1.3. Überblick über die LVM-Architektur

Im Rahmen des Releases des Linux Betriebssystems RHEL 4 wurde der ursprüngliche LVM1 Logical Volume Manager durch LVM2 ersetzt, welches ein allgemeineres Kernel-Framework besitzt, als LVM1. LVM2 bietet die folgenden Verbesserungen gegenüber LVM1:
  • flexible Kapazität
  • effizienterer Metadatenspeicher
  • besseres Wiederherstellungsformat
  • neues ASCII-Metadatenformat
  • atomische Änderungen an Metadaten
  • redundante Kopien von Metadaten
LVM2 ist abwärtskompatibel zu LVM1, mit Ausnahme der Unterstützung von Snapshot und Cluster. Sie können eine Datenträgergruppe mit dem Befehl vgconvert vom LVM1-Format in das LVM2-Format konvertieren. Werfen Sie einen Blick auf die Handbuchseite (8) von vgconvert für Informationen zur Konvertierung des Formats von LVM-Metadaten.
Die zugrunde liegende physische Speichereinheit eines logischen LVM-Datenträgers ist ein Blockgerät, wie z.B. eine Partition oder eine gesamte Platte. Dieses Gerät wird als ein physischer Datenträger (kurz PV für "physical volume") initialisiert.
Um einen logischen LVM-Datenträger zu erstellen, werden die physischen Datenträger in einer Datenträgergruppe (kurz VG für "volume group") kombiniert. Dies erstellt einen Pool aus Plattenplatz, aus dem logische LVM-Datenträger (kurz LV für "logical volume") zugewiesen werden können. Dieser Prozess entspricht der Vorgehensweise beim Partitionieren von Festplatten. Ein logischer Datenträger wird von Dateisystemen und Applikationen (wie z.B. Datenbanken) verwendet.
Abbildung 1.1, »Komponenten von logischen LVM-Datenträgern« zeigt die Komponenten eines einfachen logischen LVM-Datenträgers:
Komponenten von logischen LVM-Datenträgern

Abbildung 1.1. Komponenten von logischen LVM-Datenträgern

Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 2, LVM-Komponenten für detaillierte Informationen zu den Komponenten eines logischen LVM-Datenträgers.