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36.2. Rettungsmodus auf POWER-Systemen

Sie können die Installationsdatenträger im Rettungsmodus verwenden, falls Ihr System nicht booten sollte. Der Rettungsmodus gibt Ihnen Zugriff auf die Plattenpartitionen Ihres Systems, sodass Sie alle notwendigen Änderungen vornehmen können, um Ihre Installation zu retten.
Nach dem Bildschirm zur Sprachauswahl (Abschnitt 15.2, »Auswahl der Sprache«) versucht das Installationsprogramm, die Plattenpartitionen auf Ihrem System einzuhängen. Anschließend wird eine Shell-Eingabeaufforderung angezeigt, an der Sie die notwendigen Änderungen vornehmen können. Zu den Änderungen kann z.B. das Ablegen des Kernels und der Befehlszeile in den IPL-Quellcode gehören, wie im Abschnitt über den Abschluss der Installation (Abschnitt 16.21, »Installation abgeschlossen«) beschrieben.
Wenn Sie alle Änderungen durchgeführt haben, können Sie die Shell durch Eingabe von exit 0 beenden. Dies hat einen Neustart von der C Seite zur Folge. Um von der A oder B Seite neu zu starten, oder vom *NWSSTG sollten Sie das System aushängen (vary off) anstatt die Shell zu beenden.

36.2.1. Spezielle Überlegungen beim Zugriff auf die SCSI-Dienstprogramme vom Rettungsmodus aus

Wenn Ihr System native DASD-Platten verwendet, kann es notwendig werden, vom Rettungsmodus aus auf die SCSI-Dienstprogramme zuzugreifen. Diese befinden sich auf der Treiber-CD. Die Treiber-CD kann nicht vom Rettungsmodus aus eingehängt werden, solange nicht bestimmte Schritte durchgeführt werden. Diese Schritte sind unten angegeben.
Wenn Ihr Linux-System ein zweites CD-ROM Laufwerk besitzt, können Sie die Treiber-CD im zweiten Laufwerk einhängen.
Wenn Sie lediglich ein CD-ROM Laufwerk haben, müssen Sie via NFS booten. Folgen Sie dabei diesen Schritten:
  1. Booten Sie von der CD-ROM mit dem Befehl linux rescue askmethod. Dies erlaubt es Ihnen, NFS manuell als Quelle Ihres Rettungsmediums auszuwählen (anstelle des standardmäßigen CD-ROM-Laufwerks).
  2. Kopieren Sie die erste Installations-CD auf ein Dateisystem eines anderen Linux Systems.
  3. Machen Sie diese Kopie der Installations-CD über NFS oder FTP verfügbar.
  4. Hängen Sie das zu rettende System aus (vary off) oder fahren Sie dieses herunter. Setzen Sie dessen IPL-Parameter, wie zum Booten der Installations-CD im Rettungsmodus beschrieben, mit dem einzigen Unterschied, dass die IPL-Quelle auf die Kopie von boot.img auf Ihrem IFS zeigen muss (aus Schritt 1, oben).
  5. Stellen Sie sicher, dass sich der Installationsdatenträger nicht in Ihrem DVD-Laufwerk befindet.
  6. Führen Sie einen IPL des Linux-Systems aus.
  7. Folgen Sie den Anweisungen in der Eingabeaufforderung, wie in Abschnitt 36.2, »Rettungsmodus auf POWER-Systemen« beschrieben. Eine weitere Eingabeaufforderung für die Installationsquelle erscheint. Wählen Sie NFS bzw. FTP (je nachdem, was zutrifft) aus und stellen den anschließenden Konfigurationsbildschirm fertig.
  8. Wenn das Linux-System in den Rettungsmodus gebootet wurde, ist das CD-ROM Laufwerk verfügbar und Sie können das Treibermedium einhängen, um auf die SCSI-Dienstprogramme zuzugreifen.