F.2.2. Der Bootloader

F.2.2.1. Der GRUB-Bootloader für x86 Systeme

Das System lädt GRUB in den Speicher wie angewiesen durch entweder den Bootloader der ersten Stufe im Falle von mit BIOS ausgestatteten Systemen oder durch direktes Lesen einer EFI System-Partition im Falle von mit UEFI ausgestatteten Systemen.
GRUB bietet den Vorteil, dass es ext2-, ext3- und ext4-Partitionen [15] lesen kann und lädt seine Konfigurationsdatei — /boot/grub/grub.conf (für BIOS) oder /boot/efi/EFI/redhat/grub.conf (für UEFI) — während des Boot-Vorgangs. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt E.7, »Menükonfigurationsdatei von GRUB« für Informationen zum Editieren dieser Datei.

Wichtig

Der GRUB Bootloader in Red Hat Enterprise Linux 6 unterstützt ext2-, ext3- und ext4-Dateisysteme. Es unterstützt keine anderen Dateisysteme wie VFAT, Btrfs oder XFS. Weiterhin unterstützt GRUB kein LVM.
Wenn der Bootloader der 2. Phase in den Arbeitsspeicher geladen ist, wird dem Benutzer der grafische Anfangsbildschirm mit den verschiedenen Betriebssystemen oder Kernels angezeigt, die gestartet werden können (beim Update des Kernel wird die Bootloader-Konfigurationsdatei automatisch aktualisiert). Auf diesem Bildschirm kann ein Benutzer die Pfeiltasten benutzen, um ein Betriebssystem auszuwählen und dann die Eingabe-Taste drücken, um dieses zu booten. Sollte keine Taste gedrückt werden, wird der Bootloader nach einiger Zeit (die Dauer ist konfigurierbar) das standardmäßig ausgewählte Betriebssystem booten.
Nachdem der Bootloader der 2. Phase den zu bootenden Kernel ermittelt hat, sucht er die entsprechende Binärdatei des Kernel im /boot-Verzeichnis. Die Kernel-Binärdatei wird nach folgendem Format benannt — /boot/vmlinuz-<kernel-version> (wobei <kernel-version> die Kernelversion darstellt, die den Einstellungen des Bootloaders entspricht).
Eine Anleitung, wie mit Hilfe des Bootloaders Befehlszeilenparameter an den Kernel übergeben werden, finden Sie in Anhang E, Der GRUB-Bootloader. Informationen zum Ändern des Runlevels an der Bootloader-Eingabeaufforderung finden Sie unter Abschnitt E.8, »Ändern von Runlevels zum Zeitpunkt des Bootvorgangs «.
Anschließend legt der Bootloader dann ein passendes oder mehrere passende initramfs-Images im Speicher ab. initramfs wird vom Kernel benutzt, um Treiber und Module, die zum Booten des Systems notwendig sind, zu laden. Dies ist besonders dann wichtig, wenn SCSI-Laufwerke vorhanden sind oder wenn das System das ext3- oder ext4-Dateisystem verwendet.
Sobald der Kernel und die initramfs-Images in den Speicher geladen sind, übergibt der Bootloader die Steuerung des Boot-Prozesses an den Kernel.
Für einen detaillierteren Überblick über den GRUB-Bootloader siehe Anhang E, Der GRUB-Bootloader.


[15] GRUB liest ext3- und ext4-Dateisysteme als ext2 und ignoriert dabei die Journaldatei.