Kapitel 11. Compiler und Werkzeuge

SystemTap aktualisiert auf Version 1.8

SystemTap ist ein Werkzeug zur Ablaufverfolgung und Überprüfung, das es Benutzern ermöglicht, Aktivitäten des Betriebssystems (insbesondere des Kernels) sehr detailliert zu untersuchen und zu überwachen. Es liefert Informationen, die der Ausgabe von Werkzeugen wie netstat, ps, top und iostat ähneln. SystemTap ist jedoch konzipiert, um mehr Filter- und Analyse-Optionen für gesammelte Informationen zu bieten.
Das systemtap-Paket in Red Hat Enterprise Linux 6.4 wurde auf Upstream-Version 1.8 aktualisiert und bietet eine Reihe von Fehlerbehebungen und Verbesserungen:
  • Die @var-Syntax ist nun eine alternative Sprachsyntax zum Zugriff auf DWARF-Variablen in uprobe- und kprobe-Handlern (Prozess, Kernel, Modul).
  • SystemTap wandelt nun lokale Variablen um, damit Konflikte mit den in Tapsets enthaltenen C-Headern vermieden werden.
  • Der SystemTap-Kompilierungsserver und -client unterstützen nun IPv6-Netzwerke.
  • SystemTap Runtime (staprun) akzeptiert nun die Option -T zur Zeitüberschreitung, um es weniger häufigen Wake-ups zu ermöglichen, Ausgaben mit niedrigem Durchsatz von Skripten abzurufen.
  • Der SystemTap Skriptübersetzungs-Treiber (stap) bietet nun die folgenden Optionen zur Ressourcenbegrenzung:
    --rlimit-as=NUM
    --rlimit-cpu=NUM
    --rlimit-nproc=NUM
    --rlimit-stack=NUM
    --rlimit-fsize=NUM
    
  • SystemTap-Module sind nun kleiner und kompilieren schneller. Die Debug-Informationen des Moduls werden nunmehr standardmäßig unterdrückt.
  • Bug CVE-2012-0875 (Kernel-Panic bei der Verarbeitung von fehlerhaften DWARF-Unwind-Daten) ist nun behoben.

Die lscpu- und chcpu-Hilfsprogramme

Das lscpu-Hilfsprogramm, das detaillierte Informationen über die verfügbaren CPUs anzeigt, wurde aktualisiert, um zahlreiche neue Features zu implementieren. Darüber hinaus wurde ein neues Hilfsprogramm namens chcpu implementiert, das es Ihnen erlaubt, den CPU-Status zu ändern (Online/Offline, Standby/Aktiv u.a.), CPUs zu aktivieren bzw. zu deaktivieren sowie spezifizierte CPUs zu konfigurieren.
Weitere Informationen über diese Hilfsprogramme finden Sie in den lscpu(1)- und chcpu(8)-Handbuchseiten.