Red Hat Training

A Red Hat training course is available for Red Hat Enterprise Linux

Installationshandbuch

Red Hat Enterprise Linux 7

Installation von Red Hat Enterprise Linux 7 für alle Architekturen

Red Hat Engineering Content Services

Red Hat Engineering Content Services

Petr Bokoč

Red Hat Engineering Content Services

Tomáš Čapek

Red Hat Engineering Content Services

Barbora Ančincová

Red Hat Engineering Content Services

Yoana Ruseva

Red Hat Engineering Content Services

Brian Exelbierd

Red Hat Engineering Content Services

Zusammenfassung

Dieses Handbuch erläutert den Start des Red Hat Enterprise Linux 7-Installationsprogramms (Anaconda) sowie die Installation von Red Hat Enterprise Linux 7 auf AMD64- und Intel 64-Systemen, 64-Bit IBM Power Systems-Servern und IBM System z. Es behandelt außerdem fortgeschrittene Installationsmethoden wie Kickstart-Installationen, PXE-Installationen und Installationen über VNC. Abschließend werden Post-Installationsaufgaben beschrieben und Erklärungen geliefert, wie Probleme bei der Installation analysiert und behoben werden können.

Kapitel 1. Herunterladen von Red Hat Enterprise Linux

Wenn Sie eine Red Hat-Subskription besitzen, können Sie sich die ISO-Imagedateien der Red Hat Enterprise Linux 7-Installations-DVD vom Red Hat-Kundenportal herunterladen. Falls Sie keine Subskription besitzen, können Sie entweder eine erwerben oder eine kostenlose Subskription für eine Testversion vom Software & Download Center unter https://access.redhat.com/site/downloads/ beziehen.
Für die AMD64/Intel 64 (x86_64) und IBM Power Systems (ppc64) Architekturen stehen zwei grundlegende Arten von Installationsmedien zur Verfügung:
Binär-DVD
Ein vollständiges Installationsimage, mit dem das Installationsprogramm gestartet und die gesamte Installation durchgeführt werden kann, ohne zusätzliche Paket-Repositorys zu erfordern.
boot.iso
Ein minimales Bootimage, mit dem das Installationsprogramm gestartet werden kann. Es erfordert jedoch Zugriff auf zusätzliche Paket-Repositorys, von denen die Software installiert wird.

Anmerkung

Binär-DVDs stehen ebenfalls für IBM System z zur Verfügung. Sie können zum Starten des Installationsprogramms mithilfe eines SCSI-DVD-Laufwerks oder als Installationsquelle verwendet werden.
Die folgende Tabelle zeigt die Arten von Boot- und Installationsmedien, die für verschiedene Architekturen zur Verfügung stehen, und weist auf die Imagedatei hin, die Sie zur Erstellung der Medien benötigen.

Tabelle 1.1. Boot- und Installationsmedien

Systemarchitektur Minimales Bootimage Vollständiges Installationsimage
Ersetzen Sie variant durch die gewünschte Variante von Red Hat Enterprise Linux (z. B. server oder workstation).
AMD64 und Intel 64 rhel-variant-7.0-x86_64-boot.iso rhel-variant-7.0-x86_64-dvd.iso
IBM Power Systems rhel-variant-7.0-ppc64-boot.iso rhel-variant-7.0-ppc64-dvd.iso
IBM System z Nicht verfügbar rhel-variant-7.0-s390x-dvd.iso
Wenn Sie eine Subskription oder eine Testversion besitzen, gehen Sie folgendermaßen vor, um die Red Hat Enterprise Linux 7.0-ISO-Images herunterzuladen:

Prozedur 1.1. Herunterladen von Red Hat Enterprise Linux-ISO-Images

  1. Besuchen Sie das Kundenportal unter https://access.redhat.com/home und klicken Sie auf Anmelden oben rechts. Geben Sie Ihre Zugangsdaten an.
  2. Navigieren Sie zur Download-Seite: https://rhn.redhat.com/rhn/software/downloads/SupportedISOs.do. Dort sehen Sie eine Liste aller Red Hat Enterprise Linux-Releases, die zum Download zur Verfügung stehen.
  3. Wählen Sie eine Release von Red Hat Enterprise Linux und klicken Sie auf den Link zu dieser Release. Vergewissern Sie sich, dass Sie die richtige Variante für Ihr Installationsziel auswählen: Client, Workstation, Server oder Compute Node. Versionen für IBM Power Systems und IBM System z stehen für die Server Release ebenfalls zur Verfügung. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Variante am besten für Sie geeignet ist, werfen Sie einen Blick auf http://www.redhat.com/products/enterprise-linux/server/compare.html. Zudem steht eine Liste aller Pakete für jede Variante im Red Hat Enterprise Linux 7 Paketmanifest zur Verfügung.
    Jeder Eintrag in der Liste verfügbarer Releases kann ausgeklappt werden, indem Sie auf die Schaltfläche + links daneben klicken. Dies öffnet eine weitere Liste mit zusätzlichen Varianten zum Download.
  4. Eine Liste der verfügbaren Downloads wird angezeigt. In den meisten Fällen stehen zwei Downloads zur Verfügung: ein minimales Bootimage und ein vollständiges Installations-ISO. Diese Images werden oben beschrieben. Gegebenenfalls stehen weitere Images zur Verfügung wie z. B. vorkonfigurierte Images für virtuelle Maschinen; diese werden im Rahmen dieses Handbuchs jedoch nicht näher erläutert.
    Wählen Sie die gewünschte Imagedatei und klicken Sie auf deren Namen, um den Download auf Ihren Rechner zu starten.
  5. Optional können Sie ein Prüfsummendienstprogramm wie z. B. md5sum oder sha256sum verwenden, um die Integrität der Imagedatei nach abgeschlossenem Download zu prüfen. Zu diesem Zweck wird für alle Downloads auf der Download-Seite eine Prüfsumme angegeben. Details über das Generieren von Prüfsummen finden Sie auf den man-Seiten für md5sum(1) und sha256sum(1).
    Sie können das Installationsmedium auch mithilfe des Installationsprogramms prüfen, bevor Sie die Installation beginnen. Siehe Abschnitt 20.2.2, »Prüfen der Bootmedien« für Details.
Nachdem Sie die ISO-Imagedatei vom Red Hat-Kundenportal heruntergeladen haben, haben Sie folgende Möglichkeiten:

Kapitel 2. Erstellen von Medien

Dieses Kapitel beschreibt, wie Sie die ISO-Imagedateien, die Sie mit dem in Kapitel 1, Herunterladen von Red Hat Enterprise Linux beschriebenen Verfahren heruntergeladen haben, dazu verwenden, um einen bootfähigen physischen Datenträger wie eine DVD oder einen USB-Stick zu erstellen. Mithilfe dieses Datenträgers können Sie dann das Installationsprogramm starten und die Installation beginnen. Diese Schritte sind nur dann relevant, wenn Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem AMD64- oder Intel 64-System oder auf einem IBM Power Systems-Server mithilfe physischer Bootmedien installieren möchten. Informationen über die Installation von Red Hat Enterprise Linux auf einem IBM System z-Server finden Sie in Kapitel 14, Starten der Installation auf IBM System z. Anweisungen zur Einrichtung eines Preboot Execution Environment (PXE)-Servers, um eine PXE-basierte Installation über das Netzwerk auszuführen, finden Sie in Kapitel 21, Vorbereiten einer Netzwerkinstallation.

2.1. Erstellen einer Installations-CD oder -DVD

Die Installations-CD oder DVD können Sie mithilfe der Brennsoftware auf Ihrem Rechner und einem CD/DVD-Brenner erstellen. Die genaue Abfolge der Schritte zur Erstellung eines optischen Datenträgers aus einer ISO-Imagedatei variiert sehr von Rechner zu Rechner und ist vom Betriebssystem und der installierten Brennsoftware abhängig. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihrer Brennsoftware für eine genaue Anleitung zum Brennen einer CD oder DVD aus einer ISO-Imagedatei.

Anmerkung

Es ist möglich, optische Datenträger (CDs und DVDs) sowohl zur Erstellung von minimalen Bootmedien als auch von vollständigen Installationsmedien zu verwenden. Beachten Sie jedoch, dass aufgrund der Größe des vollständigen Installations-ISO-Images (zwischen 4 und 4,5 GB) nur eine DVD zur Erstellung eines vollständigen Installationsmediums verwendet werden kann. Das minimale Boot-ISO ist etwa 300 MB groß, kann also entweder auf CD oder DVD gebrannt werden.
Vergewissern Sie sich, dass Ihre Brennsoftware Datenträger aus Imagedateien erstellen kann. Die meiste Brennsoftware ist dazu in der Lage, allerdings gibt es Ausnahmen. Beachten Sie insbesondere, dass die von Windows XP und Windows Vista bereitgestellte Brennfunktion keine DVDs brennen kann und ältere Windows-Betriebssysteme standardmäßig überhaupt keine Fähigkeiten zum Brennen von Datenträgern installiert haben. Falls daher auf Ihrem Rechner ein Windows-Betriebssystem älter als Windows 7 installiert ist, benötigen Sie spezielle Software für diese Aufgabe. Gängige Brennsoftware für Windows, die Sie ggf. schon auf Ihrem Rechner installiert haben, ist zum Beispiel Nero Burning ROM und Roxio Creator. Gängige Brennsoftware für Linux wie Brasero und K3b ist ebenfalls dazu in der Lage, Datenträger aus ISO-Imagedateien zu brennen.
Auf einigen Rechnern ist die Option zum Brennen eines Datenträgers von einer ISO-Datei in ein Kontextmenü im Dateibrowser integriert. Wenn Sie beispielsweise auf einem Rechner mit einem Linux- oder UNIX-ähnlichen Betriebssystem, auf dem der GNOME-Desktop läuft, auf eine ISO-Datei rechtsklicken, dann bietet Ihnen der Nautilus-Dateibrowser die Option Auf Datenträger schreiben an.

2.2. Erstellen eines USB-Installationsmediums

Sie können einen USB-Datenträger anstelle einer CD oder DVD verwenden, um ein bootfähiges Medium zur Installation von Red Hat Enterprise Linux auf AMD64- und Intel 64-Systemen und IBM Power Systems-Servern zu erstellen. Das genaue Verfahren hängt davon ab, ob Sie es auf einem Linux- oder Windows-System durchführen. Sie können minimale Bootmedien und vollständige Installationsmedien mit demselben Verfahren erstellen. Die einzige Einschränkung ist die Kapazität des USB-Datenträgers - er muss über ausreichend Speicherplatz für das gesamte Image verfügen, also etwa 350 MB für ein minimales Bootmedium und 4,5 GB für ein vollständiges Installationsmedium.

2.2.1. Erstellen eines USB-Installationsmediums mit Linux

Das folgende Verfahren geht davon aus, dass Sie ein Linux-System verwenden und Sie ein geeignetes ISO-Image heruntergeladen haben wie in Kapitel 1, Herunterladen von Red Hat Enterprise Linux beschrieben. Auf den meisten Linux-Distributionen funktioniert dieses Verfahren, ohne dass zusätzliche Pakete installiert werden müssen.

Warnung

Dieses Verfahren ist destruktiv. Jegliche Daten auf dem USB-Stick werden ohne Warnung gelöscht. Vergewissern Sie sich daher, dass Sie den richtigen USB-Datenträger angeben, und stellen Sie sicher, dass der USB-Stick keinerlei wichtige Daten enthält.
Viele Linux-Distributionen enthalten ihre eigenen Werkzeuge zur Erstellung von Live-USB-Medien: liveusb-creator in Fedora, usb-creator in Ubuntu, etc. Eine Beschreibung dieser Werkzeuge geht über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus, doch das folgende Verfahren funktioniert auf den meisten Linux-Systemen.

Prozedur 2.1. Erstellen von USB-Medien mit Linux

  1. Stecken Sie einen USB-Stick in das System ein und führen Sie den Befehl dmesg aus. Daraufhin wird ein Protokoll angezeigt, das alle aktuellen Ereignisse aufführt. Am Ende dieses Protokolls sehen Sie eine Reihe von Meldungen, die vom eben angeschlossenen USB-Stick herrühren. Diese Zeilen sehen etwa wie folgt aus:
    [ 170.171135] sd 5:0:0:0: [sdb] Attached SCSI removable disk
    Merken Sie sich den Namen des angeschlossenen Geräts, in diesem Beispiel sdb.
  2. Melden Sie sich als root an:
    $ su -
    Geben Sie Ihr Root-Passwort an.
  3. Vergewissern Sie sich, dass das Gerät nicht eingehängt ist. Verwenden Sie zunächst den Befehl findmnt device mit dem Gerätenamen, den Sie in den vorherigen Schritten herausgefunden haben. Wenn Ihr Gerätename beispielsweise sdb ist, verwenden Sie den folgenden Befehl:
    # findmnt /dev/sdb
    Falls der Befehl keine Ausgabe zeigt, können Sie mit dem nächsten Schritt fortfahren. Falls der Befehl jedoch eine Ausgabe zeigt, so bedeutet dies, dass das Gerät automatisch eingehängt wurde und Sie es aushängen müssen, bevor Sie fortfahren können. Die Ausgabe kann etwa wie folgt aussehen:
    # findmnt /dev/sdb
    TARGET   SOURCE   FSTYPE  OPTIONS
    /mnt/iso /dev/sdb iso9660 ro,relatime
    
    Beachten Sie die TARGET-Spalte. Verwenden Sie als Nächstes den Befehl umount target, um das Gerät auszuhängen:
    # umount /mnt/iso
  4. Verwenden Sie den dd-Befehl, um das Installations-ISO-Image direkt auf das USB-Gerät zu schreiben:
    # dd if=/path/to/image.iso of=/dev/device bs=blocksize
    Ersetzen Sie /path/to/image.iso durch den vollständigen Pfad zum heruntergeladenen ISO-Image, device durch den Gerätenamen wie vom dmesg-Befehl in einem früheren Schritt ausgegeben, und blocksize durch eine angemessene Blockgröße (z. B. 512k), um den Schreibvorgang zu beschleunigen. Der bs-Parameter ist optional, kann den Vorgang jedoch deutlich beschleunigen.

    Wichtig

    Stellen Sie sicher, dass Sie die Ausgabe als Gerätename angeben (z. B. /dev/sda), nicht als Name einer Partition auf dem Gerät (z. B. /dev/sda1).
    Falls sich das ISO-Image beispielsweise unter /home/testuser/Downloads/rhel-server-7.0x86_64-boot.iso befindet und der gefundene Gerätename sdb lautet, dann sieht der Befehl wie folgt aus:
    # dd if=/home/testuser/Downloads/rhel-server-7.0x86_64-boot.iso of=/dev/sdb bs=512k
  5. Warten Sie, bis dd das Image auf das Gerät geschrieben hat. Beachten Sie, dass kein Fortschrittsbalken angezeigt wird. Die Datenübertragung ist abgeschlossen, wenn die Eingabeaufforderung # wieder erscheint. Sobald die Eingabeaufforderung erscheint, melden Sie sich vom root-Benutzerkonto ab und trennen Sie den USB-Datenträger vom Rechner.
Der USB-Stick ist nun bereit für den Einsatz als Bootgerät. Sie können nun mit Kapitel 5, Starten der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen fortfahren für AMD64- und Intel 64-Systeme oder mit Kapitel 10, Starten der Installation auf IBM Power Systems für IBM Power Systems-Server.

2.2.2. Erstellen eines USB-Installationsmediums mit Windows

Das Verfahren zum Erstellen von bootfähigen USB-Medien auf Windows hängt vom verwendeten Tool ab. Es gibt viele verschiedene Dienstprogramme, mit denen Sie ein ISO-Image auf einen USB-Datenträger schreiben können. Red Hat empfiehlt die Verwendung des Fedora LiveUSB Creator, den Sie unter https://github.com/MartinBriza/MediaWriter/releases herunterladen können.

Wichtig

Sie können die ISO-Imagedatei nicht einfach mit Windows Explorer oder einem ähnlichen Dateimanager kopieren - von einem so erstellen Datenträger kann nicht gebootet werden.

Prozedur 2.2. Erstellen von USB-Medien mit Windows

  1. Laden Sie den Fedora LiveUSB Creator herunter und installieren Sie ihn.
  2. Laden Sie das Red Hat Enterprise Linux-ISO-Image herunter, von dem Sie das USB-Medium erstellen möchten. (Siehe Kapitel 1, Herunterladen von Red Hat Enterprise Linux für Anleitungen zum Erhalt von ISO-Images.)
  3. Schließen Sie das USB-Laufwerk an, auf dem Sie das Bootmedium erstellen möchten.
  4. Öffnen Sie Fedora LiveUSB Creator.
  5. Klicken Sie im Hauptfenster auf die Schaltfläche Durchsuchen und wählen Sie das Red Hat Enterprise Linux-ISO-Image, das Sie im vorherigen Schritt heruntergeladen haben.
  6. Wählen Sie aus der Auswahlliste Ziel-Gerät das Laufwerk, das Sie verwenden möchten. Falls das gewünschte Laufwerk nicht in der Liste aufgeführt ist, klicken Sie auf das Aktualisieren-Symbol rechts im Menü und versuchen Sie es erneut.
  7. Klicken Sie auf Live-USB erzeugen. Daraufhin beginnt der Vorgang zur Erstellung des Bootmediums. Trennen Sie das Laufwerk nicht vom System, bevor die Meldung Komplett! im Nachrichtenfenster unten angezeigt wird. Der Vorgang dauert in der Regel bis zu 15 Minuten, abhängig von der Schreibgeschwindigkeit des Laufwerks, der Version der USB-Spezifikation und der Größe des verwendeten ISO-Images.
    Fedora LiveUSB Creator

    Abbildung 2.1. Fedora LiveUSB Creator

  8. Wenn der Erstellungsvorgang abgeschlossen ist und die Meldung Komplett! angezeigt wird, hängen Sie das USB-Laufwerk aus, indem Sie auf das Symbol Hardware sicher entfernen im Benachrichtigungsfeld des Systems klicken.
Der USB-Stick ist nun bereit für den Einsatz als Bootgerät. Sie können nun mit Kapitel 5, Starten der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen fortfahren für AMD64- und Intel 64-Systeme oder mit Kapitel 10, Starten der Installation auf IBM Power Systems für IBM Power Systems-Server.

2.3. Vorbereiten der Installationsquelle

Wie in Kapitel 1, Herunterladen von Red Hat Enterprise Linux erläutert, gibt es zwei grundlegende Arten von Medien für Red Hat Enterprise Linux: ein minimales Bootimage (boot.iso) und ein vollständiges Installationsimage (auch Binär-DVD genannt). Wenn Sie die Binär-DVD heruntergeladen haben und eine Boot-DVD-ROM oder einen Boot-USB-Stick daraus erstellt haben, können Sie sofort mit der Installation fortfahren, da dieses Image alles enthält, was Sie zur Installation des Systems benötigen.
Falls Sie ein minimales Bootimage verwenden, müssen Sie zusätzlich eine Quelle für die Installation konfigurieren. Das minimale Bootimage enthält lediglich das Installationsprogramm und Werkzeuge zum Booten des Systems und zum Starten der Installation. Es enthält jedoch keine Softwarepakete, die auf Ihrem System installiert werden müssen.
Das vollständige ISO-Image der Installations-DVD kann als Quelle für die Installation verwendet werden. Falls Ihr System weitere Software erfordert, die nicht von Red Hat bereitgestellt wird, sollten Sie zusätzliche Repositorys konfigurieren und diese Pakete nach Abschluss der Installation installieren. Informationen über die Konfiguration zusätzlicher Yum-Repositorys auf einem installierten System finden Sie im Red Hat Enterprise Linux Handbuch für Systemadministratoren.
Für die Installationsquelle gibt es folgende Möglichkeiten:
  • DVD: Sie können das DVD-ISO-Image auf eine DVD brennen und das Installationsprogramm dazu anweisen, Pakete von dieser DVD zu installieren.
  • Festplatte: Sie können das DVD-ISO-Image auf einer Festplatte speichern und von dort die Pakete installieren.
  • Netzwerk: Sie können das DVD-ISO-Image oder die Installationsstruktur (die extrahierten Inhalte des ISO-Images) auf einen Speicherort im Netzwerk kopieren, auf den das Installationssystem Zugriff hat. Die Installation kann dann über das Netzwerk erfolgen unter Verwendung der folgenden Protokolle:
    • NFS: Das DVD-ISO-Image wird auf einer Network File System (NFS)-Freigabe abgelegt.
    • HTTPS, HTTP oder FTP: Die Installationsstruktur wird auf einem Speicherort im Netzwerk abgelegt, der über HTTP, HTTPS oder FTP erreichbar ist.
Wenn Sie die Installation von einem minimalen Bootmedium starten, müssen Sie immer eine zusätzliche Installationsquelle konfigurieren. Wenn die Installation von der vollständigen Binär-DVD gestartet wird, ist es zwar auch möglich, eine andere Installationsquelle anzugeben, es ist jedoch unnötig - das DVD-ISO-Image enthält alle Pakete, die zur Installation des Systems nötig sind, und das Installationsprogramm konfiguriert automatisch die Binär-DVD als Quelle.
Sie können die Installationsquelle auf mehrere Arten angeben:

2.3.1. Installationsquelle auf einer DVD

Sie können das DVD-ISO-Image auf eine DVD brennen und das Installationsprogramm dazu anweisen, Pakete von dieser DVD zu installieren, während die Installation von einem anderen Laufwerk gestartet wird (z. B. von einem minimalen Boot-ISO auf einem USB-Stick). Dieses Verfahren ist identisch mit dem Verfahren zur Erstellung von bootfähigen optischen Datenträgern. Siehe Abschnitt 2.1, »Erstellen einer Installations-CD oder -DVD« für weitere Informationen.
Wenn Sie eine DVD als Installationsquelle verwenden, vergewissern Sie sich, dass die DVD eingelegt ist, wenn die Installation beginnt. Das Anaconda-Installationsprogramm kann keine Datenträger erkennen, die erst nach Beginn der Installation eingelegt werden.

2.3.2. Installationsquelle auf einer Festplatte

Festplatteninstallationen verwenden ein ISO-Image der binären Installations-DVD. Um eine Festplatte als Installationsquelle zu verwenden, übertragen Sie das DVD-ISO-Image auf die Festplatte und schließen Sie diese an das zu installierende System an. Starten Sie anschließend das Anaconda-Installationsprogramm.
Sie können jede Art von Festplattenspeicher verwenden, auf die das Installationsprogramm zugreifen kann, einschließlich USB-Sticks. Das ISO-Image kann sich in einem beliebigen Verzeichnis auf der Festplatte befinden und kann einen beliebigen Namen tragen. Falls sich das ISO-Image jedoch nicht in dem Hauptverzeichnis der Festplatte befindet, oder falls sich im Hauptverzeichnis mehrere ISO-Images befinden, dann müssen Sie das zu verwendende ISO-Image explizit angeben. Sie können dies entweder mithilfe einer Bootoption, eines Eintrags in einer Kickstart-Datei oder manuell auf dem Bildschirm Installationsquelle während einer grafischen Installation vornehmen.
Es gibt jedoch eine Einschränkung bei der Verwendung einer Festplatte als Installationsquelle: Das DVD-ISO-Image auf der Festplatte muss sich auf einer Partition mit einem Dateisystem befinden, das von Anaconda eingehängt werden kann. Diese Dateisysteme umfassen xfs, ext2, ext3, ext4 und vfat (FAT32). Beachten Sie, dass auf Microsoft Windows-Systemen standardmäßig NTFS zur Formatierung von Dateisystemen verwendet wird; das exFAT-Dateisystem ist ebenfalls verfügbar. Keines der beiden Dateisysteme kann jedoch während der Installation eingehängt werden. Falls Sie auf Microsoft Windows eine Festplatte oder einen USB-Stick erstellen, die als Installationsquelle dienen sollen, dann müssen Sie das Laufwerk stattdessen als FAT32 formatieren.

Wichtig

Das FAT32-Dateisystem unterstützt keine Dateien, die größer als 4 GiB (4,29 GB) sind. Red Hat Enterprise Linux 7-Installationsmedien können jedoch größer sein, weshalb Sie diese nicht auf ein Laufwerk mit diesem Dateisystem kopieren können.
Wenn Sie eine Festplatte oder einen USB-Stick als Installationsquelle verwenden, vergewissern Sie sich, dass diese angeschlossen sind, wenn die Installation beginnt. Das Installationsprogramm kann keine Datenträger erkennen, die erst nach Beginn der Installation angeschlossen werden.

2.3.3. Installationsquelle auf einem Netzwerk

Wenn Sie die Installationsquelle im Netzwerk bereitstellen, hat das den Vorteil, dass Sie mehrere Systeme von einer einzigen Quelle installieren können, ohne dafür jeweils physische Datenträger anschließen zu müssen. Netzwerkbasierte Installationen sind besonders hilfreich, wenn sie zusammen mit einem Preboot Execution Environment (PXE) Server eingesetzt werden, so dass Sie die Installation ebenfalls vom Netzwerk starten können. Bei dieser Herangehensweise benötigen Sie keinerlei physische Datenträger, was eine einfache Bereitstellung von Red Hat Enterprise Linux auf mehreren Systemen gleichzeitig ermöglicht. Informationen über das Einrichten eines PXE-Servers finden Sie in Kapitel 21, Vorbereiten einer Netzwerkinstallation.

2.3.3.1. Installationsquelle auf einem NFS-Server

Die NFS-Installationsmethode verwendet ein ISO-Image der Red Hat Enterprise Linux-Binär-DVD, das in dem exportierten Verzeichnis eines Network File System-Servers abgelegt ist. Das Installationssystem muss auf diesen Server Zugriff haben. Um eine NFS-basierte Installation durchführen zu können, benötigen Sie ein anderes laufendes System, das als NFS-Host fungiert.
Weitere Informationen über NFS-Server finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch zur Speicherverwaltung.

Anmerkung

Die folgenden Schritte dienen nur als grober Leitfaden für dieses Verfahren. Die genauen Schritte zum Einrichten eines NFS-Servers unterscheiden sich je nach Systemarchitektur, Betriebssystem, Paketmanager, Dienstmanager und anderen Faktoren. Auf Red Hat Enterprise Linux 7-Systemen können die angegebenen Schritte jedoch genau befolgt werden. Anleitungen zur Erstellung von Installationsquellen auf früheren Releases von Red Hat Enterprise Linux finden Sie in den entsprechendem Installationshandbüchern für diese Releases.

Prozedur 2.3. Vorbereitung einer NFS-basierten Installation

  1. Installieren Sie das Paket nfs-utils. Führen Sie den folgenden Befehl aus:
    # yum install nfs-utils
  2. Öffnen Sie die Datei /etc/exports mit einem Texteditor wie z. B. Vim oder Gedit. Beachten Sie, dass diese Datei gegebenenfalls noch nicht existiert, da sie bei der Installation des nfs-utils-Pakets nicht automatisch angelegt wird. Erstellen Sie die Datei in diesem Fall neu.
  3. Fügen Sie zur exports-Datei eine Zeile mit der folgenden Syntax hinzu:
    /path/to/exported/directory host(options)
    
    Ersetzen Sie /path/to/exported/directory durch den vollständigen Pfad zu dem Verzeichnis, das Sie exportieren möchten, host durch eine IP-Adresse, von der auf das exportierte Verzeichnis zugegriffen werden darf, und options durch die zu verwendenden Optionen.
    Falls Sie Zugriff auf das exportierte Verzeichnis von allen IP-Adressen zulassen möchten, verwenden Sie das *-Zeichen anstelle von host. Eine Liste der verfügbaren Optionen für options finden Sie auf der man-Seite für nfs(5). In den meisten Fällen ist die Option ro, die das Verzeichnis schreibgeschützt exportiert, ausreichend.
    Nachfolgend sehen Sie eine sehr einfache Konfiguration, die das Verzeichnis /mnt/nfs für alle Clients schreibgeschützt zur Verfügung stellt:
    /mnt/nfs *(ro)
    
  4. Sobald Sie mit der Konfiguration fertig sind, speichern Sie die Datei /etc/exports und beenden Sie den Texteditor.
  5. Übertragen Sie das DVD-ISO-Image auf das per NFS exportierte Verzeichnis, das Sie in der hosts-Datei angegeben haben. Führen Sie dazu folgenden Befehl aus:
    $ mv /path/to/image.iso /nfs/exported/directory/
    Ersetzen Sie /path/to/image.iso durch den Pfad zum DVD-ISO-Image und /nfs/exported/directory/ durch den Pfad zum exportierten Verzeichnis, das Sie in der Konfigurationsdatei /etc/exports angegeben haben.
  6. Starten Sie den nfs-Dienst. Führen Sie den folgenden Befehl als root aus:
    # systemctl start nfs.service
    Falls der Dienst bereits lief, während Sie die Konfigurationsdatei /etc/exports bearbeitet haben, dann starten Sie den Dienst neu, um sicherzugehen, dass die bearbeitete Konfigurationsdatei geladen ist. Führen Sie den folgenden Befehl als root aus, um den Dienst neu zu starten:
    # systemctl restart nfs.service
Nachdem Sie die Schritte oben durchgeführt haben, steht das DVD-ISO-Image nun über NFS zur Verfügung und ist bereit zur Verwendung als Installationsquelle.
Wenn Sie die Installationsquelle vor oder während der Installation konfigurieren, geben Sie das NFS-Protokoll und den Hostnamen des Servers an. Die Angabe der IP-Adresse des Servers funktioniert für NFS-Freigaben nicht. Wenn Sie die Installationsstruktur in ein Unterverzeichnis der Freigabe kopiert haben, müssen Sie das Verzeichnis ebenfalls angeben. Falls Sie die Installationsstruktur beispielsweise nach /mnt/nfs/rhel7-install/ auf dem Server kopiert haben und der Hostname des Servers myserver.example.com lautet, dann müssen Sie nfs:myserver.example.com:/rhel7-install als Installationsquelle angeben.

2.3.3.2. Installationsquelle auf einem HTTPS-, HTTP- oder FTP-Server

Diese Installationsmethode ermöglicht ebenfalls eine netzwerkbasierte Installation. Im Gegensatz zur oben beschriebenen NFS-Methode wird hierbei jedoch eine Installationsstruktur verwendet, also ein Verzeichnis mit extrahierten Inhalten des ISO-Images der Binär-DVD und einer gültigen .treeinfo-Datei. Auf die Installationsquelle wird mittels HTTPS, HTTP oder FTP zugegriffen.
Weitere Informationen über HTTP- und FTP-Server finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren.

Anmerkung

Die folgenden Schritte dienen nur als grober Leitfaden für dieses Verfahren. Die genauen Schritte zum Einrichten eines FTP-Servers unterscheiden sich je nach Systemarchitektur, Betriebssystem, Paketmanager, Dienstmanager und anderen Faktoren. Auf Red Hat Enterprise Linux 7-Systemen können die angegebenen Schritte jedoch genau befolgt werden. Anleitungen zur Erstellung von Installationsquellen auf früheren Releases von Red Hat Enterprise Linux finden Sie in den entsprechendem Installationshandbüchern für diese Releases.

Prozedur 2.4. Vorbereitung einer FTP-basierten Installation

  1. Installieren Sie das vsftpd-Paket:
    # yum install vsftpd
  2. Optional können Sie die Konfigurationsdatei /etc/vsftpd/vsftpd.conf in einem Texteditor wie z. B. Vim oder Gedit öffnen und gewünschte Änderungen an den Optionen vornehmen. Verfügbare Optionen finden Sie im entsprechenden Kapitel im Red Hat Enterprise Linux 7 Referenzhandbuch für Systemadministratoren und auf der man-Seite für vsftpd.conf(5).
    Die folgenden Schritte gehen jedoch davon aus, dass Sie die Standardoptionen verwenden. Insbesondere muss anonymen Benutzern das Lesen von Dateien erlaubt sein, wenn Sie den restlichen Schritten folgen möchten.
  3. Kopieren Sie das vollständige ISO-Image der Red Hat Enterprise Linux-Binär-DVD auf den FTP-Server.
  4. Hängen Sie das ISO-Image mit dem mount-Befehl ein:
    # mount -o loop,ro -t iso9660 /path/to/image.iso /mnt/iso
    Ersetzen Sie dabei /path/to/image.iso durch den Pfad zum ISO-Image.
  5. Extrahieren Sie alle Dateien vom eingehängten Image und verlegen Sie diese in das /var/ftp/-Verzeichnis:
    # cp -r /mnt/iso/ /var/ftp/
  6. Starten Sie den vsftpd-Dienst:
    # systemctl start vsftpd.service
    Falls der Dienst bereits lief, während Sie die Konfigurationsdatei /etc/vsftpd/vsftpd.conf bearbeitet haben, dann starten Sie den Dienst neu, um sicherzugehen, dass die bearbeitete Konfigurationsdatei geladen ist. Führen Sie den folgenden Befehl aus, um den Dienst neu zu starten:
    # systemctl restart vsftpd.service
Nachdem Sie die Schritte oben durchgeführt haben, steht die Installationsstruktur nun zur Verfügung und ist bereit zur Verwendung als Installationsquelle.
Wenn Sie die Installationsquelle vor oder während der Installation konfigurieren, geben Sie das FTP-Protokoll und den Hostnamen oder die IP-Adresse des Servers an. Wenn Sie die Installationsstruktur in ein Unterverzeichnis von /var/ftp/ auf der Freigabe kopiert haben, müssen Sie das Verzeichnis ebenfalls angeben. Falls Sie die Installationsstruktur beispielsweise nach /var/ftp/rhel7-install/ auf dem Server kopiert haben und die IP-Adresse des Servers 192.168.100.100 lautet, dann müssen Sie ftp://192.168.100.100/rhel7-install/ als Installationsquelle angeben.

2.3.3.3. Hinweise zur Firewall für netzwerkbasierte Installationen

Wenn Sie eine Installationsquelle im Netzwerk verwenden, müssen Sie sichergehen, dass die Firewall des Servers eingehende Verbindungen auf den Ports des verwendeten Protokolls erlaubt. Die folgende Tabelle zeigt, welche Ports für die jeweiligen Arten der netzwerkbasierten Installationen offen sein müssen.

Tabelle 2.1. Von Netzwerkprotokollen verwendete Ports

Verwendetes Protokoll Zu öffnende Ports
NFS 2049, 111, 20048
HTTP 80
HTTPS 443
FTP 21
Das Verfahren, um Ports auf Ihrem System zu öffnen, unterscheidet sich je nach Betriebssystem und Firewall-Software. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihrer Firewall für weitere Informationen. Informationen über das Öffnen von bestimmten Firewall-Ports auf Red Hat Enterprise Linux 7-Systemen finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch.

Teil I. AMD64 und Intel 64 — Installation und Bootvorgang

Dieser Teil des Red Hat Enterprise Linux Installationshandbuchs behandelt die Installation von Red Hat Enterprise Linux auf 64-Bit-Intel- und -AMD-Systemen sowie einige grundlegende Informationen zur Suche und Bereinigung von Fehlern. Weitere Installationsoptionen finden Sie in Teil IV, »Erweiterte Installationsoptionen«.

Kapitel 3. Planen der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen

Dieses Kapitel erläutert die Entscheidungen und Vorbereitungen, die vor dem Beginn der Installation notwendig sind.

3.1. Upgrade oder Neuinstallation

Es gibt zwei Verfahren für ein Upgrade Ihres aktuellen Systems auf die nächste Hauptrelease von Red Hat Enterprise Linux. Lesen Sie die folgenden Beschreibungen, um zu entscheiden, welches Verfahren das richtige für Ihr System ist:
Saubere Installation
Für eine saubere Installation müssen Sie alle Daten vom System sichern, die Festplattenpartitionen formatieren, die Installation von Red Hat Enterprise Linux von einem Installationsmedium durchführen und abschließend alle Benutzerdaten wiederherstellen.

Anmerkung

Dies ist die empfohlene Methode für ein Upgrade auf die nächste Hauptrelease von Red Hat Enterprise Linux.
Direktes Upgrade
Bei einem direkten Upgrade wird das System aktualisiert, ohne zuvor die alte Version zu entfernen. Dieses Verfahren erfordert, dass Sie die für Ihr System verfügbaren Migrationswerkzeuge installieren und wie jede andere Software ausführen. In Red Hat Enterprise Linux untersucht der Preupgrade Assistant Ihr vorhandenes System und identifiziert mögliche Probleme, die während des Upgrades oder danach auftreten können. Er führt zudem kleine Fehlerbehebungen und Änderungen am System durch. Das Dienstprogramm Red Hat Upgrade Tool lädt die Pakete herunter und führt das eigentliche Upgrade durch. Ein direktes Upgrade erfordert umfangreiche Planung und Fehlerbehebung und sollte nur dann durchgeführt werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Weitere Informationen über den Preupgrade Assistant finden Sie in Kapitel 25, Upgrade Ihres vorhandenen Systems.

Warnung

Führen Sie niemals ein direktes Upgrade auf einem Produktionssystem durch, ohne es zuvor auf einer geklonten Backup-Kopie des Systems zu testen.

3.2. Kompatible Hardware

Red Hat Enterprise Linux 7 sollte mit der meisten Hardware in Systemen kompatibel sein, die innerhalb der letzten zwei Jahre hergestellt wurden. Die Hardwarekompatibilität ist ein besonders wichtiger Aspekt, wenn Sie ein älteres oder maßangefertigtes System haben. Da sich Hardwarespezifikationen fast täglich ändern, ist es empfehlenswert, alle Systeme auf deren Kompatibilität zu prüfen.
Die aktuelle Liste unterstützter Hardware finden Sie auf der Seite Red Hat Hardware-Kompatibilitätsliste, verfügbar unter https://hardware.redhat.com. Werfen Sie zudem einen Blick auf Red Hat Enterprise Linux technology capabilities and limits für allgemeine Informationen über Systemvoraussetzungen.

3.3. Unterstützte Installationsziele

Ein Installationsziel ist ein Speichergerät, das Red Hat Enterprise Linux enthalten soll und das System hochfahren wird. Red Hat Enterprise Linux unterstützt die folgenden Installationsziele für AMD64- und Intel 64-Systeme:
  • Speichergeräte, die über standardmäßige, interne Schnittstellen wie z. B. SCSI, SATA oder SAS angeschlossen sind
  • BIOS/Firmware-RAID-Geräte
  • Fibre-Channel Host-Bus-Adapter und Multipath-Geräte, von denen einige unter Umständen Treiber vom Hersteller erfordern
  • Xen-Blockgeräte auf Intel-Prozessoren in virtuellen Xen-Maschinen
  • VirtIO-Blockgeräte auf Intel-Prozessoren in virtuellen KVM-Maschinen
Red Hat unterstützt keine Installation auf USB-Sticks oder SD-Speicherkarten. Informationen über die Unterstützung für Virtualisierungstechnologien von Drittanbietern finden Sie in der Red Hat Hardware-Kompatibilitätsliste, verfügbar online unter https://hardware.redhat.com.

3.4. Liste der Systemspezifikationen

Das Installationsprogramm erkennt und installiert die Hardware Ihres Rechners automatisch. Sie müssen dem Installationsprogramm in der Regel keine Details über Ihr System angeben. Nur bei bestimmten Installationsarten kann es notwendig sein, bestimmte Details über Ihre Hardware anzugeben. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, abhängig von Ihrer gewählten Installationsart die folgenden Systemspezifikationen während der Installation bereitzuhalten.
  • Falls Sie ein benutzerdefiniertes Partitionslayout einsetzen möchten, notieren Sie sich:
    • Die Modellnummern, Größen, Typen und Schnittstellen der angeschlossenen Festplatten. Zum Beispiel Seagate ST3320613AS 320 GB auf SATA0, Western Digital WD7500AAKS 750 GB auf SATA1. Dies ermöglicht es Ihnen, bestimmte Festplatten während des Installationsvorgangs zu identifizieren.
  • Falls Sie Red Hat Enterprise Linux als zusätzliches Betriebssystem auf einem vorhandenen System installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Informationen über die auf dem System verwendeten Partitionen. Dazu gehören Dateisystemtypen, Geräteknotennamen, Dateisystemkennungen und Größen. Dies ermöglicht es Ihnen, bestimmte Partitionen während des Partitionierungsvorgangs zu identifizieren. Beachten Sie, dass verschiedene Betriebssysteme Partitionen und Laufwerke unterschiedlich identifizieren. Selbst wenn es sich bei dem anderen Betriebssystem um ein Unix-Betriebssystem handelt, werden die Gerätenamen unter Umständen anders gekennzeichnet als unter Red Hat Enterprise Linux. Sie erhalten diese Informationen in der Regel durch Ausführen eines Befehls wie mount oder blkid oder in der /etc/fstab-Datei.
      Wenn Sie bereits ein anderes Betriebssystem installiert haben, wird das Red Hat Enterprise Linux 7-Installationsprogramm versuchen, diese automatisch zu finden und zum Booten zu konfigurieren. Sie können andere Betriebssysteme auch manuell konfigurieren, wenn diese nicht ordnungsgemäß erkannt werden. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation«.
  • Falls Sie von einem Image auf einer lokalen Festplatte installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Die Festplatte und das Verzeichnis, das das Image enthält.
  • Falls Sie von einem Speicherort auf dem Netzwerk installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Die Hersteller und die Modellnummern der Netzwerkadapter auf Ihrem System. Zum Beispiel Netgear GA311. Dies ermöglicht es Ihnen, die Adapter bei der manuellen Konfiguration des Netzwerks zu identifizieren.
    • IP-, DHCP- und BOOTP-Adressen
    • Netzmaske
    • IP-Adresse des Gateways
    • IP-Adressen eines oder mehrerer Nameserver (DNS)
    Falls einige dieser Netzwerkbegriffe unbekannt sind, fragen Sie bitte Ihren Netzwerkadministrator.
  • Falls Sie von einem Speicherort auf dem Netzwerk installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Den Speicherort des Images auf einem FTP-Server, HTTP-(Web)-Server, HTTPS-(Web)-Server oder NFS-Server.
  • Falls Sie auf einem iSCSI-Ziel installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Den Speicherort des iSCSI-Ziels. Abhängig von Ihrem Netzwerk benötigen Sie ggf. auch einen CHAP-Benutzernamen und Passwort sowie eventuell einen Reverse-CHAP-Benutzernamen und Passwort.
  • Falls Ihr Rechner einer Domain angehört:
    • In diesem Fall sollten Sie überprüfen, ob der Domainname von dem DHCP-Server bereitgestellt wird. Falls nicht, müssen Sie den Domainnamen während der Installation manuell eingeben.

3.5. Benötigter Festplattenplatz

Wie die meisten modernen Betriebssysteme verwendet auch Red Hat Enterprise Linux Festplattenpartitionen. Bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux werden Sie wahrscheinlich mit Festplattenpartitionen arbeiten müssen. Weitere Informationen über Festplattenpartitionen finden Sie in Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen.
Der Platz auf der Festplatte, der von Red Hat Enterprise Linux verwendet wird, muss separat von dem Festplattenspeicher sein, der von anderen Betriebssystemen verwendet wird, die Sie möglicherweise auf Ihrem Rechner installiert haben.

Anmerkung

Für AMD64- und Intel 64-Systeme müssen mindestens zwei Partitionen (/ und swap) für Red Hat Enterprise Linux reserviert sein.
Für die Installation von Red Hat Enterprise Linux benötigen Sie mindestens 7,5 GB Speicherplatz entweder auf nicht partitioniertem Festplattenplatz oder in Partitionen, die gelöscht werden können. Weitere Informationen über die empfohlenen Partitionen und Festplattengrößen finden Sie in Abschnitt 6.10.4.5, »Empfohlenes Partitionsschema«.

3.6. RAID und andere Festplattengeräte

Einige Speichertechnologien erfordern für den Einsatz mit Red Hat Enterprise Linux besondere Überlegungen. Generell ist es wichtig zu verstehen, wie diese Technologien konfiguriert werden, wie sich diese für Red Hat Enterprise Linux darstellen und wie die Unterstützung für diese Technologien sich zwischen den Hauptreleases verändert hat.

3.6.1. Hardware-RAID

RAID (Redundant Array of Independent Disks) ermöglicht es einem Verbund von Laufwerken (auch Array genannt), wie ein einzelnes Gerät zu agieren. Konfigurieren Sie alle RAID-Funktionen, die vom Mainboard Ihres Rechners oder angeschlossenen Controller-Karten zur Verfügung gestellt werden, bevor Sie mit dem Installationsvorgang beginnen. Jedes aktive RAID-Array erscheint in Red Hat Enterprise Linux als ein Laufwerk.

3.6.2. Software-RAID

Auf Systemen mit mehr als einer Festplatte können Sie das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm dazu verwenden, mehrere der Festplatten als ein Linux-Software-RAID-Array zu betreiben. Bei einem Software-RAID-Array werden RAID-Funktionen vom Betriebssystem gesteuert, nicht von dedizierter Hardware. Diese Funktionen werden detailliert in Abschnitt 6.10.4, »Manuelle Partitionierung« erläutert.

3.6.3. USB-Datenträger

Sie können externen USB-Speicher anschließen und konfigurieren, sobald die Installation abgeschlossen ist. Die meisten dieser Geräte werden vom Kernel erkannt und sind dann bereit zum Einsatz.
Einige USB-Datenträger werden unter Umständen nicht vom Installationsprogramm erkannt. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, diese Laufwerke zum Zeitpunkt der Installation zu konfigurieren, dann sollten Sie diese vom System trennen, um mögliche Probleme zu vermeiden.

3.6.4. Hinweise zu Intel BIOS RAID-Sets

Red Hat Enterprise Linux 7 verwendet mdraid zur Installation auf Intel BIOS RAID-Sets. Diese Sets werden während des Bootvorgangs automatisch erkannt und ihre Geräteknotenpfade können sich nach jedem Neustart unterscheiden. Aus diesem Grund funktionieren manuelle Änderungen in /etc/fstab, /etc/crypttab oder anderen Konfigurationsdateien, die auf Geräte anhand deren Geräteknotenpfade verweisen, in Red Hat Enterprise Linux 7 unter Umständen nicht. Sie sollten daher Geräteknotenpfade (wie z. B. /dev/sda) durch Dateisystemkennungen oder Geräte-UUIDs ersetzen. Die entsprechenden Dateisystemkennungen und Geräte-UUIDs finden Sie mithilfe des Befehls blkid heraus.

3.6.5. Hinweise zu Intel BIOS iSCSI-Remote-Boot

Falls Sie unter Verwendung von Intel iSCSI-Remote-Boot installieren, müssen alle angeschlossenen iSCSI-Speichergeräte deaktiviert sein. Andernfalls wird die Installation zwar erfolgreich abgeschlossen, das System wird jedoch nicht booten können.

3.7. Methoden zum Starten der Installation

Es gibt mehrere Methoden, mit denen Sie das Red Hat Enterprise Linux 7-Installationsprogramm starten können. Die zu wählende Methode hängt von Ihrem Installationsmedium ab.
Die Einstellungen Ihrer Systemfirmware (BIOS oder UEFI) müssen gegebenenfalls angepasst werden, um das Booten von Wechseldatenträgern wie einer DVD oder einem USB-Stick zu ermöglichen. Siehe Abschnitt 5.1.1, »Starten der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen von physischen Medien« für weitere Informationen.
Vollständiges Installationsmedium auf DVD oder USB-Stick
Sie können ein bootfähiges Medium von dem vollständigen Installations-ISO-Image der DVD erstellen. In diesem Fall können Sie eine einzige DVD oder einen einzigen USB-Stick verwenden, um die gesamte Installation durchzuführen - dieser Datenträger dient nicht nur als Bootmedium, sondern auch als Installationsquelle zur Installation der Softwarepakete. In Kapitel 2, Erstellen von Medien finden Sie Anweisungen zur Erstellung eines vollständigen Installationsmediums auf DVD oder USB-Stick.
Minimales Bootmedium auf CD, DVD oder USB-Stick
Ein minimales Bootmedium auf CD, DVD oder USB-Stick wird mit einem kleinen ISO-Image erstellt, das nur die nötigsten Daten enthält, um das System hochzufahren und das Installationsprogramm zu starten. Wenn Sie dieses Bootmedium verwenden, benötigen Sie zusätzlich eine Installationsquelle, von der die Pakete bezogen und installiert werden. In Abschnitt 2.2, »Erstellen eines USB-Installationsmediums« finden Sie Anweisungen zur Erstellung von Bootmedien auf CDs, DVDs und USB-Sticks.
PXE-Server
Mithilfe eines Preboot Execution Environment (PXE)-Servers können Sie das Installationsprogramm über das Netzwerk starten. Nachdem Sie das System hochgefahren haben, stellen Sie die Installation von einer anderen Installationsquelle (z. B. von einer lokalen Festplatte oder einem Speicherort auf dem Netzwerk) fertig. Weitere Informationen über PXE-Server finden Sie in Kapitel 21, Vorbereiten einer Netzwerkinstallation.

3.8. Automatisierung der Installation mithilfe von Kickstart

Red Hat Enterprise Linux 7 bietet die Möglichkeit, den Installationsvorgang mithilfe einer Kickstart-Datei teilweise oder vollständig zu automatisieren. Kickstart-Dateien enthalten Antworten auf alle Fragen, die normalerweise vom Installationsprogramm gestellt werden, beispielsweise welche Zeitzone für das System eingestellt werden soll, wie die Festplatten partitioniert werden sollen und welche Pakete installiert werden sollen. Eine derart vorbereitete Kickstart-Datei ermöglicht es dem Installationsprogramm, die gesamte Installation (oder Teile davon) automatisch und ohne Benutzereingriff durchzuführen. Dies ist besonders hilfreich, wenn Red Hat Enterprise Linux auf einer großen Anzahl von Systemen gleichzeitig bereitgestellt werden soll.
Kickstart-Dateien ermöglichen Ihnen nicht nur die Automatisierung der Installation, sondern bieten auch mehr Optionen hinsichtlich der Softwareauswahl. Bei einer manuellen Installation von Red Hat Enterprise Linux mithilfe des grafischen Installationsprogramms ist Ihre Softwareauswahl auf vordefinierte Umgebungen und Erweiterungen eingeschränkt. Im Gegensatz dazu können Sie in einer Kickstart-Datei auch einzelne Pakete installieren oder entfernen.
Anweisungen zum Erstellen einer Kickstart-Datei zur Automatisierung der Installation finden Sie in Kapitel 23, Kickstart-Installationen.

Kapitel 4. Treiberaktualisierung während der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen

In den meisten Fällen enthält Red Hat Enterprise Linux bereits Treiber für die Geräte, aus denen Ihr System besteht. Falls Ihr System jedoch Hardware enthält, die erst vor sehr kurzer Zeit veröffentlicht wurde, sind möglicherweise noch keine Treiber für diese Hardware enthalten. Manchmal steht eine Treiberaktualisierung zur Unterstützung eines neuen Geräts bei Red Hat oder Ihrem Hardwareanbieter als Treiberdatenträger zur Verfügung, der RPM-Pakete enthält. Üblicherweise steht der Treiberdatenträger als ISO-Imagedatei zum Download bereit.

Wichtig

Treiberaktualisierungen sollten nur dann vorgenommen werden, wenn ein fehlender Treiber andernfalls eine erfolgreiche Installation verhindern würde. Die im Kernel enthaltenen Treiber sollten immer Treibern vorgezogen werden, die auf andere Art bereitgestellt werden.
Oft benötigen Sie die neue Hardware während des Installationsvorgangs nicht. Falls Sie beispielsweise eine DVD zur Installation auf einer lokalen Festplatte verwenden, ist die Installation auch dann erfolgreich, wenn Treiber für Ihre Netzwerkkarte fehlen. Schließen Sie in diesem Fall die Installation ab und fügen Sie Hardwareunterstützung für das neue Gerät nachträglich hinzu. Werfen Sie einen Blick auf das Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren für Details zum Hinzufügen dieser Unterstützung.
In anderen Situationen möchten Sie vielleicht einen Treiber für ein Gerät während des Installationsvorgangs hinzufügen, um eine bestimmte Konfiguration zu unterstützen. Beispielsweise möchten Sie Treiber für ein Netzwerkgerät oder eine Storage-Adapter-Karte installieren, um dem Installationsprogramm Zugriff auf die Speichergeräte, die Ihr System verwendet, zu ermöglichen. Sie können einen Treiberdatenträger verwenden, um diese Unterstützung hinzuzufügen. Sie haben dafür zwei Möglichkeiten:
  1. Platzieren Sie die ISO-Imagedatei des Treiberdatenträgers an einem Speicherort, auf den das Installationsprogramm zugreifen kann - auf einer lokalen Festplatte, einem USB-Stick oder einer CD oder DVD.
  2. Erstellen Sie einen Treiberdatenträger, indem Sie die Imagedatei auf eine CD, eine DVD oder einen USB-Stick extrahieren. Werfen Sie einen Blick auf die Anweisungen zum Erstellen von Installationsdatenträgern in Abschnitt 2.1, »Erstellen einer Installations-CD oder -DVD« für weitere Informationen zum Brennen von ISO-Images auf CD oder DVD und in Abschnitt 2.2, »Erstellen eines USB-Installationsmediums« für Informationen zum Brennen von ISO-Images auf USB-Sticks.
Falls Sie Red Hat, Ihr Hardwareanbieter oder ein vertrauenswürdiger Drittanbieter darüber informiert, dass eine Treiberaktualisierung während des Installationsvorgangs erforderlich ist, wählen Sie eine der Methoden zur Bereitstellung der Aktualisierung aus der Liste der in diesem Kapitel beschriebenen Methoden und testen sie, bevor Sie mit der Installation beginnen. Führen Sie umgekehrt keine Treiberaktualisierung während der Installation durch, wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, dass Ihr System diese benötigt. Ein falscher Treiber auf einem System kann den Support erschweren.

4.1. Einschränkungen von Treiberaktualisierungen während der Installation

Sie können mithilfe einer Treiberaktualisierung keine Treiber ersetzen, die bereits vom Installationsprogramm geladen wurden. Stattdessen müssen Sie die Installation mit den vom Installationsprogramm geladenen Treibern abschließen und nach der Installation auf die neuen Treiber aktualisieren.
Auf UEFI-basierten Systemen mit aktivierter Secure-Boot-Technologie müssen alle geladenen Treiber mit einem gültigen Zertifikat signiert sein, andernfalls werden sie vom System abgelehnt. Alle von Red Hat bereitgestellten Treiber sind mit dem UEFI-CA-Zertifikat signiert. Falls Sie andere Treiber laden (die nicht auf der Red Hat Enterprise Linux-Installations-DVD enthalten sind), müssen Sie sicherstellen, dass diese ebenfalls signiert sind.
Weitere Informationen über das Signieren von angepassten Treibern finden Sie im Kapitel "Arbeiten mit Kernel-Modulen" im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren.

4.2. Vorbereiten einer Treiberaktualisierung während der Installation

Falls eine Treiberaktualisierung für Ihre Hardware notwendig und verfügbar ist, werden Red Hat, Ihr Hardwareanbieter oder ein anderer vertrauenswürdiger Drittanbieter diese Aktualisierung in der Regel in Form einer Imagedatei im ISO-Format bereitstellen. Nachdem Sie das ISO-Image heruntergeladen haben, müssen Sie sich für eine Methode entscheiden, wie Sie die Treiberaktualisierung durchführen möchten.
Die folgenden Methoden sind verfügbar:
Automatische Treiberaktualisierung
Beim Start der Installation versucht das Installationsprogramm, alle angeschlossenen Speichergeräte zu erkennen. Falls beim Installationsstart ein Speichergerät mit der Kennung OEMDRV vorhanden ist, behandelt Anaconda dieses Gerät als Datenträger zur Treiberaktualisierung und versucht, von diesem Gerät Treiber zu laden.
Interaktive Treiberaktualisierung
Sie können beim Start der Installation die Bootoption inst.dd angeben. Wenn Sie diese Option ohne Parameter angeben, zeigt Anaconda eine Liste aller am System angeschlossenen Speichergeräte an und fordert Sie dazu auf, ein Gerät auszuwählen, das eine Treiberaktualisierung enthält.
Manuelle Treiberaktualisierung
Sie können beim Start der Installation die Bootoption inst.dd=location angeben, wobei location der Pfad zu einem Datenträger oder ISO-Image zur Treiberaktualisierung ist. Wenn Sie diese Option angeben, versucht Anaconda, am angegebenen Speicherort Treiberaktualisierungen zu finden. Für manuelle Treiberaktualisierungen können Sie entweder lokal verfügbare Speichergeräte angeben oder einen Speicherort im Netzwerk (einen HTTP-, HTTPS- oder FTP-Server).
Wenn Sie die automatische Treiberaktualisierung nutzen möchten, müssen Sie ein Speichergerät mit der Kennung OEMDRV anlegen, das physisch mit dem Installationssystem verbunden sein muss. Um die interaktive Methode zu nutzen, können Sie beliebige andere lokale Speichergeräte mit anderen Kennungen als OEMDRV verwenden. Um die manuelle Methode zu nutzen, können Sie jegliche lokale Speichergeräte mit einer anderen Kennung nutzen, oder einen Speicherort im Netzwerk, auf den vom Installationssystem zugegriffen werden kann.

Wichtig

Stellen Sie sicher, das Netzwerk mit der Option ip= zu initialisieren, wenn Sie eine Treiberaktualisierung vom Netzwerk laden möchten. Siehe Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü« für Einzelheiten.

4.2.1. Vorbereiten eines Images zur Treiberaktualisierung auf lokalem Speicher

Falls Sie ein lokales Speichergerät haben, das zur Bereitstellung der ISO-Datei genutzt werden kann, wie z. B. eine Festplatte oder ein USB-Stick, dann kann das Installationsprogramm, sofern das Gerät richtig gekennzeichnet ist, dieses Gerät automatisch erkennen. Nur wenn dies nicht möglich ist, sollten Sie wie nachfolgend beschrieben die Aktualisierung manuell installieren.
  • Damit das Installationsprogramm den Treiberdatenträger automatisch erkennt, muss die Kennung des Speichergeräts OEMDRV lauten. Zudem müssen Sie den Inhalt der ISO-Imagedatei in das Root-Verzeichnis des Speichergeräts extrahieren, und nicht das ISO-Image selbst kopieren. Siehe Abschnitt 4.3.1, »Automatische Treiberaktualisierung«. Beachten Sie, dass eine Treiberinstallation von einem mit OEMDRV gekennzeichneten Gerät immer einer manuellen Installation vorzuziehen ist.
  • Kopieren Sie für eine manuelle Installation einfach das ISO-Image als einzelne Datei auf das Speichergerät. Sie können diese Datei umbenennen, falls Sie dies für hilfreich erachten. Sie dürfen allerdings nicht die Dateinamenerweiterung ändern. Diese muss weiterhin .iso lauten, z. B. dd.iso. In Abschnitt 4.3.3, »Manuelle Treiberaktualisierung« finden Sie Anleitungen zur manuellen Auswahl einer Treiberaktualisierung während der Installation.

4.2.2. Vorbereiten eines Treiberdatenträgers

Sie können einen Datenträger für eine Treiberaktualisierung auf einer CD oder DVD erstellen. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 2.1, »Erstellen einer Installations-CD oder -DVD« für mehr Informationen über das Brennen von CD/DVDs von Imagedateien.
Vergewissern Sie sich nach dem Brennen einer Treiberaktualisierungs-CD oder -DVD, dass der Datenträger erfolgreich erstellt wurde, indem Sie diesen in Ihrem System einlegen und mithilfe des Dateimanagers ansehen. Sie sollten eine einzelne Datei mit der Bezeichnung rhdd3 sehen, bei der es sich um eine Signaturdatei handelt, die eine Beschreibung des Treiberdatenträgers enthält, sowie ein Verzeichnis namens rpms, das die RPM-Pakete mit den eigentlichen Treibern für die verschiedenen Architekturen enthält.
Falls Sie lediglich eine einzelne Datei mit der Endung .iso sehen, dann wurde der Datenträger nicht erfolgreich erstellt und Sie sollten es noch einmal probieren. Falls Sie einen anderen Linux-Desktop als GNOME oder ein anderes Betriebssystem verwenden, stellen Sie sicher, dass Sie eine Option wie etwa Von Image brennen auswählen.

4.3. Durchführen einer Treiberaktualisierung während der Installation

Zu Beginn des Installationsvorgangs können Sie eine Treiberaktualisierung wie folgt vornehmen:
  • Lassen Sie das Installationsprogramm automatisch einen Datenträger zur Treiberaktualisierung finden und anbieten.
  • Lassen Sie das Installationsprogramm nach einer Treiberaktualisierung fragen.
  • Geben Sie manuell einen Pfad zu einer Imagedatei oder einem RPM-Paket zur Treiberaktualisierung an.

Wichtig

Stellen Sie sicher, dass Sie Treiberaktualisierungen immer auf herkömmlichen Festplattenpartitionen ablegen. Auf erweiterte Speichergeräte wie z. B. RAID- oder LVM-Datenträger kann unter Umständen während der frühen Phase der Installation, in der Treiberaktualisierungen durchgeführt werden, noch nicht zugegriffen werden.

4.3.1. Automatische Treiberaktualisierung

Damit das Installationsprogramm automatisch einen Datenträger zur Treiberaktualisierung erkennt, schließen Sie ein Blockgerät mit der Datenträgerkennung OEMDRV an Ihren Rechner an, bevor Sie die Installation beginnen.
Wenn das Installationsprogramm startet, erkennt es sämtlichen verfügbaren Speicher, der am System angeschlossen ist. Falls das Installationsprogramm ein Speichergerät mit der Kennung OEMDRV findet, nimmt es dies als Datenträger zur Treiberaktualisierung an und versucht, Treiberaktualisierungen von diesem Gerät zu laden. Sie werden dazu aufgefordert auszuwählen, welche Treiber geladen werden sollen:
Treiberauswahl

Abbildung 4.1. Treiberauswahl

Drücken Sie Zifferntasten, um einzelne Treiber auszuwählen. Wenn Sie fertig sind, drücken Sie die Taste c, um die ausgewählten Treiber zu installieren und mit der grafischen Benutzeroberfläche von Anaconda fortzufahren.

4.3.2. Interaktive Treiberaktualisierung

Es empfiehlt sich immer, ein Blockgerät mit der Datenträgerkennung OEMDRV zu verwenden, um einen Treiber während der Installation zu installieren. Wenn kein solches Gerät verfügbar ist und auf der Bootbefehlszeile die Option inst.dd angegeben wurde, dann können Sie im interaktiven Modus den Treiberdatenträger auswählen. Wählen Sie im ersten Schritt eine lokale Datenträgerpartition aus der Liste, auf der Anaconda nach ISO-Dateien suchen soll. Wählen Sie anschließend eine der gefundenen ISO-Dateien und schließlich einen oder mehrere verfügbar Treiber. Die Abbildung unten veranschaulicht den Vorgang in der Textoberfläche, wobei die einzelnen Schritte hervorgehoben sind.
Interaktive Auswahl eines Treibers

Abbildung 4.2. Interaktive Auswahl eines Treibers

Anmerkung

Falls Sie Ihre ISO-Imagedatei extrahiert und auf eine CD oder DVD gebrannt haben, dieser Datenträger jedoch nicht die Datenträgerkennung OEMDRV trägt, haben Sie zwei Möglichkeiten: Nutzen Sie entweder die Option inst.dd ohne Parameter und verwenden das Menü zur Auswahl des Geräts, oder verwenden Sie die folgende Bootoption, damit das Installationsprogramm auf dem Medium nach Treibern sucht:
inst.dd=/dev/sr0
Drücken Sie Zifferntasten, um einzelne Treiber auszuwählen. Wenn Sie fertig sind, drücken Sie die Taste c, um die ausgewählten Treiber zu installieren und mit der grafischen Benutzeroberfläche von Anaconda fortzufahren.

4.3.3. Manuelle Treiberaktualisierung

Bereiten Sie für eine manuelle Treiberinstallation eine ISO-Imagedatei mit Treibern an einem Speicherort vor, z. B. auf einem USB-Stick oder einem Webserver, und verbinden Sie diesen mit Ihrem Rechner. Drücken Sie am Begrüßungsbildschirm die Tab-Taste, um die Bootbefehlszeile anzuzeigen, und fügen Sie dort die Option inst.dd=location hinzu, wobei location der Pfad zum Datenträger mit der Treiberaktualisierung ist:
Angeben des Pfads zur Treiberaktualisierung

Abbildung 4.3. Angeben des Pfads zur Treiberaktualisierung

In der Regel befindet sich die Imagedatei auf einem Webserver (z. B. http://server.example.com/dd.iso) oder auf einem USB-Stick (z. B. /dev/sdb1). Es ist auch möglich, das RPM-Paket anzugeben, das die Treiberaktualisierung enthält (z. B. http://server.example.com/dd.rpm).
Wenn Sie fertig sind, drücken Sie die Eingabetaste, um den Bootbefehl auszuführen. Daraufhin werden Ihre ausgewählten Treiber installiert und der Installationsvorgang fährt ganz normal fort.

4.3.4. Ausschließen eines Treibers

Ein fehlerhafter Treiber kann den normalen Bootvorgang eines Systems während der Installation verhindern. Falls dieses Problem auftritt, können Sie den Treiber deaktivieren (auf eine Ausschlussliste oder Blacklist setzen), indem Sie die Bootbefehlszeile anpassen. Zeigen Sie die Bootbefehlszeile an, indem Sie am Bootmenü die Tab-Taste drücken. Fügen Sie anschließend die Option modprobe.blacklist=driver_name zur Bootbefehlzeile hinzu. Ersetzen Sie driver_name durch den Namen des Treibers, den Sie deaktivieren möchten. Zum Beispiel:
modprobe.blacklist=ahci
Beachten Sie, dass die Treiber, die während der Installation mit der Bootoption modprobe.blacklist= auf die Ausschlussliste gesetzt wurden, auf dem System deaktiviert bleiben und in der Datei /etc/modprobe.d/anaconda-blacklist.conf erscheinen. Weitere Informationen über das Ausschließen von Treibern und andere Bootoptionen finden Sie in Kapitel 20, Bootoptionen.

Kapitel 5. Starten der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen

Sie können Red Hat Enterprise Linux von ISO-Images installieren, die auf einer Festplatte gespeichert sind, oder über das Netzwerk mithilfe der Protokolle NFS, FTP, HTTP oder HTTPS. Das Booten und Installieren von der vollständigen Installations-DVD ist die einfachste Methode. Die anderen Methoden erfordern gewisse Schritte zur Vorbereitung, bieten dafür jedoch Vorteile, die Ihren Anforderungen unter Umständen besser gerecht werden. Falls Sie beispielsweise Red Hat Enterprise Linux auf einer großen Anzahl von Rechnern installieren müssen, ist die beste Vorgehensweise das Booten von einem PXE-Server und die Installation von einer Quelle auf dem Netzwerk.
In der folgenden Tabelle sind die verschiedenen Bootmethoden und die jeweils empfohlene Installationsmethode zusammengefasst:

Tabelle 5.1. Bootmethoden und Installationsquellen

Bootmethode Installationsquelle
Vollständiges Installationsmedium (DVD oder USB) Das Bootmedium selbst
Minimale Bootmedien (CD oder USB) Vollständige Installations-DVD mit ISO-Image oder die aus diesem Image extrahierte Installationsstruktur, abgelegt an einem Speicherort im Netzwerk oder auf einer Festplatte
Netzwerkboot (PXE) Vollständige Installations-DVD mit ISO-Image oder die aus diesem Image extrahierte Installationsstruktur, abgelegt an einem Speicherort im Netzwerk
Informationen darüber, wie Sie eine Boot-CD-ROM erstellen oder einen USB-Datenträger zur Installation vorbereiten, finden Sie in Abschnitt 2.2, »Erstellen eines USB-Installationsmediums«.
Dieses Kapitel behandelt die folgenden Themen:

5.1. Starten des Installationsprogramms

Stellen Sie vor Beginn sicher, dass Sie über alle notwendigen Ressourcen für die Installation verfügen. Falls Sie bereits den Abschnitt in Kapitel 3, Planen der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen gelesen und die Anweisungen befolgt haben, sollten Sie mit dem Installationsvorgang beginnen können. Wenn Sie sichergestellt haben, dass Sie bereit sind zu starten, starten Sie das Installationsprogramm unter Verwendung der Red Hat Enterprise Linux-DVD oder anderen Bootmedien, die Sie erstellt haben.

Anmerkung

Gelegentlich benötigen einige Hardwarekomponenten eine Treiberaktualisierung während der Installation. Eine Treiberaktualisierung liefert Unterstützung für Hardware, die ansonsten nicht vom Installationsprogramm unterstützt wird. Siehe Kapitel 4, Treiberaktualisierung während der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen für weitere Informationen.

5.1.1. Starten der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen von physischen Medien

Gehen Sie folgendermaßen vor, um das Installationsprogramm von einer Red Hat Enterprise Linux-DVD oder von einem minimalen Bootmedium zu starten:

Prozedur 5.1. Starten der Installation von physischen Medien

  1. Trennen Sie Laufwerke vom System, die Sie nicht für die Installation benötigen. Siehe Abschnitt 3.6.3, »USB-Datenträger« für weitere Informationen.
  2. Schalten Sie Ihren Rechner an.
  3. Legen Sie das Medium in Ihren Rechner ein.
  4. Schalten Sie Ihren Rechner aus, während das Bootmedium noch eingelegt ist.
  5. Schalten Sie Ihren Rechner an. Beachten Sie, dass Sie gegebenenfalls eine bestimmte Taste oder Tastenkombination drücken müssen oder das Basic Input/Output System (BIOS) Ihres Systems konfigurieren müssen, um von dem Datenträger zu booten. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation, die Sie zu Ihrem System erhalten haben.
Nach einer kurzen Wartezeit erscheint der Bootbildschirm, der Informationen über eine Vielzahl von Bootoptionen enthält. Das Installationsprogramm beginnt automatisch, wenn Sie nicht innerhalb von einer Minute eine andere Auswahl treffen. Eine Beschreibung der auf diesem Bildschirm verfügbaren Optionen finden Sie unter Abschnitt 5.2, »Das Bootmenü«.

5.1.2. Starten der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen über das Netzwerk per PXE

Um mit PXE (Pre-boot eXecution Environment) zu starten, benötigen Sie einen entsprechend konfigurierten Server und eine Netzwerkschnittstelle in Ihrem Rechner, die PXE unterstützt. Für Informationen zur Einrichtung eines PXE-Servers siehe Kapitel 21, Vorbereiten einer Netzwerkinstallation.
Konfigurieren Sie Ihren Rechner zum Booten von der Netzwerkschnittstelle. Diese Option finden Sie im BIOS unter Network Boot oder Boot Services. Vergewissern Sie sich auch, dass Ihr BIOS dazu konfiguriert ist, zuerst von der gewünschten Netzwerkschnittstelle zu booten. Einige BIOS-Systeme geben die Netzwerkschnittstelle zwar als mögliches Bootgerät an, unterstützen jedoch nicht den PXE-Standard. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihrer Hardware für weitere Informationen. Wenn Sie das Booten per PXE richtig konfiguriert haben, kann der Rechner das Red Hat Enterprise Linux-Installationssystem ohne jegliche andere Datenträger booten.
Gehen Sie folgendermaßen vor, um das Installationsprogramm von einem PXE-Server zu starten. Beachten Sie, dass dieses Verfahren eine physische Netzwerkverbindung erfordert, z. B. Ethernet. Es funktioniert nicht mit einer WiFi-Verbindung.

Prozedur 5.2. Starten der Installation über das Netzwerk per PXE

  1. Stellen Sie sicher, dass das Netzwerkkabel angeschlossen ist. Die LED zur Überwachung der Netzwerkaktivität sollte aufleuchten, auch wenn der Rechner nicht eingeschaltet ist.
  2. Schalten Sie den Rechner ein.
  3. Abhängig von Ihrer Hardware werden gegebenenfalls einige Informationen zum Netzwerk und zur Diagnostik angezeigt, bevor Ihr Rechner sich mit einem PXE-Server verbindet. Sobald die Verbindung hergestellt ist, wird je nach Konfiguration des PXE-Servers ein entsprechendes Menü angezeigt. Drücken Sie die Zifferntaste, die der gewünschten Option entspricht. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Option Sie auswählen sollen, fragen Sie Ihren Serveradministrator.
Nun startet das Installationsprogramm und es erscheint der Bootbildschirm, der Informationen über eine Vielzahl von Bootoptionen enthält. Das Installationsprogramm beginnt automatisch, wenn Sie nicht innerhalb von einer Minute eine andere Auswahl treffen. Eine Beschreibung der auf diesem Bildschirm verfügbaren Optionen finden Sie in Abschnitt 5.2, »Das Bootmenü«.

5.2. Das Bootmenü

Sobald Ihr System vollständig vom Bootmedium hochgefahren ist, erscheint das Bootmenü. Das Bootmenü bietet neben dem Start des Installationsprogramms noch mehrere andere Optionen. Wird nicht innerhalb von 60 Sekunden eine Taste gedrückt, wird die standardmäßige Bootoption (in weiß hervorgehoben) ausgeführt. Um die Standardoption zu wählen, warten Sie entweder den Ablauf des Countdowns ab oder drücken Sie die Eingabetaste.
Der Bootbildschirm

Abbildung 5.1. Der Bootbildschirm

Um eine andere Option als die Standardoption zu wählen, verwenden Sie die Pfeiltasten auf Ihrer Tastatur und drücken Sie die Eingabetaste, wenn die gewünschte Option markiert ist.
Sie können die Bootoptionen für einen bestimmten Menüeintrag folgendermaßen anpassen:
  • Auf BIOS-basierten Systemen ist die bevorzugte Methode, die Tab-Taste zu drücken und die angepassten Bootoptionen zur Befehlszeile hinzuzufügen. Sie können auch auf die boot:-Eingabeforderung zugreifen, indem Sie die Esc-Taste drücken. Bei dieser Methode sind jedoch noch keine der erforderlichen Optionen voreingestellt. In diesem Fall müssen Sie stets die linux-Option angeben, bevor Sie jegliche andere Bootoptionen angeben.
  • Drücken Sie auf UEFI-basierten Systemen die e-Taste und fügen Sie die angepassten Bootoptionen zur Befehlszeile hinzu. Wenn Sie fertig sind, drücken Sie Strg+X, um mit den veränderten Optionen zu booten.
Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 20, Bootoptionen für weitere Informationen über zusätzliche Bootoptionen.
Die Optionen im Bootmenü sind:
Install Red Hat Enterprise Linux 7.0
Wählen Sie diese Option, um Red Hat Enterprise Linux mithilfe des grafischen Installationsprogramms auf Ihrem Rechner zu installieren.
Test this media & install Red Hat Enterprise Linux 7.0
Dies ist die Standardoption. Vor dem Beginn der Installation wird ein Dienstprogramm gestartet, um die Integrität des Installationsmediums zu prüfen.
Troubleshooting >
Dieser Punkt ist ein separates Menü mit Optionen, die bei der Behebung verschiedener Installationsprobleme helfen. Markieren Sie diesen Eintrag und drücken Sie die Eingabetaste, um den Menüinhalt zu sehen.
Das Troubleshooting-Menü

Abbildung 5.2. Das Troubleshooting-Menü

Install Red Hat Enterprise Linux 7.0 in basic graphics mode
Mithilfe dieser Option können Sie Red Hat Enterprise Linux im grafischen Modus installieren, selbst wenn das Installationsprogramm nicht dazu in der Lage ist, den korrekten Grafiktreiber für Ihre Grafikkarte zu laden. Falls Ihr Bildschirm verzerrt erscheint oder leer bleibt, wenn Sie die Option Install Red Hat Enterprise Linux 7.0 verwenden, dann starten Sie Ihren Rechner neu und versuchen es stattdessen mit dieser Option.
Rescue a Red Hat Enterprise Linux-System
Mit dieser Option können Sie Fehler in Ihrem installierten Red Hat Enterprise Linux-System reparieren, die verhindern, dass das System normal gestartet werden kann. Die Wiederherstellungsumgebung enthält Dienstprogramme, mit denen Sie verschiedenste solcher Probleme lösen können.
Run a memory test
Diese Option führt einen Speichertest auf Ihrem System aus. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 20.2.1, »Laden des Speichertestmodus«.
Boot from local drive
Diese Option bootet das System von der ersten installierten Festplatte. Falls Sie versehentlich vom Installationsdatenträger gebootet haben, können Sie diese Option nutzen, um unmittelbar von der Festplatte zu booten, ohne das Installationsprogramm zu starten.

Kapitel 6. Installation von Red Hat Enterprise Linux auf AMD64- und Intel 64-Systemen

Dieses Kapitel beschreibt den Installationsvorgang mit dem Anaconda-Installationsprogramm. In Red Hat Enterprise Linux 7 ermöglicht Ihnen das Installationsprogramm, einzelne Installationsschritte in der von Ihnen gewählten Reihenfolge zu konfigurieren, im Gegensatz zur herkömmlichen Installation in festgelegten Schritten. Während der Konfiguration - bevor die eigentliche Installation beginnt - können Sie über ein zentrales Menü auf verschiedene Bereiche der Benutzeroberfläche zugreifen. In diesen Bereichen können Sie die Sprachunterstützung für Ihr System einrichten, das Netzwerk und die Speichergeräte konfigurieren oder Pakete zur Installation auswählen. Sie können später in jeden Bereich zurückkehren, um Ihre Einstellungen zu überprüfen, bevor Sie mit der Installation beginnen.

6.1. Installationsmodi

Sie können Red Hat Enterprise Linux 7 im grafischen oder textbasierten Modus installieren. Der grafische Modus wird empfohlen und enthält alle zu konfigurierenden Optionen. Beide Methoden folgen jedoch dem Prinzip des zentralen Menüs und mehreren Bereichen, die Sie je nach Bedarf mehrmals aufrufen können, wie in den nachfolgenden Screenshots dargestellt.
Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Abbildung 6.1. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Abbildung 6.2. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Installationen im Textmodus sind nicht explizit dokumentiert. Administratoren, die das Installationsprogramm im Textmodus verwenden, können jedoch trotzdem den Anweisungen der GUI-Installation folgen. Siehe Abschnitt 6.1.2, »Installation im Textmodus«. Beachten Sie, dass einige Installationsoptionen (wie z. B. die angepasste Partitionierung) nicht im Textmodus zur Verfügung stehen.

6.1.1. Installation im grafischen Modus

Wenn Sie bereits zuvor eine grafische Benutzeroberfläche oder GUI (Graphical User Interface) verwendet haben, dann sind Sie bereits mit den Vorgängen vertraut. Benutzen Sie Ihre Maus, um auf dem Bildschirm zu navigieren, um auf Schaltflächen zu klicken oder Textfelder für die Texteingabe zu aktivieren.
Sie können auch die Tastatur zur Navigation durch die Installation nutzen. Verwenden Sie die Tasten Tab und Umschalt+Tab, um zwischen den Elementen auf dem Bildschirm zu wechseln, die Hoch- und Runter-Pfeiltasten, um durch Listen zu scrollen, und die Rechts- und Links-Pfeiltasten, um durch horizontale Werkzeugleisten oder Tabelleneinträge zu scrollen. Verwenden Sie die Leertaste und Eingabetaste, um ein markiertes Element auszuwählen oder zu entfernen oder um Auswahllisten aus- und einzuklappen. Mithilfe der Tastenkombination Alt+X können Sie auf Schaltflächen klicken oder andere Auswahlen treffen, wobei X durch den unterstrichenen Buchstaben ersetzt werden muss, der nach Drücken von Alt auf dem Bildschirm erscheint.

6.1.1.1. Screenshots während der Installation

Anaconda ermöglicht es Ihnen, während des Installationsvorgangs Screenshots aufzunehmen. Drücken Sie zu jedem beliebigen Zeitpunkt während des Installationsvorgangs die Tastenkombination Umschalt+Druck, woraufhin Anaconda unter /tmp/anaconda-screenshots einen Screenshot speichert.
Falls Sie eine Kickstart-Installation durchführen, verwenden Sie die Option autostep --autoscreenshot, um automatisch einen Screenshot von jedem Schritt der Installation aufzunehmen. In Abschnitt 23.3, »Übersicht über die Kickstart-Syntax« finden Sie Details zur Konfiguration einer Kickstart-Datei.

6.1.1.2. Virtuelle Konsolen

Das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm bietet mehr als nur eine grafische Benutzeroberfläche. Ihnen stehen eine Reihe von Diagnosemeldungen zur Verfügung und Sie haben die Möglichkeit, Befehle an einer Shell-Eingabeaufforderung einzugeben. Diese zusätzlichen Features werden in sogenannten virtuellen Konsolen bereitgestellt, auf die Sie mit den nachfolgend beschriebenen Tastenkombinationen zugreifen können.
Eine virtuelle Konsole ist eine Shell-Eingabeaufforderung in einer nicht grafischen Umgebung, auf die vom lokalen Rechner (nicht von Remote aus) zugegriffen wird. Zu jeder Zeit stehen mehrere virtuelle Konsolen zur Verfügung.
Diese virtuellen Konsolen können hilfreich sein, wenn Sie bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux auf ein Problem stoßen. Auf den Installations- oder Systemkonsolen werden Meldungen angezeigt, die bei der Fehlerdiagnose helfen. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht der virtuellen Konsolen, deren Inhalte, sowie der Tastenkombinationen, mit denen zu diesen Konsolen gewechselt wird.

Anmerkung

Im Allgemeinen gibt es keinen Grund, die standardmäßige grafische Installationsumgebung zu verlassen, sofern Sie nicht ein Problem mit der Installation diagnostizieren müssen.

Tabelle 6.1. Beschreibung der virtuellen Konsolen

Konsole Tastenkombination Inhalt
1 Strg+Alt+F1 Hauptkonsole für das Installationsprogramm – enthält Informationen vom Installationsprogramm zur Suche und Bereinigung von Fehlern
2 Strg+Alt+F2 Shell-Eingabeaufforderung mit Root-Zugriff
3 Strg+Alt+F3 Installationsprotokoll – zeigt die in /tmp/anaconda.log gespeicherten Meldungen
4 Strg+Alt+F4 Speicherprotokoll – zeigt die in /tmp/storage.log gespeicherten Meldungen von Kernel und Systemdiensten im Zusammenhang mit Speichergeräten
5 Strg+Alt+F5 Programmprotokoll – zeigt die in /tmp/program.log gespeicherten Meldungen von anderen Systemprogrammen
6 Strg+Alt+F6 Die Standardkonsole mit grafischer Benutzeroberfläche
Zusätzlich zu virtuellen Konsolen können Sie auch den tmux-Terminal-Multiplexer in der ersten virtuellen Konsole verwenden, um Informationen über das System anzuzeigen oder Zugriff auf eine Befehlszeile zu erhalten. Informationen zum Wechsel zwischen tmux-Fenstern finden Sie in Abschnitt 11.1.1.1, »Virtuelle Konsolen und tmux-Fenster«.

6.1.1.3. Installation mittels VNC

Falls Sie eine grafische Installation auf einem System durchführen möchten, das über keinerlei grafische Anzeige verfügt oder nicht interaktiv bedient werden kann, können Sie dafür VNC nutzen. Weitere Informationen über die Verwendung von VNC für eine grafische Installation finden Sie in Kapitel 22, Installation mittels VNC.

6.1.2. Installation im Textmodus

Zusätzlich zum grafischen Installationsprogramm bietet Anaconda auch einen textbasierten Modus.
Sollte eine der folgenden Situationen auftreten, verwendet die Installation den Textmodus:
  • Das Installationssystem kann keine Anzeigehardware auf Ihrem Rechner ermitteln.
  • Sie haben den Textmodus zur Installation gewählt, indem Sie die Option inst.text zur Bootbefehlszeile hinzugefügt haben.
  • Sie haben eine Kickstart-Datei zur Automatisierung der Installation verwendet und die angegebene Datei enthält den text-Befehl.
Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Abbildung 6.3. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Wichtig

Red Hat empfiehlt, dass Sie Red Hat Enterprise Linux unter Verwendung der grafischen Benutzeroberfläche installieren. Falls Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem System ohne grafische Anzeige installieren, sollten Sie eine Installation über eine VNC-Verbindung in Erwägung ziehen – siehe Kapitel 22, Installation mittels VNC. Das Textmodus-Installationsprogramm wird Sie dazu auffordern, die Verwendung des Textmodus zu bestätigen, falls es erkennt, dass eine VNC-basierte Installation möglich ist.
Falls Ihr System zwar über eine grafische Anzeige verfügt, die grafische Installation jedoch fehlschlägt, versuchen Sie mit der Option inst.xdriver=vesa zu starten – siehe Kapitel 20, Bootoptionen.
Alternativ können Sie auch eine Kickstart-Installation in Erwägung ziehen. Siehe Kapitel 23, Kickstart-Installationen für weitere Informationen.
Der Textmodus bietet einen vereinfachten Installationsvorgang. Einige Optionen, die im grafischen Modus verfügbar sind, stehen im Textmodus nicht zur Verfügung. Diese Unterschiede werden bei der Beschreibung des Installationsvorgangs in diesem Handbuch erläutert und umfassen:
  • Konfiguration fortgeschrittener Speichermethoden wie LVM, RAID, FCoE, zFCP und iSCSI
  • Anpassen des Partitionslayouts
  • Anpassen des Bootloader-Layouts
  • Auswahl von Paketerweiterungen während der Installation
  • Konfiguration des installierten Systems mit dem Dienstprogramm zur Ersteinrichtung
  • Einstellungen für Sprache und Tastatur

Anmerkung

Wenn zugehörige Aufgaben im Hintergrund ausgeführt werden, sind bestimmte Menüpunkte unter Umständen vorübergehend inaktiv oder zeigen den Hinweis Processing.... Um den Status von Textmenüeinträgen zu aktualisieren, verwenden Sie die Option r an der Textmodus-Eingabeaufforderung.
Wenn Sie sich dazu entscheiden, Red Hat Enterprise Linux im Textmodus zu installieren, können Sie Ihr System nach der Installation dennoch auf einer grafischen Benutzeroberfläche konfigurieren. Siehe Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren für Anweisungen diesbezüglich.
Um Optionen zu konfigurieren, die nicht im Textmodus verfügbar sind, erwägen Sie die Verwendung einer Bootoption. Beispielsweise kann die Option ip dazu verwendet werden, Netzwerkeinstellungen zu konfigurieren. Siehe Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü« für Anweisungen diesbezüglich.

6.2. Willkommensbildschirm und Sprachauswahl

Der erste Bildschirm des Installationsprogramms ist der Bildschirm Willkommen bei Red Hat Enterprise Linux 7.0. Hier wählen Sie die Sprache, die Anaconda während der Installation verwenden soll. Diese Auswahl wird zudem die Standardsprache für das installierte System, sofern Sie dies nicht später noch ändern. Wählen Sie in der linken Leiste die gewünschte Sprache, z. B. English. Anschließend können Sie in der rechten Leiste ein Gebietsschema passend zu Ihrer Region wählen, z. B. English (United States).

Anmerkung

Oben in der Liste ist standardmäßig eine Sprache vorausgewählt. Falls der Netzwerkzugang zu diesem Zeitpunkt bereits konfiguriert ist (falls Sie beispielsweise von einem Netzwerkserver gebootet haben anstelle von einem lokalen Datenträger), wird die vorausgewählte Sprache automatisch bestimmt auf Grundlage des Standorts, der durch das GeoIP-Modul automatisch erkannt wurde.
Alternativ können Sie die gewünschte Sprache in das Suchfeld eingeben, wie unten gezeigt.
Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Weiter, um zur Zusammenfassung der Installation zu gelangen.
Sprachkonfiguration

Abbildung 6.4. Sprachkonfiguration

6.3. Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation ist das zentrale Menü zur Einrichtung der Installation.
Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Abbildung 6.5. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Anstatt Sie durch eine Reihe von aufeinanderfolgenden Bildschirmen zu leiten, ermöglicht es Ihnen das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm, die Installation in der von Ihnen gewünschten Reihenfolge zu konfigurieren.
Wählen Sie mit Ihrer Maus einen Menüeintrag, um diesen Abschnitt der Installation zu konfigurieren. Wenn Sie mit der Konfiguration dieses Abschnitts fertig sind oder wenn Sie diesen Abschnitt später fertigstellen möchten, klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig in der Ecke oben links.
Nur die Abschnitte mit einem Warnsymbol sind erforderlich. Eine Warnmeldung am unteren Rand des Bildschirms weist Sie darauf hin, dass diese Abschnitte vervollständigt werden müssen, bevor die Installation gestartet werden kann. Alle anderen Abschnitte sind optional. Unter der Überschrift für jeden Abschnitt wird die aktuelle Konfiguration kurz zusammengefasst. Anhand dessen können Sie entscheiden, ob Sie die Konfiguration dieser Abschnitte bearbeiten müssen.
Sobald alle erforderlichen Abschnitte fertiggestellt sind, klicken Sie auf die Schaltfläche Installation starten. Siehe auch Abschnitt 6.12, »Beginnen der Installation«.
Klicken Sie auf Beenden, um die Installation abzubrechen.

Anmerkung

Wenn zugehörige Aufgaben im Hintergrund ausgeführt werden, sind bestimmte Menüpunkte unter Umständen vorübergehend inaktiv und nicht verfügbar.
Falls Sie mithilfe einer Kickstart-Option oder einer Bootbefehlszeilen-Option eine Installationsquelle auf einem Netzwerk angegeben haben, beim Start der Installation jedoch kein Netzwerk verfügbar ist, dann wird das Installationsprogramm einen Konfigurationsbildschirm anzeigen, damit Sie eine Netzwerkverbindung einrichten können, bevor der Bildschirm der Zusammenfassung der Installation angezeigt wird.
Bildschirm zur Netzwerkkonfiguration, wenn kein Netzwerk erkannt wurde

Abbildung 6.6. Bildschirm zur Netzwerkkonfiguration, wenn kein Netzwerk erkannt wurde

Sie können diesen Schritt überspringen, falls Sie von einer Installations-DVD oder einem anderen lokalen Medium installieren und wenn Sie sich sicher sind, dass Sie zur Fertigstellung der Installation kein Netzwerk benötigen. Eine Netzwerkverbindung ist jedoch erforderlich für Netzwerkinstallationen (siehe Abschnitt 6.7, »Installationsquelle«) oder zur Einrichtung von fortgeschrittenen Speichergeräten (siehe Abschnitt 6.11, »Speichergeräte«). Weitere Details zur Konfiguration eines Netzwerks im Installationsprogramm finden Sie in Abschnitt 6.8, »Netzwerk & Hostname «.

6.4. Datum & Uhrzeit

Um die Zeitzone, das Datum und optional Einstellungen für die Netzwerkzeit festzulegen, wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Datum & Uhrzeit.
Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihre Zeitzone auswählen können:
  • Klicken Sie mit der Maus auf der interaktiven Karte auf eine bestimmte Stadt. Daraufhin markiert eine rote Stecknadel Ihre Auswahl.
  • Sie können auch durch die Auswahllisten für Region und Stadt oben auf dem Bildschirm scrollen, um Ihre Zeitzone auszuwählen.
  • Wählen Sie Etc am unteren Ende des Auswahlmenüs Region und wählen Sie dann im nächsten Menü Ihre Zeitzohne als GMT/UTC, zum Beispiel GMT+1.
Falls Ihre Stadt auf der Karte oder in der Auswahlliste nicht aufgeführt wird, wählen Sie die Stadt, die in derselben Zeitzone Ihrer Stadt am nächsten liegt.

Anmerkung

Die Liste der verfügbaren Städte und Regionen stammt aus der öffentlichen Domain der Zeitzonendatenbank (tzdata), die von der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) gepflegt wird. Red Hat kann keine Städte oder Regionen zu dieser Liste hinzufügen. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website unter http://www.iana.org/time-zones.
Geben Sie eine Zeitzone an, auch wenn Sie planen, NTP (Network Time Protocol) zu verwenden, um die Systemuhr aktuell zu halten.
Bildschirm zur Zeitzonenkonfiguration

Abbildung 6.7. Bildschirm zur Zeitzonenkonfiguration

Falls Sie mit dem Netzwerk verbunden sind, ist der Schalter Netzwerkzeit aktiviert. Um das Datum und die Uhrzeit mithilfe von NTP einzustellen, lassen Sie den Netzwerkzeit-Schalter in der AN-Position und klicken Sie auf das Konfigurationssymbol, um die gewünschten NTP-Server für Red Hat Enterprise Linux auszuwählen. Falls Sie das Datum und die Uhrzeit manuell einstellen möchten, schieben Sie den Schalter auf die AUS-Position. Die Systemzeit sollte Ihre gewählte Zeitzone verwenden, um das richtige Datum und die richtige Zeit unten im Bildschirm anzuzeigen. Falls diese dennoch falsch angezeigt werden, korrigieren Sie diese manuell.
Beachten Sie, dass die NTP-Server zum Zeitpunkt der Installation gegebenenfalls nicht erreichbar sind. In diesem Fall wird die Zeit nicht automatisch richtig angezeigt, sobald Sie die Server festlegen. Sobald die Server später verfügbar sind, werden das Datum und die Uhrzeit aktualisiert.
Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Anmerkung

Nach Abschluss der Installation können Sie den Punkt Datum & Uhrzeit im Administration-Dialogfenster aufrufen, um Ihre Zeitzonenkonfiguration zu ändern.

6.5. Sprachunterstützung

Um Unterstützung für weitere Gebietsschemata und Sprachen zu installieren, wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Sprachunterstützung.
Verwenden Sie Ihre Maus, um die Sprache auszuwählen, für die Sie Unterstützung installieren möchten. Wählen Sie in der linken Leiste die gewünschte Sprache, z. B. Español. Anschließend können Sie in der rechten Leiste ein Gebietsschema passend zu Ihrer Region wählen, z. B. Español (Costa Rica). Sie können mehrere Sprachen und Gebietsschemata wählen. Die gewählten Sprachen sind in der linken Leiste fett hervorgehoben.
Konfiguration der Sprachunterstützung

Abbildung 6.8. Konfiguration der Sprachunterstützung

Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Anmerkung

Nach Abschluss der Installation können Sie den Punkt Region & Sprache im Einstellungen-Dialogfenster aufrufen, um Ihre Sprachkonfiguration zu ändern.

6.6. Tastaturkonfiguration

Wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Tastatur, um mehrere Tastaturbelegungen zu Ihrem System hinzuzufügen. Nach dem Speichern sind diese Tastaturbelegungen sofort im Installationsprogramm verfügbar und Sie können mithilfe des Tastatursymbols, dass stets in der rechten oberen Ecke des Bildschirms angezeigt wird, zwischen den Belegungen wechseln.
Zu Beginn wird nur die im Begrüßungsbildschirm ausgewählte Sprache als Tastaturbelegung in der linken Spalte angezeigt. Sie können entweder diese Belegung ersetzen oder weitere Belegungen hinzufügen. Falls Ihre Sprache jedoch keine ASCII-Zeichen verwendet, sollten Sie eine Tastaturbelegung hinzufügen, die ASCII-Zeichen verwendet, um Passwörter z. B. für verschlüsselte Partitionen und den Root-Benutzer richtig angeben zu können.
Tastaturkonfiguration

Abbildung 6.9. Tastaturkonfiguration

Um eine zusätzliche Belegung hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche +, wählen Sie die gewünschte Belegung aus der Liste und klicken Sie auf Hinzufügen. Um eine Belegung zu löschen, wählen Sie die unerwünschte Belegung und klicken Sie auf die Schaltfläche -. Verwenden Sie die Pfeilschaltflächen, um die Reihenfolge der Belegungen zu ändern. Wählen Sie für eine Vorschau die Belegung aus und klicken Sie auf das Tastatursymbol.
Klicken Sie in das Textfeld rechts, um eine Belegung zu testen. Geben Sie einigen Text ein, um sich zu vergewissern, dass Ihre Auswahl wie erwartet funktioniert.
Um zusätzliche Belegungen zu testen, können Sie mithilfe des Schalters oben im Bildschirm in eine andere Belegung wechseln. Allerdings wird empfohlen, eine Tastenkombination zu konfigurieren, um zwischen den Belegungen zu wechseln. Klicken Sie rechts auf die Schaltfläche Optionen, um den Dialog Optionen zum Wechseln der Tastaturbelegung zu öffnen, und wählen Sie eine Tastenkombination aus der Liste, indem Sie deren Auswahlkästchen markieren. Diese Kombination wird dann über der Schaltfläche Optionen angezeigt. Diese Kombination gilt sowohl während der Installation als auch auf dem installierten System; Sie müssen hier eine Kombination konfigurieren, um diese nach der Installation verwenden zu können. Falls gewünscht, können Sie auch mehrere Tastenkombinationen auswählen, um zwischen den Belegungen zu wechseln.

Wichtig

Falls Sie eine Belegung verwenden, die keine lateinischen Zeichen akzeptiert, wie z. B. Russisch, sollten Sie ebenfalls die Belegung Englisch (Vereinigte Staaten) hinzufügen und eine Tastenkombination konfigurieren, um zwischen diesen beiden Belegungen zu wechseln. Falls Sie eine Belegung ohne lateinische Zeichen wählen, können Sie später im Installationsvorgang unter Umständen kein gültiges Root-Passwort und keine Benutzerpasswörter eingeben. In diesem Fall können Sie die Installation womöglich nicht fertigstellen.
Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Anmerkung

Nach Abschluss der Installation können Sie den Punkt Tastatur im Einstellungen-Dialogfenster aufrufen, um Ihre Tastaturkonfiguration zu ändern.

6.7. Installationsquelle

Wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Installationsquelle, um eine Datei oder einen Speicherort anzugeben, von denen Red Hat Enterprise Linux installiert werden soll. Dort können Sie zwischen lokal verfügbaren Installationsmedien wie z. B. einer DVD oder einer ISO-Datei oder einem Speicherort im Netzwerk wählen.
Bildschirm zur Installationsquelle

Abbildung 6.10. Bildschirm zur Installationsquelle

Wählen Sie eine der folgenden Optionen:
Automatisch erkanntes Installationsmedium
Falls Sie die Installation mit der vollständigen Installations-DVD oder einem USB-Stick gestartet haben, so erkennt das Installationsprogramm dies und zeigt unter dieser Option einige Informationen. Klicken Sie auf die Schaltfläche Überprüfen, um sicherzustellen, dass das Installationsmedium für die Installation geeignet ist. Diese Integritätsprüfung ist dieselbe Prüfung, die auch durchgeführt wird, wenn Sie Test this media & Install Red Hat Enterprise Linux 7.0 im Bootmenü auswählen oder die Bootoption rd.live.check verwenden.
ISO-Datei
Diese Option erscheint, wenn das Installationsprogramm eine partitionierte Festplatte mit einhängbaren Dateisystemen erkannt hat. Wählen Sie diese Option, klicken Sie auf die Schaltfläche Ein ISO wählen und navigieren Sie zum Speicherort der Installations-ISO-Datei auf Ihrem System. Klicken Sie anschließend auf Überprüfen, um sicherzustellen, dass die Datei für die Installation geeignet ist.
Im Netzwerk
Um einen Speicherort im Netzwerk anzugeben, wählen Sie diese Option und wählen Sie im Auswahlmenü aus den folgenden Optionen:
  • http://
  • https://
  • ftp://
  • nfs
Verwenden Sie Ihre Auswahl als Beginn der URL und geben Sie den Rest im Adressfeld ein. Falls Sie NFS wählen, erscheint ein weiteres Feld zur Angabe von NFS-Einhängeoptionen.

Wichtig

Wenn Sie eine NFS-basierte Installationsquelle auswählen, müssen Sie bei der Angabe der Adresse den Hostnamen mit einem Doppelpunkt (:) vom Pfad trennen. Zum Beispiel:
server.example.com:/path/to/directory
Klicken Sie auf die Schaltfläche Proxy-Einstellung, um einen Proxy für eine HTTP- oder HTTPS-Quelle zu konfigurieren. Wählen Sie HTTP-Proxy aktivieren und geben Sie die URL im das Feld Proxy-URL ein. Falls Ihr Proxy Authentifizierung erfordert, wählen Sie Authentifizierung verwenden und geben Sie einen Benutzernamen und ein Passwort ein. Klicken Sie auf Hinzufügen.
Falls Ihre HTTP- oder HTTP-URL auf eine Repository-Spiegelliste verweist, markieren Sie das entsprechende Auswahlkästchen unter dem Eingabefeld.
Sie können auch zusätzliche Repositorys angeben, um Zugriff auf mehr Installationsumgebungen und Softwareerweiterungen zu erhalten. Siehe Abschnitt 6.9, »Softwareauswahl« für weitere Informationen.
Um ein Repository hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche +. Um ein Repository zu löschen, klicken Sie auf die Schaltfläche -. Klicken Sie auf das Pfeilsymbol, um zur vorherigen Liste mit Repositorys zurückzukehren. Dadurch werden die derzeitigen Einträge auf jene Einträge zurückgesetzt, die vorhanden waren, als Sie den Bildschirm Installationsquelle geöffnet haben. Um ein Repository zu aktivieren bzw. zu deaktivieren, klicken Sie auf das Auswahlkästchen in der Spalte Aktiviert für den jeweiligen Eintrag in der Liste.
Auf der rechten Seite können Sie Ihre zusätzlichen Repositorys angeben und diese auf dieselbe Art konfigurieren, wie das primäre Repository im Netzwerk.
Sobald Sie Ihre Installationsquelle gewählt haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

6.8. Netzwerk & Hostname

Um grundlegende Netzwerkeinstellungen für Ihr System zu konfigurieren, wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Netzwerk & Hostname.

Wichtig

Wenn eine Red Hat Enterprise Linux 7-Installation abgeschlossen ist und das System zum ersten Mal hochfährt, werden alle Netzwerkschnittstellen aktiviert, die Sie während der Installation konfiguriert haben. Allerdings fordert Sie das Installationsprogramm bei manchen üblichen Installationsmethoden – z. B. bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux von einer DVD auf eine lokale Festplatte – nicht zur Konfiguration von Netzwerkschnittstellen auf.
Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux 7 von einer lokalen Installationsquelle auf ein lokales Speichergerät installieren, stellen Sie sicher, dass Sie mindestens eine Netzwerkschnittstelle manuell konfigurieren, wenn Sie beim erstmaligen Hochfahren des Systems einen Netzwerkzugang benötigen. Sie müssen bei der Konfiguration der Verbindung zudem festlegen, dass beim Systemstart automatisch verbunden werden soll.
Lokale Schnittstellen werden automatisch vom Installationsprogramm erkannt und können nicht manuell hinzugefügt oder gelöscht werden. Die erkannten Schnittstellen werden in der linken Leiste aufgeführt. Wenn Sie auf eine Schnittstelle in der Liste klicken, werden im Bereich rechts deren Details angezeigt. Um eine Netzwerkschnittstelle zu aktivieren oder zu deaktivieren, bewegen Sie den Schieberegler oben rechts im Bildschirm auf die AN- oder AUS-Position.
Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Abbildung 6.11. Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Geben Sie unter der Liste der Verbindungen einen Hostnamen für diesen Rechner im Feld Hostname ein. Der Hostname kann entweder als Fully-Qualified Domain Name (FQDN) im Format hostname.domainname oder als ein Short Host Name im Format hostname angegeben werden. Viele Netzwerke nutzen den DHCP-Dienst (Dynamic Host Configuration Protocol), der angeschlossene Systeme automatisch mit einem Domainnamen versieht, so dass der Benutzer nur noch einen Rechnernamen anzugeben braucht.

Wichtig

Falls Sie den Hostnamen manuell festlegen möchten, sollten Sie sichergehen, keinen Domainnamen zu verwenden, der nicht an Sie delegiert ist. Andernfalls könnte auf Netzwerkressourcen nicht zugegriffen werden. Weitere Informationen finden Sie in den empfohlenen Benennungspraktiken im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.

Anmerkung

Im Netzwerk-Abschnitt des Systemdialogs Einstellungen können Sie Ihre Netzwerkkonfiguration nach abgeschlossener Installation ändern.
Sobald Sie Ihre Netzwerkkonfiguration fertiggestellt haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

6.8.1. Bearbeiten der Netzwerkverbindungen

Dieser Abschnitt beschreibt die wichtigsten Einstellungen für eine typische kabelgebundene Verbindung, die während der Installation verwendet wird. Viele der verfügbaren Optionen müssen in den meisten Installationsszenarien nicht verändert werden und werden auf das installierte System übertragen. Die Konfiguration anderer Netzwerktypen ist ähnlich, doch die einzelnen Konfigurationsparameter unterscheiden sich natürlich. Weitere Informationen über die Netzwerkkonfiguration nach abgeschlossener Installation finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.
Um eine Netzwerkverbindung manuell zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche Konfigurieren unten rechts auf dem Bildschirm. Daraufhin erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie die ausgewählte Verbindung konfigurieren können. Die gezeigten Konfigurationsoptionen unterscheiden sich abhängig davon, ob es sich bei der gewählten Verbindung um eine Kabelverbindung, Funkverbindung, mobiles Breitband, VPN oder DSL handelt. Eine vollständige Beschreibung aller möglichen Konfigurationen im Netzwerk-Abschnitt des Einstellungen-Dialogs geht über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus.
Die hilfreichsten Optionen zur Netzwerkkonfiguration, die Sie während der Installation in Betracht ziehen sollten, werden nachfolgend erläutert:
  • Markieren Sie das Auswahlkästchen Automatisch mit diesem Netzwerk verbinden, wenn es verfügbar ist, wenn Sie diese Verbindung bei jedem Systemstart verwenden möchten. Sie können mehr als eine Verbindung festlegen, die automatisch aktiviert werden soll. Diese Einstellungen werden auf das installierte System übertragen.
    Automatische Verbindung mit dem Netzwerk

    Abbildung 6.12. Automatische Verbindung mit dem Netzwerk

  • Standardmäßig werden IPv4-Parameter automatisch vom DHCP-Dienst im Netzwerk konfiguriert. Gleichzeitig ist die IPv6-Konfiguration auf Automatisch eingestellt. Diese Kombination ist für die meisten Installationsszenarien geeignet und erfordert keinerlei Änderung.
    IP-Protokolleinstellungen

    Abbildung 6.13. IP-Protokolleinstellungen

  • Markieren Sie das Auswahlkästchen Diese Verbindung nur für Ressourcen dieses Netzwerks verwenden, um Verbindungen auf das lokale Netzwerk zu beschränken. Diese Einstellung wird auf das installierte System übertragen und gilt für die gesamte Verbindung. Sie kann ausgewählt werden, selbst wenn keine anderen Routen konfiguriert wurden.
    Konfiguration von IPv4-Routen

    Abbildung 6.14. Konfiguration von IPv4-Routen

Wenn Sie mit der Bearbeitung der Netzwerkeinstellungen fertig sind, klicken Sie auf Speichern, um die neue Konfiguration zu speichern. Falls Sie die Konfiguration eines Geräts geändert haben, das während der Installation bereits aktiv war, so müssen Sie das Gerät neu starten, um die neue Konfiguration in der Installationsumgebung zu verwenden. Verwenden Sie den AN/AUS-Schieberegler auf dem Bildschirm Netzwerk & Hostname, um das Gerät neu zu starten.

6.8.2. Erweiterte Netzwerkschnittstellen

Erweiterte Netzwerkschnittstellen sind ebenfalls für die Installation verfügbar. Dazu gehören virtuelle Local Area Networks (VLANs) und zwei Methoden zur Bündelung von Verbindungen. Eine detaillierte Beschreibung dieser Schnittstellen geht über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus. Werfen Sie für weitere Informationen einen Blick auf das Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.
Um eine erweiterte Netzwerkschnittstelle zu erstellen, klicken Sie auf die Schaltfläche + unten links auf dem Bildschirm Netzwerk & Hostname.
Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Abbildung 6.15. Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Daraufhin erscheint ein Dialogfenster mit einer Auswahlliste, die folgende Optionen bietet:
  • Bond – steht für Netzwerkkarten-Bonding, eine Methode zur Bündelung von mehreren Netzwerkschnittstellen in einen einzelnen, gebündelten Kanal.
  • Team – steht für Netzwerkkarten-Teaming, eine neue Implementierung zur Zusammenlegung von Verbindungen. Ein kleiner Kernel-Treiber implementiert die schnelle Handhabung von Paketübertragungen, verschiedene Applikationen handhaben alles andere im User-Space.
  • VLAN – steht für eine Methode zur Erstellung mehrerer verschiedener Broadcast-Domains, die voneinander isoliert sind.
Erweiterter Dialog für Netzwerkschnittstellen

Abbildung 6.16. Erweiterter Dialog für Netzwerkschnittstellen

Anmerkung

Beachten Sie, dass lokale Schnittstellen - Kabel und Funk - automatisch vom Installationsprogramm erkannt werden und hier nicht manuell hinzugefügt oder gelöscht werden können.
Nachdem Sie eine Option ausgewählt und auf die Schaltfläche Hinzufügen geklickt haben, erscheint ein weiteres Dialogfenster, in dem Sie die neue Schnittstelle konfigurieren können. Genaue Anleitungen dazu finden Sie in den entsprechenden Kapiteln im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch. Um die Konfiguration einer vorhandenen Schnittstelle zu bearbeiten, klicken Sie auf die Schaltfläche Konfigurieren unten rechts im Bildschirm. Sie können auch eine manuell hinzugefügte Schnittstelle entfernen, indem Sie auf die Schaltfläche - klicken.

6.9. Softwareauswahl

Um anzugeben, welche Pakete installiert werden sollen, wählen Sie im Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Software-Auswahl. Die Paketgruppen sind in Basisumgebungen unterteilt. Diese Umgebungen sind vordefinierte Gruppen von Paketen zu bestimmten Zwecken; z. B. enthält die Umgebung Virtualisierungs-Host eine Reihe von Paketen, die zum Ausführen von virtuellen Maschinen auf dem System notwendig sind. Nur eine Softwareumgebung kann bei der Installation ausgewählt werden.
Für jede Umgebung gibt es zusätzliche Pakete in Form von Erweiterungen. Erweiterungen werden auf der rechten Seite des Bildschirms aufgeführt. Die Liste der Erweiterungen wird aktualisiert, wenn eine andere Umgebung ausgewählt wird. Sie können für Ihre Installationsumgebung mehrere Erweiterungen wählen.
Eine horizontale Linie trennt die Liste der Erweiterungen in zwei Abschnitte:
  • Erweiterungen, die über der horizontalen Linie aufgeführt werden, sind spezifisch für die von Ihnen gewählte Umgebung. Wenn Sie Erweiterungen in diesem Abschnitt der Liste auswählen und anschließend eine andere Umgebung wählen, geht Ihre Auswahl verloren.
  • Erweiterungen unter der horizontalen Linie stehen für alle Umgebungen zur Auswahl. Wenn Sie eine andere Umgebung auswählen, hat dies keine Auswirkungen auf die Auswahl, die Sie in diesem Abschnitt der Liste getroffen haben.
Beispiel für eine Softwareauswahl für eine Serverinstallation

Abbildung 6.17. Beispiel für eine Softwareauswahl für eine Serverinstallation

Die verfügbaren Basisumgebungen und Erweiterungen hängen davon ab, welche Variante des Red Hat Enterprise Linux 7-Installations-ISO-Images Sie als Installationsquelle verwenden. Beispielsweise liefert die server-Variante Umgebungen speziell für Server, wohingegen die workstation-Variante mehrere Optionen zur Bereitstellung als Arbeitsplatzrechner für Entwickler bietet.
Das Installationsprogramm zeigt nicht an, welche Pakete in den verfügbaren Umgebungen enthalten sind. Um zu erfahren, welche Pakete in einer bestimmten Umgebung oder Erweiterung enthalten sind, werfen Sie einen Blick in die Datei repodata/*-comps-variant.architecture.xml auf der Red Hat Enterprise Linux 7-Installations-DVD, die Sie als Installationsquelle verwenden. Diese Datei enthält eine Struktur, die alle verfügbaren Umgebungen (gekennzeichnet durch den <environment>-Tag) und Erweiterungen (gekennzeichnet durch den <group>-Tag) beschreibt.
Die vordefinierten Umgebungen und Erweiterungen ermöglichen Ihnen die Anpassung Ihres Systems. In einer manuellen Installation gibt es jedoch keine Möglichkeit, einzelne Pakete zur Installation auszuwählen. Um Ihr installiertes System anzupassen, können Sie die Umgebung Minimale Installation auswählen, die eine einfache Version von Red Hat Enterprise Linux 7 mit einer minimalen Auswahl von zusätzlicher Software installiert. Nachdem die Installation fertiggestellt ist und Sie sich zum ersten Mal beim System anmelden, können Sie den Yum-Paketmanager verwenden, um gewünschte weitere Software zu installieren.
Alternativ erreichen Sie mithilfe einer Kickstart-Datei eine weit bessere Kontrolle über die installierten Pakete. Sie können Umgebungen, Gruppen und einzelne Pakete im Abschnitt %packages der Kickstart-Datei angeben. Siehe Abschnitt 23.3.3, »Paketauswahl« für Anweisungen zur Auswahl von Paketen in einer Kickstart-Datei und Kapitel 23, Kickstart-Installationen für allgemeine Informationen über die Automatisierung der Installation mit Kickstart.
Sobald Sie die zu installierende Umgebung und gewünschte Erweiterungen gewählt haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

6.9.1. Grundlegende Netzwerkdienste

Alle Red Hat Enterprise Linux-Installationen enthalten die folgenden Netzwerkdienste:
  • zentralisierte Protokollierung mithilfe des syslog-Dienstprogramms
  • E-Mail mithilfe von SMTP (Simple Mail Transfer Protocol)
  • Netzwerk-Filesharing mithilfe von NFS (Network File System)
  • Zugriff von Remote aus mithilfe von SSH (Secure SHell)
  • Resource-Advertising mithilfe von mDNS (Multicast-DNS)
Einige automatisierte Vorgänge auf Ihrem Red Hat Enterprise Linux-System verwenden den E-Mail-Dienst, um Berichte und Benachrichtigungen an den Systemadministrator zu versenden. Standardmäßig akzeptieren die E-Mail-, Protokollierungs- und Druckdienste keine Verbindungen von anderen Systemen.
Sie können Ihr Red Hat Enterprise Linux-System nach abgeschlossener Installation derart konfigurieren, dass Dienste für E-Mail, Filesharing, Protokollierung, Druck und Remote-Desktop-Zugriff bereitgestellt werden. Der SSH-Dienst ist standardmäßig aktiviert. Sie können mithilfe von NFS auf Dateien auf anderen Systemen zugreifen, ohne den NFS-Sharing-Dienst zu aktivieren.

6.10. Installationsziel

Klicken Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Installationsziel, um die Festplatten auszuwählen und den Speicherplatz zu partitionieren, auf dem Sie Red Hat Enterprise Linux installieren möchten. Falls Sie mit Festplattenpartitionen nicht vertraut sind, werfen Sie einen Blick auf Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen für weitere Informationen.

Warnung

Red Hat empfiehlt, grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchzuführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung aller Daten auf den Festplatten durchführen. Unvorhergesehene Umstände können zu einem totalen Datenverlust führen.

Wichtig

Falls Sie Red Hat Enterprise Linux im Textmodus installieren, können Sie nur die standardmäßigen Partitionierungsschemata nutzen, die in diesem Abschnitt beschrieben werden. Über die Partitionen hinaus, die das Installationsprogramm automatisch hinzufügt oder entfernt, können Sie keine anderen Partitionen hinzufügen oder entfernen.

Wichtig

Wenn Sie über eine RAID-Karte verfügen, denken Sie daran, dass einige BIOS-Systeme das Booten von RAID-Karten nicht unterstützen. In diesem Fall muss die /boot-Partition auf einer Partition außerhalb des RAID-Arrays erstellt werden, zum Beispiel auf einer separaten Festplatte. Bei problematischen RAID-Karten ist es notwendig, eine interne Festplatte für die Erstellung von Partitionen zu verwenden. Zudem ist eine /boot-Partition notwendig für Software-RAID-Konfigurationen.
Wenn Sie eine automatische Partitionierung für Ihr System gewählt haben, sollten Sie Ihre /boot-Partition manuell bearbeiten. Siehe Abschnitt 6.10.4, »Manuelle Partitionierung« für weitere Informationen.
Übersicht über Speicherplatz

Abbildung 6.18. Übersicht über Speicherplatz

Wichtig

Um den Red Hat Enterprise Linux-Bootloader so zu konfigurieren, dass er gestaffelt von einem anderen Bootloader geladen wird (Chain Loading), müssen Sie das Bootlaufwerk manuell angeben. Klicken Sie dazu auf den Link Ausführliche Festplatten-Zusammenfassung und Bootloader unten im Bildschirm Installationsziel. In Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« finden Sie Anweisungen zur Angabe des Bootlaufwerks.
Auf diesem Bildschirm sehen Sie Speichergeräte, die lokal auf Ihrem Rechner verfügbar sind. Sie können weitere Spezial- oder Netzwerkgeräte hinzufügen, indem Sie auf die Schaltfläche Festplatte hinzufügen klicken. Weitere Informationen über diese Geräte finden Sie in Abschnitt 6.11, »Speichergeräte«.
Wählen Sie die Festplatten, auf denen Red Hat Enterprise Linux installiert werden soll, indem Sie auf deren Symbole oben im Bildschirm klicken. Für jede Festplatte wird die Kennung, die Größe und der verfügbare Platz angezeigt. Festplatten, die auf diesem Bildschirm nicht ausgewählt werden, bleiben unverändert, wenn die Installation beginnt.
Unter den Leisten für Speichergeräte finden Sie weitere Auswahlmöglichkeiten für Weitere Speicheroptionen:
  • Im Abschnitt Partitionierung können Sie wählen, wie Ihre Speichergeräte partitioniert werden sollen. Sie können die Partitionen manuell konfigurieren oder dem Installationsprogramm erlauben, dies automatisch vorzunehmen.
    Eine automatische Partitionierung wird empfohlen, wenn Sie eine saubere Installation auf bisher ungenutztem Speicher durchführen oder wenn Sie vorhandene Daten auf dem Speicher nicht behalten möchten. Um mit der automatischen Partitionierung fortzufahren, lassen Sie das Auswahlfeld Partitionierung automatisch konfigurieren ausgewählt. Das Installationsprogramm wird die nötigen Partitionen auf dem Speicherplatz für Sie erstellen.
    Für die automatische Partitionierung können Sie auch das Auswahlkästchen Ich möchte weiteren Speicherplatz verfügbar machen markieren. Dadurch können Sie auswählen, wie Speicherplatz von anderen Dateisystemen für diese Installation neu zugewiesen werden soll. Falls Sie eine automatische Partitionierung ausgewählt haben, es jedoch nicht genug Speicherplatz zur Durchführung der Installation gibt, dann erscheint beim Klick auf Fertig das folgende Dialogfenster:
    Installationsoptionen mit Option zur Freigabe von Speicherplatz

    Abbildung 6.19. Installationsoptionen mit Option zur Freigabe von Speicherplatz

    Klicken Sie auf Speichermedien hinzufügen, um weiteren Speicherplatz hinzuzufügen. Klicken Sie auf Speicherplatz festlegen, um Speicherplatz von vorhandenen Partitionen freizugeben. Siehe Abschnitt 6.10.3, »Freigeben von Speicherplatz« für Details.
    Wenn Sie das Auswahlfeld Ich werde die Partitionierung konfigurieren für eine manuelle Einrichtung markieren, erscheint nach Klick auf Fertig der Bildschirm Manuelle Partitionierung. Siehe Abschnitt 6.10.4, »Manuelle Partitionierung« für Details.
  • Unter Verschlüsselung können Sie das Auswahlkästchen Meine Daten verschlüsseln wählen, um alle Partitionen außer der /boot-Partition zu verschlüsseln. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie Informationen über die Verschlüsselung.
Unten auf dem Bildschirm finden Sie den Link Ausführliche Festplatten-Zusammenfassung und Bootloader. Klicken Sie auf diesen Link, um die Festplatte zu konfigurieren, auf der ein Bootloader installiert werden soll.
Siehe Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« für weitere Informationen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig, wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben, um entweder zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren oder mit dem Bildschirm Manuelle Partitionierung fortzufahren.

Wichtig

Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem System mit sowohl Multipath- als auch nicht-Multipath-Speichergeräten installieren, erstellt das automatische Partitionslayout im Installationsprogramm unter Umständen Datenträgergruppen, die eine Kombination aus Multipath- und nicht-Multipath-Geräten enthalten. Dies würde dem Sinn und Zweck von Multipath-Speicher zuwiderlaufen.
Wir empfehlen Ihnen, auf dem Bildschirm Installationsziel nur Multipath- bzw. nur Nicht-Multipath-Geräte auswählen. Fahren Sie alternativ mit der manuellen Partitionierung fort.

6.10.1. Bootloader-Installation

Red Hat Enterprise Linux 7 verwendet GRUB2 (GRand Unified Bootloader Version 2) als Bootloader. Der Bootloader ist das erste Programm, das ausgeführt wird, wenn der Rechner gestartet wird. Es ist dafür zuständig, ein Betriebssystem zu laden und die Kontrolle an dieses Betriebssystem zu übergeben. GRUB2 kann alle kompatiblen Betriebssysteme booten. Es kann zudem für Chain Loading (gestaffeltes Laden) eingesetzt werden, um die Kontrolle an andere Bootloader zu übergeben, die inkompatible Betriebssysteme laden können.

Warnung

Bei der Installation von GRUB2 wird Ihr vorhandener Bootloader unter Umständen überschrieben.
Wenn Sie bereits ein anderes Betriebssystem installiert haben, wird Red Hat Enterprise Linux versuchen, GRUB2 automatisch zu finden und zu konfigurieren, um diese zu booten. Sie können andere Betriebssysteme auch manuell konfigurieren, wenn diese nicht ordnungsgemäß erkannt werden.
Um anzugeben, auf welchem Gerät der Bootloader installiert werden soll, klicken Sie unten auf dem Bildschirm Installationsziel auf den Link Ausführliche Festplatten-Zusammenfassung und Bootloader. Daraufhin erscheint der Dialog Ausgewählte Medien. Falls Sie die Festplatte manuell konfigurieren, erreichen Sie diesen Dialog durch Klick auf Speichergerät ausgewählt auf dem Bildschirm Manuelle Partitionierung.
Zusammenfassung der ausgewählten Medien

Abbildung 6.20. Zusammenfassung der ausgewählten Medien

In der Spalte Starten kennzeichnet ein grünes Häkchen das als Bootgerät festgelegte Gerät. Um das Bootgerät zu ändern, wählen Sie eines der Geräte aus der Liste und klicken Sie auf die Schaltfläche Als Startmedium festlegen, um stattdessen dort den Bootloader zu installieren.
Um die Installation eines neuen Bootloaders zu verhindern, wählen Sie das markierte Gerät und klicken Sie auf die Schaltfläche Bootloader nicht installieren. Dadurch wird das Häkchen entfernt und sichergestellt, dass GRUB2 auf keinem Gerät installiert wird.

Warnung

Wenn Sie sich dazu entscheiden, keinen Bootloader zu installieren, dann können Sie Ihr System nicht direkt booten und Sie müssen eine andere Methode zum Booten wählen (z. B. einen kommerziellen Bootloader). Wählen Sie diese Option nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie Ihr System auf eine andere Weise booten können.

6.10.1.1. Hinweise zu MBR und GPT

Das Installationsprogramm installiert GRUB2 entweder im Master Boot Record (MBR) oder in der GUID Partition Table (GPT) des Geräts für das Root-Dateisystem. Für die Entscheidung, welche Methode verwendet wird, berücksichtigt das Installationsprogramm die folgenden Faktoren:
BIOS-Systeme und UEFI-Systeme im BIOS-Kompatibilitätsmodus
Falls die Festplatte bereits formatiert ist, wird das Partitionsschema bewahrt.
Falls die Festplatte noch nicht formatiert ist oder der Benutzer alle Partitionen von der Festplatte gelöscht hat, verwendet Anaconda:
  • MBR, falls die Festplatte kleiner als 2 TB ist.
  • GPT, falls die Festplatte größer als 2 TB ist.

    Anmerkung

    Fügen Sie die Option inst.gpt zur Bootbefehlszeile hinzu, um das Standardverhalten außer Kraft zu setzen und GPT auf Festplatten kleiner als 2 TB zu verwenden. Beachten Sie, dass Sie Anaconda umgekehrt jedoch nicht dazu zwingen können, MBR auf Festplatten größer als 2 TB zu verwenden.
Sie müssen eine BIOS-Bootpartition (biosboot) erstellen, um auf einem BIOS-System zu installieren, auf dem die Festplatte, die den Bootloader enthält, GPT verwendet. Die biosboot-Partition sollte 1 MB groß sein. Sie benötigen die biosboot-Partition jedoch nicht, wenn die Festplatte, die den Bootloader enthält, MBR verwendet.
UEFI-Systeme
Auf UEFI-Systemen ist nur GPT zulässig. Wenn Sie auf einer formatierten Festplatte mit einem MBR installieren möchten, müssen Sie die Festplatte zunächst neu formatieren.
Unabhängig vom Partitionsschema müssen Sie eine EFI-Systempartition (efi) erstellen. Die efi-Partition sollte mindestens 50 MB groß sein, empfohlen wird 200 MB.

Anmerkung

Weder die biosboot- noch die efi-Partition darf sich auf einem LVM-Datenträger befinden. Verwenden Sie stattdessen eine Standardpartition.

6.10.2. Verschlüsseln von Partitionen

Falls Sie die Option Meine Daten verschlüsseln gewählt haben, fordert das Installationsprogramm Sie auf dem nächsten Bildschirm zur Eingabe einer Passphrase auf, mit der die Partitionen auf dem System entschlüsselt werden.
Partitionen werden unter Verwendung des Linux Unified Key Setup verschlüsselt – im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie weitere Informationen.
Passphrase für eine verschlüsselte Partition eingeben

Abbildung 6.21. Passphrase für eine verschlüsselte Partition eingeben

Wählen Sie eine Passphrase und geben Sie diese in beide Felder des Dialogfelds ein. Beachten Sie, dass Sie beim Festlegen der Passphrase dieselbe Tastaturbelegung verwenden sollten, die Sie auch später beim Entschlüsseln der Partitionen verwenden werden. Werfen Sie einen Blick auf das Symbol zur Tastaturbelegung, um sicherzugehen, dass die richtige Belegung ausgewählt ist. Sie müssen diese Passphrase jedes Mal angeben, wenn das System hochgefahren wird. Drücken Sie die Tab-Taste im Passphrase-Eingabefeld, um es erneut einzugeben. Falls die Passphrase zu schwach ist, wird ein Warnsymbol im Eingabefeld angezeigt und Sie können im zweiten Feld keine Eingabe vornehmen. Bewegen Sie den Mauszeiger über das Warnsymbol, um Tipps zur Wahl einer besseren Passphrase zu erhalten.

Warnung

Wenn Sie diese Passphrase verlieren, kann auf alle verschlüsselten Partitionen und die darauf befindlichen Daten nicht mehr zugegriffen werden. Es gibt keine Möglichkeit, eine verlorene Passphrase wiederherzustellen.
Wenn Sie eine Kickstart-Installation von Red Hat Enterprise Linux durchführen, können Sie Verschlüsselungspassphrasen und Backup-Verschlüsselungspassphrasen während der Installation erstellen. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie weitere Informationen über Festplattenverschlüsselung.

6.10.3. Freigeben von Speicherplatz

Falls für die Installation von Red Hat Enterprise Linux nicht genügend Platz auf den als Installationsziel gewählten Festplatten verfügbar ist und Sie im Dialogfenster Installationsoptionen die Option Speicherplatz festlegen gewählt haben, dann erscheint nun das Dialogfenster Speicherplatz festlegen.

Warnung

Beim Beanspruchen von Speicherplatz auf einer Partition werden die darauf vorhandenen Daten gelöscht (nicht jedoch beim Verkleinern). Sie sollten sich daher vergewissern, dass alle noch benötigten Daten auf einen anderen Datenträger gesichert wurden.
Freigeben von Speicherplatz in vorhandenen Dateisystemen

Abbildung 6.22. Freigeben von Speicherplatz in vorhandenen Dateisystemen

Die vorhandenen Dateisysteme, die Red Hat Enterprise Linux erkannt hat, werden in der Tabelle unter den jeweiligen Festplatten aufgeführt. Die Spalte Beanspruchbarer Speicherplatz zeigt den Speicherplatz, der stattdessen dieser Installation zugewiesen werden kann. Die Spalte Aktion zeigt, welche Aktion auf diesem Dateisystem ausgeführt wird, um Speicherplatz freizugeben.
Unter der Tabelle befinden sich vier Schaltflächen:
  • Beibehalten – lässt das Dateisystem unverändert und löscht keine Daten. Dies ist die Standardaktion.
  • Löschen – entfernt das Dateisystem vollständig. Sämtlicher Speicherplatz, den das Dateisystem auf der Festplatte beansprucht, wird für die Installation freigegeben.
  • Verkleinern – gewinnt freien Platz im Dateisystem und gibt diesen für die Installation frei. Verwenden Sie den Schieberegler, um eine neue Größe für die ausgewählte Partition festzulegen. Dies kann nur auf größenveränderbare Partitionen angewendet werden, auf denen kein LVM oder RAID eingesetzt wird.
  • Alles löschen/Alles erhalten – diese Schaltfläche weiter rechts markiert alle Dateisysteme zur Löschung. Nach einem Klick darauf ändert sich der Text der Schaltfläche und Sie können mit einem weiteren Klick alle Dateisysteme zur Beibehaltung markieren.
Wählen Sie mit der Maus ein Dateisystem oder eine ganze Festplatte aus der Tabelle und klicken Sie auf eine der Schaltflächen. Der Eintrag in der Spalte Aktion ändert sich abhängig von Ihrer getroffenen Auswahl, und die Speicherplatzmenge unter Gewählter Speicherplatz, der insgesamt beansprucht wird ändert sich ebenfalls entsprechend. Unter diesem Wert wird die Menge an Speicherplatz angezeigt, die zur Installation nötig ist, basierend auf den Paketen, die von Ihnen zur Installation ausgewählt wurden.
Wenn genügend Speicherplatz freigegeben wurde, um mit der Installation fortzufahren, wird die Schaltfläche Speicherplatz festlegen aktiv. Klicken Sie auf diese Schaltfläche, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren und mit der Installation fortzufahren.

6.10.4. Manuelle Partitionierung

Wenn Sie die Option Ich werde die Partitionierung konfigurieren gewählt haben, wird der Bildschirm Manuelle Partitionierung angezeigt, sobald Sie beim Installationsziel auf Fertig klicken. Auf diesem Bildschirm konfigurieren Sie Ihre Festplattenpartitionen und Einhängepunkte. Dadurch wird das Dateisystem festgelegt, auf dem Red Hat Enterprise Linux 7 installiert wird.

Warnung

Red Hat empfiehlt, grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchzuführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung aller Daten auf den Festplatten durchführen. Unvorhergesehene Umstände können zu einem totalen Datenverlust führen.
Der Bildschirm zur manuellen Partitionierung

Abbildung 6.23. Der Bildschirm zur manuellen Partitionierung

Der Bildschirm Manuelle Partitionierung zeigt zu Beginn nur eine Leiste links für die Einhängepunkte. Die Leiste ist entweder leer mit Ausnahme der Informationen zur Erstellung von Einhängepunkten, oder sie zeigt vorhandene Einhängepunkte, die vom Installationsprogramm erkannt wurden. Diese Einhängepunkte werden von den vorhandenen Betriebssysteminstallationen verwaltet. Daher werden manche Dateisysteme unter Umständen mehrmals angezeigt, wenn eine Partition von mehreren Installationen gemeinsam verwendet wird. Der gesamte Speicherplatz und der verfügbare Speicherplatz auf den ausgewählten Geräten wird unterhalb dieser Leiste angezeigt.
Falls Ihr System vorhandene Dateisysteme enthält, vergewissern Sie sich, dass für die Installation genügend Platz zur Verfügung steht. Verwenden Sie die Schaltfläche -, um nicht benötigte Partitionen zu löschen.

Anmerkung

Empfehlungen und weitere Informationen über Festplattenpartitionen finden Sie in Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen und Abschnitt 6.10.4.5, »Empfohlenes Partitionsschema«. Sie benötigen mindestens eine Root-Partition von geeigneter Größe und eine Swap-Partition, die derselben oder der doppelten Größe des RAM auf Ihrem System entspricht.

6.10.4.1. Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen

Eine Installation von Red Hat Enterprise Linux 7 erfordert mindestens eine Partition. Red Hat empfiehlt jedoch mindestens vier Partitionen: /, /home, /boot und swap. Darüber hinaus können Sie weitere gewünschte Partitionen anlegen. Siehe Abschnitt 6.10.4.5, »Empfohlenes Partitionsschema« für weitere Einzelheiten.
Das Hinzufügen eines Dateisystems erfolgt in zwei Schritten. Sie erstellen zunächst einen Einhängepunkt in einem bestimmten Partitionierungsschema. Die Partition erscheint dann in der linken Leiste. Als Nächstes können Sie die Partition mithilfe der Optionen rechts anpassen, wo Sie Angaben zu Name, Gerätetyp, Dateisystemtyp, Kennung sowie Verschlüsselung und Neuformatierung der Partition machen können.
Falls Sie keine vorhandenen Dateisysteme haben und möchten, dass das Installationsprogramm die erforderlichen Partitionen und Einhängepunkte für Sie anlegt, wählen Sie das gewünschte Partitionsschema aus dem Auswahlmenü in der linken Leiste (Standard für Red Hat Enterprise Linux ist LVM), und klicken Sie anschließend den Link oben in der Leiste, um Einhängepunkte automatisch zu erstellen. Dadurch wird eine /boot-Partition erstellt, eine /-Partition (Root-Partition) und eine Swap-Partition von geeigneter Größe. Dies sind die empfohlenen Partitionen für eine typische Installation, Sie können jedoch weitere Partitionen hinzufügen, falls gewünscht.
Alternativ können Sie über die Schaltfläche + unter der linken Leiste einzelne Einhängepunkte erstellen. Daraufhin öffnet sich das Dialogfenster Einen neuen Einhängepunkt hinzufügen. Wählen Sie entweder einen der vordefinierten Pfade aus der Einhängepunkt-Auswahlliste oder geben Sie einen benutzerdefinierten Einhängepunkt ein – wählen Sie beispielsweise / für die Root-Partition oder /boot für die Boot-Partition. Geben Sie dann die Größe der Partition in üblichen Größeneinheiten wie Megabytes, Gigabytes oder Terabytes im Textfeld Gewünschte Kapazität an – geben Sie beispielsweise 2GB ein, um eine 2 Gigabyte große Partition zu erstellen. Wenn Sie dieses Feld leer lassen oder eine Größe angeben, die den verfügbaren Platz übersteigt, wird stattdessen der gesamte verbleibende Platz verwendet. Nachdem Sie diese Angaben gemacht haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Einhängepunkt hinzufügen, um die Partition zu erstellen.
Für jeden Einhängepunkt, den Sie manuell erstellen, können Sie das Partitionsschema aus dem Auswahlmenü in der linken Leiste auswählen. Die verfügbaren Optionen sind Standard-Partition, BTRFS, LVM und LVM Reduzierte Bereitstellung. Beachten Sie, dass sich die /boot-Partition immer auf einer Standardpartition befinden wird, ungeachtet des Werts, den Sie in diesem Menü auswählen.
Wenn Sie ändern möchten, auf welchem Gerät ein einzelner Nicht-LVM-Einhängepunkt liegen soll, wählen Sie den Einhängepunkt und klicken Sie die Konfigurationsschaltfläche unten in der Leiste. Daraufhin öffnet sich das Dialogfenster Einhängepunkt konfigurieren. Wählen Sie ein oder mehrere Geräte und klicken Sie auf Auswählen. Beachten Sie, dass Sie nach Schließen des Dialogfensters diese Einstellungen noch bestätigen müssen, indem Sie auf die Schaltfläche Änderungen aktualisieren rechts im Bildschirm Manuelle Partitionierung klicken.
Konfigurieren von Einhängepunkten

Abbildung 6.24. Konfigurieren von Einhängepunkten

Um die Informationen über alle lokalen Festplatten und Partitionen zu aktualisieren, klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Pfeilsymbol zum Neuladen der Speicherkonfiguration. Dies ist nur dann nötig, wenn Sie eine erweiterte Partitionskonfiguration außerhalb des Installationsprogramms vorgenommen haben. Beachten Sie, dass durch Klick auf die Schaltfläche Festplatten erkennen sämtliche Konfigurationsänderungen, die Sie bis dahin im Installationsprogramm vorgenommen haben, verloren gehen.
Speicherkonfiguration von Festplatte neu laden

Abbildung 6.25. Speicherkonfiguration von Festplatte neu laden

Am unteren Rand des Bildschirms zeigt ein Link, wie viele Speichergeräte als Installationsziel ausgewählt wurden (siehe Abschnitt 6.10, »Installationsziel«). Wenn Sie auf diesen Link klicken, öffnet sich das Dialogfenster Ausgewählte Medien, in dem Sie die Informationen über die Speichergeräte überprüfen können. Siehe Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« für weitere Informationen.
Um eine Partition oder einen Datenträger anzupassen, wählen Sie den zugehörigen Einhängepunkt aus der linken Leiste aus. Daraufhin werden die folgenden veränderbaren Eigenschaften rechts angezeigt:
Anpassen von Partitionen

Abbildung 6.26. Anpassen von Partitionen

  • Name – Weisen Sie einem LVM- oder Btrfs-Datenträger einen Namen zu. Beachten Sie, dass Standardpartitionen bei der Erstellung automatisch benannt werden und deren Namen nicht bearbeitet werden können. So wird /home beispielsweise der Name sda1 zugeordnet.
  • Einhängepunkt – Geben Sie den Einhängepunkt der Partition ein. Wenn eine Partition zum Beispiel die Root-Partition sein soll, geben Sie / ein; geben Sie dagegen /boot für die /boot-Partition ein usw. Für eine Swap-Partition sollte kein Einhängepunkt angegeben werden – die Angabe des Dateisystemtyps swap ist ausreichend.
  • Kennung – Weisen Sie der Partition eine Kennung zu. Kennungen werden verwendet, damit Sie einzelne Partitionen einfacher erkennen und ansprechen können.
  • Gewünschte Kapazität – Geben Sie die gewünschte Größe der Partition an. Sie können übliche Größeneinheiten wie Kilobytes, Megabytes, Gigabytes oder Terabytes verwenden. Wenn Sie keine Einheit angeben, ist Megabytes die Standardeinheit.
  • Gerätetyp – Wählen Sie zwischen Standard-Partition, BTRFS, LVM oder LVM Reduzierte Bereitstellung. Falls zwei oder mehr Festplatten zur Partitionierung ausgewählt wurden, steht RAID ebenfalls zur Auswahl. Markieren Sie das Auswahlkästchen Verschlüsseln, um die Partition zu verschlüsseln. Sie werden dann später dazu aufgefordert, eine Passphrase festzulegen.
  • Dateisystem – Wählen Sie aus dem Auswahlmenü den gewünschten Dateisystemtyp für diese Partition aus. Markieren Sie das Auswahlkästchen Neuformatieren, um eine vorhandene Partition zu formatieren, oder lassen Sie es nicht ausgewählt, um Ihre Daten auf der Partition zu behalten.
Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 6.10.4.1.1, »Dateisystemtypen« für weitere Informationen über Dateisysteme und Gerätetypen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern. Wählen Sie dann falls gewünscht die nächste Partition, die Sie anpassen möchten. Beachten Sie, dass die Änderungen erst angewendet werden, wenn die Installation auf der Zusammenfassungsseite gestartet wird. Klicken Sie auf die Schaltfläche Alles zurücksetzen, um sämtliche Änderungen an allen Partitionen zu verwerfen und neu zu beginnen.
Sobald Sie alle Dateisysteme und Einhängepunkte erstellt und angepasst haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig. Falls Sie ausgewählt haben, eine oder mehrere Partitionen zu verschlüsseln, werden Sie nun zur Angabe einer Passphrase aufgefordert. Anschließend erscheint ein Dialog, der eine Zusammenfassung aller speicherbezogenen Aktionen anzeigt, die das Installationsprogramm durchführen wird. Dazu gehört das Erstellen, Verändern der Größe oder Löschen von Partitionen und Dateisystemen. Sie können alle Änderungen überprüfen und auf Abbrechen & zur angepassten Partitionierung zurückkehren klicken, um zurückzugehen. Um die Zusammenfassung zu bestätigen, klicken Sie auf Änderungen übernehmen, woraufhin Sie zur Zusammenfassung der Installation zurückkehren. Um weitere Geräte zu partitionieren, wählen Sie diese auf dem Bildschirm Installationsziel aus und kehren Sie zum Bildschirm Manuelle Partitionierung zurück, um dann den in diesem Abschnitt beschriebenen Schritten zu folgen.
6.10.4.1.1. Dateisystemtypen
Mit Red Hat Enterprise Linux können Sie verschiedene Gerätetypen und Dateisysteme erstellen. Nachfolgend sehen Sie eine kurze Beschreibung der verschiedenen Gerätetypen und Dateisysteme und wie diese eingesetzt werden können.

Gerätetypen

  • Standard-Partition – Eine Standardpartition kann ein Dateisystem oder einen Swap-Bereich beinhalten. Sie kann außerdem einen Container für Software-RAID oder einen logischen LVM-Datenträger bereitstellen.
  • Logischer Datenträger (LVM) – Wird eine LVM-Partition angelegt, so wird automatisch ein logischer LVM-Datenträger erstellt. LVM kann die Leistungsfähigkeit bei der Verwendung von physischen Festplatten erhöhen. Informationen über das Anlegen eines logischen Datenträgers finden Sie in Abschnitt 6.10.4.3, »Logische LVM-Datenträger erstellen«. Weitere Informationen über LVM finden Sie im Handbuch Red Hat Enterprise Linux 7 Administration des Logical Volume Manager.
  • LVM Reduzierte Bereitstellung – Mithilfe der reduzierten Bereitstellung ("Thin Provisioning") können Sie einen Speicherpool mit verfügbarem Speicherplatz verwalten, den "Thin Pool". Dieser kann einer beliebigen Anzahl an Geräten zugewiesen werden, wenn Applikationen den Platz benötigen. Der Thin Pool kann dynamisch bei Bedarf erweitert werden und ermöglicht so die kostengünstige Zuweisung von Speicherplatz.
  • BTRFS – Btrfs ist ein Dateisystem mit mehreren Geräte-ähnlichen Features. Es ist dazu in der Lage, im Vergleich zu ext2, ext3 und ext4 mehr Dateien, größere Dateien und größere Datenträger zu adressieren und zu verwalten. Weitere Informationen und Anweisungen zum Erstellen eines Btrfs-Datenträgers finden Sie in Abschnitt 6.10.4.4, »Erstellen eines Btrfs-Unterdatenträgers«.
  • Software-RAID – Wenn Sie zwei oder mehr Software-RAID-Partitionen anlegen, können Sie daraus ein RAID-Gerät erstellen. Jeder Festplatte auf dem System wird eine RAID-Partition zugewiesen. Anweisungen zum Erstellen eines RAID-Geräts finden Sie in Abschnitt 6.10.4.2, »Erstellen eines Software-RAIDs«. Weitere Informationen über RAID finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch zur Speicherverwaltung.

Dateisysteme

  • xfs — XFS ist ein hochskalierbares Hochleistungsdateisystem, das Dateisysteme mit einer Größe von bis zu 16 Exabytes (ungefähr 16 Millionen Terabytes), Dateien mit einer Größe bis zu 8 Exabytes (ungefähr 8 Millionen Terabytes) und Verzeichnisstrukturen mit zehn Millionen Einträgen unterstützt. XFS unterstützt Metadaten-Journaling, was eine schnellere Wiederherstellung nach einem Absturz ermöglicht. Das XFS-Dateisystem kann außerdem defragmentiert und in seiner Größe geändert werden, während es eingehängt und in Gebrauch ist. Dieses Dateisystem ist standardmäßig ausgewählt und wird sehr empfohlen. Informationen über die unterschiedlichen Befehle für ext4 und XFS finden Sie in Anhang E, Referenztabelle für ext4- und XFS-Befehle.
    Die maximal unterstützte Größe einer XFS-Partition beträgt 500 TB.
  • ext4 – Das ext4-Dateisystem basiert auf dem ext3-Dateisystem und beinhaltet einige Verbesserungen. Dazu gehört die Unterstützung größerer Dateisysteme und Dateien, schnellere und effizientere Zuordnung von Speicherplatz, keine Beschränkung der Anzahl von Unterverzeichnissen in einem Verzeichnis, schnellere Prüfung des Dateisystems und stabileres Journaling.
    Die maximal unterstützte Größe eines ext4-Dateisystems in Red Hat Enterprise Linux 7 beträgt derzeit 50 TB.
  • ext3 – Das ext3-Dateisystem basiert auf dem ext2-Dateisystem und hat einen großen Vorteil – Journaling. Dateisysteme mit Journalingfunktion verringern die Zeit, die für das Wiederherstellen nach einem Systemabsturz aufgewendet werden muss, da das Dateisystem nicht nach jedem Absturz mit fsck auf Metadatenkonsistenz überprüft werden muss.
  • ext2 – Das ext2-Dateisystem unterstützt Standard-Unix-Dateitypen, einschließlich regulärer Dateien, Verzeichnissen und symbolischer Links. Es können lange Dateinamen mit bis zu 255 Zeichen vergeben werden.
  • Vfat – Das VFAT-Dateisystem ist ein Linux-Dateisystem, das mit den langen Dateinamen unter Microsoft Windows auf dem FAT-Dateisystem kompatibel ist.
  • swap – Swap-Partitionen dienen der Unterstützung von virtuellem Speicher. Mit anderen Worten, es werden Daten auf eine Swap-Partition geschrieben, wenn unzureichend Arbeitsspeicher (RAM) für die Daten, die Ihr System verarbeitet, zur Verfügung steht.
  • BIOS-Boot – Eine sehr kleine Partition, die zum Booten eines Geräts mit einer GUID-Partitionstabelle (GPT) auf einem BIOS-System erforderlich ist. Siehe Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« für Details.
  • EFI Systempartitionierung – Eine kleine Partition, die zum Booten eines Geräts mit einer GUID-Partitionstabelle (GPT) auf einem UEFI-System erforderlich ist. Siehe Abschnitt 6.10.1, »Bootloader-Installation« für Details.
Jedes Dateisystem hat verschiedene Größeneinschränkungen für das Dateisystem selbst sowie für die darin enthaltenen einzelnen Dateien. Eine Liste der maximal unterstützten Dateigrößen und Dateisystemgrößen finden Sie auf der Seite "Red Hat Enterprise Linux technology capabilities and limits", verfügbar im Kundenportal unter https://access.redhat.com/site/articles/rhel-limits.

6.10.4.2. Erstellen eines Software-RAIDs

Redundant arrays of independent disks (RAIDs) werden aus mehreren Speichergeräten zusammengestellt, die so arrangiert werden, dass Sie eine verbesserte Leistung sowie in bestimmten Konfigurationen eine höhere Fehlertoleranz bieten. Nachfolgend finden Sie eine Beschreibung der verschiedenen Arten von RAIDs.
Ein RAID-Gerät wird in einem Schritt erstellt und Festplatten werden bei Bedarf hinzugefügt oder entfernt. Eine RAID-Partition pro Festplatte ist für jedes Gerät zulässig. Demzufolge bestimmt die Anzahl der Festplatten, die dem Installationsprogramm zur Verfügung stehen, welche RAID-Levels verfügbar sind.
Erstellen einer Software-RAID-Partition – Auswahlmenü Gerätetyp geöffnet

Abbildung 6.27. Erstellen einer Software-RAID-Partition – Auswahlmenü Gerätetyp geöffnet

RAID-Konfigurationsoptionen werden nur angezeigt, wenn Sie zwei oder mehr Speichergeräte zur Installation ausgewählt haben. Mindestens zwei Geräte sind erforderlich, um ein RAID-Gerät zu erstellen.
Um ein RAID-Gerät zu erstellen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt wie in Abschnitt 6.10.4.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben. Indem Sie diesen Einhängepunkt konfigurieren, wird das RAID-Gerät konfiguriert.
  2. Während die Partition in der linken Leiste ausgewählt ist, wählen Sie die Konfigurationsschaltfläche unter der Leiste, um das Dialogfenster Einhängepunkt konfigurieren zu öffnen. Wählen Sie, welche Festplatten im RAID-Gerät enthalten sein sollen und klicken Sie auf Auswählen.
  3. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf RAID.
  4. Klicken Sie im Auswahlmenü Dateisystem auf Ihren gewünschten Dateisystemtyp (siehe Abschnitt 6.10.4.1.1, »Dateisystemtypen«).
  5. Klicken Sie im Auswahlmenü RAID Level auf den gewünschten RAID-Level.
    Die verfügbaren RAID-Levels sind:
    RAID0 – Arbeitsleistung
    Verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-0-RAIDs bieten eine verbesserte Leistung gegenüber standardmäßigen Partitionen und können dazu verwendet werden, den Speicherplatz verschiedener Geräte in ein großes, virtuelles Gerät zusammenzufassen. Beachten Sie bitte, dass Level-0-RAIDs keine Redundanz bieten und der Ausfall eines der Geräte im Array den Ausfall des gesamten Arrays zur Folge hat. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID1 – Redundanz
    Spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Maß an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID4 – Fehler-Prüfung
    Verteilt Daten auf mehreren Speichergeräten und nutzt eines der Geräte im Array, um die Paritätsinformationen zu speichern, die im Falle eines Ausfalls eines Geräts im Array das Array absichern. Da alle Paritätsinformationen auf diesem einen Gerät abgelegt sind, stellt der Zugriff auf dieses Gerät einen möglichen Leistungsengpass des Arrays dar. RAID 4 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
    RAID5 – Verteilte Fehler-Prüfung
    Verteilt Daten und Paritätsinformationen über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-5-RAID bietet daher Leistungsvorteile bei der Verteilung von Daten über mehrere Geräte hinweg, hat jedoch nicht die Leistungsengpässe von Level-4-RAIDs, da die Paritätsinformationen ebenfalls über das gesamten Array verteilt werden. RAID 5 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
    RAID6 – Redundanz Fehler-Prüfung
    Level-6-RAIDs ähneln Level-5-RAIDs, speichern jedoch zwei Sets an Paritätsdaten statt nur einem. RAID 6 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
    RAID10 – Arbeitsleistung und Redundanz
    Level-10-RAIDs sind verschachtelte RAIDs oder Hybrid RAIDs. Level-10-RAIDs werden durch das Verteilen von Daten auf gespiegelte Sets von Speichergeräten erstellt. So besteht beispielsweise ein Level-10-RAID, das aus vier RAID-Partitionen erstellt wurde, aus zwei Paar Partitionen, bei denen eine Partition die andere spiegelt. Daten werden dann über beide Paare von Speichergeräten verteilt, wie bei Level-0-RAID. RAID 10 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
  6. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.
Falls weniger Festplatten ausgewählt wurden, als für das angegebene RAID-Level erforderlich sind, erscheint eine Meldung unten im Fenster, die Sie darüber informiert, wie viele Festplatten für Ihre ausgewählte Konfiguration erforderlich sind.

6.10.4.3. Logische LVM-Datenträger erstellen

Logical Volume Management (LVM) liefert eine einfache, logische Ansicht des zugrunde liegenden Speicherplatzes wie beispielsweise Festplatten oder LUNs. Partitionen auf physischem Speicher werden als physische Datenträger dargestellt, die in Datenträgergruppen zusammengefasst werden können. Jede Datenträgergruppe kann dann in mehrere logische Datenträger unterteilt werden, von denen jeder einer standardmäßigen Festplattenpartition entspricht. Somit fungieren logische LVM-Datenträger als Partitionen, die sich über mehrere physische Festplatten erstrecken können.
Mehr Informationen über LVM finden Sie in Anhang C, Grundlagen zum Verständnis von LVM oder im Handbuch Red Hat Enterprise Linux Administration des Logical Volume Manager. Beachten Sie, dass die LVM-Konfiguration nur im grafischen Installationsprogramm zur Verfügung steht.

Wichtig

Bei einer Installation im Textmodus ist die LVM-Konfiguration nicht verfügbar. Falls Sie eine LVM-Konfiguration von Grund auf erstellen müssen, drücken Sie Strg+Alt+F2, um das Terminal zu verwenden und führen Sie den Befehl lvm aus. Um zur Installation im Textmodus zurückzukehren, drücken Sie Strg+Alt+F1.
Konfigurieren eines logischen Datenträgers

Abbildung 6.28. Konfigurieren eines logischen Datenträgers

Um einen logischen Datenträger zu erstellen und ihn zu einer neuen oder vorhandenen Datenträgergruppe hinzuzufügen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt für den LVM-Datenträger wie in Abschnitt 6.10.4.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben.
  2. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf LVM. Das Auswahlmenü Volume Group erscheint und zeigt den Namen der neu erstellten Datenträgergruppe.
  3. Klicken Sie optional entweder ins Menü und wählen Einen neuen Volume Group erstellen oder klicken Sie auf Ändern, um die neu erstellte Datenträgergruppe anzupassen, falls nötig. Sowohl die Option Einen neuen Volume Group erstellen als auch die Schaltfläche Ändern öffnen das Dialogfenster Configure Volume Group (Datenträgergruppe konfigurieren), in dem Sie die logische Datenträgergruppe umbenennen können und auswählen können, welche Festplatten enthalten sein sollen.
    Anpassen einer LVM-Datenträgergruppe

    Abbildung 6.29. Anpassen einer LVM-Datenträgergruppe

    Die verfügbaren RAID-Level entsprechen jenen, die Sie auch für RAID-Geräte auswählen können. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 6.10.4.2, »Erstellen eines Software-RAIDs«. Sie können zudem angeben, ob die Datenträgergruppe verschlüsselt werden soll und eine Richtlinie zur Größe angeben. Die verfügbaren Richtlinien sind:
    • Automatisch – Die Größe der Datenträgergruppe wird automatisch festgelegt, so dass diese gerade groß genug ist, um die konfigurierten logischen Datenträger enthalten zu können. Dies ist optimal, wenn Sie keinen freien Speicherplatz innerhalb der Datenträgergruppe wünschen.
    • So groß wie möglich – Die Datenträgergruppe wird so groß wie möglich angelegt, ungeachtet der Größe der konfigurierten logischen Datenträger, die diese enthält. Dies ist optimal, wenn Sie die meisten Ihrer Daten auf LVM speichern möchten und später unter Umständen vorhandene logische Datenträger vergrößern möchten, oder falls Sie zusätzliche logische Datenträger innerhalb dieser Gruppe anlegen möchten.
    • Fixiert – Mit dieser Option können Sie eine feste Größe für die Datenträgergruppe angeben. Alle konfigurierten logischen Datenträger müssen in die Datenträgergruppe dieser Größe hineinpassen. Dies ist hilfreich, falls Sie genau wissen, wie groß die Datenträgergruppe sein soll.
    Klicken Sie auf Sichern, wenn Sie mit der Konfiguration der Datenträgergruppe fertig sind.
  4. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Warnung

Eine /boot-Partition auf einem LVM-Datenträger wird nicht unterstützt.

6.10.4.4. Erstellen eines Btrfs-Unterdatenträgers

Btrfs ist ein Dateisystemtyp, der mehrere charakteristische Features von Speichergeräten aufweist. Btrfs ist dazu konzipiert, das Dateisystem fehlertolerant zu machen und die Erkennung und Behebung von Fehlern zu ermöglichen, wenn diese auftreten. Es verwendet Prüfsummen, um die Unversehrtheit von Daten und Metadaten sicherzustellen und legt Snapshots des Dateisystems an, die zur Sicherung oder Reparatur genutzt werden können.
Während der manuellen Partitionierung erstellen Sie keine Btrfs-Datenträger, sondern Unterdatenträger. Das Installationsprogramm erstellt dann automatisch einen Btrfs-Datenträger, der diese Unterdatenträger umfasst. Die angezeigten Größen für jeden Btrfs-Einhängepunkt links im Bildschirm Manuelle Partitionierung sind identisch, da sie die Gesamtgröße des Datenträgers angeben, nicht die Größe der einzelnen Unterdatenträger.
Konfiguration eines Btrfs-Unterdatenträgers

Abbildung 6.30. Konfiguration eines Btrfs-Unterdatenträgers

Um einen Btrfs-Unterdatenträger zu erstellen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt wie in Abschnitt 6.10.4.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben. Indem Sie diesen Einhängepunkt konfigurieren, wird der Btrfs-Datenträger konfiguriert.
  2. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf BTRFS. Das Auswahlmenü Dateisystem wird für Btrfs automatisch grau hinterlegt. Das Auswahlmenü Volume (Datenträger) erscheint und zeigt den Namen des neu erstellten Datenträgers.
  3. Klicken Sie optional entweder ins Menü und wählen Einen neuen Volume erstellen oder klicken Sie auf Ändern, um den neu erstellten Datenträger anzupassen, falls nötig. Sowohl die Option Einen neuen Volume erstellen als auch die Schaltfläche Ändern öffnen das Dialogfenster Configure Volume (Datenträger konfigurieren), in dem Sie den Unterdatenträger umbenennen können und ein RAID-Level zuweisen können.
    Anpassen eines Btrfs-Datenträgers

    Abbildung 6.31. Anpassen eines Btrfs-Datenträgers

    Die verfügbaren RAID-Levels sind:
    RAID0 (Arbeitsleistung)
    Verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-0-RAIDs bieten eine verbesserte Leistung gegenüber standardmäßigen Partitionen und können dazu verwendet werden, den Speicherplatz verschiedener Geräte in ein großes, virtuelles Gerät zusammenzufassen. Beachten Sie bitte, dass Level-0-RAIDs keine Redundanz bieten und der Ausfall eines der Geräte im Array den Ausfall des gesamten Arrays zur Folge hat. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID1 (Redundanz)
    Spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Maß an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID10 (Arbeitsleistung, Redundanz)
    Kombiniert RAID0 und RAID1 und bietet somit sowohl höhere Leistung als auch Redundanz. Daten werden in RAID1-Arrays gespeichert für Redundanz (Mirroring), und diese Arrays werden dann auf ein RAID0-Array aufgeteilt, was die Leistung erhöht (Striping). Erfordert mindestens vier RAID-Partitionen.
    Sie können zudem angeben, ob der Datenträger verschlüsselt werden soll und eine Richtlinie zur Größe angeben. Die verfügbaren Richtlinien sind:
    • Automatisch – Die Größe des Datenträgers wird automatisch festgelegt, so dass diese gerade groß genug ist, um die konfigurierten Unterdatenträger enthalten zu können. Dies ist optimal, wenn Sie keinen freien Speicherplatz innerhalb des Datenträgers wünschen.
    • So groß wie möglich – Der Datenträger wird so groß wie möglich angelegt, ungeachtet der Größe der konfigurierten Unterdatenträger, die dieser enthält. Dies ist optimal, wenn Sie die meisten Ihrer Daten auf Btrfs speichern möchten und später unter Umständen vorhandene Unterdatenträger vergrößern möchten, oder falls Sie zusätzliche Unterdatenträger innerhalb dieses Datenträgers anlegen möchten.
    • Fixiert – Mit dieser Option können Sie eine feste Größe für den Datenträger angeben. Alle konfigurierten Unterdatenträger müssen in den Datenträger dieser Größe hineinpassen. Dies ist hilfreich, falls Sie genau wissen, wie groß der Datenträger sein soll.
    Klicken Sie auf Sichern, wenn Sie mit der Konfiguration des Datenträgers fertig sind.
  4. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.
Falls weniger Festplatten ausgewählt wurden, als für das angegebene RAID-Level erforderlich sind, erscheint eine Meldung unten im Fenster, die Sie darüber informiert, wie viele Festplatten für Ihre ausgewählte Konfiguration erforderlich sind.

Warnung

Eine /boot-Partition auf einem Btrfs-Unterdatenträger wird nicht unterstützt.

6.11. Speichergeräte

Sie können Red Hat Enterprise Linux auf einer Vielzahl verschiedener Speichergeräte installieren. Auf der Seite Installationsziel sehen Sie einfache, lokal verfügbare Speichergeräte, wie in Abschnitt 6.10, »Installationsziel« beschrieben. Um ein Spezialspeichergerät hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche Festplatte hinzufügen im Bereich Spezial- & Netzwerkgeräte des Bildschirms.
Übersicht über Speicherplatz

Abbildung 6.32. Übersicht über Speicherplatz

Anmerkung

Während der Installation erfolgt keine Überwachung von LVM- und Software-RAID-Geräten durch den mdeventd-Daemon.

6.11.1. Bildschirm zur Auswahl der Speichergeräte

Der Bildschirm zur Auswahl von Speichergeräten zeigt alle Speichergeräte an, auf die das Anaconda-Installationsprogramm Zugriff hat.
Die Geräte werden unter den folgenden Reitern gruppiert:
Multipath-Geräte
Speichergeräte, auf die über mehrere Pfade zugegriffen werden kann, wie beispielsweise über mehrere SCSI-Controller oder Fiber-Channel-Ports auf demselben System.
Das Installationsprogramm erkennt nur Multipath-Speichergeräte mit 16- oder 32-stelligen Seriennummern.
Sonstige SAN-Geräte
Geräte, die auf einem Storage Area Network (SAN) verfügbar sind.
Firmware-RAID
Speichergeräte, die an einen Firmware-RAID-Controller angeschlossen sind.
Überblick über spezielle Speichergeräte

Abbildung 6.33. Überblick über spezielle Speichergeräte

Um ein iSCSI-Gerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen. Um ein FCoE (Fibre Channel over Ethernet) Gerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche FCoE SAN hinzufügen. Beide Schaltflächen befinden sich unten rechts auf dem Bildschirm.
Die Übersichtsseite enthält auch den Reiter Suchen, der es Ihnen ermöglicht, Speichergeräte entweder nach deren World Wide Identifier (WWID) zu filtern, oder nach Port, Ziel oder Logical Unit Number (LUN), unter denen auf sie zugegriffen wird.
Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Abbildung 6.34. Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Der Suchen-Reiter enthält die Auswahlliste Suchen nach, um nach Port, Ziel, LUN oder WWID zu suchen. Wenn Sie nach WWID oder LUN suchen, müssen Sie die gewünschten Werte in den entsprechenden Texteingabefeldern eingeben. Klicken Sie auf die Schaltfläche Suchen, um die Suche zu starten.
Jedes Gerät wird in einer separaten Reihe mit einem Auswahlkästchen links angezeigt. Markieren Sie das Auswahlkästchen, um ein Gerät während des Installationsvorgangs verfügbar zu machen. Im weiteren Verlauf des Installationsvorgangs können Sie auswählen, Red Hat Enterprise Linux auf einem beliebigen hier ausgewählten Gerät zu installieren. Sie können weiterhin wählen, dass jedes andere der hier ausgewählten Geräte automatisch als Teil des installierten Systems eingehängt wird.
Beachten Sie bitte, dass die Daten auf den von Ihnen ausgewählten Geräten nicht automatisch während des Installationsvorgangs gelöscht werden. Die Auswahl eines Geräts auf diesem Bildschirm allein gefährdet nicht die Daten, die auf dem Gerät gespeichert sind. Beachten Sie bitte weiterhin, dass jedes Gerät, das Sie an dieser Stelle nicht als Teil des installierten Systems auswählen, nach Abschluss der Installation zum System hinzugefügt werden kann, indem die Datei /etc/fstab entsprechend angepasst wird.

Wichtig

Jegliche Speichergeräte, die Sie auf diesem Bildschirm nicht auswählen, werden für Anaconda nicht sichtbar sein. Um den Red Hat Enterprise Linux-Bootloader von einem anderen Bootloader gestaffelt zu laden (Chain Loading), wählen Sie alle auf diesem Bildschirm aufgeführten Geräte.
Wenn Sie die Speichergeräte ausgewählt haben, die während der Installation zur Verfügung stehen sollen, klicken Sie auf Fertig, um zum Installationsziel-Bildschirm zurückzukehren.

6.11.1.1. Erweiterte Speicheroptionen

Wenn Sie ein erweitertes Speichergerät benötigen, können Sie ein iSCSI-Ziel (SCSI über TCP/IP) oder ein FCoE (Fibre Channel über Ethernet) SAN (Storage Area Network) konfigurieren, indem Sie auf die jeweilige Schaltfläche unten rechts auf dem Installationsziel-Bildschirm klicken. Siehe Anhang B, ISCSI-Festplatten für eine Einführung in iSCSI.
Erweiterte Speicheroptionen

Abbildung 6.35. Erweiterte Speicheroptionen

6.11.1.1.1. Konfigurieren von iSCSI-Parametern
Wenn Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen... klicken, erscheint das Dialogfenster iSCSI Storage Target hinzufügen.
Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Abbildung 6.36. Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Um iSCSI-Speichergeräte für die Installation zu verwenden, muss Anaconda diese als iSCSI-Ziele erkennen können (auch Discovery oder Entdeckung genannt) und in der Lage sein, eine iSCSI-Sitzung zu erstellen, um auf sie zuzugreifen. Bei jedem dieser Schritte kann ein Benutzername und ein Passwort für die CHAP-Authentifizierung (Challenge Handshake Authentication Protocol) erforderlich sein. Außerdem können Sie zusätzlich ein iSCSI-Ziel konfigurieren zur Authentifizierung des iSCSI-Initiators am System, zu dem das Ziel gehört (Reverse-CHAP), sowohl für die Erkennung als auch für die Sitzung. Gemeinsam verwendet werden CHAP und Reverse-CHAP als wechselseitiges CHAP (mutual CHAP) oder 2-Wege-CHAP bezeichnet. Wechselseitiges CHAP liefert die höchste Sicherheitsebene für iSCSI-Verbindungen, insbesondere, wenn der Benutzername und das Passwort sich für die CHAP-Authentifizierung und die Reverse-CHAP-Authentifizierung unterscheiden.

Anmerkung

Wiederholen Sie die Schritte zur Suche und Verbindung mit iSCSI-Zielen so oft wie nötig, um allen erfoderlichen iSCSI-Speicher hinzuzufügen. Sie können den Namen des iSCSI-Initiators jedoch nicht mehr ändern, nachdem Sie die Suche erstmals gestartet haben. Um den Namen des iSCSI-Initiators zu ändern, müssen Sie die Installation neu starten.

Prozedur 6.1. Suche von iSCSI-Zielen und Starten einer iSCSI-Sitzung

Verwenden Sie den Dialog iSCSI Storage Target hinzufügen, um Anaconda die Informationen zu liefern, die es zum Auffinden des iSCSI-Ziels benötigt.
  1. Geben Sie die IP-Adresse des iSCSI-Ziels im Feld Ziel IP-Adresse ein.
  2. Geben Sie im Feld iSCSI-Kennung einen Namen für den iSCSI-Initiator im IQN-Format (iSCSI qualifizierter Name) ein. Ein gültiger IQN-Eintrag umfasst:
    • die Zeichenkette iqn. (beachten Sie den Punkt)
    • einen Datumscode, der das Jahr und den Monat festlegt, in dem die Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation registriert wurde. Seine Darstellung erfolgt als vier Ziffern für das Jahr, einen Bindestrich und zwei Ziffern für den Monat gefolgt von einem Punkt. September 2010 wird zum Beispiel als 2010-09. dargestellt.
    • den Namen der Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation in umgekehrter Reihenfolge mit der Domäne der obersten Stufe zuerst. Die Subdomäne storage.example.com etwa wird als com.example.storage dargestellt.
    • einen Doppelpunkt, gefolgt von einer Zeichenkette, die den betreffenden iSCSI-Initiator innerhalb Ihrer Domäne oder Subdomäne eindeutig identifiziert. Zum Beispiel :diskarrays-sn-a8675309
    Ein vollständiger IQN sieht daher etwa wie folgt aus: iqn.2010-09.storage.example.com:diskarrays-sn-a8675309. Anaconda füllt das Feld iSCSI-Kennung bereits mit einem Namen in diesem Format aus, um Ihnen mit der Struktur zu helfen.
    Weitere Informationen zu IQNs finden Sie in Kapitel 3.2.6. iSCSI Namen in RFC 3720 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI), verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3720#section-3.2.6, sowie in Kapitel 1. iSCSI Names and Addresses in RFC 3721 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI) Naming and Discovery, verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3721#section-1.
  3. Verwenden Sie das Auswahlmenü Art der Authentifizierung festlegen, um die Art der Authentifizierung für die iSCSI-Verbindung festzulegen. Die folgenden Optionen stehen zur Auswahl:
    • Keine Anmeldeinformationen
    • CHAP-Paar
    • CHAP-Paar und Reverse-Paar
    • Falls Sie CHAP-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort.
    • Falls Sie CHAP-Paar und Reverse-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort ein und den Benutzernamen und das Passwort für den iSCSI-Initiator in den Feldern Reverse CHAP Benutzername und Reverse CHAP Passwort.
  4. Markieren Sie optional das Auswahlkästchen Targets mit Netzwerkschnittstellen verbinden.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche Verbindung aufbauen. Anaconda versucht, mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen ein iSCSI-Ziel zu finden. Ist die Suche erfolgreich, so zeigt Ihnen ein Dialog eine Liste aller auf dem Ziel erkannten iSCSI-Knoten.
  6. Neben jedem Knoten befindet sich ein Auswahlkästchen. Klicken Sie auf die Auswahlkästchen der Knoten, die für die Installation verwendet werden sollen.
    Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

    Abbildung 6.37. Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

  7. Das Menü Authentifizierungsart der Node-Anmeldung bietet dieselben Optionen wie das Menü Art der Authentifizierung festlegen in Schritt 3. Falls Sie jedoch Berechtigungsnachweise zur zur Erkennung benötigten, werden üblicherweise dieselben Berechtigungsnachweise zur Anmeldung beim gefundenen Knoten verwendet. Verwenden Sie dazu die zusätzliche Option Anmeldedaten aus der Erkennung verwenden im Menü. Wenn die richtigen Berechtigungsnachweise angegeben wurden, wird die Schaltfläche Anmelden verfügbar.
  8. Klicken Sie Anmelden, um die iSCSI-Sitzung zu initiieren.
6.11.1.1.2. Konfigurieren von FCoE-Parametern
Wenn Sie die Schaltfläche FCoE SAN hinzufügen... geklickt haben, erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie Netzwerkschnittstellen zur Erkennung von FCoE-Speichergeräten konfigurieren können.
Wählen Sie im Auswahlmenü NIC zunächst eine Netzwerkschnittstelle, die mit einem FCoE-Switch verbunden ist, und klicken Sie auf die Schaltfläche FCoE Speichermedien hinzufügen, um das Netzwerk auf SAN-Geräte abzusuchen.
Konfigurieren von FCoE-Parametern

Abbildung 6.38. Konfigurieren von FCoE-Parametern

Es gibt Auswahlkästchen mit zusätzlichen Optionen:
DCB benutzen
Data Center Bridging (DCB) bietet eine Reihe an Verbesserungen für Ethernetprotokolle. Es wurde entwickelt, um die Effizienz von Ethernetverbindungen in Speichernetzwerken und Clustern zu erhöhen. Mit dem Auswahlkästchen in diesem Dialog können Sie bestimmen, ob DCB im Installationsprogramm aktiviert werden soll. Dies sollte nur für Netzwerkschnittstellen aktiviert werden, die einen hostbasierten DCBX-Client erfordern. Konfigurationen auf Schnittstellen, die einen Hardware-DCBX-Client implementieren, sollten dieses Auswahlkästchen nicht markieren.
Auto vlan benutzen
Auto VLAN zeigt an, ob VLAN-Erkenung durchgeführt werden soll. Ist dieses Auswahlkästchen markiert, wird das FIP (FCoE Initiation Protocol) VLAN-Discovery-Protokoll auf der Ethernetschnittstelle ausgeführt, sobald die Verbindungskonfiguration validiert wurde. Falls noch nicht konfiguriert, werden automatisch Netzwerkschnittstellen für jegliche gefundene FCoE-VLANs erstellt und FCoE-Instanzen werden auf den VLAN-Schnittstellen erstellt. Diese Option ist standardmäßig aktiviert.
Erkannte FCoE-Geräte werden unter dem Reiter Andere SAN-Geräte auf dem Installationsziel-Bildschirm angezeigt.

6.12. Beginnen der Installation

Wenn alle erforderlichen Bereiche auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation fertiggestellt wurden, verschwindet die Warnung am unteren Rand des Bildschirms und die Schaltfläche Installation starten wird verfügbar.
Bereit zur Installation

Abbildung 6.39. Bereit zur Installation

Warnung

Bis zu diesem Zeitpunkt hat das Installationsprogramm noch keine dauerhaften Änderungen auf Ihrem Rechner vorgenommen. Sobald Sie auf Installation starten klicken, wird das Installationsprogramm Speicherplatz auf Ihrer Festplatte zuweisen und damit beginnen, Red Hat Enterprise Linux dorthin zu übertragen. Abhängig von der Partitionierungsoption, die Sie zuvor gewählt haben, werden dabei die bereits auf Ihrem Rechner vorhandenen Daten gelöscht.
Um Ihre zuvor gewählten Einstellungen zu diesem Zeitpunkt noch einmal zu überprüfen, kehren Sie zum entsprechenden Abschnitt im Bildschirm Zusammenfassung der Installation zurück. Um die Installation ganz abzubrechen, klicken Sie auf Beenden oder schalten Sie Ihren Rechner aus. Die meisten Rechner können Sie zu diesem Zeitpunkt ausschalten, indem Sie den An-/Ausschaltknopf für einige Sekunden gedrückt halten.
Wenn Sie mit der Anpassung der Installation fertig sind und Sie sich sicher sind, dass Sie fortfahren möchten, klicken Sie auf Installation starten.
Nachdem Sie auf Installation starten geklickt haben, warten Sie ab, bis der Installationsvorgang abgeschlossen ist. Falls der Vorgang unterbrochen wird (z. B. falls Sie den Rechner abschalten, den Resetknopf drücken, oder durch Unterbrechung der Stromzufuhr), wird der Rechner anschließend wahrscheinlich nicht nutzbar sein, bis Sie den Red Hat Enterprise Linux-Installationsvorgang fortsetzen und korrekt zu Ende führen oder ein anderes Betriebssystem installieren.

6.13. Bildschirm zum Konfigurationsmenü und Fortschritt

Sobald Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation auf Installation beginnen klicken, erscheint eine Fortschrittsanzeige. Red Hat Enterprise Linux informiert Sie laufend über den Fortschritt der Installation, während die ausgewählten Pakete auf Ihr System geschrieben werden.
Installieren der Pakete

Abbildung 6.40. Installieren der Pakete

Nach dem Neustart des installierten Systems steht Ihnen zu Ihrer Information eine vollständige Protokolldatei Ihrer Installation unter /var/log/anaconda/anaconda.packaging.log zur Verfügung.
Während die Pakete installiert werden, sind weitere Konfigurationsschritte erforderlich. Über dem Fortschrittsbalken werden die Menüpunkte Root-Passwort und Benutzer-Erstellung angezeigt.
Unter dem Menüpunkt Root-Passwort legen Sie das Passwort für das Root-Benutzerkonto fest. Das Root-Benutzerkonto wird dazu verwendet, um kritische Aufgaben zur Systemverwaltung und Wartung durchzuführen. Das Passwort kann entweder während oder nach der Paketinstallation festgelegt werden. In jeden Fall können Sie den Installationsvorgang erst abschließen, nachdem das Root-Passwort konfiguriert wurde.
Die Erstellung eines Benutzerkontos ist optional und kann nach Abschluss der Installation erfolgen, es wird jedoch empfohlen, es an dieser Stelle während der Installation zu tun. Ein Benutzerkonto wird zum Zugriff auf das System für normale Tätigkeiten verwendet. Es wird empfohlen, sich stets mit dem regulären Benutzerkonto beim System anzumelden, nicht mit dem Root-Benutzerkonto.

6.13.1. Festlegen des Root-Passworts

Das Einrichten eines Root-Benutzerkontos und Root-Passworts ist ein wichtiger Schritt während der Installation. Das Root-Benutzerkonto (auch Superuser genannt) wird dazu verwendet, um Pakete zu installieren, RPM-Pakete zu aktualisieren und die meisten Aufgaben der Systemwartung durchzuführen. Das Root-Benutzerkonto hat die vollständige Kontrolle über das System. Aus diesem Grund ist es ratsam, das Root-Benutzerkonto ausschließlich für Aufgaben der Systemwartung oder Systemverwaltung zu verwenden. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren finden Sie weitere Informationen über das Root-Benutzerkonto.
Bildschirm zur Konfiguration des Root-Passworts

Abbildung 6.41. Bildschirm zur Konfiguration des Root-Passworts

Klicken Sie auf den Menüpunkt Root-Passwort und geben Sie Ihr gewünschtes Passwort im Feld Root-Passwort ein. Red Hat Enterprise Linux zeigt die Eingabe aus Sicherheitsgründen nur als Sternchen an. Geben Sie dasselbe Passwort erneut im Feld Bestätigen ein, um sicherzustellen, dass es korrekt ist. Nachdem Sie das Root-Passwort festgelegt haben, klicken Sie auf Fertig, um zum Bildschirm "Benutzereinstellungen" zurückzukehren.
Folgende Hinweise sollten beachtet werden, um ein sicheres Root-Passwort zu erstellen:
  • Es muss mindestens acht Zeichen lang sein.
  • Es darf Ziffern, Buchstaben (Groß- und Kleinbuchstaben) und Sonderzeichen enthalten.
  • Es unterscheidet Groß- und Kleinbuchstaben und sollte eine Mischung aus beidem enthalten.
  • Es sollte leicht zu merken aber schwer zu erraten sein.
  • Es sollte kein Wort, keine Abkürzung und keine Zahl sein, das bzw. die mit Ihnen oder Ihrer Organisation zu tun hat. Es sollte zudem kein Wort sein, das in einem Wörterbuch enthalten ist (auch nicht in anderen Sprachen).
  • Es sollte nicht notiert werden. Wenn Sie es unbedingt aufschreiben müssen, bewahren Sie diese Notiz sicher auf.

Anmerkung

Um Ihr Root-Passwort nach Abschluss der Installation zu ändern, verwenden Sie das Root-Passwort-Werkzeug.

6.13.2. Erstellen eines Benutzerkontos

Um ein reguläres Benutzerkonto (nicht Root) während der Installation zu erstellen, klicken Sie auf Benutzereinstellungen auf der Fortschrittsseite. Daraufhin erscheint der Bildschirm Benutzer erstellen, auf dem Sie das Benutzerkonto und zugehörige Parameter konfigurieren können. Die Erstellung eines Benutzerkontos ist optional und kann nach Abschluss der Installation erfolgen, es wird jedoch empfohlen, es an dieser Stelle während der Installation zu tun.
Falls Sie den Bildschirm zur Benutzererstellung wieder verlassen möchten, ohne einen Benutzer zu erstellen, lassen Sie sämtliche Felder leer und klicken Sie auf Fertig.
Bildschirm zur Benutzerkontokonfiguration

Abbildung 6.42. Bildschirm zur Benutzerkontokonfiguration

Geben Sie den vollständigen Namen und den Benutzernamen in den entsprechenden Feldern an. Beachten Sie, dass der Benutzername im System maximal 32 Zeichen lang sein darf und keine Leerzeichen enthalten darf. Es wird dringend empfohlen, ein Passwort für das neue Benutzerkonto anzugeben.
Beim Erstellen von Passwörtern ist es auch für nicht privilegierte Benutzerkonten sinnvoll, den Richtlinien in Abschnitt 6.13.1, »Festlegen des Root-Passworts« zu folgen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Erweitert, um ein Dialogfenster mit weiteren Einstellungen zu öffnen.
Erweiterte Benutzerkontokonfiguration

Abbildung 6.43. Erweiterte Benutzerkontokonfiguration

Standardmäßig wird für jeden Benutzer ein Benutzerverzeichnis entsprechend seines Benutzernamens angelegt. In den meisten Fällen ist es nicht nötig, dies zu ändern.
Sie können auch manuell eine Systemidentifikationsnummer für den neuen Benutzer und seine Standardgruppe festlegen, indem Sie die Auswahlkästchen markieren. Der Bereich für reguläre Benutzer-IDs beginnt bei 1000. Unten in diesem Dialogfenster können Sie eine kommagetrennte Liste mit weiteren Gruppennamen angeben, denen der Benutzer angehören soll. Die neuen Gruppen werden im System erstellt. Um benutzerdefinierte Gruppen-IDs zu verwenden, geben Sie die Nummern in Klammern an.
Wenn Sie das Benutzerkonto fertig konfiguriert haben, klicken Sie auf Änderungen speichern, um zum Bildschirm Benutzereinstellungen zurückzukehren.

6.14. Installation abgeschlossen

Glückwunsch! Die Installation von Red Hat Enterprise Linux ist nun abgeschlossen!
Klicken Sie auf die Schaltfläche Neustart, um Ihr System neu zu starten und Red Hat Enterprise Linux zu starten. Vergessen Sie nicht, alle Installationsmedien zu entfernen, falls diese nicht bereits automatisch ausgeworfen wurden.
Nachdem die normale Startsequenz Ihres Rechners abgeschlossen ist, wird Red Hat Enterprise Linux geladen und gestartet. Standardmäßig wird der Startvorgang hinter einem grafischen Bildschirm verborgen, der einen Fortschrittsbalken anzeigt. Abschließend erscheint ein grafischer Anmeldebildschirm (oder die Eingabeaufforderung login:, falls das X Window System nicht installiert ist).
Falls Ihr System während der Installation mit dem X Window System installiert wurde, dann werden beim ersten Start Ihres neuen Red Hat Enterprise Linux-Systems Applikationen zur Einrichtung Ihres Systems gestartet. Diese Applikationen führen Sie durch die erstmalige Konfiguration von Red Hat Enterprise Linux und ermöglichen Ihnen, die Systemzeit und das Datum einzustellen, Ihren Rechner beim Red Hat Network zu registrieren, und mehr.
Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 26, Ersteinrichtung und Firstboot für Informationen über den Konfigurationsvorgang.

Kapitel 7. Fehlerbehebung bei der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen

In diesem Kapitel werden einige häufige Installationsprobleme sowie entsprechende Lösungsvorschläge behandelt.
Zum Zwecke der Suche und Bereinigung von Programmfehlern protokolliert Anaconda die Aktionen während der Installation in Dateien im /tmp-Verzeichnis. Diese Dateien sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Tabelle 7.1. Während der Installation generierte Protokolldateien

Protokolldatei Inhalt
/tmp/anaconda.log allgemeine Anaconda-Meldungen
/tmp/program.log alle externen Programme, die während der Installation ausgeführt werden
/tmp/storage.log ausführliche Speichermodulinformationen
/tmp/packaging.log Meldungen von yum und rpm zur Paketinstallation
/tmp/syslog hardwarebezogene Systemmeldungen
Falls die Installation scheitert, werden die Nachrichten dieser Dateien in /tmp/anaconda-tb-identifier zusammengefasst, wobei identifier eine zufällige Zeichenkette ist.
Alle der oben aufgeführten Dateien befinden sich in der RAM Disk des Installationsprogramms. Das heißt, sie sind nicht dauerhaft gespeichert und gehen verloren, sobald das System heruntergefahren wird. Um sie dauerhaft zu speichern, kopieren Sie diese Dateien mithilfe von scp auf ein anderes System im Netzwerk, oder kopieren Sie sie auf ein eingehängtes Speichergerät wie z. B. einen USB-Stick. Hinweise zur Übertragung der Protokolldateien finden Sie nachfolgend. Beachten Sie, dass Sie bei der Verwendung von USB-Sticks oder anderen Wechselmedien die darauf befindlichen Daten sichern sollten, bevor Sie mit der Datenübertragung beginnen.

Prozedur 7.1. Übertragen von Protokolldateien auf einen USB-Datenträger

  1. Drücken Sie auf dem System, das Sie installieren, die Tastenkombination Strg+Alt+F2, um eine Shell-Eingabeaufforderung zu erhalten. Sie werden im Root-Benutzerkonto angemeldet und erhalten Zugriff auf das temporäre Dateisystem des Installationsprogramms.
  2. Stecken Sie einen USB-Stick in das System ein und führen Sie den Befehl dmesg aus. Daraufhin wird ein Protokoll angezeigt, das alle aktuellen Ereignisse aufführt. Am Ende dieses Protokolls sehen Sie eine Reihe von Meldungen, die vom eben angeschlossenen USB-Stick herrühren. Diese Zeilen sehen etwa wie folgt aus:
    [ 170.171135] sd 5:0:0:0: [sdb] Attached SCSI removable disk
    Merken Sie sich den Namen des angeschlossenen Geräts, in diesem Beispiel sdb.
  3. Wechseln Sie in das /mnt-Verzeichnis und erstellen Sie dort ein neues Verzeichnis, das als Einhängeziel für den USB-Stick dienen wird. Der Name des Verzeichnisses ist dabei unerheblich, in diesem Beispiel wird usb verwendet.
    # mkdir usb
  4. Hängen Sie den USB-Stick in das neu erstellte Verzeichnis ein. Beachten Sie, dass Sie in den meisten Fällen nicht das ganze Laufwerk einhängen müssen, sondern nur eine Partition darauf. Verwenden Sie daher nicht den Namen des Geräts - sdb - sondern den Namen der Partition, auf die Sie die Protokolldateien schreiben möchten. In diesem Fall wird der Partitionsname sdb1 verwendet.
    # mount /dev/sdb1 /mnt/usb
    Sie können nun überprüfen, ob Sie das richtige Gerät und die richtige Partition eingehängt haben, indem Sie darauf zugreifen und die Inhalte auflisten. Die Inhalte sollten denen entsprechen, die Sie auf dem USB-Stick erwarten würden.
    # cd /mnt/usb
    # ls
  5. Kopieren Sie die Protokolldateien auf das eingehängte Gerät.
    # cp /tmp/*log /mnt/usb
  6. Hängen Sie den USB-Stick aus. Falls Sie eine Fehlermeldung erhalten, die besagt, dass das Ziel beschäftigt ist, wechseln Sie in ein Verzeichnis außerhalb des eingehängten Laufwerks (z. B. nach /).
    # umount /mnt/usb
Die Protokolldateien der Installation sind nun auf dem USB-Stick gespeichert.

Prozedur 7.2. Übertragen von Protokolldateien über das Netzwerk

  1. Drücken Sie auf dem System, das Sie installieren, die Tastenkombination Strg+Alt+F2, um eine Shell-Eingabeaufforderung zu erhalten. Sie werden im Root-Benutzerkonto angemeldet und erhalten Zugriff auf das temporäre Dateisystem des Installationsprogramms.
  2. Wechseln Sie in das /tmp-Verzeichnis, in dem sich die Protokolldateien befinden:
    # cd /tmp
  3. Kopieren Sie die Protokolldateien mithilfe des scp-Befehls auf ein anderes System auf dem Netzwerk:
    # scp *log user@address:path
    Ersetzen Sie user durch einen gültigen Benutzernamen auf dem Zielsystem, address durch die Adresse oder den Hostnamen des Zielsystems, und path durch den Pfad zum Verzeichnis, in das Sie die Protokolldateien kopieren möchten. Wenn Sie sich beispielsweise als john bei einem System mit der IP-Adresse 192.168.0.122 anmelden möchten und die Protokolldateien in das Verzeichnis /home/john/logs/ auf dem System ablegen möchten, dann sieht der Befehl wie folgt aus:
    # scp *log john@192.168.0.122:/home/john/logs/
    Wenn Sie sich zum ersten Mal bei dem Zielsystem anmelden, erhalten Sie gegebenenfalls eine Meldung ähnlich der Folgenden:
    The authenticity of host '192.168.0.122 (192.168.0.122)' can't be established.
    ECDSA key fingerprint is a4:60:76:eb:b2:d0:aa:23:af:3d:59:5c:de:bb:c4:42.
    Are you sure you want to continue connecting (yes/no)?
    Geben Sie yes ein und drücken Sie die Eingabetaste, um fortzufahren. Geben Sie anschließend ein gültiges Passwort an, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Die Dateien werden daraufhin in das angegebene Verzeichnis auf dem Zielsystem übertragen.
Die Protokolldateien der Installation sind nun auf dem Zielsystem gespeichert und können dort eingesehen werden.

7.1. Probleme beim Starten der Installation

7.1.1. Probleme beim Starten der grafischen Installation

Systeme mit bestimmten Grafikkarten haben unter Umständen Probleme beim Starten des grafischen Installationsprogramms. Wenn es dem Installationsprogramm nicht gelingt, mit den Standardeinstellungen zu starten, versucht es als Nächstes, mit niedrigerer Auflösung zu starten. Sollte dies ebenfalls fehlschlagen, wechselt das Installationsprogramm in den Textmodus.
Es gibt mehrere mögliche Lösungen für Anzeigeprobleme, die meisten davon nutzen angepasste Bootoptionen. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü«.
Verwenden des einfachen Grafikmodus
Sie können versuchen, die Installation unter Verwendung des einfachen Grafiktreibers durchzuführen. Wählen Sie dazu entweder Troubleshooting > Install Red Hat Enterprise Linux 7.0 in basic graphics mode im Bootmenü, oder bearbeiten Sie die Bootoptionen des Installationsprogramms und hängen Sie inst.xdriver=vesa am Ende der Befehlszeile an.
Manuelle Angabe der Bildschirmauflösung
Falls das Installationsprogramm Ihre Bildschirmauflösung nicht erkennt, können Sie die automatische Erkennung außer Kraft setzen und die Auflösung manuell angeben. Fügen Sie dazu die Option inst.resolution=x am Bootmenü hinzu, wobei x die Auflösung Ihres Bildschirms ist (z. B. 1024x768).
Verwenden eines alternativen Grafiktreibers
Sie können auch versuchen, einen angepassten Grafiktreiber anzugeben, was die automatische Erkennung des Installationsprogramms außer Kraft setzt. Um einen Treiber anzugeben, verwenden Sie die Option inst.xdriver=x, wobei x der Gerätetreiber ist, den Sie verwenden möchten (z. B. nouveau).

Anmerkung

Falls die Angabe eines angepassten Grafiktreibers Ihr Problem löst, sollten Sie dies als Fehler melden unter https://bugzilla.redhat.com für die Anaconda-Komponente. Anaconda sollte dazu in der Lage sein, Ihre Hardware automatisch zu erkennen und einen geeigneten Treiber zu verwenden, ohne Ihr Eingreifen zu erfordern.
Durchführen der Installation per VNC
Falls die oben genannten Optionen fehlschlagen, können Sie ein separates System verwenden, um mithilfe des Virtual Network Computing (VNC)-Protokolls über das Netzwerk auf die grafische Installation zuzugreifen. Details über die Installation per VNC finden Sie in Kapitel 22, Installation mittels VNC.

7.1.2. Serielle Konsole nicht erkannt

In manchen Fällen wird bei einer Installation im Textmodus mittels einer seriellen Konsole keinerlei Ausgabe auf der Konsole angezeigt. Dies passiert auf Systemen, die zwar über eine Grafikkarte, nicht aber über einen Bildschirm verfügen. Wenn Anaconda eine Grafikkarte erkennt, wird diese zur Anzeige verwendet, selbst wenn kein Bildschirm angeschlossen ist.
Wenn Sie eine Installation im Textmodus auf einer seriellen Konsole durchführen möchten, verwenden Sie die Bootoptionen inst.text und console=. Siehe Kapitel 20, Bootoptionen für weitere Details.

7.2. Probleme während der Installation

7.2.1. Keine Speichermedien gefunden

Wenn die Installation beginnt, sehen Sie unter Umständen die folgende Fehlermeldung:
Keine Speichermedien gefunden. Bitte fahren Sie den Rechner herunter, schließen Sie mindestens ein Speichermedium an und starten Sie den Rechner neu, um die Installation abzuschließen.
Diese Meldung bedeutet, dass Anaconda keine Speichergeräte zur Installation finden konnte. Stellen Sie in diesem Fall sicher, dass in Ihrem System mindestens ein Speichergerät angeschlossen ist.
Falls Ihr System einen Hardware-RAID-Controller verwendet, vergewissern Sie sich, dass der Controller ordnungsgemäß konfiguriert ist und funktioniert. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihres Controllers für weitere Informationen.
Falls Sie auf ein oder mehrere iSCSI-Geräte installieren und das System keinen lokalen Speicher hat, vergewissern Sie sich, dass alle erforderlichen LUNs (Logical Unit Numbers) dem richtigen HBA (Host Bus Adapter) bereitgestellt werden. Weitere Informationen über iSCSI finden Sie in Anhang B, ISCSI-Festplatten.
Wenn Sie sicher sind, dass ein Speichergerät angeschlossen und ordnungsgemäß konfiguriert ist, aber die Meldung nach einem Neustart und erneutem Installationsbeginn nach wie vor erscheint, so bedeutet dies, dass das Installationsprogramm die Speichergeräte nicht korrekt erkennen kann. In den meisten Fällen erhalten Sie diese Meldung, wenn Sie auf einem SCSI-Gerät zu installieren versuchen, das vom Installationsprogramm nicht erkannt wurde.
In diesem Fall müssen Sie eine Treiberaktualisierung vornehmen, bevor Sie die Installation beginnen. Prüfen Sie die Website des Hardwareherstellers, um herauszufinden, ob eine Treiberaktualisierung zur Verfügung steht, die Ihr Problem löst. Allgemeine Informationen über Treiberaktualisierungen finden Sie in Kapitel 4, Treiberaktualisierung während der Installation auf AMD64- und Intel 64-Systemen.
Weitere Informationen finden Sie auch in der Red Hat Hardware-Kompatibilitätsliste, verfügbar online unter https://hardware.redhat.com.

7.2.2. Berichten von Traceback-Meldungen

Falls während der grafischen Installation ein Fehler auftritt, zeigt Ihnen das Installationsprogramm ein Dialogfeld zur Absturzmeldung. Sie können wählen, ob Sie Informationen über das aufgetretene Problem an Red Hat senden möchten. Um einen Absturzbericht zu senden, müssen Sie Ihre Berechtigungsnachweise für das Kundenportal angeben. Falls Sie keinen Account beim Kundenportal haben, können Sie sich unter https://www.redhat.com/wapps/ugc/register.html registrieren. Die automatische Absturzmeldung erfordert zudem eine bestehende Netzwerkverbindung.
Das Dialogfeld zur Absturzmeldung

Abbildung 7.1. Das Dialogfeld zur Absturzmeldung

Wenn das Dialogfeld erscheint, wählen Sie Report Bug (Fehler melden), um das Problem zu melden, oder Quit, um die Installation abzubrechen.
Klicken Sie optional auf More Info (Mehr Info), um eine detaillierte Ausgabe anzuzeigen, die bei der Identifizierung der Fehlerursache helfen könnte. Falls Sie mit der Suche und Bereinigung von Programmfehlern vertraut sind, klicken Sie auf Debug. Dies bringt Sie zu einem virtuellen Terminal tty1, an dem Sie genauere Informationen abfragen können, die Sie Ihrem Fehlerbericht anfügen können. Um vom tty1 zur grafischen Konsole zurückzukehren, verwenden Sie den Befehl continue (Fortfahren).
Das erweiterte Dialogfeld zur Absturzmeldung

Abbildung 7.2. Das erweiterte Dialogfeld zur Absturzmeldung

Falls Sie den Fehler im Kundenportal melden möchten, führen Sie die nachfolgenden Schritte aus.

Prozedur 7.3. Melden von Fehlern an den Red Hat Customer Support

  1. Wählen Sie in dem daraufhin angezeigten Menü Report a bug to Red Hat Customer Portal (Fehler an das Red Hat Kundenportal melden).
  2. Um den Fehler an Red Hat zu melden, müssen Sie zunächst Ihre Berechtigungsnachweise für das Kundenportal angeben. Klicken Sie auf Configure Red Hat Customer Support.
    Berechtigungsnachweise für das Kundenportal

    Abbildung 7.3. Berechtigungsnachweise für das Kundenportal

  3. Ein neues Fenster öffnet sich daraufhin, in dem Sie zur Eingabe Ihres Benutzernamens und Passworts für das Kundenportal aufgefordert werden. Geben Sie Ihre Berechtigungsnachweise für das Red Hat-Kundenportal an.
    Konfigurieren des Red Hat Customer Supports

    Abbildung 7.4. Konfigurieren des Red Hat Customer Supports

    Falls Ihre Netzwerkeinstellungen die Verwendung eines HTTP- oder HTTPS-Proxys erfordern, können Sie das Menü Advanced (Erweitert) ausklappen und dort die Adresse des Proxyservers konfigurieren.
    Wenn Sie alle erforderlichen Berechtigungsnachweise angegeben haben, klicken Sie auf OK, um fortzufahren.
  4. Ein neues Fenster mit einem Textfeld erscheint nun. Geben Sie jegliche Informationen und Kommentare an, die hilfreich sein könnten. Beschreiben Sie, wie der Fehler reproduziert werden kann, indem Sie jeden Ihrer Schritte beschreiben, die Sie vor Auftreten des Dialogfensters zur Absturzmeldung durchführten. Geben Sie möglichst viele relevante Details an, einschließlich jeglicher Daten, die Sie möglicherweise beim Debugging gesammelt haben. Bedenken Sie, dass die Informationen, die Sie hier angeben, im Kundenportal gegebenenfalls öffentlich sichtbar werden.
    Wenn Sie nicht wissen, wodurch dieser Fehler verursacht wurde, markieren Sie das Auswahlkästchen I don't know what caused this problem (Ich weiß nicht, was dieses Problem verursacht hat) unten im Dialogfeld.
    Klicken Sie anschließend auf Forward (Weiter).
    Beschreiben des Problems

    Abbildung 7.5. Beschreiben des Problems

  5. Überprüfen Sie als Nächstes die Informationen, die an das Kundenportal gesendet werden sollen. Die von Ihnen angegebene Erklärung befindet sich auf dem Reiter comment. Andere Reiter enthalten Informationen wie z. B. den Hostnamen Ihres Systems und andere Details über die Installationsumgebung. Sie können jegliche Elemente entfernen, die Sie nicht an Red Hat senden möchten, bedenken Sie jedoch, dass ein Mangel an Informationen die Lösung des Problems erschweren kann.
    Wenn Sie mit der Überprüfung der zu sendenden Informationen fertig sind, klicken Sie auf Forward.
    Prüfen der zu sendenden Daten

    Abbildung 7.6. Prüfen der zu sendenden Daten

  6. Überprüfen Sie die Liste der Dateien, die gesendet und als einzelne Anhänge an den Fehlerbericht angehängt werden sollen. Diese Dateien liefern Systeminformationen, die bei der Untersuchung des Problems helfen können. Falls Sie bestimmte Dateien nicht senden möchten, heben Sie deren Auswahl im entsprechenden Auswahlkästchen auf. Um zusätzliche Dateien anzugeben, die zur Problemlösung beitragen könnten, klicken Sie auf Attach a file (Datei anhängen).
    Nachdem Sie die zu sendenden Dateien überprüft haben, markieren Sie das Auswahlkästchen I have reviewed the data and agree with submitting it (Ich habe die Daten überprüft und stimme dem Senden zu). Klicken Sie anschließend auf Forward, um den Bericht und die Anhänge an das Kundenportal zu übertragen.
    Prüfen der zu sendenden Dateien

    Abbildung 7.7. Prüfen der zu sendenden Dateien

  7. Wenn das Dialogfeld meldet, dass die Verarbeitung abgeschlossen ist, können Sie auf Show log (Protokoll anzeigen) klicken, um die Details der Berichtübertragung zu sehen, oder Close (Schließen), um zur ursprünglichen Absturzmeldung zurückzukehren. Klicken Sie dort auf Quit (Beenden), um die Installation zu beenden.

7.3. Probleme nach der Installation

7.3.1. Probleme beim Booten von Ihrer RAID-Karte

Wenn Sie eine Installation durchgeführt haben und Ihr System nicht richtig booten können, müssen Sie wahrscheinlich neu installieren und Ihre Partitionen anders anlegen.
Einige BIOS-Typen unterstützen das Booten von RAID-Karten nicht. Nachdem Sie die Installation abgeschlossen haben und zum ersten Mal neu starten, erscheint unter Umständen nur ein Textbildschirm, der die Bootloader-Eingabeaufforderung (z. B. grub>) und einen blinkenden Cursor anzeigt. In diesem Fall müssen Sie Ihr System neu partitionieren und Ihre /boot-Partition und den Bootloader außerhalb des RAID-Arrays erstellen. Die /boot-Partition und der Bootloader müssen sich auf demselben Gerät befinden.
Mit diesen Änderungen sollten Sie Ihre Installation beenden können und das System korrekt booten können. Weitere Informationen über die Partitionierung finden Sie in Abschnitt 6.10, »Installationsziel«.

7.3.2. Probleme mit der grafischen Bootsequenz

Wenn Sie die Installation abgeschlossen haben und das System zum ersten Mal neu starten, kann es sein, dass das System während der grafischen Bootsequenz nicht mehr reagiert und einen Neustart erfordert. In diesem Fall wird der Bootloader erfolgreich angezeigt, bei Auswahl eines Eintrags und beim Versuch zu booten hängt sich das System jedoch auf. In der Regel weist dies auf ein Problem mit der grafischen Bootsequenz hin. Um dieses Problem zu lösen, müssen Sie den grafischen Boot deaktivieren. Ändern Sie dazu zum Bootzeitpunkt vorübergehend die Einstellungen, bevor Sie diese dauerhaft ändern.

Prozedur 7.4. Vorübergehendes Deaktivieren des grafischen Boots

  1. Starten Sie Ihren Rechner und warten Sie, bis das Bootloader-Menü erscheint. Wenn Sie den Bootloader-Timeout auf 0 gesetzt haben, halten Sie die Esc-Taste gedrückt, um in das Menü zu gelangen.
  2. Sobald das Bootloader-Menü erscheint, verwenden Sie die Pfeiltasten, um den Menüeintrag auszuwählen, den Sie booten möchten. Drücken Sie die Taste e, um die Optionen dieses Eintrags zu bearbeiten.
  3. Suchen Sie in der Liste der Optionen die Kernel-Zeile - das ist die Zeile, die mit dem Schlüsselwort linux beginnt (oder in einigen Fällen mit linux16 oder linuxefi). Entfernen Sie aus dieser Zeile die rhgb Option. Diese Option ist gegebenenfalls nicht unmittelbar sichtbar; scrollen Sie mit den Pfeiltasten hoch und runter, um sie zu finden.
  4. Drücken Sie F10 oder Strg+X, um Ihr System mit den bearbeiteten Optionen zu booten.
Falls das System erfolgreich hochfährt, können Sie sich wie gewohnt anmelden. Sie müssen dann den grafischen Boot dauerhaft deaktivieren, andernfalls müssen Sie die oben genannten Schritte bei jedem Systemstart durchführen. Mit dem folgenden Verfahren können Sie die Bootoptionen dauerhaft ändern.

Prozedur 7.5. Dauerhaftes Deaktivieren des grafischen Boots

  1. Melden Sie Sich mit dem Befehl su - beim root-Benutzerkonto an.
    $ su -
  2. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei /etc/default/grub in einem einfachen Texteditor wie z. B. vim.
  3. Suchen Sie in der grub-Datei die Zeile, die mit GRUB_CMDLINE_LINUX beginnt. Die Zeile sollte etwa wie folgt aussehen:
    GRUB_CMDLINE_LINUX="rd.lvm.lv=rhel/root rd.md=0 rd.dm=0 vconsole.keymap=us $([ -x /usr/sbin/rhcrashkernel-param ] && /usr/sbin/rhcrashkernel-param || :) rd.luks=0 vconsole.font=latarcyrheb-sun16 rd.lvm.lv=vg_rhel/swap rhgb quiet"
    
    Löschen Sie in dieser Zeile die rhgb-Option.
  4. Speichern Sie die bearbeitete Datei.
  5. Aktualisieren Sie die Bootloader-Konfiguration, indem Sie den folgenden Befehl ausführen:
    # grub2-mkconfig --output=/boot/grub2/grub.cfg
Wenn Sie diese Prozedur abgeschlossen haben, können Sie Ihren Rechner neu starten. Red Hat Enterprise Linux verwendet nun nicht mehr die grafische Bootsequenz. Falls Sie den grafischen Boot wieder aktivieren möchten, führen Sie dieselbe Prozedur aus und fügen Sie dabei die rhgb-Option zur Zeile GRUB_CMDLINE_LINUX in der Datei /etc/default/grub hinzu und aktualisieren Sie die Bootloader-Konfiguration mit dem grub2-mkconfig-Befehl.
Werfen Sie einen Blick auf das Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren für weitere Informationen über die Verwendung des GRUB2 Bootloaders.

7.3.3. Booten in eine grafische Umgebung

Wenn Sie das X Window System installiert haben, aber nach Ihrer Anmeldung am System keine grafische Desktopumgebung erscheint, starten Sie die grafische Oberfläche einfach mit dem Befehl startx. Beachten Sie jedoch, dass dies nur vorübergehend Abhilfe schafft und keine Auswirkungen auf zukünftige Anmeldungen hat.
Um für Ihr System den grafischen Anmeldebildschirm zu konfigurieren, müssen Sie das standardmäßige systemd-Ziel auf graphical.target setzen. Wenn Sie fertig sind, starten Sie Ihren Rechner neu. Sobald das System wieder hochfährt, erscheint nun ein grafischer Anmeldebildschirm.

Prozedur 7.6. Grafischen Anmeldebildschirm als Standard festlegen

  1. Öffnen Sie eine Shell-Eingabeaufforderung. Wenn Sie mit Ihrem Benutzerkonto angemeldet sind, wechseln Sie mithilfe des Befehls su - zum Root-Benutzerkonto.
  2. Ändern Sie das folgende Ziel auf graphical.target. Führen Sie dazu den folgenden Befehl aus:
    # systemctl set-default graphical.target
Der grafische Anmeldebildschirm ist jetzt standardmäßig aktiviert und beim nächsten Neustart erhalten Sie einen grafischen Anmeldebildschirm. Wenn Sie diese Änderung rückgängig machen möchten und die textbasierte Anmeldung wieder aktivieren möchten, führen Sie den folgenden Befehl als root aus:
# systemctl set-default multi-user.target
Weitere Informationen über Ziele in systemd finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren.

7.3.4. Keine grafische Benutzeroberfläche vorhanden

Falls Sie Probleme haben, X (das X Window System) zu starten, ist es möglicherweise nicht installiert. Einige der vordefinierten Basisumgebungen wie z. B. Minimale Installation oder Web Server, enthalten keine grafische Oberfläche. Falls gewünscht, muss sie manuell installiert werden.
Falls Sie X benötigen, können Sie die erforderlichen Pakete später installieren. Werfen Sie einen Blick auf den Knowledgebase-Artikel unter https://access.redhat.com/site/solutions/5238 für Informationen über die Installation einer grafischen Desktopumgebung.

7.3.5. X Server stürzt nach Anmeldung von Benutzer ab

Falls Sie das Problem haben, dass der X-Server abstürzt, sobald sich ein Benutzer anmeldet, dann ist womöglich eines Ihrer Dateisysteme (fast) voll. Um festzustellen, ob dies tatsächlich die Ursache für Ihr Problem ist, führen Sie den folgenden Befehl aus:
$ df -h
Anhand der Ausgabe können Sie erkennen, welche Partition voll ist. In den meisten Fällen ist dies die /home-Partition. Die Ausgabe des df-Befehls könnte etwa wie folgt aussehen:
Filesystem                                  Size  Used Avail Use% Mounted on
/dev/mapper/vg_rhel-root                     20G  6.0G   13G  32% /
devtmpfs                                    1.8G     0  1.8G   0% /dev
tmpfs                                       1.8G  2.7M  1.8G   1% /dev/shm
tmpfs                                       1.8G 1012K  1.8G   1% /run
tmpfs                                       1.8G     0  1.8G   0% /sys/fs/cgroup
tmpfs                                       1.8G  2.6M  1.8G   1% /tmp
/dev/sda1                                   976M  150M  760M  17% /boot
/dev/dm-4                                    90G   90G     0 100% /home
In dem obigen Beispiel können Sie sehen, dass die /home-Partition voll ist und den Absturz verursacht hat. Sie können Speicherplatz freigeben, indem Sie unnötige Dateien löschen. Sobald Sie einigen Speicherplatz wiedergewonnen haben, starten Sie X mithilfe des startx-Befehls.
Weitere Informationen über df und eine Erklärung der verfügbaren Optionen (wie z. B. die Option -h, die in diesem Beispiel verwendet wurde), finden Sie auf der man-Seite für df(1).

7.3.6. RAM wurde nicht erkannt

In bestimmten Fällen erkennt der Kernel nicht Ihren gesamten Arbeitsspeicher (RAM). Infolgedessen nutzt das System weniger Speicher, als installiert ist. Mithilfe des Befehls free -m können Sie herausfinden, wie viel RAM genutzt wird. Falls die angezeigte Gesamtmenge an Speicher niedriger ist als erwartet, ist wahrscheinlich eines Ihrer Speichermodule fehlerhaft. Auf BIOS-basierten Systemen können Sie das Dienstprogramm Memtest86+ verwenden, um den Speicher Ihres Systems zu testen. Siehe Abschnitt 20.2.1, »Laden des Speichertestmodus« für Details.

Anmerkung

Einige Hardwarekonfigurationen reservieren einen Teil des System-RAMs, der dem Hauptsystem dadurch nicht zur Verfügung steht. Insbesondere Laptops mit integrierter Grafikkarte reservieren meist einigen Speicher für die GPU. Beispielsweise zeigt ein Laptop mit 4 GB RAM und einer integrierten Intel-Grafikkarte nur rund 3,7 GB verfügbaren Speicher an.
Darüber hinaus reserviert der kdump-Mechanismus zum Crash-Kernel-Dumping, der standardmäßig auf den meisten Red Hat Enterprise Linux-Systemen aktiviert ist, etwas Speicher für den sekundären Kernel, falls der primäre Kernel abstürzt. Dieser reservierte Speicher erscheint ebenfalls nicht als verfügbar, wenn der free-Befehl ausgeführt wird. Details über kdump und dessen Speicheranforderungen finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch zum Kernel-Crash-Dump.
Wenn Sie sichergestellt haben, dass kein Problem mit Ihrem Speicher vorliegt, können Sie versuchen, die Speichermenge manuell mit der Kernel-Option mem= anzugeben.

Prozedur 7.7. Manuelles Konfigurieren des Speichers

  1. Starten Sie Ihren Rechner und warten Sie, bis das Bootloader-Menü erscheint. Wenn Sie den Bootloader-Timeout auf 0 gesetzt haben, halten Sie die Esc-Taste gedrückt, um in das Menü zu gelangen.
  2. Sobald das Bootloader-Menü erscheint, verwenden Sie die Pfeiltasten, um den Menüeintrag auszuwählen, den Sie booten möchten. Drücken Sie die Taste e, um die Optionen dieses Eintrags zu bearbeiten.
  3. Suchen Sie in der Liste der Optionen die Kernel-Zeile - das ist die Zeile, die mit dem Schlüsselwort linux beginnt (oder in einigen Fällen mit linux16). Fügen Sie die folgende Option am Ende dieser Zeile hinzu:
    mem=xxM
    
    Ersetzen Sie xx durch die Größe des RAM in Megabyte.
  4. Drücken Sie F10 oder Strg+X, um Ihr System mit den bearbeiteten Optionen zu booten.
  5. Warten Sie, bis das System hochgefahren ist, und melden Sie sich an. Öffnen Sie anschließend eine Befehlszeile und führen Sie den Befehl free -m erneut aus. Falls nun die erwartete Menge an RAM angezeigt wird, dann fügen Sie die Folgendes zur Zeile GRUB_CMDLINE_LINUX in der Datei /etc/default/grub hinzu, um diese Änderung permanent zu machen:
    mem=xxM
    
    Ersetzen Sie xx durch die Größe des RAM in Megabyte.
  6. Nachdem Sie die Datei aktualisiert und gespeichert haben, laden Sie die Bootloader-Konfiguration neu, damit die Änderungen wirksam werden. Führen Sie dazu den folgenden Befehl mit root-Berechtigungen aus:
    # grub2-mkconfig --output=/boot/grub2/grub.cfg
In /etc/default/grub sieht das obige Beispiel etwa wie folgt aus:
GRUB_TIMEOUT=5
GRUB_DISTRIBUTOR="$(sed 's, release.*$,,g' /etc/system-release)"
GRUB_DEFAULT=saved
GRUB_DISABLE_SUBMENU=true
GRUB_TERMINAL_OUTPUT="console"
GRUB_CMDLINE_LINUX="rd.lvm.lv=rhel/root vconsole.font=latarcyrheb-sun16 rd.lvm.lv=rhel/swap $([ -x /usr/sbin/rhcrashkernel.param ] && /usr/sbin/rhcrashkernel-param || :) vconsole.keymap=us rhgb quiet mem=1024M"
GRUB_DISABLE_RECOVERY="true"
Werfen Sie einen Blick auf das Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren für weitere Informationen über die Verwendung des GRUB2 Bootloaders.

7.3.7. System gibt Signal-11-Fehler aus

Ein Signal-11-Fehler, auch weitläufig als Schutzverletzung oder Segmentierungsfehler bekannt, bedeutet, dass ein Programm versucht, auf eine Speicherstelle zuzugreifen, die nicht zugeordnet wurde. Ein Signal-11-Fehler ist möglicherweise auf einen Programmfehler in einem der installierten Softwareprogramme oder auf fehlerhafte Hardware zurückzuführen.
Falls Sie einen schwerwiegenden Signal-11-Fehler während der Installation erhalten, vergewissern Sie sich zunächst, dass Sie das aktuellste Installationsimage verwenden und lassen Sie Anaconda dessen Integrität prüfen. Fehlerhafte Installationsmedien (wie z. B. ein fehlerhaft gebrannter oder zerkratzter optischer Datenträger) sind häufige Ursachen für Signal-11-Fehler. Eine Überprüfung des Installationsmediums wird vor jeder Installation empfohlen.
Weitere Informationen über das Beziehen der aktuellsten Installationsmedien finden Sie in Kapitel 1, Herunterladen von Red Hat Enterprise Linux. Um vor Beginn der Installation eine Prüfung durchzuführen, fügen Sie die Bootoption rd.live.check am Bootmenü hinzu. Siehe Abschnitt 20.2.2, »Prüfen der Bootmedien« für Details.
Wenn die Medienprüfung ohne Fehler abgeschlossen wurde und Sie dennoch Probleme mit Segmentierungsfehlern haben, ist dies oft auf Hardwarefehler zurückzuführen. In diesem Fall liegt der Fehler meist im Arbeitsspeicher (RAM) des Systems. Dies kann selbst dann die Ursache sein, wenn auf demselben Rechner zuvor bereits ein anderes Betriebssystem ohne Probleme lief. Auf BIOS-basierten Systemen können Sie das auf dem Installationsmedium enthaltene Modul Memtest86+ zum Speichertest verwenden, um eine gründliche Prüfung des Systemspeichers durchzuführen. Siehe Abschnitt 20.2.1, »Laden des Speichertestmodus« für Details.
Andere mögliche Ursachen gehen über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihres Hardwareanbieters sowie auf die Red Hat Hardware-Kompatibilitätsliste, verfügbar online unter https://hardware.redhat.com.

Teil II. IBM Power Systems — Installation und Bootvorgang

Dieser Teil des Red Hat Enterprise Linux Installationshandbuchs enthält Informationen über die Installation und grundlegende Informationen über die Suche und Bereinigung von Fehlern nach abgeschlossener Installation für IBM Power Systems-Server. IBM Power Systems-Server umfassen IBM PowerLinux-Server und POWER7 Power Systems-Server mit Linux. Weitere Installationsoptionen finden Sie in Teil IV, »Erweiterte Installationsoptionen«.

Wichtig

Ältere Releases von Red Hat Enterprise Linux unterstützten 32-Bit- und 64-Bit-Power Systems-Server (ppc bzw. ppc64). Red Hat Enterprise Linux 7 unterstützt nur 64-Bit-Power Systems-Server (ppc64).

Kapitel 8. Planen der Installation auf IBM Power Systems

Dieses Kapitel erläutert die Entscheidungen und Vorbereitungen, die vor dem Beginn der Installation notwendig sind.

8.1. Upgrade oder Neuinstallation

Automatische, direkte Upgrades werden zwar jetzt unterstützt, allerdings beschränkt sich diese Unterstützung auf AMD64- und Intel 64-Systeme. Falls Sie eine vorhandene Installation einer älteren Version von Red Hat Enterprise Linux auf einem IBM Power Systems-Server haben, müssen Sie eine saubere Installation durchführen, um auf Red Hat Enterprise Linux 7 zu migrieren. Für eine saubere Installation müssen Sie alle Daten vom System sichern, die Festplattenpartitionen formatieren, die Installation von Red Hat Enterprise Linux von einem Installationsmedium durchführen und abschließend alle Benutzerdaten wiederherstellen.

8.2. Kompatible Hardware

Red Hat Enterprise Linux 7 ist kompatibel mit IBM Power Systems-Servern, die die POWER6- und POWER7-Prozessorserien verwenden. POWER5-Prozessoren sind älter und werden nicht mehr unterstützt. Die aktuelle Liste unterstützter Hardware finden Sie auf der Seite Red Hat Hardware-Kompatibilitätsliste, verfügbar unter https://hardware.redhat.com. Werfen Sie zudem einen Blick auf Red Hat Enterprise Linux technology capabilities and limits für allgemeine Informationen über Systemvoraussetzungen.

8.3. IBM-Installationswerkzeuge

IBM Installation Toolkit ist ein optionales Dienstprogramm, das die Installation von Linux auf IBM Power Systems beschleunigt und besonders für jene Anwender hilfreich ist, die mit Linux nicht vertraut sind. Sie können das IBM Installation Toolkit für die folgenden Aktionen verwenden: [1]
  • Installation und Konfiguration von Linux auf einem nicht virtualisierten IBM Power Systems-Server.
  • Installation und Konfiguration von Linux auf Servern mit bereits konfigurierten lokalen Partitionen (LPARs, auch virtualisierte Server genannt).
  • Installation von IBM-Dienst- und Produktivitätstools auf einem neuen oder bereits installierten Linux-System. Die IBM-Dienst- und Produktivitätstools umfassen Dienstprogramme für dynamische logische Partitionen (DLPAR).
  • Upgrade der System-Firmware auf IBM Power Systems-Servern.
  • Durchführung von Diagnose- oder Wartungsoperationen auf bereits installierten Systemen.
  • Migration eines LAMP-Servers (Software-Stack) und Applikationsdaten von einem System x auf ein System p System. Ein LAMP-Server ist ein Bündel von Open-Source-Software. LAMP steht für Linux, Apache HTTP Server, MySQL relationale Datenbank und die PHP (oder manchmal Perl oder Python) Skriptingsprache.
Dokumentation für das IBM Installation Toolkit für PowerLinux ist verfügbar im Linux Information Center unter http://publib.boulder.ibm.com/infocenter/lnxinfo/v3r0m0/topic/liaan/powerpack.htm
Die PowerLinux-Dienst- und Produktivitätstools sind eine optionale Reihe von Tools, die Hardware-Dienstdiagnosehilfen, Produktivitätstools und Installationshilfen für Linux-Betriebssysteme auf IBM-Servern basierend auf POWER7-, POWER6-, POWER5- und POWER4-Technologie umfassen.
Dokumentation für die Dienst- und Produktivitätstools ist verfügbar im Linux Information Center unter http://publib.boulder.ibm.com/infocenter/lnxinfo/v3r0m0/topic/liaau/liaauraskickoff.htm

8.4. Vorbereitung für IBM Power Systems-Server

Wichtig

Vergewissern Sie sich, dass der real-base-Bootparameter auf c00000 gesetzt ist, andernfalls erhalten Sie gegebenenfalls Fehler wie z. B.:
DEFAULT CATCH!, exception-handler=fff00300
IBM Power Systems-Server bieten viele Optionen zur Partitionierung, für virtuelle oder systemeigene Geräte und für Konsolen.
Wenn Sie ein nicht-partitioniertes System verwenden, ist keine Konfiguration vor der Installation erforderlich. Für Systeme, die die serielle HVSI-Konsole verwenden, sollten Sie Ihre Konsole an den seriellen Port T2 anschließen.
Wenn Sie ein partitioniertes System verwenden, sind die Schritte, um die Partitionierung durchzuführen und die Installation zu starten, weitgehend dieselben. Sie sollten eine Partition in der HMC anlegen und einige CPU- und Speicherressourcen zuteilen sowie auch SCSI- und Ethernet-Ressourcen, welche entweder virtuell oder systemeigen sein können. Der HMC-Assistent zum Anlegen von Partitionen führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Vorgang.
Weitere Informationen zur Erstellung einer Partition finden Sie in dem PDF Partitioning for Linux with an HMC im IBM Systems Hardware Information Center unter http://publib.boulder.ibm.com/infocenter/powersys/v3r1m5/topic/iphbi_p5/iphbibook.pdf
Wenn Sie virtuelle statt systemeigener SCSI-Ressourcen benutzen, müssen Sie einen 'Link' zur Partition für virtuelles SCSI konfigurieren und dann die Partition selbst konfigurieren. Sie erzeugen einen 'Link' zwischen dem virtuellen SCSI-Client und Server-Slots unter Verwendung der HMC. Sie können einen virtuellen SCSI-Server entweder auf einem Virtual I/O Server (VIOS) oder IBM i konfigurieren, abhängig vom Modell und den zur Verfügung stehenden Optionen.
Falls Sie unter Verwendung von Intel iSCSI-Remote-Boot installieren, müssen alle angeschlossenen iSCSI-Speichergeräte deaktiviert sein. Andernfalls wird die Installation zwar erfolgreich abgeschlossen, das System wird jedoch nicht booten können.
Weitere Informationen über die Verwendung virtueller Geräte finden Sie in der IBM-Redbook-Publikation Virtualizing an Infrastructure with System p and Linux unter: http://publib-b.boulder.ibm.com/abstracts/sg247499.html
Sobald Sie Ihr System konfiguriert haben, müssen Sie es von der HMC aus aktivieren oder einschalten. Abhängig von der Art der Installation müssen Sie eventuell SMS konfigurieren, um das System richtig in das Installationsprogramm zu booten.

8.5. Unterstützte Installationsziele

Ein Installationsziel ist ein Speichergerät, das Red Hat Enterprise Linux enthalten soll und das System hochfahren wird. Red Hat Enterprise Linux unterstützt die folgenden Installationsziele für AMD64- und Intel 64-Systeme:
  • Speichergeräte, die über standardmäßige, interne Schnittstellen wie z. B. SCSI, SATA oder SAS angeschlossen sind
  • Fibre-Channel Host-Bus-Adapter und Multipath-Geräte, von denen einige unter Umständen Treiber vom Hersteller erfordern
  • Die virtualisierte Installation auf IBM Power Systems-Servern wird ebenfalls unterstützt, wenn virtuelle SCSI (vSCSI) Adapter in virtuellen Client-LPARs verwendet werden.
Red Hat unterstützt keine Installation auf USB-Sticks oder SD-Speicherkarten. Informationen über die Unterstützung für Virtualisierungstechnologien von Drittanbietern finden Sie in der Red Hat Hardware-Kompatibilitätsliste, verfügbar online unter https://hardware.redhat.com.

Wichtig

Auf IBM Power Systems-Servern schlägt das Initialisieren des eHEA-Moduls fehl, wenn einem System oder einer Partition 16 GB Huge Pages zugewiesen werden und die Kernel-Befehlszeile keine Huge-Page-Parameter enthält. Falls Sie daher eine Netzwerkinstallation via IBM eHEA-Ethernet-Adapter durchführen, können Sie während der Installation keine Huge Pages zum System oder zur Partition hinzufügen. Verwenden Sie stattdessen Large Pages.

8.6. Liste der Systemspezifikationen

Das Installationsprogramm erkennt und installiert die Hardware Ihres Rechners automatisch. Sie müssen dem Installationsprogramm in der Regel keine Details über Ihr System angeben. Nur bei bestimmten Installationsarten kann es notwendig sein, bestimmte Details über Ihre Hardware anzugeben. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, abhängig von Ihrer gewählten Installationsart die folgenden Systemspezifikationen während der Installation bereitzuhalten.
  • Falls Sie ein benutzerdefiniertes Partitionslayout einsetzen möchten, notieren Sie sich:
    • Die Modellnummern, Größen, Typen und Schnittstellen der angeschlossenen Festplatten. Zum Beispiel Seagate ST3320613AS 320 GB auf SATA0, Western Digital WD7500AAKS 750 GB auf SATA1. Dies ermöglicht es Ihnen, bestimmte Festplatten während des Installationsvorgangs zu identifizieren.
  • Falls Sie Red Hat Enterprise Linux als zusätzliches Betriebssystem auf einem vorhandenen System installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Informationen über die auf dem System verwendeten Partitionen. Dazu gehören Dateisystemtypen, Geräteknotennamen, Dateisystemkennungen und Größen. Dies ermöglicht es Ihnen, bestimmte Partitionen während des Partitionierungsvorgangs zu identifizieren. Beachten Sie, dass verschiedene Betriebssysteme Partitionen und Laufwerke unterschiedlich identifizieren. Selbst wenn es sich bei dem anderen Betriebssystem um ein Unix-Betriebssystem handelt, werden die Gerätenamen unter Umständen anders gekennzeichnet als unter Red Hat Enterprise Linux. Sie erhalten diese Informationen in der Regel durch Ausführen eines Befehls wie mount oder blkid oder in der /etc/fstab-Datei.
      Wenn Sie bereits ein anderes Betriebssystem installiert haben, wird das Red Hat Enterprise Linux 7 Installationsprogramm versuchen, diese automatisch zu finden und zum Booten zu konfigurieren. Sie können andere Betriebssysteme auch manuell konfigurieren, wenn diese nicht ordnungsgemäß erkannt werden. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 11.10.1, »Bootloader-Installation«.
  • Falls Sie von einem Image auf einer lokalen Festplatte installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Die Festplatte und das Verzeichnis, das das Image enthält.
  • Falls Sie von einem Speicherort auf dem Netzwerk installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Die Hersteller und die Modellnummern der Netzwerkadapter auf Ihrem System. Zum Beispiel Netgear GA311. Dies ermöglicht es Ihnen, die Adapter bei der manuellen Konfiguration des Netzwerks zu identifizieren.
    • IP-, DHCP- und BOOTP-Adressen
    • Netzmaske
    • IP-Adresse des Gateways
    • IP-Adressen eines oder mehrerer Nameserver (DNS)
    Falls einige dieser Netzwerkbegriffe unbekannt sind, fragen Sie bitte Ihren Netzwerkadministrator.
  • Falls Sie von einem Speicherort auf dem Netzwerk installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Den Speicherort des Images auf einem FTP-Server, HTTP-(Web)-Server, HTTPS-(Web)-Server oder NFS-Server.
  • Falls Sie auf einem iSCSI-Ziel installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Den Speicherort des iSCSI-Ziels. Abhängig von Ihrem Netzwerk benötigen Sie ggf. auch einen CHAP-Benutzernamen und Passwort sowie eventuell einen Reverse-CHAP-Benutzernamen und Passwort.
  • Falls Ihr Rechner einer Domain angehört:
    • In diesem Fall sollten Sie überprüfen, ob der Domainname von dem DHCP-Server bereitgestellt wird. Falls nicht, müssen Sie den Domainnamen während der Installation manuell eingeben.

8.7. Benötigter Festplattenplatz

Wie die meisten modernen Betriebssysteme verwendet auch Red Hat Enterprise Linux Festplattenpartitionen. Bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux werden Sie wahrscheinlich mit Festplattenpartitionen arbeiten müssen. Weitere Informationen über Festplattenpartitionen finden Sie in Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen.
Der Platz auf der Festplatte, der von Red Hat Enterprise Linux verwendet wird, muss separat von dem Festplattenspeicher sein, der von anderen Betriebssystemen verwendet wird, die Sie möglicherweise auf Ihrem Rechner installiert haben.

Anmerkung

Auf IBM Power Systems-Servern müssen mindestens drei Partitionen (/, swap und eine PReP Boot-Partition) für Red Hat Enterprise Linux reserviert sein.
Für die Installation von Red Hat Enterprise Linux benötigen Sie mindestens 7,5 GB Speicherplatz entweder auf nicht partitioniertem Festplattenplatz oder in Partitionen, die gelöscht werden können. Weitere Informationen über die empfohlenen Partitionen und Festplattengrößen finden Sie in Abschnitt 11.10.4.5, »Empfohlenes Partitionsschema«.

8.8. RAID und andere Festplattengeräte

Einige Speichertechnologien erfordern für den Einsatz mit Red Hat Enterprise Linux besondere Überlegungen. Generell ist es wichtig zu verstehen, wie diese Technologien konfiguriert werden, wie sich diese für Red Hat Enterprise Linux darstellen und wie die Unterstützung für diese Technologien sich zwischen den Hauptreleases verändert hat.

8.8.1. Hardware-RAID

RAID (Redundant Array of Independent Disks) ermöglicht es einem Verbund von Laufwerken (auch Array genannt), wie ein einzelnes Gerät zu agieren. Konfigurieren Sie alle RAID-Funktionen, die vom Mainboard Ihres Rechners oder angeschlossenen Controller-Karten zur Verfügung gestellt werden, bevor Sie mit dem Installationsvorgang beginnen. Jedes aktive RAID-Array erscheint in Red Hat Enterprise Linux als ein Laufwerk.

8.8.2. Software-RAID

Auf Systemen mit mehr als einer Festplatte können Sie das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm dazu verwenden, mehrere der Festplatten als ein Linux-Software-RAID-Array zu betreiben. Bei einem Software-RAID-Array werden RAID-Funktionen vom Betriebssystem gesteuert, nicht von dedizierter Hardware. Diese Funktionen werden detailliert in Abschnitt 11.10.4, »Manuelle Partitionierung« erläutert.

8.8.3. USB-Datenträger

Sie können externen USB-Speicher anschließen und konfigurieren, sobald die Installation abgeschlossen ist. Die meisten dieser Geräte werden vom Kernel erkannt und sind dann bereit zum Einsatz.
Einige USB-Datenträger werden unter Umständen nicht vom Installationsprogramm erkannt. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, diese Datenträger zum Zeitpunkt der Installation zu konfigurieren, dann sollten Sie diese vom System trennen, um mögliche Probleme zu vermeiden.

8.9. Methoden zum Starten der Installation

Es gibt mehrere Methoden, mit denen Sie das Red Hat Enterprise Linux 7-Installationsprogramm starten können. Die zu wählende Methode hängt von Ihrem Installationsmedium ab.
Vollständiges Installationsmedium auf DVD oder USB-Stick
Sie können ein bootfähiges Medium von dem vollständigen ISO-Image der Installations-DVD erstellen. In diesem Fall können Sie eine einzige DVD oder einen einzigen USB-Stick verwenden, um die gesamte Installation durchzuführen - dieser Datenträger dient nicht nur als Bootmedium, sondern auch als Installationsquelle zur Installation der Softwarepakete. In Kapitel 2, Erstellen von Medien finden Sie Anweisungen zur Erstellung eines vollständigen Installationsmediums auf DVD oder USB-Stick.
Minimales Bootmedium auf CD, DVD oder USB-Stick
Ein minimales Bootmedium auf CD, DVD oder USB-Stick wird mit einem kleinen ISO-Image erstellt, das nur die nötigsten Daten enthält, um das System hochzufahren und das Installationsprogramm zu starten. Wenn Sie dieses Bootmedium verwenden, benötigen Sie zusätzlich eine Installationsquelle, von der die Pakete bezogen und installiert werden. In Kapitel 2, Erstellen von Medien finden Sie Anweisungen zur Erstellung von Bootmedien auf CDs, DVDs und USB-Sticks.
PXE-Server
Mithilfe eines Preboot Execution Environment (PXE)-Servers können Sie das Installationsprogramm über das Netzwerk starten. Nachdem Sie das System hochgefahren haben, stellen Sie die Installation von einer anderen Installationsquelle (z. B. von einer lokalen Festplatte oder einem Speicherort auf dem Netzwerk) fertig. Weitere Informationen über PXE-Server finden Sie in Kapitel 21, Vorbereiten einer Netzwerkinstallation.

8.10. Automatisierung der Installation mithilfe von Kickstart

Red Hat Enterprise Linux 7 bietet die Möglichkeit, den Installationsvorgang mithilfe einer Kickstart-Datei teilweise oder vollständig zu automatisieren. Kickstart-Dateien enthalten Antworten auf alle Fragen, die normalerweise vom Installationsprogramm gestellt werden, beispielsweise welche Zeitzone für das System eingestellt werden soll, wie die Festplatten partitioniert werden sollen und welche Pakete installiert werden sollen. Eine derart vorbereitete Kickstart-Datei ermöglicht es dem Installationsprogramm, die gesamte Installation (oder Teile davon) automatisch und ohne Benutzereingriff durchzuführen. Dies ist besonders hilfreich, wenn Red Hat Enterprise Linux auf einer großen Anzahl von Systemen gleichzeitig bereitgestellt werden soll.
Kickstart-Dateien ermöglichen Ihnen nicht nur die Automatisierung der Installation, sondern bieten auch mehr Optionen hinsichtlich der Softwareauswahl. Bei einer manuellen Installation von Red Hat Enterprise Linux mithilfe des grafischen Installationsprogramms ist Ihre Softwareauswahl auf vordefinierte Umgebungen und Erweiterungen eingeschränkt. Im Gegensatz dazu können Sie in einer Kickstart-Datei auch einzelne Pakete installieren oder entfernen.
Anweisungen zum Erstellen einer Kickstart-Datei zur Automatisierung der Installation finden Sie in Kapitel 23, Kickstart-Installationen.


[1] Teile dieses Abschnitts wurden zuvor in der IBM-Ressource Linux information for IBM systems unter http://publib.boulder.ibm.com/infocenter/lnxinfo/v3r0m0/index.jsp?topic=%2Fliaay%2Ftools_overview.htm veröffentlicht

Kapitel 9. Treiberaktualisierung während der Installation auf IBM Power Systems

In den meisten Fällen enthält Red Hat Enterprise Linux bereits Treiber für die Geräte, aus denen Ihr System besteht. Falls Ihr System jedoch Hardware enthält, die erst vor sehr kurzer Zeit veröffentlicht wurde, sind möglicherweise noch keine Treiber für diese Hardware enthalten. Manchmal steht eine Treiberaktualisierung zur Unterstützung eines neuen Geräts bei Red Hat oder Ihrem Hardwareanbieter als Treiberdatenträger zur Verfügung, der RPM-Pakete enthält. Üblicherweise steht der Treiberdatenträger als ISO-Imagedatei zum Download bereit.

Wichtig

Treiberaktualisierungen sollten nur dann vorgenommen werden, wenn ein fehlender Treiber andernfalls eine erfolgreiche Installation verhindern würde. Die im Kernel enthaltenen Treiber sollten immer Treibern vorgezogen werden, die auf andere Art bereitgestellt werden.
Oft benötigen Sie die neue Hardware während des Installationsvorgangs nicht. Falls Sie beispielsweise eine DVD zur Installation auf einer lokalen Festplatte verwenden, ist die Installation auch dann erfolgreich, wenn Treiber für Ihre Netzwerkkarte fehlen. Schließen Sie in diesem Fall die Installation ab und fügen Sie Hardwareunterstützung für das neue Gerät nachträglich hinzu. Werfen Sie einen Blick auf das Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren für Details zum Hinzufügen dieser Unterstützung.
In anderen Situationen möchten Sie vielleicht einen Treiber für ein Gerät während des Installationsvorgangs hinzufügen, um eine bestimmte Konfiguration zu unterstützen. Beispielsweise möchten Sie Treiber für ein Netzwerkgerät oder eine Storage-Adapter-Karte installieren, um dem Installationsprogramm Zugriff auf die Speichergeräte, die Ihr System verwendet, zu ermöglichen. Sie können einen Treiberdatenträger verwenden, um diese Unterstützung hinzuzufügen. Sie haben dafür zwei Möglichkeiten:
  1. Platzieren Sie die ISO-Imagedatei des Treiberdatenträgers an einem Speicherort, auf den das Installationsprogramm zugreifen kann - auf einer lokalen Festplatte, einem USB-Stick oder einer CD oder DVD.
  2. Erstellen Sie einen Treiberdatenträger, indem Sie die Imagedatei auf eine CD, eine DVD oder einen USB-Stick extrahieren. Werfen Sie einen Blick auf die Anweisungen zum Erstellen von Installationsdatenträgern in Abschnitt 2.1, »Erstellen einer Installations-CD oder -DVD« für weitere Informationen zum Brennen von ISO-Images auf CD oder DVD und in Abschnitt 2.2, »Erstellen eines USB-Installationsmediums« für Informationen zum Brennen von ISO-Images auf USB-Sticks.
Falls Sie Red Hat, Ihr Hardwareanbieter oder ein vertrauenswürdiger Drittanbieter darüber informiert, dass eine Treiberaktualisierung während des Installationsvorgangs erforderlich ist, wählen Sie eine der Methoden zur Bereitstellung der Aktualisierung aus der Liste der in diesem Kapitel beschriebenen Methoden und testen sie, bevor Sie mit der Installation beginnen. Führen Sie umgekehrt keine Treiberaktualisierung während der Installation durch, wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, dass Ihr System diese benötigt. Ein falscher Treiber auf einem System kann den Support erschweren.

9.1. Einschränkungen von Treiberaktualisierungen während der Installation

Sie können mithilfe einer Treiberaktualisierung keine Treiber ersetzen, die bereits vom Installationsprogramm geladen wurden. Stattdessen müssen Sie die Installation mit den vom Installationsprogramm geladenen Treibern abschließen und nach der Installation auf die neuen Treiber aktualisieren.

9.2. Vorbereiten einer Treiberaktualisierung während der Installation

Falls eine Treiberaktualisierung für Ihre Hardware notwendig und verfügbar ist, werden Red Hat, Ihr Hardwareanbieter oder ein anderer vertrauenswürdiger Drittanbieter diese Aktualisierung in der Regel in Form einer Imagedatei im ISO-Format bereitstellen. Nachdem Sie das ISO-Image heruntergeladen haben, müssen Sie sich für eine Methode entscheiden, wie Sie die Treiberaktualisierung durchführen möchten.
Die folgenden Methoden sind verfügbar:
Automatische Treiberaktualisierung
Beim Start der Installation versucht das Installationsprogramm, alle angeschlossenen Speichergeräte zu erkennen. Falls beim Installationsstart ein Speichergerät mit der Kennung OEMDRV vorhanden ist, behandelt Anaconda dieses Gerät als Datenträger zur Treiberaktualisierung und versucht, von diesem Gerät Treiber zu laden.
Interaktive Treiberaktualisierung
Sie können beim Start der Installation die Bootoption inst.dd angeben. Wenn Sie diese Option ohne Parameter angeben, zeigt Anaconda eine Liste aller am System angeschlossenen Speichergeräte an und fordert Sie dazu auf, ein Gerät auszuwählen, das eine Treiberaktualisierung enthält.
Manuelle Treiberaktualisierung
Sie können beim Start der Installation die Bootoption inst.dd=location angeben, wobei location der Pfad zu einem Datenträger oder ISO-Image zur Treiberaktualisierung ist. Wenn Sie diese Option angeben, versucht Anaconda, am angegebenen Speicherort Treiberaktualisierungen zu finden. Für manuelle Treiberaktualisierungen können Sie entweder lokal verfügbare Speichergeräte angeben oder einen Speicherort im Netzwerk (einen HTTP-, HTTPS- oder FTP-Server).
Wenn Sie die automatische Treiberaktualisierung nutzen möchten, müssen Sie ein Speichergerät mit der Kennung OEMDRV anlegen, das physisch mit dem Installationssystem verbunden sein muss. Um die interaktive Methode zu nutzen, können Sie beliebige andere lokale Speichergeräte mit anderen Kennungen als OEMDRV verwenden. Um die manuelle Methode zu nutzen, können Sie jegliche lokale Speichergeräte mit einer anderen Kennung nutzen, oder einen Speicherort im Netzwerk, auf den vom Installationssystem zugegriffen werden kann.

Wichtig

Stellen Sie sicher, das Netzwerk mit der Option ip= zu initialisieren, wenn Sie eine Treiberaktualisierung vom Netzwerk laden möchten. Siehe Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü« für Einzelheiten.

9.2.1. Vorbereiten eines Images zur Treiberaktualisierung auf lokalem Speicher

Falls Sie ein lokales Speichergerät haben, das zur Bereitstellung der ISO-Datei genutzt werden kann, wie z. B. eine Festplatte oder ein USB-Stick, dann kann das Installationsprogramm, sofern das Gerät richtig gekennzeichnet ist, dieses Gerät automatisch erkennen. Nur wenn dies nicht möglich ist, sollten Sie wie nachfolgend beschrieben die Aktualisierung manuell installieren.
  • Damit das Installationsprogramm den Treiberdatenträger automatisch erkennt, muss die Kennung des Speichergeräts OEMDRV lauten. Zudem müssen Sie den Inhalt der ISO-Imagedatei in das Root-Verzeichnis des Speichergeräts extrahieren, und nicht das ISO-Image selbst kopieren. Siehe Abschnitt 9.3.1, »Automatische Treiberaktualisierung«. Beachten Sie, dass eine Treiberinstallation von einem mit OEMDRV gekennzeichneten Gerät immer einer manuellen Installation vorzuziehen ist.
  • Kopieren Sie für eine manuelle Installation einfach das ISO-Image als einzelne Datei auf das Speichergerät. Sie können diese Datei umbenennen, falls Sie dies für hilfreich erachten. Sie dürfen allerdings nicht die Dateinamenerweiterung ändern. Diese muss weiterhin .iso lauten, z. B. dd.iso. In Abschnitt 9.3.2, »Interaktive Treiberaktualisierung« finden Sie Anleitungen zur manuellen Auswahl einer Treiberaktualisierung während der Installation.

9.2.2. Vorbereiten eines Treiberdatenträgers

Sie können einen Datenträger für eine Treiberaktualisierung auf einer CD oder DVD erstellen. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 2.1, »Erstellen einer Installations-CD oder -DVD« für mehr Informationen über das Brennen von CD/DVDs von Imagedateien.
Vergewissern Sie sich nach dem Brennen einer Treiberaktualisierungs-CD oder -DVD, dass der Datenträger erfolgreich erstellt wurde, indem Sie diesen in Ihrem System einlegen und mithilfe des Dateimanagers ansehen. Sie sollten eine einzelne Datei mit der Bezeichnung rhdd3 sehen, bei der es sich um eine Signaturdatei handelt, die eine Beschreibung des Treiberdatenträgers enthält, sowie ein Verzeichnis namens rpms, das die RPM-Pakete mit den eigentlichen Treibern für die verschiedenen Architekturen enthält.
Falls Sie lediglich eine einzelne Datei mit der Endung .iso sehen, dann wurde der Datenträger nicht erfolgreich erstellt und Sie sollten es noch einmal probieren. Falls Sie einen anderen Linux-Desktop als GNOME oder ein anderes Betriebssystem verwenden, stellen Sie sicher, dass Sie eine Option wie etwa Von Image brennen auswählen.

9.3. Durchführen einer Treiberaktualisierung während der Installation

Zu Beginn des Installationsvorgangs können Sie eine Treiberaktualisierung wie folgt vornehmen:
  • Lassen Sie das Installationsprogramm automatisch einen Datenträger zur Treiberaktualisierung finden und anbieten.
  • Lassen Sie das Installationsprogramm nach einer Treiberaktualisierung fragen.
  • Geben Sie manuell einen Pfad zu einer Imagedatei oder einem RPM-Paket zur Treiberaktualisierung an.

Wichtig

Stellen Sie sicher, dass Sie Treiberaktualisierungen immer auf herkömmlichen Festplattenpartitionen ablegen. Auf erweiterte Speichergeräte wie z. B. RAID- oder LVM-Datenträger kann unter Umständen während der frühen Phase der Installation, in der Treiberaktualisierungen durchgeführt werden, noch nicht zugegriffen werden.

9.3.1. Automatische Treiberaktualisierung

Damit das Installationsprogramm automatisch einen Datenträger zur Treiberaktualisierung erkennt, schließen Sie ein Blockgerät mit der Datenträgerkennung OEMDRV an Ihren Rechner an, bevor Sie die Installation beginnen.
Wenn das Installationsprogramm startet, erkennt es sämtlichen verfügbaren Speicher, der am System angeschlossen ist. Falls das Installationsprogramm ein Speichergerät mit der Kennung OEMDRV findet, nimmt es dies als Datenträger zur Treiberaktualisierung an und versucht, Treiberaktualisierungen von diesem Gerät zu laden. Sie werden dazu aufgefordert auszuwählen, welche Treiber geladen werden sollen:
Treiberauswahl

Abbildung 9.1. Treiberauswahl

Drücken Sie Zifferntasten, um einzelne Treiber auszuwählen. Wenn Sie fertig sind, drücken Sie die Taste c, um die ausgewählten Treiber zu installieren und mit der grafischen Benutzeroberfläche von Anaconda fortzufahren.

9.3.2. Interaktive Treiberaktualisierung

Es empfiehlt sich immer, ein Blockgerät mit der Datenträgerkennung OEMDRV zu verwenden, um einen Treiber während der Installation zu installieren. Wenn kein solches Gerät verfügbar ist und auf der Bootbefehlszeile die Option inst.dd angegeben wurde, dann können Sie im interaktiven Modus den Treiberdatenträger auswählen. Wählen Sie im ersten Schritt eine lokale Datenträgerpartition aus der Liste, auf der Anaconda nach ISO-Dateien suchen soll. Wählen Sie anschließend eine der gefundenen ISO-Dateien und schließlich einen oder mehrere verfügbar Treiber. Die Abbildung unten veranschaulicht den Vorgang in der Textoberfläche, wobei die einzelnen Schritte hervorgehoben sind.
Interaktive Auswahl eines Treibers

Abbildung 9.2. Interaktive Auswahl eines Treibers

Anmerkung

Falls Sie Ihre ISO-Imagedatei extrahiert und auf eine CD oder DVD gebrannt haben, dieser Datenträger jedoch nicht die Datenträgerkennung OEMDRV trägt, haben Sie zwei Möglichkeiten: Nutzen Sie entweder die Option inst.dd ohne Parameter und verwenden das Menü zur Auswahl des Geräts, oder verwenden Sie die folgende Bootoption, damit das Installationsprogramm auf dem Medium nach Treibern sucht:
inst.dd=/dev/sr0
Drücken Sie Zifferntasten, um einzelne Treiber auszuwählen. Wenn Sie fertig sind, drücken Sie die Taste c, um die ausgewählten Treiber zu installieren und mit der grafischen Benutzeroberfläche von Anaconda fortzufahren.

9.3.3. Manuelle Treiberaktualisierung

Bereiten Sie für eine manuelle Treiberinstallation eine ISO-Imagedatei mit Treibern an einem Speicherort vor, z. B. auf einem USB-Stick oder einem Webserver, und verbinden Sie diesen mit Ihrem Rechner. Drücken Sie am Begrüßungsbildschirm die Tab-Taste, um die Bootbefehlszeile anzuzeigen, und fügen Sie dort die Option inst.dd=location hinzu, wobei location der Pfad zum Datenträger mit der Treiberaktualisierung ist:
Angeben des Pfads zur Treiberaktualisierung

Abbildung 9.3. Angeben des Pfads zur Treiberaktualisierung

In der Regel befindet sich die Imagedatei auf einem Webserver (z. B. http://server.example.com/dd.iso) oder auf einem USB-Stick (z. B. /dev/sdb1). Es ist auch möglich, das RPM-Paket anzugeben, das die Treiberaktualisierung enthält (z. B. http://server.example.com/dd.rpm).
Wenn Sie fertig sind, drücken Sie die Eingabetaste, um den Bootbefehl auszuführen. Daraufhin werden Ihre ausgewählten Treiber installiert und der Installationsvorgang fährt ganz normal fort.

9.3.4. Ausschließen eines Treibers

Ein fehlerhafter Treiber kann den normalen Bootvorgang eines Systems während der Installation verhindern. Falls dieses Problem auftritt, können Sie den Treiber deaktivieren (auf eine Ausschlussliste oder Blacklist setzen), indem Sie die Bootbefehlszeile anpassen. Zeigen Sie die Bootbefehlszeile an, indem Sie am Bootmenü die Tab-Taste drücken. Fügen Sie anschließend die Option modprobe.blacklist=driver_name zur Bootbefehlzeile hinzu. Ersetzen Sie driver_name durch den Namen des Treibers, den Sie deaktivieren möchten. Zum Beispiel:
modprobe.blacklist=ahci
Beachten Sie, dass die Treiber, die während der Installation mit der Bootoption modprobe.blacklist= auf die Ausschlussliste gesetzt wurden, auf dem System deaktiviert bleiben und in der Datei /etc/modprobe.d/anaconda-blacklist.conf erscheinen. Weitere Informationen über das Ausschließen von Treibern und andere Bootoptionen finden Sie in Kapitel 20, Bootoptionen.

Kapitel 10. Starten der Installation auf IBM Power Systems

Installationsmedien verwenden den yaboot-Bootloader, um IBM Power Systems-Server zu starten. Wenn der Installationsvorgang abgeschlossen ist, bootet der Server mithilfe von GRUB2 (GRand Unified Bootloader Version 2). Weitere Informationen über GRUB2 finden Sie in Abschnitt 11.10.1, »Bootloader-Installation«.
Um einen IBM Power Systems-Server von einer DVD zu booten, müssen Sie das Bootgerät zur Installation im System Management Services (SMS)-Menü angeben.
Um in die grafische Benutzeroberfläche der System Management Services zu gelangen, drücken Sie während des Hochfahrens die Taste 1, sobald Sie einen Klang hören. Dies öffnet eine grafische Benutzeroberfläche ähnlich der, die in diesem Abschnitt beschrieben wird.
Drücken Sie auf einer Textkonsole die Taste 1, wenn beim Selbsttest der Banner zusammen mit den getesteten Komponenten angezeigt wird:
Die SMS-Konsole

Abbildung 10.1. Die SMS-Konsole

Sobald Sie im SMS-Menü sind, wählen Sie die Option Select Boot Options. Geben Sie dann in diesem Menü Select Install or Boot a Device an. Wählen Sie anschließend CD/DVD und den Bus-Typ (in den meisten Fällen SCSI). Falls Sie sich nicht sicher sind, können Sie sich alle Geräte anzeigen lassen. Dadurch werden alle verfügbaren Busse auf Bootgeräte überprüft, einschließlich Netzwerkadapter und Festplatten.
Wählen Sie schließlich das Gerät, das die Installations-DVD enthält. Yaboot wird von diesem Gerät geladen und die Eingabeaufforderung boot: wird angezeigt. Um eine grafische Installation zu starten, übergeben Sie jetzt die Bootoption inst.vnc. Drücken Sie andernfalls die Eingabetaste oder warten einfach den Countdown ab, bis die Installation beginnt.

Wichtig

Da IBM Power Systems-Server hauptsächlich Textkonsolen verwenden, startet Anaconda nicht automatisch eine grafische Installation. Allerdings bietet das grafische Installationsprogramm mehr Features und Anpassungsmöglichkeiten und wird daher empfohlen, wenn Ihr System über eine grafische Anzeige verfügt.
Um eine grafische Installation zu starten, übergeben Sie die Bootoption inst.vnc (siehe Entfernten Zugriff aktivieren).
Verwenden Sie yaboot mit vmlinuz und initrd.img, um Ihr System über ein Netzwerk zu booten. Sie können die ppc64.img-Datei nicht für das Booten über ein Netzwerk verwenden, da die Datei zu groß für TFTP ist.

Wichtig

Auf einigen Rechnern bootet yaboot gegebenenfalls nicht und gibt die folgende Fehlermeldung aus:
Cannot load initrd.img: Claim failed for initrd memory at 02000000 rc=ffffffff
Ändern Sie real-base in c00000, um dieses Problem zu umgehen. Die können den Wert von real-base von der OpenFirmware-Eingabeaufforderung mit dem printenv-Befehl ermitteln und mit dem setenv-Befehl setzen.

10.1. Das Bootmenü

Das Installationsprogramm zeigt die Eingabeaufforderung boot: an. Zum Beispiel:
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
/
Elapsed time since release of system processors: 276 mins 49 secs

System has 128 Mbytes in RMA
Config file read, 227 bytes


Welcome to the 64-bit Red Hat Enterprise Linux 7.0 installer!
Hit <TAB> for boot options.


Welcome to yaboot version 1.3.17 (Red Hat 1.3.17-12.el7)
Enter "help" to get some basic usage information
boot:
Um mit der Installation fortzufahren, geben Sie linux ein und drücken Sie die Eingabetaste.
Sie können Bootoptionen auch an dieser Eingabeaufforderung angeben. In Kapitel 20, Bootoptionen finden Sie weitere Informationen diesbezüglich. Um etwa das Installationsprogramm zur Rettung eines bereits installierten Systems zu verwenden, geben Sie linux inst.rescue ein und drücken Sie die Eingabetaste.
Das folgende Beispiel zeigt, wie die Bootoption inst.vnc übergeben wird, um die grafische Installation zu beginnen:
boot:
* linux                    
boot: linux inst.vnc  
Please wait, loading kernel...

10.2. Installieren von einer anderen Quelle

Sie können Red Hat Enterprise Linux von ISO-Images installieren, die auf einer Festplatte gespeichert sind, oder über das Netzwerk mithilfe der Protokolle NFS, FTP, HTTP oder HTTPS. Erfahrene Benutzer verwenden häufig eine dieser Methoden, da Daten von einer Festplatte oder einem Netzwerkserver schneller gelesen werden können als von einer DVD.
In der folgenden Tabelle sind die verschiedenen Bootmethoden und die jeweils zu verwendende Installationsmethode zusammengefasst:

Tabelle 10.1. Bootmethoden und Installationsquellen

Bootmethode Installationsquelle
Vollständiges Installationsmedium (DVD oder USB) Das Bootmedium selbst
Minimale Bootmedien (CD oder USB) Vollständige Installations-DVD mit ISO-Image oder die aus diesem Image extrahierte Installationsstruktur, abgelegt an einem Speicherort im Netzwerk oder auf einer Festplatte
Netzwerkboot (PXE) Vollständige Installations-DVD mit ISO-Image oder die aus diesem Image extrahierte Installationsstruktur, abgelegt an einem Speicherort im Netzwerk

10.3. Booten vom Netzwerk mithilfe eines yaboot-Installationsservers

Um mit einem yaboot-Installationsserver zu booten, benötigen Sie einen entsprechend konfigurierten Server und eine Netzwerkschnittstelle in Ihrem Rechner, die einen Installationsserver unterstützen kann. Informationen über die Einrichtung eines Installationsservers finden Sie in Kapitel 21, Vorbereiten einer Netzwerkinstallation.
Konfigurieren Sie den Rechner zum Booten von der Netzwerkschnittstelle, indem Sie Select Boot Options im SMS-Menü wählen und anschließend Select Boot/Install Device. Wählen Sie schließlich das gewünschte Netzwerkgerät aus der Liste der verfügbaren Geräte.
Nachdem Sie das Booten vom Installationsserver ordnungsgemäß eingerichtet haben, kann der Rechner das Red Hat Enterprise Linux-Installationssystem ohne weitere Medien booten.
Um einen Rechner von einem yaboot-Installationsserver zu booten:

Prozedur 10.1. Starten des Installationsprogramms über das Netzwerk per PXE

  1. Stellen Sie sicher, dass das Netzwerkkabel angeschlossen ist. Die LED zur Überwachung der Netzwerkaktivität sollte aufleuchten, auch wenn der Rechner nicht eingeschaltet ist.
  2. Schalten Sie den Rechner ein.
  3. Abhängig von Ihrer Hardware werden wahrscheinlich einige Informationen zum Netzwerk und zur Diagnostik angezeigt, bevor Ihr Rechner sich mit einem PXE-Server verbindet. Anschließend sehen Sie ein Menü mit Optionen je nach Konfiguration des PXE-Servers. Drücken Sie die Zifferntaste, die der gewünschten Option entspricht. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Option Sie auswählen sollen, fragen Sie Ihren Serveradministrator.
Falls Ihr Rechner nicht vom Netzwerkinstallationsserver startet, stellen Sie sicher, dass das SMS zum Booten von der korrekten Netzwerkschnittstelle konfiguriert ist. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihrer Hardware für weitere Informationen.

Kapitel 11. Installation von Red Hat Enterprise Linux auf IBM Power Systems

Dieses Kapitel beschreibt den Installationsvorgang mit dem Anaconda-Installationsprogramm. In Red Hat Enterprise Linux 7 ermöglicht Ihnen das Installationsprogramm, einzelne Installationsschritte in der von Ihnen gewählten Reihenfolge zu konfigurieren, im Gegensatz zur herkömmlichen Installation in festgelegten Schritten. Während der Konfiguration - bevor die eigentliche Installation beginnt - können Sie über ein zentrales Menü auf verschiedene Bereiche der Benutzeroberfläche zugreifen. In diesen Bereichen können Sie die Sprachunterstützung für Ihr System einrichten, das Netzwerk und die Speichergeräte konfigurieren oder Pakete zur Installation auswählen. Sie können später in jeden Bereich zurückkehren, um Ihre Einstellungen zu überprüfen, bevor Sie mit der Installation beginnen.

11.1. Installationsmodi

Sie können Red Hat Enterprise Linux 7 im grafischen oder textbasierten Modus installieren. Der grafische Modus wird empfohlen und enthält alle zu konfigurierenden Optionen. Beide Methoden folgen jedoch dem Prinzip des zentralen Menüs und mehreren Bereichen, die Sie je nach Bedarf mehrmals aufrufen können, wie in den nachfolgenden Screenshots dargestellt.
Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Abbildung 11.1. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Abbildung 11.2. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Installationen im Textmodus sind nicht explizit dokumentiert. Administratoren, die das Installationsprogramm im Textmodus verwenden, können jedoch trotzdem den Anweisungen der GUI-Installation folgen. Siehe Abschnitt 11.1.2, »Installation im Textmodus«. Beachten Sie, dass einige Installationsoptionen (wie z. B. die angepasste Partitionierung) nicht im Textmodus zur Verfügung stehen.

11.1.1. Installation im grafischen Modus

Wenn Sie bereits zuvor eine grafische Benutzeroberfläche oder GUI (Graphical User Interface) verwendet haben, dann sind Sie bereits mit den Vorgängen vertraut. Benutzen Sie Ihre Maus, um auf dem Bildschirm zu navigieren, um auf Schaltflächen zu klicken oder Textfelder für die Texteingabe zu aktivieren.
Sie können auch die Tastatur zur Navigation durch die Installation nutzen. Verwenden Sie die Tasten Tab und Umschalt+Tab, um zwischen den Elementen auf dem Bildschirm zu wechseln, die Hoch- und Runter-Pfeiltasten, um durch Listen zu scrollen, und die Rechts- und Links-Pfeiltasten, um durch horizontale Werkzeugleisten oder Tabelleneinträge zu scrollen. Verwenden Sie die Leertaste und Eingabetaste, um ein markiertes Element auszuwählen oder zu entfernen oder um Auswahllisten aus- und einzuklappen. Mithilfe der Tastenkombination Alt+X können Sie auf Schaltflächen klicken oder andere Auswahlen treffen, wobei X durch den unterstrichenen Buchstaben ersetzt werden muss, der nach Drücken von Alt auf dem Bildschirm erscheint.
Falls Sie eine grafische Installation auf einem System durchführen möchten, das über keinerlei grafische Anzeige verfügt, wie z. B. ein partitioniertes System, können Sie dafür VNC nutzen. Weitere Informationen über die Verwendung von VNC für eine grafische Installation finden Sie in Kapitel 22, Installation mittels VNC.

Anmerkung

Wenn Sie das grafische Installationsprogramm nicht verwenden möchten, steht Ihnen auch weiterhin das textbasierte Installationsprogramm zur Verfügung. Geben Sie folgenden Befehl an der Eingabeaufforderung boot: ein, um den Textmodus zu starten:
linux inst.text
In Abschnitt 10.1, »Das Bootmenü« finden Sie eine Beschreibung des Red Hat Enterprise Linux-Bootmenüs und in Abschnitt 11.1.2, »Installation im Textmodus« eine kurze Übersicht über die Befehle für eine Installation im Textmodus.
Allerdings wird dringend empfohlen, den grafischen Modus für die Installation zu verwenden. Dieser bietet die volle Funktionalität des Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramms, einschließlich der LVM-Konfiguration, die bei der Installation im Textmodus nicht verfügbar ist.
Benutzer, die die textbasierte Installation verwenden müssen, können den Anleitungen für die GUI-Installation folgen und dort alle benötigten Informationen erhalten.

11.1.1.1. Virtuelle Konsolen und tmux-Fenster

Das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm bietet mehr als nur eine grafische Benutzeroberfläche. Ihnen stehen eine Reihe von Diagnosemeldungen zur Verfügung und Sie haben die Möglichkeit, Befehle an einer Shell-Eingabeaufforderung einzugeben. Diese zusätzlichen Features werden in sogenannten virtuellen Konsolen und dem tmux-Terminal-Multiplexer bereitgestellt.
Eine virtuelle Konsole ist eine Shell-Eingabeaufforderung in einer nicht grafischen Umgebung, auf die vom lokalen Rechner (nicht von Remote aus) zugegriffen wird. Zu jeder Zeit stehen mehrere virtuelle Konsolen zur Verfügung.
Diese virtuellen Konsolen können hilfreich sein, wenn Sie bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux auf ein Problem stoßen. Auf den Installations- oder Systemkonsolen werden Meldungen angezeigt, die bei der Fehlerdiagnose helfen. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht der virtuellen Konsolen, deren Inhalte, sowie der Tastenkombinationen, mit denen zu diesen Konsolen gewechselt wird.

Anmerkung

Im Allgemeinen gibt es keinen Grund, die standardmäßige grafische Installationsumgebung zu verlassen, sofern Sie nicht ein Problem mit der Installation diagnostizieren müssen.

Tabelle 11.1. Verfügbare Tmux-Fenster

Fenster Tastenkombination Inhalte
1 Strg+b 1 Hauptfenster für das Installationsprogramm – enthält Informationen vom Installationsprogramm zur Suche und Bereinigung von Fehlern
2 Strg+b 2 Shell-Eingabeaufforderung mit Root-Zugriff
3 Strg+b 3 Installationsprotokoll – zeigt die in /tmp/anaconda.log gespeicherten Meldungen
4 Strg+b 4 Speicherprotokoll – zeigt die in /tmp/storage.log gespeicherten Meldungen von Kernel und Systemdiensten im Zusammenhang mit Speichergeräten
5 Strg+b 5 Programmprotokoll – zeigt die in /tmp/program.log gespeicherten Meldungen von anderen Systemprogrammen
Um auf die tmux Fenster zuzugreifen, wechseln Sie zunächst zur ersten virtuellen Konsole mit Strg+Alt+F1. Verwenden Sie anschließend eines der oben genannten Tastaturkürzel, um zwischen den verschiedenen Fenstern in der Konsole zu wechseln. Sie können auch Strg+b p verwenden, um zum vorherigen Fenster zurückzukehren, und Strg+b n, um zum nächsten Fenster zu wechseln.
Beachten Sie, dass die Tastaturkürzel zum Wechsel zwischen tmux-Fenstern zweiteilig sind. Drücken Sie nicht alle Tasten auf einmal, sondern drücken Sie stattdessen zunächst Strg+b, lassen diese Tasten wieder los, und drücken anschließend die Zifferntaste für das Fenster, das Sie verwenden möchten.
Um von einer virtuellen Konsole zur grafischen Benutzeroberfläche zurückzukehren, drücken Sie zunächst Strg+b 1, um zum ersten tmux-Fenster zurückzukehren. Kehren Sie anschließend zur virtuellen Konsole 6 zurück mit Strg+Alt+F6 oder Strg+F6.

11.1.1.2. Verwendung des HMC-vterms

HMC-vterm ist die Konsole für partitionierte IBM System p. Sie öffnen diese Konsole, indem Sie auf die Partition auf der HMC rechtsklicken und anschließend Open Terminal Window auswählen. Es kann immer nur ein einzelnes vterm mit der Konsole verbunden werden und neben dem vterm gibt es keinen Konsolenzugang für partitionierte Systeme. Oft wird dies auch als virtuelle Konsole bezeichnet, es unterscheidet sich jedoch von den virtuellen Konsolen in Abschnitt 11.1.1.1, »Virtuelle Konsolen und tmux-Fenster«.

11.1.2. Installation im Textmodus

Zusätzlich zum grafischen Installationsprogramm bietet Anaconda auch einen textbasierten Modus.
Sollte eine der folgenden Situationen auftreten, verwendet die Installation den Textmodus:
  • Das Installationssystem kann keine Anzeigehardware auf Ihrem Rechner ermitteln.
  • Sie haben den Textmodus zur Installation gewählt, indem Sie die Option inst.text zur Bootbefehlszeile hinzugefügt haben.
  • Sie haben eine Kickstart-Datei zur Automatisierung der Installation verwendet und die angegebene Datei enthält den text-Befehl.
Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Abbildung 11.3. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Wichtig

Red Hat empfiehlt, dass Sie Red Hat Enterprise Linux unter Verwendung der grafischen Benutzeroberfläche installieren. Falls Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem System ohne grafische Anzeige installieren, sollten Sie eine Installation über eine VNC-Verbindung in Erwägung ziehen – siehe Kapitel 22, Installation mittels VNC. Das Textmodus-Installationsprogramm wird Sie dazu auffordern, die Verwendung des Textmodus zu bestätigen, falls es erkennt, dass eine VNC-basierte Installation möglich ist.
Falls Ihr System zwar über eine grafische Anzeige verfügt, die grafische Installation jedoch fehlschlägt, versuchen Sie mit der Option inst.xdriver=vesa zu starten – siehe Kapitel 20, Bootoptionen.
Alternativ können Sie auch eine Kickstart-Installation in Erwägung ziehen. Siehe Kapitel 23, Kickstart-Installationen für weitere Informationen.
Der Textmodus bietet einen vereinfachten Installationsvorgang. Einige Optionen, die im grafischen Modus verfügbar sind, stehen im Textmodus nicht zur Verfügung. Diese Unterschiede werden bei der Beschreibung des Installationsvorgangs in diesem Handbuch erläutert und umfassen:
  • Konfiguration fortgeschrittener Speichermethoden wie LVM, RAID, FCoE, zFCP und iSCSI
  • Anpassen des Partitionslayouts
  • Anpassen des Bootloader-Layouts
  • Auswahl von Paketerweiterungen während der Installation
  • Konfiguration des installierten Systems mit dem Dienstprogramm zur Ersteinrichtung
  • Einstellungen für Sprache und Tastatur

Anmerkung

Wenn zugehörige Aufgaben im Hintergrund ausgeführt werden, sind bestimmte Menüpunkte unter Umständen vorübergehend inaktiv oder zeigen den Hinweis Processing.... Um den Status von Textmenüeinträgen zu aktualisieren, verwenden Sie die Option r an der Textmodus-Eingabeaufforderung.
Wenn Sie sich dazu entscheiden, Red Hat Enterprise Linux im Textmodus zu installieren, können Sie Ihr System nach der Installation dennoch auf einer grafischen Benutzeroberfläche konfigurieren. Siehe Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren für Anweisungen diesbezüglich.
Um Optionen zu konfigurieren, die nicht im Textmodus verfügbar sind, erwägen Sie die Verwendung einer Bootoption. Beispielsweise kann die Option ip dazu verwendet werden, Netzwerkeinstellungen zu konfigurieren. Siehe Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü« für Anweisungen diesbezüglich.

11.2. Willkommensbildschirm und Sprachauswahl

Der erste Bildschirm des Installationsprogramms ist der Bildschirm Willkommen bei Red Hat Enterprise Linux 7.0. Hier wählen Sie die Sprache, die Anaconda während der Installation verwenden soll. Diese Auswahl wird zudem die Standardsprache für das installierte System, sofern Sie dies nicht später noch ändern. Wählen Sie in der linken Leiste die gewünschte Sprache, z. B. English. Anschließend können Sie in der rechten Leiste ein Gebietsschema passend zu Ihrer Region wählen, z. B. English (United States).

Anmerkung

Oben in der Liste ist standardmäßig eine Sprache vorausgewählt. Falls der Netzwerkzugang zu diesem Zeitpunkt bereits konfiguriert ist (falls Sie beispielsweise von einem Netzwerkserver gebootet haben anstelle von einem lokalen Datenträger), wird die vorausgewählte Sprache automatisch bestimmt auf Grundlage des Standorts, der durch das GeoIP-Modul automatisch erkannt wurde.
Alternativ können Sie die gewünschte Sprache in das Suchfeld eingeben, wie unten gezeigt.
Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Weiter, um zur Zusammenfassung der Installation zu gelangen.
Sprachkonfiguration

Abbildung 11.4. Sprachkonfiguration

11.3. Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation ist das zentrale Menü zur Einrichtung der Installation.
Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Abbildung 11.5. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Anstatt Sie durch eine Reihe von aufeinanderfolgenden Bildschirmen zu leiten, ermöglicht es Ihnen das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm, die Installation in der von Ihnen gewünschten Reihenfolge zu konfigurieren.
Wählen Sie mit Ihrer Maus einen Menüeintrag, um diesen Abschnitt der Installation zu konfigurieren. Wenn Sie mit der Konfiguration dieses Abschnitts fertig sind oder wenn Sie diesen Abschnitt später fertigstellen möchten, klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig in der Ecke oben links.
Nur die Abschnitte mit einem Warnsymbol sind erforderlich. Eine Warnmeldung am unteren Rand des Bildschirms weist Sie darauf hin, dass diese Abschnitte vervollständigt werden müssen, bevor die Installation gestartet werden kann. Alle anderen Abschnitte sind optional. Unter der Überschrift für jeden Abschnitt wird die aktuelle Konfiguration kurz zusammengefasst. Anhand dessen können Sie entscheiden, ob Sie die Konfiguration dieser Abschnitte bearbeiten müssen.
Sobald alle erforderlichen Abschnitte fertiggestellt sind, klicken Sie auf die Schaltfläche Installation starten. Siehe auch Abschnitt 11.12, »Beginnen der Installation«.
Klicken Sie auf Beenden, um die Installation abzubrechen.

Anmerkung

Wenn zugehörige Aufgaben im Hintergrund ausgeführt werden, sind bestimmte Menüpunkte unter Umständen vorübergehend inaktiv und nicht verfügbar.
Falls Sie mithilfe einer Kickstart-Option oder einer Bootbefehlszeilen-Option eine Installationsquelle auf einem Netzwerk angegeben haben, beim Start der Installation jedoch kein Netzwerk verfügbar ist, dann wird das Installationsprogramm einen Konfigurationsbildschirm anzeigen, damit Sie eine Netzwerkverbindung einrichten können, bevor der Bildschirm der Zusammenfassung der Installation angezeigt wird.
Bildschirm zur Netzwerkkonfiguration, wenn kein Netzwerk erkannt wurde

Abbildung 11.6. Bildschirm zur Netzwerkkonfiguration, wenn kein Netzwerk erkannt wurde

Sie können diesen Schritt überspringen, falls Sie von einer Installations-DVD oder einem anderen lokalen Medium installieren und wenn Sie sich sicher sind, dass Sie zur Fertigstellung der Installation kein Netzwerk benötigen. Eine Netzwerkverbindung ist jedoch erforderlich für Netzwerkinstallationen (siehe Abschnitt 6.7, »Installationsquelle«) oder zur Einrichtung von fortgeschrittenen Speichergeräten (siehe Abschnitt 6.11, »Speichergeräte«). Weitere Details zur Konfiguration eines Netzwerks im Installationsprogramm finden Sie in Abschnitt 6.8, »Netzwerk & Hostname «.

11.4. Datum & Uhrzeit

Um die Zeitzone, das Datum und optional Einstellungen für die Netzwerkzeit festzulegen, wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Datum & Uhrzeit.
Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihre Zeitzone auswählen können:
  • Klicken Sie mit der Maus auf der interaktiven Karte auf eine bestimmte Stadt. Daraufhin markiert eine rote Stecknadel Ihre Auswahl.
  • Sie können auch durch die Auswahllisten für Region und Stadt oben auf dem Bildschirm scrollen, um Ihre Zeitzone auszuwählen.
  • Wählen Sie Etc am unteren Ende des Auswahlmenüs Region und wählen Sie dann im nächsten Menü Ihre Zeitzohne als GMT/UTC, zum Beispiel GMT+1.
Falls Ihre Stadt auf der Karte oder in der Auswahlliste nicht aufgeführt wird, wählen Sie die Stadt, die in derselben Zeitzone Ihrer Stadt am nächsten liegt.

Anmerkung

Die Liste der verfügbaren Städte und Regionen stammt aus der öffentlichen Domain der Zeitzonendatenbank (tzdata), die von der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) gepflegt wird. Red Hat kann keine Städte oder Regionen zu dieser Liste hinzufügen. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website unter http://www.iana.org/time-zones.
Geben Sie eine Zeitzone an, auch wenn Sie planen, NTP (Network Time Protocol) zu verwenden, um die Systemuhr aktuell zu halten.
Bildschirm zur Zeitzonenkonfiguration

Abbildung 11.7. Bildschirm zur Zeitzonenkonfiguration

Falls Sie mit dem Netzwerk verbunden sind, ist der Schalter Netzwerkzeit aktiviert. Um das Datum und die Uhrzeit mithilfe von NTP einzustellen, lassen Sie den Netzwerkzeit-Schalter in der AN-Position und klicken Sie auf das Konfigurationssymbol, um die gewünschten NTP-Server für Red Hat Enterprise Linux auszuwählen. Falls Sie das Datum und die Uhrzeit manuell einstellen möchten, schieben Sie den Schalter auf die AUS-Position. Die Systemzeit sollte Ihre gewählte Zeitzone verwenden, um das richtige Datum und die richtige Zeit unten im Bildschirm anzuzeigen. Falls diese dennoch falsch angezeigt werden, korrigieren Sie diese manuell.
Beachten Sie, dass die NTP-Server zum Zeitpunkt der Installation gegebenenfalls nicht erreichbar sind. In diesem Fall wird die Zeit nicht automatisch richtig angezeigt, sobald Sie die Server festlegen. Sobald die Server später verfügbar sind, werden das Datum und die Uhrzeit aktualisiert.
Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Anmerkung

Nach Abschluss der Installation können Sie den Punkt Datum & Uhrzeit im Administration-Dialogfenster aufrufen, um Ihre Zeitzonenkonfiguration zu ändern.

11.5. Sprachunterstützung

Um Unterstützung für weitere Gebietsschemata und Sprachen zu installieren, wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Sprachunterstützung.
Verwenden Sie Ihre Maus, um die Sprache auszuwählen, für die Sie Unterstützung installieren möchten. Wählen Sie in der linken Leiste die gewünschte Sprache, z. B. Español. Anschließend können Sie in der rechten Leiste ein Gebietsschema passend zu Ihrer Region wählen, z. B. Español (Costa Rica). Sie können mehrere Sprachen und Gebietsschemata wählen. Die gewählten Sprachen sind in der linken Leiste fett hervorgehoben.
Konfiguration der Sprachunterstützung

Abbildung 11.8. Konfiguration der Sprachunterstützung

Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Anmerkung

Nach Abschluss der Installation können Sie den Punkt Region & Sprache im Einstellungen-Dialogfenster aufrufen, um Ihre Sprachkonfiguration zu ändern.

11.6. Tastaturkonfiguration

Wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Tastatur, um mehrere Tastaturbelegungen zu Ihrem System hinzuzufügen. Nach dem Speichern sind diese Tastaturbelegungen sofort im Installationsprogramm verfügbar und Sie können mithilfe des Tastatursymbols, dass stets in der rechten oberen Ecke des Bildschirms angezeigt wird, zwischen den Belegungen wechseln.
Zu Beginn wird nur die im Begrüßungsbildschirm ausgewählte Sprache als Tastaturbelegung in der linken Spalte angezeigt. Sie können entweder diese Belegung ersetzen oder weitere Belegungen hinzufügen. Falls Ihre Sprache jedoch keine ASCII-Zeichen verwendet, sollten Sie eine Tastaturbelegung hinzufügen, die ASCII-Zeichen verwendet, um Passwörter z. B. für verschlüsselte Partitionen und den Root-Benutzer richtig angeben zu können.
Tastaturkonfiguration

Abbildung 11.9. Tastaturkonfiguration

Um eine zusätzliche Belegung hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche +, wählen Sie die gewünschte Belegung aus der Liste und klicken Sie auf Hinzufügen. Um eine Belegung zu löschen, wählen Sie die unerwünschte Belegung und klicken Sie auf die Schaltfläche -. Verwenden Sie die Pfeilschaltflächen, um die Reihenfolge der Belegungen zu ändern. Wählen Sie für eine Vorschau die Belegung aus und klicken Sie auf das Tastatursymbol.
Klicken Sie in das Textfeld rechts, um eine Belegung zu testen. Geben Sie einigen Text ein, um sich zu vergewissern, dass Ihre Auswahl wie erwartet funktioniert.
Um zusätzliche Belegungen zu testen, können Sie mithilfe des Schalters oben im Bildschirm in eine andere Belegung wechseln. Allerdings wird empfohlen, eine Tastenkombination zu konfigurieren, um zwischen den Belegungen zu wechseln. Klicken Sie rechts auf die Schaltfläche Optionen, um den Dialog Optionen zum Wechseln der Tastaturbelegung zu öffnen, und wählen Sie eine Tastenkombination aus der Liste, indem Sie deren Auswahlkästchen markieren. Diese Kombination wird dann über der Schaltfläche Optionen angezeigt. Diese Kombination gilt sowohl während der Installation als auch auf dem installierten System; Sie müssen hier eine Kombination konfigurieren, um diese nach der Installation verwenden zu können. Falls gewünscht, können Sie auch mehrere Tastenkombinationen auswählen, um zwischen den Belegungen zu wechseln.

Wichtig

Falls Sie eine Belegung verwenden, die keine lateinischen Zeichen akzeptiert, wie z. B. Russisch, sollten Sie ebenfalls die Belegung Englisch (Vereinigte Staaten) hinzufügen und eine Tastenkombination konfigurieren, um zwischen diesen beiden Belegungen zu wechseln. Falls Sie eine Belegung ohne lateinische Zeichen wählen, können Sie später im Installationsvorgang unter Umständen kein gültiges Root-Passwort und keine Benutzerpasswörter eingeben. In diesem Fall können Sie die Installation womöglich nicht fertigstellen.
Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Anmerkung

Nach Abschluss der Installation können Sie den Punkt Tastatur im Einstellungen-Dialogfenster aufrufen, um Ihre Tastaturkonfiguration zu ändern.

11.7. Installationsquelle

Wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Installationsquelle, um eine Datei oder einen Speicherort anzugeben, von denen Red Hat Enterprise Linux installiert werden soll. Dort können Sie zwischen lokal verfügbaren Installationsmedien wie z. B. einer DVD oder einer ISO-Datei oder einem Speicherort im Netzwerk wählen.
Bildschirm zur Installationsquelle

Abbildung 11.10. Bildschirm zur Installationsquelle

Wählen Sie eine der folgenden Optionen:
Automatisch erkanntes Installationsmedium
Falls Sie die Installation mit der vollständigen Installations-DVD oder einem USB-Stick gestartet haben, so erkennt das Installationsprogramm dies und zeigt unter dieser Option einige Informationen. Klicken Sie auf die Schaltfläche Überprüfen, um sicherzustellen, dass das Installationsmedium für die Installation geeignet ist. Diese Integritätsprüfung ist dieselbe Prüfung, die auch durchgeführt wird, wenn Sie Test this media & Install Red Hat Enterprise Linux 7.0 im Bootmenü auswählen oder die Bootoption rd.live.check verwenden.
ISO-Datei
Diese Option erscheint, wenn das Installationsprogramm eine partitionierte Festplatte mit einhängbaren Dateisystemen erkannt hat. Wählen Sie diese Option, klicken Sie auf die Schaltfläche Ein ISO wählen und navigieren Sie zum Speicherort der Installations-ISO-Datei auf Ihrem System. Klicken Sie anschließend auf Überprüfen, um sicherzustellen, dass die Datei für die Installation geeignet ist.
Im Netzwerk
Um einen Speicherort im Netzwerk anzugeben, wählen Sie diese Option und wählen Sie im Auswahlmenü aus den folgenden Optionen:
  • http://
  • https://
  • ftp://
  • nfs
Verwenden Sie Ihre Auswahl als Beginn der URL und geben Sie den Rest im Adressfeld ein. Falls Sie NFS wählen, erscheint ein weiteres Feld zur Angabe von NFS-Einhängeoptionen.

Wichtig

Wenn Sie eine NFS-basierte Installationsquelle auswählen, müssen Sie bei der Angabe der Adresse den Hostnamen mit einem Doppelpunkt (:) vom Pfad trennen. Zum Beispiel:
server.example.com:/path/to/directory
Klicken Sie auf die Schaltfläche Proxy-Einstellung, um einen Proxy für eine HTTP- oder HTTPS-Quelle zu konfigurieren. Wählen Sie HTTP-Proxy aktivieren und geben Sie die URL im das Feld Proxy-URL ein. Falls Ihr Proxy Authentifizierung erfordert, wählen Sie Authentifizierung verwenden und geben Sie einen Benutzernamen und ein Passwort ein. Klicken Sie auf Hinzufügen.
Falls Ihre HTTP- oder HTTP-URL auf eine Repository-Spiegelliste verweist, markieren Sie das entsprechende Auswahlkästchen unter dem Eingabefeld.
Sie können auch zusätzliche Repositorys angeben, um Zugriff auf mehr Installationsumgebungen und Softwareerweiterungen zu erhalten. Siehe Abschnitt 11.9, »Softwareauswahl« für weitere Informationen.
Um ein Repository hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche +. Um ein Repository zu löschen, klicken Sie auf die Schaltfläche -. Klicken Sie auf das Pfeilsymbol, um zur vorherigen Liste mit Repositorys zurückzukehren. Dadurch werden die derzeitigen Einträge auf jene Einträge zurückgesetzt, die vorhanden waren, als Sie den Bildschirm Installationsquelle geöffnet haben. Um ein Repository zu aktivieren bzw. zu deaktivieren, klicken Sie auf das Auswahlkästchen in der Spalte Aktiviert für den jeweiligen Eintrag in der Liste.
Auf der rechten Seite können Sie Ihre zusätzlichen Repositorys angeben und diese auf dieselbe Art konfigurieren, wie das primäre Repository im Netzwerk.
Sobald Sie Ihre Installationsquelle gewählt haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

11.8. Netzwerk & Hostname

Um grundlegende Netzwerkeinstellungen für Ihr System zu konfigurieren, wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Netzwerk & Hostname.

Wichtig

Wenn eine Red Hat Enterprise Linux 7-Installation abgeschlossen ist und das System zum ersten Mal hochfährt, werden alle Netzwerkschnittstellen aktiviert, die Sie während der Installation konfiguriert haben. Allerdings fordert Sie das Installationsprogramm bei manchen üblichen Installationsmethoden – z. B. bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux von einer DVD auf eine lokale Festplatte – nicht zur Konfiguration von Netzwerkschnittstellen auf.
Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux 7 von einer lokalen Installationsquelle auf ein lokales Speichergerät installieren, stellen Sie sicher, dass Sie mindestens eine Netzwerkschnittstelle manuell konfigurieren, wenn Sie beim erstmaligen Hochfahren des Systems einen Netzwerkzugang benötigen. Sie müssen bei der Konfiguration der Verbindung zudem festlegen, dass beim Systemstart automatisch verbunden werden soll.
Lokale Schnittstellen werden automatisch vom Installationsprogramm erkannt und können nicht manuell hinzugefügt oder gelöscht werden. Die erkannten Schnittstellen werden in der linken Leiste aufgeführt. Wenn Sie auf eine Schnittstelle in der Liste klicken, werden im Bereich rechts deren Details angezeigt. Um eine Netzwerkschnittstelle zu aktivieren oder zu deaktivieren, bewegen Sie den Schieberegler oben rechts im Bildschirm auf die AN- oder AUS-Position.
Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Abbildung 11.11. Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Geben Sie unter der Liste der Verbindungen einen Hostnamen für diesen Rechner im Feld Hostname ein. Der Hostname kann entweder als Fully-Qualified Domain Name (FQDN) im Format hostname.domainname oder als ein Short Host Name im Format hostname angegeben werden. Viele Netzwerke nutzen den DHCP-Dienst (Dynamic Host Configuration Protocol), der angeschlossene Systeme automatisch mit einem Domainnamen versieht, so dass der Benutzer nur noch einen Rechnernamen anzugeben braucht.

Wichtig

Falls Sie den Hostnamen manuell festlegen möchten, sollten Sie sichergehen, keinen Domainnamen zu verwenden, der nicht an Sie delegiert ist. Andernfalls könnte auf Netzwerkressourcen nicht zugegriffen werden. Weitere Informationen finden Sie in den empfohlenen Benennungspraktiken im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.

Anmerkung

Im Netzwerk-Abschnitt des Systemdialogs Einstellungen können Sie Ihre Netzwerkkonfiguration nach abgeschlossener Installation ändern.
Sobald Sie Ihre Netzwerkkonfiguration fertiggestellt haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

11.8.1. Bearbeiten der Netzwerkverbindungen

Dieser Abschnitt beschreibt die wichtigsten Einstellungen für eine typische kabelgebundene Verbindung, die während der Installation verwendet wird. Viele der verfügbaren Optionen müssen in den meisten Installationsszenarien nicht verändert werden und werden auf das installierte System übertragen. Die Konfiguration anderer Netzwerktypen ist ähnlich, doch die einzelnen Konfigurationsparameter unterscheiden sich natürlich. Weitere Informationen über die Netzwerkkonfiguration nach abgeschlossener Installation finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.
Um eine Netzwerkverbindung manuell zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche Konfigurieren unten rechts auf dem Bildschirm. Daraufhin erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie die ausgewählte Verbindung konfigurieren können. Die gezeigten Konfigurationsoptionen unterscheiden sich abhängig davon, ob es sich bei der gewählten Verbindung um eine Kabelverbindung, Funkverbindung, mobiles Breitband, VPN oder DSL handelt. Eine vollständige Beschreibung aller möglichen Konfigurationen im Netzwerk-Abschnitt des Einstellungen-Dialogs geht über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus.
Die hilfreichsten Optionen zur Netzwerkkonfiguration, die Sie während der Installation in Betracht ziehen sollten, werden nachfolgend erläutert:
  • Markieren Sie das Auswahlkästchen Automatisch mit diesem Netzwerk verbinden, wenn es verfügbar ist, wenn Sie diese Verbindung bei jedem Systemstart verwenden möchten. Sie können mehr als eine Verbindung festlegen, die automatisch aktiviert werden soll. Diese Einstellungen werden auf das installierte System übertragen.
    Automatische Verbindung mit dem Netzwerk

    Abbildung 11.12. Automatische Verbindung mit dem Netzwerk

  • Standardmäßig werden IPv4-Parameter automatisch vom DHCP-Dienst im Netzwerk konfiguriert. Gleichzeitig ist die IPv6-Konfiguration auf Automatisch eingestellt. Diese Kombination ist für die meisten Installationsszenarien geeignet und erfordert keinerlei Änderung.
    IP-Protokolleinstellungen

    Abbildung 11.13. IP-Protokolleinstellungen

  • Markieren Sie das Auswahlkästchen Diese Verbindung nur für Ressourcen dieses Netzwerks verwenden, um Verbindungen auf das lokale Netzwerk zu beschränken. Diese Einstellung wird auf das installierte System übertragen und gilt für die gesamte Verbindung. Sie kann ausgewählt werden, selbst wenn keine anderen Routen konfiguriert wurden.
    Konfiguration von IPv4-Routen

    Abbildung 11.14. Konfiguration von IPv4-Routen

Wenn Sie mit der Bearbeitung der Netzwerkeinstellungen fertig sind, klicken Sie auf Speichern, um die neue Konfiguration zu speichern. Falls Sie die Konfiguration eines Geräts geändert haben, das während der Installation bereits aktiv war, so müssen Sie das Gerät neu starten, um die neue Konfiguration in der Installationsumgebung zu verwenden. Verwenden Sie den AN/AUS-Schieberegler auf dem Bildschirm Netzwerk & Hostname, um das Gerät neu zu starten.

11.8.2. Erweiterte Netzwerkschnittstellen

Erweiterte Netzwerkschnittstellen sind ebenfalls für die Installation verfügbar. Dazu gehören virtuelle Local Area Networks (VLANs) und zwei Methoden zur Bündelung von Verbindungen. Eine detaillierte Beschreibung dieser Schnittstellen geht über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus. Werfen Sie für weitere Informationen einen Blick auf das Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.
Um eine erweiterte Netzwerkschnittstelle zu erstellen, klicken Sie auf die Schaltfläche + unten links auf dem Bildschirm Netzwerk & Hostname.
Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Abbildung 11.15. Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Daraufhin erscheint ein Dialogfenster mit einer Auswahlliste, die folgende Optionen bietet:
  • Bond – steht für Netzwerkkarten-Bonding, eine Methode zur Bündelung von mehreren Netzwerkschnittstellen in einen einzelnen, gebündelten Kanal.
  • Team – steht für Netzwerkkarten-Teaming, eine neue Implementierung zur Zusammenlegung von Verbindungen. Ein kleiner Kernel-Treiber implementiert die schnelle Handhabung von Paketübertragungen, verschiedene Applikationen handhaben alles andere im User-Space.
  • VLAN – steht für eine Methode zur Erstellung mehrerer verschiedener Broadcast-Domains, die voneinander isoliert sind.
Erweiterter Dialog für Netzwerkschnittstellen

Abbildung 11.16. Erweiterter Dialog für Netzwerkschnittstellen

Anmerkung

Beachten Sie, dass lokale Schnittstellen - Kabel und Funk - automatisch vom Installationsprogramm erkannt werden und hier nicht manuell hinzugefügt oder gelöscht werden können.
Nachdem Sie eine Option ausgewählt und auf die Schaltfläche Hinzufügen geklickt haben, erscheint ein weiteres Dialogfenster, in dem Sie die neue Schnittstelle konfigurieren können. Genaue Anleitungen dazu finden Sie in den entsprechenden Kapiteln im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch. Um die Konfiguration einer vorhandenen Schnittstelle zu bearbeiten, klicken Sie auf die Schaltfläche Konfigurieren unten rechts im Bildschirm. Sie können auch eine manuell hinzugefügte Schnittstelle entfernen, indem Sie auf die Schaltfläche - klicken.

11.9. Softwareauswahl

Um anzugeben, welche Pakete installiert werden sollen, wählen Sie im Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Software-Auswahl. Die Paketgruppen sind in Basisumgebungen unterteilt. Diese Umgebungen sind vordefinierte Gruppen von Paketen zu bestimmten Zwecken; z. B. enthält die Umgebung Virtualisierungs-Host eine Reihe von Paketen, die zum Ausführen von virtuellen Maschinen auf dem System notwendig sind. Nur eine Softwareumgebung kann bei der Installation ausgewählt werden.
Für jede Umgebung gibt es zusätzliche Pakete in Form von Erweiterungen. Erweiterungen werden auf der rechten Seite des Bildschirms aufgeführt. Die Liste der Erweiterungen wird aktualisiert, wenn eine andere Umgebung ausgewählt wird. Sie können für Ihre Installationsumgebung mehrere Erweiterungen wählen.
Eine horizontale Linie trennt die Liste der Erweiterungen in zwei Abschnitte:
  • Erweiterungen, die über der horizontalen Linie aufgeführt werden, sind spezifisch für die von Ihnen gewählte Umgebung. Wenn Sie Erweiterungen in diesem Abschnitt der Liste auswählen und anschließend eine andere Umgebung wählen, geht Ihre Auswahl verloren.
  • Erweiterungen unter der horizontalen Linie stehen für alle Umgebungen zur Auswahl. Wenn Sie eine andere Umgebung auswählen, hat dies keine Auswirkungen auf die Auswahl, die Sie in diesem Abschnitt der Liste getroffen haben.
Beispiel für eine Softwareauswahl für eine Serverinstallation

Abbildung 11.17. Beispiel für eine Softwareauswahl für eine Serverinstallation

Die verfügbaren Basisumgebungen und Erweiterungen hängen davon ab, welche Variante des Red Hat Enterprise Linux 7-Installations-ISO-Images Sie als Installationsquelle verwenden. Beispielsweise liefert die server-Variante Umgebungen speziell für Server, wohingegen die workstation-Variante mehrere Optionen zur Bereitstellung als Arbeitsplatzrechner für Entwickler bietet.
Das Installationsprogramm zeigt nicht an, welche Pakete in den verfügbaren Umgebungen enthalten sind. Um zu erfahren, welche Pakete in einer bestimmten Umgebung oder Erweiterung enthalten sind, werfen Sie einen Blick in die Datei repodata/*-comps-variant.architecture.xml auf der Red Hat Enterprise Linux 7-Installations-DVD, die Sie als Installationsquelle verwenden. Diese Datei enthält eine Struktur, die alle verfügbaren Umgebungen (gekennzeichnet durch den <environment>-Tag) und Erweiterungen (gekennzeichnet durch den <group>-Tag) beschreibt.
Die vordefinierten Umgebungen und Erweiterungen ermöglichen Ihnen die Anpassung Ihres Systems. In einer manuellen Installation gibt es jedoch keine Möglichkeit, einzelne Pakete zur Installation auszuwählen. Um Ihr installiertes System anzupassen, können Sie die Umgebung Minimale Installation auswählen, die eine einfache Version von Red Hat Enterprise Linux 7 mit einer minimalen Auswahl von zusätzlicher Software installiert. Nachdem die Installation fertiggestellt ist und Sie sich zum ersten Mal beim System anmelden, können Sie den Yum-Paketmanager verwenden, um gewünschte weitere Software zu installieren.
Alternativ erreichen Sie mithilfe einer Kickstart-Datei eine weit bessere Kontrolle über die installierten Pakete. Sie können Umgebungen, Gruppen und einzelne Pakete im Abschnitt %packages der Kickstart-Datei angeben. Siehe Abschnitt 23.3.3, »Paketauswahl« für Anweisungen zur Auswahl von Paketen in einer Kickstart-Datei und Kapitel 23, Kickstart-Installationen für allgemeine Informationen über die Automatisierung der Installation mit Kickstart.
Sobald Sie die zu installierende Umgebung und gewünschte Erweiterungen gewählt haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

11.9.1. Grundlegende Netzwerkdienste

Alle Red Hat Enterprise Linux-Installationen enthalten die folgenden Netzwerkdienste:
  • zentralisierte Protokollierung mithilfe des syslog-Dienstprogramms
  • E-Mail mithilfe von SMTP (Simple Mail Transfer Protocol)
  • Netzwerk-Filesharing mithilfe von NFS (Network File System)
  • Zugriff von Remote aus mithilfe von SSH (Secure SHell)
  • Resource-Advertising mithilfe von mDNS (Multicast-DNS)
Einige automatisierte Vorgänge auf Ihrem Red Hat Enterprise Linux-System verwenden den E-Mail-Dienst, um Berichte und Benachrichtigungen an den Systemadministrator zu versenden. Standardmäßig akzeptieren die E-Mail-, Protokollierungs- und Druckdienste keine Verbindungen von anderen Systemen.
Sie können Ihr Red Hat Enterprise Linux-System nach abgeschlossener Installation derart konfigurieren, dass Dienste für E-Mail, Filesharing, Protokollierung, Druck und Remote-Desktop-Zugriff bereitgestellt werden. Der SSH-Dienst ist standardmäßig aktiviert. Sie können mithilfe von NFS auf Dateien auf anderen Systemen zugreifen, ohne den NFS-Sharing-Dienst zu aktivieren.

11.10. Installationsziel

Klicken Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Installationsziel, um die Festplatten auszuwählen und den Speicherplatz zu partitionieren, auf dem Sie Red Hat Enterprise Linux installieren möchten. Falls Sie mit Festplattenpartitionen nicht vertraut sind, werfen Sie einen Blick auf Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen für weitere Informationen.

Warnung

Red Hat empfiehlt, grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchzuführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung aller Daten auf den Festplatten durchführen. Unvorhergesehene Umstände können zu einem totalen Datenverlust führen.

Wichtig

Falls Sie Red Hat Enterprise Linux im Textmodus installieren, können Sie nur die standardmäßigen Partitionierungsschemata nutzen, die in diesem Abschnitt beschrieben werden. Über die Partitionen hinaus, die das Installationsprogramm automatisch hinzufügt oder entfernt, können Sie keine anderen Partitionen hinzufügen oder entfernen.

Wichtig

Wenn Sie über eine RAID-Karte verfügen, denken Sie daran, dass einige BIOS-Systeme das Booten von RAID-Karten nicht unterstützen. In diesem Fall muss die /boot-Partition auf einer Partition außerhalb des RAID-Arrays erstellt werden, zum Beispiel auf einer separaten Festplatte. Bei problematischen RAID-Karten ist es notwendig, eine interne Festplatte für die Erstellung von Partitionen zu verwenden. Zudem ist eine /boot-Partition notwendig für Software-RAID-Konfigurationen.
Wenn Sie eine automatische Partitionierung für Ihr System gewählt haben, sollten Sie Ihre /boot-Partition manuell bearbeiten. Siehe Abschnitt 11.10.4, »Manuelle Partitionierung« für weitere Informationen.
Übersicht über Speicherplatz

Abbildung 11.18. Übersicht über Speicherplatz

Auf diesem Bildschirm sehen Sie Speichergeräte, die lokal auf Ihrem Rechner verfügbar sind. Sie können weitere Spezial- oder Netzwerkgeräte hinzufügen, indem Sie auf die Schaltfläche Festplatte hinzufügen klicken. Weitere Informationen über diese Geräte finden Sie in Abschnitt 11.11, »Speichergeräte«.
Falls Sie sich bei der Partitionierung Ihres Systems unsicher sind, lassen Sie das Auswahlfeld Partitionierung automatisch konfigurieren ausgewählt. Das Installationsprogramm wird die Speichergeräte für Sie partitionieren.
Unter den Leisten für Speichergeräte finden Sie weitere Auswahlmöglichkeiten für Weitere Speicheroptionen:
  • Im Abschnitt Partitionierung können Sie wählen, wie Ihre Speichergeräte partitioniert werden sollen. Sie können die Partitionen manuell konfigurieren oder dem Installationsprogramm erlauben, dies automatisch vorzunehmen.
    Eine automatische Partitionierung wird empfohlen, wenn Sie eine saubere Installation auf bisher ungenutztem Speicher durchführen oder wenn Sie vorhandene Daten auf dem Speicher nicht behalten möchten. Um mit der automatischen Partitionierung fortzufahren, lassen Sie das Auswahlfeld Partitionierung automatisch konfigurieren ausgewählt. Das Installationsprogramm wird die nötigen Partitionen auf dem Speicherplatz für Sie erstellen.
    Für die automatische Partitionierung können Sie auch das Auswahlkästchen Ich möchte weiteren Speicherplatz verfügbar machen markieren. Dadurch können Sie auswählen, wie Speicherplatz von anderen Dateisystemen für diese Installation neu zugewiesen werden soll. Falls Sie eine automatische Partitionierung ausgewählt haben, es jedoch nicht genug Speicherplatz zur Durchführung der Installation gibt, dann erscheint beim Klick auf Fertig das folgende Dialogfenster:
    Installationsoptionen mit Option zur Freigabe von Speicherplatz

    Abbildung 11.19. Installationsoptionen mit Option zur Freigabe von Speicherplatz

    Klicken Sie auf Speichermedien hinzufügen, um weiteren Speicherplatz hinzuzufügen. Klicken Sie auf Speicherplatz festlegen, um Speicherplatz von vorhandenen Partitionen freizugeben. Siehe Abschnitt 11.10.3, »Freigeben von Speicherplatz« für Details.
    Wenn Sie das Auswahlfeld Ich werde die Partitionierung konfigurieren für eine manuelle Einrichtung markieren, erscheint nach Klick auf Fertig der Bildschirm Manuelle Partitionierung. Siehe Abschnitt 11.10.4, »Manuelle Partitionierung« für Details.
  • Unter Verschlüsselung können Sie das Auswahlkästchen Meine Daten verschlüsseln wählen, um alle Partitionen außer der /boot-Partition zu verschlüsseln. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie Informationen über die Verschlüsselung.
Unten auf dem Bildschirm finden Sie den Link Ausführliche Festplatten-Zusammenfassung und Bootloader. Klicken Sie auf diesen Link, um die Festplatte zu konfigurieren, auf der ein Bootloader installiert werden soll.
Siehe Abschnitt 11.10.1, »Bootloader-Installation« für weitere Informationen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig, wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben, um entweder zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren oder mit dem Bildschirm Manuelle Partitionierung fortzufahren.

Wichtig

Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem System mit sowohl Multipath- als auch nicht-Multipath-Speichergeräten installieren, erstellt das automatische Partitionslayout im Installationsprogramm unter Umständen Datenträgergruppen, die eine Kombination aus Multipath- und nicht-Multipath-Geräten enthalten. Dies würde dem Sinn und Zweck von Multipath-Speicher zuwiderlaufen.
Wir empfehlen Ihnen, auf dem Bildschirm Installationsziel nur Multipath- bzw. nur Nicht-Multipath-Geräte auswählen. Fahren Sie alternativ mit der manuellen Partitionierung fort.

11.10.1. Bootloader-Installation

Red Hat Enterprise Linux 7 verwendet GRUB2 (GRand Unified Bootloader Version 2) als Bootloader. Der Bootloader ist das erste Programm, das ausgeführt wird, wenn der Rechner gestartet wird. Es ist dafür zuständig, ein Betriebssystem zu laden und die Kontrolle an dieses Betriebssystem zu übergeben. GRUB2 kann alle kompatiblen Betriebssysteme booten. Es kann zudem für Chain Loading (gestaffeltes Laden) eingesetzt werden, um die Kontrolle an andere Bootloader zu übergeben, die inkompatible Betriebssysteme laden können.

Warnung

Bei der Installation von GRUB2 wird Ihr vorhandener Bootloader unter Umständen überschrieben.
Wenn Sie bereits ein anderes Betriebssystem installiert haben, wird Red Hat Enterprise Linux versuchen, GRUB2 automatisch zu finden und zu konfigurieren, um diese zu booten. Sie können andere Betriebssysteme auch manuell konfigurieren, wenn diese nicht ordnungsgemäß erkannt werden.
Um anzugeben, auf welchem Gerät der Bootloader installiert werden soll, klicken Sie unten auf dem Bildschirm Installationsziel auf den Link Ausführliche Festplatten-Zusammenfassung und Bootloader. Daraufhin erscheint der Dialog Ausgewählte Medien. Falls Sie die Festplatte manuell konfigurieren, erreichen Sie diesen Dialog durch Klick auf Speichergerät ausgewählt auf dem Bildschirm Manuelle Partitionierung.
Zusammenfassung der ausgewählten Medien

Abbildung 11.20. Zusammenfassung der ausgewählten Medien

In der Spalte Starten kennzeichnet ein grünes Häkchen das als Bootgerät festgelegte Gerät. Um das Bootgerät zu ändern, wählen Sie eines der Geräte aus der Liste und klicken Sie auf die Schaltfläche Als Startmedium festlegen, um stattdessen dort den Bootloader zu installieren.
Um die Installation eines neuen Bootloaders zu verhindern, wählen Sie das markierte Gerät und klicken Sie auf die Schaltfläche Bootloader nicht installieren. Dadurch wird das Häkchen entfernt und sichergestellt, dass GRUB2 auf keinem Gerät installiert wird.

Warnung

Wenn Sie sich dazu entscheiden, keinen Bootloader zu installieren, dann können Sie Ihr System nicht direkt booten und Sie müssen eine andere Methode zum Booten wählen (z. B. einen kommerziellen Bootloader). Wählen Sie diese Option nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie Ihr System auf eine andere Weise booten können.

11.10.2. Verschlüsseln von Partitionen

Falls Sie die Option Meine Daten verschlüsseln gewählt haben, fordert das Installationsprogramm Sie auf dem nächsten Bildschirm zur Eingabe einer Passphrase auf, mit der die Partitionen auf dem System entschlüsselt werden.
Partitionen werden unter Verwendung des Linux Unified Key Setup verschlüsselt – im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie weitere Informationen.
Passphrase für eine verschlüsselte Partition eingeben

Abbildung 11.21. Passphrase für eine verschlüsselte Partition eingeben

Wählen Sie eine Passphrase und geben Sie diese in beide Felder des Dialogfelds ein. Beachten Sie, dass Sie beim Festlegen der Passphrase dieselbe Tastaturbelegung verwenden sollten, die Sie auch später beim Entschlüsseln der Partitionen verwenden werden. Werfen Sie einen Blick auf das Symbol zur Tastaturbelegung, um sicherzugehen, dass die richtige Belegung ausgewählt ist. Sie müssen diese Passphrase jedes Mal angeben, wenn das System hochgefahren wird. Drücken Sie die Tab-Taste im Passphrase-Eingabefeld, um es erneut einzugeben. Falls die Passphrase zu schwach ist, wird ein Warnsymbol im Eingabefeld angezeigt und Sie können im zweiten Feld keine Eingabe vornehmen. Bewegen Sie den Mauszeiger über das Warnsymbol, um Tipps zur Wahl einer besseren Passphrase zu erhalten.

Warnung

Wenn Sie diese Passphrase verlieren, kann auf alle verschlüsselten Partitionen und die darauf befindlichen Daten nicht mehr zugegriffen werden. Es gibt keine Möglichkeit, eine verlorene Passphrase wiederherzustellen.
Wenn Sie eine Kickstart-Installation von Red Hat Enterprise Linux durchführen, können Sie Verschlüsselungspassphrasen und Backup-Verschlüsselungspassphrasen während der Installation erstellen. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie weitere Informationen über Festplattenverschlüsselung.

11.10.3. Freigeben von Speicherplatz

Falls für die Installation von Red Hat Enterprise Linux nicht genügend Platz auf den als Installationsziel gewählten Festplatten verfügbar ist und Sie im Dialogfenster Installationsoptionen die Option Speicherplatz festlegen gewählt haben, dann erscheint nun das Dialogfenster Speicherplatz festlegen.

Warnung

Beim Beanspruchen von Speicherplatz auf einer Partition werden die darauf vorhandenen Daten gelöscht (nicht jedoch beim Verkleinern). Sie sollten sich daher vergewissern, dass alle noch benötigten Daten auf einen anderen Datenträger gesichert wurden.
Freigeben von Speicherplatz in vorhandenen Dateisystemen

Abbildung 11.22. Freigeben von Speicherplatz in vorhandenen Dateisystemen

Die vorhandenen Dateisysteme, die Red Hat Enterprise Linux erkannt hat, werden in der Tabelle unter den jeweiligen Festplatten aufgeführt. Die Spalte Beanspruchbarer Speicherplatz zeigt den Speicherplatz, der stattdessen dieser Installation zugewiesen werden kann. Die Spalte Aktion zeigt, welche Aktion auf diesem Dateisystem ausgeführt wird, um Speicherplatz freizugeben.
Unter der Tabelle befinden sich vier Schaltflächen:
  • Beibehalten – lässt das Dateisystem unverändert und löscht keine Daten. Dies ist die Standardaktion.
  • Löschen – entfernt das Dateisystem vollständig. Sämtlicher Speicherplatz, den das Dateisystem auf der Festplatte beansprucht, wird für die Installation freigegeben.
  • Verkleinern – gewinnt freien Platz im Dateisystem und gibt diesen für die Installation frei. Verwenden Sie den Schieberegler, um eine neue Größe für die ausgewählte Partition festzulegen. Dies kann nur auf größenveränderbare Partitionen angewendet werden, auf denen kein LVM oder RAID eingesetzt wird.
  • Alles löschen/Alles erhalten – diese Schaltfläche weiter rechts markiert alle Dateisysteme zur Löschung. Nach einem Klick darauf ändert sich der Text der Schaltfläche und Sie können mit einem weiteren Klick alle Dateisysteme zur Beibehaltung markieren.
Wählen Sie mit der Maus ein Dateisystem oder eine ganze Festplatte aus der Tabelle und klicken Sie auf eine der Schaltflächen. Der Eintrag in der Spalte Aktion ändert sich abhängig von Ihrer getroffenen Auswahl, und die Speicherplatzmenge unter Gewählter Speicherplatz, der insgesamt beansprucht wird ändert sich ebenfalls entsprechend. Unter diesem Wert wird die Menge an Speicherplatz angezeigt, die zur Installation nötig ist, basierend auf den Paketen, die von Ihnen zur Installation ausgewählt wurden.
Wenn genügend Speicherplatz freigegeben wurde, um mit der Installation fortzufahren, wird die Schaltfläche Speicherplatz festlegen aktiv. Klicken Sie auf diese Schaltfläche, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren und mit der Installation fortzufahren.

11.10.4. Manuelle Partitionierung

Wenn Sie die Option Ich werde die Partitionierung konfigurieren gewählt haben, wird der Bildschirm Manuelle Partitionierung angezeigt, sobald Sie beim Installationsziel auf Fertig klicken. Auf diesem Bildschirm konfigurieren Sie Ihre Festplattenpartitionen und Einhängepunkte. Dadurch wird das Dateisystem festgelegt, auf dem Red Hat Enterprise Linux 7 installiert wird.

Warnung

Red Hat empfiehlt, grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchzuführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung aller Daten auf den Festplatten durchführen. Unvorhergesehene Umstände können zu einem totalen Datenverlust führen.
Der Bildschirm zur manuellen Partitionierung

Abbildung 11.23. Der Bildschirm zur manuellen Partitionierung

Der Bildschirm Manuelle Partitionierung zeigt zu Beginn nur eine Leiste links für die Einhängepunkte. Die Leiste ist entweder leer mit Ausnahme der Informationen zur Erstellung von Einhängepunkten, oder sie zeigt vorhandene Einhängepunkte, die vom Installationsprogramm erkannt wurden. Diese Einhängepunkte werden von den vorhandenen Betriebssysteminstallationen verwaltet. Daher werden manche Dateisysteme unter Umständen mehrmals angezeigt, wenn eine Partition von mehreren Installationen gemeinsam verwendet wird. Der gesamte Speicherplatz und der verfügbare Speicherplatz auf den ausgewählten Geräten wird unterhalb dieser Leiste angezeigt.
Falls Ihr System vorhandene Dateisysteme enthält, vergewissern Sie sich, dass für die Installation genügend Platz zur Verfügung steht. Verwenden Sie die Schaltfläche -, um nicht benötigte Partitionen zu löschen.

Anmerkung

Empfehlungen und weitere Informationen über Festplattenpartitionen finden Sie in Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen und Abschnitt 11.10.4.5, »Empfohlenes Partitionsschema«. Sie benötigen mindestens eine Root-Partition von geeigneter Größe und eine Swap-Partition, die derselben oder der doppelten Größe des RAM auf Ihrem System entspricht.

11.10.4.1. Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen

Eine Installation von Red Hat Enterprise Linux 7 erfordert eine PReP-Boot-Partition und eine weitere Partition. Red Hat empfiehlt jedoch mindestens fünf Partitionen: PReP, /, /home, /boot und swap. Darüber hinaus können Sie weitere gewünschte Partitionen anlegen. Siehe Abschnitt 11.10.4.5, »Empfohlenes Partitionsschema« für weitere Einzelheiten.
Das Hinzufügen eines Dateisystems erfolgt in zwei Schritten. Sie erstellen zunächst einen Einhängepunkt in einem bestimmten Partitionierungsschema. Die Partition erscheint dann in der linken Leiste. Als Nächstes können Sie die Partition mithilfe der Optionen rechts anpassen, wo Sie Angaben zu Name, Gerätetyp, Dateisystemtyp, Kennung sowie Verschlüsselung und Neuformatierung der Partition machen können.
Falls Sie keine vorhandenen Dateisysteme haben und möchten, dass das Installationsprogramm die erforderlichen Partitionen und Einhängepunkte für Sie anlegt, wählen Sie das gewünschte Partitionsschema aus dem Auswahlmenü in der linken Leiste (Standard für Red Hat Enterprise Linux ist LVM), und klicken Sie anschließend den Link oben in der Leiste, um Einhängepunkte automatisch zu erstellen. Dadurch wird eine /boot-Partition erstellt, eine /-Partition (Root-Partition) und eine Swap-Partition von geeigneter Größe. Dies sind die empfohlenen Partitionen für eine typische Installation, Sie können jedoch weitere Partitionen hinzufügen, falls gewünscht.
Alternativ können Sie über die Schaltfläche + unter der linken Leiste einzelne Einhängepunkte erstellen. Daraufhin öffnet sich das Dialogfenster Einen neuen Einhängepunkt hinzufügen. Wählen Sie entweder einen der vordefinierten Pfade aus der Einhängepunkt-Auswahlliste oder geben Sie einen benutzerdefinierten Einhängepunkt ein – wählen Sie beispielsweise / für die Root-Partition oder /boot für die Boot-Partition. Geben Sie dann die Größe der Partition in üblichen Größeneinheiten wie Megabytes, Gigabytes oder Terabytes im Textfeld Gewünschte Kapazität an – geben Sie beispielsweise 2GB ein, um eine 2 Gigabyte große Partition zu erstellen. Wenn Sie dieses Feld leer lassen oder eine Größe angeben, die den verfügbaren Platz übersteigt, wird stattdessen der gesamte verbleibende Platz verwendet. Nachdem Sie diese Angaben gemacht haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Einhängepunkt hinzufügen, um die Partition zu erstellen.
Für jeden Einhängepunkt, den Sie manuell erstellen, können Sie das Partitionsschema aus dem Auswahlmenü in der linken Leiste auswählen. Die verfügbaren Optionen sind Standard-Partition, BTRFS, LVM und LVM Reduzierte Bereitstellung. Beachten Sie, dass sich die /boot-Partition immer auf einer Standardpartition befinden wird, ungeachtet des Werts, den Sie in diesem Menü auswählen.
Wenn Sie ändern möchten, auf welchem Gerät ein einzelner Nicht-LVM-Einhängepunkt liegen soll, wählen Sie den Einhängepunkt und klicken Sie die Konfigurationsschaltfläche unten in der Leiste. Daraufhin öffnet sich das Dialogfenster Einhängepunkt konfigurieren. Wählen Sie ein oder mehrere Geräte und klicken Sie auf Auswählen. Beachten Sie, dass Sie nach Schließen des Dialogfensters diese Einstellungen noch bestätigen müssen, indem Sie auf die Schaltfläche Änderungen aktualisieren rechts im Bildschirm Manuelle Partitionierung klicken.
Konfigurieren von Einhängepunkten

Abbildung 11.24. Konfigurieren von Einhängepunkten

Um die Informationen über alle lokalen Festplatten und Partitionen zu aktualisieren, klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Pfeilsymbol zum Neuladen der Speicherkonfiguration. Dies ist nur dann nötig, wenn Sie eine erweiterte Partitionskonfiguration außerhalb des Installationsprogramms vorgenommen haben. Beachten Sie, dass durch Klick auf die Schaltfläche Festplatten erkennen sämtliche Konfigurationsänderungen, die Sie bis dahin im Installationsprogramm vorgenommen haben, verloren gehen.
Speicherkonfiguration von Festplatte neu laden

Abbildung 11.25. Speicherkonfiguration von Festplatte neu laden

Am unteren Rand des Bildschirms zeigt ein Link, wie viele Speichergeräte als Installationsziel ausgewählt wurden (siehe Abschnitt 11.10, »Installationsziel«). Wenn Sie auf diesen Link klicken, öffnet sich das Dialogfenster Ausgewählte Medien, in dem Sie die Informationen über die Speichergeräte überprüfen können. Siehe Abschnitt 11.10.1, »Bootloader-Installation« für weitere Informationen.
Um eine Partition oder einen Datenträger anzupassen, wählen Sie den zugehörigen Einhängepunkt aus der linken Leiste aus. Daraufhin werden die folgenden veränderbaren Eigenschaften rechts angezeigt:
Anpassen von Partitionen

Abbildung 11.26. Anpassen von Partitionen

  • Name – Weisen Sie einem LVM- oder Btrfs-Datenträger einen Namen zu. Beachten Sie, dass Standardpartitionen bei der Erstellung automatisch benannt werden und deren Namen nicht bearbeitet werden können. So wird /home beispielsweise der Name sda1 zugeordnet.
  • Einhängepunkt – Geben Sie den Einhängepunkt der Partition ein. Wenn eine Partition zum Beispiel die Root-Partition sein soll, geben Sie / ein; geben Sie dagegen /boot für die /boot-Partition ein usw. Für eine Swap-Partition sollte kein Einhängepunkt angegeben werden – die Angabe des Dateisystemtyps swap ist ausreichend.
  • Kennung – Weisen Sie der Partition eine Kennung zu. Kennungen werden verwendet, damit Sie einzelne Partitionen einfacher erkennen und ansprechen können.
  • Gewünschte Kapazität – Geben Sie die gewünschte Größe der Partition an. Sie können übliche Größeneinheiten wie Kilobytes, Megabytes, Gigabytes oder Terabytes verwenden. Wenn Sie keine Einheit angeben, ist Megabytes die Standardeinheit.
  • Gerätetyp – Wählen Sie zwischen Standard-Partition, BTRFS, LVM oder LVM Reduzierte Bereitstellung. Falls zwei oder mehr Festplatten zur Partitionierung ausgewählt wurden, steht RAID ebenfalls zur Auswahl. Markieren Sie das Auswahlkästchen Verschlüsseln, um die Partition zu verschlüsseln. Sie werden dann später dazu aufgefordert, eine Passphrase festzulegen.
  • Dateisystem – Wählen Sie aus dem Auswahlmenü den gewünschten Dateisystemtyp für diese Partition aus. Markieren Sie das Auswahlkästchen Neuformatieren, um eine vorhandene Partition zu formatieren, oder lassen Sie es nicht ausgewählt, um Ihre Daten auf der Partition zu behalten.
Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 11.10.4.1.1, »Dateisystemtypen« für weitere Informationen über Dateisysteme und Gerätetypen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern. Wählen Sie dann falls gewünscht die nächste Partition, die Sie anpassen möchten. Beachten Sie, dass die Änderungen erst angewendet werden, wenn die Installation auf der Zusammenfassungsseite gestartet wird. Klicken Sie auf die Schaltfläche Alles zurücksetzen, um sämtliche Änderungen an allen Partitionen zu verwerfen und neu zu beginnen.
Sobald Sie alle Dateisysteme und Einhängepunkte erstellt und angepasst haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig. Falls Sie ausgewählt haben, eine oder mehrere Partitionen zu verschlüsseln, werden Sie nun zur Angabe einer Passphrase aufgefordert. Anschließend erscheint ein Dialog, der eine Zusammenfassung aller speicherbezogenen Aktionen anzeigt, die das Installationsprogramm durchführen wird. Dazu gehört das Erstellen, Verändern der Größe oder Löschen von Partitionen und Dateisystemen. Sie können alle Änderungen überprüfen und auf Abbrechen & zur angepassten Partitionierung zurückkehren klicken, um zurückzugehen. Um die Zusammenfassung zu bestätigen, klicken Sie auf Änderungen übernehmen, woraufhin Sie zur Zusammenfassung der Installation zurückkehren. Um weitere Geräte zu partitionieren, wählen Sie diese auf dem Bildschirm Installationsziel aus und kehren Sie zum Bildschirm Manuelle Partitionierung zurück, um dann den in diesem Abschnitt beschriebenen Schritten zu folgen.
11.10.4.1.1. Dateisystemtypen
Mit Red Hat Enterprise Linux können Sie verschiedene Gerätetypen und Dateisysteme erstellen. Nachfolgend sehen Sie eine kurze Beschreibung der verschiedenen Gerätetypen und Dateisysteme und wie diese eingesetzt werden können.

Gerätetypen

  • Standard-Partition – Eine Standardpartition kann ein Dateisystem oder einen Swap-Bereich beinhalten. Sie kann außerdem einen Container für Software-RAID oder einen logischen LVM-Datenträger bereitstellen.
  • Logischer Datenträger (LVM) – Wird eine LVM-Partition angelegt, so wird automatisch ein logischer LVM-Datenträger erstellt. LVM kann die Leistungsfähigkeit bei der Verwendung von physischen Festplatten erhöhen. Informationen über das Anlegen eines logischen Datenträgers finden Sie in Abschnitt 11.10.4.3, »Logische LVM-Datenträger erstellen«. Weitere Informationen über LVM finden Sie im Handbuch Red Hat Enterprise Linux 7 Administration des Logical Volume Manager.
  • LVM Reduzierte Bereitstellung – Mithilfe der reduzierten Bereitstellung ("Thin Provisioning") können Sie einen Speicherpool mit verfügbarem Speicherplatz verwalten, den "Thin Pool". Dieser kann einer beliebigen Anzahl an Geräten zugewiesen werden, wenn Applikationen den Platz benötigen. Der Thin Pool kann dynamisch bei Bedarf erweitert werden und ermöglicht so die kostengünstige Zuweisung von Speicherplatz.
  • BTRFS – Btrfs ist ein Dateisystem mit mehreren Geräte-ähnlichen Features. Es ist dazu in der Lage, im Vergleich zu ext2, ext3 und ext4 mehr Dateien, größere Dateien und größere Datenträger zu adressieren und zu verwalten. Weitere Informationen und Anweisungen zum Erstellen eines Btrfs-Datenträgers finden Sie in Abschnitt 11.10.4.4, »Erstellen eines Btrfs-Unterdatenträgers«.
  • Software-RAID – Wenn Sie zwei oder mehr Software-RAID-Partitionen anlegen, können Sie daraus ein RAID-Gerät erstellen. Jeder Festplatte auf dem System wird eine RAID-Partition zugewiesen. Anweisungen zum Erstellen eines RAID-Geräts finden Sie in Abschnitt 11.10.4.2, »Erstellen eines Software-RAIDs«. Weitere Informationen über RAID finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch zur Speicherverwaltung.

Dateisysteme

  • xfs — XFS ist ein hochskalierbares Hochleistungsdateisystem, das Dateisysteme mit einer Größe von bis zu 16 Exabytes (ungefähr 16 Millionen Terabytes), Dateien mit einer Größe bis zu 8 Exabytes (ungefähr 8 Millionen Terabytes) und Verzeichnisstrukturen mit zehn Millionen Einträgen unterstützt. XFS unterstützt Metadaten-Journaling, was eine schnellere Wiederherstellung nach einem Absturz ermöglicht. Das XFS-Dateisystem kann außerdem defragmentiert und in seiner Größe geändert werden, während es eingehängt und in Gebrauch ist. Dieses Dateisystem ist standardmäßig ausgewählt und wird sehr empfohlen. Informationen über die unterschiedlichen Befehle für ext4 und XFS finden Sie in Anhang E, Referenztabelle für ext4- und XFS-Befehle.
    Die maximal unterstützte Größe einer XFS-Partition beträgt 500 TB.
  • ext4 – Das ext4-Dateisystem basiert auf dem ext3-Dateisystem und beinhaltet einige Verbesserungen. Dazu gehört die Unterstützung größerer Dateisysteme und Dateien, schnellere und effizientere Zuordnung von Speicherplatz, keine Beschränkung der Anzahl von Unterverzeichnissen in einem Verzeichnis, schnellere Prüfung des Dateisystems und stabileres Journaling.
    Die maximal unterstützte Größe eines ext4-Dateisystems in Red Hat Enterprise Linux 7 beträgt derzeit 50 TB.
  • ext3 – Das ext3-Dateisystem basiert auf dem ext2-Dateisystem und hat einen großen Vorteil – Journaling. Dateisysteme mit Journalingfunktion verringern die Zeit, die für das Wiederherstellen nach einem Systemabsturz aufgewendet werden muss, da das Dateisystem nicht nach jedem Absturz mit fsck auf Metadatenkonsistenz überprüft werden muss.
  • ext2 – Das ext2-Dateisystem unterstützt Standard-Unix-Dateitypen, einschließlich regulärer Dateien, Verzeichnissen und symbolischer Links. Es können lange Dateinamen mit bis zu 255 Zeichen vergeben werden.
  • Vfat – Das VFAT-Dateisystem ist ein Linux-Dateisystem, das mit den langen Dateinamen unter Microsoft Windows auf dem FAT-Dateisystem kompatibel ist.
  • swap – Swap-Partitionen dienen der Unterstützung von virtuellem Speicher. Mit anderen Worten, es werden Daten auf eine Swap-Partition geschrieben, wenn unzureichend Arbeitsspeicher (RAM) für die Daten, die Ihr System verarbeitet, zur Verfügung steht.
  • PReP – Diese kleine Boot-Partition befindet sich auf der ersten Partition der Festplatte. Die PReP-Boot-Partition enthält den GRUB2-Bootloader, was es anderen IBM Power Systems-Servern ermöglicht, Red Hat Enterprise Linux zu booten.
Jedes Dateisystem hat verschiedene Größeneinschränkungen für das Dateisystem selbst sowie für die darin enthaltenen einzelnen Dateien. Eine Liste der maximal unterstützten Dateigrößen und Dateisystemgrößen finden Sie auf der Seite "Red Hat Enterprise Linux technology capabilities and limits", verfügbar im Kundenportal unter https://access.redhat.com/site/articles/rhel-limits.

11.10.4.2. Erstellen eines Software-RAIDs

Redundant arrays of independent disks (RAIDs) werden aus mehreren Speichergeräten zusammengestellt, die so arrangiert werden, dass Sie eine verbesserte Leistung sowie in bestimmten Konfigurationen eine höhere Fehlertoleranz bieten. Nachfolgend finden Sie eine Beschreibung der verschiedenen Arten von RAIDs.
Ein RAID-Gerät wird in einem Schritt erstellt und Festplatten werden bei Bedarf hinzugefügt oder entfernt. Eine RAID-Partition pro Festplatte ist für jedes Gerät zulässig. Demzufolge bestimmt die Anzahl der Festplatten, die dem Installationsprogramm zur Verfügung stehen, welche RAID-Levels verfügbar sind.
Erstellen einer Software-RAID-Partition – Auswahlmenü Gerätetyp geöffnet

Abbildung 11.27. Erstellen einer Software-RAID-Partition – Auswahlmenü Gerätetyp geöffnet

RAID-Konfigurationsoptionen werden nur angezeigt, wenn Sie zwei oder mehr Speichergeräte zur Installation ausgewählt haben. Mindestens zwei Geräte sind erforderlich, um ein RAID-Gerät zu erstellen.
Um ein RAID-Gerät zu erstellen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt wie in Abschnitt 11.10.4.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben. Indem Sie diesen Einhängepunkt konfigurieren, wird das RAID-Gerät konfiguriert.
  2. Während die Partition in der linken Leiste ausgewählt ist, wählen Sie die Konfigurationsschaltfläche unter der Leiste, um das Dialogfenster Einhängepunkt konfigurieren zu öffnen. Wählen Sie, welche Festplatten im RAID-Gerät enthalten sein sollen und klicken Sie auf Auswählen.
  3. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf RAID.
  4. Klicken Sie im Auswahlmenü Dateisystem auf Ihren gewünschten Dateisystemtyp (siehe Abschnitt 6.10.4.1.1, »Dateisystemtypen«).
  5. Klicken Sie im Auswahlmenü RAID Level auf den gewünschten RAID-Level.
    Die verfügbaren RAID-Levels sind:
    RAID0 – Arbeitsleistung
    Verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-0-RAIDs bieten eine verbesserte Leistung gegenüber standardmäßigen Partitionen und können dazu verwendet werden, den Speicherplatz verschiedener Geräte in ein großes, virtuelles Gerät zusammenzufassen. Beachten Sie bitte, dass Level-0-RAIDs keine Redundanz bieten und der Ausfall eines der Geräte im Array den Ausfall des gesamten Arrays zur Folge hat. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID1 – Redundanz
    Spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Maß an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID4 – Fehler-Prüfung
    Verteilt Daten auf mehreren Speichergeräten und nutzt eines der Geräte im Array, um die Paritätsinformationen zu speichern, die im Falle eines Ausfalls eines Geräts im Array das Array absichern. Da alle Paritätsinformationen auf diesem einen Gerät abgelegt sind, stellt der Zugriff auf dieses Gerät einen möglichen Leistungsengpass des Arrays dar. RAID 4 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
    RAID5 – Verteilte Fehler-Prüfung
    Verteilt Daten und Paritätsinformationen über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-5-RAID bietet daher Leistungsvorteile bei der Verteilung von Daten über mehrere Geräte hinweg, hat jedoch nicht die Leistungsengpässe von Level-4-RAIDs, da die Paritätsinformationen ebenfalls über das gesamten Array verteilt werden. RAID 5 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
    RAID6 – Redundanz Fehler-Prüfung
    Level-6-RAIDs ähneln Level-5-RAIDs, speichern jedoch zwei Sets an Paritätsdaten statt nur einem. RAID 6 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
    RAID10 – Arbeitsleistung und Redundanz
    Level-10-RAIDs sind verschachtelte RAIDs oder Hybrid RAIDs. Level-10-RAIDs werden durch das Verteilen von Daten auf gespiegelte Sets von Speichergeräten erstellt. So besteht beispielsweise ein Level-10-RAID, das aus vier RAID-Partitionen erstellt wurde, aus zwei Paar Partitionen, bei denen eine Partition die andere spiegelt. Daten werden dann über beide Paare von Speichergeräten verteilt, wie bei Level-0-RAID. RAID 10 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
  6. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.
Falls weniger Festplatten ausgewählt wurden, als für das angegebene RAID-Level erforderlich sind, erscheint eine Meldung unten im Fenster, die Sie darüber informiert, wie viele Festplatten für Ihre ausgewählte Konfiguration erforderlich sind.

11.10.4.3. Logische LVM-Datenträger erstellen

Logical Volume Management (LVM) liefert eine einfache, logische Ansicht des zugrunde liegenden Speicherplatzes wie beispielsweise Festplatten oder LUNs. Partitionen auf physischem Speicher werden als physische Datenträger dargestellt, die in Datenträgergruppen zusammengefasst werden können. Jede Datenträgergruppe kann dann in mehrere logische Datenträger unterteilt werden, von denen jeder einer standardmäßigen Festplattenpartition entspricht. Somit fungieren logische LVM-Datenträger als Partitionen, die sich über mehrere physische Festplatten erstrecken können.
Mehr Informationen über LVM finden Sie in Anhang C, Grundlagen zum Verständnis von LVM oder im Handbuch Red Hat Enterprise Linux Administration des Logical Volume Manager. Beachten Sie, dass die LVM-Konfiguration nur im grafischen Installationsprogramm zur Verfügung steht.

Wichtig

Bei einer Installation im Textmodus ist die LVM-Konfiguration nicht verfügbar. Falls Sie eine LVM-Konfiguration von Grund auf erstellen müssen, drücken Sie Strg+Alt+F2, um das Terminal zu verwenden und führen Sie den Befehl lvm aus. Um zur Installation im Textmodus zurückzukehren, drücken Sie Strg+Alt+F1.
Konfigurieren eines logischen Datenträgers

Abbildung 11.28. Konfigurieren eines logischen Datenträgers

Um einen logischen Datenträger zu erstellen und ihn zu einer neuen oder vorhandenen Datenträgergruppe hinzuzufügen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt für den LVM-Datenträger wie in Abschnitt 11.10.4.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben.
  2. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf LVM. Das Auswahlmenü Volume Group erscheint und zeigt den Namen der neu erstellten Datenträgergruppe.
  3. Klicken Sie optional entweder ins Menü und wählen Einen neuen Volume Group erstellen oder klicken Sie auf Ändern, um die neu erstellte Datenträgergruppe anzupassen, falls nötig. Sowohl die Option Einen neuen Volume Group erstellen als auch die Schaltfläche Ändern öffnen das Dialogfenster Configure Volume Group (Datenträgergruppe konfigurieren), in dem Sie die logische Datenträgergruppe umbenennen können und auswählen können, welche Festplatten enthalten sein sollen.
    Anpassen einer LVM-Datenträgergruppe

    Abbildung 11.29. Anpassen einer LVM-Datenträgergruppe

    Die verfügbaren RAID-Level entsprechen jenen, die Sie auch für RAID-Geräte auswählen können. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 11.10.4.2, »Erstellen eines Software-RAIDs«. Sie können zudem angeben, ob die Datenträgergruppe verschlüsselt werden soll und eine Richtlinie zur Größe angeben. Die verfügbaren Richtlinien sind:
    • Automatisch – Die Größe der Datenträgergruppe wird automatisch festgelegt, so dass diese gerade groß genug ist, um die konfigurierten logischen Datenträger enthalten zu können. Dies ist optimal, wenn Sie keinen freien Speicherplatz innerhalb der Datenträgergruppe wünschen.
    • So groß wie möglich – Die Datenträgergruppe wird so groß wie möglich angelegt, ungeachtet der Größe der konfigurierten logischen Datenträger, die diese enthält. Dies ist optimal, wenn Sie die meisten Ihrer Daten auf LVM speichern möchten und später unter Umständen vorhandene logische Datenträger vergrößern möchten, oder falls Sie zusätzliche logische Datenträger innerhalb dieser Gruppe anlegen möchten.
    • Fixiert – Mit dieser Option können Sie eine feste Größe für die Datenträgergruppe angeben. Alle konfigurierten logischen Datenträger müssen in die Datenträgergruppe dieser Größe hineinpassen. Dies ist hilfreich, falls Sie genau wissen, wie groß die Datenträgergruppe sein soll.
    Klicken Sie auf Sichern, wenn Sie mit der Konfiguration der Datenträgergruppe fertig sind.
  4. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Warnung

Eine /boot-Partition auf einem LVM-Datenträger wird nicht unterstützt.

11.10.4.4. Erstellen eines Btrfs-Unterdatenträgers

Btrfs ist ein Dateisystemtyp, der mehrere charakteristische Features von Speichergeräten aufweist. Btrfs ist dazu konzipiert, das Dateisystem fehlertolerant zu machen und die Erkennung und Behebung von Fehlern zu ermöglichen, wenn diese auftreten. Es verwendet Prüfsummen, um die Unversehrtheit von Daten und Metadaten sicherzustellen und legt Snapshots des Dateisystems an, die zur Sicherung oder Reparatur genutzt werden können.
Während der manuellen Partitionierung erstellen Sie keine Btrfs-Datenträger, sondern Unterdatenträger. Das Installationsprogramm erstellt dann automatisch einen Btrfs-Datenträger, der diese Unterdatenträger umfasst. Die angezeigten Größen für jeden Btrfs-Einhängepunkt links im Bildschirm Manuelle Partitionierung sind identisch, da sie die Gesamtgröße des Datenträgers angeben, nicht die Größe der einzelnen Unterdatenträger.
Konfiguration eines Btrfs-Unterdatenträgers

Abbildung 11.30. Konfiguration eines Btrfs-Unterdatenträgers

Um einen Btrfs-Unterdatenträger zu erstellen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt wie in Abschnitt 11.10.4.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben. Indem Sie diesen Einhängepunkt konfigurieren, wird der Btrfs-Datenträger konfiguriert.
  2. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf BTRFS. Das Auswahlmenü Dateisystem wird für Btrfs automatisch grau hinterlegt. Das Auswahlmenü Volume (Datenträger) erscheint und zeigt den Namen des neu erstellten Datenträgers.
  3. Klicken Sie optional entweder ins Menü und wählen Einen neuen Volume erstellen oder klicken Sie auf Ändern, um den neu erstellten Datenträger anzupassen, falls nötig. Sowohl die Option Einen neuen Volume erstellen als auch die Schaltfläche Ändern öffnen das Dialogfenster Configure Volume (Datenträger konfigurieren), in dem Sie den Unterdatenträger umbenennen können und ein RAID-Level zuweisen können.
    Anpassen eines Btrfs-Datenträgers

    Abbildung 11.31. Anpassen eines Btrfs-Datenträgers

    Die verfügbaren RAID-Levels sind:
    RAID0 (Arbeitsleistung)
    Verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-0-RAIDs bieten eine verbesserte Leistung gegenüber standardmäßigen Partitionen und können dazu verwendet werden, den Speicherplatz verschiedener Geräte in ein großes, virtuelles Gerät zusammenzufassen. Beachten Sie bitte, dass Level-0-RAIDs keine Redundanz bieten und der Ausfall eines der Geräte im Array den Ausfall des gesamten Arrays zur Folge hat. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID1 (Redundanz)
    Spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Maß an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID10 (Arbeitsleistung, Redundanz)
    Kombiniert RAID0 und RAID1 und bietet somit sowohl höhere Leistung als auch Redundanz. Daten werden in RAID1-Arrays gespeichert für Redundanz (Mirroring), und diese Arrays werden dann auf ein RAID0-Array aufgeteilt, was die Leistung erhöht (Striping). Erfordert mindestens vier RAID-Partitionen.
    Sie können zudem angeben, ob der Datenträger verschlüsselt werden soll und eine Richtlinie zur Größe angeben. Die verfügbaren Richtlinien sind:
    • Automatisch – Die Größe des Datenträgers wird automatisch festgelegt, so dass diese gerade groß genug ist, um die konfigurierten Unterdatenträger enthalten zu können. Dies ist optimal, wenn Sie keinen freien Speicherplatz innerhalb des Datenträgers wünschen.
    • So groß wie möglich – Der Datenträger wird so groß wie möglich angelegt, ungeachtet der Größe der konfigurierten Unterdatenträger, die dieser enthält. Dies ist optimal, wenn Sie die meisten Ihrer Daten auf Btrfs speichern möchten und später unter Umständen vorhandene Unterdatenträger vergrößern möchten, oder falls Sie zusätzliche Unterdatenträger innerhalb dieses Datenträgers anlegen möchten.
    • Fixiert – Mit dieser Option können Sie eine feste Größe für den Datenträger angeben. Alle konfigurierten Unterdatenträger müssen in den Datenträger dieser Größe hineinpassen. Dies ist hilfreich, falls Sie genau wissen, wie groß der Datenträger sein soll.
    Klicken Sie auf Sichern, wenn Sie mit der Konfiguration des Datenträgers fertig sind.
  4. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.
Falls weniger Festplatten ausgewählt wurden, als für das angegebene RAID-Level erforderlich sind, erscheint eine Meldung unten im Fenster, die Sie darüber informiert, wie viele Festplatten für Ihre ausgewählte Konfiguration erforderlich sind.

Warnung

Eine /boot-Partition auf einem Btrfs-Unterdatenträger wird nicht unterstützt.

11.11. Speichergeräte

Sie können Red Hat Enterprise Linux auf einer Vielzahl verschiedener Speichergeräte installieren. Auf der Seite Installationsziel sehen Sie einfache, lokal verfügbare Speichergeräte, wie in Abschnitt 11.10, »Installationsziel« beschrieben. Um ein Spezialspeichergerät hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche Festplatte hinzufügen im Bereich Spezial- & Netzwerkgeräte des Bildschirms.
Übersicht über Speicherplatz

Abbildung 11.32. Übersicht über Speicherplatz

11.11.1. Bildschirm zur Auswahl der Speichergeräte

Der Bildschirm zur Auswahl von Speichergeräten zeigt alle Speichergeräte an, auf die das Anaconda-Installationsprogramm Zugriff hat.
Die Geräte werden unter den folgenden Reitern gruppiert:
Multipath-Geräte
Speichergeräte, auf die über mehrere Pfade zugegriffen werden kann, wie beispielsweise über mehrere SCSI-Controller oder Fiber-Channel-Ports auf demselben System.
Das Installationsprogramm erkennt nur Multipath-Speichergeräte mit 16- oder 32-stelligen Seriennummern.
Sonstige SAN-Geräte
Geräte, die auf einem Storage Area Network (SAN) verfügbar sind.
Firmware-RAID
Speichergeräte, die an einen Firmware-RAID-Controller angeschlossen sind.
Überblick über spezielle Speichergeräte

Abbildung 11.33. Überblick über spezielle Speichergeräte

Um ein iSCSI-Gerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen. Um ein FCoE (Fibre Channel over Ethernet) Gerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche FCoE SAN hinzufügen. Beide Schaltflächen befinden sich unten rechts auf dem Bildschirm.
Die Übersichtsseite enthält auch den Reiter Suchen, der es Ihnen ermöglicht, Speichergeräte entweder nach deren World Wide Identifier (WWID) zu filtern, oder nach Port, Ziel oder Logical Unit Number (LUN), unter denen auf sie zugegriffen wird.
Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Abbildung 11.34. Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Der Suchen-Reiter enthält die Auswahlliste Suchen nach, um nach Port, Ziel, LUN oder WWID zu suchen. Wenn Sie nach WWID oder LUN suchen, müssen Sie die gewünschten Werte in den entsprechenden Texteingabefeldern eingeben. Klicken Sie auf die Schaltfläche Suchen, um die Suche zu starten.
Jedes Gerät wird in einer separaten Reihe mit einem Auswahlkästchen links angezeigt. Markieren Sie das Auswahlkästchen, um ein Gerät während des Installationsvorgangs verfügbar zu machen. Im weiteren Verlauf des Installationsvorgangs können Sie auswählen, Red Hat Enterprise Linux auf einem beliebigen hier ausgewählten Gerät zu installieren. Sie können weiterhin wählen, dass jedes andere der hier ausgewählten Geräte automatisch als Teil des installierten Systems eingehängt wird.
Beachten Sie bitte, dass die Daten auf den von Ihnen ausgewählten Geräten nicht automatisch während des Installationsvorgangs gelöscht werden. Die Auswahl eines Geräts auf diesem Bildschirm allein gefährdet nicht die Daten, die auf dem Gerät gespeichert sind. Beachten Sie bitte weiterhin, dass jedes Gerät, das Sie an dieser Stelle nicht als Teil des installierten Systems auswählen, nach Abschluss der Installation zum System hinzugefügt werden kann, indem die Datei /etc/fstab entsprechend angepasst wird.

Wichtig

Jegliche Speichergeräte, die Sie auf diesem Bildschirm nicht auswählen, werden für Anaconda nicht sichtbar sein. Um den Red Hat Enterprise Linux-Bootloader von einem anderen Bootloader gestaffelt zu laden (Chain Loading), wählen Sie alle auf diesem Bildschirm aufgeführten Geräte.
Wenn Sie die Speichergeräte ausgewählt haben, die während der Installation zur Verfügung stehen sollen, klicken Sie auf Fertig, um zum Installationsziel-Bildschirm zurückzukehren.

11.11.1.1. Erweiterte Speicheroptionen

Wenn Sie ein erweitertes Speichergerät benötigen, können Sie ein iSCSI-Ziel (SCSI über TCP/IP) oder ein FCoE (Fibre Channel über Ethernet) SAN (Storage Area Network) konfigurieren, indem Sie auf die jeweilige Schaltfläche unten rechts auf dem Installationsziel-Bildschirm klicken. Siehe Anhang B, ISCSI-Festplatten für eine Einführung in iSCSI.
Erweiterte Speicheroptionen

Abbildung 11.35. Erweiterte Speicheroptionen

11.11.1.1.1. Konfigurieren von iSCSI-Parametern
Wenn Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen... klicken, erscheint das Dialogfenster iSCSI Storage Target hinzufügen.
Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Abbildung 11.36. Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Um iSCSI-Speichergeräte für die Installation zu verwenden, muss Anaconda diese als iSCSI-Ziele erkennen können (auch Discovery oder Entdeckung genannt) und in der Lage sein, eine iSCSI-Sitzung zu erstellen, um auf sie zuzugreifen. Bei jedem dieser Schritte kann ein Benutzername und ein Passwort für die CHAP-Authentifizierung (Challenge Handshake Authentication Protocol) erforderlich sein. Außerdem können Sie zusätzlich ein iSCSI-Ziel konfigurieren zur Authentifizierung des iSCSI-Initiators am System, zu dem das Ziel gehört (Reverse-CHAP), sowohl für die Erkennung als auch für die Sitzung. Gemeinsam verwendet werden CHAP und Reverse-CHAP als wechselseitiges CHAP (mutual CHAP) oder 2-Wege-CHAP bezeichnet. Wechselseitiges CHAP liefert die höchste Sicherheitsebene für iSCSI-Verbindungen, insbesondere, wenn der Benutzername und das Passwort sich für die CHAP-Authentifizierung und die Reverse-CHAP-Authentifizierung unterscheiden.

Anmerkung

Wiederholen Sie die Schritte zur Suche und Verbindung mit iSCSI-Zielen so oft wie nötig, um allen erfoderlichen iSCSI-Speicher hinzuzufügen. Sie können den Namen des iSCSI-Initiators jedoch nicht mehr ändern, nachdem Sie die Suche erstmals gestartet haben. Um den Namen des iSCSI-Initiators zu ändern, müssen Sie die Installation neu starten.

Prozedur 11.1. Suche von iSCSI-Zielen und Starten einer iSCSI-Sitzung

Verwenden Sie den Dialog iSCSI Storage Target hinzufügen, um Anaconda die Informationen zu liefern, die es zum Auffinden des iSCSI-Ziels benötigt.
  1. Geben Sie die IP-Adresse des iSCSI-Ziels im Feld Ziel IP-Adresse ein.
  2. Geben Sie im Feld iSCSI-Kennung einen Namen für den iSCSI-Initiator im IQN-Format (iSCSI qualifizierter Name) ein. Ein gültiger IQN-Eintrag umfasst:
    • die Zeichenkette iqn. (beachten Sie den Punkt)
    • einen Datumscode, der das Jahr und den Monat festlegt, in dem die Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation registriert wurde. Seine Darstellung erfolgt als vier Ziffern für das Jahr, einen Bindestrich und zwei Ziffern für den Monat gefolgt von einem Punkt. September 2010 wird zum Beispiel als 2010-09. dargestellt.
    • den Namen der Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation in umgekehrter Reihenfolge mit der Domäne der obersten Stufe zuerst. Die Subdomäne storage.example.com etwa wird als com.example.storage dargestellt.
    • einen Doppelpunkt, gefolgt von einer Zeichenkette, die den betreffenden iSCSI-Initiator innerhalb Ihrer Domäne oder Subdomäne eindeutig identifiziert. Zum Beispiel :diskarrays-sn-a8675309
    Ein vollständiger IQN sieht daher etwa wie folgt aus: iqn.2010-09.storage.example.com:diskarrays-sn-a8675309. Anaconda füllt das Feld iSCSI-Kennung bereits mit einem Namen in diesem Format aus, um Ihnen mit der Struktur zu helfen.
    Weitere Informationen zu IQNs finden Sie in Kapitel 3.2.6. iSCSI Namen in RFC 3720 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI), verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3720#section-3.2.6, sowie in Kapitel 1. iSCSI Names and Addresses in RFC 3721 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI) Naming and Discovery, verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3721#section-1.
  3. Verwenden Sie das Auswahlmenü Art der Authentifizierung festlegen, um die Art der Authentifizierung für die iSCSI-Verbindung festzulegen. Die folgenden Optionen stehen zur Auswahl:
    • Keine Anmeldeinformationen
    • CHAP-Paar
    • CHAP-Paar und Reverse-Paar
    • Falls Sie CHAP-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort.
    • Falls Sie CHAP-Paar und Reverse-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort ein und den Benutzernamen und das Passwort für den iSCSI-Initiator in den Feldern Reverse CHAP Benutzername und Reverse CHAP Passwort.
  4. Markieren Sie optional das Auswahlkästchen Targets mit Netzwerkschnittstellen verbinden.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche Verbindung aufbauen. Anaconda versucht, mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen ein iSCSI-Ziel zu finden. Ist die Suche erfolgreich, so zeigt Ihnen ein Dialog eine Liste aller auf dem Ziel erkannten iSCSI-Knoten.
  6. Neben jedem Knoten befindet sich ein Auswahlkästchen. Klicken Sie auf die Auswahlkästchen der Knoten, die für die Installation verwendet werden sollen.
    Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

    Abbildung 11.37. Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

  7. Das Menü Authentifizierungsart der Node-Anmeldung bietet dieselben Optionen wie das Menü Art der Authentifizierung festlegen in Schritt 3. Falls Sie jedoch Berechtigungsnachweise zur zur Erkennung benötigten, werden üblicherweise dieselben Berechtigungsnachweise zur Anmeldung beim gefundenen Knoten verwendet. Verwenden Sie dazu die zusätzliche Option Anmeldedaten aus der Erkennung verwenden im Menü. Wenn die richtigen Berechtigungsnachweise angegeben wurden, wird die Schaltfläche Anmelden verfügbar.
  8. Klicken Sie Anmelden, um die iSCSI-Sitzung zu initiieren.
11.11.1.1.2. Konfigurieren von FCoE-Parametern
Wenn Sie die Schaltfläche FCoE SAN hinzufügen... geklickt haben, erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie Netzwerkschnittstellen zur Erkennung von FCoE-Speichergeräten konfigurieren können.
Wählen Sie im Auswahlmenü NIC zunächst eine Netzwerkschnittstelle, die mit einem FCoE-Switch verbunden ist, und klicken Sie auf die Schaltfläche FCoE Speichermedien hinzufügen, um das Netzwerk auf SAN-Geräte abzusuchen.
Konfigurieren von FCoE-Parametern

Abbildung 11.38. Konfigurieren von FCoE-Parametern

Es gibt Auswahlkästchen mit zusätzlichen Optionen:
DCB benutzen
Data Center Bridging (DCB) bietet eine Reihe an Verbesserungen für Ethernetprotokolle. Es wurde entwickelt, um die Effizienz von Ethernetverbindungen in Speichernetzwerken und Clustern zu erhöhen. Mit dem Auswahlkästchen in diesem Dialog können Sie bestimmen, ob DCB im Installationsprogramm aktiviert werden soll. Dies sollte nur für Netzwerkschnittstellen aktiviert werden, die einen hostbasierten DCBX-Client erfordern. Konfigurationen auf Schnittstellen, die einen Hardware-DCBX-Client implementieren, sollten dieses Auswahlkästchen nicht markieren.
Auto vlan benutzen
Auto VLAN zeigt an, ob VLAN-Erkenung durchgeführt werden soll. Ist dieses Auswahlkästchen markiert, wird das FIP (FCoE Initiation Protocol) VLAN-Discovery-Protokoll auf der Ethernetschnittstelle ausgeführt, sobald die Verbindungskonfiguration validiert wurde. Falls noch nicht konfiguriert, werden automatisch Netzwerkschnittstellen für jegliche gefundene FCoE-VLANs erstellt und FCoE-Instanzen werden auf den VLAN-Schnittstellen erstellt. Diese Option ist standardmäßig aktiviert.
Erkannte FCoE-Geräte werden unter dem Reiter Andere SAN-Geräte auf dem Installationsziel-Bildschirm angezeigt.

11.12. Beginnen der Installation

Wenn alle erforderlichen Bereiche auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation fertiggestellt wurden, verschwindet die Warnung am unteren Rand des Bildschirms und die Schaltfläche Installation starten wird verfügbar.
Bereit zur Installation

Abbildung 11.39. Bereit zur Installation

Warnung

Bis zu diesem Zeitpunkt hat das Installationsprogramm noch keine dauerhaften Änderungen auf Ihrem Rechner vorgenommen. Sobald Sie auf Installation starten klicken, wird das Installationsprogramm Speicherplatz auf Ihrer Festplatte zuweisen und damit beginnen, Red Hat Enterprise Linux dorthin zu übertragen. Abhängig von der Partitionierungsoption, die Sie zuvor gewählt haben, werden dabei die bereits auf Ihrem Rechner vorhandenen Daten gelöscht.
Um Ihre zuvor gewählten Einstellungen zu diesem Zeitpunkt noch einmal zu überprüfen, kehren Sie zum entsprechenden Abschnitt im Bildschirm Zusammenfassung der Installation zurück. Um die Installation ganz abzubrechen, klicken Sie auf Beenden oder schalten Sie Ihren Rechner aus. Die meisten Rechner können Sie zu diesem Zeitpunkt ausschalten, indem Sie den An-/Ausschaltknopf für einige Sekunden gedrückt halten.
Wenn Sie mit der Anpassung der Installation fertig sind und Sie sich sicher sind, dass Sie fortfahren möchten, klicken Sie auf Installation starten.
Nachdem Sie auf Installation starten geklickt haben, warten Sie ab, bis der Installationsvorgang abgeschlossen ist. Falls der Vorgang unterbrochen wird (z. B. falls Sie den Rechner abschalten, den Resetknopf drücken, oder durch Unterbrechung der Stromzufuhr), wird der Rechner anschließend wahrscheinlich nicht nutzbar sein, bis Sie den Red Hat Enterprise Linux-Installationsvorgang fortsetzen und korrekt zu Ende führen oder ein anderes Betriebssystem installieren.

11.13. Bildschirm zum Konfigurationsmenü und Fortschritt

Sobald Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation auf Installation beginnen klicken, erscheint eine Fortschrittsanzeige. Red Hat Enterprise Linux informiert Sie laufend über den Fortschritt der Installation, während die ausgewählten Pakete auf Ihr System geschrieben werden.
Installieren der Pakete

Abbildung 11.40. Installieren der Pakete

Nach dem Neustart des installierten Systems steht Ihnen zu Ihrer Information eine vollständige Protokolldatei Ihrer Installation unter /var/log/anaconda/anaconda.packaging.log zur Verfügung.
Während die Pakete installiert werden, sind weitere Konfigurationsschritte erforderlich. Über dem Fortschrittsbalken werden die Menüpunkte Root-Passwort und Benutzer-Erstellung angezeigt.
Unter dem Menüpunkt Root-Passwort legen Sie das Passwort für das Root-Benutzerkonto fest. Das Root-Benutzerkonto wird dazu verwendet, um kritische Aufgaben zur Systemverwaltung und Wartung durchzuführen. Das Passwort kann entweder während oder nach der Paketinstallation festgelegt werden. In jeden Fall können Sie den Installationsvorgang erst abschließen, nachdem das Root-Passwort konfiguriert wurde.
Die Erstellung eines Benutzerkontos ist optional und kann nach Abschluss der Installation erfolgen, es wird jedoch empfohlen, es an dieser Stelle während der Installation zu tun. Ein Benutzerkonto wird zum Zugriff auf das System für normale Tätigkeiten verwendet. Es wird empfohlen, sich stets mit dem regulären Benutzerkonto beim System anzumelden, nicht mit dem Root-Benutzerkonto.

11.13.1. Festlegen des Root-Passworts

Das Einrichten eines Root-Benutzerkontos und Root-Passworts ist ein wichtiger Schritt während der Installation. Das Root-Benutzerkonto (auch Superuser genannt) wird dazu verwendet, um Pakete zu installieren, RPM-Pakete zu aktualisieren und die meisten Aufgaben der Systemwartung durchzuführen. Das Root-Benutzerkonto hat die vollständige Kontrolle über das System. Aus diesem Grund ist es ratsam, das Root-Benutzerkonto ausschließlich für Aufgaben der Systemwartung oder Systemverwaltung zu verwenden. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren finden Sie weitere Informationen über das Root-Benutzerkonto.
Bildschirm zur Konfiguration des Root-Passworts

Abbildung 11.41. Bildschirm zur Konfiguration des Root-Passworts

Klicken Sie auf den Menüpunkt Root-Passwort und geben Sie Ihr gewünschtes Passwort im Feld Root-Passwort ein. Red Hat Enterprise Linux zeigt die Eingabe aus Sicherheitsgründen nur als Sternchen an. Geben Sie dasselbe Passwort erneut im Feld Bestätigen ein, um sicherzustellen, dass es korrekt ist. Nachdem Sie das Root-Passwort festgelegt haben, klicken Sie auf Fertig, um zum Bildschirm "Benutzereinstellungen" zurückzukehren.
Folgende Hinweise sollten beachtet werden, um ein sicheres Root-Passwort zu erstellen:
  • Es muss mindestens acht Zeichen lang sein.
  • Es darf Ziffern, Buchstaben (Groß- und Kleinbuchstaben) und Sonderzeichen enthalten.
  • Es unterscheidet Groß- und Kleinbuchstaben und sollte eine Mischung aus beidem enthalten.
  • Es sollte leicht zu merken aber schwer zu erraten sein.
  • Es sollte kein Wort, keine Abkürzung und keine Zahl sein, das bzw. die mit Ihnen oder Ihrer Organisation zu tun hat. Es sollte zudem kein Wort sein, das in einem Wörterbuch enthalten ist (auch nicht in anderen Sprachen).
  • Es sollte nicht notiert werden. Wenn Sie es unbedingt aufschreiben müssen, bewahren Sie diese Notiz sicher auf.

Anmerkung

Um Ihr Root-Passwort nach Abschluss der Installation zu ändern, verwenden Sie das Root-Passwort-Werkzeug.

11.13.2. Erstellen eines Benutzerkontos

Um ein reguläres Benutzerkonto (nicht Root) während der Installation zu erstellen, klicken Sie auf Benutzereinstellungen auf der Fortschrittsseite. Daraufhin erscheint der Bildschirm Benutzer erstellen, auf dem Sie das Benutzerkonto und zugehörige Parameter konfigurieren können. Die Erstellung eines Benutzerkontos ist optional und kann nach Abschluss der Installation erfolgen, es wird jedoch empfohlen, es an dieser Stelle während der Installation zu tun.
Falls Sie den Bildschirm zur Benutzererstellung wieder verlassen möchten, ohne einen Benutzer zu erstellen, lassen Sie sämtliche Felder leer und klicken Sie auf Fertig.
Bildschirm zur Benutzerkontokonfiguration

Abbildung 11.42. Bildschirm zur Benutzerkontokonfiguration

Geben Sie den vollständigen Namen und den Benutzernamen in den entsprechenden Feldern an. Beachten Sie, dass der Benutzername im System maximal 32 Zeichen lang sein darf und keine Leerzeichen enthalten darf. Es wird dringend empfohlen, ein Passwort für das neue Benutzerkonto anzugeben.
Beim Erstellen von Passwörtern ist es auch für nicht privilegierte Benutzerkonten sinnvoll, den Richtlinien in Abschnitt 11.13.1, »Festlegen des Root-Passworts« zu folgen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Erweitert, um ein Dialogfenster mit weiteren Einstellungen zu öffnen.
Erweiterte Benutzerkontokonfiguration

Abbildung 11.43. Erweiterte Benutzerkontokonfiguration

Standardmäßig wird für jeden Benutzer ein Benutzerverzeichnis entsprechend seines Benutzernamens angelegt. In den meisten Fällen ist es nicht nötig, dies zu ändern.
Sie können auch manuell eine Systemidentifikationsnummer für den neuen Benutzer und seine Standardgruppe festlegen, indem Sie die Auswahlkästchen markieren. Der Bereich für reguläre Benutzer-IDs beginnt bei 1000. Unten in diesem Dialogfenster können Sie eine kommagetrennte Liste mit weiteren Gruppennamen angeben, denen der Benutzer angehören soll. Die neuen Gruppen werden im System erstellt. Um benutzerdefinierte Gruppen-IDs zu verwenden, geben Sie die Nummern in Klammern an.
Wenn Sie das Benutzerkonto fertig konfiguriert haben, klicken Sie auf Änderungen speichern, um zum Bildschirm Benutzereinstellungen zurückzukehren.

11.14. Installation abgeschlossen

Glückwunsch! Die Installation von Red Hat Enterprise Linux ist nun abgeschlossen!
Klicken Sie auf die Schaltfläche Neustart, um Ihr System neu zu starten und Red Hat Enterprise Linux zu starten. Vergessen Sie nicht, alle Installationsmedien zu entfernen, falls diese nicht bereits automatisch ausgeworfen wurden.
Nachdem die normale Startsequenz Ihres Rechners abgeschlossen ist, wird Red Hat Enterprise Linux geladen und gestartet. Standardmäßig wird der Startvorgang hinter einem grafischen Bildschirm verborgen, der einen Fortschrittsbalken anzeigt. Abschließend erscheint ein grafischer Anmeldebildschirm (oder die Eingabeaufforderung login:, falls das X Window System nicht installiert ist).
Falls Ihr System während der Installation mit dem X Window System installiert wurde, dann werden beim ersten Start Ihres neuen Red Hat Enterprise Linux-Systems Applikationen zur Einrichtung Ihres Systems gestartet. Diese Applikationen führen Sie durch die erstmalige Konfiguration von Red Hat Enterprise Linux und ermöglichen Ihnen, die Systemzeit und das Datum einzustellen, Ihren Rechner beim Red Hat Network zu registrieren, und mehr.
Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 26, Ersteinrichtung und Firstboot für Informationen über den Konfigurationsvorgang.

Kapitel 12. Fehlerbehebung bei der Installation auf IBM Power Systems

In diesem Kapitel werden einige häufige Installationsprobleme sowie entsprechende Lösungsvorschläge behandelt.
Zum Zwecke der Suche und Bereinigung von Programmfehlern protokolliert Anaconda die Aktionen während der Installation in Dateien im /tmp-Verzeichnis. Diese Dateien sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Tabelle 12.1. Während der Installation generierte Protokolldateien

Protokolldatei Inhalte
/tmp/anaconda.log allgemeine Anaconda-Meldungen
/tmp/program.log alle externen Programme, die während der Installation ausgeführt werden
/tmp/storage.log ausführliche Speichermodulinformationen
/tmp/packaging.log Meldungen von yum und rpm zur Paketinstallation
/tmp/syslog hardwarebezogene Systemmeldungen
Falls die Installation scheitert, werden die Nachrichten dieser Dateien in /tmp/anaconda-tb-identifier zusammengefasst, wobei identifier eine zufällige Zeichenkette ist.
Alle der oben aufgeführten Dateien befinden sich in der RAM-Disk des Installationsprogramms. Das heißt, sie sind nicht dauerhaft gespeichert und gehen verloren, sobald das System heruntergefahren wird. Um sie dauerhaft zu speichern, kopieren Sie diese Dateien mithilfe von scp auf ein anderes System im Netzwerk, oder kopieren Sie sie auf ein eingehängtes Speichergerät wie z. B. einen USB-Stick. Hinweise zur Übertragung der Protokolldateien finden Sie nachfolgend.

Anmerkung

Für die folgenden Schritte ist es notwendig, dass das Installationssystem Zugriff auf das Netzwerk hat und dass das Zielsystem Dateien über das ssh-Protokoll empfangen kann.

Prozedur 12.1. Übertragen von Protokolldateien über das Netzwerk

  1. Drücken Sie auf dem System, das Sie installieren, die Tastenkombination Strg+Alt+F2, um eine Shell-Eingabeaufforderung zu erhalten. Sie werden im Root-Benutzerkonto angemeldet und erhalten Zugriff auf das temporäre Dateisystem des Installationsprogramms.
  2. Wechseln Sie in das /tmp-Verzeichnis, in dem sich die Protokolldateien befinden:
    # cd /tmp
  3. Kopieren Sie die Protokolldateien mithilfe des scp-Befehls auf ein anderes System auf dem Netzwerk:
    # scp *log user@address:path
    Ersetzen Sie user durch einen gültigen Benutzernamen auf dem Zielsystem, address durch die Adresse oder den Hostnamen des Zielsystems, und path durch den Pfad zum Verzeichnis, in das Sie die Protokolldateien kopieren möchten. Wenn Sie sich beispielsweise als john bei einem System mit der IP-Adresse 192.168.0.122 anmelden möchten und die Protokolldateien in das Verzeichnis /home/john/logs/ auf dem System ablegen möchten, dann sieht der Befehl wie folgt aus:
    # scp *log john@192.168.0.122:/home/john/logs/
    Wenn Sie sich zum ersten Mal bei dem Zielsystem anmelden, erhalten Sie gegebenenfalls eine Meldung ähnlich der Folgenden:
    The authenticity of host '192.168.0.122 (192.168.0.122)' can't be established.
    ECDSA key fingerprint is a4:60:76:eb:b2:d0:aa:23:af:3d:59:5c:de:bb:c4:42.
    Are you sure you want to continue connecting (yes/no)?
    Geben Sie yes ein und drücken Sie die Eingabetaste, um fortzufahren. Geben Sie anschließend ein gültiges Passwort an, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Die Dateien werden daraufhin in das angegebene Verzeichnis auf dem Zielsystem übertragen.
Die Protokolldateien der Installation sind nun auf dem Zielsystem gespeichert und können dort eingesehen werden.

12.1. Probleme beim Starten der Installation

12.1.1. Probleme beim Starten der grafischen Installation

Systeme mit bestimmten Grafikkarten haben unter Umständen Probleme beim Starten des grafischen Installationsprogramms. Wenn es dem Installationsprogramm nicht gelingt, mit den Standardeinstellungen zu starten, versucht es als Nächstes, mit niedrigerer Auflösung zu starten. Sollte dies ebenfalls fehlschlagen, wechselt das Installationsprogramm in den Textmodus.
Es gibt mehrere mögliche Lösungen für Anzeigeprobleme, die meisten davon nutzen angepasste Bootoptionen. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü«.
Verwenden des einfachen Grafikmodus
Sie können versuchen, die Installation unter Verwendung des einfachen Grafiktreibers durchzuführen. Bearbeiten Sie die Optionen des Installationsprogramms an der Eingabeaufforderung boot: und hängen Sie inst.xdriver=vesa am Ende der Befehlszeile an.
Manuelle Angabe der Bildschirmauflösung
Falls das Installationsprogramm Ihre Bildschirmauflösung nicht erkennt, können Sie die automatische Erkennung außer Kraft setzen und die Auflösung manuell angeben. Fügen Sie dazu die Option inst.resolution=x am Bootmenü hinzu, wobei x die Auflösung Ihres Bildschirms ist (z. B. 1024x768).

12.1.2. Serielle Konsole nicht erkannt

In manchen Fällen wird bei einer Installation im Textmodus mittels einer seriellen Konsole keinerlei Ausgabe auf der Konsole angezeigt. Dies passiert auf Systemen, die zwar über eine Grafikkarte, nicht aber über einen Bildschirm verfügen. Wenn Anaconda eine Grafikkarte erkennt, wird diese zur Anzeige verwendet, selbst wenn kein Bildschirm angeschlossen ist.
Wenn Sie eine Installation im Textmodus auf einer seriellen Konsole durchführen möchten, verwenden Sie die Bootoptionen inst.text und console=. Siehe Kapitel 20, Bootoptionen für weitere Details.

12.2. Probleme während der Installation

12.2.1. Keine Speichermedien gefunden

Wenn die Installation beginnt, sehen Sie unter Umständen die folgende Fehlermeldung:
Keine Speichermedien gefunden. Bitte fahren Sie den Rechner herunter, schließen Sie mindestens ein Speichermedium an und starten Sie den Rechner neu, um die Installation abzuschließen.
Diese Meldung bedeutet, dass Anaconda keine Speichergeräte zur Installation finden konnte. Stellen Sie in diesem Fall sicher, dass in Ihrem System mindestens ein Speichergerät angeschlossen ist.
Falls Ihr System einen Hardware-RAID-Controller verwendet, vergewissern Sie sich, dass der Controller ordnungsgemäß konfiguriert ist und funktioniert. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihres Controllers für weitere Informationen.
Falls Sie auf ein oder mehrere iSCSI-Geräte installieren und das System keinen lokalen Speicher hat, vergewissern Sie sich, dass alle erforderlichen LUNs (Logical Unit Numbers) dem richtigen HBA (Host Bus Adapter) bereitgestellt werden. Weitere Informationen über iSCSI finden Sie in Anhang B, ISCSI-Festplatten.
Wenn Sie sicher sind, dass ein Speichergerät angeschlossen und ordnungsgemäß konfiguriert ist, aber die Meldung nach einem Neustart und erneutem Installationsbeginn nach wie vor erscheint, so bedeutet dies, dass das Installationsprogramm die Speichergeräte nicht korrekt erkennen kann. In den meisten Fällen erhalten Sie diese Meldung, wenn Sie auf einem SCSI-Gerät zu installieren versuchen, das vom Installationsprogramm nicht erkannt wurde.
In diesem Fall müssen Sie eine Treiberaktualisierung vornehmen, bevor Sie die Installation beginnen. Prüfen Sie die Website des Hardwareherstellers, um herauszufinden, ob eine Treiberaktualisierung zur Verfügung steht, die Ihr Problem löst. Allgemeine Informationen über Treiberaktualisierungen finden Sie in Kapitel 9, Treiberaktualisierung während der Installation auf IBM Power Systems.
Weitere Informationen finden Sie auch in der Red Hat Hardware-Kompatibilitätsliste, verfügbar online unter https://hardware.redhat.com.

12.2.2. Berichten von Traceback-Meldungen

Falls während der grafischen Installation ein Fehler auftritt, zeigt Ihnen das Installationsprogramm ein Dialogfeld zur Absturzmeldung. Sie können wählen, ob Sie Informationen über das aufgetretene Problem an Red Hat senden möchten. Um einen Absturzbericht zu senden, müssen Sie Ihre Berechtigungsnachweise für das Kundenportal angeben. Falls Sie keinen Account beim Kundenportal haben, können Sie sich unter https://www.redhat.com/wapps/ugc/register.html registrieren. Die automatische Absturzmeldung erfordert zudem eine bestehende Netzwerkverbindung.
Das Dialogfeld zur Absturzmeldung

Abbildung 12.1. Das Dialogfeld zur Absturzmeldung

Wenn das Dialogfeld erscheint, wählen Sie Report Bug (Fehler melden), um das Problem zu melden, oder Quit, um die Installation abzubrechen.
Klicken Sie optional auf More Info (Mehr Info), um eine detaillierte Ausgabe anzuzeigen, die bei der Identifizierung der Fehlerursache helfen könnte. Falls Sie mit der Suche und Bereinigung von Programmfehlern vertraut sind, klicken Sie auf Debug. Dies bringt Sie zu einem virtuellen Terminal tty1, an dem Sie genauere Informationen abfragen können, die Sie Ihrem Fehlerbericht anfügen können. Um vom tty1 zur grafischen Konsole zurückzukehren, verwenden Sie den Befehl continue (Fortfahren).
Das erweiterte Dialogfeld zur Absturzmeldung

Abbildung 12.2. Das erweiterte Dialogfeld zur Absturzmeldung

Falls Sie den Fehler im Kundenportal melden möchten, führen Sie die nachfolgenden Schritte aus.

Prozedur 12.2. Melden von Fehlern an den Red Hat Customer Support

  1. Wählen Sie in dem daraufhin angezeigten Menü Report a bug to Red Hat Customer Portal (Fehler an das Red Hat Kundenportal melden).
  2. Um den Fehler an Red Hat zu melden, müssen Sie zunächst Ihre Berechtigungsnachweise für das Kundenportal angeben. Klicken Sie auf Configure Red Hat Customer Support.
    Berechtigungsnachweise für das Kundenportal

    Abbildung 12.3. Berechtigungsnachweise für das Kundenportal

  3. Ein neues Fenster öffnet sich daraufhin, in dem Sie zur Eingabe Ihres Benutzernamens und Passworts für das Kundenportal aufgefordert werden. Geben Sie Ihre Berechtigungsnachweise für das Red Hat-Kundenportal an.
    Konfigurieren des Red Hat Customer Supports

    Abbildung 12.4. Konfigurieren des Red Hat Customer Supports

    Falls Ihre Netzwerkeinstellungen die Verwendung eines HTTP- oder HTTPS-Proxys erfordern, können Sie das Menü Advanced (Erweitert) ausklappen und dort die Adresse des Proxyservers konfigurieren.
    Wenn Sie alle erforderlichen Berechtigungsnachweise angegeben haben, klicken Sie auf OK, um fortzufahren.
  4. Ein neues Fenster mit einem Textfeld erscheint nun. Geben Sie jegliche Informationen und Kommentare an, die hilfreich sein könnten. Beschreiben Sie, wie der Fehler reproduziert werden kann, indem Sie jeden Ihrer Schritte beschreiben, die Sie vor Auftreten des Dialogfensters zur Absturzmeldung durchführten. Geben Sie möglichst viele relevante Details an, einschließlich jeglicher Daten, die Sie möglicherweise beim Debugging gesammelt haben. Bedenken Sie, dass die Informationen, die Sie hier angeben, im Kundenportal gegebenenfalls öffentlich sichtbar werden.
    Wenn Sie nicht wissen, wodurch dieser Fehler verursacht wurde, markieren Sie das Auswahlkästchen I don't know what caused this problem (Ich weiß nicht, was dieses Problem verursacht hat) unten im Dialogfeld.
    Klicken Sie anschließend auf Forward (Weiter).
    Beschreiben des Problems

    Abbildung 12.5. Beschreiben des Problems

  5. Überprüfen Sie als Nächstes die Informationen, die an das Kundenportal gesendet werden sollen. Die von Ihnen angegebene Erklärung befindet sich auf dem Reiter comment. Andere Reiter enthalten Informationen wie z. B. den Hostnamen Ihres Systems und andere Details über die Installationsumgebung. Sie können jegliche Elemente entfernen, die Sie nicht an Red Hat senden möchten, bedenken Sie jedoch, dass ein Mangel an Informationen die Lösung des Problems erschweren kann.
    Wenn Sie mit der Überprüfung der zu sendenden Informationen fertig sind, klicken Sie auf Forward.
    Prüfen der zu sendenden Daten

    Abbildung 12.6. Prüfen der zu sendenden Daten

  6. Überprüfen Sie die Liste der Dateien, die gesendet und als einzelne Anhänge an den Fehlerbericht angehängt werden sollen. Diese Dateien liefern Systeminformationen, die bei der Untersuchung des Problems helfen können. Falls Sie bestimmte Dateien nicht senden möchten, heben Sie deren Auswahl im entsprechenden Auswahlkästchen auf. Um zusätzliche Dateien anzugeben, die zur Problemlösung beitragen könnten, klicken Sie auf Attach a file (Datei anhängen).
    Nachdem Sie die zu sendenden Dateien überprüft haben, markieren Sie das Auswahlkästchen I have reviewed the data and agree with submitting it (Ich habe die Daten überprüft und stimme dem Senden zu). Klicken Sie anschließend auf Forward, um den Bericht und die Anhänge an das Kundenportal zu übertragen.
    Prüfen der zu sendenden Dateien

    Abbildung 12.7. Prüfen der zu sendenden Dateien

  7. Wenn das Dialogfeld meldet, dass die Verarbeitung abgeschlossen ist, können Sie auf Show log (Protokoll anzeigen) klicken, um die Details der Berichtübertragung zu sehen, oder Close (Schließen), um zur ursprünglichen Absturzmeldung zurückzukehren. Klicken Sie dort auf Quit (Beenden), um die Installation zu beenden.

12.2.3. Sonstige Partitionierungsprobleme für Benutzer von IBM Power Systems

Wenn Sie Partitionen manuell anlegen, aber nicht zum nächsten Bildschirm wechseln können, haben Sie vermutlich nicht alle Partitionen erstellt, die zum Fortführen der Installation benötigt werden.
Sie müssen mindestens folgende Partitionen anlegen:
  • Eine /-Partition (Root-Partition)
  • Eine PReP-Boot-Partition
  • Eine /boot-Partition (nur wenn es sich bei der Root-Partition um einen logischen LVM-Datenträger oder einen Btrfs-Unterdatenträger handelt)
Siehe Abschnitt 11.10.4.5, »Empfohlenes Partitionsschema« für weitere Informationen.

12.3. Probleme nach der Installation

12.3.1. Probleme mit der grafischen Bootsequenz

Wenn Sie die Installation abgeschlossen haben und das System zum ersten Mal neu starten, kann es sein, dass das System während der grafischen Bootsequenz nicht mehr reagiert und einen Neustart erfordert. In diesem Fall wird der Bootloader erfolgreich angezeigt, bei Auswahl eines Eintrags und beim Versuch zu booten hängt sich das System jedoch auf. In der Regel weist dies auf ein Problem mit der grafischen Bootsequenz hin. Um dieses Problem zu lösen, müssen Sie den grafischen Boot deaktivieren. Ändern Sie dazu zum Bootzeitpunkt vorübergehend die Einstellungen, bevor Sie diese dauerhaft ändern.

Prozedur 12.3. Vorübergehendes Deaktivieren des grafischen Boots

  1. Starten Sie Ihren Rechner und warten Sie, bis das Bootloader-Menü erscheint. Wenn Sie den Bootloader-Timeout auf 0 gesetzt haben, halten Sie die Esc-Taste gedrückt, um in das Menü zu gelangen.
  2. Sobald das Bootloader-Menü erscheint, verwenden Sie die Pfeiltasten, um den Menüeintrag auszuwählen, den Sie booten möchten. Drücken Sie die Taste e, um die Optionen dieses Eintrags zu bearbeiten.
  3. Suchen Sie in der Liste der Optionen die Kernel-Zeile - das ist die Zeile, die mit dem Schlüsselwort linux beginnt. Entfernen Sie aus dieser Zeile die rhgb-Option. Diese Option ist gegebenenfalls nicht unmittelbar sichtbar; scrollen Sie mit den Pfeiltasten hoch und runter, um sie zu finden.
  4. Drücken Sie F10 oder Strg+X, um Ihr System mit den bearbeiteten Optionen zu booten.
Falls das System erfolgreich hochfährt, können Sie sich wie gewohnt anmelden. Sie müssen dann den grafischen Boot dauerhaft deaktivieren, andernfalls müssen Sie die oben genannten Schritte bei jedem Systemstart durchführen. Mit dem folgenden Verfahren können Sie die Bootoptionen dauerhaft ändern.

Prozedur 12.4. Dauerhaftes Deaktivieren des grafischen Boots

  1. Melden Sie Sich mit dem Befehl su - beim root-Benutzerkonto an.
    $ su -
  2. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei /etc/default/grub in einem einfachen Texteditor wie z. B. vim.
  3. Suchen Sie in der grub-Datei die Zeile, die mit GRUB_CMDLINE_LINUX beginnt. Die Zeile sollte etwa wie folgt aussehen:
    GRUB_CMDLINE_LINUX="rd.lvm.lv=rhel/root rd.md=0 rd.dm=0 vconsole.keymap=us $([ -x /usr/sbin/rhcrashkernel-param ] && /usr/sbin/rhcrashkernel-param || :) rd.luks=0 vconsole.font=latarcyrheb-sun16 rd.lvm.lv=vg_rhel/swap rhgb quiet"
    
    Löschen Sie in dieser Zeile die rhgb-Option.
  4. Speichern Sie die bearbeitete Datei.
  5. Aktualisieren Sie die Bootloader-Konfiguration, indem Sie den folgenden Befehl ausführen:
    # grub2-mkconfig --output=/boot/grub2/grub.cfg
Wenn Sie diese Prozedur abgeschlossen haben, können Sie Ihren Rechner neu starten. Red Hat Enterprise Linux verwendet nun nicht mehr die grafische Bootsequenz. Falls Sie den grafischen Boot wieder aktivieren möchten, führen Sie dieselbe Prozedur aus und fügen Sie dabei die rhgb-Option zur Zeile GRUB_CMDLINE_LINUX in der Datei /etc/default/grub hinzu und aktualisieren Sie die Bootloader-Konfiguration mit dem grub2-mkconfig-Befehl.
Werfen Sie einen Blick auf das Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren für weitere Informationen über die Verwendung des GRUB2 Bootloaders.

12.3.2. Booten in eine grafische Umgebung

Wenn Sie das X Window System installiert haben, aber nach Ihrer Anmeldung am System keine grafische Desktopumgebung erscheint, starten Sie die grafische Oberfläche einfach mit dem Befehl startx. Beachten Sie jedoch, dass dies nur vorübergehend Abhilfe schafft und keine Auswirkungen auf zukünftige Anmeldungen hat.
Um für Ihr System den grafischen Anmeldebildschirm zu konfigurieren, müssen Sie das standardmäßige systemd-Ziel auf graphical.target setzen. Wenn Sie fertig sind, starten Sie Ihren Rechner neu. Sobald das System wieder hochfährt, erscheint nun ein grafischer Anmeldebildschirm.

Prozedur 12.5. Grafischen Anmeldebildschirm als Standard festlegen

  1. Öffnen Sie eine Shell-Eingabeaufforderung. Wenn Sie mit Ihrem Benutzerkonto angemeldet sind, wechseln Sie mithilfe des Befehls su - zum Root-Benutzerkonto.
  2. Ändern Sie das folgende Ziel auf graphical.target. Führen Sie dazu den folgenden Befehl aus:
    # systemctl set-default graphical.target
Der grafische Anmeldebildschirm ist jetzt standardmäßig aktiviert und beim nächsten Neustart erhalten Sie einen grafischen Anmeldebildschirm. Wenn Sie diese Änderung rückgängig machen möchten und die textbasierte Anmeldung wieder aktivieren möchten, führen Sie den folgenden Befehl als root aus:
# systemctl set-default multi-user.target
Weitere Informationen über Ziele in systemd finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren.

12.3.3. Keine grafische Benutzeroberfläche vorhanden

Falls Sie Probleme haben, X (das X Window System) zu starten, ist es möglicherweise nicht installiert. Einige der vordefinierten Basisumgebungen wie z. B. Minimale Installation oder Web Server, enthalten keine grafische Oberfläche. Falls gewünscht, muss sie manuell installiert werden.
Falls Sie X benötigen, können Sie die erforderlichen Pakete später installieren. Werfen Sie einen Blick auf den Knowledgebase-Artikel unter https://access.redhat.com/site/solutions/5238 für Informationen über die Installation einer grafischen Desktopumgebung.

12.3.4. X Server stürzt nach Anmeldung von Benutzer ab

Falls Sie das Problem haben, dass der X-Server abstürzt, sobald sich ein Benutzer anmeldet, dann ist womöglich eines Ihrer Dateisysteme (fast) voll. Um festzustellen, ob dies tatsächlich die Ursache für Ihr Problem ist, führen Sie den folgenden Befehl aus:
$ df -h
Anhand der Ausgabe können Sie erkennen, welche Partition voll ist. In den meisten Fällen ist dies die /home-Partition. Die Ausgabe des df-Befehls könnte etwa wie folgt aussehen:
Filesystem                                  Size  Used Avail Use% Mounted on
/dev/mapper/vg_rhel-root                     20G  6.0G   13G  32% /
devtmpfs                                    1.8G     0  1.8G   0% /dev
tmpfs                                       1.8G  2.7M  1.8G   1% /dev/shm
tmpfs                                       1.8G 1012K  1.8G   1% /run
tmpfs                                       1.8G     0  1.8G   0% /sys/fs/cgroup
tmpfs                                       1.8G  2.6M  1.8G   1% /tmp
/dev/sda1                                   976M  150M  760M  17% /boot
/dev/dm-4                                    90G   90G     0 100% /home
In dem obigen Beispiel können Sie sehen, dass die /home-Partition voll ist und den Absturz verursacht hat. Sie können Speicherplatz freigeben, indem Sie unnötige Dateien löschen. Sobald Sie einigen Speicherplatz wiedergewonnen haben, starten Sie X mithilfe des startx-Befehls.
Weitere Informationen über df und eine Erklärung der verfügbaren Optionen (wie z. B. die Option -h, die in diesem Beispiel verwendet wurde), finden Sie auf der man-Seite für df(1).

12.3.5. System gibt Signal-11-Fehler aus

Ein Signal-11-Fehler, auch weitläufig als Schutzverletzung oder Segmentierungsfehler bekannt, bedeutet, dass ein Programm versucht, auf eine Speicherstelle zuzugreifen, die nicht zugeordnet wurde. Ein Signal-11-Fehler ist möglicherweise auf einen Programmfehler in einem der installierten Softwareprogramme oder auf fehlerhafte Hardware zurückzuführen.
Falls Sie einen schwerwiegenden Signal-11-Fehler während der Installation erhalten, vergewissern Sie sich zunächst, dass Sie das aktuellste Installationsimage verwenden und lassen Sie Anaconda dessen Integrität prüfen. Fehlerhafte Installationsmedien (wie z. B. ein fehlerhaft gebrannter oder zerkratzter optischer Datenträger) sind häufige Ursachen für Signal-11-Fehler. Eine Überprüfung des Installationsmediums wird vor jeder Installation empfohlen.
Weitere Informationen über das Beziehen der aktuellsten Installationsmedien finden Sie in Kapitel 1, Herunterladen von Red Hat Enterprise Linux. Um vor Beginn der Installation eine Prüfung durchzuführen, fügen Sie die Bootoption rd.live.check am Bootmenü hinzu. Siehe Abschnitt 20.2.2, »Prüfen der Bootmedien« für Details.
Andere mögliche Ursachen können im Rahmen dieses Handbuchs nicht näher erläutert werden. Werfen Sie für weitere Informationen einen Blick auf die Dokumentation Ihres Hardwareanbieters.

12.3.6. Einleitendes Programmladen (IPL) von Network Storage Space (*NWSSTG) nicht möglich

Wenn Sie Schwierigkeiten beim einleitenden Programmladen (IPL) von Network Storage Space (*NWSSTG) haben, fehlt in den meisten Fällen eine PReP-Partition. In diesem Fall müssen Sie das System neu installieren und sicherstellen, dass diese Partition während der Partitionierungsphase oder in der Kickstart-Datei erstellt wird.

Teil III. IBM System z-Architektur — Installation und Bootvorgang

In diesem Abschnitt wird das Booten (oder initial program load, IPL) von Red Hat Enterprise Linux auf IBM System z behandelt.

Kapitel 13. Planen einer Installation auf IBM System z

13.1. Vor der Installation

Red Hat Enterprise Linux 7 läuft auf zEnterprise 196 oder höheren IBM Mainframe-Systemen.
Der Installationsvorgang setzt voraus, dass Sie mit dem IBM System z vertraut sind und Logische Partitionen (LPARs) und virtuelle z/VM-Gastmaschinen einrichten können. Werfen Sie einen Blick auf http://www.ibm.com/systems/z für zusätzliche Informationen zu System z.
Für die Installation von Red Hat Enterprise Linux auf System z unterstützt Red Hat sowohl DASD-Speichergeräte (Direct Access Storage Device) als auch FCP-Speichergeräte (Fiber Channel Protocol).
Bevor Sie Red Hat Enterprise Linux installieren, müssen Sie folgende Entscheidungen treffen:
  • Entscheiden Sie sich, ob Sie das Betriebssystem auf einer LPAR oder als z/VM-Gastbetriebssystem betreiben möchten.
  • Entscheiden Sie, ob Sie Swap benötigen und wenn ja, wie groß dieser sein muss. Obwohl es möglich (und empfehlenswert) ist, virtuellen z/VM-Maschinen genügend Speicher zuzuweisen und die z/VM das Swapping handhaben zu lassen, kann es Fälle geben, in denen das erforderliche RAM schwer absehbar ist. Solche Fälle sollte jeweils einzeln untersucht werden. Siehe auch Abschnitt 15.10.3.5, »Empfohlenes Partitionsschema«.
  • Entscheiden Sie sich für eine Netzwerkkonfiguration. Red Hat Enterprise Linux 7 für IBM System z unterstützt die folgenden Netzwerkgeräte:
    • Reale und virtuelle Open Systems Adapter (OSA)
    • Reale und virtuelle HiperSockets
    • LAN Channel Station (LCS) für reale OSA
Sie benötigen die folgende Hardware:
  • Speicherplatz auf der Festplatte. Berechnen Sie, wie viel Speicherplatz Sie benötigen und weisen Sie ausreichend Platz auf DASDs [2] oder SCSI [3] Festplatten zu. Sie benötigen mindestens 2 GB für Serverinstallationen und mindestens 5 GB, um alle Pakete zu installieren. Sie benötigen weiterhin Speicherplatz für jegliche Anwendungsdaten. Nach der Installation können weitere DASD- oder SCSI-Festplattenpartitionen bei Bedarf hinzugefügt oder gelöscht werden.
    Der Platz auf der Festplatte, der von dem neu installierten Red Hat Enterprise Linux-System (der Linux-Instanz) verwendet wird, muss separat von dem Festplattenspeicher sein, der von anderen Betriebssystemen verwendet wird, die Sie möglicherweise auf Ihrem Rechner installiert haben.
    Weitere Informationen zur Konfiguration von Festplatten und Partitionen finden Sie in Abschnitt 15.10.3.5, »Empfohlenes Partitionsschema«.
  • RAM. Ihre Linux-Instanz sollte über 1 GB RAM (empfohlen) verfügen. Mit etwas Leistungsoptimierung läuft eine Instanz unter Umständen auch mit nur 512 MB RAM.

13.2. Überblick über den System z-Installationsvorgang

Sie können Red Hat Enterprise Linux auf System z interaktiv oder in unbeaufsichtigtem Modus installieren. Die Installation auf System z unterscheidet sich von Installationen auf anderen Architekturen, da sie üblicherweise über das Netzwerk und nicht von einem lokalen Datenträger durchgeführt wird. Die Installation besteht aus zwei Phasen:
  1. Starten der Installation

    Verbinden Sie sich mit dem Mainframe und führen anschließend einen Initial Program Load (IPL) durch oder booten von dem Datenträger, welches das Installationsprogramm enthält. Siehe Kapitel 14, Starten der Installation auf IBM System z für Details.
  2. Anaconda

    Verwenden Sie das Anaconda-Installationsprogramm, um das Netzwerk, die Sprachunterstützung, die Installationsquelle und zu installierende Softwarepakete zu konfigurieren und um den Rest der Installation durchzuführen. Siehe Kapitel 15, Installation von Red Hat Enterprise Linux auf IBM System z für weitere Informationen.

13.2.1. Starten der Installation

Nach dem Herstellen einer Verbindung mit dem Mainframe müssen Sie ein einleitendes Programmladen (IPL) durchführen, oder von dem Datenträger booten, das das Installationsprogramm enthält. Dieses Dokument beschreibt die gängigsten Methoden zur Installation von Red Hat Enterprise Linux auf System z. Allgemein können Sie jede Methode zum Booten des Linux-Installationssystems verwenden, welches aus einem Kernel (kernel.img) und einer initialen RAM-Disk (initrd.img) mit mindestens den Parametern in der generic.prm-Datei besteht. Das Linux-Installationssystem wird im Rahmen dieses Handbuchs auch als Installationsprogramm bezeichnet.
Der Kontrollpunkt, von dem aus Sie den IPL-Vorgang starten können, hängt von der Umgebung ab, in der Ihr Linux ausgeführt werden soll. Falls Ihr Linux als ein z/VM-Gastbetriebssystem laufen soll, ist der Kontrollpunkt das Control Program (CP) der Host-z/VM. Falls Ihr Linux in LPAR-Modus laufen soll, ist der Kontrollpunkt das Support Element (SE) des Mainframes oder eine angehängte IBM System z Hardware Management Console (HMC).
Sie können die folgenden Bootmedien nur dann verwenden, wenn Linux als Gastbetriebssystem unter z/VM laufen soll:
Sie können die folgenden Bootmedien nur dann verwenden, wenn Linux in LPAR-Modus laufen soll:
Sie können die folgenden Bootmedien sowohl für z/VM als auch für LPAR verwenden:
Falls Sie DASD und per FCP angeschlossene SCSI-Geräte (außer SCSI-DVDs) als Bootmedien verwenden, benötigen Sie einen konfigurierten zipl-Bootloader.

13.2.2. Installation unter Verwendung von Anaconda

In der zweiten Installationsphase verwenden Sie das Anaconda-Installationsprogramm im grafischen, textbasierten oder Befehlszeilenmodus:
Grafischer Modus
Eine grafische Installation erfolgt über einen VNC-Client. Sie können Ihre Maus und Ihre Tastatur verwenden, um durch die Bildschirme zu navigieren, um auf Schaltflächen zu klicken und um in Textfelder zu schreiben. Weitere Informationen über die Verwendung von VNC für eine grafische Installation finden Sie in Kapitel 22, Installation mittels VNC.
Textbasierter Modus
Diese Oberfläche bietet nicht alle Elemente der grafischen Umgebung und unterstützt nicht alle Einstellungen. Verwenden Sie dies für interaktive Installationen, wenn Sie keinen VNC-Client verwenden können. Weitere Informationen über textbasierte Installationen finden Sie in Abschnitt 15.1.3, »Installation im Textmodus«.
Befehlszeilenmodus
Dieser Modus eignet sich für automatisierte und nicht interaktive Installationen auf System z. Beachten Sie, dass das System einen Neustart durchführen wird, falls das Installationsprogramm auf ungültige oder fehlende Kickstart-Befehle trifft. Weitere Informationen über automatisierte Installationen finden Sie in Kapitel 23, Kickstart-Installationen.
In Red Hat Enterprise Linux 7 wurde die textbasierte Installation reduziert, um die Benutzerinteraktion zu minimieren. Features wie die Installation auf FCP-SCSI-Geräte, Anpassen des Partitionslayouts oder die Auswahl von Erweiterungspaketen stehen lediglich bei der Installation über die grafische Benutzeroberfläche zur Verfügung. Verwenden Sie die grafische Installation, wann immer dies möglich ist. Siehe Kapitel 15, Installation von Red Hat Enterprise Linux auf IBM System z für weitere Details.


[2] Direct Access Storage Devices (oder DASDs) sind Festplatten, die maximal drei Partitionen per DASD erlauben. dasda kann beispielsweise die Partitionen dasda1, dasda2 und dasda3 enthalten.
[3] Unter Verwendung des SCSI-over-Fibre-Channel-Gerätetreibers (zfcp-Gerätetreiber) und eines dedizierten Switch können SCSI-LUNs dem Linux-Gast unter System z so dargestellt werden, als wären sie lokal angehängte SCSI-Laufwerke.

Kapitel 14. Starten der Installation auf IBM System z

Diese Schritte zur Durchführung des initialen Programmladens (IPL) des Anaconda-Installationsprogramms hängen von der Umgebung ab (entweder z/VM oder LPAR), in der Red Hat Enterprise Linux ausgeführt wird.

14.1. Anpassen von generic.prm

Um die heruntergeladene generic.prm-Datei anzupassen, fügen Sie Konfigurationsinformationen für die folgenden Elemente hinzu, unabhängig davon, ob Sie über z/VM oder LPAR installieren.
Installationsrepository
Verwenden Sie die Option inst.repo=. Siehe Auswahl der Installationsquelle für Details.
Netzwerkgeräte
Verwenden Sie die Optionen ip= und nameserver=. Siehe Netzwerkbootoptionen für Details.
Sie können auch die Option rd.znet= verwenden, die einen Netzwerkprotokolltyp, eine kommagetrennte Liste von Unterchannels sowie optional kommagetrennte sysfs-Parameter/Wert-Paare akzeptiert und dann das Gerät aktiviert. Dieser Parameter kann mehrmals angegeben werden, um mehrere Netzwerkgeräte zu aktivieren. Zum Beispiel:
rd.znet=qeth,0.0.0600,0.0.0601,0.0.0602,layer2=1,portname=foo
rd.znet=ctc,0.0.0600,0.0.0601,protocol=bar
Speichergeräte
Die Option rd.dasd= akzeptiert eine Direct Access Storage Device (DASD)-Adapter-Gerätebus-ID sowie optional kommagetrennte sysfs-Parameter/Wert-Paare und aktiviert dann das Gerät. Dieser Parameter kann mehrmals angegeben werden, um mehrere Netzwerkgeräte zu aktivieren. Zum Beispiel:
rd.dasd=0.0.0200,readonly=0
Die Option rd.zfcp= akzeptiert eine SCSI over FCP (zFCP)-Adapter-Gerätebus-ID, einen World Wide Port Name (WWPN) sowie eine FCP-LUN und aktiviert dann das Gerät. Dieser Parameter kann mehrmals angegeben werden, um mehrere zFCP-Geräte zu aktivieren. Zum Beispiel:
rd.zfcp=0.0.4000,0x5005076300C213e9,0x5022000000000000

14.2. Festplatteninstallation auf IBM System z

Falls Sie das Installationsprogramm von einer Festplatte starten möchten, können Sie optional den zipl-Bootloader auf derselben (oder einer anderen) Festplatte installieren. Beachten Sie, dass zipl nur einen Bootsektor pro Festplatte unterstützt. Falls Sie mehrere Partitionen auf einer Festplatte haben, verwenden diese alle denselben Bootsektor.
Um eine Festplatte zum Booten des Installationsprogramms vorzubereiten, installieren Sie den zipl-Bootloader auf der Festplatte, indem Sie folgenden Befehl ausführen:
# zipl -V -t /mnt/ -i /mnt/images/kernel.img -r /mnt/images/initrd.img -p /mnt/images/generic.prm
In Abschnitt 14.1, »Anpassen von generic.prm« finden Sie Details zur Anpassung der Bootparameter in der generic.prm-Datei.

14.3. Installation unter z/VM

Bei der Installation unter z/VM können Sie wie folgt booten:
  • vom z/VM virtuellen Reader
  • von einem DASD oder einem per FCP angeschlossenen SCSI-Gerät, das mit dem zipl-Bootloader vorbereitet wurde
  • von einem per FCP angeschlossenen SCSI-DVD-Laufwerk
Melden Sie sich bei der virtuellen z/VM-Maschine an, die Sie zur Linux-Installation ausgewählt haben. Sie können die x3270 oder c3270 Terminalemulatoren verwenden, die im x3270-text-Paket in Red Hat Enterprise Linux zur Verfügung stehen, um sich von anderen Linux-Systemen bei z/VM anzumelden. Aternativ können Sie den IBM 3270 Terminalemulator auf der IBM System z Hardware Management Console (HMC) verwenden. Falls Sie auf einem Rechner mit einem Microsoft Windows-Betriebssystem arbeiten, bietet Jolly Giant (http://www.jollygiant.com/) einen SSL-fähigen 3270-Emulator. Darüber hinaus gibt es eine kostenlose, systemeigene Windows-Portierung von c3270 namens wc3270.

Anmerkung

Falls Ihre 3270-Verbindung unterbrochen wird und Sie sich nicht anmelden können, weil die vorherige Sitzung noch aktiv ist, können Sie die alte Sitzung durch eine neue ersetzen, indem Sie den folgenden Befehl auf dem z/VM-Anmeldebildschirm eingeben:
logon user here
Ersetzen Sie user durch den Namen der virtuellen z/Vm-Maschine. Abhängig davon, ob ein externer Sicherheitsmanager wie beispielsweise RACF verwendet wird, kann sich der Befehl zur Anmeldung unterscheiden.
Falls Sie CMS (ein Einzelbenutzer-Betriebssystem, das mit z/VM geliefert wird) nicht bereits auf Ihrem Gast ausführen, booten Sie dieses nun, indem Sie den folgenden Befehl ausführen:
cp ipl cms
Vergewissern Sie sich, dass Sie keine CMS-Festplatten als Installationsziel verwenden, wie beispielsweise Ihre A-Platte (häufig Gerätenummer 0191). Um herauszufinden, welche Festplatten von CMS benutzt werden, verwenden Sie die folgende Abfrage:
query disk
Sie können die folgenden Abfragebefehle von CP (z/VM-Steuerungsprogramm, welches der z/VM-Hypervisor ist) verwenden, um die Gerätekonfiguration Ihrer virtuellen z/VM-Maschine herauszufinden:
  • Ermitteln Sie den verfügbaren Hauptspeicher, der in System z-Terminologie Storage genannt wird. Ihr Gast sollte über mindestens 1 GB Hauptspeicher verfügen.
    cp query virtual storage
  • Ermitteln Sie verfügbare Netzwerkgeräte nach Typ:
    osa
    OSA – CHPID Typ OSD, real oder virtuell (VSWITCH oder GuestLAN), beide in QDIO-Modus
    hsi
    HiperSockets – CHPID Typ IQD, real oder virtuell (GuestLAN-Typ Hipers)
    lcs
    LCS – CHPID-Typ OSE
    Um beispielsweise alle Netzwerkgeräte mit den oben aufgeführten Typen zu ermitteln, führen Sie den folgenden Befehl aus:
    cp query virtual osa
  • Ermitteln Sie verfügbare DASDs. Nur solche, die mit RW für Lese-/Schreib-Modus gekennzeichnet sind, können als Installationsziele verwendet werden:
    cp query virtual dasd
  • Ermitteln Sie verfügbare FCP-Channels:
    cp query virtual fcp

14.3.1. Verwenden des z/VM-Readers

Führen Sie die folgenden Schritte durch, um vom z/VM-Reader zu booten:
  1. Falls notwendig, fügen Sie das Gerät, das die TCP/IP-Werkzeuge für z/VM enthält, zu Ihrer CMS-Festplattenliste hinzu. Zum Beispiel:
    cp link tcpmaint 592 592
    acc 592 fm
    Ersetzen Sie fm durch einen beliebigen FILEMODE-Buchstaben.
  2. Führen Sie folgenden Befehl aus:
    ftp host
    Dabei ist host der Hostname oder die IP-Adresse des FTP-Servers, der die Bootimages kernel.img und initrd.img hostet.
  3. Melden Sie sich an und führen Sie die folgenden Befehle aus. Verwenden Sie die Option (repl, falls Sie die vorhandenen Dateien kernel.img, initrd.img, generic.prm oder redhat.exec überschreiben:
    cd /location/of/install-tree/images/ 
    ascii  
    get generic.prm (repl  
    get redhat.exec (repl  
    locsite fix 80  
    binary  
    get kernel.img (repl  
    get initrd.img (repl  
    quit
  4. Überprüfen Sie optional, ob die Dateien korrekt übertragen wurden, indem Sie den CMS-Befehl filelist verwenden, um empfangene Dateien und ihr Format anzuzeigen. Es ist wichtig, dass kernel.img und initrd.img ein festes Format bei der Länge des Datensatzes haben, gekennzeichnet durch F in der Format-Spalte, sowie eine Datensatzlänge von 80 in der Spalte Lrecl. Zum Beispiel:
    VMUSER FILELIST A0 V 169 Trunc=169 Size=6 Line=1 Col=1 Alt=0
    Cmd Filename	Filetype	Fm	Format	Lrecl	Records	Blocks	Date	Time
        REDHAT	EXEC		B1	V	22	1 	1	4/15/10	9:30:40 
        GENERIC	PRM		B1	V	44	1	1	4/15/10	9:30:32 
        INITRD	IMG		B1	F	80	118545	2316	4/15/10	9:30:25 
        KERNEL	IMG		B1	F	80	74541	912	4/15/10	9:30:17
    
    Drücken Sie PF3, um filelist zu beenden und zur CMS-Eingabeaufforderung zurückzukehren.
  5. Passen Sie bei Bedarf die Bootparameter in generic.prm an. Siehe Abschnitt 14.1, »Anpassen von generic.prm« für Details.
    Eine andere Methode zur Konfiguration von Speicher- und Netzwerkgeräten ist die Verwendung einer CMS-Konfigurationsdatei. Fügen Sie dazu die Parameter CMSDASD= und CMSCONFFILE= zur generic.prm-Datei hinzu. Siehe Abschnitt 18.2, »z/VM-Konfigurationsdatei« für weitere Details.
  6. Führen Sie abschließend das REXX-Skript redhat.exec aus, um das Installationsprogramm zu starten:
    redhat

14.3.2. Verwenden eines vorbereiteten DASD

Booten Sie von dem vorbereiteten DASD und wählen Sie den zipl-Bootmenüeintrag, der auf das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm verweist. Verwenden Sie einen Befehl im folgenden Format:
cp ipl DASD_device_number loadparm boot_entry_number
Ersetzen Sie DASD_device_number durch die Gerätenummer des Bootgeräts und boot_entry_number durch den zipl-Konfigurationsmenüeintrag für dieses Gerät. Zum Beispiel:
cp ipl eb1c loadparm 0

14.3.3. Verwenden einer vorbereiteten, per FCP angeschlossenen SCSI-Festplatte

Führen Sie die folgenden Schritte durch, um von einer vorbereiteten, per FCP angeschlossenen SCSI-Festplatte zu booten:
  1. Konfigurieren Sie den SCSI-Bootloader auf z/VM, um auf die vorbereitete SCSI-Festplatte im FCP Storage Area Network zuzugreifen. Wählen Sie den vorbereiteten zipl-Bootmenüeintrag, der auf das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm verweist. Verwenden Sie einen Befehl im folgenden Format:
    cp set loaddev portname WWPN lun LUN bootprog boot_entry_number
    Ersetzen Sie WWPN durch den World Wide Port Name des Speichersystems und LUN durch die Logical Unit Number der Festplatte. Die 16-stelligen Hexadezimalwerte müssen in zwei Paare mit jeweils acht Stellen unterteilt werden. Zum Beispiel:
    cp set loaddev portname 50050763 050b073d lun 40204011 00000000 bootprog 0
  2. Überprüfen Sie Ihre Einstellungen optional mit dem Befehl:
    query loaddev
  3. Booten Sie das FCP-Gerät, das mit dem Speichersystem mit der Festplatte verbunden ist, mit folgendem Befehl:
    cp ipl FCP_device 
    Zum Beispiel:
    cp ipl fc00

14.3.4. Verwenden eines per FCP angeschlossenen SCSI-DVD-Laufwerks

Hierzu ist ein SCSI-DVD-Laufwerk erforderlich, das an die FCP-to-SCSI-Bridge angeschlossen ist, welche wiederum mit einem FCP-Adapter in Ihrem System z verbunden ist. Der FCP-Adapter muss konfiguriert sein und unter z/VM zur Verfügung stehen.
  1. Legen Sie Ihre Red Hat Enterprise Linux für System z-DVD in das DVD-Laufwerk ein.
  2. Konfigurieren Sie den SCSI-Bootloader von z/VM, um auf das DVD-Laufwerk im FCP Storage Area Network zuzugreifen und geben Sie 1 für den Booteintrag auf der Red Hat Enterprise Linux für System z-DVD an. Verwenden Sie einen Befehl im folgenden Format:
    cp set loaddev portname WWPN lun FCP_LUN bootprog 1
    Ersetzen Sie WWPN durch die WWPN der FCP-to-SCSI-Bridge und FCP_LUN durch die LUN des DVD-Laufwerks. Die 16-stelligen Hexadezimalwerte müssen in zwei Paare mit jeweils acht Stellen unterteilt werden. Zum Beispiel:
    cp set loaddev portname 20010060 eb1c0103 lun 00010000 00000000 bootprog 1
  3. Überprüfen Sie Ihre Einstellungen optional mit dem Befehl:
    cp query loaddev
  4. Booten Sie (IPL) auf dem FCP-Gerät, das mit der FCP-to-SCSI-Bridge verbunden ist.
    cp ipl FCP_device
    Zum Beispiel:
    cp ipl fc00

14.4. Installation in eine LPAR

Bei der Installation in eine logische Partition (LPAR) können Sie booten von:
  • einem FTP-Server
  • einem DASD oder einem per FCP angeschlossenen und mit dem zipl-Bootloader vorbereiteten SCSI-Laufwerk
  • von einem per FCP angeschlossenen SCSI-DVD-Laufwerk
Führen Sie zunächst diese allgemeinen Schritte durch:
  1. Melden Sie sich bei der IBM System z Hardware Management Console (HMC) oder dem Support Element (SE) als ein Benutzer mit ausreichenden Berechtigungen für die Installation eines neuen Betriebssystems auf einem LPAR an. Der Benutzer SYSPROG wird hierzu empfohlen.
  2. Wählen Sie Images, dann das LPAR, auf das Sie installieren möchten. Verwenden Sie die Pfeile auf der rechten Seite, um zum Menü CPC Recovery zu navigieren.
  3. Doppelklicken Sie auf Operating System Messages, um die Textkonsole anzuzeigen, auf der Linux-Bootmeldungen angezeigt werden.
  4. Passen Sie bei Bedarf die Bootparameter in generic.prm an. Siehe Abschnitt 14.1, »Anpassen von generic.prm« für Details.
Fahren Sie mit der Prozedur für Ihre Installationsquelle fort.

14.4.1. Verwenden eines FTP-Servers

  1. Doppelklicken Sie auf Load from CD-ROM, DVD, or Server.
  2. Wählen Sie im anschließenden Dialogfenster FTP Source und geben Sie die folgenden Informationen ein:
    • Host Computer – Hostname oder IP-Adresse des FTP-Servers, von dem Sie installieren möchten, z. B. ftp.redhat.com
    • User ID – Ihr Benutzername auf dem FTP-Server. Geben Sie alternativ anonymous an.
    • Password – Ihr Passwort. Verwenden Sie Ihre E-Mail-Adresse, wenn Sie sich als anonymous anmelden.
    • Account (optional) – Lassen Sie dieses Feld leer.
    • File location (optional) – Verzeichnis auf dem FTP-Server, das Red Hat Enterprise Linux für System z enthält, z. B. /rhel/s390x/.
  3. Klicken Sie auf Continue.
  4. Übernehmen Sie im anschließenden Dialog die Standardauswahl generic.ins und klicken Sie auf Continue.

14.4.2. Verwenden eines vorbereiteten DASD

  1. Doppelklicken Sie auf Load.
  2. Wählen Sie im anschließenden Dialogfeld Normal als Load type aus.
  3. Geben Sie als Load address die Gerätenummer des DASD an.
  4. Geben Sie als Load parameter die Nummer ein, die dem zipl-Bootmenüeintrag entspricht, den Sie für den Start des Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramms vorbereitet haben.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche OK.

14.4.3. Verwenden einer vorbereiteten, per FCP angeschlossenen SCSI-Festplatte

  1. Doppelklicken Sie auf Load.
  2. Wählen Sie im anschließenden Dialogfeld SCSI als Load type aus.
  3. Geben Sie als Load address die Gerätenummer des FCP-Channels ein, der mit der SCSI-Festplatte verbunden ist.
  4. Geben Sie als World wide port name die WWPN des Speichersystems, das die Festplatte enthält, als 16-stelligen Hexadezimalwert an.
  5. Geben Sie als Logical unit number die LUN der Festplatte als 16-stelligen Hexadezimalwert an.
  6. Geben Sie als Boot program selector die Nummer ein, die dem zipl-Bootmenüeintrag entspricht, den Sie für den Start des Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramms vorbereitet haben.
  7. Lassen Sie Boot record logical block address auf 0 und lassen Sie Operating system specific load parameters leer.
  8. Klicken Sie auf die Schaltfläche OK.

14.4.4. Verwenden eines per FCP angeschlossenen SCSI-DVD-Laufwerks

Hierzu ist ein SCSI-DVD-Laufwerk erforderlich, das an die FCP-to-SCSI-Bridge angeschlossen ist, welche wiederum mit einem FCP-Adapter in Ihrem System z-Rechner verbunden ist. Der FCP-Adapter muss konfiguriert sein und für Ihr LPAR zur Verfügung stehen.
  1. Legen Sie Ihre Red Hat Enterprise Linux für System z-DVD in das DVD-Laufwerk ein.
  2. Doppelklicken Sie auf Load.
  3. Wählen Sie im anschließenden Dialogfeld SCSI als Load type aus.
  4. Geben Sie als Load address die Gerätenummer des FCP-Channels an, der mit der FCP-to-SCSI-Bridge verbunden ist.
  5. Geben Sie als World wide port name die WWPN als 16-stelligen Hexadezimalwert der FCP-to-SCSI-Bridge an, die die Festplatte enthält.
  6. Geben Sie als Logical unit number die LUN des DVD-Laufwerks als 16-stelligen Hexadezimalwert an.
  7. Geben Sie als Boot programm selector die Zahl 1 an, um den Booteintrag auf der Red Hat Enterprise Linux für System z-DVD auszuwählen.
  8. Lassen Sie Boot record logical block address auf 0 und lassen Sie Operating system specific load parameters leer.
  9. Klicken Sie auf die Schaltfläche OK.

Kapitel 15. Installation von Red Hat Enterprise Linux auf IBM System z

Dieses Kapitel beschreibt den Installationsvorgang mit dem Anaconda-Installationsprogramm. In Red Hat Enterprise Linux 7 ermöglicht Ihnen das Installationsprogramm, einzelne Installationsschritte in der von Ihnen gewählten Reihenfolge zu konfigurieren, im Gegensatz zur herkömmlichen Installation in festgelegten Schritten. Während der Konfiguration - bevor die eigentliche Installation beginnt - können Sie über ein zentrales Menü auf verschiedene Bereiche der Benutzeroberfläche zugreifen. In diesen Bereichen können Sie die Sprachunterstützung für Ihr System einrichten, das Netzwerk und die Speichergeräte konfigurieren oder Pakete zur Installation auswählen. Sie können später in jeden Bereich zurückkehren, um Ihre Einstellungen zu überprüfen, bevor Sie mit der Installation beginnen.

15.1. Installationsmodi

Sie können Red Hat Enterprise Linux 7 im grafischen oder textbasierten Modus installieren. Der grafische Modus wird empfohlen und enthält alle zu konfigurierenden Optionen. Beide Methoden folgen jedoch dem Prinzip des zentralen Menüs und mehreren Bereichen, die Sie je nach Bedarf mehrmals aufrufen können, wie in den nachfolgenden Screenshots dargestellt.
Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Abbildung 15.1. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Abbildung 15.2. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Installationen im Textmodus sind nicht explizit dokumentiert. Administratoren, die das Installationsprogramm im Textmodus verwenden, können jedoch trotzdem den Anweisungen der GUI-Installation folgen. Siehe Abschnitt 15.1.2, »Installation im nicht interaktiven Befehlszeilenmodus« und Abschnitt 15.1.3, »Installation im Textmodus«. Beachten Sie, dass einige Installationsoptionen (wie z. B. die angepasste Partitionierung) nicht im Textmodus zur Verfügung stehen.

15.1.1. Installation im grafischen Modus

Wenn Sie bereits zuvor eine grafische Benutzeroberfläche oder GUI (Graphical User Interface) verwendet haben, dann sind Sie bereits mit den Vorgängen vertraut. Benutzen Sie Ihre Maus, um auf dem Bildschirm zu navigieren, um auf Schaltflächen zu klicken oder Textfelder für die Texteingabe zu aktivieren.
Sie können auch die Tastatur zur Navigation durch die Installation nutzen. Verwenden Sie die Tasten Tab und Umschalt+Tab, um zwischen den Elementen auf dem Bildschirm zu wechseln, die Hoch- und Runter-Pfeiltasten, um durch Listen zu scrollen, und die Rechts- und Links-Pfeiltasten, um durch horizontale Werkzeugleisten oder Tabelleneinträge zu scrollen. Verwenden Sie die Leertaste und Eingabetaste, um ein markiertes Element auszuwählen oder zu entfernen oder um Auswahllisten aus- und einzuklappen. Mithilfe der Tastenkombination Alt+X können Sie auf Schaltflächen klicken oder andere Auswahlen treffen, wobei X durch den unterstrichenen Buchstaben ersetzt werden muss, der nach Drücken von Alt auf dem Bildschirm erscheint.

15.1.2. Installation im nicht interaktiven Befehlszeilenmodus

Falls die Option inst.cmdline als Bootoption in Ihrer Parameterdatei (siehe Abschnitt 18.4, »Parameter für Kickstart-Installationen«) oder die cmdline-Option in Ihrer Kickstart-Datei (siehe Kapitel 23, Kickstart-Installationen) angegeben wurde, startet Anaconda im nicht interaktiven Textausgabemodus. In diesem Modus müssen alle notwendigen Informationen in der Kickstart-Datei angegeben werden. Das Installationsprogramm erlaubt keinerlei Benutzerinteraktion und wird angehalten, falls nötige Informationen zur Installation fehlen.

15.1.3. Installation im Textmodus

Zusätzlich zum grafischen Installationsprogramm bietet Anaconda auch einen textbasierten Modus.
Sollte eine der folgenden Situationen auftreten, verwendet die Installation den Textmodus:
  • Das Installationssystem kann keine Anzeigehardware auf Ihrem Rechner ermitteln.
  • Sie haben den Textmodus zur Installation gewählt, indem Sie die Option inst.text zur Bootbefehlszeile hinzugefügt haben.
  • Sie haben eine Kickstart-Datei zur Automatisierung der Installation verwendet und die angegebene Datei enthält den text-Befehl.
Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Abbildung 15.3. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation im Textmodus

Wichtig

Red Hat empfiehlt, dass Sie Red Hat Enterprise Linux unter Verwendung der grafischen Benutzeroberfläche installieren. Falls Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem System ohne grafische Anzeige installieren, sollten Sie eine Installation über eine VNC-Verbindung in Erwägung ziehen – siehe Kapitel 22, Installation mittels VNC. Das Textmodus-Installationsprogramm wird Sie dazu auffordern, die Verwendung des Textmodus zu bestätigen, falls es erkennt, dass eine VNC-basierte Installation möglich ist.
Falls Ihr System zwar über eine grafische Anzeige verfügt, die grafische Installation jedoch fehlschlägt, versuchen Sie mit der Option inst.xdriver=vesa zu starten – siehe Kapitel 20, Bootoptionen.
Alternativ können Sie auch eine Kickstart-Installation in Erwägung ziehen. Siehe Kapitel 23, Kickstart-Installationen für weitere Informationen.
Der Textmodus bietet einen vereinfachten Installationsvorgang. Einige Optionen, die im grafischen Modus verfügbar sind, stehen im Textmodus nicht zur Verfügung. Diese Unterschiede werden bei der Beschreibung des Installationsvorgangs in diesem Handbuch erläutert und umfassen:
  • Interaktive Aktivierung von FCP-LUNs
  • Konfiguration fortgeschrittener Speichermethoden wie LVM, RAID, FCoE, zFCP und iSCSI
  • Anpassen des Partitionslayouts
  • Anpassen des Bootloader-Layouts
  • Auswahl von Paketerweiterungen während der Installation
  • Konfiguration des installierten Systems mit dem Dienstprogramm zur Ersteinrichtung
  • Einstellungen für Sprache und Tastatur

Anmerkung

Wenn zugehörige Aufgaben im Hintergrund ausgeführt werden, sind bestimmte Menüpunkte unter Umständen vorübergehend inaktiv oder zeigen den Hinweis Processing.... Um den Status von Textmenüeinträgen zu aktualisieren, verwenden Sie die Option r an der Textmodus-Eingabeaufforderung.
Wenn Sie sich dazu entscheiden, Red Hat Enterprise Linux im Textmodus zu installieren, können Sie Ihr System nach der Installation dennoch auf einer grafischen Benutzeroberfläche konfigurieren. Siehe Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren für Anweisungen diesbezüglich.
Um Optionen zu konfigurieren, die nicht im Textmodus verfügbar sind, erwägen Sie die Verwendung einer Bootoption. Beispielsweise kann die Option ip dazu verwendet werden, Netzwerkeinstellungen zu konfigurieren. Siehe Abschnitt 20.1, »Konfigurieren des Installationssystems im Bootmenü« für Anweisungen diesbezüglich.

15.2. Willkommensbildschirm und Sprachauswahl

Der erste Bildschirm des Installationsprogramms ist der Bildschirm Willkommen bei Red Hat Enterprise Linux 7.0. Hier wählen Sie die Sprache, die Anaconda während der Installation verwenden soll. Diese Auswahl wird zudem die Standardsprache für das installierte System, sofern Sie dies nicht später noch ändern. Wählen Sie in der linken Leiste die gewünschte Sprache, z. B. English. Anschließend können Sie in der rechten Leiste ein Gebietsschema passend zu Ihrer Region wählen, z. B. English (United States).

Anmerkung

Oben in der Liste ist standardmäßig eine Sprache vorausgewählt. Falls der Netzwerkzugang zu diesem Zeitpunkt bereits konfiguriert ist (falls Sie beispielsweise von einem Netzwerkserver gebootet haben anstelle von einem lokalen Datenträger), wird die vorausgewählte Sprache automatisch bestimmt auf Grundlage des Standorts, der durch das GeoIP-Modul automatisch erkannt wurde.
Alternativ können Sie die gewünschte Sprache in das Suchfeld eingeben, wie unten gezeigt.
Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Weiter, um zur Zusammenfassung der Installation zu gelangen.
Sprachkonfiguration

Abbildung 15.4. Sprachkonfiguration

15.3. Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation ist das zentrale Menü zur Einrichtung der Installation.
Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Abbildung 15.5. Der Bildschirm zur Zusammenfassung der Installation

Anstatt Sie durch eine Reihe von aufeinanderfolgenden Bildschirmen zu leiten, ermöglicht es Ihnen das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm, die Installation in der von Ihnen gewünschten Reihenfolge zu konfigurieren.
Wählen Sie mit Ihrer Maus einen Menüeintrag, um diesen Abschnitt der Installation zu konfigurieren. Wenn Sie mit der Konfiguration dieses Abschnitts fertig sind oder wenn Sie diesen Abschnitt später fertigstellen möchten, klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig in der Ecke oben links.
Nur die Abschnitte mit einem Warnsymbol sind erforderlich. Eine Warnmeldung am unteren Rand des Bildschirms weist Sie darauf hin, dass diese Abschnitte vervollständigt werden müssen, bevor die Installation gestartet werden kann. Alle anderen Abschnitte sind optional. Unter der Überschrift für jeden Abschnitt wird die aktuelle Konfiguration kurz zusammengefasst. Anhand dessen können Sie entscheiden, ob Sie die Konfiguration dieser Abschnitte bearbeiten müssen.
Sobald alle erforderlichen Abschnitte fertiggestellt sind, klicken Sie auf die Schaltfläche Installation starten. Siehe auch Abschnitt 15.12, »Beginnen der Installation«.
Klicken Sie auf Beenden, um die Installation abzubrechen.

Anmerkung

Wenn zugehörige Aufgaben im Hintergrund ausgeführt werden, sind bestimmte Menüpunkte unter Umständen vorübergehend inaktiv und nicht verfügbar.

15.4. Datum & Uhrzeit

Um die Zeitzone, das Datum und optional Einstellungen für die Netzwerkzeit festzulegen, wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Datum & Uhrzeit.
Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihre Zeitzone auswählen können:
  • Klicken Sie mit der Maus auf der interaktiven Karte auf eine bestimmte Stadt. Daraufhin markiert eine rote Stecknadel Ihre Auswahl.
  • Sie können auch durch die Auswahllisten für Region und Stadt oben auf dem Bildschirm scrollen, um Ihre Zeitzone auszuwählen.
  • Wählen Sie Etc am unteren Ende des Auswahlmenüs Region und wählen Sie dann im nächsten Menü Ihre Zeitzohne als GMT/UTC, zum Beispiel GMT+1.
Falls Ihre Stadt auf der Karte oder in der Auswahlliste nicht aufgeführt wird, wählen Sie die Stadt, die in derselben Zeitzone Ihrer Stadt am nächsten liegt.

Anmerkung

Die Liste der verfügbaren Städte und Regionen stammt aus der öffentlichen Domain der Zeitzonendatenbank (tzdata), die von der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) gepflegt wird. Red Hat kann keine Städte oder Regionen zu dieser Liste hinzufügen. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website unter http://www.iana.org/time-zones.
Geben Sie eine Zeitzone an, auch wenn Sie planen, NTP (Network Time Protocol) zu verwenden, um die Systemuhr aktuell zu halten.
Bildschirm zur Zeitzonenkonfiguration

Abbildung 15.6. Bildschirm zur Zeitzonenkonfiguration

Falls Sie mit dem Netzwerk verbunden sind, ist der Schalter Netzwerkzeit aktiviert. Um das Datum und die Uhrzeit mithilfe von NTP einzustellen, lassen Sie den Netzwerkzeit-Schalter in der AN-Position und klicken Sie auf das Konfigurationssymbol, um die gewünschten NTP-Server für Red Hat Enterprise Linux auszuwählen. Falls Sie das Datum und die Uhrzeit manuell einstellen möchten, schieben Sie den Schalter auf die AUS-Position. Die Systemzeit sollte Ihre gewählte Zeitzone verwenden, um das richtige Datum und die richtige Zeit unten im Bildschirm anzuzeigen. Falls diese dennoch falsch angezeigt werden, korrigieren Sie diese manuell.
Beachten Sie, dass die NTP-Server zum Zeitpunkt der Installation gegebenenfalls nicht erreichbar sind. In diesem Fall wird die Zeit nicht automatisch richtig angezeigt, sobald Sie die Server festlegen. Sobald die Server später verfügbar sind, werden das Datum und die Uhrzeit aktualisiert.
Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Anmerkung

Nach Abschluss der Installation können Sie den Punkt Datum & Uhrzeit im Administration-Dialogfenster aufrufen, um Ihre Zeitzonenkonfiguration zu ändern.

15.5. Sprachunterstützung

Um Unterstützung für weitere Gebietsschemata und Sprachen zu installieren, wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Sprachunterstützung.
Verwenden Sie Ihre Maus, um die Sprache auszuwählen, für die Sie Unterstützung installieren möchten. Wählen Sie in der linken Leiste die gewünschte Sprache, z. B. Español. Anschließend können Sie in der rechten Leiste ein Gebietsschema passend zu Ihrer Region wählen, z. B. Español (Costa Rica). Sie können mehrere Sprachen und Gebietsschemata wählen. Die gewählten Sprachen sind in der linken Leiste fett hervorgehoben.
Konfiguration der Sprachunterstützung

Abbildung 15.7. Konfiguration der Sprachunterstützung

Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Anmerkung

Nach Abschluss der Installation können Sie den Punkt Region & Sprache im Einstellungen-Dialogfenster aufrufen, um Ihre Sprachkonfiguration zu ändern.

15.6. Tastaturkonfiguration

Wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Tastatur, um mehrere Tastaturbelegungen zu Ihrem System hinzuzufügen. Nach dem Speichern sind diese Tastaturbelegungen sofort im Installationsprogramm verfügbar und Sie können mithilfe des Tastatursymbols, dass stets in der rechten oberen Ecke des Bildschirms angezeigt wird, zwischen den Belegungen wechseln.
Zu Beginn wird nur die im Begrüßungsbildschirm ausgewählte Sprache als Tastaturbelegung in der linken Spalte angezeigt. Sie können entweder diese Belegung ersetzen oder weitere Belegungen hinzufügen. Falls Ihre Sprache jedoch keine ASCII-Zeichen verwendet, sollten Sie eine Tastaturbelegung hinzufügen, die ASCII-Zeichen verwendet, um Passwörter z. B. für verschlüsselte Partitionen und den Root-Benutzer richtig angeben zu können.
Tastaturkonfiguration

Abbildung 15.8. Tastaturkonfiguration

Um eine zusätzliche Belegung hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche +, wählen Sie die gewünschte Belegung aus der Liste und klicken Sie auf Hinzufügen. Um eine Belegung zu löschen, wählen Sie die unerwünschte Belegung und klicken Sie auf die Schaltfläche -. Verwenden Sie die Pfeilschaltflächen, um die Reihenfolge der Belegungen zu ändern. Wählen Sie für eine Vorschau die Belegung aus und klicken Sie auf das Tastatursymbol.
Klicken Sie in das Textfeld rechts, um eine Belegung zu testen. Geben Sie einigen Text ein, um sich zu vergewissern, dass Ihre Auswahl wie erwartet funktioniert.
Um zusätzliche Belegungen zu testen, können Sie mithilfe des Schalters oben im Bildschirm in eine andere Belegung wechseln. Allerdings wird empfohlen, eine Tastenkombination zu konfigurieren, um zwischen den Belegungen zu wechseln. Klicken Sie rechts auf die Schaltfläche Optionen, um den Dialog Optionen zum Wechseln der Tastaturbelegung zu öffnen, und wählen Sie eine Tastenkombination aus der Liste, indem Sie deren Auswahlkästchen markieren. Diese Kombination wird dann über der Schaltfläche Optionen angezeigt. Diese Kombination gilt sowohl während der Installation als auch auf dem installierten System; Sie müssen hier eine Kombination konfigurieren, um diese nach der Installation verwenden zu können. Falls gewünscht, können Sie auch mehrere Tastenkombinationen auswählen, um zwischen den Belegungen zu wechseln.

Wichtig

Falls Sie eine Belegung verwenden, die keine lateinischen Zeichen akzeptiert, wie z. B. Russisch, sollten Sie ebenfalls die Belegung Englisch (Vereinigte Staaten) hinzufügen und eine Tastenkombination konfigurieren, um zwischen diesen beiden Belegungen zu wechseln. Falls Sie eine Belegung ohne lateinische Zeichen wählen, können Sie später im Installationsvorgang unter Umständen kein gültiges Root-Passwort und keine Benutzerpasswörter eingeben. In diesem Fall können Sie die Installation womöglich nicht fertigstellen.
Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Anmerkung

Nach Abschluss der Installation können Sie den Punkt Tastatur im Einstellungen-Dialogfenster aufrufen, um Ihre Tastaturkonfiguration zu ändern.

15.7. Installationsquelle

Wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Installationsquelle, um eine Datei oder einen Speicherort anzugeben, von denen Red Hat Enterprise Linux installiert werden soll. Dort können Sie zwischen lokal verfügbaren Installationsmedien wie z. B. einer ISO-Datei oder einem Speicherort im Netzwerk wählen.
Bildschirm zur Installationsquelle

Abbildung 15.9. Bildschirm zur Installationsquelle

Wählen Sie eine der folgenden Optionen:
ISO-Datei
Diese Option erscheint, wenn das Installationsprogramm eine partitionierte Festplatte mit einhängbaren Dateisystemen erkannt hat. Wählen Sie diese Option, klicken Sie auf die Schaltfläche Ein ISO wählen und navigieren Sie zum Speicherort der Installations-ISO-Datei auf Ihrem System. Klicken Sie anschließend auf Überprüfen, um sicherzustellen, dass die Datei für die Installation geeignet ist.
Im Netzwerk
Um einen Speicherort im Netzwerk anzugeben, wählen Sie diese Option und wählen Sie im Auswahlmenü aus den folgenden Optionen:
  • http://
  • https://
  • ftp://
  • nfs
Verwenden Sie Ihre Auswahl als Beginn der URL und geben Sie den Rest im Adressfeld ein. Falls Sie NFS wählen, erscheint ein weiteres Feld zur Angabe von NFS-Einhängeoptionen.

Wichtig

Wenn Sie eine NFS-basierte Installationsquelle auswählen, müssen Sie bei der Angabe der Adresse den Hostnamen mit einem Doppelpunkt (:) vom Pfad trennen. Zum Beispiel:
server.example.com:/path/to/directory
Klicken Sie auf die Schaltfläche Proxy-Einstellung, um einen Proxy für eine HTTP- oder HTTPS-Quelle zu konfigurieren. Wählen Sie HTTP-Proxy aktivieren und geben Sie die URL im das Feld Proxy-URL ein. Falls Ihr Proxy Authentifizierung erfordert, wählen Sie Authentifizierung verwenden und geben Sie einen Benutzernamen und ein Passwort ein. Klicken Sie auf Hinzufügen.
Falls Ihre HTTP- oder HTTP-URL auf eine Repository-Spiegelliste verweist, markieren Sie das entsprechende Auswahlkästchen unter dem Eingabefeld.
Sie können auch zusätzliche Repositorys angeben, um Zugriff auf mehr Installationsumgebungen und Softwareerweiterungen zu erhalten. Siehe Abschnitt 15.9, »Softwareauswahl« für weitere Informationen.
Um ein Repository hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche +. Um ein Repository zu löschen, klicken Sie auf die Schaltfläche -. Klicken Sie auf das Pfeilsymbol, um zur vorherigen Liste mit Repositorys zurückzukehren. Dadurch werden die derzeitigen Einträge auf jene Einträge zurückgesetzt, die vorhanden waren, als Sie den Bildschirm Installationsquelle geöffnet haben. Um ein Repository zu aktivieren bzw. zu deaktivieren, klicken Sie auf das Auswahlkästchen in der Spalte Aktiviert für den jeweiligen Eintrag in der Liste.
Auf der rechten Seite können Sie Ihre zusätzlichen Repositorys angeben und diese auf dieselbe Art konfigurieren, wie das primäre Repository im Netzwerk.
Sobald Sie Ihre Installationsquelle gewählt haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

15.8. Netzwerk & Hostname

Um grundlegende Netzwerkeinstellungen für Ihr System zu konfigurieren, wählen Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Netzwerk & Hostname.
Lokale Schnittstellen werden automatisch vom Installationsprogramm erkannt und können nicht manuell hinzugefügt oder gelöscht werden. Die erkannten Schnittstellen werden in der linken Leiste aufgeführt. Wenn Sie auf eine Schnittstelle in der Liste klicken, werden im Bereich rechts deren Details angezeigt. Um eine Netzwerkschnittstelle zu aktivieren oder zu deaktivieren, bewegen Sie den Schieberegler oben rechts im Bildschirm auf die AN- oder AUS-Position.
Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Abbildung 15.10. Bildschirm zur Konfiguration von Netzwerk & Hostname

Geben Sie unter der Liste der Verbindungen einen Hostnamen für diesen Rechner im Feld Hostname ein. Der Hostname kann entweder als Fully-Qualified Domain Name (FQDN) im Format hostname.domainname oder als ein Short Host Name im Format hostname angegeben werden. Viele Netzwerke nutzen den DHCP-Dienst (Dynamic Host Configuration Protocol), der angeschlossene Systeme automatisch mit einem Domainnamen versieht, so dass der Benutzer nur noch einen Rechnernamen anzugeben braucht.

Wichtig

Falls Sie den Hostnamen manuell festlegen möchten, sollten Sie sichergehen, keinen Domainnamen zu verwenden, der nicht an Sie delegiert ist. Andernfalls könnte auf Netzwerkressourcen nicht zugegriffen werden. Weitere Informationen finden Sie in den empfohlenen Benennungspraktiken im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.
Ändern Sie die Standardeinstellung localhost.localdomain in einen eindeutigen Hostnamen für jede Ihrer Linux-Instanzen.
Sobald Sie Ihre Netzwerkkonfiguration fertiggestellt haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

15.8.1. Bearbeiten der Netzwerkverbindungen

Alle Netzwerkverbindungen auf System z werden auf dem Bildschirm Netzwerk & Hostname aufgeführt. Standardmäßig enthält die Liste die während des Bootvorgangs konfigurierte Verbindung und ist entweder OSA, LCS oder HiperSockets. Alle diese Schnittstellentypen verwenden Namen im Format enccwdevice_id, z. B. enccw0.0.0a00. Beachten Sie, dass Sie auf System z keine neue Verbindung hinzufügen können, da die Netzwerk-Unterchannels im Vorfeld gruppiert und online gestellt werden müssen, was derzeit während des Bootvorgangs erfolgt. Siehe Kapitel 14, Starten der Installation auf IBM System z für Details.
Normalerweise muss die Netzwerkverbindung, die zuvor während des Bootvorgangs konfiguriert wurde, im weiteren Verlauf der Installation nicht mehr bearbeitet werden. Falls Sie die vorhandene Verbindung dennoch bearbeiten müssen, klicken Sie auf die Schaltfläche Konfigurieren. Ein NetworkManager-Dialogfenster erscheint mit einer Reihe von Reitern für kabelgebundene Verbindungen, wie unten beschrieben. Hier können Sie Netzwerkverbindungen für Ihr System konfigurieren. Nicht alle sind für System z relevant.
Dieser Abschnitt beschreibt die wichtigsten Einstellungen für eine typische kabelgebundene Verbindung, die während der Installation verwendet wird. Viele der verfügbaren Optionen müssen in den meisten Installationsszenarien nicht verändert werden und werden auf das installierte System übertragen. Die Konfiguration anderer Netzwerktypen ist ähnlich, doch die einzelnen Konfigurationsparameter unterscheiden sich natürlich. Weitere Informationen über die Netzwerkkonfiguration nach abgeschlossener Installation finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch.
Um eine Netzwerkverbindung manuell zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche Konfigurieren unten rechts auf dem Bildschirm. Daraufhin erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie die ausgewählte Verbindung konfigurieren können. Eine vollständige Beschreibung aller möglichen Konfigurationen im Netzwerk-Abschnitt des Einstellungen-Dialogs geht über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus.
Die hilfreichsten Optionen zur Netzwerkkonfiguration, die Sie während der Installation in Betracht ziehen sollten, werden nachfolgend erläutert:
  • Markieren Sie das Auswahlkästchen Automatisch mit diesem Netzwerk verbinden, wenn es verfügbar ist, wenn Sie diese Verbindung bei jedem Systemstart verwenden möchten. Sie können mehr als eine Verbindung festlegen, die automatisch aktiviert werden soll. Diese Einstellungen werden auf das installierte System übertragen.
    Automatische Verbindung mit dem Netzwerk

    Abbildung 15.11. Automatische Verbindung mit dem Netzwerk

  • Standardmäßig werden IPv4-Parameter automatisch vom DHCP-Dienst im Netzwerk konfiguriert. Gleichzeitig ist die IPv6-Konfiguration auf Automatisch eingestellt. Diese Kombination ist für die meisten Installationsszenarien geeignet und erfordert keinerlei Änderung.
    IP-Protokolleinstellungen

    Abbildung 15.12. IP-Protokolleinstellungen

  • Markieren Sie das Auswahlkästchen Diese Verbindung nur für Ressourcen dieses Netzwerks verwenden, um Verbindungen auf das lokale Netzwerk zu beschränken. Diese Einstellung wird auf das installierte System übertragen und gilt für die gesamte Verbindung. Sie kann ausgewählt werden, selbst wenn keine anderen Routen konfiguriert wurden.
    Konfiguration von IPv4-Routen

    Abbildung 15.13. Konfiguration von IPv4-Routen

Wenn Sie mit der Bearbeitung der Netzwerkeinstellungen fertig sind, klicken Sie auf Speichern, um die neue Konfiguration zu speichern. Falls Sie die Konfiguration eines Geräts geändert haben, das während der Installation bereits aktiv war, so müssen Sie das Gerät neu starten, um die neue Konfiguration in der Installationsumgebung zu verwenden. Verwenden Sie den AN/AUS-Schieberegler auf dem Bildschirm Netzwerk & Hostname, um das Gerät neu zu starten.

15.9. Softwareauswahl

Um anzugeben, welche Pakete installiert werden sollen, wählen Sie im Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Software-Auswahl. Die Paketgruppen sind in Basisumgebungen unterteilt. Diese Umgebungen sind vordefinierte Gruppen von Paketen zu bestimmten Zwecken; z. B. enthält die Umgebung Virtualisierungs-Host eine Reihe von Paketen, die zum Ausführen von virtuellen Maschinen auf dem System notwendig sind. Nur eine Softwareumgebung kann bei der Installation ausgewählt werden.
Für jede Umgebung gibt es zusätzliche Pakete in Form von Erweiterungen. Erweiterungen werden auf der rechten Seite des Bildschirms aufgeführt. Die Liste der Erweiterungen wird aktualisiert, wenn eine andere Umgebung ausgewählt wird. Sie können für Ihre Installationsumgebung mehrere Erweiterungen wählen.
Eine horizontale Linie trennt die Liste der Erweiterungen in zwei Abschnitte:
  • Erweiterungen, die über der horizontalen Linie aufgeführt werden, sind spezifisch für die von Ihnen gewählte Umgebung. Wenn Sie Erweiterungen in diesem Abschnitt der Liste auswählen und anschließend eine andere Umgebung wählen, geht Ihre Auswahl verloren.
  • Erweiterungen unter der horizontalen Linie stehen für alle Umgebungen zur Auswahl. Wenn Sie eine andere Umgebung auswählen, hat dies keine Auswirkungen auf die Auswahl, die Sie in diesem Abschnitt der Liste getroffen haben.
Beispiel für eine Softwareauswahl für eine Serverinstallation

Abbildung 15.14. Beispiel für eine Softwareauswahl für eine Serverinstallation

Die verfügbaren Basisumgebungen und Erweiterungen hängen davon ab, welche Variante des Red Hat Enterprise Linux 7-Installations-ISO-Images Sie als Installationsquelle verwenden. Beispielsweise liefert die server-Variante Umgebungen speziell für Server, wohingegen die workstation-Variante mehrere Optionen zur Bereitstellung als Arbeitsplatzrechner für Entwickler bietet.
Das Installationsprogramm zeigt nicht an, welche Pakete in den verfügbaren Umgebungen enthalten sind. Um zu erfahren, welche Pakete in einer bestimmten Umgebung oder Erweiterung enthalten sind, werfen Sie einen Blick in die Datei repodata/*-comps-variant.architecture.xml auf der Red Hat Enterprise Linux 7-Installations-DVD, die Sie als Installationsquelle verwenden. Diese Datei enthält eine Struktur, die alle verfügbaren Umgebungen (gekennzeichnet durch den <environment>-Tag) und Erweiterungen (gekennzeichnet durch den <group>-Tag) beschreibt.
Die vordefinierten Umgebungen und Erweiterungen ermöglichen Ihnen die Anpassung Ihres Systems. In einer manuellen Installation gibt es jedoch keine Möglichkeit, einzelne Pakete zur Installation auszuwählen. Um Ihr installiertes System anzupassen, können Sie die Umgebung Minimale Installation auswählen, die eine einfache Version von Red Hat Enterprise Linux 7 mit einer minimalen Auswahl von zusätzlicher Software installiert. Nachdem die Installation fertiggestellt ist und Sie sich zum ersten Mal beim System anmelden, können Sie den Yum-Paketmanager verwenden, um gewünschte weitere Software zu installieren.
Alternativ erreichen Sie mithilfe einer Kickstart-Datei eine weit bessere Kontrolle über die installierten Pakete. Sie können Umgebungen, Gruppen und einzelne Pakete im Abschnitt %packages der Kickstart-Datei angeben. Siehe Abschnitt 23.3.3, »Paketauswahl« für Anweisungen zur Auswahl von Paketen in einer Kickstart-Datei und Kapitel 23, Kickstart-Installationen für allgemeine Informationen über die Automatisierung der Installation mit Kickstart.
Sobald Sie die zu installierende Umgebung und gewünschte Erweiterungen gewählt haben, klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

15.9.1. Grundlegende Netzwerkdienste

Alle Red Hat Enterprise Linux-Installationen enthalten die folgenden Netzwerkdienste:
  • zentralisierte Protokollierung mithilfe des syslog-Dienstprogramms
  • E-Mail mithilfe von SMTP (Simple Mail Transfer Protocol)
  • Netzwerk-Filesharing mithilfe von NFS (Network File System)
  • Zugriff von Remote aus mithilfe von SSH (Secure SHell)
  • Resource-Advertising mithilfe von mDNS (Multicast-DNS)
Einige automatisierte Vorgänge auf Ihrem Red Hat Enterprise Linux-System verwenden den E-Mail-Dienst, um Berichte und Benachrichtigungen an den Systemadministrator zu versenden. Standardmäßig akzeptieren die E-Mail-, Protokollierungs- und Druckdienste keine Verbindungen von anderen Systemen.
Sie können Ihr Red Hat Enterprise Linux-System nach abgeschlossener Installation derart konfigurieren, dass Dienste für E-Mail, Filesharing, Protokollierung, Druck und Remote-Desktop-Zugriff bereitgestellt werden. Der SSH-Dienst ist standardmäßig aktiviert. Sie können mithilfe von NFS auf Dateien auf anderen Systemen zugreifen, ohne den NFS-Sharing-Dienst zu aktivieren.

15.10. Installationsziel

Klicken Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation den Punkt Installationsziel, um die Festplatten auszuwählen und den Speicherplatz zu partitionieren, auf dem Sie Red Hat Enterprise Linux installieren möchten. Falls Sie mit Festplattenpartitionen nicht vertraut sind, werfen Sie einen Blick auf Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen für weitere Informationen.

Warnung

Red Hat empfiehlt, grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchzuführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung aller Daten auf den Festplatten durchführen. Unvorhergesehene Umstände können zu einem totalen Datenverlust führen.

Wichtig

Falls Sie Red Hat Enterprise Linux im Textmodus installieren, können Sie nur die standardmäßigen Partitionierungsschemata nutzen, die in diesem Abschnitt beschrieben werden. Über die Partitionen hinaus, die das Installationsprogramm automatisch hinzufügt oder entfernt, können Sie keine anderen Partitionen hinzufügen oder entfernen.
Übersicht über Speicherplatz

Abbildung 15.15. Übersicht über Speicherplatz

Auf diesem Bildschirm sehen Sie Speichergeräte, die lokal auf Ihrem Rechner verfügbar sind. Sie können weitere Spezial- oder Netzwerkgeräte hinzufügen, indem Sie auf die Schaltfläche Festplatte hinzufügen klicken. Weitere Informationen über diese Geräte finden Sie in Abschnitt 15.11, »Speichergeräte«.
Falls Sie sich bei der Partitionierung Ihres Systems unsicher sind, lassen Sie das Auswahlfeld Partitionierung automatisch konfigurieren ausgewählt. Das Installationsprogramm wird die Speichergeräte für Sie partitionieren.
Unter den Leisten für Speichergeräte finden Sie weitere Auswahlmöglichkeiten für Weitere Speicheroptionen:
  • Im Abschnitt Partitionierung können Sie wählen, wie Ihre Speichergeräte partitioniert werden sollen. Sie können die Partitionen manuell konfigurieren oder dem Installationsprogramm erlauben, dies automatisch vorzunehmen.
    Eine automatische Partitionierung wird empfohlen, wenn Sie eine saubere Installation auf bisher ungenutztem Speicher durchführen oder wenn Sie vorhandene Daten auf dem Speicher nicht behalten möchten. Um mit der automatischen Partitionierung fortzufahren, lassen Sie das Auswahlfeld Partitionierung automatisch konfigurieren ausgewählt. Das Installationsprogramm wird die nötigen Partitionen auf dem Speicherplatz für Sie erstellen.
    Für die automatische Partitionierung können Sie auch das Auswahlkästchen Ich möchte weiteren Speicherplatz verfügbar machen markieren. Dadurch können Sie auswählen, wie Speicherplatz von anderen Dateisystemen für diese Installation neu zugewiesen werden soll. Falls Sie eine automatische Partitionierung ausgewählt haben, es jedoch nicht genug Speicherplatz zur Durchführung der Installation gibt, dann erscheint beim Klick auf Fertig das folgende Dialogfenster:
    Installationsoptionen mit Option zur Freigabe von Speicherplatz

    Abbildung 15.16. Installationsoptionen mit Option zur Freigabe von Speicherplatz

    Klicken Sie auf Speichermedien hinzufügen, um weiteren Speicherplatz hinzuzufügen. Klicken Sie auf Speicherplatz festlegen, um Speicherplatz von vorhandenen Partitionen freizugeben. Siehe Abschnitt 15.10.2, »Freigeben von Speicherplatz« für Details.
    Wenn Sie das Auswahlfeld Ich werde die Partitionierung konfigurieren für eine manuelle Einrichtung markieren, erscheint nach Klick auf Fertig der Bildschirm Manuelle Partitionierung. Siehe Abschnitt 15.10.3, »Manuelle Partitionierung« für Details.
  • Unter Verschlüsselung können Sie das Auswahlkästchen Meine Daten verschlüsseln wählen, um alle Partitionen außer der /boot-Partition zu verschlüsseln. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie Informationen über die Verschlüsselung.
Unten auf dem Bildschirm finden Sie den Link Ausführliche Festplatten-Zusammenfassung und Bootloader. Klicken Sie auf diesen Link, um die Festplatte zu konfigurieren, auf der ein Bootloader installiert werden soll.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig, wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben, um entweder zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren oder mit dem Bildschirm Manuelle Partitionierung fortzufahren.

Wichtig

Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem System mit sowohl Multipath- als auch nicht-Multipath-Speichergeräten installieren, erstellt das automatische Partitionslayout im Installationsprogramm unter Umständen Datenträgergruppen, die eine Kombination aus Multipath- und nicht-Multipath-Geräten enthalten. Dies würde dem Sinn und Zweck von Multipath-Speicher zuwiderlaufen.
Wir empfehlen Ihnen, auf dem Bildschirm Installationsziel nur Multipath- bzw. nur Nicht-Multipath-Geräte auswählen. Fahren Sie alternativ mit der manuellen Partitionierung fort.

15.10.1. Verschlüsseln von Partitionen

Falls Sie die Option Meine Daten verschlüsseln gewählt haben, fordert das Installationsprogramm Sie auf dem nächsten Bildschirm zur Eingabe einer Passphrase auf, mit der die Partitionen auf dem System entschlüsselt werden.
Partitionen werden unter Verwendung des Linux Unified Key Setup verschlüsselt – im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie weitere Informationen.
Passphrase für eine verschlüsselte Partition eingeben

Abbildung 15.17. Passphrase für eine verschlüsselte Partition eingeben

Wählen Sie eine Passphrase und geben Sie diese in beide Felder des Dialogfelds ein. Beachten Sie, dass Sie beim Festlegen der Passphrase dieselbe Tastaturbelegung verwenden sollten, die Sie auch später beim Entschlüsseln der Partitionen verwenden werden. Werfen Sie einen Blick auf das Symbol zur Tastaturbelegung, um sicherzugehen, dass die richtige Belegung ausgewählt ist. Sie müssen diese Passphrase jedes Mal angeben, wenn das System hochgefahren wird. Drücken Sie die Tab-Taste im Passphrase-Eingabefeld, um es erneut einzugeben. Falls die Passphrase zu schwach ist, wird ein Warnsymbol im Eingabefeld angezeigt und Sie können im zweiten Feld keine Eingabe vornehmen. Bewegen Sie den Mauszeiger über das Warnsymbol, um Tipps zur Wahl einer besseren Passphrase zu erhalten.

Warnung

Wenn Sie diese Passphrase verlieren, kann auf alle verschlüsselten Partitionen und die darauf befindlichen Daten nicht mehr zugegriffen werden. Es gibt keine Möglichkeit, eine verlorene Passphrase wiederherzustellen.
Wenn Sie eine Kickstart-Installation von Red Hat Enterprise Linux durchführen, können Sie Verschlüsselungspassphrasen und Backup-Verschlüsselungspassphrasen während der Installation erstellen. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Sicherheitshandbuch finden Sie weitere Informationen über Festplattenverschlüsselung.

15.10.2. Freigeben von Speicherplatz

Falls für die Installation von Red Hat Enterprise Linux nicht genügend Platz auf den als Installationsziel gewählten Festplatten verfügbar ist und Sie im Dialogfenster Installationsoptionen die Option Speicherplatz festlegen gewählt haben, dann erscheint nun das Dialogfenster Speicherplatz festlegen.

Warnung

Beim Beanspruchen von Speicherplatz auf einer Partition werden die darauf vorhandenen Daten gelöscht (nicht jedoch beim Verkleinern). Sie sollten sich daher vergewissern, dass alle noch benötigten Daten auf einen anderen Datenträger gesichert wurden.
Freigeben von Speicherplatz in vorhandenen Dateisystemen

Abbildung 15.18. Freigeben von Speicherplatz in vorhandenen Dateisystemen

Die vorhandenen Dateisysteme, die Red Hat Enterprise Linux erkannt hat, werden in der Tabelle unter den jeweiligen Festplatten aufgeführt. Die Spalte Beanspruchbarer Speicherplatz zeigt den Speicherplatz, der stattdessen dieser Installation zugewiesen werden kann. Die Spalte Aktion zeigt, welche Aktion auf diesem Dateisystem ausgeführt wird, um Speicherplatz freizugeben.
Unter der Tabelle befinden sich vier Schaltflächen:
  • Beibehalten – lässt das Dateisystem unverändert und löscht keine Daten. Dies ist die Standardaktion.
  • Löschen – entfernt das Dateisystem vollständig. Sämtlicher Speicherplatz, den das Dateisystem auf der Festplatte beansprucht, wird für die Installation freigegeben.
  • Verkleinern – gewinnt freien Platz im Dateisystem und gibt diesen für die Installation frei. Verwenden Sie den Schieberegler, um eine neue Größe für die ausgewählte Partition festzulegen. Dies kann nur auf größenveränderbare Partitionen angewendet werden, auf denen kein LVM oder RAID eingesetzt wird.
  • Alles löschen/Alles erhalten – diese Schaltfläche weiter rechts markiert alle Dateisysteme zur Löschung. Nach einem Klick darauf ändert sich der Text der Schaltfläche und Sie können mit einem weiteren Klick alle Dateisysteme zur Beibehaltung markieren.
Wählen Sie mit der Maus ein Dateisystem oder eine ganze Festplatte aus der Tabelle und klicken Sie auf eine der Schaltflächen. Der Eintrag in der Spalte Aktion ändert sich abhängig von Ihrer getroffenen Auswahl, und die Speicherplatzmenge unter Gewählter Speicherplatz, der insgesamt beansprucht wird ändert sich ebenfalls entsprechend. Unter diesem Wert wird die Menge an Speicherplatz angezeigt, die zur Installation nötig ist, basierend auf den Paketen, die von Ihnen zur Installation ausgewählt wurden.
Wenn genügend Speicherplatz freigegeben wurde, um mit der Installation fortzufahren, wird die Schaltfläche Speicherplatz festlegen aktiv. Klicken Sie auf diese Schaltfläche, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren und mit der Installation fortzufahren.

15.10.3. Manuelle Partitionierung

Wenn Sie die Option Ich werde die Partitionierung konfigurieren gewählt haben, wird der Bildschirm Manuelle Partitionierung angezeigt, sobald Sie beim Installationsziel auf Fertig klicken. Auf diesem Bildschirm konfigurieren Sie Ihre Festplattenpartitionen und Einhängepunkte. Dadurch wird das Dateisystem festgelegt, auf dem Red Hat Enterprise Linux 7 installiert wird.

Warnung

Red Hat empfiehlt, grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchzuführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung aller Daten auf den Festplatten durchführen. Unvorhergesehene Umstände können zu einem totalen Datenverlust führen.
Der Bildschirm zur manuellen Partitionierung

Abbildung 15.19. Der Bildschirm zur manuellen Partitionierung

Der Bildschirm Manuelle Partitionierung zeigt zu Beginn nur eine Leiste links für die Einhängepunkte. Die Leiste ist entweder leer mit Ausnahme der Informationen zur Erstellung von Einhängepunkten, oder sie zeigt vorhandene Einhängepunkte, die vom Installationsprogramm erkannt wurden. Diese Einhängepunkte werden von den vorhandenen Betriebssysteminstallationen verwaltet. Daher werden manche Dateisysteme unter Umständen mehrmals angezeigt, wenn eine Partition von mehreren Installationen gemeinsam verwendet wird. Der gesamte Speicherplatz und der verfügbare Speicherplatz auf den ausgewählten Geräten wird unterhalb dieser Leiste angezeigt.
Falls Ihr System vorhandene Dateisysteme enthält, vergewissern Sie sich, dass für die Installation genügend Platz zur Verfügung steht. Verwenden Sie die Schaltfläche -, um nicht benötigte Partitionen zu löschen.

Anmerkung

Empfehlungen und weitere Informationen über Festplattenpartitionen finden Sie in Anhang A, Einführung in Festplattenpartitionen und Abschnitt 15.10.3.5, »Empfohlenes Partitionsschema«. Sie benötigen mindestens eine Root-Partition von geeigneter Größe und eine Swap-Partition, die derselben oder der doppelten Größe des RAM auf Ihrem System entspricht.
Achten Sie darauf, welches Gerät mit /boot verknüpft ist. Die Kernel-Dateien und der Sektor des Bootloaders werden mit diesem Gerät verknüpft. In den meisten Fällen wird das erste DASD oder die erste SCSI-LUN verwendet und die Gerätenummer wird bei einem erneuten Booten (IPL) des Systems nach der Installation verwendet.

15.10.3.1. Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen

Eine Installation von Red Hat Enterprise Linux 7 erfordert mindestens eine Partition. Red Hat empfiehlt jedoch mindestens vier Partitionen: /, /home, /boot und swap. Darüber hinaus können Sie weitere gewünschte Partitionen anlegen. Siehe Abschnitt 15.10.3.5, »Empfohlenes Partitionsschema« für weitere Einzelheiten.
Das Hinzufügen eines Dateisystems erfolgt in zwei Schritten. Sie erstellen zunächst einen Einhängepunkt in einem bestimmten Partitionierungsschema. Die Partition erscheint dann in der linken Leiste. Als Nächstes können Sie die Partition mithilfe der Optionen rechts anpassen, wo Sie Angaben zu Name, Gerätetyp, Dateisystemtyp, Kennung sowie Verschlüsselung und Neuformatierung der Partition machen können.
Falls Sie keine vorhandenen Dateisysteme haben und möchten, dass das Installationsprogramm die erforderlichen Partitionen und Einhängepunkte für Sie anlegt, wählen Sie das gewünschte Partitionsschema aus dem Auswahlmenü in der linken Leiste (Standard für Red Hat Enterprise Linux ist LVM), und klicken Sie anschließend den Link oben in der Leiste, um Einhängepunkte automatisch zu erstellen. Dadurch wird eine /boot-Partition erstellt, eine /-Partition (Root-Partition) und eine Swap-Partition von geeigneter Größe. Dies sind die empfohlenen Partitionen für eine typische Installation, Sie können jedoch weitere Partitionen hinzufügen, falls gewünscht.
Alternativ können Sie über die Schaltfläche + unter der linken Leiste einzelne Einhängepunkte erstellen. Daraufhin öffnet sich das Dialogfenster Einen neuen Einhängepunkt hinzufügen. Wählen Sie entweder einen der vordefinierten Pfade aus der Einhängepunkt-Auswahlliste oder geben Sie einen benutzerdefinierten Einhängepunkt ein – wählen Sie beispielsweise / für die Root-Partition oder /boot für die Boot-Partition. Geben Sie dann die Größe der Partition in üblichen Größeneinheiten wie Megabytes, Gigabytes oder Terabytes im Textfeld Gewünschte Kapazität an – geben Sie beispielsweise 2GB ein, um eine 2 Gigabyte große Partition zu erstellen. Wenn Sie dieses Feld leer lassen oder eine Größe angeben, die den verfügbaren Platz übersteigt, wird stattdessen der gesamte verbleibende Platz verwendet. Nachdem Sie diese Angaben gemacht haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Einhängepunkt hinzufügen, um die Partition zu erstellen.
Für jeden Einhängepunkt, den Sie manuell erstellen, können Sie das Partitionsschema aus dem Auswahlmenü in der linken Leiste auswählen. Die verfügbaren Optionen sind Standard-Partition, BTRFS, LVM und LVM Reduzierte Bereitstellung. Beachten Sie, dass sich die /boot-Partition immer auf einer Standardpartition befinden wird, ungeachtet des Werts, den Sie in diesem Menü auswählen.
Wenn Sie ändern möchten, auf welchem Gerät ein einzelner Nicht-LVM-Einhängepunkt liegen soll, wählen Sie den Einhängepunkt und klicken Sie die Konfigurationsschaltfläche unten in der Leiste. Daraufhin öffnet sich das Dialogfenster Einhängepunkt konfigurieren. Wählen Sie ein oder mehrere Geräte und klicken Sie auf Auswählen. Beachten Sie, dass Sie nach Schließen des Dialogfensters diese Einstellungen noch bestätigen müssen, indem Sie auf die Schaltfläche Änderungen aktualisieren rechts im Bildschirm Manuelle Partitionierung klicken.
Konfigurieren von Einhängepunkten

Abbildung 15.20. Konfigurieren von Einhängepunkten

Um die Informationen über alle lokalen Festplatten und Partitionen zu aktualisieren, klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Pfeilsymbol zum Neuladen der Speicherkonfiguration. Dies ist nur dann nötig, wenn Sie eine erweiterte Partitionskonfiguration außerhalb des Installationsprogramms vorgenommen haben. Beachten Sie, dass durch Klick auf die Schaltfläche Festplatten erkennen sämtliche Konfigurationsänderungen, die Sie bis dahin im Installationsprogramm vorgenommen haben, verloren gehen.
Speicherkonfiguration von Festplatte neu laden

Abbildung 15.21. Speicherkonfiguration von Festplatte neu laden

Am unteren Rand des Bildschirms zeigt ein Link, wie viele Speichergeräte als Installationsziel ausgewählt wurden (siehe Abschnitt 15.10, »Installationsziel«). Wenn Sie auf diesen Link klicken, öffnet sich das Dialogfenster Ausgewählte Medien, in dem Sie die Informationen über die Speichergeräte überprüfen können.
Um eine Partition oder einen Datenträger anzupassen, wählen Sie den zugehörigen Einhängepunkt aus der linken Leiste aus. Daraufhin werden die folgenden veränderbaren Eigenschaften rechts angezeigt:
Anpassen von Partitionen

Abbildung 15.22. Anpassen von Partitionen

  • Name – Weisen Sie einem LVM- oder Btrfs-Datenträger einen Namen zu. Beachten Sie, dass Standardpartitionen bei der Erstellung automatisch benannt werden und deren Namen nicht bearbeitet werden können. So wird /home beispielsweise der Name sda1 zugeordnet.
  • Einhängepunkt – Geben Sie den Einhängepunkt der Partition ein. Wenn eine Partition zum Beispiel die Root-Partition sein soll, geben Sie / ein; geben Sie dagegen /boot für die /boot-Partition ein usw. Für eine Swap-Partition sollte kein Einhängepunkt angegeben werden – die Angabe des Dateisystemtyps swap ist ausreichend.
  • Kennung – Weisen Sie der Partition eine Kennung zu. Kennungen werden verwendet, damit Sie einzelne Partitionen einfacher erkennen und ansprechen können.
  • Gewünschte Kapazität – Geben Sie die gewünschte Größe der Partition an. Sie können übliche Größeneinheiten wie Kilobytes, Megabytes, Gigabytes oder Terabytes verwenden. Wenn Sie keine Einheit angeben, ist Megabytes die Standardeinheit.
  • Gerätetyp – Wählen Sie zwischen Standard-Partition, BTRFS, LVM oder LVM Reduzierte Bereitstellung. Falls zwei oder mehr Festplatten zur Partitionierung ausgewählt wurden, steht RAID ebenfalls zur Auswahl. Markieren Sie das Auswahlkästchen Verschlüsseln, um die Partition zu verschlüsseln. Sie werden dann später dazu aufgefordert, eine Passphrase festzulegen.
  • Dateisystem – Wählen Sie aus dem Auswahlmenü den gewünschten Dateisystemtyp für diese Partition aus. Markieren Sie das Auswahlkästchen Neuformatieren, um eine vorhandene Partition zu formatieren, oder lassen Sie es nicht ausgewählt, um Ihre Daten auf der Partition zu behalten.
Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 15.10.3.1.1, »Dateisystemtypen« für weitere Informationen über Dateisysteme und Gerätetypen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern. Wählen Sie dann falls gewünscht die nächste Partition, die Sie anpassen möchten. Beachten Sie, dass die Änderungen erst angewendet werden, wenn die Installation auf der Zusammenfassungsseite gestartet wird. Klicken Sie auf die Schaltfläche Alles zurücksetzen, um sämtliche Änderungen an allen Partitionen zu verwerfen und neu zu beginnen.
Sobald Sie alle Dateisysteme und Einhängepunkte erstellt und angepasst haben, klicken Sie auf die Schaltfläche Fertig. Falls Sie ausgewählt haben, eine oder mehrere Partitionen zu verschlüsseln, werden Sie nun zur Angabe einer Passphrase aufgefordert. Anschließend erscheint ein Dialog, der eine Zusammenfassung aller speicherbezogenen Aktionen anzeigt, die das Installationsprogramm durchführen wird. Dazu gehört das Erstellen, Verändern der Größe oder Löschen von Partitionen und Dateisystemen. Sie können alle Änderungen überprüfen und auf Abbrechen & zur angepassten Partitionierung zurückkehren klicken, um zurückzugehen. Um die Zusammenfassung zu bestätigen, klicken Sie auf Änderungen übernehmen, woraufhin Sie zur Zusammenfassung der Installation zurückkehren. Um weitere Geräte zu partitionieren, wählen Sie diese auf dem Bildschirm Installationsziel aus und kehren Sie zum Bildschirm Manuelle Partitionierung zurück, um dann den in diesem Abschnitt beschriebenen Schritten zu folgen.
15.10.3.1.1. Dateisystemtypen
Mit Red Hat Enterprise Linux können Sie verschiedene Gerätetypen und Dateisysteme erstellen. Nachfolgend sehen Sie eine kurze Beschreibung der verschiedenen Gerätetypen und Dateisysteme und wie diese eingesetzt werden können.

Gerätetypen

  • Standard-Partition – Eine Standardpartition kann ein Dateisystem oder einen Swap-Bereich beinhalten. Sie kann außerdem einen Container für Software-RAID oder einen logischen LVM-Datenträger bereitstellen.
  • Logischer Datenträger (LVM) – Wird eine LVM-Partition angelegt, so wird automatisch ein logischer LVM-Datenträger erstellt. LVM kann die Leistungsfähigkeit bei der Verwendung von physischen Festplatten erhöhen. Informationen über das Anlegen eines logischen Datenträgers finden Sie in Abschnitt 15.10.3.3, »Logische LVM-Datenträger erstellen«. Weitere Informationen über LVM finden Sie im Handbuch Red Hat Enterprise Linux 7 Administration des Logical Volume Manager.
  • LVM Reduzierte Bereitstellung – Mithilfe der reduzierten Bereitstellung ("Thin Provisioning") können Sie einen Speicherpool mit verfügbarem Speicherplatz verwalten, den "Thin Pool". Dieser kann einer beliebigen Anzahl an Geräten zugewiesen werden, wenn Applikationen den Platz benötigen. Der Thin Pool kann dynamisch bei Bedarf erweitert werden und ermöglicht so die kostengünstige Zuweisung von Speicherplatz.
  • BTRFS – Btrfs ist ein Dateisystem mit mehreren Geräte-ähnlichen Features. Es ist dazu in der Lage, im Vergleich zu ext2, ext3 und ext4 mehr Dateien, größere Dateien und größere Datenträger zu adressieren und zu verwalten. Weitere Informationen und Anweisungen zum Erstellen eines Btrfs-Datenträgers finden Sie in Abschnitt 15.10.3.4, »Erstellen eines Btrfs-Unterdatenträgers«.
  • Software-RAID – Wenn Sie zwei oder mehr Software-RAID-Partitionen anlegen, können Sie daraus ein RAID-Gerät erstellen. Jeder Festplatte auf dem System wird eine RAID-Partition zugewiesen. Anweisungen zum Erstellen eines RAID-Geräts finden Sie in Abschnitt 15.10.3.2, »Erstellen eines Software-RAIDs«. Weitere Informationen über RAID finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch zur Speicherverwaltung.

Dateisysteme

  • xfs — XFS ist ein hochskalierbares Hochleistungsdateisystem, das Dateisysteme mit einer Größe von bis zu 16 Exabytes (ungefähr 16 Millionen Terabytes), Dateien mit einer Größe bis zu 8 Exabytes (ungefähr 8 Millionen Terabytes) und Verzeichnisstrukturen mit zehn Millionen Einträgen unterstützt. XFS unterstützt Metadaten-Journaling, was eine schnellere Wiederherstellung nach einem Absturz ermöglicht. Das XFS-Dateisystem kann außerdem defragmentiert und in seiner Größe geändert werden, während es eingehängt und in Gebrauch ist. Dieses Dateisystem ist standardmäßig ausgewählt und wird sehr empfohlen. Informationen über die unterschiedlichen Befehle für ext4 und XFS finden Sie in Anhang E, Referenztabelle für ext4- und XFS-Befehle.
    Die maximal unterstützte Größe einer XFS-Partition beträgt 500 TB.
  • ext4 – Das ext4-Dateisystem basiert auf dem ext3-Dateisystem und beinhaltet einige Verbesserungen. Dazu gehört die Unterstützung größerer Dateisysteme und Dateien, schnellere und effizientere Zuordnung von Speicherplatz, keine Beschränkung der Anzahl von Unterverzeichnissen in einem Verzeichnis, schnellere Prüfung des Dateisystems und stabileres Journaling.
    Die maximal unterstützte Größe eines ext4-Dateisystems in Red Hat Enterprise Linux 7 beträgt derzeit 50 TB.
  • ext3 – Das ext3-Dateisystem basiert auf dem ext2-Dateisystem und hat einen großen Vorteil – Journaling. Dateisysteme mit Journalingfunktion verringern die Zeit, die für das Wiederherstellen nach einem Systemabsturz aufgewendet werden muss, da das Dateisystem nicht nach jedem Absturz mit fsck auf Metadatenkonsistenz überprüft werden muss.
  • ext2 – Das ext2-Dateisystem unterstützt Standard-Unix-Dateitypen, einschließlich regulärer Dateien, Verzeichnissen und symbolischer Links. Es können lange Dateinamen mit bis zu 255 Zeichen vergeben werden.
  • Vfat – Das VFAT-Dateisystem ist ein Linux-Dateisystem, das mit den langen Dateinamen unter Microsoft Windows auf dem FAT-Dateisystem kompatibel ist.
  • swap – Swap-Partitionen dienen der Unterstützung von virtuellem Speicher. Mit anderen Worten, es werden Daten auf eine Swap-Partition geschrieben, wenn unzureichend Arbeitsspeicher (RAM) für die Daten, die Ihr System verarbeitet, zur Verfügung steht.
Jedes Dateisystem hat verschiedene Größeneinschränkungen für das Dateisystem selbst sowie für die darin enthaltenen einzelnen Dateien. Eine Liste der maximal unterstützten Dateigrößen und Dateisystemgrößen finden Sie auf der Seite "Red Hat Enterprise Linux technology capabilities and limits", verfügbar im Kundenportal unter https://access.redhat.com/site/articles/rhel-limits.

15.10.3.2. Erstellen eines Software-RAIDs

Anmerkung

Unter System z verwendet das Speicher-Subsystem RAID transparent. Es ist nicht nötig, manuell ein Software-RAID einzurichten.
Redundant arrays of independent disks (RAIDs) werden aus mehreren Speichergeräten zusammengestellt, die so arrangiert werden, dass Sie eine verbesserte Leistung sowie in bestimmten Konfigurationen eine höhere Fehlertoleranz bieten. Nachfolgend finden Sie eine Beschreibung der verschiedenen Arten von RAIDs.
Ein RAID-Gerät wird in einem Schritt erstellt und Festplatten werden bei Bedarf hinzugefügt oder entfernt. Eine RAID-Partition pro Festplatte ist für jedes Gerät zulässig. Demzufolge bestimmt die Anzahl der Festplatten, die dem Installationsprogramm zur Verfügung stehen, welche RAID-Levels verfügbar sind.
Erstellen einer Software-RAID-Partition – Auswahlmenü Gerätetyp geöffnet

Abbildung 15.23. Erstellen einer Software-RAID-Partition – Auswahlmenü Gerätetyp geöffnet

RAID-Konfigurationsoptionen werden nur angezeigt, wenn Sie zwei oder mehr Speichergeräte zur Installation ausgewählt haben. Mindestens zwei Geräte sind erforderlich, um ein RAID-Gerät zu erstellen.
Um ein RAID-Gerät zu erstellen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt wie in Abschnitt 15.10.3.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben. Indem Sie diesen Einhängepunkt konfigurieren, wird das RAID-Gerät konfiguriert.
  2. Während die Partition in der linken Leiste ausgewählt ist, wählen Sie die Konfigurationsschaltfläche unter der Leiste, um das Dialogfenster Einhängepunkt konfigurieren zu öffnen. Wählen Sie, welche Festplatten im RAID-Gerät enthalten sein sollen und klicken Sie auf Auswählen.
  3. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf RAID.
  4. Klicken Sie im Auswahlmenü Dateisystem auf Ihren gewünschten Dateisystemtyp (siehe Abschnitt 6.10.4.1.1, »Dateisystemtypen«).
  5. Klicken Sie im Auswahlmenü RAID Level auf den gewünschten RAID-Level.
    Die verfügbaren RAID-Levels sind:
    RAID0 – Arbeitsleistung
    Verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-0-RAIDs bieten eine verbesserte Leistung gegenüber standardmäßigen Partitionen und können dazu verwendet werden, den Speicherplatz verschiedener Geräte in ein großes, virtuelles Gerät zusammenzufassen. Beachten Sie bitte, dass Level-0-RAIDs keine Redundanz bieten und der Ausfall eines der Geräte im Array den Ausfall des gesamten Arrays zur Folge hat. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID1 – Redundanz
    Spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Maß an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID4 – Fehler-Prüfung
    Verteilt Daten auf mehreren Speichergeräten und nutzt eines der Geräte im Array, um die Paritätsinformationen zu speichern, die im Falle eines Ausfalls eines Geräts im Array das Array absichern. Da alle Paritätsinformationen auf diesem einen Gerät abgelegt sind, stellt der Zugriff auf dieses Gerät einen möglichen Leistungsengpass des Arrays dar. RAID 4 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
    RAID5 – Verteilte Fehler-Prüfung
    Verteilt Daten und Paritätsinformationen über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-5-RAID bietet daher Leistungsvorteile bei der Verteilung von Daten über mehrere Geräte hinweg, hat jedoch nicht die Leistungsengpässe von Level-4-RAIDs, da die Paritätsinformationen ebenfalls über das gesamten Array verteilt werden. RAID 5 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
    RAID6 – Redundanz Fehler-Prüfung
    Level-6-RAIDs ähneln Level-5-RAIDs, speichern jedoch zwei Sets an Paritätsdaten statt nur einem. RAID 6 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
    RAID10 – Arbeitsleistung und Redundanz
    Level-10-RAIDs sind verschachtelte RAIDs oder Hybrid RAIDs. Level-10-RAIDs werden durch das Verteilen von Daten auf gespiegelte Sets von Speichergeräten erstellt. So besteht beispielsweise ein Level-10-RAID, das aus vier RAID-Partitionen erstellt wurde, aus zwei Paar Partitionen, bei denen eine Partition die andere spiegelt. Daten werden dann über beide Paare von Speichergeräten verteilt, wie bei Level-0-RAID. RAID 10 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
  6. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.
Falls weniger Festplatten ausgewählt wurden, als für das angegebene RAID-Level erforderlich sind, erscheint eine Meldung unten im Fenster, die Sie darüber informiert, wie viele Festplatten für Ihre ausgewählte Konfiguration erforderlich sind.

15.10.3.3. Logische LVM-Datenträger erstellen

Logical Volume Management (LVM) liefert eine einfache, logische Ansicht des zugrunde liegenden Speicherplatzes wie beispielsweise Festplatten oder LUNs. Partitionen auf physischem Speicher werden als physische Datenträger dargestellt, die in Datenträgergruppen zusammengefasst werden können. Jede Datenträgergruppe kann dann in mehrere logische Datenträger unterteilt werden, von denen jeder einer standardmäßigen Festplattenpartition entspricht. Somit fungieren logische LVM-Datenträger als Partitionen, die sich über mehrere physische Festplatten erstrecken können.
Mehr Informationen über LVM finden Sie in Anhang C, Grundlagen zum Verständnis von LVM oder im Handbuch Red Hat Enterprise Linux Administration des Logical Volume Manager. Beachten Sie, dass die LVM-Konfiguration nur im grafischen Installationsprogramm zur Verfügung steht.

Wichtig

Bei einer Installation im Textmodus ist die LVM-Konfiguration nicht verfügbar. Falls Sie eine LVM-Konfiguration von Grund auf erstellen müssen, drücken Sie Strg+Alt+F2, um das Terminal zu verwenden und führen Sie den Befehl lvm aus. Um zur Installation im Textmodus zurückzukehren, drücken Sie Strg+Alt+F1.
Konfigurieren eines logischen Datenträgers

Abbildung 15.24. Konfigurieren eines logischen Datenträgers

Um einen logischen Datenträger zu erstellen und ihn zu einer neuen oder vorhandenen Datenträgergruppe hinzuzufügen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt für den LVM-Datenträger wie in Abschnitt 15.10.3.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben.
  2. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf LVM. Das Auswahlmenü Volume Group erscheint und zeigt den Namen der neu erstellten Datenträgergruppe.
  3. Klicken Sie optional entweder ins Menü und wählen Einen neuen Volume Group erstellen oder klicken Sie auf Ändern, um die neu erstellte Datenträgergruppe anzupassen, falls nötig. Sowohl die Option Einen neuen Volume Group erstellen als auch die Schaltfläche Ändern öffnen das Dialogfenster Configure Volume Group (Datenträgergruppe konfigurieren), in dem Sie die logische Datenträgergruppe umbenennen können und auswählen können, welche Festplatten enthalten sein sollen.
    Anpassen einer LVM-Datenträgergruppe

    Abbildung 15.25. Anpassen einer LVM-Datenträgergruppe

    Die verfügbaren RAID-Level entsprechen jenen, die Sie auch für RAID-Geräte auswählen können. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 15.10.3.2, »Erstellen eines Software-RAIDs«. Sie können zudem angeben, ob die Datenträgergruppe verschlüsselt werden soll und eine Richtlinie zur Größe angeben. Die verfügbaren Richtlinien sind:
    • Automatisch – Die Größe der Datenträgergruppe wird automatisch festgelegt, so dass diese gerade groß genug ist, um die konfigurierten logischen Datenträger enthalten zu können. Dies ist optimal, wenn Sie keinen freien Speicherplatz innerhalb der Datenträgergruppe wünschen.
    • So groß wie möglich – Die Datenträgergruppe wird so groß wie möglich angelegt, ungeachtet der Größe der konfigurierten logischen Datenträger, die diese enthält. Dies ist optimal, wenn Sie die meisten Ihrer Daten auf LVM speichern möchten und später unter Umständen vorhandene logische Datenträger vergrößern möchten, oder falls Sie zusätzliche logische Datenträger innerhalb dieser Gruppe anlegen möchten.
    • Fixiert – Mit dieser Option können Sie eine feste Größe für die Datenträgergruppe angeben. Alle konfigurierten logischen Datenträger müssen in die Datenträgergruppe dieser Größe hineinpassen. Dies ist hilfreich, falls Sie genau wissen, wie groß die Datenträgergruppe sein soll.
    Klicken Sie auf Sichern, wenn Sie mit der Konfiguration der Datenträgergruppe fertig sind.
  4. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.

Warnung

Eine /boot-Partition auf einem LVM-Datenträger wird nicht unterstützt.

15.10.3.4. Erstellen eines Btrfs-Unterdatenträgers

Btrfs ist ein Dateisystemtyp, der mehrere charakteristische Features von Speichergeräten aufweist. Btrfs ist dazu konzipiert, das Dateisystem fehlertolerant zu machen und die Erkennung und Behebung von Fehlern zu ermöglichen, wenn diese auftreten. Es verwendet Prüfsummen, um die Unversehrtheit von Daten und Metadaten sicherzustellen und legt Snapshots des Dateisystems an, die zur Sicherung oder Reparatur genutzt werden können.
Während der manuellen Partitionierung erstellen Sie keine Btrfs-Datenträger, sondern Unterdatenträger. Das Installationsprogramm erstellt dann automatisch einen Btrfs-Datenträger, der diese Unterdatenträger umfasst. Die angezeigten Größen für jeden Btrfs-Einhängepunkt links im Bildschirm Manuelle Partitionierung sind identisch, da sie die Gesamtgröße des Datenträgers angeben, nicht die Größe der einzelnen Unterdatenträger.
Konfiguration eines Btrfs-Unterdatenträgers

Abbildung 15.26. Konfiguration eines Btrfs-Unterdatenträgers

Um einen Btrfs-Unterdatenträger zu erstellen:
  1. Erstellen Sie einen Einhängepunkt wie in Abschnitt 15.10.3.1, »Hinzufügen von Dateisystemen und Konfigurieren von Partitionen« beschrieben. Indem Sie diesen Einhängepunkt konfigurieren, wird der Btrfs-Datenträger konfiguriert.
  2. Klicken Sie im Auswahlmenü Gerätetyp auf BTRFS. Das Auswahlmenü Dateisystem wird für Btrfs automatisch grau hinterlegt. Das Auswahlmenü Volume (Datenträger) erscheint und zeigt den Namen des neu erstellten Datenträgers.
  3. Klicken Sie optional entweder ins Menü und wählen Einen neuen Volume erstellen oder klicken Sie auf Ändern, um den neu erstellten Datenträger anzupassen, falls nötig. Sowohl die Option Einen neuen Volume erstellen als auch die Schaltfläche Ändern öffnen das Dialogfenster Configure Volume (Datenträger konfigurieren), in dem Sie den Unterdatenträger umbenennen können und ein RAID-Level zuweisen können.
    Anpassen eines Btrfs-Datenträgers

    Abbildung 15.27. Anpassen eines Btrfs-Datenträgers

    Die verfügbaren RAID-Levels sind:
    RAID0 (Arbeitsleistung)
    Verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. Level-0-RAIDs bieten eine verbesserte Leistung gegenüber standardmäßigen Partitionen und können dazu verwendet werden, den Speicherplatz verschiedener Geräte in ein großes, virtuelles Gerät zusammenzufassen. Beachten Sie bitte, dass Level-0-RAIDs keine Redundanz bieten und der Ausfall eines der Geräte im Array den Ausfall des gesamten Arrays zur Folge hat. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID1 (Redundanz)
    Spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Maß an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
    RAID10 (Arbeitsleistung, Redundanz)
    Kombiniert RAID0 und RAID1 und bietet somit sowohl höhere Leistung als auch Redundanz. Daten werden in RAID1-Arrays gespeichert für Redundanz (Mirroring), und diese Arrays werden dann auf ein RAID0-Array aufgeteilt, was die Leistung erhöht (Striping). Erfordert mindestens vier RAID-Partitionen.
    Sie können zudem angeben, ob der Datenträger verschlüsselt werden soll und eine Richtlinie zur Größe angeben. Die verfügbaren Richtlinien sind:
    • Automatisch – Die Größe des Datenträgers wird automatisch festgelegt, so dass diese gerade groß genug ist, um die konfigurierten Unterdatenträger enthalten zu können. Dies ist optimal, wenn Sie keinen freien Speicherplatz innerhalb des Datenträgers wünschen.
    • So groß wie möglich – Der Datenträger wird so groß wie möglich angelegt, ungeachtet der Größe der konfigurierten Unterdatenträger, die dieser enthält. Dies ist optimal, wenn Sie die meisten Ihrer Daten auf Btrfs speichern möchten und später unter Umständen vorhandene Unterdatenträger vergrößern möchten, oder falls Sie zusätzliche Unterdatenträger innerhalb dieses Datenträgers anlegen möchten.
    • Fixiert – Mit dieser Option können Sie eine feste Größe für den Datenträger angeben. Alle konfigurierten Unterdatenträger müssen in den Datenträger dieser Größe hineinpassen. Dies ist hilfreich, falls Sie genau wissen, wie groß der Datenträger sein soll.
    Klicken Sie auf Sichern, wenn Sie mit der Konfiguration des Datenträgers fertig sind.
  4. Klicken Sie auf Einstellungen aktualisieren, um Ihre Änderungen zu speichern, und fahren Sie entweder mit einer anderen Partition fort oder klicken Sie auf Fertig, um zur Zusammenfassung der Installation zurückzukehren.
Falls weniger Festplatten ausgewählt wurden, als für das angegebene RAID-Level erforderlich sind, erscheint eine Meldung unten im Fenster, die Sie darüber informiert, wie viele Festplatten für Ihre ausgewählte Konfiguration erforderlich sind.

Warnung

Eine /boot-Partition auf einem Btrfs-Unterdatenträger wird nicht unterstützt.

15.11. Speichergeräte

Sie können Red Hat Enterprise Linux auf einer Vielzahl verschiedener Speichergeräte installieren. Auf der Seite Installationsziel sehen Sie einfache, lokal verfügbare Speichergeräte, wie in Abschnitt 15.10, »Installationsziel« beschrieben. Um ein Spezialspeichergerät hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche Festplatte hinzufügen im Bereich Spezial- & Netzwerkgeräte des Bildschirms.
Einfache Speichergeräte, die direkt an das lokale System angeschlossen sind, wie z. B. herkömmliche Festplatten und Solid State Drives, werden unter Lokale Standard-Speichermedien angezeigt. Auf System z gehören dazu auch aktivierte Direct Access Storage Devices (DASDs).
Übersicht über Speicherplatz

Abbildung 15.28. Übersicht über Speicherplatz

15.11.1. Bildschirm zur Auswahl der Speichergeräte

Der Bildschirm zur Auswahl von Speichergeräten zeigt alle Speichergeräte an, auf die das Anaconda-Installationsprogramm Zugriff hat.
Die Geräte werden unter den folgenden Reitern gruppiert:
Multipath-Geräte
Speichergeräte, auf die über mehrere Pfade zugegriffen werden kann, wie beispielsweise über mehrere SCSI-Controller oder Fiber-Channel-Ports auf demselben System.

Wichtig

Das Installationsprogramm erkennt nur Multipath-Speichergeräte mit 16- oder 32-stelligen Seriennummern.
Sonstige SAN-Geräte
Beliebige andere Geräte, die über ein Storage Area Network (SAN) verfügbar sind, wie FCP-LUNs, die über einen einzigen Pfad verbunden sind.
Firmware-RAID
Speichergeräte, die an einen Firmware-RAID-Controller angeschlossen sind. Dieser Reiter trifft nicht auf System z zu.
System z Geräte
Dieser Reiter enthält Speichergeräte, oder Logical Units (LUNs), die über den zSeries Linux FCP-Treiber (Fiber Channel Protocol) angeschlossen sind.
Überblick über spezielle Speichergeräte

Abbildung 15.29. Überblick über spezielle Speichergeräte

Um ein zFCP-Speichergerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche ZFCP LUN hinzufügen. Um ein iSCSI-Gerät zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen. Um ein FCoE-Gerät (Fibre Channel over Ethernet) zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche FCoE SAN hinzufügen. Alle diese Schaltflächen befinden sich unten rechts auf dem Bildschirm.
Die Übersichtsseite enthält auch den Reiter Suchen, der es Ihnen ermöglicht, Speichergeräte entweder nach deren World Wide Identifier (WWID) zu filtern, oder nach Port, Ziel oder Logical Unit Number (LUN), unter denen auf sie zugegriffen wird.
Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Abbildung 15.30. Der Reiter zur Suche von Speichergeräten

Der Suchen-Reiter enthält die Auswahlliste Suchen nach, um nach Port, Ziel, LUN oder WWID zu suchen. Wenn Sie nach WWID oder LUN suchen, müssen Sie die gewünschten Werte in den entsprechenden Texteingabefeldern eingeben. Klicken Sie auf die Schaltfläche Suchen, um die Suche zu starten.
Jedes Gerät wird in einer separaten Reihe mit einem Auswahlkästchen links angezeigt. Markieren Sie das Auswahlkästchen, um ein Gerät während des Installationsvorgangs verfügbar zu machen. Im weiteren Verlauf des Installationsvorgangs können Sie auswählen, Red Hat Enterprise Linux auf einem beliebigen hier ausgewählten Gerät zu installieren. Sie können weiterhin wählen, dass jedes andere der hier ausgewählten Geräte automatisch als Teil des installierten Systems eingehängt wird.
Beachten Sie bitte, dass die Daten auf den von Ihnen ausgewählten Geräten nicht automatisch während des Installationsvorgangs gelöscht werden. Die Auswahl eines Geräts auf diesem Bildschirm allein gefährdet nicht die Daten, die auf dem Gerät gespeichert sind. Beachten Sie bitte weiterhin, dass jedes Gerät, das Sie an dieser Stelle nicht als Teil des installierten Systems auswählen, nach Abschluss der Installation zum System hinzugefügt werden kann, indem die Datei /etc/fstab entsprechend angepasst wird.
Wenn Sie die Speichergeräte ausgewählt haben, die während der Installation zur Verfügung stehen sollen, klicken Sie auf Fertig, um zum Installationsziel-Bildschirm zurückzukehren.

15.11.1.1. DASD Low-Level-Formatierung

Alle zur Installation verwendeten DASDs müssen low-level-formatiert sein. Wenn Sie auf dem Bildschirm Installationsziel DASDs auswählen und auf Fertig klicken, sucht das Installationsprogramm nach unformatierten Festplatten und folgender Dialog erscheint:
Dialog zur Formatierung von DASD-Geräten

Abbildung 15.31. Dialog zur Formatierung von DASD-Geräten

In dem Dialog können Sie auf Abbrechen klicken, um zum Bildschirm Installationsziel zurückzukehren und die Auswahl der Festplatten zu bearbeiten. Falls die Auswahl korrekt ist, klicken Sie auf Formatieren mit dasdfmt, um das Dienstprogramm dasdfmt auf allen unformatierten DASDs zu starten.
Nach abgeschlossener Formatierung bringt ein Klick auf die Schaltfläche OK Sie zurück zum Bildschirm Installationsziel, wo die Liste der DASDs nun aktualisiert wurde. Sie müssen die für die Installation gewünschten Festplatten erneut auswählen, um mit der Installation fortzufahren.
Um die Low-Level-Formatierung von nicht formatierten, angeschlossenen DASDs automatisch zu gestatten, geben Sie den Kickstart-Befehl zerombr an. Werfen Sie einen Blick auf zerombr (optional) für weitere Details.

15.11.1.2. Erweiterte Speicheroptionen

Wenn Sie ein erweitertes Speichergerät benötigen, können Sie ein iSCSI-Ziel (SCSI über TCP/IP) oder eine zFCP (zSeries Fibre Channel Protocol) LUN (Logical Unit) konfigurieren, indem Sie auf die jeweilige Schaltfläche unten rechts auf dem Installationsziel-Bildschirm klicken. Siehe Anhang B, ISCSI-Festplatten für eine Einführung in iSCSI.
Erweiterte Speicheroptionen

Abbildung 15.32. Erweiterte Speicheroptionen

15.11.1.2.1. Konfigurieren von iSCSI-Parametern
Wenn Sie auf die Schaltfläche iSCSI Target hinzufügen... klicken, erscheint das Dialogfenster iSCSI Storage Target hinzufügen.
Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Abbildung 15.33. Der Dialog für Details zur iSCSI-Erkennung

Um iSCSI-Speichergeräte für die Installation zu verwenden, muss Anaconda diese als iSCSI-Ziele erkennen können (auch Discovery oder Entdeckung genannt) und in der Lage sein, eine iSCSI-Sitzung zu erstellen, um auf sie zuzugreifen. Bei jedem dieser Schritte kann ein Benutzername und ein Passwort für die CHAP-Authentifizierung (Challenge Handshake Authentication Protocol) erforderlich sein. Außerdem können Sie zusätzlich ein iSCSI-Ziel konfigurieren zur Authentifizierung des iSCSI-Initiators am System, zu dem das Ziel gehört (Reverse-CHAP), sowohl für die Erkennung als auch für die Sitzung. Gemeinsam verwendet werden CHAP und Reverse-CHAP als wechselseitiges CHAP (mutual CHAP) oder 2-Wege-CHAP bezeichnet. Wechselseitiges CHAP liefert die höchste Sicherheitsebene für iSCSI-Verbindungen, insbesondere, wenn der Benutzername und das Passwort sich für die CHAP-Authentifizierung und die Reverse-CHAP-Authentifizierung unterscheiden.

Anmerkung

Wiederholen Sie die Schritte zur Suche und Verbindung mit iSCSI-Zielen so oft wie nötig, um allen erfoderlichen iSCSI-Speicher hinzuzufügen. Sie können den Namen des iSCSI-Initiators jedoch nicht mehr ändern, nachdem Sie die Suche erstmals gestartet haben. Um den Namen des iSCSI-Initiators zu ändern, müssen Sie die Installation neu starten.

Prozedur 15.1. Suche von iSCSI-Zielen und Starten einer iSCSI-Sitzung

Verwenden Sie den Dialog iSCSI Storage Target hinzufügen, um Anaconda die Informationen zu liefern, die es zum Auffinden des iSCSI-Ziels benötigt.
  1. Geben Sie die IP-Adresse des iSCSI-Ziels im Feld Ziel IP-Adresse ein.
  2. Geben Sie im Feld iSCSI-Kennung einen Namen für den iSCSI-Initiator im IQN-Format (iSCSI qualifizierter Name) ein. Ein gültiger IQN-Eintrag umfasst:
    • die Zeichenkette iqn. (beachten Sie den Punkt)
    • einen Datumscode, der das Jahr und den Monat festlegt, in dem die Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation registriert wurde. Seine Darstellung erfolgt als vier Ziffern für das Jahr, einen Bindestrich und zwei Ziffern für den Monat gefolgt von einem Punkt. September 2010 wird zum Beispiel als 2010-09. dargestellt.
    • den Namen der Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation in umgekehrter Reihenfolge mit der Domäne der obersten Stufe zuerst. Die Subdomäne storage.example.com etwa wird als com.example.storage dargestellt.
    • einen Doppelpunkt, gefolgt von einer Zeichenkette, die den betreffenden iSCSI-Initiator innerhalb Ihrer Domäne oder Subdomäne eindeutig identifiziert. Zum Beispiel :diskarrays-sn-a8675309
    Ein vollständiger IQN sieht daher etwa wie folgt aus: iqn.2010-09.storage.example.com:diskarrays-sn-a8675309. Anaconda füllt das Feld iSCSI-Kennung bereits mit einem Namen in diesem Format aus, um Ihnen mit der Struktur zu helfen.
    Weitere Informationen zu IQNs finden Sie in Kapitel 3.2.6. iSCSI Namen in RFC 3720 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI), verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3720#section-3.2.6, sowie in Kapitel 1. iSCSI Names and Addresses in RFC 3721 – Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI) Naming and Discovery, verfügbar unter http://tools.ietf.org/html/rfc3721#section-1.
  3. Verwenden Sie das Auswahlmenü Art der Authentifizierung festlegen, um die Art der Authentifizierung für die iSCSI-Verbindung festzulegen. Die folgenden Optionen stehen zur Auswahl:
    • Keine Anmeldeinformationen
    • CHAP-Paar
    • CHAP-Paar und Reverse-Paar
    • Falls Sie CHAP-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort.
    • Falls Sie CHAP-Paar und Reverse-Paar als Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den Feldern CHAP Benutzername und CHAP Passwort ein und den Benutzernamen und das Passwort für den iSCSI-Initiator in den Feldern Reverse CHAP Benutzername und Reverse CHAP Passwort.
  4. Markieren Sie optional das Auswahlkästchen Targets mit Netzwerkschnittstellen verbinden.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche Verbindung aufbauen. Anaconda versucht, mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen ein iSCSI-Ziel zu finden. Ist die Suche erfolgreich, so zeigt Ihnen ein Dialog eine Liste aller auf dem Ziel erkannten iSCSI-Knoten.
  6. Neben jedem Knoten befindet sich ein Auswahlkästchen. Klicken Sie auf die Auswahlkästchen der Knoten, die für die Installation verwendet werden sollen.
    Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

    Abbildung 15.34. Der Dialog für erkannte iSCSI-Knoten

  7. Das Menü Authentifizierungsart der Node-Anmeldung bietet dieselben Optionen wie das Menü Art der Authentifizierung festlegen in Schritt 3. Falls Sie jedoch Berechtigungsnachweise zur zur Erkennung benötigten, werden üblicherweise dieselben Berechtigungsnachweise zur Anmeldung beim gefundenen Knoten verwendet. Verwenden Sie dazu die zusätzliche Option Anmeldedaten aus der Erkennung verwenden im Menü. Wenn die richtigen Berechtigungsnachweise angegeben wurden, wird die Schaltfläche Anmelden verfügbar.
  8. Klicken Sie Anmelden, um die iSCSI-Sitzung zu initiieren.
15.11.1.2.2. FCP-Geräte
Wenn Sie die Schaltfläche ZFCP LUN hinzufügen... geklickt haben, erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie ein FCP-Speichergerät (Fibre Channel Protocol) hinzufügen können.
FCP-Geräte ermöglichen es IBM System z-Systemen, SCSI-Geräte anstelle von bzw. ergänzend zu DASD-Geräten (Direct Access Storage Device) zu nutzen. FCP-Geräte bieten eine Switched-Fabric-Topologie, mit denen System z-Systeme SCSI-LUNs als Speichergeräte zusätzlich zu traditionellen DASD-Geräten verwenden können.
IBM System z setzt voraus, dass jegliche FCP-Geräte manuell angegeben werden, damit das Installationsprogramm FCP-LUNs aktivieren kann. Sie können dies entweder interaktiv in Anaconda vornehmen oder als eindeutiger Parametereintrag in der Parameter- oder CMS-Konfigurationsdatei. Die hier eingegebenen Werte sind spezifisch für die Umgebung, in der sie eingerichtet werden.

Anmerkungen

  • Eine interaktive Erstellung eines FCP-Geräts ist nur im Installationsprogramm im grafischen Modus möglich. Ein FCP-Gerät kann während der Installation im Textmodus nicht interaktiv konfiguriert werden.
  • Verwenden Sie in Hexadezimalwerten ausschließlich Kleinbuchstaben. Falls Sie einen fehlerhaften Wert eingeben und auf die Schaltfläche Verbindung aufbauen klicken, zeigt das Installationsprogramm eine Warnung. Sie können die Konfigurationsinformationen daraufhin bearbeiten und den Verbindungsaufbau erneut versuchen.
  • Werfen Sie einen Blick auf die mitgelieferte Hardwaredokumentation für weitere Informationen zu diesen Werten. Fragen Sie beim Systemadministrator nach, der das Netzwerk für dieses System eingerichtet hat.
Um ein FCP-SCSI-Gerät zu konfigurieren, geben Sie die 16-Bit-Gerätenummer, die 64-Bit-World-Wide-Portnummer (WWPN) und den 64-Bit-FCP-LUN-Identifier ein. Klicken Sie auf die Schaltfläche Verbindung aufbauen, um mit diesen Daten mit dem FCP-Gerät zu verbinden.
FCP-Gerät hinzufügen

Abbildung 15.35. FCP-Gerät hinzufügen

Die neu hinzugefügten Geräte werden auf dem Reiter System z Geräte auf dem Installationsziel-Bildschirm angezeigt.

Wichtig

Entfernen Sie für eine reine SCSI-Installation die Option DASD= aus der Parameter- oder CMS-Konfigurationsdatei, um anzugeben, dass kein DASD vorhanden ist.

15.12. Beginnen der Installation

Wenn alle erforderlichen Bereiche auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation fertiggestellt wurden, verschwindet die Warnung am unteren Rand des Bildschirms und die Schaltfläche Installation starten wird verfügbar.
Bereit zur Installation

Abbildung 15.36. Bereit zur Installation

Warnung

Bis zu diesem Zeitpunkt hat das Installationsprogramm noch keine dauerhaften Änderungen auf Ihrem Rechner vorgenommen. Sobald Sie auf Installation starten klicken, wird das Installationsprogramm Speicherplatz auf Ihrer Festplatte zuweisen und damit beginnen, Red Hat Enterprise Linux dorthin zu übertragen. Abhängig von der Partitionierungsoption, die Sie zuvor gewählt haben, werden dabei die bereits auf Ihrem Rechner vorhandenen Daten gelöscht.
Um Ihre zuvor gewählten Einstellungen zu diesem Zeitpunkt noch einmal zu überprüfen, kehren Sie zum entsprechenden Abschnitt im Bildschirm Zusammenfassung der Installation zurück. Um die Installation ganz abzubrechen, klicken Sie auf Beenden oder schalten Sie Ihren Rechner aus. Die meisten Rechner können Sie zu diesem Zeitpunkt ausschalten, indem Sie den An-/Ausschaltknopf für einige Sekunden gedrückt halten.
Wenn Sie mit der Anpassung der Installation fertig sind und Sie sich sicher sind, dass Sie fortfahren möchten, klicken Sie auf Installation starten.
Nachdem Sie auf Installation starten geklickt haben, warten Sie ab, bis der Installationsvorgang abgeschlossen ist. Falls der Vorgang unterbrochen wird (z. B. falls Sie den Rechner abschalten, den Resetknopf drücken, oder durch Unterbrechung der Stromzufuhr), wird der Rechner anschließend wahrscheinlich nicht nutzbar sein, bis Sie den Red Hat Enterprise Linux-Installationsvorgang fortsetzen und korrekt zu Ende führen oder ein anderes Betriebssystem installieren.

15.13. Bildschirm zum Konfigurationsmenü und Fortschritt

Sobald Sie auf dem Bildschirm Zusammenfassung der Installation auf Installation beginnen klicken, erscheint eine Fortschrittsanzeige. Red Hat Enterprise Linux informiert Sie laufend über den Fortschritt der Installation, während die ausgewählten Pakete auf Ihr System geschrieben werden.
Installieren der Pakete

Abbildung 15.37. Installieren der Pakete

Nach dem Neustart des installierten Systems steht Ihnen zu Ihrer Information eine vollständige Protokolldatei Ihrer Installation unter /var/log/anaconda/anaconda.packaging.log zur Verfügung.
Während die Pakete installiert werden, sind weitere Konfigurationsschritte erforderlich. Über dem Fortschrittsbalken werden die Menüpunkte Root-Passwort und Benutzer-Erstellung angezeigt.
Unter dem Menüpunkt Root-Passwort legen Sie das Passwort für das Root-Benutzerkonto fest. Das Root-Benutzerkonto wird dazu verwendet, um kritische Aufgaben zur Systemverwaltung und Wartung durchzuführen. Das Passwort kann entweder während oder nach der Paketinstallation festgelegt werden. In jeden Fall können Sie den Installationsvorgang erst abschließen, nachdem das Root-Passwort konfiguriert wurde.
Die Erstellung eines Benutzerkontos ist optional und kann nach Abschluss der Installation erfolgen, es wird jedoch empfohlen, es an dieser Stelle während der Installation zu tun. Ein Benutzerkonto wird zum Zugriff auf das System für normale Tätigkeiten verwendet. Es wird empfohlen, sich stets mit dem regulären Benutzerkonto beim System anzumelden, nicht mit dem Root-Benutzerkonto.

15.13.1. Festlegen des Root-Passworts

Das Einrichten eines Root-Benutzerkontos und Root-Passworts ist ein wichtiger Schritt während der Installation. Das Root-Benutzerkonto (auch Superuser genannt) wird dazu verwendet, um Pakete zu installieren, RPM-Pakete zu aktualisieren und die meisten Aufgaben der Systemwartung durchzuführen. Das Root-Benutzerkonto hat die vollständige Kontrolle über das System. Aus diesem Grund ist es ratsam, das Root-Benutzerkonto ausschließlich für Aufgaben der Systemwartung oder Systemverwaltung zu verwenden. Im Red Hat Enterprise Linux 7 Handbuch für Systemadministratoren finden Sie weitere Informationen über das Root-Benutzerkonto.
Bildschirm zur Konfiguration des Root-Passworts

Abbildung 15.38. Bildschirm zur Konfiguration des Root-Passworts

Klicken Sie auf den Menüpunkt Root-Passwort und geben Sie Ihr gewünschtes Passwort im Feld Root-Passwort ein. Red Hat Enterprise Linux zeigt die Eingabe aus Sicherheitsgründen nur als Sternchen an. Geben Sie dasselbe Passwort erneut im Feld Bestätigen ein, um sicherzustellen, dass es korrekt ist. Nachdem Sie das Root-Passwort festgelegt haben, klicken Sie auf Fertig, um zum Bildschirm "Benutzereinstellungen" zurückzukehren.
Folgende Hinweise sollten beachtet werden, um ein sicheres Root-Passwort zu erstellen:
  • Es muss mindestens acht Zeichen lang sein.
  • Es darf Ziffern, Buchstaben (Groß- und Kleinbuchstaben) und Sonderzeichen enthalten.
  • Es unterscheidet Groß- und Kleinbuchstaben und sollte eine Mischung aus beidem enthalten.
  • Es sollte leicht zu merken aber schwer zu erraten sein.
  • Es sollte kein Wort, keine Abkürzung und keine Zahl sein, das bzw. die mit Ihnen oder Ihrer Organisation zu tun hat. Es sollte zudem kein Wort sein, das in einem Wörterbuch enthalten ist (auch nicht in anderen Sprachen).
  • Es sollte nicht notiert werden. Wenn Sie es unbedingt aufschreiben müssen, bewahren Sie diese Notiz sicher auf.

Anmerkung

Um Ihr Root-Passwort nach Abschluss der Installation zu ändern, verwenden Sie das Root-Passwort-Werkzeug.

15.13.2. Erstellen eines Benutzerkontos

Um ein reguläres Benutzerkonto (nicht Root) während der Installation zu erstellen, klicken Sie auf Benutzereinstellungen auf der Fortschrittsseite. Daraufhin erscheint der Bildschirm Benutzer erstellen, auf dem Sie das Benutzerkonto und zugehörige Parameter konfigurieren können. Die Erstellung eines Benutzerkontos ist optional und kann nach Abschluss der Installation erfolgen, es wird jedoch empfohlen, es an dieser Stelle während der Installation zu tun.
Falls Sie den Bildschirm zur Benutzererstellung wieder verlassen möchten, ohne einen Benutzer zu erstellen, lassen Sie sämtliche Felder leer und klicken Sie auf Fertig.
Bildschirm zur Benutzerkontokonfiguration

Abbildung 15.39. Bildschirm zur Benutzerkontokonfiguration

Geben Sie den vollständigen Namen und den Benutzernamen in den entsprechenden Feldern an. Beachten Sie, dass der Benutzername im System maximal 32 Zeichen lang sein darf und keine Leerzeichen enthalten darf. Es wird dringend empfohlen, ein Passwort für das neue Benutzerkonto anzugeben.
Beim Erstellen von Passwörtern ist es auch für nicht privilegierte Benutzerkonten sinnvoll, den Richtlinien in Abschnitt 15.13.1, »Festlegen des Root-Passworts« zu folgen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Erweitert, um ein Dialogfenster mit weiteren Einstellungen zu öffnen.
Erweiterte Benutzerkontokonfiguration

Abbildung 15.40. Erweiterte Benutzerkontokonfiguration

Standardmäßig wird für jeden Benutzer ein Benutzerverzeichnis entsprechend seines Benutzernamens angelegt. In den meisten Fällen ist es nicht nötig, dies zu ändern.
Sie können auch manuell eine Systemidentifikationsnummer für den neuen Benutzer und seine Standardgruppe festlegen, indem Sie die Auswahlkästchen markieren. Der Bereich für reguläre Benutzer-IDs beginnt bei 1000. Unten in diesem Dialogfenster können Sie eine kommagetrennte Liste mit weiteren Gruppennamen angeben, denen der Benutzer angehören soll. Die neuen Gruppen werden im System erstellt. Um benutzerdefinierte Gruppen-IDs zu verwenden, geben Sie die Nummern in Klammern an.
Wenn Sie das Benutzerkonto fertig konfiguriert haben, klicken Sie auf Änderungen speichern, um zum Bildschirm Benutzereinstellungen zurückzukehren.

15.14. Installation abgeschlossen

Glückwunsch! Die Installation von Red Hat Enterprise Linux ist nun abgeschlossen!
Das Installationsprogramm fordert Sie nun auf, Ihr System für einen Neustart vorzubereiten.
Das Installationsprogramm bootet beim Neustart automatisch das neu installierte System.
Sollte das Installationsprogramm nicht neu starten, zeigt es Informationen an, von welchem Gerät aus ein IPL (Boot) durchgeführt werden soll. Akzeptieren Sie die Option "Herunterfahren" und führen Sie anschließend einen IPL von dem DASD oder der SCSI-LUN durch, auf denen die /boot-Partition für Red Hat Enterprise Linux installiert wurde.

15.14.1. IPL unter z/VM

Um von einem DASD einen IPL durchzuführen (beispielsweise unter Verwendung des DASD-Geräts 200 auf der 3270-Konsole, führen Sie folgenden Befehl aus:
#cp i 200
In reinen DASD-Umgebungen, in denen automatische Partitionierung (löschen aller Daten auf allen Partitionen) verwendet wurde, ist die erste aktivierte DASD üblicherweise dort, wo sich die /boot-Partition befindet.
Bei der Verwendung von /boot auf einer FCP-LUN müssen Sie den WWPN und die LUN für das per FCP angehängte Gerät angeben, von dem Sie booten möchten (IPL).
Um von einem per FCP angeschlossenem Gerät zu booten (IPL):
  1. Geben Sie für ein per FCP angeschlossenes Gerät Routing-Informationen an, wenn beispielsweise 0x50050763050B073D das WWPN und 0x4020400100000000 die FCP-LUN ist:
    #cp set loaddev portname 50050763 050B073D lun 40204001 00000000
  2. IPL ist der FCP-Adapter, z. B. FC00:
    #cp ipl FC00

Anmerkung

Um die Verbindung vom 3270-Terminal zu beenden, ohne das Linux-System anzuhalten, das in Ihrer virtuellen Maschine läuft, verwenden Sie #cp disconnect anstelle von #cp logoff. Wenn Ihre virtuelle Maschine wieder unter Verwendung der üblichen Logon-Prozedur verbunden wird, kann sie ggf. in den CP Konsole-Funktionsmodus versetzt werden (CP READ). Falls dies der Fall ist, geben Sie den Befehl BEGIN ein, um die Ausführung auf Ihrer virtuellen Maschine wieder zu aktivieren.

15.14.2. IPL auf einer LPAR

Geben Sie für LPAR-basierte Installationen in der HMC einen Ladebefehl für die LPAR ein. Dieser Befehl spezifiziert das jeweilige DASD oder den FCP-Adapter, die WWPN sowie die FCP-LUN, auf der sich die /boot-Partition befindet.

15.14.3. Fortfahren nach Neustart (Re-IPL)

Nach dem automatischen Neustart oder dem manuellen IPL des installierten Red Hat Enterprise Linux Betriebssystems können Sie sich per ssh am System anmelden. Bitte beachten Sie, dass Sie sich nur vom 3270-Terminal oder von den in /etc/securetty angegebenen Terminalgeräten als Root anmelden können.
Wenn Sie Ihr Red Hat Enterprise Linux-System zum ersten Mal in einer grafischen Umgebung starten, können Sie die Ersteinrichtung verwenden, das Sie durch die Konfiguratin von Red Hat Enterprise Linux führt. Mit diesem Tool können Sie Ihre Systemzeit und Ihr Systemdatum einstellen, Software installieren, Ihren Rechner beim Red Hat Network registrieren und vieles mehr. FirstBoot lässt Sie Ihre Umgebung zu Beginn konfigurieren, so dass Sie Ihr Red Hat Enterprise Linux-System schnell benutzen können.
Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 26, Ersteinrichtung und Firstboot für Informationen über den Konfigurationsvorgang.

Kapitel 16. Fehlerbehebung bei der Installation auf IBM System z

In diesem Kapitel werden einige häufige Installationsprobleme sowie entsprechende Lösungsvorschläge behandelt.
Zum Zwecke der Suche und Bereinigung von Programmfehlern protokolliert Anaconda die Aktionen während der Installation in Dateien im /tmp-Verzeichnis. Diese Dateien sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Tabelle 16.1. Während der Installation generierte Protokolldateien

Protokolldatei Inhalte
/tmp/anaconda.log allgemeine Anaconda-Meldungen
/tmp/program.log alle externen Programme, die während der Installation ausgeführt werden
/tmp/storage.log ausführliche Speichermodulinformationen
/tmp/packaging.log Meldungen von yum und rpm zur Paketinstallation
/tmp/syslog hardwarebezogene Systemmeldungen
Falls die Installation scheitert, werden die Nachrichten dieser Dateien in /tmp/anaconda-tb-identifier zusammengefasst, wobei identifier eine zufällige Zeichenkette ist.
Alle der oben aufgeführten Dateien befinden sich in der RAM Disk des Installationsprogramms. Das heißt, sie sind nicht dauerhaft gespeichert und gehen verloren, sobald das System heruntergefahren wird. Um sie dauerhaft zu speichern, kopieren Sie diese Dateien mithilfe von scp auf ein anderes System im Netzwerk, oder kopieren Sie sie auf ein eingehängtes Speichergerät. Hinweise zur Übertragung der Protokolldateien finden Sie nachfolgend.

Anmerkung

Für die folgenden Schritte ist es notwendig, dass das Installationssystem Zugriff auf das Netzwerk hat und dass das Zielsystem Dateien über das ssh-Protokoll empfangen kann.

Prozedur 16.1. Übertragen von Protokolldateien über das Netzwerk

  1. Greifen Sie auf die Shell-Eingabeaufforderung auf dem Installationssystem zu. Dazu haben Sie mehrere Möglichkeiten:
    • Drücken Sie in einer laufenden tmux-Sitzung auf dem Installationssystem Strg+b p und Strg+b n, um zum nächsten bzw. vorherigen Terminal zu wechseln und suchen Sie das Terminal mit der Root-Shell.
    • Verbinden Sie sich mittels ssh mit dem Installationssystem.
    In beiden Fällen können Sie die Shell des Installationssystems als root verwenden.
  2. Wechseln Sie in das /tmp-Verzeichnis, in dem sich die Protokolldateien befinden:
    # cd /tmp
  3. Kopieren Sie die Protokolldateien mithilfe des scp-Befehls auf ein anderes System auf dem Netzwerk:
    # scp *log user@address:path
    Ersetzen Sie user durch einen gültigen Benutzernamen auf dem Zielsystem, address durch die Adresse oder den Hostnamen des Zielsystems, und path durch den Pfad zum Verzeichnis, in das Sie die Protokolldateien kopieren möchten. Wenn Sie sich beispielsweise als john bei einem System mit der IP-Adresse 192.168.0.122 anmelden möchten und die Protokolldateien in das Verzeichnis /home/john/logs/ auf dem System ablegen möchten, dann sieht der Befehl wie folgt aus:
    # scp *log john@192.168.0.122:/home/john/logs/
    Wenn Sie sich zum ersten Mal bei dem Zielsystem anmelden, erhalten Sie gegebenenfalls eine Meldung ähnlich der Folgenden:
    The authenticity of host '192.168.0.122 (192.168.0.122)' can't be established.
    ECDSA key fingerprint is a4:60:76:eb:b2:d0:aa:23:af:3d:59:5c:de:bb:c4:42.
    Are you sure you want to continue connecting (yes/no)?
    Geben Sie yes ein und drücken Sie die Eingabetaste, um fortzufahren. Geben Sie anschließend ein gültiges Passwort an, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Die Dateien werden daraufhin in das angegebene Verzeichnis auf dem Zielsystem übertragen.
Die Protokolldateien der Installation sind nun auf dem Zielsystem gespeichert und können dort eingesehen werden.

16.1. Probleme während der Installation

16.1.1. Keine Speichermedien gefunden

Wenn die Installation beginnt, sehen Sie unter Umständen die folgende Fehlermeldung:
Keine Speichermedien gefunden. Bitte fahren Sie den Rechner herunter, schließen Sie mindestens ein Speichermedium an und starten Sie den Rechner neu, um die Installation abzuschließen.
Diese Fehlermeldung wird in der Regel durch ein Problem mit Ihren DASD-Geräten (Direct Access Storage Device) verursacht. Tritt der Fehler bei Ihnen auf, fügen Sie den Parameter DASD=<disks> zu Ihrer CMS-Konfigurationsdatei hinzu (wobei disks die DASD-Reihe ist, die für diese Installation reserviert wurde), und starten die Installation erneut.
Stellen Sie weiterhin sicher, dass Sie die DASDs mit dem Befehl dasdfmt ausgeführt in einer Linux-Root-Shell formatieren, anstatt die DASDs mit CMS zu formatieren. Anaconda ermittelt automatisch beliebige, noch nicht formatierte DASD-Geräte und fragt nach, ob die Geräte formatiert werden sollen.
Falls Sie auf ein oder mehrere iSCSI-Geräte installieren und das System keinen lokalen Speicher hat, vergewissern Sie sich, dass alle erforderlichen LUNs (Logical Unit Numbers) dem richtigen HBA (Host Bus Adapter) bereitgestellt werden. Weitere Informationen über iSCSI finden Sie in Anhang B, ISCSI-Festplatten.

16.1.2. Berichten von Traceback-Meldungen

Falls während der grafischen Installation ein Fehler auftritt, zeigt Ihnen das Installationsprogramm ein Dialogfeld zur Absturzmeldung. Sie können wählen, ob Sie Informationen über das aufgetretene Problem an Red Hat senden möchten. Um einen Absturzbericht zu senden, müssen Sie Ihre Berechtigungsnachweise für das Kundenportal angeben. Falls Sie keinen Account beim Kundenportal haben, können Sie sich unter https://www.redhat.com/wapps/ugc/register.html registrieren. Die automatische Absturzmeldung erfordert zudem eine bestehende Netzwerkverbindung.
Das Dialogfeld zur Absturzmeldung

Abbildung 16.1. Das Dialogfeld zur Absturzmeldung

Wenn das Dialogfeld erscheint, wählen Sie Report Bug (Fehler melden), um das Problem zu melden, oder Quit, um die Installation abzubrechen.
Klicken Sie optional auf More Info (Mehr Info), um eine detaillierte Ausgabe anzuzeigen, die bei der Identifizierung der Fehlerursache helfen könnte. Falls Sie mit der Suche und Bereinigung von Programmfehlern vertraut sind, klicken Sie auf Debug. Dies bringt Sie zu einem virtuellen Terminal tty1, an dem Sie genauere Informationen abfragen können, die Sie Ihrem Fehlerbericht anfügen können. Um vom tty1 zur grafischen Konsole zurückzukehren, verwenden Sie den Befehl continue (Fortfahren).
Das erweiterte Dialogfeld zur Absturzmeldung

Abbildung 16.2. Das erweiterte Dialogfeld zur Absturzmeldung

Falls Sie den Fehler im Kundenportal melden möchten, führen Sie die nachfolgenden Schritte aus.

Prozedur 16.2. Melden von Fehlern an den Red Hat Customer Support

  1. Wählen Sie in dem daraufhin angezeigten Menü Report a bug to Red Hat Customer Portal (Fehler an das Red Hat Kundenportal melden).
  2. Um den Fehler an Red Hat zu melden, müssen Sie zunächst Ihre Berechtigungsnachweise für das Kundenportal angeben. Klicken Sie auf Configure Red Hat Customer Support.
    Berechtigungsnachweise für das Kundenportal

    Abbildung 16.3. Berechtigungsnachweise für das Kundenportal

  3. Ein neues Fenster öffnet sich daraufhin, in dem Sie zur Eingabe Ihres Benutzernamens und Passworts für das Kundenportal aufgefordert werden. Geben Sie Ihre Berechtigungsnachweise für das Red Hat-Kundenportal an.
    Konfigurieren des Red Hat Customer Supports

    Abbildung 16.4. Konfigurieren des Red Hat Customer Supports

    Falls Ihre Netzwerkeinstellungen die Verwendung eines HTTP- oder HTTPS-Proxys erfordern, können Sie das Menü Advanced (Erweitert) ausklappen und dort die Adresse des Proxyservers konfigurieren.
    Wenn Sie alle erforderlichen Berechtigungsnachweise angegeben haben, klicken Sie auf OK, um fortzufahren.
  4. Ein neues Fenster mit einem Textfeld erscheint nun. Geben Sie jegliche Informationen und Kommentare an, die hilfreich sein könnten. Beschreiben Sie, wie der Fehler reproduziert werden kann, indem Sie jeden Ihrer Schritte beschreiben, die Sie vor Auftreten des Dialogfensters zur Absturzmeldung durchführten. Geben Sie möglichst viele relevante Details an, einschließlich jeglicher Daten, die Sie möglicherweise beim Debugging gesammelt haben. Bedenken Sie, dass die Informationen, die Sie hier angeben, im Kundenportal gegebenenfalls öffentlich sichtbar werden.
    Wenn Sie nicht wissen, wodurch dieser Fehler verursacht wurde, markieren Sie das Auswahlkästchen I don't know what caused this problem (Ich weiß nicht, was dieses Problem verursacht hat) unten im Dialogfeld.
    Klicken Sie anschließend auf Forward (Weiter).
    Beschreiben des Problems

    Abbildung 16.5. Beschreiben des Problems

  5. Überprüfen Sie als Nächstes die Informationen, die an das Kundenportal gesendet werden sollen. Die von Ihnen angegebene Erklärung befindet sich auf dem Reiter comment. Andere Reiter enthalten Informationen wie z. B. den Hostnamen Ihres Systems und andere Details über die Installationsumgebung. Sie können jegliche Elemente entfernen, die Sie nicht an Red Hat senden möchten, bedenken Sie jedoch, dass ein Mangel an Informationen die Lösung des Problems erschweren kann.
    Wenn Sie mit der Überprüfung der zu sendenden Informationen fertig sind, klicken Sie auf Forward.
    Prüfen der zu sendenden Daten

    Abbildung 16.6. Prüfen der zu sendenden Daten

  6. Überprüfen Sie die Liste der Dateien, die gesendet und als einzelne Anhänge an den Fehlerbericht angehängt werden sollen. Diese Dateien liefern Systeminformationen, die bei der Untersuchung des Problems helfen können. Falls Sie bestimmte Dateien nicht senden möchten, heben Sie deren Auswahl im entsprechenden Auswahlkästchen auf. Um zusätzliche Dateien anzugeben, die zur Problemlösung beitragen könnten, klicken Sie auf Attach a file (Datei anhängen).
    Nachdem Sie die zu sendenden Dateien überprüft haben, markieren Sie das Auswahlkästchen I have reviewed the data and agree with submitting it (Ich habe die Daten überprüft und stimme dem Senden zu). Klicken Sie anschließend auf Forward, um den Bericht und die Anhänge an das Kundenportal zu übertragen.
    Prüfen der zu sendenden Dateien

    Abbildung 16.7. Prüfen der zu sendenden Dateien

  7. Wenn das Dialogfeld meldet, dass die Verarbeitung abgeschlossen ist, können Sie auf Show log (Protokoll anzeigen) klicken, um die Details der Berichtübertragung zu sehen, oder Close (Schließen), um zur ursprünglichen Absturzmeldung zurückzukehren. Klicken Sie dort auf Quit (Beenden), um die Installation zu beenden.

16.2. Probleme nach der Installation

16.2.1. Entfernte grafische Desktops und XDMCP

Falls Sie das X Window System installiert haben und sich bei Ihrem Red Hat Enterprise Linux-System mit einem grafischen Login-Manager anmelden möchten, aktivieren Sie das X Display Manager Control Protocol (XDMCP). Mit diesem Protokoll können sich Benutzer von einem beliebigen, mit X kompatiblen Client aus (z. B. von einem über das Netzwerk verbundenen Arbeitsplatzrechner oder X-Terminal aus) an einer Desktopumgebung anmelden. Das nachfolgende Verfahren erläutert, wie Sie XDMCP aktivieren können.

Prozedur 16.3. Aktivieren von XDMCP auf IBM System z

  1. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei /etc/gdm/custom.conf in einem einfachen Texteditor wie z. B. vi oder nano.
  2. Suchen Sie in der Datei custom.conf den Abschnitt, der mit [xdmcp] überschrieben ist. Fügen Sie in diesem Abschnitt die folgende Zeile hinzu:
    Enable=true
  3. Speichern Sie die Datei und beenden Sie den Texteditor.
  4. Starten Sie das X Window System neu. Führen Sie dazu einen Neustart des gesamten Systems aus oder starten Sie nur den GNOME Display Manager neu, indem Sie den folgenden Befehl als root ausführen:
    # systemctl restart gdm.service
    Sobald der grafische Anmeldebildschirm wieder erscheint, melden Sie sich mit Ihrem normalen Benutzernamen und Passwort an.
Der System z Server ist nun für XDMCP konfiguriert. Sie können sich jetzt von einem anderen Arbeitsplatzrechner (Client) mit dem Server verbinden. Starten Sie dazu eine entfernte X-Sitzung, indem Sie den X-Befehl auf dem Clientrechner ausführen. Zum Beispiel:
$ X :1 -query address
Ersetzen Sie address durch den Hostnamen des entfernten X11-Servers. Der Befehl verbindet mittels XDMCP mit dem entfernten X11-Server und zeigt den entfernten grafischen Anmeldebildschirm auf Anzeige :1 des X11-Serversystems an (normalerweise durch Drücken von Strg-Alt-F8 erreichbar).
Sie können entfernte Desktopsitzungen auch mit einem eingebetteten X11-Server anzeigen, der den entfernten Desktop als Fenster in Ihrer aktuellen X11-Sitzung öffnet. Xnest ermöglicht es Benutzern, einen entfernten Desktop in ihrer lokalen X11-Sitzung eingebettet zu öffnen. Führen Sie beispielsweise Xnest unter Verwendung des folgenden Befehls aus und ersetzen dabei address durch den Hostnamen des entfernten X11-Servers:
$ Xnest :1 -query address
Weitere Informationen über XDMCP finden Sie in der Dokumentation des X Window Systems unter http://www.x.org/releases/X11R7.6/doc/libXdmcp/xdmcp.html.

16.2.2. System gibt Signal-11-Fehler aus

Ein Signal-11-Fehler, auch weitläufig als Schutzverletzung oder Segmentierungsfehler bekannt, bedeutet, dass ein Programm versucht, auf eine Speicherstelle zuzugreifen, die nicht zugeordnet wurde. Ein Signal-11-Fehler ist möglicherweise auf einen Programmfehler in einem der installierten Softwareprogramme oder auf fehlerhafte Hardware zurückzuführen.
Falls Sie einen schwerwiegenden Signal-11-Fehler während der Installation erhalten, vergewissern Sie sich zunächst, dass Sie das aktuellste Installationsimage verwenden und lassen Sie Anaconda dessen Integrität prüfen. Fehlerhafte Installationsmedien (wie z. B. ein fehlerhaft gebrannter oder zerkratzter optischer Datenträger) sind häufige Ursachen für Signal-11-Fehler. Eine Überprüfung des Installationsmediums wird vor jeder Installation empfohlen.
Weitere Informationen über das Beziehen der aktuellsten Installationsmedien finden Sie in Kapitel 1, Herunterladen von Red Hat Enterprise Linux. Um vor Beginn der Installation eine Prüfung durchzuführen, fügen Sie die Bootoption rd.live.check am Bootmenü hinzu. Siehe Abschnitt 20.2.2, »Prüfen der Bootmedien« für Details.
Andere mögliche Ursachen gehen über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus. Werfen Sie für weitere Informationen einen Blick auf die Dokumentation Ihres Hardwareanbieters.

Kapitel 17. Konfigurieren eines installierten Linux auf einer IBM System z-Instanz

Weitere Informationen zu Linux auf System z finden Sie in den unter Kapitel 19, IBM System z-Referenzen aufgeführten Publikationen. Einige der häufigsten Aufgaben werden hier beschrieben.

17.1. Hinzufügen von DASDs

Nachfolgend sehen Sie ein Beispiel dafür, wie ein DASD online gestellt wird, wie es formatiert wird und wie die Änderungen persistent gemacht werden.

Anmerkung

Stellen Sie sicher, dass das Gerät an das Linux-System angeschlossen oder damit verbunden ist, wenn dieses unter z/VM läuft.
CP ATTACH EB1C TO *
Um mit einer Mini-Platte zu verbinden, geben Sie beispielsweise ein:
CP LINK RHEL7X 4B2E 4B2E MR 
DASD 4B2E LINKED R/W
Siehe "z/VM: CP Commands and Utilities Reference, SC24-6175" für Details zu den Befehlen.

17.1.1. DASDs dynamisch online stellen

Um ein DASD online zu stellen, befolgen Sie folgende Schritte:
  1. Verwenden Sie das Dienstprogramm cio_ignore, um das DASD aus der Liste der zu ignorierenden Geräte zu entfernen und für Linux sichtbar zu machen:
    # cio_ignore -r device_number
    Ersetzen Sie device_number durch die Gerätenummer des DASD. Zum Beispiel:
    # cio_ignore -r 4b2e
  2. Stellen Sie das Gerät online. Verwenden Sie einen Befehl der folgenden Form:
    # chccwdev -e device_number
    Ersetzen Sie device_number durch die Gerätenummer des DASD. Zum Beispiel:
    # chccwdev -e 4b2e
    Alternativ können Sie das Gerät unter Verwendung der sysfs-Attribute online stellen:
    1. Verwenden Sie den Befehl cd, um in das /sys/-Verzeichnis zu wechseln, das den Datenträger repräsentiert:
      # cd /sys/bus/ccw/drivers/dasd-eckd/0.0.4b2e/
      # ls -l
      total 0
      -r--r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 availability
      -rw-r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 cmb_enable
      -r--r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 cutype
      -rw-r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 detach_state
      -r--r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 devtype
      -r--r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 discipline
      -rw-r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 online
      -rw-r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 readonly
      -rw-r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 use_diag
    2. Überprüfen Sie, ob das Gerät bereits online ist:
      # cat online
      0
    3. Wenn nicht, dann bringen Sie es mithilfe des folgenden Befehls online:
      # echo 1 > online
      # cat online
      1
  3. Überprüfen Sie, mit welchem Blockgeräteknoten auf das Gerät zugegriffen wird:
    # ls -l
    total 0
    -r--r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 availability
    lrwxrwxrwx  1 root root    0 Aug 25 17:07 block -> ../../../../block/dasdb
    -rw-r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 cmb_enable
    -r--r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 cutype
    -rw-r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 detach_state
    -r--r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 devtype
    -r--r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 discipline
    -rw-r--r--  1 root root    0 Aug 25 17:04 online
    -rw-r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 readonly
    -rw-r--r--  1 root root 4096 Aug 25 17:04 use_diag
    Wie in diesem Beispiel gezeigt, wird auf das Gerät 4B2E als /dev/dasdb zugegriffen.
Diese Schritte stellen ein DASD für die aktuelle Sitzung online, was jedoch einen Neustart nicht überdauert. Anweisungen, wie Sie ein DASDs dauerhaft online stellen, finden Sie in Abschnitt 17.1.3, »DASDs persistent online stellen«. Wenn Sie mit DASDs arbeiten, verwenden Sie die persistenten symbolischen Links für Geräte unter /dev/disk/by-path/.

17.1.2. Neues DASD mit Low-Level-Formatierung vorbereiten

Sobald die Festplatte online ist, wechseln Sie zurück in das Verzeichnis /root und formatieren das Gerät low-level. Dies ist nur einmal während der gesamten Lebensspanne eines DASD erforderlich:
# cd
# dasdfmt -b 4096 -d cdl -p /dev/disk/by-path/ccw-0.0.4b2e 
Drive Geometry: 10017 Cylinders * 15 Heads =  150255 Tracks 

I am going to format the device /dev/disk/by-path/ccw-0.0.4b2e in the following way: 
   Device number of device : 0x4b2e 
   Labelling device        : yes 
   Disk label              : VOL1 
   Disk identifier         : 0X4B2E
   Extent start (trk no)   : 0 
   Extent end (trk no)     : 150254 
   Compatible Disk Layout  : yes 
   Blocksize               : 4096 

--->> ATTENTION! <<--- 
All data of that device will be lost. 
Type "yes" to continue, no will leave the disk untouched: yes
cyl    97 of  3338 |#----------------------------------------------|   2%
Wenn der Fortschrittsbalken das Ende erreicht hat und die Formatierung abgeschlossen ist, gibt dasdfmt die folgende Ausgabe aus:
Rereading the partition table... 
Exiting...
Verwenden Sie nun fdasd, um das DASD zu partitionieren. Sie können bis zu drei Partitionen auf einem DASD erstellen. In unserem Beispiel erstellen wir eine Partition, die sich über die gesamte Platte erstreckt:
# fdasd -a /dev/disk/by-path/ccw-0.0.4b2e
auto-creating one partition for the whole disk...
writing volume label...
writing VTOC...
checking !
wrote NATIVE!
rereading partition table...
Sobald ein (low-level-formatiertes) DASD online ist, kann es wie jede andere Festplatte unter Linux verwendet werden. Sie können beispielsweise Dateisysteme, physische LVM-Datenträger oder Swap-Space auf den Partitionen erstellen, z. B. /dev/disk/by-path/ccw-0.0.4b2e-part1. Verwenden Sie niemals das vollständige DASD-Gerät (dev/dasdb) für etwas anderes als die Befehle dasdfmt und fdasd. Wenn Sie das gesamte DASD verwenden möchten, erstellen Sie eine Partition, die sich über das gesamte Gerät verteilt, wie im obigen fdasd-Beispiel.
Um später zusätzliche Festplatten hinzuzufügen, ohne bereits bestehende Festplatteneinträge in beispielsweise /etc/fstab ungültig zu machen, verwenden Sie die persistenten symbolischen Geräte-Links unter /dev/disk/by-path/.

17.1.3. DASDs persistent online stellen

Die obigen Anweisungen beschrieben, wie DASDs dynamisch in einem laufenden System aktiviert werden können. Solche Änderungen sind jedoch nicht persistent und überdauern keinen Neustart. Das persistente Ändern der DASD-Konfiguration auf Ihrem Linux-System hängt davon ab, ob das DASD Bestandteil des Root-Dateisystems ist. Die DASDs, die für das Root-System benötigt werden, müssen sehr früh während des Bootvorgangs mittels initramfs aktiviert werden, damit das Root-Dateisystem eingehängt werden kann.
Die cio_ignore-Befehle werden transparent für persistente Gerätekonfigurationen gehandhabt und Sie brauchen Geräte aus der ignore-Liste nicht manuell freizugeben.

17.1.3.1. DASDs, die Teil des Root-Dateisystems sind

Die einzige Datei, die Sie für das Hinzufügen von DASDs, die Teil des Root-Dateisystems sind, verändern müssen, ist /etc/zipl.conf. Führen Sie anschließend das Bootloader-Werkzeug zipl aus. Das initramfs muss nicht erneut erstellt werden.
Es gibt eine Bootoption, um DASDs früh im Bootvorgang zu aktivieren: rd_DASD. Diese Option verwendet eine kommagetrennte Liste als Eingabe. Die Liste beinhaltet eine Geräte-Bus-ID und optional zusätzliche Parameter, bestehend aus Schlüssel-Wert-Paaren, die DASD-sysfs-Attributen entsprechen.
Nachfolgend ist eine beispielhafte zipl.conf-Datei für ein System aufgeführt, das physische Datenträger auf Partitionen von zwei DASDs für eine LVM-Datenträgergruppe namens vg_devel1 nutzt, die einen logischen Datenträger namens lv_root für das Root-Dateisystem enthält.
[defaultboot]
default=linux
target=/boot/
[linux]
        image=/boot/vmlinuz-2.6.32-19.el7.s390x
        ramdisk=/boot/initramfs-2.6.32-19.el7.s390x.img
        parameters="root=/dev/mapper/vg_devel1-lv_root rd.dasd=0.0.0200,use_diag=0,readonly=0,erplog=0,failfast=0 rd.dasd=0.0.0207,use_diag=0,readonly=0,erplog=0,failfast=0  rd_LVM_LV=vg_devel1/lv_root rd_NO_LUKS rd_NO_MD rd_NO_DM LANG=en_US.UTF-8 SYSFONT=latarcyrheb-sun16 KEYTABLE=us cio_ignore=all,!condev"
Angenommen, Sie möchten einen weiteren physischen Datenträger auf einer Partition eines dritten DASD mit der Geräte-BUS-ID 0.0.202b erstellen. Um dies zu erreichen, fügen Sie einfach rd.dasd=0.0.202b zu der Parameterzeile Ihres Bootkernels in zipl.conf hinzu:
[defaultboot]
default=linux
target=/boot/
[linux]
        image=/boot/vmlinuz-2.6.32-19.el7.s390x
        ramdisk=/boot/initramfs-2.6.32-19.el7.s390x.img
        parameters="root=/dev/mapper/vg_devel1-lv_root rd.dasd=0.0.0200,use_diag=0,readonly=0,erplog=0,failfast=0 rd.dasd=0.0.0207,use_diag=0,readonly=0,erplog=0,failfast=0 rd.dasd=0.0.202b  rd_LVM_LV=vg_devel1/lv_root rd_NO_LUKS rd_NO_MD rd_NO_DM LANG=en_US.UTF-8 SYSFONT=latarcyrheb-sun16 KEYTABLE=us cio_ignore=all,!condev"
Führen Sie zipl aus, um die Änderungen von /etc/zipl.conf für das nächste Booten (IPL) anzuwenden:
# zipl -V
Using config file '/etc/zipl.conf'
Target device information
  Device..........................: 5e:00
  Partition.......................: 5e:01
  Device name.....................: dasda
  DASD device number..............: 0201
  Type............................: disk partition
  Disk layout.....................: ECKD/compatible disk layout
  Geometry - heads................: 15
  Geometry - sectors..............: 12
  Geometry - cylinders............: 3308
  Geometry - start................: 24
  File system block size..........: 4096
  Physical block size.............: 4096
  Device size in physical blocks..: 595416
Building bootmap in '/boot/'
Building menu 'rh-automatic-menu'
Adding #1: IPL section 'linux' (default)
  kernel image......: /boot/vmlinuz-2.6.32-19.el7.s390x
  kernel parmline...: 'root=/dev/mapper/vg_devel1-lv_root rd.dasd=0.0.0200,use_diag=0,readonly=0,erplog=0,failfast=0 rd.dasd=0.0.0207,use_diag=0,readonly=0,erplog=0,failfast=0 rd.dasd=0.0.202b rd_LVM_LV=vg_devel1/lv_root rd_NO_LUKS rd_NO_MD rd_NO_DM LANG=en_US.UTF-8 SYSFONT=latarcyrheb-sun16 KEYTABLE=us cio_ignore=all,!condev'
  initial ramdisk...: /boot/initramfs-2.6.32-19.el7.s390x.img
  component address: 
    kernel image....: 0x00010000-0x00a70fff 
    parmline........: 0x00001000-0x00001fff 
    initial ramdisk.: 0x02000000-0x022d2fff 
    internal loader.: 0x0000a000-0x0000afff 
Preparing boot device: dasda (0201).
Preparing boot menu
  Interactive prompt......: enabled 
  Menu timeout............: 15 seconds
  Default configuration...: 'linux' 
Syncing disks...
Done.

17.1.3.2. DASDs, die nicht Teil des Root-Dateisystems sind

DASDs, die nicht Teil des Root-Dateisystems sind, d. h. Datenplatten, werden persistent in der Datei /etc/dasd.conf konfiguriert. Die Datei enthält ein DASD pro Zeile. Jede Zeile beginnt mit der Geräte-Bus-ID eines DASD. Optional kann jede Zeile mit Optionen fortgeführt werden, die durch ein Leerzeichen oder Tabulatorzeichen getrennt werden. Optionen bestehen aus Schlüssel-Wert-Paaren, bei denen der Schlüssel und der Wert durch ein Gleichheitszeichen getrennt werden.
Der Schlüssel entspricht einem beliebigen, gültigen sysfs-Attribut, das ein DASD gegebenenfalls besitzt. Der Wert wird zu dem sysfs-Attribut des Schlüssels geschrieben. Einträge in /etc/dasd.conf werden von udev aktiviert und konfiguriert, wenn ein DASD zum System hinzugefügt wird. Zum Zeitpunkt des Bootens werden alle für das System sichtbaren DASDs hinzugefügt und aktivieren udev.
Beispielinhalt von /etc/dasd.conf:
0.0.0207
0.0.0200 use_diag=1 readonly=1
Änderungen an /etc/dasd.conf werden nur nach einem Neustart des Systems oder dem dynamischen Hinzufügen eines neuen DASD durch Änderung der I/O-Konfiguration des Systems gültig (d. h. das DASD wird unter z/VM angeschlossen). Alternativ können Sie die Aktivierung eines neuen Eintrags für ein DASD, das zuvor nicht aktiv war, in /etc/dasd.conf mit den folgenden Befehlen erreichen:
  1. Verwenden Sie das Dienstprogramm cio_ignore, um das DASD aus der Liste der zu ignorierenden Geräte zu entfernen und für Linux sichtbar zu machen:
    # cio_ignore -r device_number
    Zum Beispiel:
    # cio_ignore -r 021a
  2. Initiieren Sie die Aktivierung, indem Sie in das uevent-Attribut des Geräts schreiben:
    echo add > /sys/bus/ccw/devices/device-bus-ID/uevent
    Zum Beispiel:
    echo add > /sys/bus/ccw/devices/0.0.021a/uevent

17.2. Hinzufügen von FCP-verknüpften Logical Units (LUNs)

Nachfolgend sehen Sie ein Beispiel für das Hinzufügen einer FCP-LUN.

Anmerkung

Vergewissern Sie sich bei der Ausführung unter z/VM, dass der FCP-Adapter an die virtuelle z/VM-Gastmaschine angehängt ist. Für das Multipathing in Produktionsumgebungen gibt es mindestens zwei FCP-Geräte auf zwei verschiedenen physischen Adaptern (CHPIDs). Zum Beispiel:
CP ATTACH FC00 TO * 
CP ATTACH FCD0 TO *

17.2.1. FCP-LUN dynamisch aktivieren

Führen Sie folgende Schritte aus, um eine LUN zu aktivieren:
  1. Verwenden Sie das Dienstprogramm cio_ignore, um den FCP-Adapter aus der Liste der ignorierten Geräte zu entfernen und für Linux sichtbar zu machen:
    # cio_ignore -r device_number
    Ersetzen Sie device_number durch die Gerätenummer des FCP-Adapters. Zum Beispiel:
  2. Verwenden Sie den folgenden Befehl, um das FCP-Adaptergerät online zu stellen:
    # chccwdev -e fc00
  3. Vergewissern Sie sich, dass die erforderliche WWPN durch das automatische Scannen der Ports durch den zfcp-Gerätetreiber gefunden wurde:
    # ls -l /sys/bus/ccw/drivers/zfcp/0.0.fc00/
    drwxr-xr-x.  3 root root    0 Apr 28 18:19 0x500507630040710b
    drwxr-xr-x.  3 root root    0 Apr 28 18:19 0x50050763050b073d
    drwxr-xr-x.  3 root root    0 Apr 28 18:19 0x500507630e060521
    drwxr-xr-x.  3 root root    0 Apr 28 18:19 0x500507630e860521
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:17 availability
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:19 card_version
    -rw-r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:17 cmb_enable
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:17 cutype
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:17 devtype
    lrwxrwxrwx.  1 root root    0 Apr 28 18:17 driver ->  ../../../../bus/ccw/drivers/zfcp
    -rw-r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:17 failed
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:19 hardware_version
    drwxr-xr-x. 35 root root    0 Apr 28 18:17 host0
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:17 in_recovery
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:19 lic_version
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:17 modalias
    -rw-r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:17 online
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:19 peer_d_id
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:19 peer_wwnn
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:19 peer_wwpn
    --w-------.  1 root root 4096 Apr 28 18:19 port_remove
    --w-------.  1 root root 4096 Apr 28 18:19 port_rescan
    drwxr-xr-x.  2 root root    0 Apr 28 18:19 power
    -r--r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:19 status
    lrwxrwxrwx.  1 root root    0 Apr 28 18:17 subsystem ->  ../../../../bus/ccw
    -rw-r--r--.  1 root root 4096 Apr 28 18:17 uevent
  4. Aktivieren Sie die FCP-LUN, indem Sie sie zu dem Port (WWPN), durch den Sie auf das LUN zugreifen möchten, hinzufügen:
    # echo 0x4020400100000000 > /sys/bus/ccw/drivers/zfcp/0.0.fc00/0x50050763050b073d/unit_add
  5. Finden Sie den zugewiesenen SCSI-Gerätenamen heraus:
    # lszfcp -DV
    /sys/devices/css0/0.0.0015/0.0.fc00/0x50050763050b073d/0x4020400100000000
    /sys/bus/ccw/drivers/zfcp/0.0.fc00/host0/rport-0:0-21/target0:0:21/0:0:21:1089355792

17.2.2. FCP-LUNs persistent aktivieren

Die obigen Anweisungen beschrieben, wie FCP-LUNs dynamisch in einem laufenden System aktiviert werden können. Solche Änderungen sind jedoch nicht persistent und überdauern keinen Neustart. Das persistente Ändern der FCP-Konfiguration auf Ihrem Linux-System hängt davon ab, ob die FCP-LUNs Bestandteil des Root-Dateisystems sind. Die FCP-LUNs, die für das Root-System benötigt werden, müssen sehr früh während des Bootvorgangs mittels initramfs aktiviert werden, damit das Root-Dateisystem eingehängt werden kann. Die cio_ignore-Befehle werden transparent für persistente Gerätekonfigurationen gehandhabt und Sie brauchen Geräte aus der ignore-Liste nicht manuell freizugeben.

17.2.2.1. FCP-LUNs, die Teil des Root-Dateisystems sind

Die einzige Datei, die Sie für das Hinzufügen von FCP-LUNs, die Teil des Root-Dateisystems sind, verändern müssen, ist /etc/zipl.conf. Führen Sie anschließend das Bootloader-Werkzeug zipl aus. Das initramfs muss nicht mehr erneut erstellt werden.
Red Hat Enterprise Linux stellt einen Parameter zur Aktivierung von FCP-LUNs zu einem frühen Zeitpunkt des Bootvorgangs zur Verfügung: rd_ZFCP=. Der Wert ist eine kommagetrennte Liste, die Folgendes enthält: die Geräte-BUS-ID, die WWPN als 16-stelligen Hexadezimalwert mit 0x als Präfix und die FCP-LUN mit 0x als Präfix und rechts mit Nullen aufgefüllt, um 16 Hexadezimalstellen zu erreichen.
Nachfolgend ist eine beispielhafte zipl.conf-Datei für ein System aufgeführt, das physische Datenträger auf Partitionen von zwei FCP-LUNs für eine LVM-Datenträgergruppe namens vg_devel1 verwendet, die einen logischen Datenträger namens lv_root für das Root-Dateisystem besitzt. Der Einfachheit halber wird ein Beispiel für die Konfiguration ohne Multipathing gezeigt.
[defaultboot]
default=linux
target=/boot/
[linux]
image=/boot/vmlinuz-2.6.32-19.el7.s390x
ramdisk=/boot/initramfs-2.6.32-19.el7.s390x.img
parameters="root=/dev/mapper/vg_devel1-lv_root 
rd.zfcp=0.0.fc00,0x5105074308c212e9,0x401040a000000000 
rd.zfcp=0.0.fc00,0x5105074308c212e9,0x401040a100000000 
rd_LVM_LV=vg_devel1/lv_root rd_NO_LUKS rd_NO_MD rd_NO_DM LANG=en_US.UTF-8 
SYSFONT=latarcyrheb-sun16 KEYTABLE=us cio_ignore=all,!condev"
Um einen weiteren physischen Datenträger auf einer Partition einer dritten FCP-LUN mit Gerätebus ID 0.0.fc00, WWPN 0x5105074308c212e9 und FCP LUN 0x401040a300000000 hinzuzufügen, fügen Sie einfach rd.zfcp=0.0.fc00,0x5105074308c212e9,0x401040a300000000 zu der Zeile mit den Parametern Ihres Bootkernels in zipl.conf hinzu, wie z. B.:
[defaultboot]
default=linux
target=/boot/
[linux]
image=/boot/vmlinuz-2.6.32-19.el7.s390x
ramdisk=/boot/initramfs-2.6.32-19.el7.s390x.img
parameters="root=/dev/mapper/vg_devel1-lv_root 
rd.zfcp=0.0.fc00,0x5105074308c212e9,0x401040a000000000 
rd.zfcp=0.0.fc00,0x5105074308c212e9,0x401040a100000000 
rd.zfcp=0.0.fc00,0x5105074308c212e9,0x401040a300000000
rd_LVM_LV=vg_devel1/lv_root rd_NO_LUKS rd_NO_MD rd_NO_DM LANG=en_US.UTF-8 
SYSFONT=latarcyrheb-sun16 KEYTABLE=us cio_ignore=all,!condev"
Führen Sie zipl aus, um die Änderungen von /etc/zipl.conf für das nächste Booten (IPL) anzuwenden:
# zipl -V
Using config file '/etc/zipl.conf'
Target device information
Device..........................: 08:00
Partition.......................: 08:01
Device name.....................: sda
Device driver name..............: sd
Type............................: disk partition
Disk layout.....................: SCSI disk layout
Geometry - start................: 2048
File system block size..........: 4096
Physical block size.............: 512
Device size in physical blocks..: 10074112
Building bootmap in '/boot/'
Building menu 'rh-automatic-menu'
Adding #1: IPL section 'linux' (default)
kernel image......: /boot/vmlinuz-2.6.32-19.el7.s390x
kernel parmline...: 'root=/dev/mapper/vg_devel1-lv_root rd.zfcp=0.0.fc00,0x5105074308c212e9,0x401040a000000000 rd.zfcp=0.0.fc00,0x5105074308c212e9,0x401040a100000000 rd.zfcp=0.0.fc00,0x5105074308c212e9,0x401040a300000000 rd_LVM_LV=vg_devel1/lv_root rd_NO_LUKS rd_NO_MD rd_NO_DM LANG=en_US.UTF-8 SYSFONT=latarcyrheb-sun16 KEYTABLE=us cio_ignore=all,!condev'
initial ramdisk...: /boot/initramfs-2.6.32-19.el7.s390x.img
component address:
kernel image....: 0x00010000-0x007a21ff
parmline........: 0x00001000-0x000011ff
initial ramdisk.: 0x02000000-0x028f63ff
internal loader.: 0x0000a000-0x0000a3ff
Preparing boot device: sda.
Detected SCSI PCBIOS disk layout.
Writing SCSI master boot record.
Syncing disks...
Done.

17.2.2.2. FCP-LUNs, die nicht Teil des Root-Dateisystems sind

FCP-LUNs, die nicht Teil des Root-Dateisystems sind, d. h. Datenplatten, werden persistent in der Datei /etc/zfcp.conf konfiguriert. Die Datei enthält eine FCP-LUN pro Zeile. Jede Zeile enthält Folgendes: die Geräte-Bus-ID des FCP-Adapters, die WWPN als 16-stellige Hexadezimalzahl mit 0x Präfix und die FCP-LUN mit 0x Präfix und rechts mit Nullen aufgefüllt, um 16 Hexadezimalstellen zu erreichen, getrennt durch Leerzeichen oder Tabulator. Einträge in /etc/zfcp.conf werden durch udev aktiviert und konfiguriert, wenn ein FCP-Adapter zum System hinzugefügt wird. Zum Zeitpunkt des Bootens werden alle für das System sichtbaren FCP-Adapter hinzugefügt und aktivieren udev.
Beispielinhalt von /etc/zfcp.conf:
0.0.fc00 0x5105074308c212e9 0x401040a000000000
0.0.fc00 0x5105074308c212e9 0x401040a100000000
0.0.fc00 0x5105074308c212e9 0x401040a300000000
0.0.fcd0 0x5105074308c2aee9 0x401040a000000000
0.0.fcd0 0x5105074308c2aee9 0x401040a100000000
0.0.fcd0 0x5105074308c2aee9 0x401040a300000000
Änderungen an /etc/zfcp.conf werden erst nach einem Neustart des Systems oder dem dynamischen Hinzufügen eines neuen FCP durch Änderung der I/O-Konfiguration des Systems wirksam (z. B. ein Channel wird unter z/VM angehängt). Alternativ erreichen Sie die Aktivierung eines neuen Eintrags für ein FCP, das zuvor nicht aktiv war, in /etc/zfcp.conf mit den folgenden Befehlen:
  1. Verwenden Sie das Dienstprogramm cio_ignore, um den FCP-Adapter aus der Liste der ignorierten Geräte zu entfernen und für Linux sichtbar zu machen:
    # cio_ignore -r device_number
    Ersetzen Sie device_number durch die Gerätenummer des FCP-Adapters. Zum Beispiel:
    # cio_ignore -r fcfc
  2. Führen Sie Folgendes aus, um uevent zu initiieren, welches die Änderung aktiviert:
    echo add > /sys/bus/ccw/devices/device-bus-ID/uevent
    Zum Beispiel:
    echo add > /sys/bus/ccw/devices/0.0.fcfc/uevent

17.3. Hinzufügen eines Netzwerkgeräts

Module für Netzwerkgerätetreiber werden automatisch von udev geladen.
Sie können eine Netzwerkschnittstelle auf IBM System z dynamisch oder persistent hinzufügen.
  • Dynamisch
    1. Laden Sie den Gerätetreiber.
    2. Entfernen Sie die Netzwerkgeräte aus der Liste der ignorierten Geräte.
    3. Erstellen Sie das Gruppengerät.
    4. Konfigurieren Sie das Gerät.
    5. Stellen Sie das Gerät online.
  • Persistent
    1. Erstellen Sie ein Konfigurationsskript.
    2. Aktivieren Sie die Schnittstelle.
Die folgenden Abschnitte liefern grundlegende Informationen für jede Aufgabe für alle IBM System z-Netzwerkgerätetreiber. In Abschnitt 17.3.1, »Hinzufügen eines qeth-Geräts« wird beschrieben, wie ein qeth-Gerät zu einer vorhandenen Instanz von Red Hat Enterprise Linux hinzugefügt wird. In Abschnitt 17.3.2, »Hinzufügen eines LCS-Geräts« wird beschrieben, wie ein LCS-Gerät zu einer vorhandenen Instanz von Red Hat Enterprise Linux hinzugefügt wird.

17.3.1. Hinzufügen eines qeth-Geräts

Der qeth-Netzwerkgerätetreiber unterstützt System z OSA-Express-Features in QDIO-Modus, HiperSockets, z/VM-Gast-LAN und z/VM-VSWITCH.
Der qeth-Gerätetreiber weist denselben Schnittstellennamen für Ethernet- und Hipersockets-Geräte zu: enccwbus_ID. Die Bus-ID besteht aus der Channel-Subsystem-ID, Subchannel-Set-ID und der Gerätenummer, z. B. enccw0.0.0a00.

17.3.1.1. qeth-Gerät dynamisch hinzufügen

Um ein qeth-Gerät dynamisch hinzuzufügen, führen Sie die folgenden Schritte aus:
  1. Ermitteln Sie, ob die Module des qeth-Gerätetreibers geladen wurden. Nachfolgendes Beispiel zeigt geladene qeth-Module:
    # lsmod | grep qeth
    qeth_l3                  127056  9
    qeth_l2                   73008  3
    ipv6                  492872  155ip6t_REJECT,nf_conntrack_ipv6,qeth_l3
    qeth                  115808  2 qeth_l3,qeth_l2
    qdio                   68240  1 qeth
    ccwgroup               12112  2 qeth
    Falls die Ausgabe des lsmod-Befehls zeigt, dass die qeth-Module nicht geladen wurden, führen Sie den Befehl modprobe aus, um sie zu laden:
    # modprobe qeth
  2. Verwenden Sie das Dienstprogramm cio_ignore, um die Netzwerkchannel aus der Liste der ignorierten Geräte zu entfernen und sie für Linux sichtbar zu machen:
    # cio_ignore -r read_device_bus_id,write_device_bus_id,data_device_bus_id
    Ersetzen Sie read_device_bus_id, write_device_bus_id und data_device_bus_id durch die drei Geräte-Bus-IDs, die ein Netzwerkgerät repräsentieren. Wenn beispielsweise read_device_bus_id 0.0.f500 ist, dann ist write_device_bus_id 0.0.f501 und data_device_bus_id 0.0.f502:
    # cio_ignore -r 0.0.f500,0.0.f501,0.0.f502
  3. Verwenden Sie das Dienstprogramm znetconf, um Konfigurationen für Netzwerkgeräte auszumachen und aufzulisten:
    # znetconf -u
    Scanning for network devices...
    Device IDs                 Type    Card Type      CHPID Drv. 
    ------------------------------------------------------------
    0.0.f500,0.0.f501,0.0.f502 1731/01 OSA (QDIO)        00 qeth 
    0.0.f503,0.0.f504,0.0.f505 1731/01 OSA (QDIO)        01 qeth 
    0.0.0400,0.0.0401,0.0.0402 1731/05 HiperSockets      02 qeth
  4. Wählen Sie die Konfiguration aus, mit der Sie arbeiten möchten, und verwenden Sie znetconf, um die Konfiguration anzuwenden und das konfigurierte Gruppengerät als Netzwerkgerät online zu stellen.
    # znetconf -a f500
    Scanning for network devices...
    Successfully configured device 0.0.f500 (enccw0.0.f500)
  5. Optional können Sie auch für das Gruppengerät konfigurierte Argumente übergeben, bevor das Gerät online gestellt wird:
    # znetconf -a f500 -o portname=myname
    Scanning for network devices...
    Successfully configured device 0.0.f500 (enccw0.0.f500)
    Nun können Sie mit der Konfiguration der Netzwerkschnittstelle enccw0.0.f500 fortfahren.
Alternativ können Sie die sysfs-Attribute verwenden, um das Gerät wie folgt online zu stellen:
  1. Erstellen Sie ein qeth-Gruppengerät:
    # echo read_device_bus_id,write_device_bus_id,data_device_bus_id > /sys/bus/ccwgroup/drivers/qeth/group
    Zum Beispiel:
    # echo 0.0.f500,0.0.f501,0.0.f502 > /sys/bus/ccwgroup/drivers/qeth/group
  2. Vergewissern Sie sich als Nächstes, dass das qeth-Gruppengerät ordnungsgemäß erstellt wurde, indem Sie nach dem Read-Channel suchen:
    # ls /sys/bus/ccwgroup/drivers/qeth/0.0.f500
    Sie können optional zusätzliche Parameter und Features festlegen abhängig von der Art und Weise, wie Sie Ihr System einrichten, und von den Features, die Sie benötigen, wie z. B.:
    • portno
    • layer2
    • portname
  3. Stellen Sie das Gerät online, indem Sie 1 in das online sysfs-Attribut schreiben:
    # echo 1 > /sys/bus/ccwgroup/drivers/qeth/0.0.f500/online
  4. Überprüfen Sie anschließend den Status des Geräts:
    # cat /sys/bus/ccwgroup/drivers/qeth/0.0.f500/online
    1
    Ein Rückgabewert von 1 zeigt an, dass das Gerät online ist, während ein Rückgabewert von 0 anzeigt, dass das Gerät offline ist.
  5. Finden Sie den Namen der Schnittstelle heraus, die dem Gerät zugewiesen wurde:
    # cat /sys/bus/ccwgroup/drivers/qeth/0.0.f500/if_name
    enccw0.0.f500
    Nun können Sie mit der Konfiguration der Netzwerkschnittstelle enccw0.0.f500 fortfahren.
    Der folgende Befehl aus dem s390utils-Paket zeigt die wichtigsten Einstellungen Ihres qeth-Geräts an:
    # lsqeth enccw0.0.f500
    Device name                     : enccw0.0.f500                
    -------------------------------------------------
            card_type               : OSD_1000
            cdev0                   : 0.0.f500
            cdev1                   : 0.0.f501
            cdev2                   : 0.0.f502
            chpid                   : 76
            online                  : 1
            portname                : OSAPORT
            portno                  : 0
            state                   : UP (LAN ONLINE)
            priority_queueing       : always queue 0
            buffer_count            : 16
            layer2                  : 1
            isolation               : none

17.3.1.2. qeth-Gerät dynamisch entfernen

Um ein qeth-Gerät zu entfernen, verwende