Kapitel 6. Ressourcenbeschränkungen

Sie können das Verhalten einer Ressource im Cluster bestimmen, indem Sie Ressourcenbeschränkungen für diese Ressource festlegen. Die folgenden Kategorien für Beschränkungen stehen zur Verfügung:
Pacemaker unterstützt das Konzept der Ressourcengruppen als verkürzte Methode zur Konfiguration einer Reihe von Beschränkungen, die eine Gruppe von Ressourcen zusammen platziert und sicherstellt, dass die Ressourcen in der richtigen Reihenfolge starten und in der umgekehrten Reihenfolge stoppen. Weitere Informationen über Ressourcengruppen finden Sie in Abschnitt 6.5, »Ressourcenruppen«.

6.1. Standortbeschränkungen

Standortbeschränkungen legen fest, auf welchen Knoten eine Ressource laufen darf. Mithilfe von Standortbeschränkungen können Sie festlegen, ob eine Ressource einen bestimmten Knoten meidet oder bevorzugt.
Tabelle 6.1, »Optionen für Standortbeschränkungen« zeigt eine Übersicht der Optionen zur Konfiguration von Standortbeschränkungen.

Tabelle 6.1. Optionen für Standortbeschränkungen

FeldBeschreibung
id
Ein eindeutiger Name für die Beschränkung. Dieser wird vom System festgelegt, wenn Sie eine Standortbeschränkung mit pcs konfigurieren.
rsc
Ein Ressourcenname
node
Ein Knotenname
score
Gewichtung, die festlegt, ob eine Ressource einen Knoten bevorzugen oder meiden soll.
Der Wert INFINITY ändert „soll“ auf „muss“. INFINITY ist die standardmäßige Gewichtung für eine Standortbeschränkung einer Ressource.
Der folgende Befehl erstellt eine Standortbeschränkung für eine Ressource, um den angegebenen Knoten zu bevorzugen.
pcs constraint location rsc prefers node[=score] ...
Der folgende Befehl erstellt eine Standortbeschränkung für eine Ressource, um den angegebenen Knoten zu meiden.
pcs constraint location rsc avoids node[=score] ...
Es gibt zwei alternative Strategien zur Angabe von Knoten, auf denen eine Ressource laufen soll:
  • Opt-In-Cluster: Konfigurieren Sie einen Cluster, in dem standardmäßig auf keinem Knoten eine Ressource laufen darf, und aktivieren Sie anschließend einzelne erlaubte Knoten für bestimmte Ressourcen. Das Verfahren zur Konfiguration eines Opt-In-Clusters wird in Abschnitt 6.1.1, »Konfigurieren eines Opt-In-Clusters« beschrieben.
  • Opt-Out-Cluster: Konfigurieren Sie einen Cluster, in dem standardmäßig auf allen Knoten alle Ressourcen laufen dürfen, und erstellen Sie anschließend Standortbeschränkungen für Ressourcen, die nicht auf bestimmten Knoten laufen dürfen. Das Verfahren zur Konfiguration eines Opt-Out-Clusters wird in Abschnitt 6.1.2, »Konfigurieren eines Opt-Out-Clusters« beschrieben.
Ob Sie einen Opt-In- oder Opt-Out-Cluster konfigurieren sollten, hängt sowohl von Ihren persönlichen Präferenzen als auch vom Aufbau Ihres Clusters ab. Falls die meisten Ihrer Ressourcen auf der Mehrheit Ihrer Knoten laufen können, erzielen Sie mit dem Opt-Out-Verfahren wahrscheinlich eine einfachere Konfiguration. Falls die meisten Ihrer Ressourcen jedoch nur auf einer kleinen Untergruppe von Knoten laufen können, ist eine Opt-In-Konfiguration wahrscheinlich einfacher.

6.1.1. Konfigurieren eines Opt-In-Clusters

Setzen Sie zum Erstellen eines Opt-In-Clusters die Cluster-Eigenschaft symmetric-cluster auf false, um Ressourcen daran zu hindern, irgendwo standardmäßig zu laufen.
# pcs property set symmetric-cluster=false
Aktivieren Sie Knoten für einzelne Ressourcen. Die folgenden Befehle konfigurieren Standortbeschränkungen, sodass die Ressource Webserver den Knoten example-1 bevorzugt, die Ressource Database den Knoten example-2 bevorzugt und beide Ressourcen auf Knoten example-3 ausweichen können, falls ihr bevorzugter Knoten ausfällt.
# pcs constraint location Webserver prefers example-1=200
# pcs constraint location Webserver prefers example-3=0
# pcs constraint location Database prefers example-2=200
# pcs constraint location Database prefers example-3=0

6.1.2. Konfigurieren eines Opt-Out-Clusters

Setzen Sie zum Erstellen eines Opt-Out-Clusters die Cluster-Eigenschaft symmetric-cluster auf true, um Ressourcen zu erlauben, standardmäßig überall zu laufen.
# pcs property set symmetric-cluster=true
Die folgenden Befehle ergeben eine Konfiguration ähnlich des Beispiels in Abschnitt 6.1.1, »Konfigurieren eines Opt-In-Clusters«. Beide Ressourcen können auf Knoten example-3 wechseln, falls ihr bevorzugter Knoten ausfällt, da jeder Knoten die implizite Gewichtung 0 hat.
# pcs constraint location Webserver prefers example-1=200
# pcs constraint location Webserver avoids example-2=INFINITY
# pcs constraint location Database avoids example-1=INFINITY
# pcs constraint location Database prefers example-2=200
Beachten Sie, dass es nicht notwendig ist, in diesen Befehlen die Gewichtung INFINITY anzugeben, da dies der Standardwert für die Gewichtung ist.