4.7.3. Neues Schema zur Netzwerkbenennung

Red Hat Enterprise Linux 7 liefert Methoden zur konsistenten und vorhersehbaren Benennung von Netzwerkgeräten für Netzwerkschnittstellen. Diese Features ändern die Namen von Netzwerkschnittstellen auf einem System, um das Auffinden und Unterscheiden der Schnittstellen zu erleichtern.
Üblicherweise heißen Netzwerkschnittstellen unter Linux eth[0123...], allerdings stimmen diese Namen nicht unbedingt mit den tatsächlichen Labels auf dem Gehäuse überein. Bei modernen Server-Plattformen mit mehreren Netzwerkadaptern kann es zu nicht-deterministischen und nicht-intuitiven Benennungen dieser Schnittstellen kommen. Dies betrifft sowohl Netzwerkadapter, die im Motherboard integriert sind (Lan-on-Motherboard oder LOM) als auch aufsteckbare Adapter (Single- und Multi-Port).
In Red Hat Enterprise Linux 7 unterstützen systemd und udevd eine Reihe verschiedener Benennungsschemata. Standardmäßig werden feste Namen basierend auf Firmware, Topologie und Standortinformationen zugewiesen. Dies hat den Vorteil, dass die Namen vollständig automatisch erstellt werden, vorhersehbar sind und gleich bleiben, selbst wenn Hardware hinzugefügt oder entfernt wird (es erfolgt keine erneute Enumerierung), und dass kaputte Hardware nahtlos ersetzt werden kann. Der Nachteil dabei ist, dass diese Namen manchmal schwerer lesbar sind als die bisher verwendeten, z.B. enp5s0 anstelle von eth0.
Die folgenden Benennungsschemata für Netzwerkschnittstellen werden nun von udevd nativ unterstützt.
Schema 1
Namen enthalten eine von der Firmware oder vom BIOS bereitgestellte Indexnummer für Geräte auf dem Motherboard, z.B. eno1. systemd benennt Schnittstellen standardmäßig nach diesem Schema, wenn diese Information von der Firmware verfügbar und anwendbar ist, andernfalls wird Schema 2 verwendet.
Schema 2
Namen enthalten eine von der Firmware oder vom BIOS bereitgestellte Indexnummer für PCI Express Hotplug Slots, z.B. ens1. systemd benennt Schnittstellen standardmäßig nach diesem Schema, wenn diese Information von der Firmware verfügbar und anwendbar ist, andernfalls wird Schema 3 verwendet.
Schema 3
Namen enthalten den physischen Ort der Steckverbindung der Hardware, z.B. enp2s0. systemd benennt Schnittstellen standardmäßig nach diesem Schema, wenn diese Information von der Firmware verfügbar und anwendbar ist, andernfalls wird Schema 5 verwendet.
Schema 4
Namen enthalten die MAC-Adresse der Schnittstellen, z.B. enx78e7d1ea46da. Standardmäßig benennt systemd Schnittstellen nicht nach diesem Schema, es kann jedoch aktiviert werden, falls gewünscht.
Schema 5
Die herkömmliche, unvorhersehbare, kerneleigene ethX-Benennung, z.B. eth0. systemd benennt Schnittstellen nach diesem Schema, wenn alle anderen Methoden fehlschlagen.
Falls auf dem System BIOSDEVNAME aktiviert ist, oder falls der Benutzer udevd Regeln hinzugefügt hat, welche die Namen von Kernel-Geräten ändern, so haben diese Regeln Vorrang vor der standardmäßigen systemd Richtlinie.
Weitere Details über dieses neue Benennungssystem finden Sie im Red Hat Enterprise Linux 7 Netzwerkhandbuch, verfügbar unter http://access.redhat.com/site/documentation/Red_Hat_Enterprise_Linux/.