36.3. Verwendung des Rettungsmodus zur Fehlerbehebung oder Problemumgehung bei Treiberproblemen

Ein fehlerhafter oder ganz fehlender Treiber kann den normalen Bootvorgang eines Systems verhindern. Der Rettungsmodus bietet eine Umgebung, in der Sie einen Treiber hinzufügen, entfernen oder ersetzen können, selbst wenn das System nicht bootet. Wir empfehlen die Verwendung des RPM-Paketmanagers wann immer möglich, um fehlerhafte Treiber zu entfernen oder aktualisierte oder fehlende Treiber hinzuzufügen. Falls Sie aus irgendeinem Grund einen fehlerhaften Treiber nicht entfernen können, so können Sie den Treiber stattdessen blacklisten, und der Treiber wird zum Boot-Zeitpunkt nicht geladen.
Beachten Sie bitte, dass bei der Installation eines Treibers von einer Treiber-Disk letztere alle initramfs-Images am System aktualisiert, um diesen Treiber zu verwenden. Hindert ein Problem mit einem Treiber ein System am Booten, so können Sie sich nicht auf das Booten des Systems von einem anderen initramfs-Image verlassen.

36.3.1. Verwendung von RPM zur Hinzufügung, Entfernung oder Ersetzung eines Treibers

Im Rettungsmodus können Sie RPM zur Installation, Entfernung oder Aktualisierung von Paketen vom installierten System verwenden, selbst wenn Sie das installierte System nicht gebootet haben. Zur Entfernung eines fehlerhaften Treibers:
  1. Booten Sie das System mit dem linux rescue-Befehl an der Eingabeaufforderung in den Rettungsmodus oder mit dem linux rescue dd-Befehl, falls Sie den Treiber eines Drittanbieters von einer Treiber-Disc laden müssen. Folgen Sie den Anweisungen in Abschnitt 36.1.2, »In den Rettungsmodus booten« und wählen Sie nicht die schreibgeschützte (read-only) Einhängung des Systems.
  2. Ändern Sie das root-Verzeichnis zu /mnt/sysimage/:
    chroot /mnt/sysimage/
  3. Verwenden Sie den rpm -e-Befehl zur Entfernung des Treiberpakets. Um zum Beispiel das kmod-foobar-Treiberpaket zu entfernen, führen Sie Folgendes aus:
    rpm -e kmod-foobar
  4. Verlassen Sie die chroot-Umgebung:
    exit
Die Installation eines Treibers ist ein ähnlicher Vorgangs, aber das den Treiber enthaltende RPM-Paket muss auf dem System verfügbar sein.
  1. Booten Sie das System mit dem linux rescue-Befehl an der Eingabeaufforderung in den Rettungsmodus oder mit dem linux rescue dd-Befehl, falls Sie den Treiber eines Drittanbieters von einer Treiber-Disc laden müssen. Folgen Sie den Anweisungen in Abschnitt 36.1.2, »In den Rettungsmodus booten« und wählen Sie nicht die schreibgeschützte (read-only) Einhängung des Systems.
  2. Machen Sie das den Treiber enthaltende RPM-Paket verfügbar. Hängen Sie z.B. eine CD oder ein USB-Flash-Laufwerk ein und kopieren Sie das RPM-Paket an einen Speicherort Ihrer Wahl unter /mnt/sysimage/, zum Beispiel: /mnt/sysimage/root/drivers/.
  3. Ändern Sie das root-Verzeichnis zu /mnt/sysimage/:
    chroot /mnt/sysimage/
  4. Verwenden Sie den rpm -ivh-Befehl zur Installation des Treiberpakets. Um etwa das kmod-foobar-Treiberpaket von /root/drivers/ zu installieren, führen Sie aus:
    rpm -­ivh /root/drivers/kmod-foobar-­1.2.0­4.17.el6.i686
    Beachten Sie, dass /root/drivers/ in dieser chroot-Umgebung /mnt/sysimage/root/drivers/ in der ursprünglichen Rettungsumgebung ist.
Wenn Sie mit der Entfernung und Installation der Treiber fertig sind, booten Sie das System erneut.