Kapitel 20. Booten des Installers (IPL)

Diese Schritte zur Durchführung des erstmaligen Bootens (IPL) des Installers hängen von der Umgebung ab (entweder z/VM oder LPAR), in welcher Red Hat Enterprise Linux ausgeführt wird. Für weitere Informationen zum Booten, werfen Sie einen Blick auf das Kapitel Linux booten Linux auf System z. Gerätetreiber, Features und Befehle unter Red Hat Enterprise Linux 6.

20.1. Installation unter z/VM

Bei der Installation unter z/VM können Sie wie folgt booten:
  • dem z/VM virtuellen Reader
  • einem DASD oder einem via FCP angehängten SCSI-Gerät, das mit dem zipl-Bootloader
  • einem via FCP angehängten SCSI-DVD-Laufwerk
Loggen Sie sich bei der für die Linux-Installation ausgewählte virtuellen z/VM Gastmaschine ein. Sie können die Terminals x3270 oder c3270 (vom Paket x3270-text in Red Hat Enterprise Linux) verwenden, um sich von anderen Linux-Systemen aus in z/VM einzuloggen. Alternativ können Sie den 3270 Terminalemulator auf der IBM System z Hardware Management Console (HMC) verwenden. Falls Sie auf einer Maschine mit einem Windows-Betriebssystem aus arbeiten, bietet Jolly Giant (http://www.jollygiant.com/) einen 3270-Emulator mit SSL-Unterstützung. Es existiert auch eine freie, ursprüngliche Windows-Portierung von c3270 mit dem Namen wc3270.

Anmerkung

Wenn Ihre 3270-Verbindung unterbrochen wird, und Sie sich nicht einloggen können, weil die vorherige Sitzung noch aktiv ist, können Sie die alte Sitzung durch eine neue ersetzen, indem Sie den folgenden Befehl auf dem z/VM Logon-Bildschirm eingeben:
logon user here
Ersetzen Sie user mit dem Namen der z/Vm Gast-Maschine. Abhängig von der Verwendung eines externen Sicherheits-Managers, wie beispielsweise RACF, variiert der Logon-Befehl ggf.
Falls Sie nicht bereits CMS auf Ihrem Gast ausführen (einem Einzelbenutzer-Betriebssystem, das mit z/VM geliefert wird), booten Sie dieses nun, indem Sie den folgenden Befehl eingeben:
#cp ipl cms
Vergewissern Sie sich, dass Sie keine CMS-Platten als Installationsziel verwenden, wie beispielsweise Ihre A-Platte (häufig Gerätenummer 0191). Um herauszufinden, welche Platten von CMS benutzt werden, verwenden Sie die folgende Abfrage:
query disk
Sie können die folgenden CP (z/VM Kontrollprogramm, welches der z/VM Hypervisor ist) Abfragebefehle um die Gerätekonfiguration Ihrer z/VM virtuellen Gast-Maschine herauszufinden:
  • Ermitteln Sie den verfügbaren Hauptspeicher, der Speicher in System z Terminologie genannt wird. Ihr Gast sollte über mindestens 512 Megabytes Hauptspeicher verfügen.
    cp query virtual storage
  • Ermitteln Sie verfügbare Netzwerkgeräte des folgenden Typs:
    osa
    OSA (CHPID Typ OSD, reelle oder virtuelle (VSWITCH oder GuestLAN Typ QDIO), beide in QDIO-Modus)
    hsi
    HiperSockets (CHPID Typ IQD, reelle oder virtuelle (GuestLAN type Hipers))
    lcs
    LCS (CHPID Typ OSE)
    Um beispielsweise alle Netzwerkgeräte mit den oben aufgeführten Typen zu ermitteln:
    cp query virtual osa
  • Ermitteln Sie verfügbare DASDs. Nur solche, die mit RW für Lese-/Schreib-Modus gekennzeichnet sind, können als Installationsziele verwendet werden:
    cp query virtual dasd
  • Ermitteln Sie verfügbare FCP-Channels:
    cp query virtual fcp

20.1.1. Verwendung des z/VM-Readers

Führen Sie die folgenden Schritte durch, um vom z/VM-Reader zu booten:
  1. Fügen Sie, falls notwendig, das Gerät, welches die z/VM TCP/IP-Werkzeuge enthält, zu Ihrer CMS-Plattenliste hinzu. Zum Beispiel:
    cp link tcpmaint 592 592
    acc 592 fm
    Ersetzen Sie fm mit jedem beliebigen FILEMODE-Buchstaben.
  2. Führen Sie folgenden Befehl aus:
    ftp host
    Wobei host der Hostname oder die IP-Adresse des FTP-Servers ist, auf dem die Boot-Images lagern (kernel.img und initrd.img).
  3. Loggen Sie sich ein und führen Sie die folgenden Befehle aus. Verwenden Sie die (repl-Option, falls Sie bereits vorhandene kernel.img, initrd.img, generic.prm oder redhat.exec Dateien überschreiben:
    cd /location/of/install-tree/images/ 
    ascii  
    get generic.prm (repl  
    get redhat.exec (repl  
    locsite fix 80  
    binary  
    get kernel.img (repl  
    get initrd.img (repl  
    quit
  4. Überprüfen Sie optional, ob die Dateien korrekt übertragen wurden, indem Sie den CMS-Befehl filelist verwenden, um empfangene Dateien und ihr Format anzuzeigen. Es ist wichtig, dass kernel.img und initrd.img ein festes Format bei der Länge des Datensatzes haben, angegeben mit F in der Format-Spalte und einer Datensatzlänge von 80 in der Spalte Lrecl. Zum Beispiel:
    VMUSER FILELIST A0 V 169 Trunc=169 Size=6 Line=1 Col=1 Alt=0 
    Cmd Filename Filetype Fm Format Lrecl Records Blocks Date Time 
     REDHAT EXEC B1 V 22 1 1 4/15/10 9:30:40 
     GENERIC PRM B1 V 44 1 1 4/15/10 9:30:32 
     INITRD IMG B1 F 80 118545 2316 4/15/10 9:30:25 
     KERNEL IMG B1 F 80 74541 912 4/15/10 9:30:17
    Drücken Sie PF3, um filelist zu beenden und die Eingabetaste, um zur CMS-Eingabeaufforderung zurückzukehren.
  5. Führen Sie abschließend das REXX-Skript redhat.exec aus, um den Installer zu booten (IPL):
    redhat

20.1.2. Ein präpariertes DASD verwenden

Booten Sie vom präparierten DASD und wählen Sie den Eintrag aus dem zipl-Boot-Menü, der sich auf den Red Hat Enterprise Linux Installer bezieht. Verwenden Sie einen ähnlichen Befehl wie folgt:
cp ipl DASD device number loadparm boot_entry_number
Ersetzen Sie DASD device number mit der Gerätenummer des Boot-Geräts und boot_entry_number mit dem zipl-Konfigurationsmenü für dieses Gerät. Zum Beispiel:
cp ipl eb1c loadparm 0

20.1.3. Eine präparierte, per FCP angehängte SCSI-Platte verwenden

Führen Sie die folgenden Schritte durch, um von einer präparierten, per FCP angehängten SCSI-Platte zu booten:
  1. Konfigurieren Sie den SCSI-Loader von z/VM, um auf die präparierte SCSI-Platte im FCP-Storage-Area-Network zuzugreifen. Wählen Sie den präparierten zipl-Boot-Menüeintrag, der sich auf den Red Hat Enterprise Linux Installer bezieht. Verwenden Sie einen Befehl der folgenden Art:
    cp set loaddev portname WWPN lun LUN bootprog boot_entry_number
    Ersetzen Sie WWPN mit der WWPN des Speichersystems und LUN mit der LUN der Platte. Die 16-ziffrigen hexadezimalen Zahlen müssen in zwei Paare mit jeweils acht Ziffern geteilt werden. Zum Beispiel:
    cp set loaddev portname 50050763 050b073d lun 40204011 00000000 bootprog 0
  2. Bestätigen Sie Ihre Einstellungen optional mit dem Befehl:
    query loaddev
  3. Laden Sie das FCP-Gerät, das mit dem Speichersystem verbunden ist, welches die Platte beinhaltet mit folgendem Befehl:
    cp ipl FCP_device 
    Zum Beispiel:
    cp ipl fc00

20.1.4. Ein via FCP angehängtes SCSI DVD-Laufwerk verwenden

Dies erfordert ein an die FCP-zu-SCSI-Bridge angehängtes SCSI DVD-Laufwerk, welche wiederum mit einem FCP-Adapter in ihrem System z verbunden ist. Der FCP-Adapter muss konfiguriert und unter z/VM zur Verfügung stehen.
  1. Legen Sie Ihre Red Hat Enterprise Linux für System z DVD in das DVD-Laufwerk ein.
  2. Konfigurieren Sie den SCSI-Loader von z/VM, um auf die präparierte SCSI-Platte im FCP-Storage-Area-Network zuzugreifen. Wählen Sie den präparierten zipl-Boot-Menüeintrag, der sich auf den Red Hat Enterprise Linux Installer bezieht. Verwenden Sie einen Befehl der folgenden Art:
    cp set loaddev portname WWPN lun FCP_LUN bootprog 1
    Ersetzen Sie WWPN mit der WWPN der FCP-to-SCSI-Bridgeund FCP_LUN mit der LUN des DVD-Laufwerks. Die 16-ziffrigen hexadezimalen Zahlen müssen in zwei Paare mit jeweils acht Ziffern geteilt werden. Zum Beispiel:
    cp set loaddev portname 20010060 eb1c0103 lun 00010000 00000000 bootprog 1
  3. Bestätigen Sie Ihre Einstellungen optional mit dem Befehl:
    cp query loaddev
  4. Booten (IPL) auf dem FCP-Gerät, das mit der FCP-auf-SCSI-Bridge verbunden ist.
    cp ipl FCP_device
    Zum Beispiel:
    cp ipl fc00