2.2. Erstellung von minimalen Boot-Medien

Ein minimales Boot-Medium ist eine CD, DVD oder USB Flash-Laufwerk, das die Software zum Booten des Systems und den Start des Installationsprogramms enthält. Es enthält jedoch keine Software, die zur Erstellung einer Red Hat Enterprise Linux-Installation auf das System übertragen werden muss.
Verwenden Sie ein minimales Boot-Medium:
  • um das System zu booten und Red Hat Enterprise Linux über ein Netzwerk zu installieren
  • um das System zu booten und Red Hat Enterprise Linux von einer Festplatte zu installieren
  • um während der Installation eine Kickstart-Datei zu verwenden (siehe Abschnitt 32.8.1, »Erstellen von Kickstart-Boot-Medien«
  • um eine Netzwerk- oder Festplatteninstallation zu beginnen, oder um eine Anaconda-Aktualisierung oder eine Kickstart-Datei mit einer DVD-Installation zu verwenden.
Sie können minimale Boot-Medien für den Start des Installationsprozesses auf 32-Bit x86-Systemen, AMD64- oder Intel 64-Systemen und POWER-Systemen verwenden. Der Vorgang für das Erstellen minimaler Boot-Medien für Systeme mit diesen verschiedenen Typen ist identisch, mit Ausnahme von AMD64- und Intel 64-Systemen mit UEFI-Firmware-Schnittstellen — siehe Abschnitt 2.2.2, »Minimale Boot-Medien für UEFI-basierte Systeme«.
Um minimale Boot-Medien für 32-Bit x86-Systeme, BIOS-basierte AMD64- oder Intel 64-Systeme und POWER-Systeme zu erstellen:
  1. Laden Sie die ISO-Image-Datei mit dem Namen rhel-variant-version-architecture-boot.iso herunter, die am selben Speicherort wie die Red Hat Enterprise Linux 6 Installations-DVD — siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen — verfügbar ist.
  2. Brennen Sie die Image-Datei .iso auf eine leere CD oder DVD mithilfe derselben Vorgehensweise, die in Abschnitt 2.1, »Erstellen einer Installations-DVD« für die Installations-Disc beschrieben ist.
Übertragen Sie alternativ die .iso-Datei auf ein USB-Gerät mittels dd-Befehl. Da die Datei .iso nur in etwa 200 MB groß ist, benötigen Sie kein besonders großes USB Flash-Laufwerk.

2.2.1. Minimale Boot-Medien für BIOS-basierte Systeme

Wichtig

In seltenen Fällen mit ungewöhnlich formatierten oder partitionierten USB-Medien kann das Schreiben des Images fehlschlagen.

Warnung

Wenn Sie dieses Verfahren mit einem USB-Flash-Laufwerk durchführen, werden jegliche Daten ohne Warnung gelöscht. Vergewissern Sie sich daher, dass Sie das richtige USB-Flash-Laufwerk angeben, und stellen Sie sicher, dass dieses Flash-Laufwerk keinerlei wichtige Daten enthält.
  1. Stecken Sie Ihr USB-Flash-Laufwerk ein.
  2. Wechseln Sie zum Root-Benutzer:
    su -
  3. Ihr Flash-Laufwerk muss eine einzige Partition mit einem vfat-Dateisystem enthalten. Um festzustellen, wie es formatiert ist, suchen Sie den Namen der Partition und des Geräts selbst, indem Sie dmesg ausführen, kurz nachdem Sie das Laufwerk angeschlossen haben. Der Gerätename (wie z.B. /dev/sdc) und der Partitionsname (wie z.B. /dev/sdc1) erscheinen beide in mehreren Zeilen gegen Ende der Ausgabe.
  4. Verwenden Sie den Partitionsnamen, um sich zu vergewissern, dass der Dateisystemtyp des USB-Flash-Laufwerk vfat ist.
    # blkid partition
    Sie sollten jetzt eine Ausgabe ähnlich der folgenden sehen:
    LABEL="LIVE" UUID="6676-27D3" TYPE="vfat"
    Falls TYPE etwas anderes als vfat ist (zum Beispiel TYPE="iso9660"), bereinigen Sie die ersten Blocks des USB-Flash-Laufwerks:
    # dd if=/dev/zero of=partition bs=1M count=100
  5. Verwenden Sie den Befehl dd, um das Boot-ISO-Image auf das USB-Gerät zu übertragen:
    # dd if=path/image_name.iso of=device
    wobei path/image_name.iso die Boot-ISO-Image-Datei ist, die Sie vom Red Hat Kundenportal heruntergeladen haben, und device der Gerätename des USB-Flash-Laufwerks ist. Stellen Sie sicher, dass Sie den Gerätenamen angeben, nicht den Partitionsnamen. Zum Beispiel:
    # dd if=/home/user/Downloads/RHEL6-Server-i386-boot.iso of=/dev/sdc