im Installationsprogramm aktiviert werden soll. Dies sollte nur für Netzwerkschnittstellen aktiviert werden, die einen hostbasierten DCBX-Client erfordern. Konfigurationen auf Schnittstellen, die einen Hardware-DCBX-Client implementieren, sollten dieses Auswahlkästchen nicht markieren.
Auto vlan benutzen
Auto VLAN zeigt an, ob VLAN-Erkenung durchgeführt werden soll. Ist dieses Auswahlkästchen markiert, wird das FIP (FCoE Initiation Protocol) VLAN-Discovery-Protokoll auf der Ethernetschnittstelle ausgeführt, sobald die Verbindungskonfiguration validiert wurde. Falls noch nicht konfiguriert, werden automatisch Netzwerkschnittstellen für jegliche gefundene FCoE-VLANs erstellt und FCoE-Instanzen werden auf den VLAN-Schnittstellen erstellt. Diese Option ist standardmäßig aktiviert.
Erkannte FCoE-Geräte werden unter dem Reiter Andere SAN-Geräte auf dem Installationsziel-Bildschirm angezeigt.