Kapitel 8. Clustering

Dynamischer Token-Timeout für Corosync

Die Option token_coefficient wurde zur Corosync Cluster Engine hinzugefügt. Der Wert für token_coefficient wird nur dann verwendet, wenn der Abschnitt nodelist angegeben ist und mindestens drei Knoten enthält. In diesem Fall wird der Token-Timeout folgendermaßen berechnet:
[Token + (Anzahl der Knoten - 2)] * token_coefficient
Dies ermöglicht eine Skalierung des Clusters, ohne jedes Mal manuell den Token-Timeout anpassen zu müssen, wenn ein neuer Knoten hinzugefügt wird. Der Standardwert lautet 650 Millisekunden, kann jedoch auf 0 gesetzt werden, wodurch dieses Feature effektiv deaktiviert wird.
Dieses Feature erlaubt Corosync das dynamische Hinzufügen und Entfernen von Knoten.

Verbesserungen an Corosync-Tie-Breaker

Das Quorum-Feature auto_tie_breaker von Corosync wurde verbessert, um Optionen für eine flexiblere Konfiguration und Änderung von Tie-Breaker-Knoten zu ermöglichen. Benutzer können nun entweder eine Liste von Knoten auswählen, die im Falle einer Aufspaltung des Clusters in gleichgroße Hälften ein Quorum bewahren, oder aber festlegen, dass der Knoten mit der niedrigsten bzw. höchsten Knoten-ID das Quorum bewahrt.

Verbesserungen an Red Hat High Availability

Für die Red Hat Enterprise Linux 7.1 Release unterstützt das Red Hat High Availability Add-On die folgenden Features. Informationen über diese Features finden Sie im Handbuch High Availability Add-On Reference.
  • Der Befehl pcs resource cleanup kann nun den Ressourcenstatus und den failcount für alle Ressourcen zurücksetzen.
  • Sie können den Parameter lifetime zu dem Befehl pcs resource move angeben, um festzulegen, wie lange die Resourcenbeschränkung, die dieser Befehl erstellt, wirksam sein soll.
  • Sie können den Befehl pcs acl dazu verwenden, um mittels Access Control Lists (ACLs) Berechtigungen für lokale Benutzer einzustellen, die Leseberechtigungen oder Lese- und Schreibberechtigungen für die Cluster-Konfiguration gewähren.
  • Der Befehl pcs constraint unterstützt nun die Konfiguration spezieller Optionen für die Beschränkungen zusätzlich zu allgemeinen Ressourcenoptionen.
  • Der Befehl pcs resource create unterstützt den Parameter disabled um anzuzeigen, dass die erstellte Ressource nicht automatisch gestartet wird.
  • Der Befehl pcs cluster quorum unblock verhindert, dass der Cluster beim Feststellen des Quorums auf alle Knoten wartet.
  • Mithilfe der Parameter before und after des Befehls pcs resource create können Sie die Reihenfolge der Ressourcengruppe konfigurieren.
  • Mit den Optionen backup und restore des Befehls pcs config können Sie die Cluster-Konfiguration in einem Tarball sichern und die Cluster-Konfiguration von diesem Backup auf allen Knoten wiederherstellen.