5.5. Ressourcenoperationen

Um sicherzugehen, dass Ressourcen funktionstüchtig bleiben, können Sie eine Überwachungsoperation zur Ressourcendefinition hinzufügen. Falls Sie keine Überwachungsoperation für eine Ressource angeben, wird der pcs-Befehl standardmäßig eine Überwachungsoperation erstellen mit einem Intervall, das vom Ressourcen-Agent bestimmt wird. Falls der Ressourcen-Agent kein standardmäßiges Überwachungsintervall vorgibt, erstellt der pcs-Befehl eine Überwachungsoperation mit einem Intervall von 60 Sekunden.
Tabelle 5.4, »Eigenschaften einer Operation« zeigt eine Übersicht über die Eigenschaften einer Operation zur Ressourcenüberwachung.

Tabelle 5.4. Eigenschaften einer Operation

FeldBeschreibung
id
Eindeutiger Name für die Aktion. Das System weist diesen zu, wenn Sie eine Operation konfigurieren.
name
Die auszuführende Aktion. Übliche Werte: monitor, start, stop
interval
In welchen Abständen (in Sekunden) die Operation ausgeführt werden soll. Standardwert: 0, also nie.
timeout
Wie lange gewartet werden soll, bevor die Aktion als fehlgeschlagen gilt. Falls Sie feststellen, dass Ihr System eine Ressource enthält, die eine lange Zeit zum Starten oder Stoppen oder zur Durchführung einer sich nicht wiederholenden Überwachungsaktion beim Start benötigt, und dass es mehr Zeit als vom System erlaubt erfordert, bevor die Startaktion als gescheitert gilt, können Sie diesen Wert vom Standardwert 20 erhöhen oder den Wert für timeout in „op defaults“ ändern.
on-fail
Die durchzuführende Aktion, falls diese Aktion fehlschlägt. Zulässige Werte:
* ignore – Fortfahren, als sei die Ressource nicht ausgefallen
* block – Keine weiteren Operationen auf der Ressource ausführen
* stop – Ressource stoppen und nicht an anderer Stelle starten
* restart – Ressource stoppen und neu starten (möglicherweise auf einem anderen Knoten)
* fence – Knoten, auf dem die Ressource ausgefallen ist, mit STONITH abgrenzen
* standbyAlle Ressourcen von dem Knoten, auf der die Ressource ausgefallen ist, wegverlegen
Die stop-Operation lautet fence, wenn STONITH aktiviert ist, andernfalls lautet sie block. Alle anderen Operationen lauten standardmäßig restart.
enabled
Falls false, wird die Operation so behandelt, als existierte sie nicht. Zulässige Werte: true, false
Mit dem folgenden Befehl können Sie bei der Erstellung einer Ressource Überwachungsoperationen konfigurieren.
pcs resource create resource_id standard:provider:type|type [resource_options] [op operation_action operation_options [operation_type operation_options]...]
Beispielsweise erstellt der folgende Befehl eine IPaddr2-Ressource mit einer Überwachungsoperation. Die neue Ressource trägt den Namen VirtualIP, hat die IP-Adresse 192.168.0.99 und die Netzmaske 24 auf eth2. Eine Überwachungsoperation wird alle 30 Sekunden durchgeführt.
# pcs resource create VirtualIP ocf:heartbeat:IPaddr2 ip=192.168.0.99 cidr_netmask=24 nic=eth2 op monitor interval=30s
# pcs resource create my_address IPaddr2 ip=10.20.30.40 cidr_netmask=24 op monitor 
Alternativ können Sie mit dem folgenden Befehl eine Überwachungsoperation zu einer vorhandenen Ressource hinzufügen.
pcs resource op add resource_id operation_action [operation_properties]
Verwenden Sie den folgenden Befehl, um eine konfigurierte Ressourcenoperation zu löschen.
pcs resource op remove resource_id operation_name operation_properties

Anmerkung

Sie müssen die exakten Operationseigenschaften angeben, um eine vorhandene Operation richtig zu entfernen.
Um die Werte einer Überwachungsoption zu ändern, entfernen Sie die vorhandene Operation und fügen Sie anschließend die neue Operation hinzu. Beispielsweise können Sie eine VirtualIP mit dem folgenden Befehl erstellen.
# pcs resource create VirtualIP ocf:heartbeat:IPaddr2 ip=192.168.0.99 cidr_netmask=24 nic=eth2
Standardmäßig erstellt dieser Befehl diese Operationen.
Operations: start interval=0s timeout=20s (VirtualIP-start-timeout-20s)
            stop interval=0s timeout=20s (VirtualIP-stop-timeout-20s)
            monitor interval=10s timeout=20s (VirtualIP-monitor-interval-10s)
Führen Sie die folgenden Befehle aus, um die Stopp-Timeout-Operation zu ändern.
# pcs resource op remove VirtualIP stop interval=0s timeout=20s
# pcs resource op add VirtualIP stop interval=0s timeout=40s

# pcs resource show VirtualIP
 Resource: VirtualIP (class=ocf provider=heartbeat type=IPaddr2)
  Attributes: ip=192.168.0.99 cidr_netmask=24 nic=eth2
  Operations: start interval=0s timeout=20s (VirtualIP-start-timeout-20s)
              monitor interval=10s timeout=20s (VirtualIP-monitor-interval-10s)
              stop interval=0s timeout=40s (VirtualIP-name-stop-interval-0s-timeout-40s)
Verwenden Sie den folgenden Befehl, um globale Standardwerte für Überwachungsoperationen festzulegen.
pcs resource op defaults [options]
Beispielsweise legt der folgende Befehl einen globalen Standardwert für timeout von 240 Sekunden für alle Überwachungsoperationen fest.
# pcs resource op defaults timeout=240s
Um die derzeit konfigurierten Standardwerte für Überwachungsoperationen anzuzeigen, geben Sie keine Optionen an, wenn Sie den Befehl pcs resource op defaults ausführen.
Beispielsweise zeigt der folgende Befehl die Standardwerte für Überwachungsoperationen in einem Cluster, der mit einem timeout-Wert von 240 Sekunden konfiguriert wurde.
# pcs resource op defaults
timeout: 240s