Kapitel 21. Vorbereiten einer Netzwerkinstallation
- Konfigurieren Sie den Netzwerkserver (
NFS,HTTPS,HTTPoderFTP), um die Installationsstruktur oder das Installations-ISO-Image zu exportieren. Weitere Informationen über die Konfigurationen finden Sie in Abschnitt 2.3.3, »Installationsquelle auf einem Netzwerk«. - Konfigurieren Sie auf dem tftp-Server die Dateien, die für das Booten über das Netzwerk nötig sind, konfigurieren Sie
DHCPund starten Sie dentftp-Dienst auf dem PXE-Server. Siehe Abschnitt 21.1, »Konfigurieren von PXE-Boot« für Details. - Booten Sie den Client (das System, auf dem Sie Red Hat Enterprise Linux installieren möchten) und starten Sie die Installation. Siehe Abschnitt 21.2, »Booten der Netzwerkinstallation« für weitere Informationen.
Anmerkung
21.1. Konfigurieren von PXE-Boot
DHCP-Server konfiguriert werden und alle notwendigen Dienste müssen aktiviert sein und laufen.
Anmerkung
21.1.1. Konfigurieren eines PXE-Servers für BIOS-basierte Clients
Prozedur 21.1. Konfigurieren von PXE-Boot für BIOS-basierte Systeme
- Installieren Sie das tftp-Paket. Führen Sie dazu den folgenden Befehl als
rootaus:#yum install tftp-server - Ändern Sie in der Konfigurationsdatei
/etc/xinetd.d/tftpdendisabled-Parameter vonyesaufno. - Konfigurieren Sie Ihren
DHCP-Server zur Verwendung der in SYSLINUX enthaltenen Bootimages. Falls Sie noch keinen DHCP-Server installiert haben, finden Sie Anweisungen dazu im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.Eine Konfiguration in/etc/dhcp/dhcpd.confkönnte etwa wie folgt aussehen:option space pxelinux; option pxelinux.magic code 208 = string; option pxelinux.configfile code 209 = text; option pxelinux.pathprefix code 210 = text; option pxelinux.reboottime code 211 = unsigned integer 32; subnet 10.0.0.0 netmask 255.255.255.0 { option routers 10.0.0.254; range 10.0.0.2 10.0.0.253; class "pxeclients" { match if substring (option vendor-class-identifier, 0, 9) = "PXEClient"; next-server 10.0.0.1; if option arch = 00:07 { filename "uefi/shim.efi"; } else { filename "pxelinux/pxelinux.0"; } } host example-ia32 { hardware ethernet XX:YY:ZZ:11:22:33; fixed-address 10.0.0.2; } } - Sie benötigen nun die Datei
pxelinux.0vom SYSLINUX-Paket in der ISO-Imagedatei. Um darauf zuzugreifen, führen Sie den folgenden Befehl als Root aus:#mount -t iso9660 /path_to_image/name_of_image.iso /mount_point -o loop,ro#cp -pr /mount_point/Packages/syslinux-version-architecture.rpm /publicly_available_directory#umount /mount_pointEntpacken Sie das Paket:#rpm2cpio syslinux-version-architecture.rpm | cpio -dimv - Erstellen Sie das Verzeichnis
pxelinux/innerhalb vontftpboot/und kopieren Sie die Dateipxelinux.0dort hinein:#mkdir /var/lib/tftpboot/pxelinux#cp publicly_available_directory/usr/share/syslinux/pxelinux.0 /var/lib/tftpboot/pxelinux - Fügen Sie eine Konfigurationsdatei zum
pxelinux/-Verzeichnis hinzu. Der Dateiname sollte entwederdefaultlauten oder auf der IP-Adresse des Systems basieren. Falls die IP-Adresse Ihres Systems beispielsweise 10.0.0.1 ist, dann lautet der Dateiname0A000001.Eine Konfigurationsdatei unter/var/lib/tftpboot/pxelinux/defaultkönnte etwa wie folgt aussehen:default vesamenu.c32 prompt 1 timeout 600 display boot.msg label linux menu label ^Install system menu default kernel vmlinuz append initrd=initrd.img ip=dhcp inst.repo=http://10.32.5.1/mnt/archive/RHEL-7/7.x/Server/x86_64/os/ label vesa menu label Install system with ^basic video driver kernel vmlinuz append initrd=initrd.img ip=dhcp inst.xdriver=vesa nomodeset inst.repo=http://10.32.5.1/mnt/archive/RHEL-7/7.x/Server/x86_64/os/ label rescue menu label ^Rescue installed system kernel vmlinuz append initrd=initrd.img rescue label local menu label Boot from ^local drive localboot 0xffff
Anmerkung
Sie können zwei verschiedene Optionen verwenden, um das Installationsprogramm zu laden:- Die Option
inst.repo=von Anaconda, wie im obigen Beispiel veranschaulicht. Diese Option ermöglicht es Ihnen, das Installationsprogramm zu laden und gleichzeitig die Installationsquelle anzugeben. Weitere Informationen über Bootoptionen für Anaconda finden Sie in Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü«. - Die dracut-Option
root=. Falls Sie diese Option verwenden, müssen Sie den Speicherort derinitrd.img-Datei angeben, die vom Red Hat Enterprise Linux 7-Bootmedium entpackt wurde. Diese Option ermöglicht es Ihnen, das Installationsprogramm zu laden, allerdings müssen Sie die Installationsquelle auf andere Weise angeben (z. B. mittels einer Kickstart-Datei oder manuell im grafischen Installationsprogramm). Weitere Informationen über dracut-Befehlszeilenoptionen finden Sie auf der man-Seite fürdracut.cmdline(7).
Eine dieser beiden Optionen muss stets angegeben werden. - Kopieren Sie die Bootimages in Ihr
tftp/-Hauptverzeichnis:#cp /path/to/x86_64/os/images/pxeboot/{vmlinuz,initrd.img} /var/lib/tftpboot/pxelinux/ - Aktivieren und starten Sie die
tftp- undxinetd-Dienste mit demsystemctl-Befehl.#systemctl enable xinetd.service tftp.service#systemctl start xinetd.service tftp.service
21.1.2. Konfigurieren eines PXE-Servers für UEFI-basierte Clients
Prozedur 21.2. Konfigurieren von PXE-Boot für UEFI-basierte Systeme
- Installieren Sie das tftp-Paket. Führen Sie dazu den folgenden Befehl als
rootaus:#yum install tftp-server - Ändern Sie in der Konfigurationsdatei
/etc/xinetd.d/tftpdendisabled-Parameter vonyesaufno. - Konfigurieren Sie Ihren
DHCP-Server zur Verwendung der in shim enthaltenen EFI-Bootimages. Falls Sie noch keinen DHCP-Server installiert haben, finden Sie Anweisungen dazu im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.Eine Konfiguration in/etc/dhcp/dhcpd.confkönnte etwa wie folgt aussehen:option space PXE; option PXE.mtftp-ip code 1 = ip-address; option PXE.mtftp-cport code 2 = unsigned integer 16; option PXE.mtftp-sport code 3 = unsigned integer 16; option PXE.mtftp-tmout code 4 = unsigned integer 8; option PXE.mtftp-delay code 5 = unsigned integer 8; option arch code 93 = unsigned integer 16; # RFC4578 subnet 10.0.0.0 netmask 255.255.255.0 { option routers 10.0.0.254; range 10.0.0.2 10.0.0.253; class "pxeclients" { match if substring (option vendor-class-identifier, 0, 9) = "PXEClient"; next-server 10.0.0.1; if option arch = 00:07 { filename "uefi/shim.efi"; } else { filename "pxelinux/pxelinux.0"; } } host example-ia32 { hardware ethernet XX:YY:ZZ:11:22:33; fixed-address 10.0.0.2; } } - Sie benötigen nun die Datei
shim.efiaus dem shim-Paket und die Dateigrubx64.efiaus dem grub2-efi-Paket in der ISO-Imagedatei. Um darauf zuzugreifen, führen Sie die folgenden Befehle als Root aus:#mount -t iso9660 /path_to_image/name_of_image.iso /mount_point -o loop,ro#cp -pr /mount_point/Packages/shim-version-architecture.rpm /publicly_available_directory#cp -pr /mount_point/Packages/grub2-efi-version-architecture.rpm /publicly_available_directory#umount /mount_pointEntpacken Sie die Pakete:#rpm2cpio shim-version-architecture.rpm | cpio -dimv#rpm2cpio grub2-efi-version-architecture.rpm | cpio -dimv - Erstellen Sie ein Verzeichnis innerhalb des
tftpboot/-Verzeichnisses namensuefi/für die EFI-Bootimages und kopieren Sie diese anschließend von Ihrem Boot-Verzeichnis:#mkdir /var/lib/tftpboot/uefi#cp publicly_available_directory/boot/efi/EFI/redhat/shim.efi /var/lib/tftpboot/uefi/#cp publicly_available_directory/boot/efi/EFI/redhat/grubx64.efi /var/lib/tftpboot/uefi/ - Fügen Sie eine Konfigurationsdatei namens
grub.cfgzumuefi/-Verzeichnis hinzu. Eine Konfigurationsdatei unter/var/lib/tftpboot/uefi/grub.cfgkönnte etwa wie folgt aussehen:set timeout=1 menuentry 'RHEL' { linuxefi uefi/vmlinuz ip=dhcp inst.repo=http://10.32.5.1/mnt/archive/RHEL-7/7.x/Server/x86_64/os/ initrdefi uefi/initrd.img }Anmerkung
Sie können zwei verschiedene Optionen verwenden, um das Installationsprogramm zu laden:- Die Option
inst.repo=von Anaconda, wie im obigen Beispiel veranschaulicht. Diese Option ermöglicht es Ihnen, das Installationsprogramm zu laden und gleichzeitig die Installationsquelle anzugeben. Weitere Informationen über Bootoptionen für Anaconda finden Sie in Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü«. - Die dracut-Option
root=. Falls Sie diese Option verwenden, müssen Sie den Speicherort derinitrd.img-Datei angeben, die vom Red Hat Enterprise Linux 7-Bootmedium entpackt wurde. Diese Option ermöglicht es Ihnen, das Installationsprogramm zu laden, allerdings müssen Sie die Installationsquelle auf andere Weise angeben (z. B. mittels einer Kickstart-Datei oder manuell im grafischen Installationsprogramm). Weitere Informationen über dracut-Befehlszeilenoptionen finden Sie auf der man-Seite fürdracut.cmdline(7).
Eine dieser beiden Optionen muss stets angegeben werden. - Kopieren Sie die Bootimages in Ihr
uefi/-Verzeichnis:#cp /path/to/x86_64/os/images/pxeboot/{vmlinuz,initrd.img} /var/lib/tftpboot/uefi/ - Aktivieren und starten Sie die
tftp- undxinetd-Dienste mit demsystemctl-Befehl.#systemctl enable xinetd.service tftp.service#systemctl start xinetd.service tftp.service
21.1.3. Konfigurieren eines PXE-Servers für IBM Power Systems-Clients
Prozedur 21.3. Konfiguration von PXE-Boot für IBM Power Systems
- Installieren Sie das tftp-Paket. Führen Sie dazu den folgenden Befehl als
rootaus:#yum install tftp-server - Ändern Sie in der Konfigurationsdatei
/etc/xinetd.d/tftpdendisabled-Parameter vonyesaufno. - Konfigurieren Sie Ihren
DHCP-Server zur Verwendung der im yaboot-Dienstprogramm enthaltenen Bootimages. Falls Sie noch keinen DHCP-Server installiert haben, finden Sie Anweisungen dazu im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.Eine Konfiguration in/etc/dhcp/dhcpd.confkönnte etwa wie folgt aussehen:host bonn { filename "yaboot"; next-server 10.32.5.1; hardware ethernet 00:0e:91:51:6a:26; fixed-address 10.32.5.144; } - Sie benötigen nun die
yaboot-Binärdatei aus dem yaboot-Paket in der ISO-Imagedatei. Um darauf zuzugreifen, führen Sie die folgenden Befehle alsrootaus:#mkdir /publicly_available_directory/yaboot-unpack#mount -t iso9660 /path_to_image/name_of_image.iso /mount_point -o loop,ro#cp -pr /mount_point/Packages/yaboot-version.ppc.rpm /publicly_available_directory/yaboot-unpackEntpacken Sie das Paket:#cd /publicly_available_directory/yaboot-unpack#rpm2cpio yaboot-version.ppc.rpm | cpio -dimv - Erstellen Sie ein
yaboot-Verzeichnis innerhalb destftpboot/-Verzeichnisses und kopieren Sie dieyaboot-Binärdatei dort hinein:#mkdir /var/lib/tftpboot/yaboot#cp publicly_available_directory/yaboot-unpack/usr/lib/yaboot/yaboot /var/lib/tftpboot/yaboot - Fügen Sie eine Konfigurationsdatei namens
yaboot.confzu diesem Verzeichnis hinzu. Eine Beispielkonfigurationsdatei könnte wie folgt aussehen:init-message = " Welcome to the Red Hat Enterprise Linux 7 installer! " timeout=60 default=rhel7 image=/rhel7/vmlinuz-RHEL7 label=linux alias=rhel7 initrd=/rhel7/initrd-RHEL7.img append="ip=dhcp inst.repo=http://10.32.5.1/mnt/archive/RHEL-7/7.0/ppc64/os/" read-only
Anmerkung
Sie können zwei verschiedene Optionen verwenden, um das Installationsprogramm zu laden:- Die Option
inst.repo=von Anaconda, wie im obigen Beispiel veranschaulicht. Diese Option ermöglicht es Ihnen, das Installationsprogramm zu laden und gleichzeitig die Installationsquelle anzugeben. Weitere Informationen über Bootoptionen für Anaconda finden Sie in Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü«. - Die dracut-Option
root=. Falls Sie diese Option verwenden, müssen Sie den Speicherort derinitrd.img-Datei angeben, die vom Red Hat Enterprise Linux 7-Bootmedium entpackt wurde. Diese Option ermöglicht es Ihnen, das Installationsprogramm zu laden, allerdings müssen Sie die Installationsquelle auf andere Weise angeben (z. B. mittels einer Kickstart-Datei oder manuell im grafischen Installationsprogramm). Weitere Informationen über dracut-Befehlszeilenoptionen finden Sie auf der man-Seite fürdracut.cmdline(7).
Eine dieser beiden Optionen muss stets angegeben werden. - Kopieren Sie die Bootimages aus dem entpackten ISO in Ihr
tftp/-Hauptverzeichnis:#cp /mount_point/images/ppc/ppc64/vmlinuz /var/lib/tftpboot/yaboot/rhel7/vmlinuz-RHEL7#cp /mount_point/images/ppc/ppc64/initrd.img /var/lib/tftpboot/yaboot/rhel7/initrd-RHEL7.img - Löschen Sie zu guter Letzt das Verzeichnis
yaboot-unpackund hängen Sie das ISO aus:#rm -rf /publicly_available_directory/yaboot-unpack#umount /mount_point - Aktivieren und starten Sie die
tftp- undxinetd-Dienste mit demsystemctl-Befehl.#systemctl enable xinetd.service tftp.service#systemctl start xinetd.service tftp.service

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