23.7. Einrichten des Hostnamens

Sie werden zur Eingabe eines Rechnernamens und Domainnamens für diesen Computer aufgefordert, und zwar entweder als Fully-Qualified Domain Name (FQDN) im Format hostname.domainname, oder als ein Short Host Name im Format hostname. Viele Netzwerke nutzen den DHCP-Dienst (Dynamic Host Configuration Protocol), der angeschlossene Systeme automatisch mit einem Domainnamen versieht, so dass der Benutzer nur noch einen Rechnernamen anzugeben braucht.

Anmerkung

Sie können dem System einen beliebigen Namen geben, er muss nur eindeutig sein. Der Hostname kann Buchstaben, Ziffern und Bindestriche enthalten.
Ändern Sie die Standardeinstellung localhost.localdomain in einen eindeutigen Hostnamen für jede Ihrer Linux-Instanzen.
Festlegen des Hostnamens

Abbildung 23.22. Festlegen des Hostnamens

23.7.1. Netzwerkverbindungen bearbeiten

Anmerkung

Verwenden Sie das Netzwerkadministrations-Tool, um Ihre Netzwerkkonfiguration nach Abschluss der Installation zu ändern.
Geben Sie den Befehl system-config-network in einer Shell-Eingabeaufforderung ein, um das Netzwerkdministrations-Tool zu starten. Falls Sie nicht Root sind, werden Sie zur Eingabe des Root-Passworts aufgefordert, um fortzufahren.
Das Netzwerkadministrations-Tool ist jetzt veraltet und wird im Verlauf der Lebenszeit von Red Hat Enterprise Linux 6 durch den NetworkManager ersetzt werden.
Normalerweise muss die Netzwerkverbindung, die zu einem früheren Zeitpunkt in der Installationsphase 1 konfiguriert wurde, im weiteren Verlauf der Installation nicht mehr modifiziert werden. Sie können unter System z keine neue Verbindung hinzufügen, da die Netzwerk-Subchannel gruppiert und vorher auf online gesetzt werden müssen und dies geschieht derzeit nur in Installationsphase 1. Um die bestehende Netzwerkverbindung zu ändern, klicken Sie auf die Schaltfläche Netzwerk konfigurieren. Der Dialog Netzwerkverbindungen erscheint und ermöglicht Ihnen die Konfiguration von Netzwerkverbindungen für das System, von denen nicht alle für System z relevant sind.
Netzwerkverbindungen

Abbildung 23.23. Netzwerkverbindungen

Alle Netzwerkverbindungen unter System z werden im Reiter Kabel aufgelistet. Standardmäßig beinhaltet dies die zuvor in der Installationsphase 1 konfigurierten Verbindung und ist entweder eth0 (OSA, LCS), oder hsi0 (HiperSockets). Beachten Sie bitte, dass Sie unter System z hier keine neue Verbindung hinzufügen können. Um eine bestehende Verbindung zu modifizieren, wählen Sie eine Reihe in der Liste aus und klicken Sie auf die Schaltfläche Bearbeiten. Ein Dialogfenster mit einer Reihe von Reitern entsprechend der Kabelverbindungen erscheint, wie nachfolgend beschrieben.
Die wichtigsten Reiter unter System z sind Kabel und IPv4-Einstellungen.
Wenn Sie mit der Bearbeitung der Netzwerkeinstellungen fertig sind, klicken Sie auf Anwenden, um die neue Konfiguration zu speichern. Falls Sie ein Gerät rekonfiguriert haben, das bereits während der Installation aktiv war, so müssen Sie das Gerät neu starten, um die neue Konfiguration zu verwenden — siehe Abschnitt 9.7.1.6, »Ein Netzwerk-Gerät neu starten«.

23.7.1.1. Optionen für alle Verbindungstypen

Bestimmte Konfigurationsoptionen gelten für alle Verbindungstypen.
Geben Sie einen Namen für die Verbindung im Namensfeld Verbindungsname ein.
Wählen Sie Automatisch starten, um die Verbindung automatisch beim Systemstart zu starten.
Wenn ein NetworkManager auf einem installierten System läuft, so steuert die Für alle Benutzer verfügbar machen-Option, ob die Netzwerkkonfiguration systemweit verfügbar ist oder nicht. Vergewissern Sie sich während der Installation, dass Für alle Benutzer verfügbar machen für jede von Ihnen konfigurierte Netzwerkschnittstelle ausgewählt bleibt.

23.7.1.2. Der Kabel-Reiter

Verwenden Sie den Reiter Kabel, um die Media Access Control (MAC) Adresse für den Netzwerkadapter anzugeben und die Maximum Transmission Unit (MTU, in Bytes), die durch die Schnittstelle passieren können, zu bestimmen.
Der Kabel-Reiter

Abbildung 23.24. Der Kabel-Reiter

23.7.1.3. Der Reiter 802.1x-Sicherheit

Verwenden Sie den Reiter 802.1x-Sicherheit, um 802.1X port-based network access control (PNAC) zu konfigurieren. Wählen Sie 802.1X-Sicherheit für diese Verbindung verwenden, um die Zugriffskontrolle zu aktivieren, und geben Sie dann Details zu Ihrem Netzwerk an. Die Konfigurationsoptionen umfassen:
Authentifikation
Wählen Sie eine der folgenden Methoden zur Authentifikation:
  • TLS für Transport Layer Security
  • Tunneled TLS für Tunneled Transport Layer Security, auch als TTLS oder EAP-TTLS bekannt
  • Protected EAP (PEAP) für Protected Extensible Authentication Protocol
Identität
Geben Sie die Identität dieses Servers an.
Benutzer-Zertifikat
Navigieren Sie zu einer persönlichen X.509 Zertifikatsdatei, die mit Distinguished Encoding Rules (DER) oder Privacy Enhanced Mail (PEM) enkodiert ist.
CA-Zertifikat
Navigieren Sie zu einer X.509 Certificate Authority Zertifikatsdatei, die mit Distinguished Encoding Rules (DER) oder Privacy Enhanced Mail (PEM) enkodiert ist.
Privatschlüssel
Navigieren Sie zu einer Privatschlüssel-Datei, die mit Distinguished Encoding Rules (DER), Privacy Enhanced Mail (PEM), oder dem Personal Information Exchange Syntax Standard (PKCS#12) enkodiert ist.
Privatschlüssel-Passwort
Das Passwort für den Privatschlüssel wird im Feld Privatschlüssel angegeben. Wählen Sie Passwort anzeigen, um das Passwort bei der Eingabe anzuzeigen.
Der Reiter 802.1x-Sicherheit

Abbildung 23.25. Der Reiter 802.1x-Sicherheit

23.7.1.4. Der Reiter IPv4-Einstellungen

Verwenden Sie den Reiter IPv4-Einstellungen, um die IPv4-Parameter für die zuvor ausgewählte Netzwerkverbindung zu konfigurieren.
Die Adress-, Netzwerk-, Gateway-, DNS-Server und DNS-Such-Präfices wurden während der Installationsphase 1 für eine IPv4-Verbindung konfiguriert oder geben die folgenden Parameter in der Parameter- oder Konfigurationsdatei wieder: IPADDR, NETMASK, GATEWAY, DNS, SEARCHDNS (Siehe Abschnitt 26.3, »Installations-Netzwerkparameter«).
Verwenden Sie das Drop-Down-Menü Methode zur Angabe, welche Einstellungen das System versuchen soll, von einem Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) Dienst, der im Netzwerk läuft, herunterzuladen. Wählen Sie aus den folgenden Optionen:
Automatisch (DHCP)
IPv4-Parameter werden via DHCP-Dienst im Netzwerk konfiguriert.
Nur Automatische Adressen (DHCP)
Die IPv4-Adresse, Netzmaske und Gateway-Adresse werden vom DHCP-Dienst im Netzwerk konfiguriert. DNS-Server und Suchdomänen werden manuell konfiguriert.
Manuell
IPv4-Parameter werden manuell für eine statische Konfiguration konfiguriert.
Nur Link-Local
Eine link-local-Adresse im Bereich 169.254/16 wird der Schnittstelle zugewiesen.
Für andere Computer freigegeben
Das System ist so konfiguriert, dass es Netzwerkzugang für andere Computer bietet. Der Schnittstelle wird eine Adresse im Bereich 10.42.x.1/24 zugewiesen, ein DHCP- und DNS-Server werden gestartet und die Schnittstelle ist mit der Standard-Netzwerkverbindung auf dem System via Network Address Translation (NAT) verbunden.
Deaktiviert
IPv4 ist für diese Verbindung deaktiviert.
Falls Sie eine Methode gewählt haben, die die Eingabe manueller Parameter erfordert, geben Sie die Details der IP-Adresse für diese Schnittstelle, die Netzmaske und das Gateway im Feld Adressen ein. Verwenden Sie die Schaltflächen Hinzufügen und Löschen, um Adressen hinzuzufügen oder zu entfernen. Geben Sie eine kommagetrennte Liste von DNS-Servern im Feld DNS-Server ein, sowie eine kommagetrennte Liste von Domains im Feld Nach Domains suchen für jede Domain ein, die Sie in die Name-Server-Lookups mit einbinden möchten.
Geben Sie optional einen Namen für diese Netzwerkverbindung im Feld DHCP Client-ID ein. Dieser Name muss einzigartig im Subnet sein. Wenn Sie der Verbindung eine aussagekräftige DHCP Client-ID zuweisen, kann diese Verbindung leichter bei der Analyse von Netzwerkproblemen identifiziert werden.
Deselektieren Sie das Auswahlkästchen IPv4-Adressierung für den Abschluss dieser Verbindung erforderlich, damit das System die Verbindung in einem IPv6-aktivierten Netzwerk herstellen kann, falls die IPv4-Konfiguration scheitert, die IPv6-Konfiguration jedoch erfolgreich ist.
Der Reiter IPv4-Einstellungen

Abbildung 23.26. Der Reiter IPv4-Einstellungen

23.7.1.4.1. IPv4-Routen bearbeiten
Red Hat Enterprise Linux konfiguriert eine Anzahl von Routen automatisch, basierend auf den IP-Adressen eines Geräts. Um zusätzliche Routen zu bearbeiten, klicken Sie auf die Schaltfläche Routen. Der Dialog IPv4-Routen bearbeiten erscheint.
Der Dialog IPv4-Routen bearbeiten

Abbildung 23.27. Der Dialog IPv4-Routen bearbeiten

Klicken Sie auf Hinzufügen, um die IP-Adresse, Netzmaske, Gateway-Adresse und Metrik für eine neue statische Route hinzuzufügen.
Wählen Sie Automatisch zugewiesene Routen ignorieren, damit die Schnittstelle nur die hier angegebenen Routen verwendet.
Wählen Sie Diese Verbindung nur für Quellen innerhalb desselben Netzwerks verwenden, um Verbindungen nur auf das lokale Netzwerk einzuschränken.

23.7.1.5. Der Reiter IPv6-Einstellungen

Verwenden Sie den Reiter IPv6-Einstellungen, um die IPv6-Parameter für die zuvor ausgewählte Netzwerkverbindung zu konfigurieren.
Verwenden Sie das Drop-Down-Menü Methode zur Angabe, welche Einstellungen das System versuchen soll, von einem Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) Dienst, der im Netzwerk läuft, herunterzuladen. Wählen Sie aus den folgenden Optionen:
Ignorieren
IPv6 für diese Verbindung ignorieren.
Automatisch
NetworkManager verwendet Router Advertisement (RA) zur Erstellung einer automatischen, zustandslosen Konfiguration.
Automatisch, nur Adressen
NetworkManager verwendet RA zur Erstellung einer automatischen, zustandslosen Konfiguration, aber DNS-Servers und Suchdomänen werden ignoriert und müssen manuell konfiguriert werden.
Automatisch, nur DHCP
NetworkManager verwendet RA nicht, aber fordert Informationen direkt von DHCPv6 an, um eine Konfiguration mit Status zu erstellen.
Manuell
IPv6-Parameter werden manuell für eine statische Konfiguration konfiguriert.
Nur Link-Local
Eine Link-Local-Adresse mit dem fe80::/10 Präfix wird der Schnittstelle zugewiesen.
Falls Sie eine Methode gewählt haben, die die Eingabe manueller Parameter erfordert, geben Sie die Details der IP-Adresse für diese Schnittstelle, die Netzmaske und das Gateway im Feld Adressen ein. Verwenden Sie die Schaltflächen Hinzufügen und Löschen, um Adressen hinzuzufügen oder zu entfernen. Geben Sie eine kommagetrennte Liste von DNS-Servern im Feld DNS-Server ein, sowie eine kommagetrennte Liste von Domains im Feld Nach Domains suchen für jede Domain ein, die Sie in die Name-Server-Lookups mit einbinden möchten.
Geben Sie optional einen Namen für diese Netzwerkverbindung im Feld DHCP Client-ID ein. Dieser Name muss einzigartig im Subnet sein. Wenn Sie der Verbindung eine aussagekräftige DHCP Client-ID zuweisen, kann diese Verbindung leichter bei der Analyse von Netzwerkproblemen identifiziert werden.
Deselektieren Sie das Auswahlkästchen IPv6-Adressierung für die Fertigstellung dieser Verbindung voraussetzen, damit das System diese Verbindung in einem IPv4-aktivierten Netzwerk herstellen kann, falls die IPv6-Konfiguration scheitert, die IPv4-Konfiguration jedoch erfolgreich ist.
Der Reiter IPv6-Einstellungen

Abbildung 23.28. Der Reiter IPv6-Einstellungen

23.7.1.5.1. IPv6-Routen bearbeiten
Red Hat Enterprise Linux konfiguriert eine Anzahl von Routen automatisch, basierend auf den IP-Adressen eines Geräts. Um zusätzliche Routen zu bearbeiten, klicken Sie auf die Schaltfläche Routen. Der Dialog IPv6-Routen bearbeiten erscheint.
Der Dialog IPv6-Routen bearbeiten

Abbildung 23.29. Der Dialog IPv6-Routen bearbeiten

Klicken Sie auf Hinzufügen, um die IP-Adresse, Netzmaske, Gateway-Adresse und Metrik für eine neue statische Route hinzuzufügen.
Wählen Sie Diese Verbindung nur für Quellen innerhalb desselben Netzwerks verwenden, um Verbindungen nur auf das lokale Netzwerk einzuschränken.

23.7.1.6. Ein Netzwerk-Gerät neu starten

Falls Sie ein Netzwerk rekonfiguriert haben, das während der Installation bereits In Gebrauch war, so müssen Sie es in anaconda von der Verbindung trennen und neu verbinden, damit die Änderungen wirksam werden. Anaconda verwendet Interface-Konfiguration (ifcfg) Dateien für die Kommunikation mit dem NetworkManager. Die Verbindung eines Geräts wird unterbrochen, wenn die ifcfg-Datei entfernt wird und die Verbindung wird wieder hergestellt, wenn die ifcfg-Datei wieder hergestellt wird, so lange ONBOOT=yes eingestellt ist. Siehe Red Hat Enterprise Linux 6 Bereitstellungshandbuch unter https://access.redhat.com/knowledge/docs/ für weitere Informationen zu Interface-Konfigurationsdateien.
  1. Drücken Sie Ctrl+Alt+F2, um zum virtuellen Terminal tty2 umzuschalten.
  2. Verschieben Sie die Interface-Konfigurationsdatei an einen temporären Speicherort:
    mv /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-device_name /tmp
    wobei device_name das soeben rekonfigurierte Gerät ist. Zum Beispiel ist ifcfg-eth0 die ifcfg-Datei für eth0.
    Das Gerät besitzt jetzt in anaconda keine Verbindung.
  3. Öffnen Sie die Interface-Konfigurationsdatei im vi-Editor:
    vi /tmp/ifcfg-device_name
  4. Vergewissern Sie sich, dass die Interface-Konfigurationsdatei die Zeile ONBOOT=yes enthält. Falls die Datei die Zeile nicht enthält, fügen Sie sie jetzt hinzu und speichern Sie die Datei.
  5. Verlassen Sie den vi-Editor.
  6. Verschieben Sie die Interface-Konfigurationsdatei zurück ins /etc/sysconfig/network-scripts/-Verzeichnis:
    mv /tmp/ifcfg-device_name /etc/sysconfig/network-scripts/
    Das Gerät ist jetzt in anaconda erneut verbunden.
  7. Drücken Sie Ctrl+Alt+F6, um zu anaconda zurückzukehren.