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E.7. Menükonfigurationsdatei von GRUB

Die Konfigurationsdatei (/boot/grub/grub.conf), die verwendet wird, um die Liste der zu bootenden Betriebssysteme in der Menüoberfläche von GRUB zu erstellen, ermöglicht dem Benutzer im Wesentlichen, eine festgelegte Reihe von Befehlen auszuwählen. Dabei können die in Abschnitt E.6, »GRUB-Befehle« aufgeführten Befehle sowie einige spezielle Befehle verwendet werden, die ausschließlich in der Konfigurationsdatei zur Verfügung stehen.

E.7.1. Struktur der Konfigurationsdatei

Die Konfigurationsdatei der Menüoberfläche von GRUB ist /boot/grub/grub.conf. Die Befehle für das Festlegen der allgemeinen Einstellungen für die Menüoberfläche werden am oberen Ende der Datei platziert. Darauf folgen die verschiedenen Einträge für jedes der im Menü genannten Betriebssysteme oder Kernel.
Nachfolgend finden Sie eine sehr einfache GRUB-Menükonfigurationsdatei, die entweder Red Hat Enterprise Linux oder Microsoft Windows Vista bootet:
default=0 
timeout=10 
splashimage=(hd0,0)/grub/splash.xpm.gz 
hiddenmenu 
title Red Hat Enterprise Linux Server (2.6.32.130.el6.i686)         
root (hd0,0)         
kernel /boot/vmlinuz-2.6.32.130.el6.i686 ro root=LABEL=/1 rhgb quiet       
initrd /boot/initrd-2.6.32.130.el6.i686.img

# section to load Windows 
title Windows         
rootnoverify (hd0,0)         
chainloader +1
Diese Datei weist GRUB an, ein Menü mit Red Hat Enterprise Linux als standardmäßiges Betriebssystem zu erstellen, das nach 10 Sekunden automatisch gebootet wird. Es sind zwei Abschnitte (einer pro Betriebssystemeintrag) aufgeführt, mit spezifischen Befehlen für die Festplatten-Partitionstabelle des Systems.

Anmerkung

Beachten Sie, dass der Standardwert als Ganzzahl angegeben ist, die sich auf die erste title-Zeile in der GRUB-Konfigurationsdatei bezieht. Wenn Sie windows im vorigen Beispiel als Standard festlegen möchten, ändern Sie default=0 zu default=1.
Die Konfiguration einer GRUB-Menükonfigurationsdatei für das Starten mehrerer Betriebssysteme übersteigt den Rahmen dieses Kapitels. Siehe Abschnitt E.9, »Zusätzliche Ressourcen« für eine Liste zusätzlicher Informationsquellen.