Kapitel 9. Compiler und Werkzeuge

Hot-Patching-Unterstützung für Linux auf System z Binärdateien

GNU Compiler Collection (GCC) implementiert Unterstützung für Patching im laufenden Betrieb von Multi-Thread-Code für Linux auf System z Binärdaten. Die Auswahl bestimmter Funktionen zum Hot Patching wird aktiviert mithilfe eines „Funktionsattributs“ und Hot Patching für alle Funktionen kann aktiviert werden mit der Befehlszeilenoption -mhotpatch.
Wird das Hot Patching aktiviert, hat dies negative Auswirkungen auf den Softwareumfang und die Leistung. Es wird daher empfohlen, Hot Patching nur für bestimmte Funktionen zu aktivieren, nicht für alle Funktionen.
Die Hot-Patching-Unterstützung für Linux auf System z Binärdaten war eine Technologievorschau für Red Hat Enterprise Linux 7.0. In der Red Hat Enterprise Linux 7.1 Release wird dieses Feature nun vollständig unterstützt.

Verbesserungen an dem Performance Application Programming Interface (PAPI)

Red Hat Enterprise Linux 7 enthält das Performance Application Programming Interface (PAPI). PAPI ist eine Spezifikation für plattformübergreifende Schnittstellen zu Hardware-Leistungszählern auf modernen Mikroprozessoren. Diese Zähler existieren als kleine Gruppe von Registern, die Ereignisse zählen, die das Auftreten bestimmter Signale einer Prozessorfunktion darstellen. Die Überwachung dieser Ereignisse dient einer Vielzahl von Zwecken rund um die Analyse und Optimierung der Applikationsleistung.
In Red Hat Enterprise Linux 7.1 PAPI and the related libpfm libraries have been enhanced to provide support for IBM Power8, Applied Micro X-Gene, ARM Cortex A57, and ARM Cortex A53 processors. In addition, the events sets have been updated for Intel Haswell, Ivy Bridge, and Sandy Bridge processors.

OProfile

OProfile ist ein systemweiter Profiler für Linux-Systeme. Das Profiling läuft transparent im Hintergrund und Profildaten können zu jedem Zeitpunkt gesammelt werden. In Red Hat Enterprise Linux 7.1 wurde OProfile verbessert, um Unterstützung für die folgenden Prozessorfamilien zu bieten: Intel Atom Prozessor C2XXX, 5th Generation Intel Core Prozessoren, IBM Power8, AppliedMicro X-Gene und ARM Cortex A57.

OpenJDK8

Red Hat Enterprise Linux 7.1 implementiert die java-1.8.0-openjdk-Pakete als Technologievorschau, welche die neueste Version des Open Java Development Kits (OpenJDK), OpenJDK8, enthalten. Diese Pakete bieten eine vollständig konforme Implementierung von Java SE 8 und können parallel zu vorhandenen java-1.7.0-openjdk-Paketen verwenden werden, die weiterhin in Red Hat Enterprise Linux 7.1 zur Verfügung stehen.
Java 8 bringt zahlreiche neue Verbesserungen ein wie z. B. Lambda-Ausdrücke, Standardmethoden, eine neue Stream-API für Sammlungen, JDBC 4.2, Hardware-AES-Unterstützung, usw. OpenJDK8 enthält zudem zahlreiche Leistungsverbesserungen und Fehlerbehebungen.

sosreport ersetzt snap

Das veraltete snap-Tool wurde aus dem Paket powerpc-utils entfernt. Dessen Funktionalität wurde in das sosreport-Tool integriert.

GDB-Unterstützung für Little Endian 64-Bit PowerPC

Red Hat Enterprise Linux 7.1 implementiert Unterstützung für die 64-Bit PowerPC Little-Endian-Architektur im GNU Debugger (GDB).

Tuna-Verbesserungen

Tuna ist ein Tool, das zur Einstellung von Scheduler-Parametern wie z. B. der Scheduler-Richtlinie, RT-Priorität und CPU-Affinität verwendet werden kann. In Red Hat Enterprise Linux 7.1 wurde die Tuna-Benutzeroberfläche verbessert, um nun beim Start das root-Passwort abzufragen, damit der Benutzer nicht den Desktop als root ausführen muss, um die Tuna-Benutzeroberfläche aufzurufen. Weitere Informationen über Tuna finden Sie im Tuna User Guide.