15.11. Speichergeräte

Sie können Red Hat Enterprise Linux auf einer Vielzahl verschiedener Speichergeräte installieren. Auf der Seite Installationsziel sehen Sie einfache, lokal verfügbare Speichergeräte, wie in Abschnitt 15.10, »Installationsziel« beschrieben. Um ein Spezialspeichergerät hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche Festplatte hinzufügen im Bereich Spezial- & Netzwerkgeräte des Bildschirms.
Einfache Speichergeräte, die direkt an das lokale System angeschlossen sind, wie z. B. herkömmliche Festplatten und Solid State Drives, werden unter Lokale Standard-Speichermedien angezeigt. Auf System z gehören dazu auch aktivierte Direct Access Storage Devices (DASDs).
Übersicht über Speicherplatz

Abbildung 15.28. Übersicht über Speicherplatz

15.11.1. Bildschirm zur Auswahl der Speichergeräte

Der Bildschirm zur Auswahl von Speichergeräten zeigt alle Speichergeräte an, auf die das Anaconda-Installationsprogramm Zugriff hat.
Die Geräte werden unter den folgenden Reitern gruppiert:
Multipath-Geräte
Speichergeräte, auf die über mehrere Pfade zugegriffen werden kann, wie beispielsweise über mehrere SCSI-Controller oder Fiber-Channel-Ports auf demselben System.

Wichtig

Das Installationsprogramm erkennt nur Multipath-Speichergeräte mit 16- oder 32-stelligen Seriennummern.
Sonstige SAN-Geräte
Beliebige andere Geräte, die über ein Storage Area Network (SAN) verfügbar sind, wie FCP-LUNs, die über einen einzigen Pfad verbunden sind.
Firmware-RAID
Speichergeräte, die an einen Firmware-RAID-Controller angeschlossen sind. Dieser Reiter trifft nicht auf System z zu.
System z Geräte
Dieser Reiter enthält Speichergeräte, oder Logical Units (LUNs), die über den zSeries Linux FCP-Treiber (Fiber Channel Protocol) angeschlossen sind.
Überblick über spezielle Speichergeräte

Abbildung 15.29. Überblick über spezielle Speichergeräte

Um ein zFCP-Speichergerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche ZFCP LUN hinzufügen. Um ein iSCSI-Gerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen. Um ein FCoE-Gerät (Fibre Channel over Ethernet) zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche FCoE SAN hinzufügen. Alle diese Schaltflächen befinden sich unten rechts auf dem Bildschirm.
Die Übersichtsseite enthält auch den Reiter Suchen, der es Ihnen ermöglicht, Speichergeräte entweder nach deren World Wide Identifier (WWID) zu filtern, oder nach Port, Ziel oder Logical Unit Number (LUN), unter denen auf sie zugegriffen wird.
Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Abbildung 15.30. Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Der Suchen-Reiter enthält die Auswahlliste Suchen nach, um nach Port, Ziel, LUN oder WWID zu suchen. Wenn Sie nach WWID oder LUN suchen, müssen Sie die gewünschten Werte in den entsprechenden Texteingabefeldern eingeben. Klicken Sie auf die Schaltfläche Suchen, um die Suche zu starten.
Jedes Gerät wird in einer separaten Reihe mit einem Auswahlkästchen links angezeigt. Markieren Sie das Auswahlkästchen, um ein Gerät während des Installationsvorgangs verfügbar zu machen. Im weiteren Verlauf des Installationsvorgangs können Sie auswählen, Red Hat Enterprise Linux auf einem beliebigen hier ausgewählten Gerät zu installieren. Sie können weiterhin wählen, dass jedes andere der hier ausgewählten Geräte automatisch als Teil des installierten Systems eingehängt wird.
Beachten Sie bitte, dass die Daten auf den von Ihnen ausgewählten Geräten nicht automatisch während des Installationsvorgangs gelöscht werden. Die Auswahl eines Geräts auf diesem Bildschirm allein gefährdet nicht die Daten, die auf dem Gerät gespeichert sind. Beachten Sie bitte weiterhin, dass jedes Gerät, das Sie an dieser Stelle nicht als Teil des installierten Systems auswählen, nach Abschluss der Installation zum System hinzugefügt werden kann, indem die Datei /etc/fstab entsprechend angepasst wird.
Wenn Sie die Speichergeräte ausgewählt haben, die während der Installation zur Verfügung stehen sollen, klicken Sie auf Fertig, um zum Installationsziel-Bildschirm zurückzukehren.

15.11.1.1. DASD Low-Level-Formatierung

Alle zur Installation verwendeten DASDs müssen low-level-formatiert sein. Wenn Sie auf dem Bildschirm Installationsziel DASDs auswählen und auf Fertig klicken, sucht das Installationsprogramm nach unformatierten Festplatten und folgender Dialog erscheint:
Dialog zur Formatierung von DASD-Geräten

Abbildung 15.31. Dialog zur Formatierung von DASD-Geräten

In dem Dialog können Sie auf Abbrechen klicken, um zum Bildschirm Installationsziel zurückzukehren und die Auswahl der Festplatten zu bearbeiten. Falls die Auswahl korrekt ist, klicken Sie auf Formatieren mit dasdfmt, um das Dienstprogramm dasdfmt auf allen unformatierten DASDs zu starten.
Nach abgeschlossener Formatierung bringt ein Klick auf die Schaltfläche OK Sie zurück zum Bildschirm Installationsziel, wo die Liste der DASDs nun aktualisiert wurde. Sie müssen die für die Installation gewünschten Festplatten erneut auswählen, um mit der Installation fortzufahren.
Um die Low-Level-Formatierung von nicht formatierten, angeschlossenen DASDs automatisch zu gestatten, geben Sie den Kickstart-Befehl zerombr an. Werfen Sie einen Blick auf zerombr (optional) für weitere Details.

15.11.1.2. Erweiterte Speicheroptionen

Wenn Sie ein erweitertes Speichergerät benötigen, können Sie ein iSCSI-Ziel (SCSI über TCP/IP) oder eine zFCP (zSeries Fibre Channel Protocol) LUN (Logical Unit) konfigurieren, indem Sie auf die jeweilige Schaltfläche unten rechts auf dem Installationsziel-Bildschirm klicken. Siehe Anhang B, ISCSI-Festplatten für eine Einführung in iSCSI.
Erweiterte Speicheroptionen

Abbildung 15.32. Erweiterte Speicheroptionen

15.11.1.2.1. Konfigurieren von iSCSI-Parametern
Wenn Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen... klicken, erscheint das Dialogfenster iSCSI Storage Target hinzufügen.
Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Abbildung 15.33. Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Um iSCSI-Speichergeräte für die Installation zu verwenden, muss Anaconda diese als iSCSI-Ziele erkennen können (auch Discovery oder Entdeckung genannt) und in der Lage sein, eine iSCSI-Sitzung zu erstellen, um auf sie zuzugreifen. Bei jedem dieser Schritte kann ein Benutzername und ein Passwort für die CHAP-Authentifizierung (Challenge Handshake Authentication Protocol) erforderlich sein. Außerdem können Sie zusätzlich ein iSCSI-Ziel konfigurieren zur Authentifizierung des iSCSI-Initiators am System, zu dem das Ziel gehört (Reverse-CHAP), sowohl für die Erkennung als auch für die Sitzung. Gemeinsam verwendet werden CHAP und Reverse-CHAP als wechselseitiges CHAP (mutual CHAP) oder 2-Wege-CHAP bezeichnet. Wechselseitiges CHAP liefert die höchste Sicherheitsebene für iSCSI-Verbindungen, insbesondere, wenn der Benutzername und das Passwort sich für die CHAP-Authentifizierung und die Reverse-CHAP-Authentifizierung unterscheiden.

Anmerkung

Wiederholen Sie die Schritte zur Suche und Verbindung mit iSCSI-Zielen so oft wie nötig, um allen erfoderlichen iSCSI-Speicher hinzuzufügen. Sie können den Namen des iSCSI-Initiators jedoch nicht mehr ändern, nachdem Sie die Suche erstmals gestartet haben. Um den Namen des iSCSI-Initiators zu ändern, müssen Sie die Installation neu starten.

Prozedur 15.1. Suche von iSCSI-Zielen und Starten einer iSCSI-Sitzung

Verwenden Sie den Dialog iSCSI Storage Target hinzufügen, um Anaconda die Informationen zu liefern, die es zum Auffinden des iSCSI-Ziels benötigt.
  1. Geben Sie die IP-Adresse des iSCSI-Ziels im Feld Ziel IP-Adresse ein.
  2. Geben Sie im Feld iSCSI-Kennung einen Namen für den iSCSI-Initiator im IQN-Format (iSCSI qualifizierter Name) ein. Ein gültiger IQN-Eintrag umfasst:
    • die Zeichenkette iqn. (beachten Sie den Punkt)
    • einen Datumscode, der das Jahr und den Monat festlegt, in dem die Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation registriert wurde. Seine Darstellung erfolgt als vier Ziffern für das Jahr, einen Bindestrich und zwei Ziffern für den Monat gefolgt von einem Punkt. September 2010 wird zum Beispiel als 2010-09. dargestellt.
    • den Namen der Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation in umgekehrter Reihenfolge mit der Domäne der obersten Stufe zuerst. Die Subdomäne storage.example.com etwa wird als com.example.storage dargestellt.
    • einen Doppelpunkt, gefolgt von einer Zeichenkette, die den betreffenden iSCSI-Initiator innerhalb Ihrer Domäne oder Subdomäne eindeutig identifiziert. Zum Beispiel :diskarrays-sn-a8675309
    Ein vollständiger IQN sieht daher etwa wie folgt aus: iqn.2010-09.storage.example.com:diskarrays-sn-a8675309. Anaconda füllt das Feld iSCSI-Kennung bereits mit einem Namen in diesem Format aus, um Ihnen mit der Struktur zu helfen.
    Weitere Informationen zu IQNs finden Sie in Kapitel 3.2.6. iSCSI Namen in RFC 3720 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI), verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3720#section-3.2.6, sowie in Kapitel 1. iSCSI Names and Addresses in RFC 3721 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI) Naming and Discovery, verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3721#section-1.
  3. Verwenden Sie das Auswahlmenü Art der Authentifizierung festlegen, um die Art der Authentifizierung für die iSCSI-Verbindung festzulegen. Die folgenden Optionen stehen zur Auswahl:
    • Keine Anmeldeinformationen
    • CHAP-Paar
    • CHAP-Paar und Reverse-Paar
    • Falls Sie CHAP-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort.
    • Falls Sie CHAP-Paar und Reverse-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort ein und den Benutzernamen und das Passwort für den iSCSI-Initiator in den Feldern Reverse CHAP Benutzername und Reverse CHAP Passwort.
  4. Markieren Sie optional das Auswahlkästchen Targets mit Netzwerkschnittstellen verbinden.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche Verbindung aufbauen. Anaconda versucht, mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen ein iSCSI-Ziel zu finden. Ist die Suche erfolgreich, so zeigt Ihnen ein Dialog eine Liste aller auf dem Ziel erkannten iSCSI-Knoten.
  6. Neben jedem Knoten befindet sich ein Auswahlkästchen. Klicken Sie auf die Auswahlkästchen der Knoten, die für die Installation verwendet werden sollen.
    Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

    Abbildung 15.34. Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

  7. Das Menü Authentifizierungsart der Node-Anmeldung bietet dieselben Optionen wie das Menü Art der Authentifizierung festlegen in Schritt 3. Falls Sie jedoch Berechtigungsnachweise zur zur Erkennung benötigten, werden üblicherweise dieselben Berechtigungsnachweise zur Anmeldung beim gefundenen Knoten verwendet. Verwenden Sie dazu die zusätzliche Option Anmeldedaten aus der Erkennung verwenden im Menü. Wenn die richtigen Berechtigungsnachweise angegeben wurden, wird die Schaltfläche Anmelden verfügbar.
  8. Klicken Sie Anmelden, um die iSCSI-Sitzung zu initiieren.
15.11.1.2.2. FCP-Geräte
Wenn Sie die Schaltfläche ZFCP LUN hinzufügen... geklickt haben, erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie ein FCP-Speichergerät (Fibre Channel Protocol) hinzufügen können.
FCP-Geräte ermöglichen es IBM System z-Systemen, SCSI-Geräte anstelle von bzw. ergänzend zu DASD-Geräten (Direct Access Storage Device) zu nutzen. FCP-Geräte bieten eine Switched-Fabric-Topologie, mit denen System z-Systeme SCSI-LUNs als Speichergeräte zusätzlich zu traditionellen DASD-Geräten verwenden können.
IBM System z setzt voraus, dass jegliche FCP-Geräte manuell angegeben werden, damit das Installationsprogramm FCP-LUNs aktivieren kann. Sie können dies entweder interaktiv in Anaconda vornehmen oder als eindeutiger Parametereintrag in der Parameter- oder CMS-Konfigurationsdatei. Die hier eingegebenen Werte sind spezifisch für die Umgebung, in der sie eingerichtet werden.

Anmerkungen

  • Eine interaktive Erstellung eines FCP-Geräts ist nur im Installationsprogramm im grafischen Modus möglich. Ein FCP-Gerät kann während der Installation im Textmodus nicht interaktiv konfiguriert werden.
  • Verwenden Sie in Hexadezimalwerten ausschließlich Kleinbuchstaben. Falls Sie einen fehlerhaften Wert eingeben und auf die Schaltfläche Verbindung aufbauen klicken, zeigt das Installationsprogramm eine Warnung. Sie können die Konfigurationsinformationen daraufhin bearbeiten und den Verbindungsaufbau erneut versuchen.
  • Werfen Sie einen Blick auf die mitgelieferte Hardwaredokumentation für weitere Informationen zu diesen Werten. Fragen Sie beim Systemadministrator nach, der das Netzwerk für dieses System eingerichtet hat.
Um ein FCP-SCSI-Gerät zu konfigurieren, geben Sie die 16-Bit-Gerätenummer, die 64-Bit-World-Wide-Portnummer (WWPN) und den 64-Bit-FCP-LUN-Identifier ein. Klicken Sie auf die Schaltfläche Verbindung aufbauen, um mit diesen Daten mit dem FCP-Gerät zu verbinden.
FCP-Gerät hinzufügen

Abbildung 15.35. FCP-Gerät hinzufügen

Die neu hinzugefügten Geräte werden auf dem Reiter System z Geräte auf dem Installationsziel-Bildschirm angezeigt.

Wichtig

Entfernen Sie für eine reine SCSI-Installation die Option DASD= aus der Parameter- oder CMS-Konfigurationsdatei, um anzugeben, dass kein DASD vorhanden ist.