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Installationshandbuch

Red Hat Enterprise Linux 6

Installation von Red Hat Enterprise Linux 6 für alle Architekturen

Ausgabe 1.0

Red Hat Engineering Content Services

Red Hat Engineering Content Services

Rüdiger Landmann

Red Hat Engineering Content Services

Jack Reed

Red Hat Engineering Content Services

David Cantrell

VNC-Installation 

Hans De Goede

iSCSI 

Jon Masters

Treiberaktualisierungen 

Herausgegeben von

Rüdiger Landmann

Herausgegeben von

Jack Reed

Zusammenfassung

Dieses Handbuch erklärt, wie man das Red Hat Enterprise Linux 6 Installationsprogramm (Anaconda) bootet, sowie die Installation von Red Hat Enterprise Linux 6 auf 32-Bit und 64-Bit x86-Systemen, 64-Bit POWER-Systemen und IBM System z. Es behandelt außerdem fortgeschrittene Installationsmethoden, wie kickstart-Installationen, PXE-Installationen und Installationen via VNC. Abschließend werden Post-Installationsaufgaben beschrieben und Erklärungen geliefert, wie Probleme bei der Installation analysiert und behoben werden können.

Vorwort

1. Danksagung

Bestimmte Abschnitte dieses Texts erschienen erstmalig im Fedora Installationshandbuch, Copyright © 2009 Red Hat, Inc. und anderen, veröffentlicht vom Fedora-Projekt unter http://docs.fedoraproject.org/install-guide/.

Einführung

Willkommen beim Red Hat Enterprise Linux Installationshandbuch.
HTML-, PDF- und EPUB-Versionen der Handbücher sind unter https://access.redhat.com/knowledge/docs/Red_Hat_Enterprise_Linux/ erhältlich.

Anmerkung

Auch wenn dieses Handbuch die neuesten verfügbaren Informationen beinhaltet, lesen Sie die Red Hat Enterprise Linux 6 Versionshinweise für weitere Informationen, die beim Redaktionsschluss dieses Handbuchs noch nicht vorlagen. Sie finden die Versionshinweise auf der Red Hat Enterprise Linux DVD, online unter https://access.redhat.com/knowledge/docs/Red_Hat_Enterprise_Linux/ oder nach der Installation auch im Verzeichnis /usr/share/doc/redhat-release-notes-6variant/, wobei variant entweder Client, ComputeNode, Server oder Workstation ist.

1. Was ist neu in dieser Ausgabe?

Lesen Sie den Anhang I, Versionsgeschichte, um sich über Besonderheiten und Fehlerbehebungen in diesem Handbuch zu informieren.

2. Architekturspezifische Informationen

Dieses Handbuch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt:
Teil I, »x86, AMD64 und Intel 64 — Installation und Start«, Teil II, »Installation und Booten der IBM POWER-Architektur« und Teil III, »IBM System z Architektur - Installation und Booten« sind architekturspezifisch und liefern jeweils Anleitungen zur Installation von Red Hat Enterprise Linux 6 mit speziellem Bezug auf 32- und 64-Bit Intel- und AMD-Systeme, IBM POWER-basierte Systeme und IBM Systeme mit Z-Architektur.
Teil IV, »Erweiterte Installationsoptionen« erläutert erweiterte Methoden zur Installation von Red Hat Enterprise Linux, einschließlich: Boot-Optionen, Installation ohne Medium, Installation via VNC sowie die Verwendung von Kickstart zur Automatisierung des Installationsvorgangs.
Teil V, »Nach der Installation« behandelt eine Reihe von allgemeinen Aufgaben, die abschließende Schritte der Installation, sowie einige Aufgaben im Zusammenhang mit der Installation, die Sie unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt ausführen. Dazu gehören die Rettung eines beschädigten Systems mit Hilfe eines Red Hat Enterprise Linux Installationsdatenträgers, die Aktualisierung auf eine neuere Version von Red Hat Enterprise Linux und das Entfernen von Red Hat Enterprise Linux von Ihrem Computer.
Teil VI, »Technische Anhänge« enthält keine Anleitungen, sondern liefert vielmehr technisches Hintergrundwissen, das Ihnen dabei helfen kann, die verschiedenen Optionen zu verstehen, die Red Hat Enterprise Linux Ihnen an verschiedenen Punkten im Installationsprozess bietet.

3. Installation in virtualisierten Umgebungen

Virtualisierung ist ein etwas weiter gefasster Begriff im Computerbereich für das gleichzeitige, von anderen Programmen auf einem System isolierte Ausführen von Software (üblicherweise Betriebssysteme). Virtualisierung verwendet einen Hypervisor, eine Software-Schicht, die Hardware kontrolliert und Gast-Betriebssysteme mit Zugriff auf die darunter liegende Hardware versorgt. Der Hypervisor gestattet den Betrieb mehrerer Betriebssysteme auf demselben physischen System durch die Zuweisung von virtualisierter Hardware an das Gast-Betriebssystem.
Sie können Red Hat Enterprise Linux 6 als komplett virtualisierten Gast auf einem 64-Bit x86-Host-System, oder in einer Logischen Partition (LPAR) auf einem POWER- oder IBM System z System installieren.
Für weitere Informationen zur Installation von Red Hat Enterprise Linux 6 in einer virtualisierten Umgebung auf einem 64-Bit x86-Host-System, werfen Sie einen Blick auf "Teil II. Installation" im Red Hat Enterprise Linux 6 Virtualisierungshandbuch, verfügbar unter http://docs.redhat.com/. Für weitere Informationen zur Installation von Red Hat Enterprise Linux 6 in einer virtualisierten Umgebung unter PowerVM auf IBM System p, werfen Sie einen Blick auf PowerVM Virtualization on IBM System p: Introduction and Configuration, verfügbar unter http://publib-b.boulder.ibm.com/abstracts/sg247940.html. Für weitere Informationen zur Installation von Red Hat Enterprise Linux 6 in einer virtualisierten Umgebung unter z/VM auf System z, werfen Sie einen Blick auf Teil III, »IBM System z Architektur - Installation und Booten« in diesem Handbuch.

4. Sonstiges

Das Red Hat Enterprise Linux Installationshandbuch ist Teil von Red Hats stetigem Engagement, nützlichen und aktuellen Support sowie Informationen für Benutzer von Red Hat Enterprise Linux zu bieten.

5. Weitere Handbücher

Red Hat Enterprise Linux Handbücher stehen online unter https://access.redhat.com/knowledge/docs/Red_Hat_Enterprise_Linux/ zur Verfügung.
Zusätzlich zu diesem Handbuch, welches die Installation abdeckt, bietet das Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch weitere Informationen zu den Themen Systemadministration und Sicherheit.

Kapitel 1. Red Hat Enterprise Linux beziehen

Wenn Sie eine Red Hat Subskription besitzen, können Sie sich die ISO-Image-Dateien der Red Hat Enterprise Linux 6 Installations-DVD vom Software & Download Center, das Teil des Red Hat Kundenportals ist, herunterladen. Falls Sie nicht bereits eine Subskription besitzen, können Sie entweder eine erwerben, oder eine kostenlose Probe-Subskription vom Software & Download Center unter https://access.redhat.com/downloads beziehen.
Wenn Sie eine Subskription oder eine Probe-Subskription besitzen, gehen Sie folgendermaßen vor, um die Red Hat Enterprise Linux 6 ISO-Images abzurufen:
  1. Besuchen Sie das Kundenportal unter https://access.redhat.com/login und geben Ihr Login und Passwort ein.
  2. Klicken Sie auf Downloads, um das Software & Download-Center zu besuchen.
  3. Im Red Hat Enterprise Linux Bereich klicken Sie auf den Link Software herunterladen, um eine Liste aller derzeit unterstützten Produkte von Red Hat Enterprise Linux Produkte abzurufen.
  4. Wählen Sie eine Version von Red Hat Enterprise Linux und klicken auf den Link zu dieser Version. Beachten Sie, dass Sie nur die aktuellste Version des Produkts auswählen müssen; jede Release ist eine vollständige, funktionsfähige Version des Betriebssystems und erfordert keine vorangegangenen Versionen. Stellen Sie sicher, dass Sie eine Server-Release wählen, wenn Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem Server einsetzen möchten, oder eine Desktop-Release, wenn Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem Client-Rechner einsetzen möchten. Wählen Sie zwischen 32-Bit und 64-Bit Versionen.
  5. Jede Version von Red Hat Enterprise Linux steht als eine ISO-Image-Datei für eine einzelne DVD zur Verfügung, die in etwa 3 GB – 4 GB groß ist.
    Auswahl der ISO-Images

    Abbildung 1.1. Auswahl der ISO-Images

    Dieselbe Seite enthält Links zu ISO-Image-Dateien für den Quellcode von Red Hat Enterprise Linux. Es ist nicht nötig, den Quellcode herunterzuladen, um Red Hat Enterprise Linux zu installieren.
    Die Seite enthält auch einen Link zu boot.iso. Klicken Sie auf diesen Link, um ein ISO-Image namens rhel-variant-version-architecture-boot.iso herunterzuladen, das etwa 200 MB groß ist. Sie können diese Image-Datei zur Erstellung minimaler Boot-Medien — bootfähiger CDs, DVDs oder USB-Geräte verwenden, mit denen Sie ein System booten können, wenn Sie planen, die Installation von einer auf einer Festplatte oder einer Netzwerkverbindung verfügbaren Installationsquelle aus durchzuführen. Informationen zur Verwendung der rhel-variant-version-architecture-boot.iso-Datei finden Sie in Abschnitt 2.2, »Erstellung von minimalen Boot-Medien«.
    Beachten Sie, dass der Link zu jeder Image-Datei von MD5 und SHA-256 Prüfsummen begleitet wird. Nachdem Ihr Download abgeschlossen ist, verwenden Sie ein Prüfsummen-Tool wie md5sum oder sha256sum zur Generierung einer Prüfsumme auf Ihrer lokalen Kopie der Datei. Stimmt der lokal generierte Wert mit dem auf der Website überein, so wissen Sie, dass Ihre Image-Datei echt ist und nicht verfälscht wurde.
Nachdem Sie die ISO-Image-Datei einer Installations-DVD vom Red Hat Network heruntergeladen haben, können Sie:

Kapitel 2. Erstellung von Medien

Verwenden Sie die in diesem Abschnitt beschriebenen Methoden, um die folgenden Arten von Installations- und Boot-Medien zu erstellen:
  • eine Installations-DVD
  • eine minimale Boot-CD oder -DVD, die den Installer booten kann
  • ein USB Flash-Laufwerk, um den Installer zu booten
Die folgende Tabelle zeigt die Arten von Boot- und Installationsmedien an, die für verschiedene Architekturen zur Verfügung stehen und weist auf die Image-Datei hin, die Sie zur Erstellung der Medien benötigen.

Tabelle 2.1. Boot- und Installationsmedien

Systemarchitektur Installations-DVD Boot-CD oder Boot-DVD Boot-USB-Flash-Laufwerk
Wobei variant die Variante von Red Hat Enterprise Linux ist (zum Beispiel server oder workstation) und version die aktuellste Versionsnummer ist (zum Beispiel 6.3).
BIOS-basierte 32-Bit x86 x86 DVD-ISO-Image-Datei rhel-variant-version-i386-boot.iso rhel-variant-version-i386-boot.iso
UEFI-basiertes 32-Bit x86 Nicht verfügbar  
BIOS-basiertes AMD64 und Intel 64 x86_64 DVD ISO-Image-Datei (zur Installation eines 64-Bit Betriebssystems) oder x86 DVD ISO-Image-Datei (zur Installation eines 32-Bit Betriebssystems) rhel-variant-version-x86_64boot.iso orrhel-variant-version-i386-boot.iso rhel-variant-version-x86_64boot.iso or rhel-variant-version-i386-boot.iso
UEFI-basiertes AMD64 und Intel 64 x86_64 DVD ISO-Image-Datei rhel-variant-version-x86_64boot.iso efidisk.img (aus der x86_64 DVD ISO-Image-Datei)
POWER (nur 64-Bit) ppc DVD ISO-Image-Datei rhel-server-version-ppc64-boot.iso Nicht verfügbar
System z s390 DVD ISO-Image-Datei Nicht verfügbar Nicht verfügbar

2.1. Erstellen einer Installations-DVD

Mit Hilfe der CD- oder DVD-Brennsoftware auf Ihrem Computer können Sie eine Installations-DVD erstellen.
Die genaue Abfolge der Schritte zur Erstellung einer DVD aus einer ISO-Image-Datei variiert ziemlich von Computer zu Computer und ist vom Betriebssystem und der installierten Brennsoftware abhängig. Verwenden Sie diesen Vorgang als allgemeine Anleitung. Ggf. können Sie bestimmte Schritte auf Ihrem Computer auslassen oder müssen einige der Schritte in einer anderen Reihenfolge, als hier beschrieben, ausführen.
Vergewissern Sie sich, dass Ihre Brennsoftware dazu in der Lage ist, Datenträger von Images zu erstellen. Das ist zwar bei den meisten Brennprogrammen der Fall, doch es gibt Ausnahmen.
Beachten Sie speziell, dass das von Windows XP und Windows Vista bereitgestellte Feature zum Brennen keine DVDs brennen kann und ältere Windows-Betriebssysteme standardmäßig überhaupt keine Fähigkeiten zum Brennen von Datenträgern installiert haben. Falls daher auf Ihrem Computer ein Windows-Betriebssystem älter als Windows 7 installiert ist, benötigen Sie spezielle Software für diese Aufgabe. Beispiele für gängige Brennsoftware für Windows, die Sie ggf. schon auf Ihrem Computer installiert haben, umfassen Nero Burning ROM und Roxio Creator.
Sehr geläufige Brennsoftware für Linux, wie beispielsweise Brasero und K3b, besitzen von Haus aus die Fähigkeit, Datenträger von ISO-Image-Dateien zu brennen.
  1. Laden Sie eine ISO-Image-Datei der Red Hat Enterprise Linux 6 Installations-DVD herunter, wie unter Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen beschrieben.
    Unter Tabelle 2.1, »Boot- und Installationsmedien« wählen Sie eine für Ihr System passende ISO-Image-Datei . Separate ISO-Image-Dateien sind verfügbar für:
    • 32-bit x86 (nur BIOS)
    • 64-bit x86 (BIOS und UEFI)
    • 64-bit POWER
    • IBM System z
  2. Legen Sie eine leere, beschreibbare DVD in den DVD-Brenner Ihres Computers ein. Auf einigen Computern öffnet sich beim Einlegen eines Datenträgers ein Fenster und zeigt diverse Optionen an. Wenn Sie ein solches Fenster sehen, suchen Sie nach einer Option für das Starten des Brennprogramms Ihrer Wahl. Wenn Sie keine solche Option sehen, schließen Sie das Fenster und starten das Programm manuell.
  3. Starten Sie Ihr Programm zum Brennen von Datenträgern. Auf einigen Computern können Sie dies durch einen Rechts-Klick (oder Strg-Klick) auf die Image-Datei und der Auswahl einer Option mit einer Bezeichnung wie Image auf DVD kopieren, oder CD- oder DVD-Image kopieren aus einem Menü tun. Andere Computer wiederum geben Ihnen ggf. die Menü-Option, das Programm zum Brennen von Datenträgern Ihrer Wahl entweder direkt, oder mit einer Option wie Öffnen mit zu starten. Falls keine dieser Optionen auf Ihrem Computer zur Verfügung stehen, starten Sie das Programm von einem Symbol auf Ihrem Desktop aus, in einem Menü von Anwendungen, wie beispielsweise das Start-Menü auf Windows-Betriebssystemen.
  4. Wählen Sie in Ihrem Programm zum Brennen von Datenträgern die Option zum Brennen eines Datenträgers von einer Image-Datei aus. In Brasero ist nennt sich diese Option beispielsweise Image brennen.
    Beachten Sie bitte, dass Sie diesen Schritt überspringen können, wenn Sie bestimmte Software zum Brennen von Datenträgern verwenden.
  5. Navigieren Sie zur ISO-Image-Datei, die Sie zuvor heruntergeladen haben, und wählen Sie sie für das Brennen aus.
  6. Klicken Sie auf die Schaltfläche, um den Brennvorgang zu starten.
Auf einigen Computern ist die Option zum Brennen eines Datenträgers von einer ISO-Datei in ein Kontextmenü im Datei-Browser integriert. Wenn Sie beispielsweise auf einem Computer mit einem Linux- oder UNIX-ähnlichen Betriebssystem, auf dem der GNOME-Desktop läuft, auf eine ISO-Datei rechts-klicken, dann bietet Ihnen der Nautilus Datei-Browser die Option Auf Datenträger schreiben an.

2.2. Erstellung von minimalen Boot-Medien

Ein minimales Boot-Medium ist eine CD, DVD oder USB Flash-Laufwerk, das die Software zum Booten des Systems und den Start des Installationsprogramms enthält. Es enthält jedoch keine Software, die zur Erstellung einer Red Hat Enterprise Linux-Installation auf das System übertragen werden muss.
Verwenden Sie ein minimales Boot-Medium:
  • um das System zu booten und Red Hat Enterprise Linux über ein Netzwerk zu installieren
  • um das System zu booten und Red Hat Enterprise Linux von einer Festplatte zu installieren
  • um während der Installation eine Kickstart-Datei zu verwenden (siehe Abschnitt 32.8.1, »Erstellen von Kickstart-Boot-Medien«
  • um eine Netzwerk- oder Festplatteninstallation zu beginnen, oder um eine Anaconda-Aktualisierung oder eine Kickstart-Datei mit einer DVD-Installation zu verwenden.
Sie können minimale Boot-Medien für den Start des Installationsprozesses auf 32-Bit x86-Systemen, AMD64- oder Intel 64-Systemen und POWER-Systemen verwenden. Der Vorgang für das Erstellen minimaler Boot-Medien für Systeme mit diesen verschiedenen Typen ist identisch, mit Ausnahme von AMD64- und Intel 64-Systemen mit UEFI-Firmware-Schnittstellen — siehe Abschnitt 2.2.2, »Minimale Boot-Medien für UEFI-basierte Systeme«.
Um minimale Boot-Medien für 32-Bit x86-Systeme, BIOS-basierte AMD64- oder Intel 64-Systeme und POWER-Systeme zu erstellen:
  1. Laden Sie die ISO-Image-Datei mit dem Namen rhel-variant-version-architecture-boot.iso herunter, die am selben Speicherort wie die Red Hat Enterprise Linux 6 Installations-DVD — siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen — verfügbar ist.
  2. Brennen Sie die Image-Datei .iso auf eine leere CD oder DVD mithilfe derselben Vorgehensweise, die in Abschnitt 2.1, »Erstellen einer Installations-DVD« für die Installations-Disc beschrieben ist.
Übertragen Sie alternativ die .iso-Datei auf ein USB-Gerät mittels dd-Befehl. Da die Datei .iso nur in etwa 200 MB groß ist, benötigen Sie kein besonders großes USB Flash-Laufwerk.

2.2.1. Minimale Boot-Medien für BIOS-basierte Systeme

Wichtig

In seltenen Fällen mit ungewöhnlich formatierten oder partitionierten USB-Medien kann das Schreiben des Images fehlschlagen.

Warnung

Wenn Sie dieses Verfahren mit einem USB-Flash-Laufwerk durchführen, werden jegliche Daten ohne Warnung gelöscht. Vergewissern Sie sich daher, dass Sie das richtige USB-Flash-Laufwerk angeben, und stellen Sie sicher, dass dieses Flash-Laufwerk keinerlei wichtige Daten enthält.
  1. Stecken Sie Ihr USB-Flash-Laufwerk ein.
  2. Wechseln Sie zum Root-Benutzer:
    su -
  3. Ihr Flash-Laufwerk muss eine einzige Partition mit einem vfat-Dateisystem enthalten. Um festzustellen, wie es formatiert ist, suchen Sie den Namen der Partition und des Geräts selbst, indem Sie dmesg ausführen, kurz nachdem Sie das Laufwerk angeschlossen haben. Der Gerätename (wie z.B. /dev/sdc) und der Partitionsname (wie z.B. /dev/sdc1) erscheinen beide in mehreren Zeilen gegen Ende der Ausgabe.
  4. Verwenden Sie den Partitionsnamen, um sich zu vergewissern, dass der Dateisystemtyp des USB-Flash-Laufwerk vfat ist.
    # blkid partition
    Sie sollten jetzt eine Ausgabe ähnlich der folgenden sehen:
    LABEL="LIVE" UUID="6676-27D3" TYPE="vfat"
    Falls TYPE etwas anderes als vfat ist (zum Beispiel TYPE="iso9660"), bereinigen Sie die ersten Blocks des USB-Flash-Laufwerks:
    # dd if=/dev/zero of=partition bs=1M count=100
  5. Verwenden Sie den Befehl dd, um das Boot-ISO-Image auf das USB-Gerät zu übertragen:
    # dd if=path/image_name.iso of=device
    wobei path/image_name.iso die Boot-ISO-Image-Datei ist, die Sie vom Red Hat Kundenportal heruntergeladen haben, und device der Gerätename des USB-Flash-Laufwerks ist. Stellen Sie sicher, dass Sie den Gerätenamen angeben, nicht den Partitionsnamen. Zum Beispiel:
    # dd if=/home/user/Downloads/RHEL6-Server-i386-boot.iso of=/dev/sdc

2.2.2. Minimale Boot-Medien für UEFI-basierte Systeme

Red Hat stellt kein Image für das Erstellen minimaler Boot-CDs oder -DVDs für UEFI-basierte Systeme zur Verfügung. Verwenden Sie ein USB-Flash-Laufwerk (wie in diesem Abschnitt beschrieben), um den Red Hat Enterprise Linux 6 Installer zu booten, oder verwenden Sie die Installations-DVD mit der Option linux askmethod, um den Installer von DVD zu booten und die Installation mit einer anderen Installationsquelle fortzusetzen — siehe Abschnitt 3.5, »Auswahl einer Installationsmethode«.
Verwenden Sie die Datei efidisk.img im Verzeichnis images/ auf der Red Hat Enterprise Linux 6 Installations-DVD, um ein USB-Flash-Laufwerk für UEFI-basierte Systeme zu erstellen, welches gebootet werden kann.
  1. Laden Sie eine ISO-Image-Datei der Red Hat Enterprise Linux 6 Installations-DVD herunter, wie unter Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen beschrieben.
  2. Wechseln Sie zum Root-Benutzer:
    su -
  3. Erstellen Sie einen Einhängepunkt für die ISO-Image-Datei:
    # mkdir /mnt/dvdiso
  4. Hängen Sie die Image-Datei ein:
    # mount DVD.iso /mnt/dvdiso -o loop
    wobei DVD.iso der Name der ISO-Image-Datei ist, z.B. RHEL6-Server-x86_64-DVD.iso.
  5. Übertragen Sie efidisk.img von der ISO-Image-Datei auf Ihr USB-Flash-Laufwerk:
    # dd if=/mnt/dvdiso/images/efidisk.img of=/dev/device_name
    Zum Beispiel:
    # dd if=/mnt/dvdiso/images/efidisk.img of=/dev/sdc
  6. Hängen Sie die ISO-Image-Datei aus:
    # umount /mnt/dvdiso

Teil I. x86, AMD64 und Intel 64 — Installation und Start

Das Red Hat Enterprise Linux Installationshandbuch für Intel und AMD 32-Bit und 64-Bit Systeme behandelt die Installation von Red Hat Enterprise Linux sowie einige grundlegende Informationen zur Suche und Beseitigung von Fehlern nach abgeschlossener Installation. Weitere Installationsoptionen finden Sie in Teil IV, »Erweiterte Installationsoptionen«.

Kapitel 3. Planen einer Installation auf der x86-Architektur

3.1. Aktualisieren oder Installieren?

Informationen darüber, ob eine Aktualisierung oder eine Installation für Sie besser ist, finden Sie in Kapitel 37, Aktualisieren des vorhandenen Systems.

3.2. Ist Ihre Hardware kompatibel?

Die Hardware-Kompatibilität ist vor allem dann wichtig, wenn Sie über ein älteres System verfügen oder Ihre Hardware-Komponenten selbst individuell zusammengestellt haben. Red Hat Enterprise Linux 6 sollte mit den meisten Hardware-Komponenten in Systemen kompatibel sein, die in den letzten zwei Jahren hergestellt wurden.
Da sich die Hardware-Spezifikationen jedoch ständig ändern, können wir nicht garantieren, dass jede verfügbare Hardware vollständig kompatibel ist.
Eine konsistente Voraussetzung ist Ihr Prozessor. Red Hat Enterprise Linux 6 unterstützt mindestens alle 32-Bit und 64-Bit Implementierungen der Intel-Mikroarchitektur ab P6 und der AMD-Mikroarchitektur ab Athlon.
Die neueste Liste der unterstützten Hardware finden Sie unter:
http://hardware.redhat.com/hcl/

3.3. RAID und andere Datenträgerlaufwerke

Wichtig

Red Hat Enterprise Linux 6 verwendet mdraid anstelle von dmraid zur Installation auf Intel BIOS RAID-Sets. Diese Sets werden automatisch erkannt und Geräte mit Intel-ISW-Metadaten werden als mdraid anstatt dmraid erkannt. Beachten Sie bitte, dass die Geräte-Knoten-Namen von einem beliebigen Gerät unter mdraid sich von dem Geräte-Knoten-Namen unter dmraid unterscheidet. Aus diesem Grund sind spezielle Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, wenn Sie Systeme mit Intel BIOS RAID-Sets migrieren.
Lokale Modifikationen an /etc/fstab, /etc/crypttab oder an anderen Konfigurationsdateien, die auf Namen von Geräteknoten verweisen, funktionieren in Red Hat Enterprise Linux 6 nicht. Bevor Sie diese Dateien migrieren, müssen Sie sie derart bearbeiten, dass diese anhand der UUID anstelle des Geräteknotenpfads auf die Geräte verweisen. Mit Hilfe des blkid-Befehls können Sie die UUIDs der Geräte auf Ihrem System herausfinden.

3.3.1. Hardware-RAID

RAID, oder Redundant Array of Independent Disks, ermöglicht einem Verbund oder einem Array von Laufwerken, wie ein einzelnes Gerät zu agieren. Konfigurieren Sie alle vom Mainboard Ihres Computers oder angehängten Controller-Karten zur Verfügung gestellten RAID-Funktionen, bevor Sie mit dem Installationsprozess beginnen. Jedes aktive RAID-Array erscheint als ein Laufwerk innerhalb von Red Hat Enterprise Linux.
Auf Systemen mit mehr als einer Festplatte können Sie Red Hat Enterprise Linux so konfigurieren, dass mehrere dieser Festplatten als ein Linux-RAID-Verbund gehandhabt werden, ohne dass zusätzliche Hardware nötig wäre.

3.3.2. Software-RAID

Mit dem Installationsprogramm von Red Hat Enterprise Linux können Sie Linux-Software-RAID-Verbünde anlegen, wodurch die RAID-Funktionen vom Betriebssystem statt von entsprechender Hardware verwaltet werden. Diese Funktionen werden ausführlich in Abschnitt 9.15, »Ein maßgeschneidertes Layout erstellen oder das Standard-Layout modifizieren« erklärt.

3.3.3. FireWire- und USB-Platten

Einige FireWire- und USB-Festplatten werden unter Umständen nicht vom Red Hat Enterprise Linux Installationsystem erkannt. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, diese Festplatten zum Zeitpunkt der Installation zu konfigurieren, dann sollten Sie diese vom System trennen, um Verwirrung zu vermeiden.

Anmerkung

Sie können externe FireWire- und USB-Festplatten anschließen und konfigurieren, sobald die Installation abgeschlossen ist. Die meisten dieser Geräte werden vom Kernel erkannt und sind dann bereit zum Einsatz.

3.4. Verfügen Sie über genügend Platz auf der Festplatte?

Fast jedes moderne Betriebssystem (OS) verwendet Festplattenpartitionen und Red Hat Enterprise Linux bildet da keine Ausnahme. Bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux werden Sie mit Partitionen arbeiten müssen. Falls Sie noch nie zuvor mit Festplattenpartitionen gearbeitet haben (oder einen kurzen Überblick über die Grundfunktionen benötigen), werfen Sie einen Blick auf Anhang A, Eine Einführung in Festplattenpartitionen, bevor Sie fortfahren.
Der Platz auf der Festplatte, der von Red Hat Enterprise Linux verwendet wird, muss separat von dem sein, der von anderen Betriebssystemen, die Sie möglicherweise auf Ihrem Rechner installiert haben, wie z.B. Windows, OS/2 oder auch eine andere Linux-Variante, verwendet wird. Für x86-, AMD64- und Intel 64-Systeme müssen mindestens zwei Partitionen (/ und swap) für Red Hat Enterprise Linux reserviert werden.
Bevor Sie mit dem Installationsvorgang beginnen, muss folgende Bedingung erfüllt sein:
  • es muss genug unpartitionierter[1] Festplattenplatz für die Installation von Red Hat Enterprise Linux vorhanden sein, oder
  • es muss eine oder mehrere Partitionen vorhanden sein, die gelöscht werden können, um auf diese Weise Platz für die Installation von Red Hat Enterprise Linux zu schaffen.
Um ein besseres Gespür dafür zu bekommen, wie viel Platz Sie tatsächlich benötigen, orientieren Sie sich an den empfohlenen Partitionsgrößen, die in Abschnitt 9.15.5, »Empfohlenes Partitionsschema« behandelt werden.
Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr System diesen Anforderungen genügt, oder Sie erfahren möchten, wie Sie freien Platz auf der Festplatte für Ihre Red Hat Enterprise Linux Installation erzeugen, werfen Sie einen Blick auf Anhang A, Eine Einführung in Festplattenpartitionen.

3.5. Auswahl einer Installationsmethode

Welche Installationsmethode möchten Sie verwenden? Folgende Installationsmethoden stehen zur Auswahl:
DVD
Wenn Sie über ein DVD-Laufwerk und die Red Hat Enterprise Linux-DVD verfügen, können Sie diese Methode verwenden. Weitere Informationen zur Installation von DVD finden Sie im Abschnitt 8.3.1, »Installation von DVD«.
Falls Sie die Installation von einem anderen Medium als DVD gebootet haben, können sie die DVD mit den Boot-Optionen linux askmethod oder linux repo=cdrom:device:/path) als Installationsquelle angeben oder aus dem Installationsmethode-Menü als Lokale CD/DVD auswählen (weitere Informationen finden Sie unter Abschnitt 8.3, »Installationsmethode«).
Festplatte
Wenn Sie die Red Hat Enterprise Linux ISO-Images auf die lokale Festplatte kopiert haben, können Sie diese Methode verwenden. Sie benötigen eine Boot CD-ROM (verwenden Sie die Boot-Option linux askmethod oder linux repo=hd:device:/path) oder wählen Sie Festplatte aus dem Installationsmethode-Menü aus (siehe Abschnitt 8.3, »Installationsmethode«). Weitere Informationen zur Festplatteninstallation finden Sie im Abschnitt 8.3.2, »Installation von einer Festplatte«.
NFS
Wenn Sie von einem NFS-Server installieren, der ISO-Images oder ein Mirror-Image von Red Hat Enterprise Linux verwendet, können Sie diese Methode verwenden. Sie benötigen eine Boot-CD-ROM (verwenden Sie die Boot-Option linux askmethod oder linux repo=nfs:server :options:/path oder die NFS-Verzeichnis-Option im Installationsmethode-Menü, wie in Abschnitt 8.3, »Installationsmethode« beschrieben). Im Abschnitt 8.3.4, »Installation via NFS« finden Sie Anweisungen für eine Netzwerkinstallation. Beachten Sie bitte, dass NFS-Installationen auch im grafischen Modus durchgeführt werden können.
URL
Wenn Sie direkt von einem HTTP oder HTTPS (Web-)Server oder FTP-Server installieren, verwenden Sie diese Methode. Sie benötigen eine Boot-CD-ROM (verwenden Sie die Boot-Option linux askmethod, linux repo=ftp://user:password@host/path, oder die Boot-Option linux repo=http://host/path, oder die Boot-Option linux repo=https://host/path, oder die URL-Option im Installationsmethode-Menü, wie im Abschnitt 8.3, »Installationsmethode« beschrieben). Im Abschnitt 8.3.5, »Installation via FTP, HTTP oder HTTPS« finden Sie weitere Anweisungen für FTP-, HTTP- und HTTPS-Installationen.
Wenn Sie von der Distributions-DVD gebootet haben und die askmethod-Option zum Verwenden alternativer Installationsquellen nicht gewählt haben, wird die nächste Stufe automatisch von der DVD geladen. Fahren Sie fort mit Abschnitt 8.2, »Auswahl der Sprache«.

Anmerkung

Wenn Sie ein Red Hat Enterprise Linux-Installationsmedium starten, lädt das Installationsprogramm die nächste Stufe von ebendieser DVD. Dies geschieht, egal welche Installationsmethode Sie wählen, wenn Sie nicht die DVD auswerfen, bevor Sie fortfahren. Das Installationsprogramm lädt dennoch Paketdaten von der von Ihnen gewählten Quelle herunter.

3.6. Wählen Sie eine Boot-Methode

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Red Hat Enterprise Linux zu booten.
Für die Installation von einer DVD ist es erforderlich, dass Sie ein Red Hat Enterprise Linux Produkt erworben haben, im Besitz einer Red Hat Enterprise Linux 6 DVD sind und über ein DVD-Laufwerk in Ihrem System verfügen, dass Booten von DVD unterstützt. Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 2, Erstellung von Medien für Anweisungen zur Erstellung einer Installations-DVD.
Möglicherweise muss Ihr BIOS angepasst werden, damit Sie von Ihrem DVD-/CD-ROM-Laufwerk booten können. Weitere Informationen darüber, wie Sie Ihr BIOS anpassen können, finden Sie unter Abschnitt 7.1.1, »Booten des Installationsprogramms auf x86-, AMD64- und Intel 64-Systemen«.
Neben dem Booten von einer Installations-DVD können Sie auch Minimale Boot-Medien in Form einer bootbaren CD oder einem USB Flash-Laufwerk zum Booten des Red Hat Enterprise Linux Installationsprogramms verwenden. Nachdem Sie das System mit einem alternativen Boot-Medium gebootet haben, können Sie die Installation von einer anderen Installationsquelle aus abschließen, wie einer lokalen Festplatte oder einer Quelle in einem Netzwerk. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 2.2, »Erstellung von minimalen Boot-Medien« für Anweisungen zur Erstellung von Boot-CDs und USB-Flash-Laufwerken.
Abschließend können Sie den Installer auch via Netzwerk von einem Preboot Execution Environment (PXE) Server booten. Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 30, Einrichten eines Installationsservers für weitere Details diesbezüglich. Auch hier können Sie nach dem Booten des Systems die Installation von einer anderen Installationsquelle, wie einer lokalen Festplatte oder einer Quelle im Netzwerk abschließen.


[1] Unpartitionierter Festplattenplatz , d.h. Festplattenplatz auf den Festplatten, auf denen Sie installieren, der noch nicht in einzelne Abschnitte aufgeteilt wurde. Wenn Sie eine Festplatte partitionieren, ist jede Partition als ein separates Festplattenlaufwerk anzusehen.

Kapitel 4. Vorbereitung für die Installation

4.1. Vorbereitung einer Netzwerkinstallation

Anmerkung

Stellen Sie sicher, dass keine Installations-DVD (oder irgendeine andere Art von DVD oder CD) im Laufwerk Ihrer Hosting Partition ist, wenn Sie eine Netzwerk-basierte Installation durchführen möchten. Eine DVD oder CD im Laufwerk kann zu unerwarteten Fehlern führen.
Stellen Sie sicher, dass Sie über ein Boot-Medium auf CD, DVD oder einem USB-Speichergerät, wie z.B. einem Flash-Laufwerk, verfügen.
Das Red Hat Enterprise Linux-Installationsmedium muss entweder für eine Netzwerk-Installation (via NFS, FTP, HTTP oder HTTPS) oder eine Installation von lokalem Speicher zur Verfügung stehen. Halten Sie sich an folgende Schritte, wenn Sie eine NFS-, FTP-, HTTP- oder HTTPS-Installation durchführen.
Der für die Installation über das Netzwerk zu verwendende NFS-, FTP-, HTTP- oder HTTPS-Server muss ein separater Rechner sein, der den gesamten Inhalt der Installations-DVD-ROM zur Verfügung stellen kann.

Anmerkung

anaconda ist dazu in der Lage, die Integrität der Installationsmedien zu testen. Dies funktioniert bei DVD-, Festplatten-, ISO- und NFS-ISO-Installationsmethoden. Es wird empfohlen, dass sämtliche Installationsmedien vor dem Start des eigentlichen Installationsprozesses und vor dem Einreichen installationsbezogener Fehlerberichte (viele der gemeldeten Fehler resultieren aus unsachgemäß gebrannten DVDs) überprüft werden. Um diesen Test durchzuführen, geben Sie folgenden Befehl an der boot:-Eingabeaufforderung ein:
linux mediacheck

Anmerkung

Das öffentliche Verzeichnis, das für den Zugriff auf die Installationsdateien via FTP, NFS, HTTP oder HTTPS verwendet wird, verweist auf lokalen Speicher auf dem Netzwerk-Server. Beispielsweise kann auf das lokale Verzeichnis /var/www/inst/rhel6 auf dem Netzwerk-Server via http://network.server.com/inst/rhel6 zugegriffen werden.
In den folgenden Beispielen wird das Verzeichnis auf dem Installation-Staging-Server, der die Installationsdateien enthält, als /location/of/disk/space angegeben. Das Verzeichnis, das als öffentlich verfügbares Verzeichnis via FTP, NFS, HTTP oder HTTPS freigegeben wird, wird als /publicly_available_directory angegeben. /location/of/disk/space kann beispielsweise ein Verzeichnis mit der Bezeichnung /var/isos sein. /publicly_available_directory kann beispielsweise /var/www/html/rhel6 für eine Installation via HTTP sein.
Nachfolgend benötigen Sie ein ISO-Image. Ein ISO-Image ist eine Datei, die eine exakte Kopie des Inhalts einer DVD umfasst. Verwenden Sie den folgenden Befehl, um ein ISO-Image aus einer DVD zu erstellen:
dd if=/dev/dvd of=/path_to_image/name_of_image.iso
wobei dvd Ihr DVD-Laufwerk, name_of_image der Name der entstehenden ISO-Imagedatei, und path_to_image der Pfad zum Speicherort in Ihrem System ist, an dem das entstehende ISO-Image gespeichert wird.
Um die Dateien einer Installations-DVD auf eine Linux-Instanz zu kopieren, die als Installations-Staging-Server agiert, fahren Sie entweder mit Abschnitt 4.1.1, »Vorbereitung einer FTP-, HTTP- oder HTTPS-Installation« oder Abschnitt 4.1.2, »Vorbereitung einer NFS-Installation« fort.

4.1.1. Vorbereitung einer FTP-, HTTP- oder HTTPS-Installation

Extrahieren Sie die Dateien aus dem ISO-Image der Installations-DVD und platzieren Sie sie in einem Verzeichnis, das via FTP, HTTP oder HTTPS freigegeben ist.
Stellen Sie als Nächstes sicher, dass dieses Verzeichnis via FTP, HTTP oder HTTPS freigegeben ist und überprüfen Sie den Client-Zugang. Testen Sie, ob vom Server selbst auf das Verzeichnis zugegriffen werden kann und anschließend von anderen Maschinen im selben Subnet, in dem Sie installieren.

4.1.2. Vorbereitung einer NFS-Installation

Für NFS-Installationen ist es nicht notwendig, alle Dateien aus der ISO-Datei zu extrahieren. Es ist ausreichend, das ISO-Image, die Datei install.img selbst, und optional die Datei product.img über den Netzwerk-Server via NFS zur Verfügung zu stellen.
  1. Übertragen Sie das ISO-Image auf das via NFS exportierte Verzeichnis. Führen Sie Folgendes auf einem Linux-System aus:
    mv /path_to_image/name_of_image.iso /publicly_available_directory/
    wobei path_to_image der Pfad zur ISO-Imagedatei, name_of_image der Name der ISO-Imagedatei und publicly_available_directory ein Verzeichnis ist, das entweder über NFS verfügbar ist oder das Sie über NFS verfügbar machen werden.
  2. Verwenden Sie ein Programm für SHA256-Prüfsummen zur Überprüfung der Integrität des von Ihnen kopierten ISO-Images. Es stehen viele SHA256-Prüfsummenprogramme für diverse Betriebssysteme zur Verfügung. Führen Sie Folgendes auf einem Linux-System aus:
    $ sha256sum name_of_image.iso
    wobei name_of_image der Name der ISO-Image-Datei ist. Das SHA256-Prüfsummenprogramm zeigt einen String mit 64 Zeichen, Hash genannt, an. Vergleichen Sie diesen Hash mit dem für dieses spezielle Image angezeigte Hash auf der Seite Software herunterladen im Red Hat Network (siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen). Die beiden Hashes sollten identisch sein.
  3. Kopieren Sie das images/-Verzeichnis auf der ISO-Datei in ein Verzeichnis, in dem Sie die ISO-Imagedatei selbst gespeichert haben. Geben Sie die folgenden Befehle ein:
    mount -t iso9660 /path_to_image/name_of_image.iso /mount_point -o loop,ro
    cp -pr /mount_point/images /publicly_available_directory/
    umount /mount_point
    wobei path_to_image der Pfad zur ISO-Imagedatei, name_of_image der Name der ISO-Imagedatei und mount_point ein Einhängepunkt ist, an dem das Image eingehängt wird, während Sie Dateien vom Image kopieren. Zum Beispiel:
    mount -t iso9660 /var/isos/RHEL6.iso /mnt/tmp -o loop,ro
    cp -pr /mnt/tmp/images /var/isos/
    umount /mnt/tmp
    Die ISO-Imagedatei und ein images/-Verzeichnis sind jetzt nebeneinander im selben Verzeichnis vorhanden.
  4. Stellen Sie sicher, dass das Verzeichnis images/ mindestens die Datei install.img enthält. Ohne diese Datei kann die Installation nicht fortgesetzt werden. Optional sollte das images/-Verzeichnis die Datei product.img enthalten, ohne die nur die Pakete für eine Minimale-Installation während der Auswahlphase der Paketgruppen zur Verfügung stehen (siehe Abschnitt 9.18, »Auswahl der Paketgruppe«).

    Wichtig

    install.img und product.img müssen die einzigen Dateien im images/-Verzeichnis sein.
  5. Vergewissern Sie sich, dass ein Eintrag für das öffentlich verfügbare Verzeichnis in der /etc/exports-Datei am Netzwerkserver existiert, so dass das Verzeichnis via NFS verfügbar ist.
    Um ein Verzeichnis schreibgeschützt für ein spezielles System zu exportieren, verwenden Sie:
    /publicly_available_directory client.ip.address (ro)
    Um ein Verzeichnis schreibgeschützt für alle Systeme zu exportieren, verwenden Sie:
    /publicly_available_directory * (ro)
  6. Starten Sie auf dem Netzwerk-Server den NFS-Daemon (verwenden Sie /sbin/service nfs start auf einem Red Hat Enterprise Linux-System). Falls NFS bereits läuft, laden Sie die Konfigurationsdatei erneut (verwenden Sie /sbin/service nfs reload auf einem Red Hat Enterprise Linux-System).
  7. Testen Sie die NFS-Freigaben, indem Sie die Anweisungen im Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch folgen. Werfen Sie einen Blick auf Ihre NFS-Dokumentation für Details zum Starten und Stoppen des NFS-Servers.

Anmerkung

anaconda ist dazu in der Lage, die Integrität der Installationsmedien zu testen. Dies funktioniert bei DVD-, Festplatten-, ISO- und NFS-ISO-Installationsmethoden. Es wird empfohlen, dass sämtliche Installationsmedien vor dem Start des eigentlichen Installationsprozesses und vor dem Einreichen installationsbezogener Fehlerberichte (viele der gemeldeten Fehler resultieren aus unsachgemäß gebrannten DVDs) überprüft werden. Um diesen Test durchzuführen, geben Sie folgenden Befehl an der boot:-Eingabeaufforderung ein:
linux mediacheck

4.2. Vorbereitung einer Installation von Festplatte

Anmerkung

Installationen von Festplatten funktionieren lediglich mit ext2-, ext3-, ext4- oder FAT-Dateisystemen. Sie können keine Festplatten, die mit anderen Dateisystemen formatiert sind, als Installationsquelle für Red Hat Enterprise Linux verwenden.
Um das Dateisystem auf einer Festplattenpartition auf einem Windows Betriebssystem zu überprüfen, verwenden Sie das Werkzeug zur Plattenverwaltung. Um das Dateisystem auf einer Festplattenpartition auf einem Linux-Betriebssystem zu überprüfen, verwenden Sie das fdisk-Werkzeug.

Wichtig

Sie können ISO-Dateien nicht auf Partitionen verwenden, die per LVM (Logical Volume Management) verwaltet werden.
Verwenden Sie diese Option, um Red Hat Enterprise Linux auf Systemen ohne DVD-Laufwerk oder Netzwerkverbindung zu installieren.
Installationen von Festplatten verwenden die folgenden Dateien:
  • ein ISO-Image der Installations-DVD. Ein ISO-Image ist eine Datei, die eine exakte Kopie des Inhalts einer DVD enthält.
  • eine aus dem ISO-Image extrahierte install.img-Datei.
  • optional eine aus dem ISO-Image extrahierte product.img-Datei.
Befinden sich diese Dateien auf der Festplatte, können Sie beim Booten des Installationsprogramms Festplatte als Installationsquelle auswählen (siehe Abschnitt 8.3, »Installationsmethode«).
Stellen Sie sicher, dass Sie über ein Boot-Medium auf CD, DVD oder einem USB-Speichergerät, wie z.B. einem Flash-Laufwerk, verfügen.
Führen Sie die folgenden Schritte aus, um eine Festplatte als Installationsquelle einzurichten:
  1. Besorgen Sie sich ein ISO-Image der Red Hat Enterprise Linux Installations-DVD (siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen). Alternativ, falls Sie über die DVD als physisches Medium verfügen, können Sie auf einem Linux-System ein Image mit dem folgenden Befehl erstellen:
    dd if=/dev/dvd of=/path_to_image/name_of_image.iso
    wobei dvd Ihr DVD-Laufwerk, name_of_image der Name der entstehenden ISO-Imagedatei, und path_to_image der Pfad zum Speicherort in Ihrem System ist, an dem das entstehende ISO-Image gespeichert wird.
  2. Übertragen Sie das ISO-Image auf die Festplatte.
    Das ISO-Image muss sich auf einer Festplatte befinden, die sich entweder intern im Computer, auf dem Sie Red Hat Enterprise Linux installieren, befindet, oder auf einer Festplatte, die mit dem Computer via USB verbunden ist.
  3. Verwenden Sie ein Programm für SHA256-Prüfsummen zur Überprüfung der Integrität des von Ihnen kopierten ISO-Images. Es stehen viele SHA256-Prüfsummenprogramme für diverse Betriebssysteme zur Verfügung. Führen Sie Folgendes auf einem Linux-System aus:
    $ sha256sum name_of_image.iso
    wobei name_of_image der Name der ISO-Image-Datei ist. Das SHA256-Prüfsummenprogramm zeigt einen String mit 64 Zeichen, Hash genannt, an. Vergleichen Sie diesen Hash mit dem für dieses spezielle Image angezeigte Hash auf der Seite Software herunterladen im Red Hat Network (siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen). Die beiden Hashes sollten identisch sein.
  4. Kopieren Sie das images/-Verzeichnis auf der ISO-Datei in ein Verzeichnis, in dem Sie die ISO-Imagedatei selbst gespeichert haben. Geben Sie die folgenden Befehle ein:
    mount -t iso9660 /path_to_image/name_of_image.iso /mount_point -o loop,ro
    cp -pr /mount_point/images /publicly_available_directory/
    umount /mount_point
    wobei path_to_image der Pfad zur ISO-Imagedatei, name_of_image der Name der ISO-Imagedatei und mount_point ein Einhängepunkt ist, an dem das Image eingehängt wird, während Sie Dateien vom Image kopieren. Zum Beispiel:
    mount -t iso9660 /var/isos/RHEL6.iso /mnt/tmp -o loop,ro
    cp -pr /mnt/tmp/images /var/isos/
    umount /mnt/tmp
    Die ISO-Imagedatei und ein images/-Verzeichnis sind jetzt nebeneinander im selben Verzeichnis vorhanden.
  5. Stellen Sie sicher, dass das Verzeichnis images/ mindestens die Datei install.img enthält. Ohne diese Datei kann die Installation nicht fortgesetzt werden. Optional sollte das images/-Verzeichnis die Datei product.img enthalten, ohne die nur die Pakete für eine Minimale-Installation während der Auswahlphase der Paketgruppen zur Verfügung stehen (siehe Abschnitt 9.18, »Auswahl der Paketgruppe«).

    Wichtig

    install.img und product.img müssen die einzigen Dateien im images/-Verzeichnis sein.

Anmerkung

anaconda ist dazu in der Lage, die Integrität der Installationsmedien zu testen. Dies funktioniert bei DVD-, Festplatten-, ISO- und NFS-ISO-Installationsmethoden. Es wird empfohlen, dass sämtliche Installationsmedien vor dem Start des eigentlichen Installationsprozesses und vor dem Einreichen installationsbezogener Fehlerberichte (viele der gemeldeten Fehler resultieren aus unsachgemäß gebrannten DVDs) überprüft werden. Um diesen Test durchzuführen, geben Sie folgenden Befehl an der boot:-Eingabeaufforderung ein:
linux mediacheck

Kapitel 5. Liste der Systemspezifikationen

Die aktuelle Liste unterstützter Hardware finden Sie unter http://hardware.redhat.com/hcl/.
Das Installationsprogramm erkennt und installiert die Hardware Ihres Computers automatisch. Sie sollten sich zwar vergewissern, dass Ihre Hardware die Mindestanforderungen für eine Red Hat Enterprise Linux Installation erfüllt (siehe Abschnitt 3.2, »Ist Ihre Hardware kompatibel?«), aber es ist in der Regel nicht notwendig, dem Installationsprogramm spezifische Angaben über Ihr System zu machen.
Nur bei bestimmten Arten der Installation sind einige bestimmte Angaben hilfreich oder sogar notwendig.
  • Falls Sie ein benutzerdefiniertes Partitionslayout einsetzen möchten, notieren Sie sich:
    • Die Modellnummern, Größen, Typen und Schnittstellen der angeschlossenen Festplatten. Zum Beispiel Seagate ST3320613AS 320 GB auf SATA0, Western Digital WD7500AAKS 750 GB auf SATA1. Dies ermöglicht es Ihnen, bestimmte Festplatten während des Installationsvorgangs zu identifizieren.
  • Falls Sie Red Hat Enterprise Linux als zusätzliches Betriebssystem auf einem vorhandenen System installieren möchten, notieren Sie sich:
    • Die Einhängepunkte der vorhandenen Partitionen auf dem System. Zum Beispiel /boot auf sda1, / auf sda2 und /home auf sdb1. Dies ermöglicht es Ihnen, bestimmte Partitionen während des Installationsvorgangs zu identifizieren.
  • Falls Sie von einem Image auf einer lokalen Festplatte installieren möchten:
    • Die Festplatte und das Verzeichnis, das das Image enthält.
  • Falls Sie von einem Ort auf dem Netzwerk oder auf einem iSCSI-Ziel installieren möchten:
    • Die Hersteller und die Modellnummern der Netzwerkadapter auf Ihrem System. Zum Beispiel Netgear GA311. Dies ermöglicht es Ihnen, die Adapter bei der manuellen Konfiguration zu identifizieren.
    • IP-, DHCP- und BOOTP-Adressen
    • Netzmaske
    • IP-Adresse des Gateway
    • IP-Adressen eines oder mehrerer Name-Server (DNS)
    Falls einige dieser Netzwerkanforderungen oder Begriffe unbekannt sind, kontaktieren Sie bitte Ihren Netzwerkadministrator.
  • Falls Sie von einem Ort auf dem Netzwerk installieren möchten:
  • Falls Sie auf einem iSCSI-Ziel installieren möchten:
  • Falls Ihr Computer einer Domain angehört:
    • Sie sollten überprüfen, ob der Domain-Name von dem DHCP-Server bereitgestellt wird. Falls nicht, müssen Sie den Domain-Namen während der Installation manuell eingeben.

Kapitel 6. Treiberaktualisierung während der Installation auf Intel- und AMD-Systemen

In den meisten Fällen umfasst Red Hat Enterprise Linux bereits Treiber für die Geräte, aus denen Ihr System besteht. Falls Ihr System jedoch Hardware besitzt, die erst vor sehr kurzer Zeit veröffentlicht wurde, sind Treiber für diese Hardware möglicherweise noch nicht enthalten. Manchmal steht eine Treiberaktualisierung zur Unterstützung eines neuen Geräts ggf. bei Red Hat oder Ihrem Hardware-Anbieter als Treiberdatenträger, der RPM-Pakete enthält, zur Verfügung. Üblicherweise steht der Treiberdatenträger als ISO-Image-Datei als Download zur Verfügung.
Oft benötigen Sie die neue Hardware während des Installationsprozesses nicht. Falls Sie beispielsweise eine DVD zur Installation auf einer lokalen Festplatte verwenden, ist die Installation auch dann erfolgreich, wenn Treiber für Ihre Netzwerkkarte fehlen. Schließen Sie die Installation in solchen Situationen ab und fügen Sie Hardware-Unterstützung für das entsprechende Gerät nachträglich hinzu — Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 35.1.1, »rpm-Pakete zur Treiberaktualisierung« für Details zum Hinzufügen dieser Unterstützung.
In anderen Situationen möchten Sie ggf. einen Treiber für ein Gerät während des Installationsprozesses hinzufügen, um eine bestimmte Konfiguration zu unterstützen. So möchten Sie beispielsweise Treiber für ein Netzwerkgerät oder eine Speicher-Adapter-Karte installieren, um dem Installationsprogramm Zugriff auf die Speichergeräte, die Ihr System verwendet, zu ermöglichen. Sie können einen Treiber-Datenträger verwenden, um diese Unterstützung hinzuzufügen. Hierfür steht Ihnen eine der drei nachfolgenden Möglichkeiten zur Auswahl:
  1. Platzieren Sie das ISO-Image an einem Speicherort, auf den der Installer zugreifen kann:
    1. auf einer lokalen Festplatte
    2. einem USB-Flash-Laufwerk
  2. Erstellen Sie einen Treiber-Datenträger, indem Sie das Image entpacken auf:
    1. eine CD
    2. eine DVD
    Werfen Sie einen Blick in die Anweisungen zur Erstellung von Installationsdatenträgern in Abschnitt 2.1, »Erstellen einer Installations-DVD« für weitere Informationen zum Brennen von ISO-Image-Dateien auf CD oder DVD.
  3. Erstellen Sie eine initiale RAM-Disk-Aktualisierung des Images und speichern sie diese auf einem PXE-Server. Dies ist ein fortgeschrittenes Verfahren, das Sie nur dann in Erwägung ziehen sollten, wenn alle anderen Methoden zur Treiberaktualisierung fehlschlagen.
Falls Sie Red Hat, Ihr Hardware-Anbieter oder ein vertrauenswürdiger Drittanbieter darüber informiert, dass eine Treiberaktualisierung während des Installationsprozesses erforderlich ist, wählen Sie eine der Methoden zur Bereitstellung der Aktualisierung aus der Liste der in diesem Kapitel beschriebenen Methoden und testen diese, bevor Sie mit der Installation beginnen. Führen Sie im Gegenzug keine Treiberaktualisierung während der Installation durch, wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, dass Ihr System diese benötigt. Auch wenn die Installation einer nicht benötigten Treiberaktualisierung keinen Schaden anrichtet, kann das Vorhandensein eines nicht für dieses System gedachten Treibers den Support erschweren.

6.1. Einschränkungen von Treiberaktualisierungen während der Installation

Es gibt jedoch bedauerlicherweise einige Situationen, in denen Sie keinen Datenträger zur Treiberaktualisierung während der Installation verwenden können:
Die Geräte werden bereits verwendet
Sie können mit Hilfe einer Treiberaktualisierung keine Treiber ersetzen, die bereits vom Installationsprogramm geladen wurden. Stattdessen müssen Sie die Installation mit den vom Installationsprogramm geladenen Treibern abschließen und nach der Installation auf die neuen Treiber aktualisieren. Falls Sie die neuen Treiber für den Installationsvorgang benötigen, sollten Sie erwägen, eine initiale RAM-Disk-Treiberaktualisierung durchzuführen — siehe Abschnitt 6.2.3, »Vorbereitung einer initialen RAM-Disk-Aktualisierung«.
Es stehen Geräte mit einem entsprechenden Gerät zur Verfügung
Da alle Geräte desselben Typs zusammen initialisiert werden, können Sie keine Treiber für ein Gerät aktualisieren, wenn das Installationsprogramm bereits Treiber für ein ähnliches Gerät geladen hat. Nehmen wir beispielsweise ein System mit zwei verschiedenen Netzwerkadaptern, für einen davon steht eine Treiberaktualisierung zur Verfügung. Das Installationsprogramm wird beide Adapter zur selben Zeit initialisieren, weshalb Sie diese Treiberaktualisierung nicht nutzen können. Schließen Sie die Installation mit den Treibern, die vom Installationsprogramm geladen wurden, ab und aktualisieren Sie nach der Installation auf die neuen Treiber, oder führen Sie eine initiale RAM-Disk-Treiberaktualisierung durch.

6.2. Vorbereitung einer Treiberaktualisierung während der Installation

Falls eine Treiberaktualisierung notwendig ist und für Ihre Hardware zur Verfügung steht, stellt Red Hat oder ein vertrauenswürdiger Drittanbieter wie z.B. der Hardware-Anbieter diesen Treiber in Form eines Images im ISO-Format zur Verfügung. Einige Methoden zur Durchführung einer Treiberaktualisierung erfordern das Bereitstellen dieses Images für das Installationsprogramm. Bei anderen Methoden müssen Sie das Image verwenden, um einen Datenträger zur Treiberaktualisierung zu erstellen, und in einem Fall müssen Sie eine Aktualisierung via anfänglicher RAM-Disk vorbereiten:
Methoden, die das Image selbst verwenden
  • lokale Festplatte
  • USB-Flash-Laufwerk
Methoden, die einen Datenträger zur Treiberaktualisierung, erzeugt von einer Image-Datei, verwenden
  • CD
  • DVD
Methoden, die eine initiale RAM-Disk-Aktualisierung verwenden
  • PXE
Wählen Sie eine Methode zum Bereitstellen der Treiberaktualisierung und werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 6.2.1, »Vorbereitung des Einsatzes eines Images zur Treiberaktualisierung«, Abschnitt 6.2.2, »Vorbereiten eines Treiber-Datenträgers« oder Abschnitt 6.2.3, »Vorbereitung einer initialen RAM-Disk-Aktualisierung«. Beachten Sie, dass Sie ein USB-Speichergerät entweder als Datenträger zur Treiberaktualisierung oder zum Bereitstellen eines Images verwenden können.

6.2.1. Vorbereitung des Einsatzes eines Images zur Treiberaktualisierung

6.2.1.1. Vorbereitung der Verwendung eines Images auf einem lokalen Speichermedium

Um das ISO-Image auf einem lokalen Speichergerät, wie einer Festplatte oder einem USB-Flash-Laufwerk zur Verfügung zu stellen, kopieren Sie das ISO-Image einfach auf das Speichergerät. Falls Sie es für hilfreich erachten, können Sie diese Datei umbenennen. Sie dürfen allerdings nicht die Dateinamenerweiterung ändern. Diese muss weiterhin .iso lauten. Im folgenden Beispiel wird die Datei in dd.iso umbenannt:
Inhalt eines USB-Flash-Laufwerks, das ein Image zur Treiberaktualisierung enthält

Abbildung 6.1. Inhalt eines USB-Flash-Laufwerks, das ein Image zur Treiberaktualisierung enthält

Falls Sie diese Methode verwenden, beachten Sie bitte, dass das Speichergerät lediglich eine einzelne Datei enthält. Dies unterscheidet sich von Datenträgern zur Treiberaktualisierung auf Formaten wie CD und DVD, welche viele Dateien enthalten. Die ISO-Image-Datei enthält alle die Dateien, die sich normalerweise auf einem Datenträger mit Treibern befinden.
Wenn Sie die Dateisystemkennung des Geräts auf OEMDRV ändern, wird das Installationsprogramm das Gerät automatisch untersuchen und jegliche vorgefundene Treiberaktualisierungen laden. Dieses Verhalten wird von der Boot-Option dlabel=on gesteuert und ist standardmäßig aktiviert. Siehe auch Abschnitt 6.3.1, »Installationsprogramm automatisch auf Datenträger zur Treiberaktualisierung prüfen lassen«.

6.2.2. Vorbereiten eines Treiber-Datenträgers

Sie können einen Datenträger für ein Treiber-Update auf CD oder DVD erstellen.

6.2.2.1. Erstellen eines Datenträgers zur Treiberaktualisierung auf CD oder DVD

Wichtig

Der CD/DVD-Ersteller ist Teil des GNOME-Desktops. Falls Sie einen anderen Linux-Desktop nutzen oder gar ein anderes Betriebssystem, brauchen Sie eine andere Software, mit der Sie die CD oder DVD erstellen können. Die Schritte sind im Allgemeinen ähnlich.
Vergewissern Sie sich, dass die von Ihnen gewählte Software dazu in der Lage ist, CDs oder DVDs von Images zu erstellen. Das ist zwar bei den meisten CD- und DVD-Brennprogrammen der Fall, doch es gibt Ausnahmen. Suchen Sie nach einer Schaltfläche oder einem Menüpunkt namens Von Image brennen oder ähnlich. Falls Ihre Software nicht über diese Funktion verfügt, oder Sie diese Funktion nicht anwenden, wird der entstandene Datenträger nur das Image selbst enthalten und nicht die Inhalte des Image.
  1. Verwenden Sie den Desktop-Dateimanager, um die ISO-Image-Datei des Treiber-Datenträgers zu finden, die von Red Hat oder Ihrem Hardware-Anbieter bereitgestellt wurde.
    Eine typische .iso-Datei, die im Fenster des Dateimanagers angezeigt wird

    Abbildung 6.2. Eine typische .iso-Datei, die im Fenster des Dateimanagers angezeigt wird

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf diese Datei und wählen Auf CD/DVD schreiben. Ein Fenster ähnlich dem folgenden wird angezeigt:
    CD/DVD-Ersteller 'Auf CD/DVD schreiben' Dialog

    Abbildung 6.3. CD/DVD-Ersteller 'Auf CD/DVD schreiben' Dialog

  3. Klicken Sie auf die Schaltfläche Schreiben. Falls sich noch kein leerer Datenträger im Laufwerk befindet, fordert Sie der CD/DVD-Ersteller dazu auf, einen einzulegen.
Vergewissern Sie sich nach dem Brennen einer Treiber-Update-CD oder -DVD, dass der Datenträger erfolgreich erstellt wurde, indem Sie diesen in Ihrem System einlegen und unter Verwendung des Dateimanagers durchsehen. Sie sollten eine einzelne Datei mit der Bezeichnung rhdd3 und ein Verzeichnis mit dem Namen rpms sehen:
Inhalt eines typischen Datenträgers zur Treiberaktualisierung auf CD oder DVD

Abbildung 6.4. Inhalt eines typischen Datenträgers zur Treiberaktualisierung auf CD oder DVD

Falls Sie lediglich eine einzelne Datei mit der Endung .iso sehen, dann wurde der Datenträger nicht erfolgreich erstellt und Sie sollten es noch einmal probieren. Falls Sie einen anderen Linux-Desktop als GNOME oder ein anderes Betriebssystem verwenden, stellen Sie sicher, dass Sie eine Option ähnlich wie Von Image brennen auswählen.

6.2.3. Vorbereitung einer initialen RAM-Disk-Aktualisierung

Wichtig

Dies ist ein fortgeschrittenes Verfahren, das Sie nur dann in Betracht ziehen sollten, wenn alle anderen Methoden zur Treiberaktualisierung fehlschlagen.
Das Installationsprogramm von Red Hat Enterprise Linux kann Aktualisierungen für sich selbst zu einem frühen Zeitpunkt des Installationsprozesses aus einer RAM disk laden — einem Bereich im Speicher Ihres Computers, der zeitweise als Datenträger agiert. Mit Hilfe derselben Funktionalität können Sie Treiberaktualisierungen laden. Um während der Installation eine Treiberaktualisierung durchzuführen, muss Ihr Computer in der Lage sein, von einem Preboot Execution Environment (PXE) Server zu booten. Außerdem muss ein PXE-Server im Netzwerk vorhanden sein. Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 30, Einrichten eines Installationsservers für weitere Anweisungen zur Verwendung von PXE während der Installation.
Um die Treiberaktualisierung auf Ihrem PXE-Server verfügbar zu machen:
  1. Platzieren Sie das Datei-Image zur Treiberaktualisierung auf Ihrem PXE-Server. Dies geschieht in der Regel bereits, wenn Sie die Datei von dem Speicherort im Internet, der von Red Hat oder Ihrem Hardware-Anbieter angegeben wurde, herunterladen auf Ihren PXE-Server. Namen von Datei-Images zur Treiberaktualisierung enden auf .iso.
  2. Kopieren Sie das Image zur Treiberaktualisierung ins /tmp/initrd_update-Verzeichnis.
  3. Benennen Sie das Image um in dd.img.
  4. Wechseln Sie an der Befehlszeile in das /tmp/initrd_update-Verzeichnis, geben den nachfolgenden Befehl ein und drücken die Eingabe-Taste.
    find . | cpio --quiet -o -H newc | gzip -9 >/tmp/initrd_update.img
    
  5. Kopieren Sie die Datei /tmp/initrd_update.img in das Verzeichnis, welches das Ziel enthält, das Sie für die Installation verwenden wollen. Dieses Verzeichnis befindet sich unter dem /tftpboot/pxelinux/-Verzeichnis. So könnte /tftpboot/pxelinux/r6c/ beispielsweise das PXE-Ziel für Red Hat Enterprise Linux 6 Client enthalten.
  6. Bearbeiten Sie die /tftpboot/pxelinux/pxelinux.cfg/default-Datei und fügen einen Eintrag ein, der die eben von Ihnen erstellte initiale RAM-Disk-Aktualisierung enthält, und zwar im folgenden Format:
    label target-dd
    kernel target/vmlinuz
    append initrd=target/initrd.img,target/dd.img
    
    Wobei target das Ziel ist, das Sie für die Installation verwenden wollen.
Erfahren Sie unter Abschnitt 6.3.4, »Wählen Sie ein PXE-Ziel, das eine Treiberaktualisierung umfasst«, wie eine initiale RAM-Disk-Aktualisierung während der Installation verwendet wird.

Beispiel 6.1. Vorbereiten einer initalen RAM-Disk-Aktualisierung von einer Image-Datei zur Treiberaktualisierung

In diesem Beispiel ist driver_update.iso eine Image-Datei zur Treiberaktualisierung, die Sie aus dem Internet heruntergeladen und in einem Verzeichnis auf Ihrem PXE-Server abgelegt haben. Das Ziel, von dem Sie den PXE-Boot durchführen, befindet sich in /tftpboot/pxelinux/r6c/.
Wechseln Sie an der Befehlszeile in das Verzeichnis, das die Datei enthält, und führen folgende Befehle aus:
$ cp driver_update.iso /tmp/initrd_update/dd.img
$ cd /tmp/initrd_update
$ find . | cpio --quiet -c -o -H newc | gzip -9 >/tmp/initrd_update.img
$ cp /tmp/initrd_update.img /tftpboot/pxelinux/r6c/dd.img
Bearbeiten Sie die /tftpboot/pxelinux/pxelinux.cfg/default-Datei und fügen folgenden Eintrag ein:
label r6c-dd
kernel r6c/vmlinuz
append initrd=r6c/initrd.img,r6c/dd.img

6.3. Durchführung einer Treiberaktualisierung während der Installation

Sie können eine Treiberaktualisierung während der Installation wie folgt durchführen:
  • lassen Sie das Installationsprogramm automatisch einen Datenträger zur Treiberaktualisierung finden.
  • lassen Sie das Installationsprogramm nach einer Treiberaktualisierung fragen.
  • verwenden Sie eine Boot-Option, um einen Datenträger zur Treiberaktualisierung anzugeben.
  • wählen Sie ein PXE-Ziel, das eine Treiberaktualisierung enthält.

6.3.1. Installationsprogramm automatisch auf Datenträger zur Treiberaktualisierung prüfen lassen

Schließen Sie ein Blockgerät mit der Dateisystemkennung OEMDRV an, bevor Sie den Installationsvorgang starten. Das Installationsprogramm wird das Gerät automatisch untersuchen und jegliche vorgefundene Treiberaktualisierungen laden, ohne dies während des Vorgangs abzufragen. Unter Abschnitt 6.2.1.1, »Vorbereitung der Verwendung eines Images auf einem lokalen Speichermedium« finden Sie Informationen zur Vorbereitung eines Speichergeräts, das vom Installationsprogramm erkannt wird.

6.3.2. Installationsprogramm nach einer Treiberaktualisierung fragen lassen

  1. Beginnen Sie die Installation ganz normal für das gewählte Verfahren. Wenn das Installationsprogramm für bestimmte Hardware, die für den Installationsvorgang unerlässlich ist, keinen Treiber laden kann (z.B. wenn es kein Netzwerk oder Speicher-Controller findet), dann fordert es Sie dazu auf, einen Datenträger zur Treiberaktualisierung einzulegen:
    Der Dialog Keinen Treiber gefunden

    Abbildung 6.5. Der Dialog Keinen Treiber gefunden

6.3.3. Verwenden Sie eine Boot-Option, um einen Datenträger zur Treiberaktualisierung anzugeben

Wichtig

Dieses Verfahren funktioniert nur zum Einbinden völlig neuer Treiber, nicht zum Aktualisieren von vorhandenen Treibern.
  1. Geben Sie zu Beginn des Installationsprozesses an der Boot-Eingabeaufforderung linux dd ein und drücken die Eingabe-Taste. Das Installationsprogramm fordert Sie auf zu bestätigen, dass Sie einen Treiberdatenträger haben:
    Die Eingabeaufforderung Treiberdatenträger

    Abbildung 6.6. Die Eingabeaufforderung Treiberdatenträger

  2. Legen Sie den Datenträger zur Treiberaktualisierung, den Sie auf CD, DVD, Diskette oder USB-Flash-Laufwerk erstellt haben, ein und wählen Sie Ja. Der Installer untersucht nun das Speichergerät, das es ermitteln kann. Falls es nur einen möglichen Ort für einen Datenträger mit Treibern gibt (der Installer erkennt beispielsweise die Existenz eines DVD-Laufwerks, aber keine anderen Speichergeräte), werden automatisch alle an dieser Stelle gefundenen Treiberaktualisierungen geladen.
    Falls das Installationsprogramm mehr als einen Speicherort findet, der eine Treiberaktualisierung enthalten könnte, werden Sie dazu aufgefordert, den Speicherort für die Aktualisierung anzugeben. Siehe Abschnitt 6.4, »Angabe der Position eines Images zur Treiberaktualisierung oder eines Datenträgers zur Treiberaktualisierung« .

6.3.4. Wählen Sie ein PXE-Ziel, das eine Treiberaktualisierung umfasst

  1. Wählen Sie network boot im BIOS oder Boot-Menü Ihres Computers. Die Art und Weise, wie diese Option angegeben wird, ist von Computer zu Computer sehr verschieden. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihrer Hardware oder wenden Sie sich an den Hardware-Anbieter, um das spezifische Verfahren für Ihren Computer herauszufinden.
  2. Wählen Sie in der Preexecution Boot Environment (PXE) das Boot-Ziel, das Sie auf Ihrem PXE-Server vorbereitet haben. Wenn Sie diese Umgebung z.B. als r6c-dd in der /tftpboot/pxelinux/pxelinux.cfg/default-Datei auf Ihrem PXE-Server gekennzeichnet haben, geben Sie an der Eingabeaufforderung r6c-dd ein und drücken die Eingabe-Taste.
Erfahren Sie unter Abschnitt 6.2.3, »Vorbereitung einer initialen RAM-Disk-Aktualisierung« und Kapitel 30, Einrichten eines Installationsservers, wie PXE zum Ausführen einer Aktualisierung während der Installation verwendet wird. Beachten Sie, dass dieses ein fortgeschrittenes Verfahren ist — versuchen Sie sich daran nur dann, wenn alle anderen Methoden zur Treiberaktualisierung fehlschlagen.

6.4. Angabe der Position eines Images zur Treiberaktualisierung oder eines Datenträgers zur Treiberaktualisierung

Falls das Installationsprogramm mehr als ein mögliches Gerät ermittelt, welches eine Treiberaktualisierung beinhalten könnte, fordert es Sie auf, das richtige Gerät auszuwählen. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Option das Gerät repräsentiert, auf dem die Treiberaktualisierung gespeichert ist, versuchen Sie verschiedene Optionen, bis Sie die richtige gefunden haben.
Auswahl der Quelle des Treiberdatenträgers

Abbildung 6.7. Auswahl der Quelle des Treiberdatenträgers

Falls das von Ihnen ausgewählte Gerät keine passenden Aktualisierungsmedien umfasst, fordert das Installationsprogramm Sie auf, eine andere Wahl zu treffen.
Falls Sie einen Datenträger zur Treiberaktualisierung auf Diskette, CD, DVD oder USB-Flash-Laufwerk erstellt haben, lädt das Installationsprogramm jetzt die Treiberaktualisierung. Falls das von Ihnen ausgewählte Gerät jedoch ein Gerätetyp ist, der mehr als eine Partition enthalten könnte (unabhängig davon, ob das Gerät derzeit mehr als eine Partition besitzt oder nicht), fordert Sie das Installationsprogramm ggf. auf, die Partition auszuwählen, die die Treiberaktualisierung beinhaltet.
Auswahl einer Partition zur Treiberaktualisierung

Abbildung 6.8. Auswahl einer Partition zur Treiberaktualisierung

Der Installer fordert Sie zur Angabe der Datei auf, die die Treiberaktualisierung beinhaltet:
Auswahl eines ISO-Images

Abbildung 6.9. Auswahl eines ISO-Images

Sie sehen diese Bildschirme möglicherweise, wenn Sie die Treiberaktualisierung auf einer internen Festplatte oder einem USB-Speichergerät abgelegt haben. Sie sollten sie nicht sehen, wenn sich die Treiberaktualisierung auf einer CD oder DVD befindet.
Unabhängig davon, ob Sie eine Treiberaktualisierung in Form einer Image-Datei oder einem Datenträger zur Treiberaktualisierung zu Verfügung stellen, kopiert das Installationsprogramm jetzt die entsprechenden Aktualisierungsdateien in einen temporären Speicherbereich (welcher sich im Systemspeicher (RAM) befindet und nicht auf dem Datenträger). Das Installationsprogramm fragt ggf., ob Sie zusätzliche Treiberaktualisierungen verwenden möchten. Falls Sie Ja auswählen, können Sie wiederum zusätzliche Aktualisierungen laden. Falls es keine weiteren Treiberaktualisierungen zu laden gibt, wählen Sie Nein. Falls Sie die Treiberaktualisierung auf entfernbare Medien gespeichert haben, können Sie den Datenträger oder das Gerät nun gefahrlos auswerfen oder entfernen. Das Installationsprogramm benötigt die Treiberaktualisierung nicht länger und Sie können die Medien für andere Zwecke wiederverwenden.

Kapitel 7. Booten des Installers

Wichtig

Red Hat Enterprise Linux 6 unterstützt UEFI für 32-Bit x86-Systeme nicht.

Wichtig

Beachten Sie, dass sich die Boot-Konfigurationen von UEFI und BIOS deutlich voneinander unterscheiden. Infolgedessen muss das installierte System unter Verwendung derselben Firmware booten, die auch während der Installation verwendet wurde. Sie können das Betriebssytem nicht auf einem System installieren, das BIOS verwendet, und dann diese Installation auf einem System booten, das UEFI verwendet.
Red Hat Enterprise Linux 6 unterstützt Version 2.2 der UEFI-Spezifikation. Hardware, die Version 2.3 der UEFI-Spezifikation oder aktueller unterstützt, sollte unter Red Hat Enterprise Linux 6 booten und funktionieren, allerdings stehen zusätzliche, durch diese aktuelleren Spezifikationen definierten Funktionalitäten nicht zur Verfügung. Die UEFI-Spezifikationen sind unter http://www.uefi.org/specs/agreement/ verfügbar.
Gehen Sie folgendermaßen vor, um das Installationsprogramm von einer Red Hat Enterprise Linux-DVD oder von minimalen Boot-Medien zu starten:
  1. Trennen Sie alle externen FireWire- oder USB-Laufwerke vom System, die Sie nicht für die Installation benötigen. Siehe Abschnitt 3.3.3, »FireWire- und USB-Platten« für weitere Informationen.
  2. Schalten Sie Ihren Computer an.
  3. Legen Sie das Medium in Ihren Computer ein.
  4. Schalten Sie Ihren Computer aus, während das Boot-Medium noch eingelegt ist.
  5. Schalten Sie Ihren Computer an.
Es kann sein, dass Sie eine bestimmte Taste oder Tastenkombination drücken müssen, um von dem Medium zu booten. Auf den meisten Computern erscheint kurzzeitig eine Meldung auf dem Bildschirm, gleich nachdem Sie den Computer einschalten. In der Regel lautet diese Meldung etwa Press F10 to select boot device oder ähnlich, wobei der genaue Wortlaut und die genannte Taste von Computer zu Computer sehr verschieden sein kann. Werfen Sie einen Blick in die Dokumentation Ihres Computers oder Motherboards, oder wenden Sie sich an den Support des Hardware-Herstellers bzw. -Anbieters.
Falls Sie auf Ihrem Computer beim Hochfahren nicht auswählen können, von welchem Laufwerk gestartet werden soll, müssen Sie wahrscheinlich das Basic Input/Output System (BIOS) Ihres Systems konfigurieren, um von dem Medium zu starten.
Um Ihre BIOS-Einstellungen auf einem x86, AMD64 oder Intel 64 System zu ändern, beobachten Sie die Anweisungen auf dem Bildschirm, wenn Ihr Computer hochfährt. Eine Textzeile erscheint, die Sie darüber informiert, mit Hilfe welcher Taste Sie in das BIOS gelangen.
Sobald Sie im BIOS sind, suchen Sie den Abschnitt, in dem Sie Ihre Boot-Sequenz ändern können. Der Standard lautet oft C, A oder A, C (abhängig davon, ob Sie von Ihrer Festplatte [C] oder einem Diskettenlaufwerk [A] starten). Ändern Sie diese Sequenz, so dass Ihr DVD-Laufwerk in der Boot-Reihenfolge an erster Stelle steht, gefolgt von C oder A (je nachdem, was Ihr üblicher Boot-Standard ist) an zweiter Stelle. Dadurch wird der Computer angewiesen, zuerst im DVD-Laufwerk nach bootbaren Medien zu suchen. Falls er im DVD-Laufwerk kein bootbares Medium findet, wird anschließend die Festplatte oder das Diskettenlaufwerk überprüft.
Sichern Sie Ihre Änderungen, bevor Sie das BIOS verlassen. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zu Ihrem System.

Anmerkung

Um die Installation abzubrechen, drücken Sie entweder Strg+Alt+Entf oder schalten Ihren Computer am Ein-/Ausschaltknopf aus. Sie können den Installationsvorgang problemlos abbrechen, bevor Sie Änderungen auf Festplatte schreiben im Bildschirm Partitionierung auf Festplatte schreiben auswählen. Red Hat Enterprise Linux nimmt bis zu diesem Zeitpunkt keine dauerhaften Änderungen an Ihrem System vor. Beachten Sie jedoch, dass ein Abbruch der Installation nach Beginn der Partitionierung dazu führen kann, dass der Computer funktionsunfähig wird.

7.1. Starten des Installationsprogramms

Wichtig

Red Hat Enterprise Linux 6 unterstützt UEFI für 32-Bit x86-Systeme nicht.

Wichtig

Beachten Sie, dass sich die Boot-Konfigurationen von UEFI und BIOS deutlich voneinander unterscheiden. Infolgedessen muss das installierte System unter Verwendung derselben Firmware booten, die auch während der Installation verwendet wurde. Sie können das Betriebssytem nicht auf einem System installieren, das BIOS verwendet, und dann diese Installation auf einem System booten, das UEFI verwendet.
Red Hat Enterprise Linux 6 unterstützt Version 2.2 der UEFI-Spezifikation. Hardware, die Version 2.3 der UEFI-Spezifikation oder aktueller unterstützt, sollte unter Red Hat Enterprise Linux 6 booten und funktionieren, allerdings stehen zusätzliche, durch diese aktuelleren Spezifikationen definierten Funktionalitäten nicht zur Verfügung. Die UEFI-Spezifikationen sind unter http://www.uefi.org/specs/agreement/ verfügbar.
Stellen Sie vor Beginn sicher, dass Sie über alle notwendigen Ressourcen für die Installation verfügen. Falls Sie bereits den Abschnitt in Kapitel 3, Planen einer Installation auf der x86-Architektur gelesen und die Anweisungen befolgt haben, sollten Sie mit dem Installationsprozess beginnen können. Wenn Sie sichergestellt haben, dass Sie bereit sind zu starten, booten Sie das Installationsprogramm unter Verwendung der Red Hat Enterprise Linux-DVD oder anderen Boot-Medien, die Sie erstellt haben.

Anmerkung

Gelegentlich benötigen einige Hardwarekomponenten eine Treiberaktualisierung während der Installation. Eine Treiberaktualisierung liefert Unterstützung für Hardware, die ansonsten nicht vom Installationsprogramm unterstützt wird. Siehe Kapitel 6, Treiberaktualisierung während der Installation auf Intel- und AMD-Systemen für weitere Informationen.

7.1.1. Booten des Installationsprogramms auf x86-, AMD64- und Intel 64-Systemen

Sie können das Installationsprogramm unter Verwendung eines der folgenden Medien booten (abhängig davon, was Ihr System unterstützt):
  • Red Hat Enterprise Linux DVD — Ihr System verfügt über ein bootfähiges DVD-Laufwerk, und Sie besitzen die Red Hat Enterprise Linux Installations-DVD.
  • Boot-CD-ROM — Ihr System verfügt über ein bootfähiges CD-ROM-Laufwerk, und Sie möchten eine Netzwerk- oder Festplatteninstallation durchführen.
  • USB-Flash-Laufwerk — Ihr System unterstützt das Booten von einem USB-Gerät.
  • PXE-Boot via Netzwerk — Ihr Rechner unterstützt das Booten via Netzwerk. Dies ist ein erweiterter Installationspfad. Siehe Kapitel 30, Einrichten eines Installationsservers für weitere Informationen zu dieser Methode.
Informationen darüber, wie Sie eine Boot-CD-ROM erstellen oder ein USB-Flash-Laufwerk zur Installation vorbereiten, finden Sie in Abschnitt 2.2, »Erstellung von minimalen Boot-Medien«.
Legen Sie das Boot-Medium ein und starten das System neu.
Es kann sein, dass Sie eine bestimmte Taste oder Tastenkombination drücken müssen, um von dem Medium zu booten. Auf den meisten Computern erscheint kurzzeitig eine Meldung auf dem Bildschirm, gleich nachdem Sie den Computer einschalten. In der Regel lautet diese Meldung etwa Press F10 to select boot device oder ähnlich, wobei der genaue Wortlaut und die genannte Taste von Computer zu Computer sehr verschieden sein kann. Werfen Sie einen Blick in die Dokumentation Ihres Computers oder Motherboards, oder wenden Sie sich an den Support des Hardware-Herstellers bzw. -Anbieters.
Falls Sie auf Ihrem Computer beim Hochfahren nicht auswählen können, von welchem Laufwerk gestartet werden soll, müssen Sie wahrscheinlich das Basic Input/Output System (BIOS) Ihres Systems konfigurieren, um von dem Medium zu starten.
Um Ihre BIOS-Einstellungen auf einem x86, AMD64 oder Intel 64 System zu ändern, beobachten Sie die Anweisungen auf dem Bildschirm, wenn Ihr Computer hochfährt. Eine Textzeile erscheint, die Sie darüber informiert, mit Hilfe welcher Taste Sie in das BIOS gelangen.
Sobald Sie im BIOS sind, suchen Sie den Abschnitt, in dem Sie Ihre Boot-Sequenz ändern können. Der Standard lautet oft C, A oder A, C (abhängig davon, ob Sie von Ihrer Festplatte [C] oder einem Diskettenlaufwerk [A] starten). Ändern Sie diese Sequenz, so dass Ihr DVD-Laufwerk in der Boot-Reihenfolge an erster Stelle steht, gefolgt von C oder A (je nachdem, was Ihr üblicher Boot-Standard ist) an zweiter Stelle. Dadurch wird der Computer angewiesen, zuerst im DVD-Laufwerk nach bootbaren Medien zu suchen. Falls er im DVD-Laufwerk kein bootbares Medium findet, wird anschließend die Festplatte oder das Diskettenlaufwerk überprüft.
Sichern Sie Ihre Änderungen, bevor Sie das BIOS verlassen. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zu Ihrem System.
Nach einer kurzen Wartezeit erscheint der grafische Boot-Bildschirm, der Informationen über eine Vielzahl von Boot-Optionen enthält. Das Installationsprogramm beginnt automatisch, wenn Sie nicht innerhalb einer Minute eine andere Auswahl treffen. Eine Beschreibung der auf diesem Bildschirm verfügbaren Optionen finden Sie unter Abschnitt 7.1.2, »Das Boot-Menü«.
Drücken Sie alternativ die Esc-Taste, um zum boot:-Prompt zu gelangen, an dem Sie weitere Boot-Optionen angeben können (siehe Abschnitt 7.1.3, »Weitere Boot-Optionen«).

7.1.2. Das Boot-Menü

Das Boot-Medium zeigt ein grafisches Boot-Menü mit verschiedenen Optionen an. Falls während 60 Sekunden keine Taste gedrückt wird, startet die standardmäßige Boot-Option. Warten Sie entweder, bis diese Zeit verstrichen ist, oder drücken Sie die Eingabe-Taste auf der Tastatur, um diese Option zu wählen. Um eine andere Option als die Standard-Option auszuwählen, können Sie mit den Pfeiltasten auf Ihrer Tastatur die gewünschte Option markieren und dann die Eingabe-Taste drücken. Wenn Sie die Boot-Optionen an eine bestimmte Option anpassen möchten, drücken Sie die Tab-Taste. Um auf den boot:-Prompt zuzugreifen, in dem Sie benutzerdefinierte Boot-Optionen festlegen können, drücken Sie die Esc-Taste und sehen Sie in Abschnitt 7.1.3, »Weitere Boot-Optionen« nach.
Der Boot-Bildschirm

Abbildung 7.1. Der Boot-Bildschirm

Eine Auflistung und Erklärung der gängigen Boot-Optionen finden Sie unter Kapitel 28, Boot-Optionen.
Die Optionen im Boot-Menü sind:
Install or upgrade an existing system (Installation oder Aktualisierung eines bestehenden Systems)
Dies ist die Standardoption. Wählen Sie diese Option, um Red Hat Enterprise Linux mit Hilfe des grafischen Installationsprogramms auf Ihrem Rechner zu installieren.
Install system with basic video driver (System mit einfachem Grafiktreiber installieren)
Mit Hilfe dieser Option können Sie Red Hat Enterprise Linux im grafischen Modus installieren, selbst wenn das Installationsprogramm nicht dazu in der Lage ist, den korrekten Grafiktreiber für Ihre Grafikkarte zu laden. Falls Ihr Bildschirm verzerrt erscheint oder leer bleibt, wenn Sie die Option Install or upgrade an existing system verwenden, dann starten Sie Ihren Computer neu und versuchen es stattdessen mit dieser Option.
Rescue installed system (Installiertes System wiederherstellen)
Mit dieser Option können Sie Fehler in Ihrem installierten Red Hat Enterprise Linux System reparieren, die verhindern, dass das System normal gestartet werden kann. Obwohl Red Hat Enterprise Linux ein sehr stabiles Betriebssystem ist, kann es dennoch vorkommen, dass gelegentlich Probleme auftreten, die den Systemstart verhindern. Die Wiederherstellungsumgebung enthält Hilfsprogramme, mit denen Sie verschiedenste solcher Probleme lösen können.
Boot from local drive (Von lokalem Laufwerk starten)
Diese Option startet das System von der ersten installierten Festplatte. Falls Sie diese Festplatte versehentlich starten, können Sie diese Option nutzen, um unmittelbar von der Festplatte zu booten, ohne das Installationsprogramm zu starten.

7.1.3. Weitere Boot-Optionen

Die einfachste Installationsmethode ist das Booten von DVD und die Durchführung einer grafischen Installation. Es gibt jedoch Situationen, die eine andere Boot-Methode erfordern. Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über zusätzliche Boot-Optionen für Red Hat Enterprise Linux.
Um auf einem x86-, AMD64- oder Intel 64-System Optionen an den Bootloader zu übergeben, drücken Sie zum Boot-Zeitpunkt die Esc-Taste. Daraufhin erscheint der boot:-Prompt, an dem Sie die nachfolgend beschriebenen Optionen angeben können.

Anmerkung

Siehe Kapitel 28, Boot-Optionen für weitere Boot-Optionen, die nicht in diesem Abschnitt behandelt werden.
  • Um eine Installation im Textmodus durchzuführen, geben Sie an der Boot-Eingabeaufforderung Folgendes ein:
    linux text
  • Um eine Installationsquelle anzugeben, wählen Sie die Option linux repo=. Zum Beispiel:
    linux repo=cdrom:device
    linux repo=ftp://username:password@URL
    linux repo=http://URL
    linux repo=hd:device
    linux repo=nfs:options:server:/path
    linux repo=nfsiso:options:server:/path
    In diesen Beispielen bezieht sich cdrom auf ein CD- oder DVD-Laufwerk, ftp auf einen Ort, auf den via FTP zugegriffen werden kann, http auf einen Ort, auf den via HTTP zugegriffen werden kann, hd auf ein ISO-Image, auf das auf einer Festplattenpartition zugegriffen werden kann, nfs auf einen erweiterten Verzeichnisbaum mit Installationsdateien, auf den via NFS zugegriffen werden kann und nfsiso auf eine ISO-Image-Datei, auf die via NFS zugegriffen werden kann.
  • ISO-Images beinhalten eine SHA256-Prüfsumme. Um die Integrität der Prüfsumme eines ISO-Images zu testen, geben Sie an der Boot-Eingabeaufforderung der Installation Folgendes ein:
    linux mediacheck
    Die Eingabeaufforderung des Installationsprogramms fordert Sie für die Überprüfung auf, eine DVD einzulegen oder ein ISO-Image auszuwählen und OK auszuwählen, um die Prüfsummen-Operation durchzuführen. Diese Prüfsummen-Operation kann mit jeder beliebiger Red Hat Enterprise Linux-DVD, die aus heruntergeladenen ISO-Images erstellt wurde, durchgeführt werden. Der Befehl funktioniert mit diversen Installationmethoden, sei es von DVD, von ISOs auf der Festplatte und von NFS-ISO.
  • Falls Sie die Installation im seriellen Modus durchführen müssen, geben den folgenden Befehl ein:
    linux console=<device>
    Verwenden Sie für die Installation im Textmodus:
    linux text console=<device>
    Ersetzen Sie im obigen Befehl <device> durch das Gerät, das Sie verwenden (wie z.B. ttyS0 oder ttyS1). Beispielsweise linux text console=ttyS0.
    Installationen im Textmodus mittels eines seriellen Terminals funktionieren am besten, wenn das Terminal UTF-8 unterstützt. Unter UNIX und Linux unterstützt Kermit UTF-8. Unter Windows funktioniert Kermit '95 recht gut. Nicht-UTF-8-fähige Terminals funktionieren nur, wenn ausschließlich Englisch als Sprache während der Installation verwendet wird. Ein erweitertes serielles Display kann mit Hilfe des utf8-Befehls zum Bootzeitpunkt verwendet werden. Zum Beispiel:
    linux console=ttyS0 utf8

7.1.3.1. Kernel-Optionen

Optionen können auch an den Kernel weitergegeben werden. Um beispielsweise Updates für das Anaconda-Installationsprogramm von einem USB-Speichergerät einzuspielen, geben Sie Folgendes ein:
linux updates
Verwenden Sie für die Installation im Textmodus:
linux text updates
Dieser Befehl liefert eine Eingabeaufforderung, die nach einem Datenträger mit Anaconda-Updates fragt. Sie brauchen diese Option nicht anzugeben, wenn Sie eine Netzwerkinstallation durchführen und das Image der Aktualisierungen bereits in rhupdates/ auf dem Server abgelegt haben.
Nachdem Sie etwaige Optionen angegeben haben, drücken Sie die Eingabe-Taste, um unter Verwendung dieser Optionen zu booten.
Falls Sie Boot-Optionen angeben müssen, um Ihre Hardware zu identifizieren, notieren Sie sich diese bitte. Die Boot-Optionen sind während in der Installationsphase der Bootloader-Konfiguration notwendig (siehe Abschnitt 9.17, »x86, AMD64 und Intel 64 Bootloader-Konfiguration« für weitere Informationen).
Für weitere Informationen zu Kernel-Optionen werfen Sie einen Blick auf Kapitel 28, Boot-Optionen.

7.2. Installation von einer anderen Quelle

Sie können Red Hat Enterprise Linux von ISO-Images installieren, die auf einer Festplatte gespeichert sind, oder über das Netzwerk mit Hilfe der Protokolle NFS, FTP, HTTP oder HTTPS. Erfahrene Benutzer verwenden häufig eine dieser Methoden, da Daten von einer Festplatte oder einem Netzwerkserver schneller gelesen werden können, als von einer DVD.
In der folgenden Tabelle sind die verschiedenen Boot-Methoden und die jeweils zu verwendende Installationsmethode zusammengefasst:

Tabelle 7.1. Boot-Methoden und Installationsquellen

Boot-Methode Installationsquelle
Installations-DVD DVD, Netzwerk oder Festplatte
Installations-USB Flash-Laufwerk Installations-DVD, Netzwerk oder Festplatte
Minimale Boot-CD oder USB, Rettungs-CD Netzwerk oder Festplatte
Unter Abschnitt 3.5, »Auswahl einer Installationsmethode« finden Sie weitere Informationen über die Installation von anderen Speicherorten als dem Medium, mit dem Sie das System gestartet haben.

7.3. Vom Netzwerk starten mit PXE

Um mit PXE (Pre-boot eXecution Environment) zu starten, benötigen Sie einen entsprechend konfigurierten Server und eine Netzwerkschnittstelle in Ihrem Computer, die PXE unterstützt. Für Informationen zur Einrichtung eines PXE-Servers siehe Kapitel 30, Einrichten eines Installationsservers.
Konfigurieren Sie den Computer, so dass dieser von der Netzwerkschnittstelle bootet. Diese Option steht im BIOS unter dem Namen Network Boot oder Boot Services zur Verfügung. Sobald Sie das Booten via PXE ordnungsgemäß konfiguriert haben, kann der Computer das Red Hat Enterprise Linux Installationssystem ohne jegliche anderen Medien booten.
Um einen Rechner von einem PXE-Server zu booten:
  1. Stellen Sie sicher, dass das Netzwerkkabel angeschlossen ist. Die LED zur Überwachung der Netzwerkaktivität sollte aufleuchten, auch wenn der Rechner nicht eingeschaltet ist.
  2. Schalten Sie den Rechner ein.
  3. Ein Menübildschirm erscheint. Drücken Sie nun die Zahltaste, die der gewünschten Option entspricht.
Falls Ihr PC nicht vom Netzboot-Server startet, stellen Sie sicher, dass im BIOS eingestellt ist, zuerst von der korrekten Netzwerkschnittstelle zu starten. Einige BIOS-Systeme geben die Netzwerkschnittstelle zwar als mögliches Boot-Gerät an, unterstützen aber nicht den PXE-Standard. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihrer Hardware für weitere Informationen.

Anmerkung

Einige Server mit mehreren Netzwerkschnittstellen weisen eth0 nicht der ersten Netzwerkschnittstelle zu, so wie es die Firmware-Schnittstelle kennt. Infolgedessen versucht das Installationsprogramm ggf., eine andere Netzwerkschnittstelle zu verwenden, als PXE verwendete. Um dieses Verhalten zu ändern, wenden Sie Folgendes in den pxelinux.cfg/*-Konfigurationsdateien an:
IPAPPEND 2
APPEND ksdevice=bootif
Diese Konfigurationsoptionen veranlassen das Installationsprogramm, dieselbe Netzwerkschnittstelle zu verwenden, die auch von der Firmware-Schnittstelle und PXE verwendet wird. Sie können auch die folgende Option benutzen:
ksdevice=link
Diese Option veranlasst das Installationsprogramm, die erste gefundene Netzwerkschnittstelle, die mit einem Netzwerk-Switch verbunden ist, zu verwenden.

Kapitel 8. Konfiguration der Sprache und Installationsquelle

Vor dem Start des grafischen Installationsprogramms müssen Sie die Sprache und Installationsquelle konfigurieren.

8.1. Die Benutzeroberfläche des Installationsprogramms im Textmodus

Wichtig

Wir empfehlen, dass Sie Red Hat Enterprise Linux unter Verwendung der grafischen Oberfläche installieren. Falls Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem System ohne grafische Anzeige installieren, erwägen Sie die Installation über eine VNC-Verbindung – siehe auch Kapitel 31, Installation mittels VNC. Falls Anaconda feststellt, dass Sie auf einem System mit der Möglichkeit für eine Installation via VNC-Verbindung im Textmodus installieren, fordert Sie Anaconda dazu auf, Ihre Entscheidung, trotz eingeschränkter Optionen im Textmodus zu installieren, zu verifizieren.
Falls Ihr System zwar über eine grafische Anzeige verfügt, die grafische Installation jedoch fehlschlägt, versuchen Sie mit der xdriver=vesa-Option zu starten – siehe Kapitel 28, Boot-Optionen.
Sowohl der Lader, als auch später Anaconda verwenden eine bildschirmbasierte Oberfläche mit widgets, die Sie zum größten Teil bereits von anderen grafischen Benutzeroberflächen kennen. Die Abbildung 8.1, »Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen« und Abbildung 8.2, »Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen« stellen die Bildschirme dar, die während des Installationsprozesses angezeigt werden.

Anmerkung

Nicht jede Sprache, die im grafischen Installationsmodus unterstützt wird, wird auch im Textmodus unterstützt. Genauer gesagt, Sprachen, die einen anderen Zeichensatz als das lateinische oder kyrillische Alphabet verwenden, sind im Textmodus nicht verfügbar. Wenn Sie eine Sprache wählen, die einen im Textmodus nicht unterstützten Zeichensatz verwendet, wird das Installationsprogramm stattdessen die englische Version der Bildschirme anzeigen.
Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen

Abbildung 8.1. Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen

Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen

Abbildung 8.2. Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen

Zu diesen Widgets gehören:
  • Fenster — Die Fenster (in diesem Handbuch meist als Dialogfeld bezeichnet) führen Sie durch den gesamten Installationsvorgang. Es kommt vor, dass sich zwei Fenster überlagern und Sie zunächst nur mit dem im Vordergrund angezeigten Fenster arbeiten können. Das darüber liegende Fenster verschwindet, und Sie können in einem der darunter liegenden Fenster weiterarbeiten, sobald Sie die Eingaben für das obere Fenster beendet haben.
  • Kontrollkästchen — Über die Kontrollkästchen können Sie einzelne Funktionen aktivieren oder deaktivieren. Im Kästchen erscheint ein Sternchen (aktiviert) oder es ist leer (deaktiviert). Wenn sich der Cursor über einem Kontrollkästchen befindet, können Sie dieses mit der Leertaste aktivieren bzw. deaktivieren.
  • Texteingabe — In die Texteingabezeilen geben Sie die für das Installationsprogramm relevanten Informationen ein. Zur Dateneingabe muss der Cursor auf die Texteingabezeile gesetzt werden.
  • Text-Widget — Text-Widgets sind Bildschirmbereiche zur Anzeige von Text. Einige Text-Widgets enthalten weitere Widgets, z.B. Kontrollkästchen. Ein Rollbalken neben dem Text-Widget weist darauf hin, dass nicht alle Informationen auf einmal in das Textfenster passen. Wenn sich der Cursor innerhalb des Textfensters befindet, können Sie mit den Nach-oben-Taste und der Nach-unten-Taste alle verfügbaren Informationen anzeigen. Die aktuelle Position wird in dem Rollbalken mit dem Zeichen # gekennzeichnet. Je nachdem, wie Sie sich im Text bewegen, wird dieses Zeichen auf dem Rollbalken nach oben oder unten verschoben.
  • Rollbalken — Rollbalken befinden sich an einer Seite oder am unteren Rand eines Fensters und dienen der Kontrolle, welcher Teil einer Liste oder eines Dokuments derzeit im Fenster angezeigt wird. Mit Hilfe der Rollbalken kann sich der Benutzer ganz einfach in einer Datei hin- und herbewegen.
  • Widget-Schaltfläche — Dies sind die wichtigsten Widgets zur Interaktion mit dem Installationsprogramm. Mit der Tabulatortaste und der Eingabe-Taste rufen Sie nach und nach alle Fenster des Installationsprogramms auf. Schaltflächen sind aktivierbar, wenn sie hervorgehoben dargestellt sind.
  • Cursor — Der Cursor ist zwar selbst kein Widget, wird jedoch benötigt, um ein Widget auszuwählen bzw. mit einem Widget zu interagieren. Befindet er sich auf einem Widget, ändert sich möglicherweise die Farbe des entsprechenden Widgets oder er wird einfach nur in oder neben dem Widget angezeigt. In der Abbildung 8.1, »Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen« befindet sich der Cursor auf der Schaltfläche OK. Abbildung 8.2, »Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen« zeigt den Cursor auf der Schaltfläche Bearbeiten.

8.1.1. Navigieren mit der Tastatur

Sie können mit einigen einfachen Tastaturbefehlen in den Dialogfeldern des Installationsprogramms navigieren. Zum Bewegen des Cursors können Sie die Tasten Nach-Links, Nach-Rechts, Nach-Oben und Nach-Unten verwenden. Mit der Tabulatortaste oder der Tastenkombination Alt-Tabulatortaste springen Sie zu den einzelnen Widgets auf dem Bildschirm. An der Unterseite der meisten Bildschirme erhalten Sie einen Überblick über die verfügbaren Tasten zum Positionieren des Cursors.
Um eine Schaltfläche zu "drücken", positionieren Sie den Cursor auf die Schaltfläche (beispielsweise unter Verwendung der Tabulatortaste) und drücken dann die Leertaste oder die Eingabe-Taste. Um ein Element in einer Liste auszuwählen, bewegen Sie den Cursor auf das gewünschte Element und drücken die Eingabe-Taste. Sie aktivieren eine Funktion mit Hilfe der Kontrollkästchen, indem Sie den Cursor auf das entsprechende Kästchen bewegen und die Leertaste drücken, um ein Element auszuwählen. Drücken Sie die Leertaste erneut, um die Aktivierung rückgängig zu machen.
Beim Drücken der F12-Taste werden die eingegebenen Werte angenommen und es wird zum nächsten Dialogfeld übergegangen. Dies entspricht dem Drücken der OK-Schaltfläche.

Warnung

Drücken Sie während des Installationsvorgangs keine Tasten, wenn Sie nicht dazu aufgefordert werden (es könnte unvorhergesehene Auswirkungen haben).

8.2. Auswahl der Sprache

Verwenden Sie die Pfeiltasten auf Ihrer Tastatur, um die Sprache auszuwählen, die während des Installationsprozesses verwendet werden soll (werfen Sie einen Blick auf Abbildung 8.3, »Auswahl der Sprache«). Ist die Sprache Ihrer Wahl hervorgehoben, drücken Sie die Tab-Taste, um zur OK-Schaltfläche zu gelangen und drücken anschließend die Eingabe-Taste, um Ihre Auswahl zu bestätigen.
Die von Ihnen gewählte Sprache wird die Standardsprache für das Betriebssystem, sobald es installiert ist. Durch die Auswahl der richtigen Spracheinstellung wird zugleich eine Vorauswahl für die Zeitzone getroffen, die Sie in einem späteren Bildschirm der Installation festlegen können. Das Installationsprogramm versucht, anhand Ihrer eingestellten Sprache die richtige Zeitzone für Ihren Standort auszuwählen.
Um Unterstützung für zusätzliche Sprachen hinzuzufügen, passen Sie die Installation zum Zeitpunkt der Paket-Auswahl an. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.18.2, »Anpassen der Software-Auswahl« für weitere Informationen.
Auswahl der Sprache

Abbildung 8.3. Auswahl der Sprache

Klicken Sie nach Auswahl der entsprechenden Sprache auf Weiter, um fortzufahren.

8.3. Installationsmethode

Wenn Sie die Installation von minimalen Bootmedien oder mit der Boot-Option askmethod gestartet haben, verwenden Sie die Pfeiltasten auf Ihrer Tastatur, um eine Installationsmethode auszuwählen (werfen Sie einen Blick auf Abbildung 8.4, »Installationsmethode«). Ist die Methode Ihrer Wahl hervorgehoben, drücken Sie die Tab-Taste, um zur OK-Schaltfläche zu gelangen und drücken anschließend die Eingabe-Taste, um Ihre Auswahl zu bestätigen.
Installationsmethode

Abbildung 8.4. Installationsmethode

8.3.1. Installation von DVD

Um Red Hat Enterprise Linux von einer DVD zu installieren, legen Sie die DVD in Ihr DVD-Laufwerk ein und booten Ihr System von der DVD. Auch wenn Sie von einem alternativen Medium gebootet haben, können Sie Red Hat Enterprise Linux immer noch von DVD-Medien installieren.
Das Installationsprogramm sucht in Ihrem System nach einem DVD-Laufwerk, und zwar zunächst nach einem IDE-DVD-Laufwerk (auch als ATAPI-Laufwerk bekannt).

Anmerkung

Um den Installationsprozess zu diesem Zeitpunkt abzubrechen, starten Sie Ihre Maschine neu und entfernen dann das Boot-Medium. Sie können die Installation zu jedem Zeitpunkt sicher beenden, bevor der Bildschirm Änderungen auf Festplatte schreiben erscheint. Siehe auch Abschnitt 9.16, »Änderungen auf die Festplatte schreiben« für weitere Informationen.
Falls Ihr DVD-Laufwerk nicht erkannt wird und es sich um ein SCSI-DVD-Laufwerk handelt, werden Sie vom Installationsprogramm aufgefordert, einen SCSI-Treiber auszuwählen. Wählen Sie den Treiber aus, der Ihrem Adapter am ehesten entspricht. Geben Sie ggf. zusätzliche Optionen für den Treiber an. Die meisten Treiber werden Ihren SCSI-Adapter jedoch automatisch erkennen.
Falls das DVD-Laufwerk gefunden wird und der Treiber geladen ist, bietet Ihnen das Installationsprogramm die Möglichkeit, eine Überprüfung der DVD-Medien durchzuführen. Dies wird einige Zeit dauern, und Sie können diesen Schritt wahlweise überspringen. Wenn Sie jedoch im weiteren Verlauf Probleme mit dem Installationsprogramm haben, sollten Sie neu starten und die Überprüfung des Mediums durchführen, bevor Sie den Support kontaktieren. Vom Dialogfenster der Medienüberprüfung aus fahren Sie mit der nächsten Stufe des Installationsprozesses fort (siehe auch Abschnitt 9.3, »Willkommen bei Red Hat Enterprise Linux«).

8.3.2. Installation von einer Festplatte

Der Bildschirm Partition auswählen wird nur angezeigt, wenn Sie die Installation von einer Festplattenpartition ausführen (d.h. Sie haben Festplatte im Dialogfeld Installationsmethode ausgewählt). In diesem Dialogfeld können Sie die Festplattenpartition und das Verzeichnis angeben, von der Red Hat Enterprise installiert werden soll. Falls Sie die repo=hd-Boot-Option verwendet haben, dann haben Sie bereits eine Partition angegeben.
Dialogfenster Auswahl der Partitionen für die Festplatteninstallation

Abbildung 8.5. Dialogfenster Auswahl der Partitionen für die Festplatteninstallation

Wählen Sie die Partition mit den ISO-Dateien aus der Liste der verfügbaren Partitionen aus. Die Gerätenamen von internen IDE-, SATA-, SCSI- und USB-Laufwerken beginnen mit /dev/sd. Jedes einzelne Laufwerk hat seinen eigenen Buchstaben, z.B. /dev/sda. Die Partitionen auf einem Laufwerk sind durchnummeriert, z.B. /dev/sda1.
Geben Sie außerdem das Verzeichnis der Abbilder an. Geben Sie den vollständigen Verzeichnispfad desjenigen Laufwerks an, das die ISO-Images enthält. Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele dafür, wie diese Informationen eingegeben werden:

Tabelle 8.1. Speicherorte von ISO-Images für verschiedene Partitionstypen

Partitionstyp Datenträger Originalpfad zu den Dateien Zu verwendendes Verzeichnis
VFAT D:\ D:\Downloads\RHEL6 /Downloads/RHEL6
ext2, ext3, ext4 /home /home/user1/RHEL6 /user1/RHEL6
Wenn die ISO-Images im Stammverzeichnis (oberste Ebene) einer Partition liegen, geben Sie / ein. Wenn sich die ISO-Images in einem Unterverzeichnis einer eingehängten Partition befinden, geben Sie den Namen des Verzeichnisses ein, das die ISO-Images innerhalb dieser Partition enthält. Wenn zum Beispiel die Partition mit den ISO-Images normalerweise als /home/ eingehängt ist und die Images sich in /home/new/ befinden, dann würden Sie /new/ eingeben.

Wichtig

Ein Eintrag ohne führenden Schrägstrich kann dazu führen, dass die Installation fehlschlägt.
Wählen Sie OK, um fortzufahren. Weiter mit Kapitel 9, Installation mit Anaconda.

8.3.3. Durchführung einer Netzwerkinstallation

Sie können Red Hat Enterprise Linux von einem Netzwerkserver via FTP-, HTTP-, HTTPS- oder NFS-Protokoll installieren, indem Sie das Installationsprogramm mit den Optionen askmethod oder repo= starten. Anaconda verwendet dieselbe Netzwerkverbindung, um im späteren Verlauf der Installation weitere Software-Repositorys abzufragen.
Falls Ihr System mehr als ein Netzwerk-Gerät besitzt, so präsentiert Ihnen anaconda eine Liste aller verfügbaren Geräte und fordert Sie während der Installation zur Auswahl eines davon auf. Hat Ihr System nur ein Netzwerk-Gerät, so wählt anaconda dieses automatisch und präsentiert diesen Dialog nicht.
Netzwerk-Geräte

Abbildung 8.6. Netzwerk-Geräte

Falls Sie unsicher sind, welches Gerät auf der Listen mit welchem Socket im System übereinstimmt, so wählen Sie ein Gerät auf der Liste und drücken Sie die Identifizieren-Schaltfläche. Der NIC identifizieren-Dialog erscheint.
Identifizieren von NIC

Abbildung 8.7. Identifizieren von NIC

Die Sockets der meisten Netzwerk-Geräte besitzen eine Aktivitätsanzeige (auch Verbindungsanzeige genannt) — eine LED, die blinkt um anzuzeigen, dass Daten durch das Socket fließen. Anaconda kann die Aktivitätsanzeige des von Ihnen gewählten Netzwerk-Geräts im Networking Device-Dialog für bis zu 30 Sekunden blinken lassen. Geben Sie die benötigte Anzahl von Sekunden an und drücken Sie dann auf OK. Sobald anaconda das Blinken der LED abgeschlossen hat, kehrt es zum Networking Device-Dialog zurück.
Wenn SIe ein Netzwerk-Gerät wählen, so fordert anaconda Sie auf auszuwählen, wie die TCP/IP-Konfiguration erfolgen soll:

IPv4-Optionen

Dynamische IP-Konfiguration (DHCP)
Anaconda verwendet auf dem Netzwerk laufendes DHCP für die automatische Bereitstellung der Netzwerk-Konfiguration.
Manuelle Konfiguration
Anaconda fordert Sie zur manuellen Eingabe Ihrer Netzwerk-Konfiguration auf, einschließlich der IP-Adresse für dieses System, der Netzmaske, der Gateway-Adresse und der DNS-Adresse.

IPv6-Optionen

Automatische Neighbor-Discovery
Anaconda verwendet Router Advertisement (RA) zur Erstellung einer automatischen, zustandslosen Konfiguration. (Äquivalent zur Automatic-Option im NetworkManager)
Dynamische IP-Konfiguration (DHCPv6)
Anaconda verwendet RA nicht, aber fordert Informationen direkt von DHCPv6 an, um eine Konfiguration mit Status zu erstellen. (Äquivalent zur Automatic, DHCP only-Option in NetworkManager)
Manuelle Konfiguration
Anaconda fordert Sie zur manuellen Eingabe Ihrer Netzwerk-Konfiguration auf, einschließlich der IP-Adresse für dieses System, der Netzmaske, der Gateway-Adresse und der DNS-Adresse.
Anaconda unterstützt die IPv4- und IPv6-Protokolle. Wenn Sie jedoch eine Schnittstelle zur Verwendung von sowohl IPv4 als auch IPv6 konfigurieren, so muss die IPv4-Verbindung gelingen, da sonst die Schnittstelle nicht funktioniert (selbst wenn die IPv6-Verbindung gelingt).
TCP/IP konfigurieren

Abbildung 8.8. TCP/IP konfigurieren

Standardmäßig verwendet anaconda DHCP zur automatischen Bereitstellung von Netzwerkeinstellungen für IPv4 und automatische Neighbor-Discovery zur Bereitstellung für IPv6. Falls Sie TCP/IP manuell konfigurieren, so fordert anaconda Sie zur Eingabe der Informationen im Manuelle TCP/IP-Konfiguration-Dialog auf:
Manuelle TCP/IP-Konfiguration

Abbildung 8.9. Manuelle TCP/IP-Konfiguration

Der Dialog bietet Felder für IPv4- bzw. IPv6-Adressen und Präfixe, je nach Protokollen, die Sie manuell konfigurieren wollen, sowie Felder für das Netzwerk-Gateway und den Nameserver. Geben Sie die Informationen zu Ihrem Netzwerk ein und drücken Sie dann OK.
Wenn der Installationsablauf komplett ist, werden diese Einstellungen auf Ihr System übertragen.

8.3.4. Installation via NFS

Das NFS-Dialogfeld wird nur angezeigt, wenn Sie die Option NFS-Image im Dialogfeld Installationsmethode ausgewählt haben. Wenn Sie die repo=nfs-Boot-Option verwendet haben, so haben Sie bereits einen Server und Pfad spezifiziert.
Dialogfeld NFS-Setup

Abbildung 8.10. Dialogfeld NFS-Setup

  1. Geben Sie den Domain-Namen oder die IP-Adresse des NFS-Servers im NFS server name-Feld ein. Wenn Sie beispielsweise von einem Host mit der Bezeichnung eastcoast in der Domain example.com installieren, geben Sie eastcoast.example.com ein.
  2. Geben Sie den Namen des exportierten Verzeichnisses im Red Hat Enterprise Linux 6 directory-Feld ein:
    • Wenn der NFS-Server einen Mirror des Red Hat Enterprise Linux Installationsbaums exportiert, geben Sie das Verzeichnis ein, das das Root-Verzeichnis des Installationsbaums enthält. Wenn alles korrekt angegeben wurde, erscheint eine Meldung, die anzeigt, dass das Installationsprogramm für Red Hat Enterprise Linux läuft.
    • Wenn der NFS-Server ein ISO-Image der Red Hat Enterprise Linux-DVD exportiert, geben Sie das Verzeichnis an, das das ISO-Image enthält.
    Wenn Sie der Installation in Abschnitt 12.1.2, »Vorbereitung einer NFS-Installation« gefolgt sind, so ist das exportierte Verzeichnis dasjenige, das Sie als publicly_available_directory festgelegt haben.
  3. Geben Sie die benötigten NFS-Einhängeoptionen im NFS-Einhängeoptionen-Feld an. Auf den Handbuchseiten für mount und nfs finden Sie eine umfassende Liste an Optionen. Falls Sie keine Einhängeoptionen benötigen, lassen Sie das Feld leer.

8.3.5. Installation via FTP, HTTP oder HTTPS

Wichtig

Wenn Sie eine URL für eine Installationsquelle angeben, müssen Sie explizit http://, https:// oder ftp:// als Protokoll angeben.
Das URL-Dialogfeld wird nur angezeigt, wenn Sie von einem FTP- oder HTTP-, HTTPS-Server installieren (wenn Sie die Option URL im Dialogfeld Installationsmethode ausgewählt haben). Dieses Dialogfeld fordert Sie zur Eingabe weiterer Informationen zum FTP-, HTTP- oder HTTPS-Server, von dem Sie Red Hat Enterprise Linux installieren, auf. Falls Sie die Boot-Option repo=ftp oder repo=http verwendet haben, haben Sie bereits einen Server und einen Pfad definiert.
Geben Sie den Namen oder die IP-Adresse der FTP-, HTTP- oder HTTPS-Adresse ein, von der Sie installieren, sowie den Namen des Verzeichnisses, das das /images-Verzeichnis für Ihre Architektur beinhaltet. Zum Beispiel:
/mirrors/redhat/rhel-6/Server/i386/
Geben Sie https:// als Protokoll an, um über eine sichere HTTPS-Verbindung zu installieren.
Geben Sie die Adresse eines Proxy-Servers und falls nötig eine Port-Nummer, einen Benutzername und ein Passwort an. Falls alles ordnungsgemäß angegeben wurde, erscheint eine Nachrichtenfeld, in dem angezeigt wird, dass die Dateien vom Server abgerufen werden.
Falls Ihr FTP-, HTTP- oder HTTPS-Server Benutzerauthentifikation benötigt, geben Sie den Benutzer und das Passwort als Teil der URL wie folgt an:
{ftp|http|https}://<user>:<password>@<hostname>[:<port>]/<directory>/
Zum Beispiel:
http://install:rhel6pw@name.example.com/mirrors/redhat/rhel-6/Server/i386/
URL Setup-Dialog

Abbildung 8.11. URL Setup-Dialog

8.4. Überprüfen des Mediums

Die DVD bietet die Option, die Integrität des Mediums zu überprüfen. Bei der Erstellung einer DVD können Schreibfehler auftreten. Ein Fehler in Paketdaten, die zur Installation ausgewählt wurden, kann zu einem Abbruch der Installation führen. Um das Risiko von Datenfehlern bei der Installation zu verringern, sollten Sie das Medium vor der Installation überprüfen.
Wenn die Überprüfung erfolgreich verläuft, fährt die Installation wie gewohnt fort. Wenn die Überprüfung fehlschlägt, erstellen Sie mit dem ISO-Image, das Sie zuvor heruntergeladen haben, eine neue DVD.

Kapitel 9. Installation mit Anaconda

Dieses Kapitel beschreibt eine Installation unter Verwendung der grafischen Benutzeroberfläche von Anaconda.

9.1. Die Benutzeroberfläche des Installationsprogramms im Textmodus

Wichtig

Die Installation im Textmodus bedeutet nicht, dass auf Ihrem System nach Abschluss der Installation keine grafische Oberfläche verwendet werden kann.
Neben dem grafischen Installer umfasst Anaconda auch einen textbasierten Installer.
Sollte eine der folgenden Situationen auftreten, verwendet das Installationsprogramm den Textmodus:
  • Das Installationssystem kann keine Anzeige-Hardware auf Ihrem Computer ermitteln
  • Sie wählen die Installation im Textmodus aus dem Boot-Menü aus
Auch wenn Installationen im Textmodus nicht explizit dokumentiert sind, können Administratoren, die das Programm für die Installation im Textmodus verwenden, leicht den Anweisungen der GUI-Installation folgen. Da der Textmodus jedoch einen simpleren und vereinfachten Installationsprozess darstellt, stehen einige Optionen, die im grafischen Modus verfügbar sind, im Textmodus nicht zur Verfügung. Diese Unterschiede werden in der Beschreibung des Installationsprozesses in diesem Handbuch erläutert und umfassen:
  • Konfiguration fortgeschrittener Speichermethoden wie LVM, RAID, FCoE, zFCP, und iSCSI.
  • Anpassen des Partitions-Layouts
  • Anpassen des Bootloader-Layouts
  • Auswahl von Paketen während der Installation
  • Konfiguration des installierten Systems mit Firstboot
Wenn Sie sich für die Installation von Red Hat Enterprise Linux im Textmodus entscheiden, können Sie Ihr System dennoch so konfigurieren, dass es eine grafische Oberfläche nach Abschluss der Installation verwendet. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 35.3, »Zum grafischen Anmeldebildschirm wechseln« für weitere Anweisungen.
Um Optionen zu konfigurieren, die nicht im Textmodus verfügbar sind, erwägen Sie die Verwendung einer Boot-Option. Beispielsweise kann die Option linux ip dazu verwendet werden, Netzwerkeinstellungen zu konfigurieren. Siehe Abschnitt 28.1, »Konfiguration des Installationssystems im Boot-Menü« für Anweisungen diesbezüglich.

9.2. Die Benutzeroberfläche des Installationsprogramms im Grafikmodus

Wenn Sie bereits zuvor eine grafische Benutzeroberfläche oder GUI (Graphical User Interface) verwendet haben, dann sind Sie bereits mit diesem Prozess vertraut. Benutzen Sie Ihre Maus zu Navigationszwecken, um auf Schaltflächen zu klicken oder Textfelder für die Texteingabe zu aktivieren.
Sie können während der Installation auch Ihre Tastatur zur Navigation durch die Bildschirme benutzen. Mit Hilfe der Tabulator-Taste können Sie zu den einzelnen Widgets auf dem Bildschirm springen, mit Hilfe der Pfeiltasten können Sie durch Listen scrollen, +- und --Tasten klappen die Listen auf und zu, während Leertaste und Eingabe-Taste ein Element in einer Liste auswählen oder entfernen. Sie können auch die Tastenkombination Alt+X verwenden, um auf Schaltflächen zu klicken oder andere Bildschirmauswahlen zu treffen, wobei X durch den in diesem Fenster jeweils unterstrichenen Buchstaben ersetzt wird.

Anmerkung

Wenn Sie ein x86-, AMD64- oder Intel 64-System nutzen und nicht das grafische Installationsprogramm verwenden möchten, steht Ihnen stattdessen das textbasierte Installationsprogramm zur Verfügung. Um das textbasierte Installationsprogramm zu starten, geben Sie folgenden Befehl an der boot:-Eingabeaufforderung ein:
linux text
Unter Abschnitt 7.1.2, »Das Boot-Menü« finden Sie eine Beschreibung des Red Hat Enterprise Linux Boot-Menüs und unter Abschnitt 8.1, »Die Benutzeroberfläche des Installationsprogramms im Textmodus« einen kurzen Überblick über die Befehle für eine Installation im Textmodus.
Es wird dringend empfohlen, Installationen mit dem grafischen Installationsprogramm durchzuführen. Das grafische Installationsprogramm von Red Hat Enterprise Linux bietet die volle Funktionalität, einschließlich LVM-Konfiguration, was bei der Installation im Textmodus nicht verfügbar ist.
Benutzer, die die textbasierte Installation verwenden müssen, können den Anleitungen für die GUI-Installation folgen und dort alle benötigten Informationen erhalten.

9.2.1. Screenshots während der Installation

Anaconda erlaubt es Ihnen, während des Installationsvorgangs Screenshots zu machen. Drücken Sie zu jedem beliebigen Zeitpunkt während des Installationsvorgangs die Umschalt+Druck-Tastenkombination, und Anaconda wird unter /root/anaconda-screenshots einen Screenshot speichern.
Falls Sie eine Kickstart-Installation durchführen, verwenden Sie die Option autostep --autoscreenshot, um automatisch einen Screenshot von jedem Schritt der Installation aufzunehmen. Unter Abschnitt 32.3, »Erstellen einer Kickstart-Datei« finden Sie Details zur Konfiguration einer Kickstart-Datei.

9.2.2. Anmerkung zu virtuellen Konsolen

Das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm bietet Ihnen mehr als nur die Dialogfelder, die während der Installation angezeigt werden. Ihnen steht auch eine Reihe von Diagnosemeldungen zur Verfügung, und Sie haben die Möglichkeit zur Eingabe von Befehlen an einer Shell-Eingabeaufforderung. Das Installationsprogramm zeigt diese Informationen auf fünf virtuellen Konsolen an, zwischen denen Sie mit einer einfachen Tastenkombination hin- und herschalten können.
Eine virtuelle Konsole ist eine Shell-Eingabeaufforderung in einer nicht-grafischen Umgebung, und es wird auf diese von der eigentlichen Maschine aus und nicht von Remote aus zugegriffen. Auf mehrere virtuelle Konsolen kann simultan zugegriffen werden.
Diese virtuellen Konsolen können hilfreich sein, wenn Sie bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux auf ein Problem stoßen. Meldungen, die auf der Installations- oder Systemkonsole angezeigt werden, können beim Lokalisieren eines Problems hilfreich sein. Werfen Sie einen Blick auf Tabelle 16.1, »Konsole, Tastenkombination und Inhalt« für eine Auflistung der virtuellen Konsolen, den Tastenkombinationen, die benötigt werden, um in die Konsolen zu wechseln, sowie deren Inhalt.
Eigentlich gibt es keinen Grund, die Standardkonsole (virtuelle Konsole Nr. 6 für grafische Installationen) zu verlassen, es sei denn, Sie möchten Problemen bei der Installation auf den Grund gehen.

Tabelle 9.1. Konsole, Tastenkombination und Inhalt

Konsole Tastenkombinationen Inhalte
1 Strg+Alt+F1 grafische Oberfläche
2 Strg+Alt+F2 Shell-Eingabeaufforderung
3 Strg+Alt+F3 Installationsprotokoll (Meldungen des Installationsprogramms)
4 Strg+Alt+F4 Systemmeldungen
5 Strg+Alt+F5 Sonstige Meldungen

9.3. Willkommen bei Red Hat Enterprise Linux

Der Willkommen-Bildschirm fordert Sie nicht zur Eingabe von Informationen auf.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Weiter, um fortzufahren.

9.4. Auswahl der Sprache

Wählen Sie mit der Maus die korrekte Tastaturbelegung (z.B. Deutsch) für die Tastatur aus, die Sie bei der Installation und als standardmäßige Tastatur für Ihr System verwenden möchten (siehe unten aufgeführte Abbildung).
Nachdem Sie Ihre Wahl getroffen haben, klicken Sie zum Fortfahren auf Weiter.
Sprachkonfiguration

Abbildung 9.1. Sprachkonfiguration

9.5. Tastaturkonfiguration

Wählen Sie mit der Maus die korrekte Tastaturbelegung (z.B. Deutsch) für die Tastatur aus, die Sie bei der Installation und als standardmäßige Tastatur für Ihr System verwenden möchten (siehe unten aufgeführte Abbildung).
Nachdem Sie Ihre Wahl getroffen haben, klicken Sie zum Fortfahren auf Weiter.
Tastaturkonfiguration

Abbildung 9.2. Tastaturkonfiguration

Red Hat Enterprise Linux unterstützt mehrere Tastaturbelegungen für viele Sprachen. Insbesondere europäische Sprachen besitzen meist die Option latin1, wodurch sog. Tottasten verwendet werden, um bestimmte Zeichen einzugeben, z.B. solche mit diakritischen Zeichen. Wenn Sie eine Tottaste drücken, erscheint solange nichts auf dem Bildschirm, bis Sie eine andere Taste drücken, um dieses Zeichen zu "vervollständigen". Um beispielsweise é auf einer latin1-Tastaturbelegung zu tippen, müssen Sie die Taste ' drücken und wieder loslassen, und anschließend die E-Taste drücken. Im Gegensatz dazu geben Sie auf einigen anderen Tastaturen dieses Zeichen ein, indem Sie eine Taste (wie z.B. Alt-Gr) gedrückt halten, während Sie die E-Taste drücken. Wiederum andere Tastaturen besitzen u.U. eine dezidierte Taste für dieses Zeichen.

Anmerkung

Wenn Sie die Tastaturbelegung nach der Installation ändern möchten, verwenden Sie hierzu das Tastaturkonfigurations-Tool.
Geben Sie den Befehl system-config-keyboard an einer Shell-Eingabeaufforderung ein, um das Tastaturkonfigurations-Tool zu starten. Wenn Sie nicht als Root angemeldet sind, werden Sie aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben, um fortfahren zu können.

9.6. Speichergeräte

Sie können Red Hat Enterprise Linux auf einer Fülle von Speichergeräten installieren. Auf diesem Bildschirm können Sie entweder Basis- oder Spezielle Speichergeräte auswählen.
Speichergeräte

Abbildung 9.3. Speichergeräte

Basis-Speichergeräte
Wählen Sie Basis-Speichergeräte, um Red Hat Enterprise Linux auf den folgenden Speichergeräten zu installieren:
  • Festplatten oder Solid-State-Laufwerke, die direkt an das lokale System angeschlossen sind.
Spezielle Speichergeräte
Wählen Sie Spezielle Speichergeräte, um Red Hat Enterprise Linux auf den folgenden Speichergeräten zu installieren:
  • Storage Area Networks (SANs)
  • Direct Access Storage Devices (DASDs)
  • Firmware RAID-Geräte
  • Multipath-Geräte
Verwenden Sie die Option Spezielle Speichergeräte, um Internet Small Computer System Interface (iSCSI) und FCoE (Fiber Channel over Ethernet) Verbindungen zu konfigurieren.
Wenn Sie Basis-Speichergerät auswählen und nur ein Speichergerät an Ihr System angehängt ist, ermittelt Anaconda automatisch das lokal an das System angehängte Speichergerät und benötigt keine weitere Eingabe Ihrerseits. Fahren Sie fort mit Abschnitt 9.7, »Einrichten des Hostnamens«.

9.6.1. Der Bildschirm 'Auswahl der Speichergeräte'

Der Dialog-Bildschirm 'Auswahl von Speichergeräten' zeigt alle Speichergeräte an, auf die Anaconda Zugriff hat.
Speichergeräte auswählen — Basisgeräte

Abbildung 9.4. Speichergeräte auswählen — Basisgeräte

Speichergeräte auswählen — Multipath-Geräte

Abbildung 9.5. Speichergeräte auswählen — Multipath-Geräte

Speichergeräte auswählen — Sonstige SAN-Geräte

Abbildung 9.6. Speichergeräte auswählen — Sonstige SAN-Geräte

Geräte werden unter den folgenden Tabulatoren gruppiert:
Basis-Geräte
Basis-Speichergeräte, die direkt mit dem lokalen System verbunden sind, wie beispielsweise Festplattenlaufwerke und Solid-State-Laufwerke.
Firmware-RAID
Speichergeräte, die an einen Firmware-RAID-Controller angeschlossen sind.
Multipath-Geräte
Speichergeräte, auf die mittels mehreren Pfaden zugegriffen werden kann, wie beispielsweise via mehreren SCSI-Controllern oder Fiber-Channel-Ports auf demselben System.

Wichtig

Der Installer findet nur Multipath-Speichergeräte mit Seriennummern von 16 oder 32 Zeichen Länge auf.
Sonstige SAN-Geräte
Beliebige andere Geräte, die via Storage Area Network (SAN) verfügbar sind.
Falls Sie iSCSI- oder FCoE-Speicher konfigurieren müssen, klicken Sie auf Erweitertes Ziel hinzufügen und werfen einen Blick auf Abschnitt 9.6.1.1, »Erweiterte Speicheroptionen«.
Der Bildschirm zur Auswahl der Speichergeräte enthält auch einen Suche-Tabulator, der es Ihnen ermöglicht, Speichergeräte entweder nach deren World Wide Identifier (WWID) oder ihrem Port, Ziel oder Logical Unit Number (LUN) unter der auf sie zugegriffen wird, zu filtern.
Der Tabulator 'Speichergeräte-Suche'

Abbildung 9.7. Der Tabulator 'Speichergeräte-Suche'

Der Reiter umfasst ein Drop-Down-Menü, um zwischen Suche nach Port, Ziel, WWID oder LUN (mit entsprechenden Textfeldern für diese Werte) auszuwählen. Suche nach WWID oder LUN erfordert zusätzliche Werte in dem entsprechenden Textfeld.
Jeder Tabulator zeigt eine Liste der Geräte, die von Anaconda ermittelt wurden, mit Informationen über das Gerät zur einfacheren Identifizierung. Ein kleines Drop-Down-Menü, das mit einem Symbol markiert ist, befindet sich rechts neben dem Kopf der Spalte. Mit diesem Menü können Sie die Datentypen auswählen, die auf jedem Gerät dargestellt werden. So ermöglicht Ihnen das Menü auf dem Tabulator Multipath-Geräte beispielsweise, WWID, Kapazität, Hersteller, Interconnect und Pfade als Teil der für jedes Gerät dargestellten Details einzubinden. Das Einschränken oder Erweitern der Menge an dargestellten Informationen hilft Ihnen ggf., bestimmte Geräte zu identifizieren.
Auswahl von Spalten

Abbildung 9.8. Auswahl von Spalten

Jedes Gerät wird in einer separaten Reihe mit einem Auswahlkästchen links dargestellt. Aktivieren Sie das Auswahlkästchen, um ein Gerät während des Installationsprozesses verfügbar zu machen, oder markieren Sie das Auswahlfeld links neben dem Kopf der Spalten, um alle bzw. keine auf einem bestimmten Bildschirm aufgelisteten Geräte auszuwählen. Im weiteren Verlauf des Installationsprozesses können Sie auswählen, Red Hat Enterprise Linux auf einem beliebigen der hier ausgewählten Geräte zu installieren. Sie können weiterhin wählen, dass jedes andere der hier ausgewählten Geräte automatisch als Teil des installierten Systems eingehängt wird.
Beachten Sie bitte, dass die Daten auf denen hier von Ihnen ausgewählten Geräten nicht automatisch im Rahmen des Installationsprozesses gelöscht werden. Die Auswahl eines Geräts auf diesem Bildschirm gefährdet an sich nicht die Daten, die auf dem Gerät gespeichert sind. Beachten Sie bitte weiterhin, dass jedes Gerät, das Sie an dieser Stelle nicht als Teil des installierten Systems auswählen, nach Abschluss der Installation zum System hinzugefügt werden kann, indem die Datei /etc/fstab entsprechend angepasst wird.

Wichtig

Jegliche Speichergeräte, die Sie auf diesem Bildschirm nicht auswählen, werden vor anaconda komplett versteckt. Um den Red Hat Enterprise Linux Bootloader von einem anderen Bootloader gestaffelt zu laden (chain load), wählen Sie alle auf diesem Bildschirm aufgeführten Geräte.
Wenn Sie die Speichergeräte, die während der Installation verfügbar sein sollen, ausgewählt haben, klicken Sie auf Weiter und fahren Sie mit Abschnitt 9.11, »Initialisierung der Festplatte« fort.

9.6.1.1. Erweiterte Speicheroptionen

Auf diesem Bildschirm können Sie ein iSCSI (SCSI über TCP/IP) Ziel oder ein FCoE (Fibre Channel über Ethernet) SAN (Storage Area Network) konfigurieren. Siehe Anhang B, ISCSI-Festplatten für eine Einführung in iSCSI.
Erweiterte Speicheroptionen

Abbildung 9.9. Erweiterte Speicheroptionen

9.6.1.1.1. Netzwerkschnittstelle wählen und konfigurieren
Ist ein Netzwerk nicht bereits auf dem System aktiv, so muss anaconda eines aktivieren, durch das die Verbindung mit den Speichergeräten erfolgen kann. Besitzt Ihr System nur eine einzelne Netzwerkschnittstelle, so aktiviert anaconda diese automatisch. Sind auf Ihrem System jedoch mehrere Netzwerkschnittstellen verfügbar, so fordert anaconda Sie mit dem Dialog Netzwerkschnittstelle wählen zu einer Auswahl auf.
Netzwerkschnittstelle wählen

Abbildung 9.10. Netzwerkschnittstelle wählen

  1. Wählen Sie eine Schnittstelle aus dem Drop-Down-Menü.
  2. Klicken Sie OK.
Anaconda aktiviert die von Ihnen gewählte Schnittstelle und startet dann den NetworkManager, damit Sie die Schnittstelle konfigurieren können.
Netzwerkverbindungen

Abbildung 9.11. Netzwerkverbindungen

Weitere Informationen zur Verwendung des NetworkManager finden Sie in Abschnitt 9.7, »Einrichten des Hostnamens«
9.6.1.1.2. Konfigurieren von iSCSI-Parametern
Um iSCSI-Speichergeräte für die Installation zu verwenden, muss anaconda diese als iSCSI-Ziele erkennen können und in der Lage sein, eine iSCSI Session zu erstellen, um auf sie zuzugreifen. Bei jedem dieser Schritte kann ein Benutzername und ein Passwort für die CHAP-Authentifizierung (Challenge Handshake Authentication Protocol) erforderlich sein. Außerdem können Sie zusätzlich ein iSCSI-Ziel zur Authentifizierung des iSCSI-Initiator am System, zu dem das Ziel gehört, konfigurieren (Revers-CHAP), sowohl für Discovery als auch für die Session. Gemeinsam verwendet werden CHAP und Revers-CHAP wechselseitiges CHAP (mutual CHAP) oder 2-Wege-CHAP genannt. Wechselseitiges CHAP liefert die höchste Sicherheitsebene für iSCSI-Verbindungen, insbesondere, wenn der Benutzername und das Passwort sich für die CHAP-Authentifizierung und die Revers-CHAP-Authentifizierung unterscheiden.
Wiederholen Sie die iSCSI-Discovery und iSCSI-Anmeldeschritte so oft wie nötig, um allen erfoderlichen iSCSI-Speicher hinzuzufügen. Sie können den Namen des iSCSI-Initiators jedoch nicht ändern nachdem Sie Discovery erstmals versucht haben. Um den Namen des iSCSI-Initiator zu ändern, müssen Sie die Installation neu starten.

Prozedur 9.1. iSCSI-Discovery

Verwenden Sie den iSCSI Discovery Details-Dialog, um anaconda die Informationen zu liefern, die es zum Auffinden des iSCSI-Ziels benötigt.
Der iSCSI Discovery Details Dialog

Abbildung 9.12. Der iSCSI Discovery Details Dialog

  1. Geben Sie die IP-Adresse des iSCSI-Ziels im Ziel-IP-Adresse-Feld ein.
  2. Geben Sie einen Namen im iSCSI Initiator Name-Feld für den iSCSI-Initiator in iSCSI qualifizierter Name (IQN) Format ein.
    Ein gültiger IQN enthält:
    • den String iqn. (beachten Sie den Punkt)
    • ein Datumscode, der das Jahr und den Monat festlegt, in dem die Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation registriert wurde. Seine Darstellung erfolgt als vier Ziffern für das Jahr, einen Gedankenstrich und zwei Ziffern für den Monat gefolgt von einem Punkt. September 2010 erscheint zum Beispiel wie folgt 2010-09.
    • der Name der Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation in umgekehrter Reihenfolge mit der Domäne der obersten Stufe zuerst. Die Subdomäne storage.example.com etwa wird als com.example.storage dargestellt
    • ein Doppelpunkt, gefolgt von einem String, der den betreffenden iSCSI-Initiator innerhalb Ihrer Domäne oder Subdomäne eindeutig identifiziert. Zum Beispiel :diskarrays-sn-a8675309.
    Ein vollständiger IQN sieht daher wie folgt aus: iqn.2010-09.storage.example.com:diskarrays-sn-a8675309 und anaconda füllt das Feld iSCSI Initiator Name vorab mit einem Namen in diesem Format aus, um Ihnen mit der Struktur zu helfen.
    Weitere Informationen zu IQNs finden Sie in 3.2.6. iSCSI Namen in RFC 3720 - Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI) verfügbar von http://tools.ietf.org/html/rfc3720#section-3.2.6 und 1. iSCSI Names and Addresses in RFC 3721 - Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI) Naming and Discovery verfügbar von http://tools.ietf.org/html/rfc3721#section-1.
  3. Verwenden Sie das Drop-Down-Menü zur Festlegung des für die iSCSI-Discovery zu verwendenden Authentifizierungstyps.
    iSCSI-Discovery-Authentifizierung

    Abbildung 9.13. iSCSI-Discovery-Authentifizierung

    • No Credentials
    • CHAP-Paar
    • CHAP-Paar und ein Revers-Paar
    • Falls Sie CHAP-Paar als den Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den CHAP-Benutzername und CHAP-Passwort-Feldern ein.
      CHAP-Paar

      Abbildung 9.14. CHAP-Paar

    • Falls Sie CHAP-Paar und ein Revers-Paar als den Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den CHAP-Benutzername und CHAP-Passwort-Feldern ein und den Benutzernamen und das Passwort für den iSCSI-Initiator in den Revers-CHAP-Benutzernamen und Revers-CHAP-Passwort-Feldern ein.
      CHAP-Paar und ein Revers-Paar

      Abbildung 9.15. CHAP-Paar und ein Revers-Paar

  4. Klicken Sie auf Start Discovery. Anaconda versucht mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen ein iSCSI-Ziel zu finden. Ist die Discovery erfolgreich, so präsentiert Ihnen der iSCSI aufgefundene Knoten-Dialog eine Liste aller am Ziel aufgefundenen iSCSI-Knoten.
  5. Neben jedem Knoten befindet sich ein Auswahlkästchen. Klicken Sie auf die Auswahlkästchen, um die für die Installation zu verwendenden Knoten auszuwählen.
    Der Dialog iSCSI aufgefundene Knoten

    Abbildung 9.16. Der Dialog iSCSI aufgefundene Knoten

  6. Klicken Sie Login zur Initiierung einer iSCSI-Session.

Prozedur 9.2. Start einer iSCSI-Session

Verwenden Sie den iSCSI-Knoten-Login-Dialog, um anaconda die Informationen zu liefern, die es zum Auffinden des iSCSI-Ziels und dem Start einer iSCSI-Session benötigt.
Der iSCSI-Knoten-Login-Dialog

Abbildung 9.17. Der iSCSI-Knoten-Login-Dialog

  1. Verwenden Sie das Drop-Down-Menü zur Festlegung des für die iSCSI-Session zu verwendenden Authentifizierungstyps.
    iSCSI-Session-Authentifizierung

    Abbildung 9.18. iSCSI-Session-Authentifizierung

    • No Credentials
    • CHAP-Paar
    • CHAP-Paar und ein Revers-Paar
    • Berechtigungen aus dem Discovery-Schritt verwenden
    Falls Ihre Umgebung denselben Authentifizierungstyp und denselben Benutzernamen und dasselbe Passwort für die iSCSI-Discovery und die iSCSI-Session verwendet, wählen Sie Berechtigungen aus dem Discovery-Schritt verwenden, um diese Berechtigungen erneut zu verwenden.
    • Falls Sie CHAP-Paar als den Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den CHAP-Benutzername und CHAP-Passwort-Feldern ein.
      CHAP-Paar

      Abbildung 9.19. CHAP-Paar

    • Falls Sie CHAP-Paar und ein Revers-Paar als den Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den CHAP-Benutzername und CHAP-Passwort-Feldern ein und den Benutzernamen und das Passwort für den iSCSI-Initiator in den Revers-CHAP-Benutzernamen und Revers-CHAP-Passwort-Feldern ein.
      CHAP-Paar und ein Revers-Paar

      Abbildung 9.20. CHAP-Paar und ein Revers-Paar

  2. Klicken Sie auf Login. Anaconda versucht sich mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen am Knoten am iSCSI-Ziel anzumelden. Der Dialog iSCSI Login Results liefert die Ergebnisse.
    Der Dialog iSCSI-Login-Ergebnisse

    Abbildung 9.21. Der Dialog iSCSI-Login-Ergebnisse

  3. Klicken Sie OK, um fortzufahren.
9.6.1.1.3. Konfiguration von FCoE-Parametern
Um ein FCoE-SAN zu konfigurieren, wählen Sie FCoE-SAN hinzufügen und klicken auf Laufwerk hinzufügen.
Wählen Sie auf dem Menü in der nächsten Dialogbox die Netzwerkschnittstelle, die mit Ihrem FCoE-Switch verbunden ist und klicken auf FCoE-Laufwerk(e) hinzufügen.
Konfiguration von FCoE-Parametern

Abbildung 9.22. Konfiguration von FCoE-Parametern

Data Center Bridging (DCB) bietet eine Reihe an Verbesserungen für Ethernet-Protokolle. Es wurde entwickelt, um die Effizienz von Ethernet-Verbindungen in Speicher-Netzwerken und -Clustern zu erhöhen. Mit dem Auswahlkästchen in diesem Dialog können Sie bestimmen, ob der Installer DCB berücksichtigen soll, oder nicht.

9.7. Einrichten des Hostnamens

Sie werden zur Eingabe eines Rechnernamens und Domainnamens für diesen Computer aufgefordert, und zwar entweder als Fully-Qualified Domain Name (FQDN) im Format hostname.domainname, oder als ein Short Host Name im Format hostname. Viele Netzwerke nutzen den DHCP-Dienst (Dynamic Host Configuration Protocol), der angeschlossene Systeme automatisch mit einem Domainnamen versieht, so dass der Benutzer nur noch einen Rechnernamen anzugeben braucht.

Anmerkung

Sie können dem System einen beliebigen Namen geben, er muss nur eindeutig sein. Der Hostname kann Buchstaben, Ziffern und Bindestriche enthalten.
Festlegen des Hostnamens

Abbildung 9.23. Festlegen des Hostnamens

Falls Ihr Red Hat Enterprise Linux System direkt mit dem Internet verbunden ist, bedürfen weitere Betrachtungen Ihre Aufmerksamkeit, um Unterbrechungen des Service oder Maßnahmen seitens Ihres Dienstleisters zu vermeiden. Eine vollständige Erörterung dieses Themas führt an dieser Stelle zu weit.

Anmerkung

Das Installationprogramm konfiguriert keine Modems. Konfigurieren Sie diese Geräte nach abgeschlossener Installation mit dem Netzwerk-Dienstprogramm. Die Einstellungen für Ihr Modem sind spezifisch für Ihren Internetanbieter (auch Internet Service Provider oder kurz ISP genannt).

9.7.1. Netzwerkverbindungen bearbeiten

Wichtig

Beim erstmaligen Booten einer Red Hat Enterprise Linux 6 Installation werden alle Netzwerkschnittstellen aktiviert, die Sie während des Installationsprozesses konfiguriert haben. Der Installer fordert Sie jedoch bei einigen geläufigen Installationspfaden nicht zur Konfiguration von Netzwerkschnittstellen auf, z.B. bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux von einer DVD auf eine lokale Festplatte.
Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux von einer lokalen Installationsquelle auf ein lokales Speichergerät installieren, stellen Sie sicher, dass Sie mindestens eine Netzwerkschnittstelle manuell konfigurieren, wenn Sie beim erstmaligen Booten des Systems einen Netzwerkzugang benötigen.

Anmerkung

Verwenden Sie das Netzwerkadministrations-Tool, um Ihre Netzwerkkonfiguration nach Abschluss der Installation zu ändern.
Geben Sie den Befehl system-config-network in einer Shell-Eingabeaufforderung ein, um das Netzwerkdministrations-Tool zu starten. Falls Sie nicht Root sind, werden Sie zur Eingabe des Root-Passworts aufgefordert, um fortzufahren.
Das Netzwerkadministrations-Tool ist jetzt veraltet und wird im Verlauf der Lebenszeit von Red Hat Enterprise Linux 6 durch den NetworkManager ersetzt werden.
Um eine Netzwerkverbindung manuell zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche Netzwerk konfigurieren. Der Dialog Netzwerkverbindungen erscheint, mit dem Sie Kabel-, Funk-, mobile Breitband-, VPN- und DSL-Verbindungen für das System unter Verwendung des NetworkManager-Werkzeugs konfigurieren können. Eine komplette Beschreibung aller möglichen Konfigurationen mit dem NetworkManager geht über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus. Dieser Abschnitt listet lediglich die typischsten Szenarien zur Konfiguration von Kabel-Verbindungen während einer Installation detailliert auf.
Netzwerkverbindungen

Abbildung 9.24. Netzwerkverbindungen

Um eine neue Verbindung hinzuzufügen, oder eine Verbindung zu modifizieren oder zu löschen, die zu einem früheren Zeitpunkt des Installationsprozesses konfiguriert wurde, klicken Sie auf den Reiter, der der Art der Verbindung entspricht. Um eine neue Verbindung dieser Art hinzuzufügen, klicken Sie auf Hinzufügen. Um eine bereits existierende Verbindung zu modifizieren, wählen Sie diese aus der Liste aus und klicken auf Bearbeiten. In beiden Fällen erscheint ein Dialogfeld mit einer Reihe von Reitern, die dem bestimmten Verbindungstyp entsprechen, wie unten beschrieben. Um eine Verbindung zu entfernen, wählen Sie diese in der Liste aus, und klicken Sie auf Löschen.
Wenn Sie mit der Bearbeitung der Netzwerkeinstellungen fertig sind, klicken Sie auf Anwenden, um die neue Konfiguration zu speichern. Falls Sie ein Gerät rekonfiguriert haben, das bereits während der Installation aktiv war, so müssen Sie das Gerät neu starten, um die neue Konfiguration zu verwenden — siehe Abschnitt 9.7.1.6, »Ein Netzwerk-Gerät neu starten«.

9.7.1.1. Optionen für alle Verbindungstypen

Bestimmte Konfigurationsoptionen gelten für alle Verbindungstypen.
Geben Sie einen Namen für die Verbindung im Namensfeld Verbindungsname ein.
Wählen Sie Automatisch starten, um die Verbindung automatisch beim Systemstart zu starten.
Wenn ein NetworkManager auf einem installierten System läuft, so steuert die Für alle Benutzer verfügbar machen-Option, ob die Netzwerkkonfiguration systemweit verfügbar ist oder nicht. Vergewissern Sie sich während der Installation, dass Für alle Benutzer verfügbar machen für jede von Ihnen konfigurierte Netzwerkschnittstelle ausgewählt bleibt.

9.7.1.2. Der Kabel-Reiter

Verwenden Sie den Reiter Kabel, um die Media Access Control (MAC) Adresse für den Netzwerkadapter anzugeben und die Maximum Transmission Unit (MTU, in Bytes), die durch die Schnittstelle passieren können, zu bestimmen.
Der Kabel-Reiter

Abbildung 9.25. Der Kabel-Reiter

9.7.1.3. Der Reiter 802.1x-Sicherheit

Verwenden Sie den Reiter 802.1x-Sicherheit, um 802.1X port-based network access control (PNAC) zu konfigurieren. Wählen Sie 802.1X-Sicherheit für diese Verbindung verwenden, um die Zugriffskontrolle zu aktivieren, und geben Sie dann Details zu Ihrem Netzwerk an. Die Konfigurationsoptionen umfassen:
Authentifikation
Wählen Sie eine der folgenden Methoden zur Authentifikation:
  • TLS für Transport Layer Security
  • Tunneled TLS für Tunneled Transport Layer Security, auch als TTLS oder EAP-TTLS bekannt
  • Protected EAP (PEAP) für Protected Extensible Authentication Protocol
Identität
Geben Sie die Identität dieses Servers an.
Benutzer-Zertifikat
Navigieren Sie zu einer persönlichen X.509 Zertifikatsdatei, die mit Distinguished Encoding Rules (DER) oder Privacy Enhanced Mail (PEM) enkodiert ist.
CA-Zertifikat
Navigieren Sie zu einer X.509 Certificate Authority Zertifikatsdatei, die mit Distinguished Encoding Rules (DER) oder Privacy Enhanced Mail (PEM) enkodiert ist.
Privatschlüssel
Navigieren Sie zu einer Privatschlüssel-Datei, die mit Distinguished Encoding Rules (DER), Privacy Enhanced Mail (PEM), oder dem Personal Information Exchange Syntax Standard (PKCS#12) enkodiert ist.
Privatschlüssel-Passwort
Das Passwort für den Privatschlüssel wird im Feld Privatschlüssel angegeben. Wählen Sie Passwort anzeigen, um das Passwort bei der Eingabe anzuzeigen.
Der Reiter 802.1x-Sicherheit

Abbildung 9.26. Der Reiter 802.1x-Sicherheit

9.7.1.4. Der Reiter IPv4-Einstellungen

Verwenden Sie den Reiter IPv4-Einstellungen, um die IPv4-Parameter für die zuvor ausgewählte Netzwerkverbindung zu konfigurieren.
Verwenden Sie das Drop-Down-Menü Methode zur Angabe, welche Einstellungen das System versuchen soll, von einem Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) Dienst, der im Netzwerk läuft, herunterzuladen. Wählen Sie aus den folgenden Optionen:
Automatisch (DHCP)
IPv4-Parameter werden via DHCP-Dienst im Netzwerk konfiguriert.
Nur Automatische Adressen (DHCP)
Die IPv4-Adresse, Netzmaske und Gateway-Adresse werden vom DHCP-Dienst im Netzwerk konfiguriert. DNS-Server und Suchdomänen werden manuell konfiguriert.
Manuell
IPv4-Parameter werden manuell für eine statische Konfiguration konfiguriert.
Nur Link-Local
Eine link-local-Adresse im Bereich 169.254/16 wird der Schnittstelle zugewiesen.
Für andere Computer freigegeben
Das System ist so konfiguriert, dass es Netzwerkzugang für andere Computer bietet. Der Schnittstelle wird eine Adresse im Bereich 10.42.x.1/24 zugewiesen, ein DHCP- und DNS-Server werden gestartet und die Schnittstelle ist mit der Standard-Netzwerkverbindung auf dem System via Network Address Translation (NAT) verbunden.
Deaktiviert
IPv4 ist für diese Verbindung deaktiviert.
Falls Sie eine Methode gewählt haben, die die Eingabe manueller Parameter erfordert, geben Sie die Details der IP-Adresse für diese Schnittstelle, die Netzmaske und das Gateway im Feld Adressen ein. Verwenden Sie die Schaltflächen Hinzufügen und Löschen, um Adressen hinzuzufügen oder zu entfernen. Geben Sie eine kommagetrennte Liste von DNS-Servern im Feld DNS-Server ein, sowie eine kommagetrennte Liste von Domains im Feld Nach Domains suchen für jede Domain ein, die Sie in die Name-Server-Lookups mit einbinden möchten.
Geben Sie optional einen Namen für diese Netzwerkverbindung im Feld DHCP Client-ID ein. Dieser Name muss einzigartig im Subnet sein. Wenn Sie der Verbindung eine aussagekräftige DHCP Client-ID zuweisen, kann diese Verbindung leichter bei der Analyse von Netzwerkproblemen identifiziert werden.
Deselektieren Sie das Auswahlkästchen IPv4-Adressierung für den Abschluss dieser Verbindung erforderlich, damit das System die Verbindung in einem IPv6-aktivierten Netzwerk herstellen kann, falls die IPv4-Konfiguration scheitert, die IPv6-Konfiguration jedoch erfolgreich ist.
Der Reiter IPv4-Einstellungen

Abbildung 9.27. Der Reiter IPv4-Einstellungen

9.7.1.4.1. IPv4-Routen bearbeiten
Red Hat Enterprise Linux konfiguriert eine Anzahl von Routen automatisch, basierend auf den IP-Adressen eines Geräts. Um zusätzliche Routen zu bearbeiten, klicken Sie auf die Schaltfläche Routen. Der Dialog IPv4-Routen bearbeiten erscheint.
Der Dialog IPv4-Routen bearbeiten

Abbildung 9.28. Der Dialog IPv4-Routen bearbeiten

Klicken Sie auf Hinzufügen, um die IP-Adresse, Netzmaske, Gateway-Adresse und Metrik für eine neue statische Route hinzuzufügen.
Wählen Sie Automatisch zugewiesene Routen ignorieren, damit die Schnittstelle nur die hier angegebenen Routen verwendet.
Wählen Sie Diese Verbindung nur für Quellen innerhalb desselben Netzwerks verwenden, um Verbindungen nur auf das lokale Netzwerk einzuschränken.

9.7.1.5. Der Reiter IPv6-Einstellungen

Verwenden Sie den Reiter IPv6-Einstellungen, um die IPv6-Parameter für die zuvor ausgewählte Netzwerkverbindung zu konfigurieren.
Verwenden Sie das Drop-Down-Menü Methode zur Angabe, welche Einstellungen das System versuchen soll, von einem Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) Dienst, der im Netzwerk läuft, herunterzuladen. Wählen Sie aus den folgenden Optionen:
Ignorieren
IPv6 für diese Verbindung ignorieren.
Automatisch
NetworkManager verwendet Router Advertisement (RA) zur Erstellung einer automatischen, zustandslosen Konfiguration.
Automatisch, nur Adressen
NetworkManager verwendet RA zur Erstellung einer automatischen, zustandslosen Konfiguration, aber DNS-Servers und Suchdomänen werden ignoriert und müssen manuell konfiguriert werden.
Automatisch, nur DHCP
NetworkManager verwendet RA nicht, aber fordert Informationen direkt von DHCPv6 an, um eine Konfiguration mit Status zu erstellen.
Manuell
IPv6-Parameter werden manuell für eine statische Konfiguration konfiguriert.
Nur Link-Local
Eine Link-Local-Adresse mit dem fe80::/10 Präfix wird der Schnittstelle zugewiesen.
Falls Sie eine Methode gewählt haben, die die Eingabe manueller Parameter erfordert, geben Sie die Details der IP-Adresse für diese Schnittstelle, die Netzmaske und das Gateway im Feld Adressen ein. Verwenden Sie die Schaltflächen Hinzufügen und Löschen, um Adressen hinzuzufügen oder zu entfernen. Geben Sie eine kommagetrennte Liste von DNS-Servern im Feld DNS-Server ein, sowie eine kommagetrennte Liste von Domains im Feld Nach Domains suchen für jede Domain ein, die Sie in die Name-Server-Lookups mit einbinden möchten.
Geben Sie optional einen Namen für diese Netzwerkverbindung im Feld DHCP Client-ID ein. Dieser Name muss einzigartig im Subnet sein. Wenn Sie der Verbindung eine aussagekräftige DHCP Client-ID zuweisen, kann diese Verbindung leichter bei der Analyse von Netzwerkproblemen identifiziert werden.
Deselektieren Sie das Auswahlkästchen IPv6-Adressierung für die Fertigstellung dieser Verbindung voraussetzen, damit das System diese Verbindung in einem IPv4-aktivierten Netzwerk herstellen kann, falls die IPv6-Konfiguration scheitert, die IPv4-Konfiguration jedoch erfolgreich ist.
Der Reiter IPv6-Einstellungen

Abbildung 9.29. Der Reiter IPv6-Einstellungen

9.7.1.5.1. IPv6-Routen bearbeiten
Red Hat Enterprise Linux konfiguriert eine Anzahl von Routen automatisch, basierend auf den IP-Adressen eines Geräts. Um zusätzliche Routen zu bearbeiten, klicken Sie auf die Schaltfläche Routen. Der Dialog IPv6-Routen bearbeiten erscheint.
Der Dialog IPv6-Routen bearbeiten

Abbildung 9.30. Der Dialog IPv6-Routen bearbeiten

Klicken Sie auf Hinzufügen, um die IP-Adresse, Netzmaske, Gateway-Adresse und Metrik für eine neue statische Route hinzuzufügen.
Wählen Sie Diese Verbindung nur für Quellen innerhalb desselben Netzwerks verwenden, um Verbindungen nur auf das lokale Netzwerk einzuschränken.

9.7.1.6. Ein Netzwerk-Gerät neu starten

Falls Sie ein Netzwerk rekonfiguriert haben, das während der Installation bereits In Gebrauch war, so müssen Sie es in anaconda von der Verbindung trennen und neu verbinden, damit die Änderungen wirksam werden. Anaconda verwendet Interface-Konfiguration (ifcfg) Dateien für die Kommunikation mit dem NetworkManager. Die Verbindung eines Geräts wird unterbrochen, wenn die ifcfg-Datei entfernt wird und die Verbindung wird wieder hergestellt, wenn die ifcfg-Datei wieder hergestellt wird, so lange ONBOOT=yes eingestellt ist. Siehe Red Hat Enterprise Linux 6 Bereitstellungshandbuch unter https://access.redhat.com/knowledge/docs/ für weitere Informationen zu Interface-Konfigurationsdateien.
  1. Drücken Sie Ctrl+Alt+F2, um zum virtuellen Terminal tty2 umzuschalten.
  2. Verschieben Sie die Interface-Konfigurationsdatei an einen temporären Speicherort:
    mv /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-device_name /tmp
    wobei device_name das soeben rekonfigurierte Gerät ist. Zum Beispiel ist ifcfg-eth0 die ifcfg-Datei für eth0.
    Das Gerät besitzt jetzt in anaconda keine Verbindung.
  3. Öffnen Sie die Interface-Konfigurationsdatei im vi-Editor:
    vi /tmp/ifcfg-device_name
  4. Vergewissern Sie sich, dass die Interface-Konfigurationsdatei die Zeile ONBOOT=yes enthält. Falls die Datei die Zeile nicht enthält, fügen Sie sie jetzt hinzu und speichern Sie die Datei.
  5. Verlassen Sie den vi-Editor.
  6. Verschieben Sie die Interface-Konfigurationsdatei zurück ins /etc/sysconfig/network-scripts/-Verzeichnis:
    mv /tmp/ifcfg-device_name /etc/sysconfig/network-scripts/
    Das Gerät ist jetzt in anaconda erneut verbunden.
  7. Drücken Sie Ctrl+Alt+F6, um zu anaconda zurückzukehren.

9.8. Konfiguration von Zeitzonen

Legen Sie Ihre Zeitzone fest, indem Sie die dem Standort Ihres Computers am nächsten liegende Stadt auswählen. Klicken Sie auf die Karte, um eine bestimmte geografische Region der Erde auszuwählen.
Geben Sie eine Zeitzone an, auch wenn Sie planen, NTP (Network Time Protocol) zu verwenden, um die Systemuhr aktuell zu halten.
Es gibt zwei Arten, wie Sie Ihre Zeitzone auswählen können.
  • Mit Hilfe der Maus können Sie auf der interaktiven Karte auf eine bestimmte Stadt klicken (durch einen gelben Punkt grafisch dargestellt). Daraufhin erscheint ein rotes X, wodurch Ihre Auswahl angezeigt wird.
  • Sie können auch durch die Liste am unteren Rand des Bildschirms scrollen, um Ihre Zeitzone dort auszuwählen. Klicken Sie mit der Maus auf einen Standort, um Ihre Auswahl zu markieren.
Konfiguration der Zeitzone

Abbildung 9.31. Konfiguration der Zeitzone

Wählen Sie Systemuhr verwendet UTC, falls Red Hat Enterprise Linux das einzige Betriebssystem auf Ihrem Rechner ist. Die Systemuhr ist ein Hardwarebestandteil in Ihrem Rechnersystem. Red Hat Enterprise Linux verwendet die Einstellungen für die Zeitzone, um den Zeitabstand zwischen der lokalen Zeit und UTC auf der Systemuhr zu ermitteln. Dieses Verhalten ist Standard für Systeme, die UNIX, Linux oder ähnliche Betriebssysteme verwenden.
Klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren.

Warnung

Aktivieren Sie die Option Systemuhr nutzt UTC nicht, wenn auf Ihrem Rechner auch Microsoft Windows läuft. Microsoft Betriebssysteme passen die BIOS-Uhr auf die lokale Zeit an, nicht auf die UTC. Dies kann unter Red Hat Enterprise Linux unerwartetes Verhalten zur Folge haben.

Anmerkung

Um die Konfiguration der Zeitzone nach Abschluss Ihrer Installation zu ändern, verwenden Sie das Tool zur Einstellung von Zeit und Datum.
Geben Sie an einer Shell-Eingabeaufforderung den Befehl system-config-date ein, um das Tool zur Einstellung von Zeit und Datum zu starten. Wenn Sie nicht als Root angemeldet sind, werden Sie aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben, um fortfahren zu können.
Um das Tool zur Einstellung von Zeit und Datum als textbasierte Anwendung zu starten, verwenden Sie den Befehl timeconfig.

9.9. Ein Root-Passwort festlegen

Die Einrichtung eines Root-Benutzerkontos und Root-Passworts ist einer der wichtigsten Schritte während Ihrer Installation. Das Root-Benutzerkonto wird zur Installation von Paketen, Aktualisierung von RPMs und für die meisten Prozesse der Systemwartung verwendet. Wenn Sie sich als Root anmelden, haben Sie die komplette Kontrolle über Ihr System.

Anmerkung

Der Root-Benutzer (auch als Superuser bekannt) besitzt uneingeschränkten Zugriff auf das gesamte System. Aus diesem Grund sollten Sie sich als Root ausschließlich zur Systemwartung oder -administration anmelden.
Root-Passwort

Abbildung 9.32. Root-Passwort

Verwenden Sie das Root-Benutzerkonto ausschließlich für die Administration des Systems. Legen Sie ein normales Benutzerkonto (nicht Root) zur allgemeinen Verwendung an, und benutzen Sie den Befehl su, um zum Root-Benutzerkonto zur Durchführung von Aufgaben, die die Authentifizierung als Superuser benötigen, zu wechseln. Diese einfache Regel minimiert die Gefahr, Ihr System durch einen Tippfehler oder einen falschen Befehl zu beschädigen.

Anmerkung

Um in das Root-Benutzerkonto zu wechseln, geben Sie in einem Terminal am Shell-Prompt den Befehl su - ein, und drücken Sie die Eingabe-Taste. Geben Sie anschließend das Root-Passwort ein, und drücken Sie erneut die Eingabe-Taste.
Das Installationsprogramm fordert Sie auf, ein Root-Passwort für Ihr System festzulegen[2] Ohne Eingabe eines Root-Passworts können Sie nicht mit dem nächsten Schritt des Installationsprozesses fortfahren.
Das Root-Passwort muss aus mindestens sechs Zeichen bestehen. Es wird bei der Eingabe nicht auf dem Bildschirm angezeigt. Sie müssen das Passwort zwei Mal eingeben. Stimmen die beiden Eingaben nicht überein, werden Sie vom Installationsprogramm aufgefordert, die Eingabe zu wiederholen.
Sie sollten sich das Root-Passwort merken können, es sollte aber nicht von anderen erraten werden. Ihr Name, Ihre Telefonnummer, qwertz, password, Root, 123456 und anteater sind Beispiele für schlechte Passwörter. Ein sicheres Passwort besteht aus Zahlen, Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung und enthält keine Worte mit Sinn z.B.: Aard387vark oder 420BMttNT. Beachten Sie, dass das Passwort bei der Anwendung auf die korrekte Schreibung aller einzelnen Zeichen überprüft wird. Wenn Sie sich Ihr Passwort notieren, bewahren Sie es an einem sicheren Ort auf. Es wird jedoch empfohlen, dieses Passwort nicht an einem für andere Personen leicht zugänglichen Ort aufzubewahren.

Warnung

Verwenden Sie nicht die in diesem Handbuch angeführten Beispielpasswörter, da dies ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte.
Um Ihr Root-Passwort nach Abschluss der Installation zu ändern, verwenden Sie das Root-Passwort-Werkzeug.
Geben Sie den Befehl system-config-users in einer Shell-Eingabeaufforderung ein, um den Benutzer-Verwalter, ein mächtiges Werkzeug zur Benutzerverwaltung und -konfiguration, zu starten. Falls Sie nicht Root sind, werden Sie zur Eingabe des Root-Passworts aufgefordert, um fortfahren zu können.
Geben Sie das Root-Passwort in das Feld Root-Passwort ein. Red Hat Enterprise Linux zeigt die Zeichen zur Sicherheit nur als Sternchen an. Geben Sie dasselbe Passwort in das Feld Bestätigen ein, um sicherzustellen, dass es korrekt ist. Nachdem Sie das Root-Passwort geändert haben, wählen Sie Weiter, um fortzufahren.

9.10. Speichergeräte zuweisen

Falls Sie mehr als ein Speichergerät auf dem Auswahlbildschirm für Speichergeräte ausgewählt haben (siehe Abschnitt 9.6, »Speichergeräte«) fragt Anaconda, welche dieser Geräte für die Installation des Betriebssystems zur Verfügung stehen sollen und welche nur als Datenspeicher an das Dateisystem angehängt werden sollen. Falls Sie nur ein Speichergerät ausgewählt haben, zeigt Anaconda diesen Bildschirm nicht an.
Während der Installation werden die Geräte, die Sie hier ausschließlich für Datenspeicher bestimmen, als Teil des Dateisystems eingehängt, aber nicht partitioniert oder formatiert.
Speichergeräte zuweisen

Abbildung 9.33. Speichergeräte zuweisen

Der Bildschirm ist in zwei Teilfenster aufgeteilt. Das linke Fenster enthält eine Liste von Geräten, die nur für Datenspeicher verwendet werden sollen. Das rechte Fenster enthält eine Liste von Geräten, die zur Installation des Betriebssystems zur Verfügung stehen sollen.
Jede Liste enthält Informationen über die Geräte, die hilfreich für deren Identifizierung sind. Ein kleines Drop-Down-Menü, das mit einem Symbol gekennzeichnet ist, befindet sich rechts des Spaltenkopfs. Mit Hilfe dieses Menüs können Sie den Datentyp auswählen, der auf jedem Gerät präsentiert wird. Verringern oder Vergrößern der Menge an präsentierten Informationen hilft Ihnen ggf., bestimmte Geräte zu identifizieren.
Verschieben Sie ein Gerät von einer Liste in die andere, indem Sie auf das Gerät klicken, und dann entweder auf die Schaltfläche mit einem nach links zeigenden Pfeil klicken, um dieses in die Liste der Datenspeichergeräte zu verschieben, oder auf die Schaltfläche mit einem nach rechts zeigenden Pfeil klicken, um das Gerät in die Liste von Geräten, die zur Installation des Betriebssystems zur Verfügung stehen sollen, zu verschieben.
Die Liste mit denen als Installationsziele verfügbaren Geräte umfasst auch ein Auswahlfeld neben jedem Gerät. Verwenden Sie dieses Auswahlfeld um anzugeben, welches Gerät Sie als Boot-Gerät für das System verwenden möchten.

Wichtig

Falls irgendein Speichergerät einen Bootloader enthält, der den Red Hat Enterprise Linux Bootloader gestaffelt lädt (chain load), binden Sie dieses Speichergerät als eines der Installationszielgeräte ein. Speichergeräte, die Sie als Installationszielgeräte identifizieren, bleiben während der Konfiguration des Bootloaders für Anaconda sichtbar.
Speichergeräte, die Sie auf diesem Bildschirm als Installationszielgeräte identifizieren, werden im Rahmen des Installationsprozesses nicht automatisch gelöscht, wenn Sie nicht die Option Gesamten Platz verwenden auf dem Partitionsbildschirm verwenden (werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.13, »Einstellen der Festplattenpartitionierung«).
Wenn Sie die Identifizierung der für die Installation zu verwendenden Geräte abgeschlossen haben, klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren.

9.11. Initialisierung der Festplatte

Wenn keine lesbaren Partitionstabellen auf den vorhandenen Festplatten gefunden werden, fordert Sie das Installationsprogramm dazu auf, die Festplatte zu initialisieren. Durch diesen Vorgang werden sämtliche vorhandene Daten auf der Festplatte unlesbar. Falls Ihr System über eine neue Festplatte verfügt, auf der kein Betriebssystem installiert ist, oder falls Sie alle Partitionen auf der Festplatte entfernt haben, klicken Sie auf Festplatte reinitialisieren.
Das Installationsprogramm präsentiert Ihnen ein separates Dialogfenster für jede Platte, auf der es keine gültige Partitionstabelle lesen kann. Klicken Sie auf die Schaltfläche Alles ignorieren oder die Schaltfläche Alles neu initialisieren, um dieselbe Auswahl auf alle Geräte anzuwenden.
Warnbildschirm – Festplatte wird initialisiert

Abbildung 9.34. Warnbildschirm – Festplatte wird initialisiert

Bestimmte RAID-Systeme oder andere nicht-standardmäßige Konfigurationen können unter Umständen nicht vom Installationsprogramm gelesen werden, so dass Sie ggf. via Eingabeaufforderung aufgefordert werden, die Festplatte zu initialisieren. Das Installationsprogramm reagiert auf physische Plattenstrukturen, die es erkennen kann.
Um die automatische Initialisierung von Festplatten für solche zu aktivieren, bei denen dieses notwendig erscheint, verwenden Sie den Kickstart-Befehl clearpart --initlabel (siehe Kapitel 32, Kickstart-Installationen).

Warnung

Wenn Sie eine nicht standardmäßige Festplattenkonfiguration haben, die während der Installation entfernt werden kann und später erkannt und konfiguriert werden kann, dann schalten Sie das System aus, entfernen Sie die Festplatte, und starten die Installation neu.

9.12. Ein bestehendes System aktualisieren

Wichtig

Red Hat unterstützt keine Aktualisierungen zwischen Hauptversionen von Red Hat Enterprise Linux. Eine Hauptversion ist gekennzeichnet durch eine ganzzahlige Änderung der Versionsnummer. Red Hat Enterprise Linux 5 und Red Hat Enterprise Linux 6 sind zum Beispiel beides Hauptversionen von Red Hat Enterprise Linux.
In-Place-Aktualisierungen über mehrere Haupt-Releases hinweg sichern nicht alle Systemeinstellungen, Dienste oder angepasste Konfigurationen. Aus diesem Grund rät Red Hat dringend zu Neuinstallationen beim Aktualisieren von einer Haupt-Version auf eine andere.
Das Installationssystem erkennt automatisch jegliche Installationen von Red Hat Enterprise Linux. Im Rahmen des Aktualisierungsprozesses wird vorhandene System-Software durch neue Versionen aktualisiert, jedoch keine Daten aus den Benutzerverzeichnissen entfernt. Die vorhandene Partitionierungsstruktur auf Ihren Festplatten ändern sich nicht. Ihre Systemkonfiguration ändert sich nur dann, wenn die Aktualisierung eines Pakets dies verlangt. Die meisten Paketaktualisierungen verändern die Systemkonfiguration nicht, sondern installieren stattdessen eher eine zusätzliche Konfigurationsdatei, die Sie später untersuchen können.
Beachten Sie bitte, dass das von Ihnen verwendete Installationsmedium ggf. nicht alle Software-Pakete beinhaltet, die Sie für eine Aktualisierung Ihres Rechners benötigen.

9.12.1. Der Aktualisierungs-Dialog

Falls auf Ihrem System eine Red Hat Enterprise Linux-Installation existiert, erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie gefragt werden, ob Sie diese Installation aktualisieren möchten. Um eine Aktualisierung eines existierenden Systems durchzuführen, wählen Sie die entsprechende Installation aus der Drop-Down-Liste und wählen Sie Weiter.
Der Aktualisierungs-Dialog

Abbildung 9.35. Der Aktualisierungs-Dialog

Anmerkung

Software, die von Ihnen manuell auf Ihrem existierenden Red Hat Enterprise Linux-System installiert wurde, kann sich nach einer Aktualisierung des Systems ggf. anders verhalten. Sie müssen diese Software nach einer Aktualisierung des Systems ggf. manuell neu installieren oder erneut kompilieren, um sicherzugehen, dass sie ordnungsgemäß auf dem aktualisierten System funktioniert.

9.12.2. Unter Verwendung des Installers aktualisieren

Anmerkung

Im Allgemeinen empfiehlt Red Hat, Benutzerdaten in einer separaten /home-Partition zu platzieren und eine von Grund auf neue Installation durchzuführen. Weitere Informationen zu Partitionen und deren Einrichtung finden Sie unter Abschnitt 9.13, »Einstellen der Festplattenpartitionierung«.
Falls Sie sich dazu entschließen, Ihr System unter Verwendung des Installationsprogramms zu aktualisieren, wird jegliche Software überschrieben, die nicht im Rahmen von Red Hat Enterprise Linux zur Verfügung gestellt wird oder mit Red Hat Enterprise Linux-Software in Konflikt steht. Erstellen Sie daher eine Liste für Referenzzwecke von denen auf Ihrem System derzeit installierten Pakete, bevor Sie auf diese Weise eine Aktualisierung durchführen:
rpm -qa --qf '%{NAME} %{VERSION}-%{RELEASE} %{ARCH} ' > ~/old-pkglist.txt
Gehen Sie diese Liste nach Abschluß der Installation durch, um zu ermitteln, welche Pakete, die nicht von Red Hat stammen, ggf. neu erstellt oder von Quellen abgerufen werden müssen.
Führen Sie als Nächstes eine Sicherung aller Systemkonfigurationsdaten durch:
su -c 'tar czf /tmp/etc-`date +%F`.tar.gz /etc' 
su -c 'mv /tmp/etc-*.tar.gz /home'
Führen Sie eine komplette Sicherung aller wichtigen Daten durch, bevor Sie eine Aktualisierung durchführen. Wichtige Daten können den Inhalt Ihres kompletten /home-Verzeichnisses, sowie Inhalt von Diensten wie ein Apache-, FTP-, oder SQL-Server, oder ein Quellcode-Management-System umfassen. Auch wenn Aktualisierungen nicht destruktiv sind, besteht bei einer unsachgemäßen Durchführung eine geringe Möglichkeit für einen Datenverlust.

Warnung

Beachten Sie bitte, dass die oben aufgeführten Beispiele Backup-Material in einem /home-Verzeichnis speichern. Falls Ihr /home-Verzeichnis sich nicht auf einer separaten Partition befindet, sollten sie diese Beispiele nicht wortwörtlich befolgen! Speichern Sie Ihre Backups auf anderen Geräten, wie CD- oder DVD-Datenträgern oder einer externen Festplatte.
Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 35.2, »Aktualisierung abschließen« für weitere Informationen zur Fertigstellung des Aktualisierungsprozesses zu einem späteren Zeitpunkt.

9.12.3. Boot-Loader-Konfiguration aktualisieren

Sobald Ihre Red Hat Enterprise Linux Installation abgeschlossen ist, muss sie beim Bootloader registriert sein, um ordnungsgemäß zu booten. Ein Bootloader ist eine Software auf Ihrem Rechner, die das Betriebssystem auf Ihrem Rechner ortet und startet. Siehe Anhang E, Der GRUB-Bootloader für weitere Informationen über Bootloader.
Der Dialog 'Boot-Loader aktualisieren'

Abbildung 9.36. Der Dialog 'Boot-Loader aktualisieren'

Falls ein bereits existierender Boot-Loader von einer Linux-Distribution installiert wurde, kann das Installationssystem diesen so anpassen, dass das neue Red Hat Enterprise Linux-System geladen wird. Wählen Sie Boot-Loader-Konfiguration, um den bestehenden Linux-Boot-Loader zu aktualisieren. Wenn Sie eine bereits existierende Red Hat Enterprise Linux-Installation aktualisieren, ist dies das Standardverhalten.
GRUB ist der standardmäßige Bootloader für Red Hat Enterprise Linux auf 32-Bit und 64-Bit x86-Architekturen. Wenn Ihr System einen anderen Bootloader, wie zum Beispiel BootMagic, System Commander oder den Microsoft Windows eigenen Loader benutzt, kann die Red Hat Enterprise Linux Installation diesen nicht aktualisieren. In diesem Fall wählen Sie bitte Aktualisierung des Bootloaders überspringen. Wenn der Installationsprozess abgeschlossen ist, schauen Sie sich bitte die zugehörige Dokumentation an, um weitere Hilfe zu erhalten.
Installieren Sie einen neuen Bootloader im Zuge einer Systemaktualisierung nur dann, wenn Sie sicher sind, dass Sie den bestehenden Bootloader ersetzen möchten. Wenn Sie einen neuen Bootloader installieren, können unter Umständen andere Betriebssysteme auf dem gleichen Rechner nicht mehr gestartet werden, bis Sie den neuen Bootloader konfiguriert haben. Wählen Sie Neue Bootloader-Konfiguration erstellen, um den bestehenden Bootloader zu entfernen und GRUB zu installieren.
Nachdem Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren. Falls Sie die Option Neue Boot-Loader-Konfiguration erstellen ausgewählt haben, werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.17, »x86, AMD64 und Intel 64 Bootloader-Konfiguration«. Falls Sie gewählt haben, die Boot-Loader-Konfiguration zu aktualisieren oder zu überspringen, wird die Installation ohne weitere Eingabe Ihrerseits fortgesetzt.

9.13. Einstellen der Festplattenpartitionierung

Warnung

Sie sollten grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung für alle Daten auf den Festplatten durchführen. Fehler treten immer mal auf und können zu einem totalen Datenverlust führen.

Wichtig

Falls Sie Red Hat Enterprise Linux im Textmodus installieren, können Sie nur die standardmäßigen Partitionierungsschemata nutzen, die in diesem Abschnitt beschrieben werden. Das heißt, Sie können keine zusätzlichen Partitionen zu denen, die das Installationsprogramm automatisch hinzufügt oder entfernt, hinzufügen oder löschen. Falls Sie zum Zeitpunkt der Installation ein angepasstes Layout benötigen, sollten Sie daher eine grafische Installation über eine VNC-Verbindung oder eine Kickstart-Installation durchführen.
Weiterhin stehen erweiterte Optionen wie LVM, verschlüsselte Dateisysteme und größenveränderbare Dateisysteme nur im grafischen Modus und in Kickstart-Installationen zur Verfügung.

Wichtig

Wenn Sie über eine RAID-Karte verfügen, denken Sie daran, dass einige BIOSe das Booten von RAID-Karten nicht unterstützen. In solchen Fällen muss die /boot/-Partition auf einer Partition außerhalb des RAID-Arrays, wie zum Beispiel auf einer separaten Festplatte, erstellt werden. Eine interne Festplatte ist notwendig für die Partitionserstellung mit problematischen RAID-Karten.
Eine /boot/-Partition ist auch für das Einrichten von Software-RAID notwendig.
Wenn Sie Ihr System automatisch partitionieren möchten, sollten Sie Angelegte Partitionen prüfen wählen und Ihre /boot/-Partition manuell bearbeiten.
Das Partitionieren ermöglicht es Ihnen, Ihre Festplatte in einzelne Abschnitte zu unterteilen, die alle als selbständige Laufwerke fungieren. Das Partitionieren ist besonders hilfreich, wenn Sie mehr als ein Betriebssystem verwenden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie Ihr System partitionieren wollen, lesen Sie Anhang A, Eine Einführung in Festplattenpartitionen für weitere Informationen.
Einstellen der Festplattenpartitionierung

Abbildung 9.37. Einstellen der Festplattenpartitionierung

Sie können auf diesem Bildschirm wählen, ob Sie das Standard-Layout in einem, oder vier verschiedenen Schritten erzeugen wollen, oder ob Sie die Partitionierung manuell durchführen möchten, um ein angepasstes Layout zu erstellen.
Die ersten vier Optionen ermöglichen Ihnen die Durchführung einer automatischen Installation, ohne dass Sie Ihre Festplatte(n) selbst partitionieren müssen. Wenn Sie mit dem manuellen Partitionieren Ihres Systems noch nicht vertraut sind, sollten Sie eine dieser Optionen auswählen und die Partitionierung der Datenträger dem Installationsprogramm überlassen. Abhängig von der von Ihnen gewählten Option können Sie dennoch kontrollieren, welche Daten (falls vorhanden) vom System entfernt werden.
Ihre Optionen sind:
Gesamten Platz verwenden
Wählen Sie diese Option, um alle Partitionen auf Ihrer Festplatte zu entfernen (dies umfasst Partitionen wie Windows VFAT- oder NTFS-Partitionen, die von anderen Betriebssystemen erstellt wurden).

Warnung

Falls Sie diese Option auswählen, werden alle Daten auf der/den ausgewählten Festplatte(n) vom Installationsprogramm entfernt. Wählen Sie diese Option nicht aus, wenn Sie Informationen auf Ihrer/Ihren Festplatte(n) beibehalten möchten, auf denen Sie Red Hat Enterprise Linux installieren.
Verwenden Sie diese Option speziell dann nicht, wenn Sie ein System so konfigurieren, dass es den Red Hat Enterprise Linux Bootloader aus einem anderen Bootloader heraus lädt (chain loading).
Bestehende(s) Linux-System(e) ersetzen
Wählen Sie diese Option, um nur Partitionen zu entfernen, die von früheren Linux-Installationen erstellt wurden. Dies entfernt keine anderen Partitionen, die Sie ggf. auf Ihrer/Ihren Festplatte(n) besitzen (wie beispielsweise VFAT- oder FAT32-Partitionen).
Aktuelles System verkleinern
Wählen Sie diese Option, um die Größe Ihrer derzeitigen Daten und Partitionen manuell zu ändern und in dem freiwerdenden Platz ein Standard-Layout für Red Hat Enterprise Linux zu installieren.

Warnung

Falls Sie Partitionen verkleinern, auf denen andere Betriebssysteme installiert sind, können Sie diese Betriebssysteme ggf. nicht benutzen. Auch wenn diese Partitionierungsoption keine Daten zerstört, benötigen Betriebssysteme üblicherweise etwas freien Speicherplatz in ihren Partitionen. Finden Sie heraus, wie viel Platz Sie freilassen müssen, bevor Sie eine Partition verkleinern, auf der sich ein Betriebssystem befindet.
Freien Platz verwenden
Wählen Sie diese Option, um Ihre aktuellen Daten und Partitionen beizubehalten und Red Hat Enterprise Linux in dem verfügbaren Speicherplatz auf den Speicherlaufwerken zu installieren. Stellen Sie sicher, dass genügend Speicherplatz auf den Speicherlaufwerken vorhanden ist, bevor Sie diese Option auswählen — siehe Abschnitt 3.4, »Verfügen Sie über genügend Platz auf der Festplatte?«.

Warnung

Falls Ihr 64-Bit x86 System UEFI anstelle eines BIOS verwendet, müssen Sie manuell eine /boot-Partition erstellen. Diese Partition muss ein ext3-Dateisystem enthalten. Falls Sie dagegen eine automatische Partitionierung wählen, wird Ihr System nicht booten können.
Maßgeschneidertes Layout erstellen
Wählen Sie diese Option, um Speichergeräte manuell zu partitionieren und maßgeschneiderte Layouts zu erstellen. Siehe Abschnitt 9.15, »Ein maßgeschneidertes Layout erstellen oder das Standard-Layout modifizieren«.
Wählen Sie Ihre bevorzugte Partitionsmethode aus, indem Sie auf den Radio-Button links neben der Beschreibung im Dialog-Feld klicken.
Wählen Sie System verschlüsseln, um alle Partitionen außer der /boot-Partition zu verschlüsseln. Werfen Sie einen Blick auf Anhang C, Festplattenverschlüsselung für Informationen zur Verschlüsselung.
Wählen Sie die Option Prüfen, um die bei der automatischen Partitionierung erstellten Partitionen zu überprüfen und notwendige Änderungen vorzunehmen. Nach der Auswahl von Prüfen klicken Sie anschließend zum Fortfahren auf Weiter, und es werden die durch Anaconda erstellten Partitionen angezeigt. Sie haben die Möglichkeit, diese Partitionen zu ändern, falls diese nicht Ihren Bedürfnissen entsprechen.

Wichtig

Um den Red Hat Enterprise Linux Bootloader so zu konfigurieren, dass er von einem anderen Bootloader gestaffelt geladen wird (chain load), müssen Sie das Boot-Laufwerk manuell angeben. Falls Sie irgendeine der automatischen Partitionierungsoptionen auswählen, müssen Sie jetzt die Option Partitionslayout überprüfen und modifizieren auswählen, bevor Sie auf Weiter klicken, da Sie ansonsten kein korrektes Boot-Laufwerk angeben können.

Wichtig

Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux 6 auf einem System mit Multipath- und Nicht-Multipath-Speichergeräten installieren, erstellt das automatische Partitionierungs-Layout im Installationsprogramm unter Umständen Datenträgergruppen, die eine Komination aus Multipath- und Nicht-Multipath-Geräten enthalten. Dies würde dem Sinn und Zweck von Multipath-Speicher zuwiderlaufen.
Wir empfehlen Ihnen, auf dem Bildschirm zur Geräteauswahl, der nach der Auswahl der automatischen Partitionierung erscheint, nur Multipath- bzw. nur Nicht-Multipath-Geräte auswählen.
Klicken Sie, nachdem Sie Ihre Auswahl getroffen haben, auf Weiter, um fortzufahren.

9.14. Partitionen verschlüsseln

Falls Sie die Option System verschlüsseln gewählt haben, fordert der Installer Sie zur Eingabe einer Passphrase auf, mit der die Partitionen auf dem System entschlüsselt werden.
Partitionen werden unter Verwendung von Linux Unified Key Setup verschlüsselt — werfen Sie einen Blick auf Anhang C, Festplattenverschlüsselung für weitere Informationen.
Passphrase für verschlüsselte Partition eingeben

Abbildung 9.38. Passphrase für verschlüsselte Partition eingeben

Wählen Sie eine Passphrase und geben Sie diese in jedes der beiden Felder des Dialogfelds ein. Sie müssen diese Passphrase jedes Mal beim Booten des Systems eingeben.

Warnung

Wenn Sie diese Passphrase verlieren, kann auf alle verschlüsselten Partitionen und die darauf befindlichen Daten nicht mehr zugegriffen werden. Es gibt keine Möglichkeit, eine verloren gegangene Passphrase wiederherzustellen.
Beachten Sie bitte, dass Sie beim Durchführen einer Kickstart-Installation von Red Hat Enterprise Linux Verschlüsselungs-Passphrases speichern, sowie Sicherungs-Passphrases zur Verschlüsselung erstellen können. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt C.3.2, »Passphrasen speichern« und Abschnitt C.3.3, »Sicherungs-Passphrasen erstellen und speichern«.

9.15. Ein maßgeschneidertes Layout erstellen oder das Standard-Layout modifizieren

Wenn Sie sich für eine der vier automatischen Partitionierungsoptionen entschieden haben und Prüfen nicht gewählt haben, gehen Sie bitte über zu Abschnitt 9.18, »Auswahl der Paketgruppe«.
Wenn Sie eine der automatischen Partitionierungsoptionen und Prüfen gewählt haben, können Sie entweder die aktuellen Partitionseinstellungen verwenden (klicken Sie auf Weiter) oder die Einstellung manuell im Partitionierungsbildschirm verändern.
Wenn Sie ein angepasstes Layout erstellen möchten, müssen Sie jetzt dem Installationsprogramm mitteilen, wo Red Hat Enterprise Linux installiert werden soll. Hierzu geben Sie Einhängepunkte für eine oder mehrere Partitionen, auf denen Red Hat Enterprise Linux installiert werden soll, an. Sie müssen zu diesem Zeitpunkt eventuell auch Partitionen erstellen und/oder löschen.

Warnung

Falls Ihr 64-Bit x86 System UEFI anstelle eines BIOS verwendet, müssen Sie manuell eine /boot-Partition erstellen. Diese Partition muss ein ext3-Dateisystem enthalten. Falls Sie dagegen eine automatische Partitionierung wählen, wird Ihr System nicht booten können.
Wenn Sie sich noch keine Gedanken gemacht haben, wie Sie Ihre Partitionen einrichten möchten, finden Sie im Anhang A, Eine Einführung in Festplattenpartitionen und Abschnitt 9.15.5, »Empfohlenes Partitionsschema« weitere Informationen. Sie benötigen mindestens eine Root-Partition von geeigneter Größe und eine Swap-Partition, die derselben oder doppelten Größe des RAM auf Ihrem System entspricht.
Anaconda kann alle Partitionierungsanforderungen für eine typische Installation handhaben.
Partitionierung auf x86-, AMD64- und Intel 64-Systemen

Abbildung 9.39. Partitionierung auf x86-, AMD64- und Intel 64-Systemen

Der Partitionierungsbildschirm besteht aus zwei Teilfenstern. Das obere Teilfenster beinhaltet eine grafische Darstellung der im unteren Teilfenster ausgewählten Festplatte, des logischen Datenträgers oder RAID-Geräts.
Über der Anzeige können Sie den Namen des Laufwerks überprüfen (wie beispielsweise /dev/sda oder LogVol00), dessen Größe (in MB) sowie dessen Modell, wie es durch das Installationsprogramm erkannt wurde.
Wenn Sie einmal mit der Maus klicken, heben Sie ein spezielles Feld der grafischen Darstellung hervor. Mit Hilfe von zwei Mausklicks können Sie eine der bereits existierenden Partitionen bearbeiten, oder eine Partition an einer freien Stelle erstellen.
Das untere Teilfenster beinhaltet eine Liste aller Laufwerke, logischen Datenträger und RAID-Geräte, die während der Installation verwendet werden sollen, wie zu einem früheren Zeitpunkt im Installationsprozess angegeben — siehe Abschnitt 9.10, »Speichergeräte zuweisen«
Geräte werden nach Typ gruppiert. Klicken Sie auf die kleinen Dreiecke links neben jedem Gerätetyp, um Geräte mit diesem Typ anzuzeigen, bzw. zu verstecken.
Anaconda zeigt mehrere Details für jedes aufgelistete Gerät an:
Gerät
Der Name des Geräts, des logischen Datenträgers oder der Partition
Größe (MB)
Die Größe des Geräts, des logischen Datenträgers oder der Partition (in MB)
Einhängepunkt/RAID/Volume
Der Einhängepunkt (Position innerhalb eines Dateisystems), auf dem eine Partition eingehängt werden soll, oder der Name des RAID oder logischen Datenträgerverbunds, zu dem er gehört
Typ
Der Partitionstyp. Falls die Partition eine Standard-Partition ist, zeigt dieses Feld den Dateisystemtyp auf der Partition (z.B. ext4) an. Ansonsten zeigt es an, dass die Partition ein physischer Datenträger (LVM) oder Teil eines Software-RAIDs ist.
Formatieren
Ein Häkchen in dieser Spalte zeigt an, dass die Partition im Verlauf der Installation formatiert wird.
Unterhalb des unteren Teilfensters befinden sich vier Schaltfächen: Erstellen, Bearbeiten, Löschen und Zurücksetzen.
Wählen Sie ein Gerät oder eine Partition aus, indem Sie darauf entweder in der grafischen Darstellung im oberen Teilfenster oder in der Liste im unteren Teilfenster klicken. Klicken Sie anschließend auf eine der vier Schaltflächen, um die folgenden Aktionen auszuführen:
Erstellen
Eine neue Partition, einen logischen Datenträger oder ein Software-RAID erstellen
Bearbeiten
Eine bestehende Partition, logischen Datenträger oder Software-RAID ändern. Beachten Sie, dass Sie Partitionen mit der Größe ändern-Schaltfläche nur verkleinern, nicht aber vergrößern können.
Löschen
Eine Partition, einen logischen Datenträger oder ein Software-RAID löschen
Zurücksetzen
Alle auf diesem Bildschirm gemachten Änderungen rückgängig machen

9.15.1. Speicher erstellen

Der Dialog Speicher erstellen ermöglicht das Erstellen von neuen Speicherpartitionen, logischen Datenträgern und Software-RAIDs. Anaconda zeigt Optionen je nach Verfügbarkeit an, abhängig von dem Speicher, der bereits auf dem System existiert oder so konfiguriert ist, dass er zum System transferiert wird.
Speichergerät erstellen

Abbildung 9.40. Speichergerät erstellen

Optionen werden wie folgt nach Partition erstellen, Software-RAID erstellen und LVM erstellen gruppiert:

Partition erstellen

Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.15.2, »Hinzufügen von Partitionen« für Details zum Dialog Partition hinzufügen.

Software-RAID erstellen

Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.15.3, »Software-RAID erstellen« für weitere Details.
  • RAID-Partition — erstellt eine Partition, die Teil eines Software-RAID-Geräts sein soll, in nicht zugewiesenem Speicherbereich. Um ein Software-RAID-Gerät zu erstellen, müssen mindestens zwei oder mehr RAID-Partitionen auf dem System verfügbar sein.
  • RAID-Gerät — vereint eine oder mehrere RAID-Partitionen in einem Software-RAID-Gerät. Wenn Sie diese Option wählen, können Sie den Typ des zu erstellenden RAID-Geräts (das RAID-Level) angeben. Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn zwei oder mehr RAID-Partitionen auf dem System verfügbar sind.

Logische LVM-Datenträger erstellen

Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.15.4, »Logische LVM-Datenträger erstellen« für weitere Details.
  • Physischer LVM-Datenträger — erstellt einen physischen Datenträger in noch nicht zugewiesenem Speicherbereich.
  • LVM-Datenträgerverbund — erstellt einen Datenträgerverbund aus einem oder mehreren physischen Datenträgern. Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn mindestens ein physischer Datenträger auf dem System verfügbar ist.
  • Logischer LVM-Datenträger — erstellt einen logischen Datenträger in einem Datenträgerverbund. Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn mindestens ein Datenträgerverbund auf dem System verfügbar ist.

9.15.2. Hinzufügen von Partitionen

Um eine neue Partition hinzuzufügen, wählen Sie die Schaltfläche Erstellen aus. Ein Dialogfeld erscheint (siehe auch Abbildung 9.41, »Erstellen einer neuen Partition«).

Anmerkung

Sie müssen mindestens eine Partition für diese Installation reservieren, optional mehrere. Für weitere Informationen siehe Anhang A, Eine Einführung in Festplattenpartitionen.
Erstellen einer neuen Partition

Abbildung 9.41. Erstellen einer neuen Partition

  • Einhängepunkt: Geben Sie den Einhängepunkt der Partition ein. Wenn diese Partition zum Beispiel die Root-Partition sein soll, geben Sie / ein; geben Sie dagegen /boot für die /boot- Partition ein usw. Sie können auch das Pull-Down-Menü verwenden, um den richtigen Einhängepunkt für Ihre Partition zu wählen. Für eine Swap-Partition sollte der Einhängepunkt nicht gesetzt werden — das Einrichten des Dateisystemtyps als swap ist ausreichend.
  • Dateisystemtyp: Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü den entsprechenden Dateisystemtyp für diese Partition aus. Weitere Informationen zu Dateisystemtypen finden Sie im Abschnitt 9.15.2.1, »Dateisystemtypen«.
  • Verfügbare Festplatten: Dieses Feld enthält eine Liste der Festplatten, die in Ihrem System installiert sind. Wenn das Kästchen einer Festplatte markiert ist, kann eine gewünschte Partition auf dieser Festplatte erstellt werden. Wenn das Kästchen nicht aktiviert ist, kann die Partition in keinem Fall auf dieser Festplatte erstellt werden. Indem Sie unterschiedliche Kontrollkästchen-Einstellungen verwenden, können Sie entscheiden, wo Anaconda die Partitionen anlegen soll oder aber Anaconda entscheiden lassen, wo die Partitionen erstellt werden sollen.
  • Größe (MB): Geben Sie die Größe der Partition (in Megabytes) an. Beachten Sie, dass dieses Feld mit 200 MB beginnt; wenn Sie diese Einstellung nicht ändern, erstellen Sie eine Partition mit 200 MB.
  • Zusätzliche Optionen für die Größe: Entscheiden Sie, ob die Partition eine feste Größe beibehalten soll, ob sie "wachsen" (den übrigen Speicherraum auf der Festplatte bis zu einem gewissen Maß füllen kann) oder den gesamten verfügbaren Speicherplatz auf der Festplatte füllen soll.
    Wenn Sie Den gesamten Platz ausfüllen bis (MB) wählen, müssen Sie Größenangaben in das Feld rechts von der Option eingeben. Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, einen gewissen Speicherplatz auf der Festplatte für eventuellen späteren Gebrauch frei zu lassen.
  • Eine primäre Partition erzwingen: Wählen Sie aus, ob die Partition, die Sie erstellen, eine der ersten vier Partitionen auf der Festplatte sein soll. Sofern dies nicht ausgewählt ist, wird die Partition als eine logische Partition angelegt. Siehe Abschnitt A.1.3, »Partitionen innerhalb von Partitionen — Ein Überblick über erweiterte Partitionen« für weitere Informationen.
  • Verschlüsseln: Wählen Sie, ob die Partition verschlüsselt werden soll, so dass auf die auf ihr abgespeicherten Daten ohne Passwort nicht zugegriffen werden kann, auch wenn das Speichergerät mit einem anderen System verbunden ist. Werfen Sie einen Blick auf Anhang C, Festplattenverschlüsselung für Informationen zu Verschlüsselung auf Speichergeräten. Wenn Sie diese Option auswählen, fordert Sie der Installer zur Eingabe eines Passworts auf, bevor er die Partition auf die Platte schreibt.
  • OK: Wählen Sie OK, wenn Sie die Einstellungen bestätigen und die Partition erstellen möchten.
  • Abbrechen: Wählen Sie Abbrechen, wenn Sie die Partition nicht erstellen möchten.

9.15.2.1. Dateisystemtypen

Mit Red Hat Enterprise Linux können Sie verschiedene Partitionstypen und Dateisysteme erstellen. Es folgt eine kurze Beschreibung der verschiedenen Dateisysteme und wie diese eingesetzt werden können.

Partitionstypen

  • Standard-Partition — Eine Standard-Partition kann ein Dateisystem oder einen Swap-Bereich beinhalten. Sie kann außerdem einen Container für Software-RAID oder einen logisches LVM-Datenträger bereitstellen.
  • Swap — Swap-Partitionen dienen der Unterstützung von virtuellem Speicher. Mit anderen Worten, es werden Daten auf eine Swap-Partition geschrieben, wenn unzureichend Arbeitsspeicher (RAM) für die Daten, die Ihr System verarbeitet, zur Verfügung steht. Siehe Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch für zusätzliche Informationen.
  • Software-RAID — Das Anlegen von zwei oder mehreren Software-RAID-Partitionen ermöglicht Ihnen das Erstellen eines RAID-Geräts. Für weitere Informationen zu RAID siehe Kapitel RAID (Redundant Array of Independent Disks) im Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch.
  • Physischer Datenträger (LVM) — Das Anlegen einer oder mehrerer physischer Datenträger (LVM) Partitionen ermöglicht Ihnen das Erstellen eines logischen LVM-Datenträgers. LVM kann die Leistungsfähigkeit unter Verwendung von physischen Festplatten steigern. Für weitere Informationen zu LVM siehe Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch.

Dateisysteme

  • ext4 — Das ext4-Dateisystem basiert auf dem ext3-Dateisystem und beinhaltet einige Verbesserungen. Diese schließen die Unterstützung größerer Dateisysteme und Dateien, schnellere und effizientere Zuordnung von Speicherplatz, keine Beschränkung der Anzahl von Unterverzeichnissen in einem Verzeichnis, schnellere Prüfung des Dateisystems und widerstandsfähigeres Journaling ein. Das ext3-Dateisystem wird standardmäßig ausgewählt und wird dringend empfohlen.
  • ext3 — Das ext3-Dateisystem basiert auf dem ext2-Dateisystem, und hat einen großen Vorteil — Journaling. Das Verwenden eines Dateisystems mit Journaling-Funktion verringert die Zeit, die für das Wiederherstellen von Dateisystemen nach einem Systemabsturz aufgewendet werden muss, da das Dateisystem nicht mit fsck [3] überprüft werden muss.
  • ext2 — Das ext2-Dateisystem unterstützt Standard-Unix-Dateitypen (reguläre Dateien, Verzeichnisse, symbolische Links, etc.). Es können lange Dateinamen mit bis zu 255 Zeichen vergeben werden.
  • Xfs — XFS ist ein hochskalierbares Hochleistungs-Dateisystem, das Dateisysteme mit einer Größe bis zu 16 Exabytes (ungefähr 16 Millionen Terabytes), Dateien mit einer Größe bis zu 8 Exabytes (ungefähr 8 Millionen Terabytes) und Verzeichnisstrukturen mit zehn Millionen Einträgen unterstützt. XFS unterstützt Metadaten-Journaling, was eine schnellere Wiederherstellung nach einem Absturz ermöglicht. Das XFS-Dateisystem kann außerdem defragmentiert und in seiner Größe geändert werden, während es eingehängt und in Gebrauch ist.
  • Vfat — Das VFAT-Dateisystem ist ein Linux-Dateisystem, das mit den langen Dateinamen unter Microsoft Windows auf dem FAT-Dateisystem kompatibel ist.
  • Btrfs — Btrfs ist ein in Entwicklung befindliches Dateisystem, das mehr Dateien, größere Dateien und größere Laufwerke als ext2-, ext3- und ext4-Dateisysteme adressieren und verwalten kann. Btrfs soll das Dateisystem fehlertolerant machen und die Erkennung und Behebung von Fehlern ermöglichen, wenn diese auftreten. Es verwendet Prüfsummen, um die Unversehrtheit von Daten und Metadaten sicherzustellen und legt Snapshots des Dateisystems an, die zur Sicherung oder Reparatur genutzt werden können.
    Weil Btrfs sich noch immer in der Entwicklung befindet, bietet das Installationsprogramm es standardmäßig nicht an. Falls Sie auf einer Partition ein Btrfs-Dateisystem erstellen möchten, müssen Sie den Installationsprozess unter Verwendung der Boot-Option btrfs starten. Unter Kapitel 28, Boot-Optionen finden Sie eine Anleitung.

    Warnung

    Red Hat Enterprise Linux 6 beinhaltet Btrfs als Technologievorschau und ermöglicht es Ihnen daher, mit diesem Dateisystem zu experimentieren. Sie sollten Btrfs nicht für Partitionen wählen, die wichtige Daten enthalten oder für den Betrieb wichtiger Systeme essentiell sind.

9.15.3. Software-RAID erstellen

Redundant arrays of independent disks (RAIDs) werden aus mehreren Speichergeräten zusammengestellt, die so arrangiert werden, dass Sie eine verbesserte Leistung und — bei einigen Konfigurationen — eine höhere Fehlertoleranz bieten. Werfen Sie einen Blick in das Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch für eine Beschreibung verschiedener Arten von RAIDs.
Um ein RAID-Gerät zu erstellen, müssen Sie zunächst Software-RAID-Partitionen erstellen. Sobald Sie zwei oder mehrere Software-RAID-Partitionen erstellt haben, wählen Sie RAID, um die Software-RAID-Partitionen zu einem RAID-Gerät zusammenzufügen.
RAID-Partition
Wählen Sie diese Option, um eine Partition für Software-RAID zu konfigurieren. Es ist die einzig verfügbare Option, wenn Ihre Platte keine Software-RAID-Partitionen enthält. Dies ist der gleiche Dialog, der erscheint, wenn Sie eine Standardpartition hinzufügen — werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.15.2, »Hinzufügen von Partitionen« für eine Beschreibung der verfügbaren Optionen. Beachten Sie jedoch, dass der Dateisystemtyp auf Software-RAID gesetzt werden muss.
Erstellen einer Software-RAID-Partition

Abbildung 9.42. Erstellen einer Software-RAID-Partition

RAID-Gerät
Wählen Sie diese Option, um ein RAID-Gerät aus zwei oder mehreren bereits existierenden RAID-Partitionen zu erstellen. Diese Option steht zur Verfügung, wenn zwei oder mehrere Software-RAID-Partitionen konfiguriert wurden.
Ein RAID-Gerät erstellen

Abbildung 9.43. Ein RAID-Gerät erstellen

Wählen Sie den Dateisystemtyp wie für eine Standardpartition.
Anaconda schlägt automatisch einen Namen für das RAID-Gerät vor, Sie können jedoch manuell Namen von md0 bis md15 auswählen.
Markieren Sie die Auswahlkästchen neben den einzelnen Speichergeräten, um sie zu diesem RAID hinzuzufügen, oder zu entfernen.
Das RAID-Level entspricht einem bestimmten RAID-Typ. Wählen Sie aus den folgenden Optionen:
  • RAID 0 — verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. RAIDs der Stufe 0 bieten bessere Performance im Vergleich zu Standardpartitionen und können zum Poolen des Speichers mehrerer Geräte auf einem großen virtuellen Gerät verwendet werden. Bitte beachten Sie, dass RAIDS der Stufe 0 keine Redundanz bieten und dass das Fehlschlagen eines Geräts im Array das gesamte Array zerstört. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
  • RAID 1 — spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Niveau an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
  • RAID 4 — verteilt Daten auf mehreren Speichergeräten, nutzt jedoch nur ein Gerät im Array, um die Paritätsinformationen, die im Falle eines Ausfalls eines Geräts im Array als Sicherheitsmaßnahme für das Array einspringen. Da alle Paritätsinformationen auf diesem einen Gerät abgelegt sind, führt ein Zugriff auf dieses Gerät zu einem Engpass bezüglich der Leistung des Arrays. RAID 4 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
  • RAID 5 — verteilt Daten und Paritätsinformationen über mehrere Speichergeräte hinweg. Level 5 RAID bietet daher Leistungsvorteile bei der Verteilung von Daten über mehrere Geräte hinweg, hat jedoch nicht die Leistungsengpässe von Level 4 RAIDs, da die Paritätsinformationen ebenfalls über das gesamten Array verteilt werden. RAID 5 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
  • RAID 6 — Level 6 RAIDs ähneln Level 5 RAIDs, speichern jedoch zwei Sets an Paritätsdaten, anstatt nur einem. RAID 6 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
  • RAID 10 — Level 10 RAIDs sind verschachtelte RAIDs oder Hybrid RAIDs. Level 10 RAIDs werden durch das Verteilen von Daten auf gespiegelte Sets von Speichergeräten erstellt. So besteht beispielsweise ein Level 10 RAID, das aus vier RAID-Partitionen erstellt wurde, aus zwei Paar Partitionen, bei denen eine Partition die andere spiegelt. Daten werden dann über beide Paare von Speichergeräten verteilt, wie bei Level 0 RAID. RAID 10 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.

9.15.4. Logische LVM-Datenträger erstellen

Wichtig

Die erstmalige Einrichtung von LVM ist bei einer Installation im Textmodus nicht verfügbar. Falls Sie eine LVM-Konfiguration von Grund auf erstellen müssen, drücken Sie Alt+F2, um das Terminal zu verwenden und führen Sie den Befehl lvm aus. Um in die Installation im Textmodus zurückzukehren, drücken Sie Alt+F1.
Logical Volume Management (LVM) liefert eine einfache, logische Anzeige von dem zugrunde liegenden Speicherplatz, wie beispielsweise Festplatten oder LUNs. Partitionen auf physischem Speicher werden als Physische Datenträger dargestellt, welche als Datenträgergruppen gruppiert werden können. Jede Datenträgergruppe kann in mehrere Logische Datenträger unterteilt werden, von denen jede einer standardmäßigen Festplatten-Partition entspricht. Aus diesem Grund fungieren logische LVM-Datenträger als Partitionen, die sich über mehrere physische Platten erstrecken können.
Um mehr über LVM zu lesen, werfen Sie einen Blick in das Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch. Beachten Sie bitte, dass LVM nur im Rahmen des grafischen Installationsprogramms verfügbar ist.
Physischer LVM-Datenträger
Wählen Sie diese Option, um eine Partition oder ein Gerät als einen physischen LVM-Datenträger zu konfigurieren. Diese Option steht exklusiv zur Verfügung, wenn Ihr Speichergerät nicht bereits LVM-Datenträgerverbünde enthält. Dieser Dialog ist derselbe wie beim Hinzufügen einer standardmäßigen Partition — werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.15.2, »Hinzufügen von Partitionen« für eine Beschreibung der verfügbaren Optionen. Beachten Sie jedoch, dass Dateisystemtyp auf Physischer Datenträger (LVM) gesetzt werden muss.
Einen physischen LVM-Datenträger erstellen

Abbildung 9.44. Einen physischen LVM-Datenträger erstellen

LVM-Datenträgerverbund erstellen
Wählen Sie diese Option, um LVM-Datenträgerverbünde aus den verfügbaren physischen LVM-Datenträgern zu erstellen oder existierende logische Datenträger zu einem Datenträgerverbund hinzuzufügen.
LVM-Datenträgerverbund erstellen

Abbildung 9.45. LVM-Datenträgerverbund erstellen

Um einem Datenträgerverbund einen oder mehrere physische Datenträger zuzuweisen, geben Sie dem Datenträgerverbund zunächst einen Namen. Wählen Sie dann die physischen Datenträger, die im Datenträgerverbund verwendet werden sollen. Konfigurieren Sie abschließend die logischen Datenträger in einem beliebigen Datenträgerverbund unter Verwendung der Optionen Hinzufügen, Bearbeiten und Löschen.
Sie können ggf. einen physischen Datenträger nicht aus einem Datenträgerverbund entfernen, wenn dies dazu führt, dass nicht genügend Platz auf den logischen Datenträgern des Verbunds verfügbar ist. Nehmen Sie beispielsweise einen Datenträgerverbund, der aus zwei 5 GB physischen LVM-Datenträger-Partitionen besteht, und einen 8 GB großen logischen Datenträger beinhaltet. Der Installer wird es Ihnen nicht gestatten, eine der beiden physischen Datenträger-Komponenten zu entfernen, da dies nur 5 GB an Platz im Verbund für einen 8 GB großen logischen Datenträger übrig ließe. Wenn Sie den gesamten Platz von einem beliebigen logischen Datenträger entsprechend anpassen möchten, können Sie anschließend einen physischen Datenträger aus dem Datenträgerverbund entfernen. In dem zuvor erwähnten Beispiel würde das Reduzieren der Größe des logischen Datenträgers auf 4 GB das Entfernen eines der beiden 5 GB physischen Datenträgers ermöglichen.
Logischen Datenträger erstellen
Wählen Sie diese Option, um einen logischen LVM-Datenträger zu erstellen. Wählen Sie einen Einhängepunkt, ein Dateisystemtyp und eine Größe (in MB), analog zu einer standardmäßigen Festplattenpartition. Sie können außerdem einen Namen für den logischen Datenträger wählen und einen Datenträgerverbund angeben, dem dieser zugeordnet werden soll.
Logischen Datenträger erstellen

Abbildung 9.46. Logischen Datenträger erstellen

9.15.5. Empfohlenes Partitionsschema

9.15.5.1. x86-, AMD64- und Intel 64-Systeme

Sofern Sie keinen Grund für ein anderes Vorgehen haben, empfehlen wir, die folgenden Partitionen für x86-, AMD64- und Intel 64-Systeme zu erstellen:
  • Eine swap-Partition
  • Eine /boot/-Partition
  • Eine /-Partition
  • Eine home-Partition
  • Eine Swap-Partition (mindestens 256 MB) — Swap-Partitionen dienen der Unterstützung von virtuellem Speicher. Mit anderen Worten, es werden Daten auf eine Swap-Partition geschrieben, wenn unzureichend Arbeitsspeicher (RAM) für die Daten, die Ihr System verarbeitet, zur Verfügung steht.
    In den letzten Jahren erhöhte sich die empfohlene Menge für Swap-Space linear mit der Menge an RAM im System. Moderne Systeme verfügen jedoch leicht über mehrere hundert Gigabyte Arbeitsspeicher, so dass heutzutage gilt, dass die erforderliche Menge an Swap-Space für ein System eine Funktion der auf dem System vorliegenden Speicherauslastung ist.
    Allerdings wird die Menge an Swap-Space in der Regel zum Zeitpunkt der Installation festgelegt, und es gestaltet sich schwierig, eine Vorhersage über die zukünftige Speicherauslastung des Systems zu treffen. Während einer Kickstart-Installation können Sie eine automatische Festlegung der Menge an Swap-Space festlegen (siehe Abschnitt 32.4, »Kickstart-Optionen«.
    Allerdings wird diese Einstellung nicht präzise auf Ihr System abgestimmt sein, weswegen wir empfehlen, zur Bestimmung des Swap-Space für das System die folgende Tabelle zu Grunde zu legen.

    Tabelle 9.2. Empfohlener Swap-Space für ein System

    Menge an RAM im System Empfohlene Menge an Swap-Space
    4 GB RAM oder weniger mindestens 2 GB Swap-Space
    4 GB bis 16 GB RAM mindestens 4GB Swap-Space
    16 GB bis 64 GB RAM mindestens 8 GB Swap-Space
    64 GB bis 256 GB RAM mindestens 16 GB Swap-Space
    256 GB bis 512 GB RAM mindestens 32 GB Swap-Space
    Beachten Sie, dass Sie eine bessere Leistung erzielen, wenn Sie den Swap-Space über mehrere Speichergeräte verteilen, insbesondere auf Systemen mit schnellen Laufwerken, Controllern und Schnittstellen.
  • Eine /boot/-Partition (250 MB)

    Die unter /boot/ eingehängte Partition enthält den Kernel des Betriebssystems (der es Ihnen ermöglicht, Red Hat Enterprise Linux zu booten) und Dateien, die für den Bootstrap-Prozess benötigt werden. Für die meisten Benutzer ist eine 250 MB große Boot-Partition ausreichend.

    Wichtig

    Der GRUB-Bootloader in Red Hat Enterprise Linux 6 unterstützt lediglich die ext2-, ext3- und ext4-Dateisysteme (letzteres wird empfohlen). Sie können daher keine anderen Dateisysteme, wie beispielsweise Btrfs, XFS oder VFAT für /boot verwenden.

    Anmerkung

    Ist Ihre Festplatte größer als 1024 Zylinder (und Ihr System älter als zwei Jahre), müssen Sie eventuell eine /boot/-Partition erstellen, wenn Sie möchten, dass die / (Root-) Partition den gesamten restlichen Platz auf der Festplatte verwenden soll.

    Anmerkung

    Wenn Sie über eine RAID-Karte verfügen, denken Sie daran, dass einige BIOSe das Booten von RAID-Karten nicht unterstützen. In solchen Fällen muss die /boot/-Partition auf einer Partition außerhalb des RAID-Arrays, wie beispielsweise auf einer separaten Festplatte, erstellt werden.
  • Eine root-Partition (3,0 GB - 5,0 GB)

    Dort befindet sich "/" (das Root-Verzeichnis). In diesem Setup befinden sich alle Dateien (außer jenen, die im /boot-Verzeichnis gespeichert sind) im Root-Verzeichnis.

    Eine 3,0 GB große Partition ermöglicht es Ihnen, eine minimale Installation durchzuführen, während eine 5,0 GB große Root-Partition es Ihnen erlaubt, eine vollständige Installation durchzuführen und sämtliche Paketgruppen zu wählen.

    Wichtig

    Die / (oder Root)-Partition ist die oberste Ebene der Verzeichnisstruktur. Das /root-Verzeichnis /root (manchmal "Slash-Root" ausgesprochen) ist das Benutzerverzeichnis des Benutzerkontos für Systemadministration.
  • Eine home-Partition (mindestens 100 MB)

    Um Benutzerdaten getrennt von Systemdaten zu speichern, erstellen Sie für das /home-Verzeichnis eine spezielle Paritition innerhalb einer Datenträgergruppe. Dies ermöglicht es Ihnen, Red Hat Enterprise Linux zu aktualisieren oder neu zu installieren, ohne dass Benutzerdaten verloren gehen.

Viele Systeme verfügen über mehr Partitionen, als das oben aufgelistete Minimum. Wählen Sie Ihre Partitionen auf Grundlage der speziellen Bedürfnisse Ihres Systems. Siehe Abschnitt 9.15.5.1.1, »Tipp zu Partitionen« für weitere Informationen.
Wenn Sie viele Partitionen erstellen anstelle einer einzigen, großen /-Partition, erleichtert das zukünftige Aktualisierungen. Werfen Sie einen Blick auf die Beschreibung der Bearbeiten-Option in Abschnitt 9.15, »Ein maßgeschneidertes Layout erstellen oder das Standard-Layout modifizieren«.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Mindestpartitionsgrößen für die Partitionen, auf denen die angegebenen Verzeichnisse liegen. Es ist nicht notwendig, für jedes dieser Verzeichnisse eine separate Partition anzulegen. Wenn zum Beispiel die Partition, die das /foo-Verzeichnis enthält, mindestens 500 MB groß sein muss, und Sie keine separate /foo-Partition anlegen, dann muss die /-(Root)-Partition mindestens 500 MB groß sein.

Tabelle 9.3. Mindestpartitionsgröße

Verzeichnis Mindestgröße
/ 250 MB
/usr 250 MB, vermeiden Sie es, diese auf separate Partition zu legen
/tmp 50 MB
/var 384 MB
/home 100 MB
/boot 250 MB

Anmerkung

Weisen Sie nur denjenigen Partitionen Speicherkapazitäten zu, die Sie sofort benötigen. Sie können später jederzeit bei Bedarf weiteren freien Platz zuweisen. Um mehr über diese flexible Methode der Speicherverwaltung zu erfahren, werfen Sie einen Blick auf Anhang D, LVM verstehen.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie die Partitionen für Ihren Computer am besten zu konfigurieren sind, übernehmen Sie einfach das Standard-Partitionslayout.
9.15.5.1.1. Tipp zu Partitionen
Die optimale Einrichtung der Partitionen hängt davon ab, wie das fragliche Linux-System verwendet werden soll. Die folgenden Tipps sollen Ihnen die Entscheidung erleichtern, wie Sie Ihren Festplattenplatz zuweisen.
  • Ziehen Sie in Erwägung, alle Partitionen mit sensiblen Dateninhalten zu verschlüsseln. Verschlüsselung hält Unbefugte davon ab, auf die Daten auf den Partitionen zuzugreifen, auch wenn Sie Zugriff auf das physische Speichergerät haben. In den meisten Fällen sollten Sie zumindest die /home-Partition verschlüsseln.
  • Jeder auf Ihrem System installierte Kernel benötigt jeweils ungefähr 10 MB auf der /boot-Partition. Sofern Sie nicht vorhaben, sehr viele Kernel zu installieren, sollte die Standardgröße von 250 MB für /boot ausreichend sein.

    Wichtig

    Der GRUB-Bootloader in Red Hat Enterprise Linux 6 unterstützt lediglich die ext2-, ext3- und ext4-Dateisysteme (letzteres wird empfohlen). Sie können daher keine anderen Dateisysteme, wie beispielsweise Btrfs, XFS oder VFAT für /boot verwenden.
  • Das /var-Verzeichnis enthält Inhalte für eine Reihe von Anwendungen, u.a. für den Apache-Webserver. Es wird zudem dazu benutzt, heruntergeladene Aktualisierungspakete vorübergehend zu speichern. Stellen Sie sicher, dass die Partition, die das /var-Verzeichnis enthält, über genügend Platz verfügt, um ausstehende Aktualisierungen und andere Inhalte zu speichern.

    Warnung

    Die Aktualisierungssoftware PackageKit lädt standardmäßig aktualisierte Pakete nach /var/cache/yum/ herunter. Wenn Sie Ihr System manuell partitionieren und eine separate /var/-Partition erstellen, stellen Sie sicher, dass die Partition groß genug ist (3,0 GB oder größer), um die aktualisierten Pakete herunterzuladen.
  • Das /usr-Verzeichnis enthält den Großteil der Software-Inhalte auf einem Red Hat Enterprise Linux System. Weisen Sie für eine Installation des standardmäßigen Umfangs an Software mindestens 4 GB Speicherplatz zu. Falls Sie Software-Entwickler sind oder planen, sich mit Hilfe Ihres Red Hat Enterprise Linux-Systems Kenntnisse über Software-Entwicklung anzueignen, sollten Sie diesen Platz mindestens verdoppeln.

    Wichtig

    Falls /usr auf einem von / verschiedenen Dateisystem liegt, wird der Startvorgang sehr viel komplexer und funktioniert in einigen Situationen (z.B. Installationen auf iSCSI-Laufwerken) unter Umständen überhaupt nicht mehr, da /usr boot-kritische Komponenten enthält.
  • Ziehen Sie auch in Betracht, einen Teil der Platzes in einer LVM-Datenträgergruppe nicht zuzuweisen. Dieser nicht zugewiesene Platz gibt Ihnen Flexibilität, falls sich Ihre Platzanforderungen ändern, Sie jedoch keine Daten von anderen Partitionen löschen wollen, um den freiwerdenden Speicherplatz anderweitig zuzuweisen.
  • Wenn Sie Unterverzeichnisse auf verschiedene Partitionen aufteilen, können Sie die Inhalte in diesen Unterverzeichnissen beibehalten, falls Sie sich entschließen, eine neuere Version von Red Hat Enterprise Linux über Ihr aktuelles System zu installieren. Falls Sie beispielsweise beabsichtigen, eine MySQL-Datenbank in /var/lib/mysql auszuführen, legen Sie eine separate Partition für dieses Verzeichnis an für den Fall, dass Sie zu einem späteren Zeitpunkt neu installieren müssen.
Die folgende Tabelle zeigt eine mögliche Partitionseinrichtung für ein System mit einer einzigen 80 GB großen Festplatte und 1 GB RAM. Beachten Sie, dass etwa 10 GB der Datenträgergruppe nicht zugewiesen wird, als Reserve für zukünftiges Wachstum.

Anmerkung

Diese Einrichtung ist nicht für alle Fälle optimal geeignet.

Beispiel 9.1. Beispiel für eine Partitionseinrichtung

Tabelle 9.4. Beispiel für eine Partitionseinrichtung

Partition Größen und Typ
/boot 250 MB ext3-Partition
swap 2 GB Swap
LVM Physischer Datenträger Verbleibender Platz, als eine LVM-Datenträgergruppe
Der physische Datenträger wird der standardmäßigen Datenträgergruppe zugewiesen und in die folgenden logischen Datenträger unterteilt:

Tabelle 9.5. Beispiel für eine Partitionseinrichtung: LVM physischer Datenträger

Partition Größen und Typ
/ 13 GB ext4
/var 4 GB ext4
/home 50 GB ext4

9.16. Änderungen auf die Festplatte schreiben

Das Installationsprogramm fordert Sie dazu auf, die von Ihnen ausgewählten Partitionierungsoptionen zu bestätigen. Klicken Sie auf Änderungen auf Festplatte schreiben, damit das Installationsprogramm Ihre Festplatte partitioniert und Red Hat Enterprise Linux installiert.
Speicherkonfiguration auf Festplatte schreiben

Abbildung 9.47. Speicherkonfiguration auf Festplatte schreiben

Wenn Sie sicher sind, fortzufahren, klicken Sie auf Weiter.

Warnung

Bis zu diesem Zeitpunkt hat das Installationsprogramm noch keinerlei dauerhafte Änderungen auf Ihrem Computer vorgenommen. Sobald Sie Änderungen auf Festplatte schreiben klicken, wird das Installationsprogramm Speicherplatz auf Ihrer Festplatte zuweisen und damit beginnen, Red Hat Enterprise Linux dorthin zu übertragen. Abhängig von der Partitionierungsoption, die Sie zuvor gewählt haben, werden dabei die bereits auf Ihrem Computer vorhandenen Daten gelöscht.
Um Ihre zuvor gewählten Einstellungen zu diesem Zeitpunkt noch einmal zu überprüfen, klicken Sie auf Zurück. Um die Installation ganz abzubrechen, schalten Sie Ihren Computer aus. Die meisten Computer können Sie zu diesem Zeitpunkt ausschalten, indem Sie den An-/Ausschaltknopf für einige Sekunden gedrückt halten.
Nachdem Sie auf Änderungen auf Festplatte schreiben geklickt haben, warten Sie ab, bis der Installationsprozess abgeschlossen ist. Falls der Vorgang unterbrochen wird (z.B. falls Sie den Computer abschalten oder den Reset-Knopf drücken, oder durch Unterbrechung der Stromzufuhr), wird der Computer anschließend wahrscheinlich nicht nutzbar sein, solange Sie nicht den Red Hat Enterprise Linux-Installationsprozess fortsetzen und korrekt zu Ende führen oder ein anderes Betriebssystem installieren.

9.17. x86, AMD64 und Intel 64 Bootloader-Konfiguration

Um das System ohne Boot-Medium starten zu können, müssen Sie in der Regel einen Bootloader installieren. Ein Bootloader ist das erste Softwareprogramm, das beim Starten eines Computers ausgeführt wird. Es ist für das Laden und Übertragen der Steuerung an die Kernel-Software des Betriebssystems verantwortlich. Der Kernel initialisiert seinerseits das restliche Betriebssystem.

Wichtig

Falls Sie Red Hat Enterprise Linux im Textmodus installieren, konfiguriert das Installationsprogramm den Bootloader automatisch, so dass Sie die Bootloader-Einstellungen während des Installationsvorgangs nicht manuell anpassen können.
GRUB (GRand Unified Bootloader), der standardmäßig installiert wird, ist ein sehr leistungsfähiger Bootloader. GRUB kann eine Vielfalt an freien Betriebssystemen, sowie proprietäre Betriebssysteme mit Hilfe von Chain-Loading (dem Mechanismus für das Laden von nicht unterstützten Betriebssystemen, wie beispielsweise Windows, bei dem ein weiterer Bootloader geladen wird) laden. Beachten Sie bitte, dass die GRUB-Version unter Red Hat Enterprise Linux 6 eine alte und stabile Version, bekannt als "GRUB Legacy" ist, da die Entwicklung von Upstream sich nach GRUB 2 verlagert hat.[4] Red Hat ist weiterhin bestrebt, die Grub-Version, die mit Red Hat Enterprise Linux 6 ausgeliefert wird, zu pflegen, so wie das mit allen ausgelieferten Paketen geschieht.

Anmerkung

Das GRUB-Menü ist standardmäßig versteckt, außer auf Dual-Boot-Systemen. Um das GRUB-Menü während des Systemstarts anzuzeigen, halten Sie die Umschalttaste gedrückt, bevor der Kernel geladen wird. (Andere Tasten funktionieren zwar auch, die Umschalttaste ist jedoch der sicherste Weg.)
Bootloader-Konfiguration

Abbildung 9.48. Bootloader-Konfiguration

Wenn sich keine anderen Betriebssysteme auf Ihrem Computer befinden, oder wenn Sie alle anderen Betriebssysteme vollständig entfernen, wird das Installationsprogramm ohne Eingriff Ihrerseits GRUB als Ihren Bootloader installieren. In diesem Fall können Sie mit Abschnitt 9.18, »Auswahl der Paketgruppe« fortfahren.
Es könnte sein, dass Sie bereits einen Bootloader auf Ihrem System installiert haben. Ein Betriebssystem kann seinen eigenen Bootloader installieren, oder Sie haben bereits einen externen Bootloader installiert. Wenn dieser Bootloader keine Linux-Partitionen erkennt, könnte es sein, dass Sie Red Hat Enterprise Linux nicht booten können. Benutzen Sie GRUB als Bootloader, um sowohl Linux als auch die meisten anderen Betriebssysteme starten zu können. Folgen Sie den Hinweisen in diesem Kapitel, um GRUB zu installieren.

Warnung

Wenn Sie GRUB installieren, kann der bestehende Bootloader eventuell überschrieben werden.
Standardmäßig installiert das Installationsprogramm GRUB im Master Boot Record, kurz MBR, des Geräts für das Root-Dateisystem. Um keinen neuen Bootloader zu installieren, heben Sie die Auswahl von Bootloader auf /dev/sda installieren auf.

Warnung

Wenn Sie aus irgendeinem Grund GRUB nicht installieren, können Sie Ihr System nicht direkt booten und Sie müssen eine andere Methode zum Booten wählen (z.B. einen kommerziellen Bootloader). Wählen Sie diese Option nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie Ihr System auf eine andere Art und Weise booten können!
Wenn Sie bereits ein anderes Betriebssystem installiert haben, wird Red Hat Enterprise Linux versuchen, GRUB automatisch zu finden und zu konfigurieren, um diese zu booten. Sie können andere Betriebssysteme auch manuell konfigurieren, wenn GRUB diese nicht erkennt.
Um die erkannten Einstellungen des Betriebssystems zu erweitern, zu entfernen oder zu ändern, benutzen Sie bitte die bereitgestellten Optionen.
Hinzufügen
Wählen Sie Hinzufügen, um GRUB ein weiteres Betriebssystem hinzuzufügen.
Wählen Sie die Plattenpartition, die ein bootfähiges Betriebssystem enthält, aus der Auswahlliste und geben Sie dem Eintrag eine Kennung. GRUB zeigt diese Kennung in seinem Startmenü.
Bearbeiten
Um einen Eintrag im GRUB Boot-Menü zu ändern, wählen Sie den Eintrag aus und wählen dann Bearbeiten.
Löschen
Um einen Eintrag vom GRUB Boot-Menü zu entfernen, wählen Sie diesen aus und wählen dann Löschen.
Klicken Sie auf Standard neben der gewünschten Bootpartition, um das Betriebssystem auszuwählen, das standardmäßig gebootet werden soll. Sie können mit der Installation erst dann fortfahren, wenn Sie ein standardmäßiges Boot-Image ausgewählt haben.

Anmerkung

Die Spalte Kennung zeigt an, welche Eingaben am Bootprompt notwendig sind, falls Sie einen nicht-grafischen Bootloader verwenden.
Nachdem der Boot-Bildschirm von GRUB geladen ist, verwenden Sie die Pfeiltasten, um eine Boot-Kennung auszuwählen oder geben Sie e zur Bearbeitung ein. Für die ausgewählte Boot-Kennung wird eine Liste mit Elementen in der Konfigurationsdatei angezeigt.
Bootloader-Passwörter stellen einen Sicherheitsmechanismus in einer Umgebung zur Verfügung, in der physischer Zugriff auf Ihren Server möglich ist.
Wenn Sie einen Bootloader installieren, sollten Sie ein Passwort erstellen, um Ihr System zu schützen. Ohne ein Bootloader-Passwort können Benutzer mit Zugriff auf Ihr System Optionen an den Kernel weiterleiten, die die Systemsicherheit gefährden können. Mit einem Bootloader-Passwort muss zuerst das Passwort eingegeben werden, um Boot-Optionen auszuwählen, die nicht standardmäßig gesetzt sind. Jedoch besteht immer noch die Möglichkeit für jemanden mit direktem Zugang zum Rechner, von einer Diskette, CD-ROM, DVD oder einem USB-Medium, sofern das BIOS dies unterstützt, zu booten. Sicherheitsstrategien, die Bootloader-Passwörter umfassen, sollten auch immer alternative Boot-Methoden berücksichtigen.

Anmerkung

Sie brauchen kein Passwort für GRUB abfragen, wenn nur vertrauenswürdige Benutzer Ihr System verwenden oder es physisch durch geschützten Zugang über die Konsole gesichert ist. Falls jedoch eine nicht vertrauenswürdige Person physischen Zugang zu Tastatur und zum Bildschirm Ihres Computers erlangen kann, kann diese Person das System neustarten und hat Zugang zu GRUB. In diesem Fall hilft ein Passwort.
Wenn Sie sich entscheiden, die Systemsicherheit mit Hilfe eines Bootloader-Passworts zu optimieren, stellen Sie sicher, dass Sie das Kontrollkästchen Bootloader-Passwort verwenden aktivieren.
Wenn es aktiviert ist, geben Sie ein Passwort ein und bestätigen es.
GRUB speichert das Passwort in verschlüsselter Form, so dass es nicht gelesen oder wiederhergestellt werden kann. Wenn Sie das Boot-Passwort vergessen, booten Sie das System normal und ändern Sie dann den Passworteintrag unter /boot/grub/grub.conf. Wenn Sie nicht booten können, könnte es sein, dass Sie den "Rettungsmodus" auf der ersten Red Hat Enterprise Linux Installations-Disk benutzen können, um das Passwort wiederherzustellen.
Falls Sie das Passwort für GRUB ändern müssen, nutzen Sie das grub-md5-crypt-Werkzeug. Für weitere Informationen zur Nutzung dieses Tools geben Sie den Befehl man grub-md5-crypt in einem Terminalfenster ein, um die Handbuchseiten zu lesen.

Wichtig

Bedenken Sie bei der Auswahl eines GRUB-Passworts, dass GRUB ausschließlich die QWERTY-Tastaturbelegung erkennt, ungeachtet der tatsächlich angeschlossenen Tastatur. Falls Sie eine Tastatur mit deutlich abweichender Tastenbelegung verwenden, ist es gegebenenfalls sinnvoller, sich das Muster der Tastenanschläge zu merken, anstelle eines bestimmtes Wortes.
Stellen Sie zum Konfigurieren von erweiterten Bootloader-Optionen wie das Ändern der Startreihenfolge oder das Weiterleiten von Optionen an den Kernel sicher, dass Erweiterte Bootloader-Optionen konfigurieren ausgewählt ist, ehe Sie auf Weiter klicken.

9.17.1. Erweiterte Bootloader-Konfiguration

Nachdem Sie festgelegt haben, welcher Bootloader installiert werden soll, können Sie auch den Installationsort des Bootloaders bestimmen. Sie können den Bootloader an einem dieser beiden Orte installieren:
  • Der Master-Boot-Record (MBR) — Es wird empfohlen, einen Bootloader an dieser Stelle zu installieren, es sei denn, Sie haben bereits einen anderen Betriebsystem-Loader, wie zum Beispiel System Commander, hier installiert. Der MBR ist ein besonderer Bereich auf Ihrer Festplatte, der automatisch vom BIOS Ihres Computers geladen wird, und ist der früheste Punkt, an dem der Bootloader die Kontrolle über den Bootprozess übernimmt. Bei der Installation in den MBR wird GRUB beim Start Ihres Systems eine Boot-Eingabeaufforderung anzeigen. Nun können Sie Red Hat Enterprise Linux oder jedes andere Betriebssystem starten, für das Sie den Bootloader konfiguriert haben.
  • Der erste Sektor Ihrer Boot-Partition — Es wird empfohlen, den Bootloader im ersten Sektor einer Boot-Partition zu installieren, wenn Sie bereits einen anderen Bootloader auf Ihrem System verwenden. In diesem Fall wird Ihr anderer Bootloader zuerst die Kontrolle übernehmen. Sie sollten diesen Bootloader so konfigurieren, dass er zuerst GRUB startet, der dann wiederum Red Hat Enterprise Linux startet.

    Anmerkung

    Wenn Sie GRUB als zweiten Bootloader installieren, müssen Sie Ihren primären Bootloader jedes Mal neu konfigurieren, wenn Sie von einem neuen Kernel starten. Der Kernel eines Betriebssystems wie Microsoft Windows startet nicht auf dieselbe Art und Weise. Deshalb verwenden die meisten Benutzer GRUB als primären Bootloader auf Dual-Boot-Systemen.
Bootloader-Installation

Abbildung 9.49. Bootloader-Installation

Anmerkung

Wenn Sie über eine RAID-Karte verfügen, beachten Sie bitte, dass einige BIOS-Versionen das Booten von der RAID-Karte nicht unterstützen. In diesen Fällen sollte der Bootloader nicht im MBR des RAID-Array, sondern im MBR des gleichen Laufwerks, in dem die Partition /boot/ erstellt wurde, installiert werden.
Falls Ihr System lediglich Red Hat Enterprise Linux verwendet, sollten Sie den MBR auswählen.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Festplattenreihenfolge ändern, wenn Sie die Reihenfolge der Laufwerke neu ordnen möchten. Das Ändern der Festplattenreihenfolge kann sinnvoll sein, wenn Sie mehrere SCSI-Adapter oder SCSI- und IDE-Adapter haben und vom SCSI-Gerät booten möchten.

Anmerkung

Während der Partitionierung Ihrer Festplatte sollten Sie daran denken, dass das BIOS einiger älterer Systeme auf nicht mehr als die ersten 1024 Zylinder einer Festplatte zugreift. Ist dies der Fall, sollten Sie genug Platz für die /boot-Linux-Partition auf den ersten 1024 Zylindern Ihrer Festplatte lassen, um Linux booten zu können. Alle anderen Linux-Partitionen können nach Zylinder 1024 eingerichtet werden.
In parted entsprechen 1024 Zylinder 528 MB. Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.pcguide.com/ref/hdd/bios/sizeMB504-c.html

9.17.2. Rettungsmodus

Der Rettungsmodus bietet die Möglichkeit, eine kleine Red Hat Enterprise Linux Umgebung vollständig von Diskette, CD-ROM oder einer anderen Bootmethode statt der Festplatte zu booten. Es kann vorkommen, dass Sie Red Hat Enterprise Linux nicht vollständig zum Laufen bekommen, um auf Dateien auf der Festplatte zuzugreifen. Im Rettungsmodus können Sie auf diese Dateien zugreifen, auch wenn Red Hat Enterprise Linux nicht ausgeführt werden kann. Wenn Sie den Rettungsmodus benötigen, versuchen Sie folgende Methode:
  • Booten Sie ein x86, AMD64 oder Intel 64 System von einem beliebigen Installationsmedium, wie z.B. CD, DVD, USB oder PXE, und geben linux rescue an der Installations-Boot-Eingabeaufforderung ein. Unter Kapitel 36, Systemwiederherstellung finden Sie eine ausführlichere Beschreibung des Rettungsmodus.
Für weitere Informationen werfen Sie bitte einen Blick auf das Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch.

9.17.3. Alternative Bootloader

GRUB ist der standardmäßige Bootloader für Red Hat Enterprise Linux, aber nicht die einzige Option. Es gibt eine Reihe von open-source und proprietären Alternativen zu GRUB, mit denen Sie Red Hat Enterprise Linux laden können, dazu zählen LILO, SYSLINUX und Acronis Disk Director Suite.

Wichtig

Red Hat bietet keinen Kunden-Support für Bootloader von Drittanbietern.

9.18. Auswahl der Paketgruppe

Nachdem Sie nunmehr Ihre Auswahl für die Installation größtenteils getroffen haben, können Sie entweder die Standard-Paketauswahl bestätigen oder Pakete, die Ihren Bedürfnissen entsprechen, für Ihr System erstellen.
Es erscheint der Bildschirm Standard-Installationspakete und zeigt die Standard-Paketzusammenstellung für Ihre Red Hat Enterprise Linux-Installation im Detail an. Diese Bildschirmausgabe variiert mit der Red Hat Enterprise Linux-Version, die Sie installieren.

Wichtig

Falls Sie Red Hat Enterprise Linux im Textmodus installieren, können Sie keine Paketauswahl vornehmen. Das Installationsprogramm wählt ausschließlich Pakete aus den Basis- und Kerngruppen. Diese Pakete sind ausreichend, um nach abgeschlossener Installation ein funktionsfähiges System zu erhalten, auf dem Sie weitere Pakete oder Aktualisierungen installieren können. Um die Paketauswahl zu ändern, stellen Sie zunächst die Installation fertig, und verwenden anschließend die Software hinzufügen/entfernen-Anwendung, um die gewünschten Änderungen durchzuführen.
Auswahl der Paketgruppe

Abbildung 9.50. Auswahl der Paketgruppe

Standardmäßig wird während des Red Hat Enterprise Linux-Installationsprozesses eine Auswahl von Software geladen, die für den Einsatz eines Systems als Basis-Server geeignet ist. Beachten Sie bitte, dass diese Installation keine grafische Umgebung umfasst. Um eine Auswahl an Software einzubinden, die für andere Rollen geeignet ist, klicken Sie auf einen Radiobutton, der einer der folgenden Optionen entspricht:
Basis-Server
Diese Option liefert eine Basis-Installation von Red Hat Enterprise Linux für die Verwendung auf einem Server.
Datenbank-Server
Diese Option liefert die MySQL- und PostgreSQL-Datenbanken.
Web-Server
Diese Option stellt den Apache-Web-Server bereit.
Enterprise Identity Server Base
Diese Option liefert OpenLDAP und den System Security Services Daemon (SSSD) zur Erstellung eines Identitäts- und Authentifizierungsservers.
Virtueller Host
Diese Option liefert die KVM- und Virtual Machine Manager-Tools zur Erstellung eines Hosts für virtuelle Maschinen.
Desktop
Diese Option liefert die OpenOffice.org-Suite, die Planner Projektmanagement-Anwendung, Grafikprogramme wie GIMP und Multimedia-Anwendungen.
Software-Entwicklung-Workstation
Diese Option liefert die nötigen Werkzeuge zum Kompilieren von Software auf Ihrem Red Hat Enterprise Linux System.
Minimal
Diese Option liefert nur die Pakete, die für die Ausführung von Red Hat Enterprise Linux essentiell sind. Eine minimale Installation liefert die beste Basis für einen Server mit nur einer Aufgabe oder einer Desktop-Anwendung und maximiert die Leistung und Sicherheit auf einer solchen Installation.
Wenn Sie sich dazu entscheiden, die aktuelle Paketliste zu übernehmen, fahren Sie fort mit Abschnitt 9.19, »Pakete installieren«.
Aktivieren Sie das Kontrollkästchen neben einer Komponente, um diese auszuwählen (siehe Abbildung 9.50, »Auswahl der Paketgruppe«).
Um die Pakete weiter anzupassen, wählen Sie Zu installierende Pakete anpassen. Klicken Sie auf Weiter, um zum Bildschirm Auswahl der Paketgruppen zu gelangen.

9.18.1. Von zusätzlichen Repositorys installieren

Sie können zusätzliche Repositorys definieren, um die während des Installationsprozesses zur Verfügung stehende Software zu erweitern. Ein Repository ist ein Ort im Netzwerk, auf dem Software-Pakete zusammen mit Metadaten, die diese beschreiben, gespeichert sind. Viele der unter Red Hat Enterprise Linux verwendeten Software-Pakete benötigen weitere Software, die installiert werden muss. Der Installer verwendet die Metadaten, um sicherzustellen, dass den Anforderungen für jedes von Ihnen für die Installation ausgewählte Software-Paket entsprochen wird.
Zu den Grundoptionen gehören:
  • Das High Availability-Repository beinhaltet Pakete für Hochverfügbarkeits-Clustering (auch als Failover Clustering bekannt) unter Verwendung der Red Hat High-availability Service Management Komponente.
  • Das Load Balancer-Repository beinhaltet Pakete für das Lastausgleich-Clustering unter Verwendung des Linux Virtual Server (LVS).
  • Das Red Hat Enterprise Linux-Repository wird automatisch für Sie ausgewählt. Es umfasst die komplette Sammlung der Software, die als Red Hat Enterprise Linux 6 veröffentlicht wurde, inklusive der verschiedenen Software-Varianten in den jeweiligen Versionen, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell waren.
  • Das Resilient Storage-Repository beinhaltet Pakete für das Speicher-Clustering unter Verwendung des Red Hat Global File System (GFS).
Für weitere Informationen zu Clustering mit Red Hat Enterprise Linux 6 siehe Überblick über die Red Hat Enterprise Linux 6 Cluster Suite, verfügbar unter https://access.redhat.com/knowledge/docs/manuals/.
Ein Software-Repository hinzufügen

Abbildung 9.51. Ein Software-Repository hinzufügen

Um Software von Extra-Repositorys mit einzuschließen, wählen Sie Zusätzliche Software-Repositorys hinzufügen und geben die Position des Repositorys an.
Um eine bestehende Software-Repository-Position zu löschen, wählen Sie das Repository aus der Liste aus und klicken anschließend auf Repository bearbeiten.
Falls Sie die Repository-Informationen während einer Installation ohne Netzwerk ändern, wie beispielsweise von einer Red Hat Enterprise Linux-DVD, fordert der Installer Sie zur Eingabe von Informationen zur Netzwerkkonfiguration auf.
Netzwerkschnittstelle wählen

Abbildung 9.52. Netzwerkschnittstelle wählen

  1. Wählen Sie eine Schnittstelle aus dem Drop-Down-Menü.
  2. Klicken Sie OK.
Anaconda aktiviert die von Ihnen gewählte Schnittstelle und startet dann den NetworkManager, damit Sie die Schnittstelle konfigurieren können.
Netzwerkverbindungen

Abbildung 9.53. Netzwerkverbindungen

Weitere Informationen zur Verwendung des NetworkManager finden Sie in Abschnitt 9.7, »Einrichten des Hostnamens«
Wenn Sie Zusätzliche Software-Repositorys hinzufügen wählen, erscheint der Dialog Repository bearbeiten. Geben Sie einen Repository-Namen und die Repository-URL für die Position an.
Sobald Sie einen Mirror ausgemacht haben, suchen Sie nach dem Verzeichnis, das ein Verzeichnis mit dem Namen repodata enthält, um die URL zu bestimmen, die verwendet werden soll.
Sobald Sie Informationen für ein zusätzliches Repository liefern, liest der Installer die Paket-Metadaten via Netzwerk. Software, die speziell markiert ist, wird dann im Auswahlsystem der Paketgruppe eingebunden.

Warnung

Wenn Sie auf dem Bildschirm für die Paketauswahl Zurück wählen, gehen alle Daten zu Extra-Repositorys, die Sie ggf. eingegeben haben, verloren. Auf diese Weise können Sie Extra-Repositorys effektiv löschen.

9.18.2. Anpassen der Software-Auswahl

Anmerkung

Ihr Red Hat Enterprise Linux-System unterstützt die Sprache, die Sie zu Beginn des Installationsprozesses gewählt haben, automatisch. Um eine Unterstützung zusätzlicher Sprachen hinzuzufügen, wählen Sie die Paketgruppe für die entsprechenden Sprachen aus der Kategorie Sprachen.
Wählen Sie Jetzt anpassen, um die Software-Pakete für Ihr endgültiges System weiter anzupassen. Diese Option veranlasst das Installationsprogramm, einen zusätzlichen Bildschirm zur Anpassung anzuzeigen, wenn Sie Weiter klicken.
Details von Paketgruppen

Abbildung 9.54. Details von Paketgruppen

Red Hat Enterprise Linux unterteilt die mitgelieferte Software in Paketgruppen. Der besseren Übersicht halber werden diese Gruppen im Paketauswahlbildschirm als Kategorien angezeigt.
Sie können Paketgruppen, welche Komponenten nach deren Funktionen gruppieren (zum Beispiel X-Window-System und Editoren), einzelne Pakete oder eine Kombination aus beidem auswählen.
Um die Paketgruppen für eine Kategorie anzusehen, wählen Sie die Kategorie aus der Liste zur Linken. Die Liste zur Rechten zeigt die Paketgruppen für die derzeit ausgewählte Kategorie.
Um eine Paketgruppe zur Installation auszuwählen, markieren Sie das Auswahlkästchen neben der Gruppe. Das Feld am unteren Ende des Bildschirms zeigt die Details der aktuell markierten Paketgruppe. Kein Paket aus einer Gruppe wird installiert, wenn nicht das Auswahlkästchen für diese Gruppe markiert wurde.
Wenn Sie eine Paketgruppe auswählen, installiert Red Hat Enterprise Linux automatisch die Basispakete und die obligatorischen Pakete für diese Gruppe. Um zu ändern, welche optionalen Pakete innerhalb einer ausgewählten Gruppe installiert werden, klicken Sie unter der Beschreibung dieser Gruppe auf die Schaltfläche Optionale Pakete. Markieren Sie anschließend das Auswahlkästchen neben einzelnen Paketnamen, um deren Auswahl zu ändern.
In der Liste zur Paketauswahl auf der rechten Seite können Sie das Kontextmenü als einen Shortcut nutzen, um Grund- oder Pflicht-Pakete, sowie alle optionalen Pakete zu selektieren oder deselektieren.
Kontextmenü für die Liste der Paketauswahl

Abbildung 9.55. Kontextmenü für die Liste der Paketauswahl

Nachdem Sie die gewünschten Pakete ausgewählt haben, klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren. Der Installer überprüft Ihre Auswahl und fügt falls nötig automatisch Pakete hinzu, die für die gewählte Software zusätzlich benötigt werden. Wenn Sie mit der Paketauswahl fertig sind, klicken Sie auf Schließen, um Ihre Auswahl der optionalen Pakete zu speichern und zum Hauptbildschirm der Paketauswahl zurückzukehren.
Die Pakete, die Sie auswählen, sind nicht permanent. Nachdem Sie Ihr System gestartet haben, nutzen Sie die Anwendung Software hinzufügen/entfernen, um entweder neue Software zu installieren oder installierte Pakete wieder zu entfernen. Starten Sie dieses Werkzeug vom Hauptmenü über AnwendungenSoftware hinzufügen/entfernen. Das Red Hat Enterprise Linux Software-Managementsystem verwendet nicht die Pakete auf den Installationsdatenträgern, sondern lädt die neuesten Pakete von Netzwerk-Servern herunter.

9.18.2.1. Grundlegende Netzwerkdienste

Alle Red Hat Enterprise Linux Installationen beinhalten die folgenden Netzwerkdienste:
  • zentralisierte Protokollierung via syslog
  • E-Mail via SMTP (Simple Mail Transfer Protocol)
  • Netzwerk-Filesharing via NFS (Network File System)
  • Zugriff von Remote aus via SSH (Secure SHell)
  • Resource-Advertising via mDNS (Multicast-DNS)
Die Standardinstallation bietet außerdem:
  • Netzwerk-Filesharing via HTTP (HyperText Transfer Protocol)
  • Drucken via CUPS (Common UNIX Printing System)
  • Remote-Desktop-Zugriff via VNC (Virtual Network Computing)
Einige automatisierte Prozesse auf Ihrem Red Hat Enterprise Linux System verwenden den E-Mail-Dienst, um Berichte und Benachrichtigungen an den Systemadministrator zu versenden. Standardmäßig akzeptieren E-Mail-, Protokollierungs- und Druck-Dienste keine Verbindungen von anderen Systemen. Red Hat Enterprise Linux installiert die Komponenten NFS-Sharing, HTTP und VNC, ohne diese Dienste zu aktivieren.
Sie können Ihr Red Hat Enterprise Linux System nach abgeschlossener Installation derart konfigurieren, dass Dienste für E-Mail, Filesharing, Protokollierung, Druck und Remote Desktop-Zugriff geboten werden. Der SSH-Dienst ist standardmäßig aktiviert. Sie können mit Hilfe von NFS auf andere Systeme zugreifen, ohne den NFS-Sharing-Dienst zu aktivieren.

9.19. Pakete installieren

Ab diesem Punkt müssen Sie nichts weiter tun, bis alle Pakete installiert sind. Die Dauer der Paketinstallation hängt von der Anzahl der von Ihnen gewählten Pakete und der Geschwindigkeit Ihres Computers ab.
Abhängig von den verfügbaren Ressourcen sehen Sie den folgenden Fortschrittsbalken, während der Installer Abhängigkeiten der von Ihnen für die Installation ausgewählten Pakete auflöst:
Installation beginnt

Abbildung 9.56. Installation beginnt

Red Hat Enterprise Linux zeigt den Verlauf der Installation auf dem Bildschirm an, während es die ausgewählten Pakete auf Ihr System schreibt.
Abgeschlossene Pakete

Abbildung 9.57. Abgeschlossene Pakete

Zu Ihrer Information steht nach dem Neustart Ihres Systems eine vollständige Protokolldatei Ihrer Installation unter /root/install.log zur Verfügung.
Nachdem die Installation abgeschlossen ist, klicken Sie auf Neustart, um Ihren Computer neu zu starten. Red Hat Enterprise Linux wirft jegliche CDs oder DVDs aus, bevor der Computer neu startet.

9.20. Installation abgeschlossen

Herzlichen Glückwunsch! Die Installation von Red Hat Enterprise Linux ist nun abgeschlossen!
Das Installationsprogramm wird Sie nun auffordern, Ihr System für einen Neustart vorzubereiten. Vergessen Sie nicht, alle Installationsmedien zu entfernen, falls diese nicht bereits automatisch ausgeworfen wurden.
Nachdem die normale Start-Sequenz Ihres Computers abgeschlossen ist, wird Red Hat Enterprise Linux geladen und gestartet. Standardmäßig wird der Startprozess hinter einem grafischen Bildschirm, der einen Fortschrittsbalken anzeigt, verborgen. Abschließend erscheint eine login:-Eingabeaufforderung oder ein GUI-Login-Bildschirm (falls Sie das X-Window-System installiert haben und X wahlweise automatisch gestartet wird).
Wenn Sie Ihr Red Hat Enterprise Linux System zum ersten Mal in Runlevel 5 (dem grafischen Runlevel) starten, erscheint das FirstBoot-Tool, das Sie durch die Red Hat Enterprise Linux Konfiguration führt. Mit diesem Tool können Sie Ihre Systemzeit und Ihr Systemdatum einstellen, Software installieren, Ihren Rechner beim Red Hat Network registrieren und vieles mehr. FirstBoot lässt Sie Ihre Umgebung zu Beginn konfigurieren, so dass Sie Ihr Red Hat Enterprise Linux System schnell benutzen können.
Kapitel 34, Firstboot wird Sie durch den Konfigurationsvorgang führen.


[2] Ein Root-Passwort ist das administrative Passwort für Ihr Red Hat Enterprise Linux System. Sie sollten sich nur dann als Root anmelden, wenn dies zur Systemwartung notwendig ist. Das Root-Benutzerkonto besitzt im Gegensatz zu einem normalen Benutzerkonto keinerlei Einschränkungen, so dass sich Änderungen, die als Root durchgeführt werden, auf das gesamte System auswirken können.
[3] Der Befehl fsck wird zur Überprüfung des Dateisystems auf Metadaten-Konsistenz und zur optionalen Wiederherstellung von einem oder mehreren Linux-Dateisystemen verwendet.

Kapitel 10. Suche und Beseitigung von Fehlern bei der Installation auf einem Intel- oder AMD-System

In diesem Abschnitt werden einige allgemeine Installationsprobleme, sowie entsprechende Lösungsvorschläge behandelt.
Zu Debugging-Zwecken protokolliert Anaconda Aktionen während der Installation in Dateien im /tmp-Verzeichnis. Diese Dateien umfassen:
/tmp/anaconda.log
allgemeine Anaconda-Meldungen
/tmp/program.log
alle externen, von Anaconda ausgeführten Programme
/tmp/storage.log
ausführliche Speicher-Modul-Informationen
/tmp/yum.log
yum Paket-Installationsmeldungen
/tmp/syslog
Hardware-bezogene Systemmeldungen
Falls die Installation scheitert, werden die Nachrichten dieser Dateien in /tmp/anaconda-tb-identifier zusammengefasst, wobei identifier ein zufälliger String ist.
Alle der oben aufgeführten Dateien befinden sich in der Ramdisk des Installers und sind daher unbeständig. Um eine permanente Kopie zu erstellen, kopieren Sie diese Dateien mit scp auf dem Installations-Image auf ein anderes System im Netzwerk (nicht umgekehrt).

10.1. Sie können Red Hat Enterprise Linux nicht booten

10.1.1. Haben Sie Probleme beim Booten mit Ihrer RAID-Karte?

Wenn Sie eine Installation durchgeführt haben und Ihr System nicht richtig booten können, müssen Sie wahrscheinlich Ihre Partitionen anders anlegen und neu installieren.
Einige BIOS-Systeme unterstützen das Booten von RAID-Karten nicht. Am Ende einer Installation könnten lediglich ein textbasierter Bildschirm, der den Bootloader-Eingabeaufforderung (z.B. GRUB:) anzeigt und ein blinkender Cursor erscheinen. In diesem Fall müssen Sie Ihr System neu partitionieren.
Unabhängig davon, ob Sie sich für die automatische oder manuelle Partitionierung entscheiden, müssen Sie Ihre /boot Partition außerhalb des RAID-Arrays installieren, wie beispielsweise auf einem separaten Laufwerk. Für das Anlegen von Partitionen mit problematischen RAID-Karten ist ein internes Laufwerk notwendig.
Ihren bevorzugten Bootloader (GRUB oder LILO) müssen Sie ebenfalls in den MBR eines Laufwerks installieren, welches sich außerhalb des RAID-Arrays befindet. Dies sollte dasselbe Laufwerk sein, welches die /boot-Partition beherbergt.
Nach diesen Änderungen sollten Sie Ihre Installation beenden und das System korrekt booten können.

10.1.2. Zeigt Ihr System Signal-11-Fehler an?

Ein Signal-11-Fehler, auch weitläufig als Schutzverletzung oder Segmentierungsfehler (segmentation fault) bekannt, bedeutet, dass das Programm versucht, auf eine Speicherstelle zuzugreifen, die nicht zugeordnet wurde. Ein Signal-11-Fehler ist möglicherweise auf einen Bug in einem der installierten Softwareprogramme oder fehlerhafte Hardware zurückzuführen.
Wenn während Ihrer Installation eine fatale Signal 11 Fehlermeldung erscheint, ist dies wahrscheinlich auf einen schwerwiegenden Hardwarefehler im Speicher oder im Systembus zurückzuführen. Wie andere Betriebssysteme stellt auch Red Hat Enterprise Linux eigene Anforderungen an Ihre Systemhardware. Es ist möglich, dass einige Hardwarekomponenten diese Anforderungen nicht erfüllen, auch wenn diese unter anderen Betriebssystemen ordnungsgemäß arbeiten.
Prüfen Sie, ob Sie die neuesten Installations-Updates und Images besitzen. Untersuchen Sie die Online-Errata auf neuere Versionen. Sollten auch die neuesten Images nicht zum Erfolg führen, kann dies auf einen Fehler in Ihrer Hardware zurückzuführen sein. Üblicherweise treten diese Fehler im Speicher oder im CPU-Cache auf. Indem Sie den CPU-Cache im BIOS ausschalten, können Sie diesen Fehler möglicherweise umgehen. Sie könnten auch Ihre Speichermodule in den verschiedenen Mainboard-Steckplätzen austauschen, um herauszufinden, ob der Fehler am Speicher oder am Steckplatz liegt.
Eine andere Möglichkeit ist, eine Überprüfung Ihrer Installations-DVD durchzuführen. Das Installationsprogramm Anaconda besitzt die Fähigkeit, die Intaktheit des Installationsmediums zu testen. Es funktioniert mit den Installationsmethoden via DVD, Festplatten-ISO und NFS-ISO. Red Hat empfiehlt, dass Sie sämtliche Installationsmedien testen, bevor Sie mit der Installation beginnen und bevor Sie Installations-bezogene Fehler melden (die Ursachen vieler dieser gemeldeten Bugs sind unsachgemäß gebrannte DVDs). Um diesen Test durchführen zu können, geben Sie folgenden Befehl an der boot: Prompt oder yaboot: Prompt ein:
	linux mediacheck
Weitere Informationen zu den Signal-11-Fehlern finden Sie unter:
	http://www.bitwizard.nl/sig11/

10.2. Probleme beim Starten der Installation

10.2.1. Probleme beim Booten in die grafische Installation

Es gibt einige Grafikkarten, die Probleme mit dem Booten in das grafische Installationsprogramm haben. Wenn es dem Installationsprogramm nicht gelingt, mit den Standardeinstellungen zu starten, wird es einen Modus mit niedrigerer Auflösung wählen. Sollte dies ebenfalls fehlschlagen, wechselt das Installationsprogramm in den Textmodus.
Eine mögliche Lösung besteht darin, während der Installation nur einen einfachen Grafiktreiber zu verwenden. Dies erreichen Sie durch Auswahl von Install system with basic video driver im Boot-Menü, oder indem Sie die Boot-Option xdriver=vesa an der Boot-Eingabeaufforderung verwenden. Alternativ können Sie das Installationsprogramm mit Hilfe der Boot-Option resolution= dazu zwingen, eine bestimmte Auflösung zu verwenden. Diese Option könnte vor allem für Laptop-Benutzer hilfreich sein. Eine weitere Lösung ist möglicherweise die Option driver=, um den für Ihre Grafikkarte zu ladenden Treiber zu bestimmen. Falls dies gelingt, sollte ein Fehlerbericht eingereicht werden, da es dem Installationsprogramm nicht gelungen ist, Ihre Grafikkarte automatisch zu erkennen. Siehe Kapitel 28, Boot-Optionen für weitere Informationen zu Boot-Optionen.

Anmerkung

Um den Framebuffer-Support zu deaktivieren und das Installationsprogramm im Textmodus auszuführen, probieren Sie die Bootoption nofb. Dieser Befehl ist unter Umständen nötig für den Zugang für einige Screen Reading Hardware.

10.3. Probleme während der Installation

10.3.1. No devices found to install Red Hat Enterprise Linux Fehlermeldung

Wenn Sie folgende Fehlermeldung No devices found to install Red Hat Enterprise Linux erhalten, liegt dies unter Umständen an einem SCSI-Controller, der vom Installationsprogramm nicht erkannt wird.
Überprüfen Sie als erstes die Website des Hardware-Herstellers, ob eine Treiberaktualisierung zur Lösung Ihres Problems existiert. Allgemeine Informationen zu Treiberaktualisierungen finden Sie unter Kapitel 6, Treiberaktualisierung während der Installation auf Intel- und AMD-Systemen.
Weitere Informationen finden Sie auch in der Red Hat Hardware-Kompatibilitätsliste unter:

10.3.2. Traceback-Meldungen speichern

Falls anaconda einen Fehler während des grafischen Installationsprozesses entdeckt, zeigt es Ihnen eine Dialogbox mit einem Bericht zum Absturz an:
Das Dialogfeld der Absturzmeldung

Abbildung 10.1. Das Dialogfeld der Absturzmeldung

Details
zeigt Ihnen die Einzelheiten des Fehlers:
Details des Absturzes

Abbildung 10.2. Details des Absturzes

Speichern
speichert Einzelheiten des Fehlers lokal oder entfernt:
Beenden
beendet den Installationsvorgang.
Falls Sie Speichern im Haupt-Dialog auswählen, können Sie aus den folgenden Optionen auswählen:
Reporting-Tool wählen

Abbildung 10.3. Reporting-Tool wählen

Logger
speichert Einzelheiten des Fehlers als Protokolldatei auf der lokalen Festplatte, an einem Speicherort Ihrer Wahl.
Red Hat Kunden-Support
reicht den Absturzbericht beim Kunden-Support ein für Hilfestellung.
Berichts-Uploader
lädt eine komprimierte Version des Absturzberichts nach Bugzilla hoch oder an eine URL Ihrer Wahl.
Bevor Sie den Bericht einreichen, klicken Sie auf Einstellungen, um ein Ziel festzulegen oder um Authentifikationsdetails anzugeben. Wählen Sie die Berichtsmethode, die Sie konfigurieren möchten, und klicken Sie auf Ereignis konfigurieren.
Konfigurieren der Berichts-Tool-Einstellungen

Abbildung 10.4. Konfigurieren der Berichts-Tool-Einstellungen

Logger
Legen Sie einen Pfad und einen Dateinamen für die Protokolldatei fest. Markieren Sie das Auswahlkästchen Anfügen, wenn Sie neue Inhalte an eine vorhandene Protokolldatei anfügen möchten.
Lokalen Pfad für Protokolldatei festlegen

Abbildung 10.5. Lokalen Pfad für Protokolldatei festlegen

Red Hat Kunden-Support
Geben Sie Ihren Red Hat Network Benutzernamen und Ihr Passwort an, damit der Bericht den Kunden-Support erreicht und Ihrem Account zugeordnet wird. Die URL ist bereits angegeben und die Option SSL prüfen ist standardmäßig ausgewählt.
Red Hat Network Authentifikationsdetails angeben

Abbildung 10.6. Red Hat Network Authentifikationsdetails angeben

Berichts-Uploader
Geben Sie eine URL an, um eine komprimierte Version des Absturzberichts hochzuladen.
URL zum Hochladen des Absturzberichts angeben

Abbildung 10.7. URL zum Hochladen des Absturzberichts angeben

Bugzilla
Geben Sie Ihren Bugzilla-Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um anhand des Absturzberichts einen Fehlerbericht in Red Hats System zur Nachverfolgung von Fehlerberichten einzureichen. Die URL ist bereits angegeben und die Option SSL prüfen ist standardmäßig ausgewählt.
Bugzilla Authentifikationsdetails angeben

Abbildung 10.8. Bugzilla Authentifikationsdetails angeben

Nachdem Sie Ihre Einstellungen vorgenommen haben, klicken Sie auf OK, um zum Dialog zur Berichtsauswahl zurückzukehren. Wählen Sie aus, wie Sie das Problem berichten möchten, und klicken Sie auf Weiter.
Berichten der Daten bestätigen

Abbildung 10.9. Berichten der Daten bestätigen

Sie können den Bericht nun anpassen, indem Sie das Häkchen bei den einzelnen Informationen setzen oder entfernen, die mit einbezogen oder ausgeschlossen werden sollen. Wenn Sie fertig sind, klicken Sie auf Anwenden.
Berichterstattung läuft

Abbildung 10.10. Berichterstattung läuft

Dieser Bildschirm zeigt das Ergebnis des Berichts, einschließlich etwaiger Fehler bei der Übertragung oder Speicherung des Protokolls. Klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren.
Berichterstattung abgeschlossen

Abbildung 10.11. Berichterstattung abgeschlossen

Die Berichterstattung ist nun abgeschlossen. Klicken Sie auf Weiter, um zum Dialog der Berichtsauswahl zurückzukehren. Sie können nun entweder weitere Fehler berichten, oder Sie können auf Schließen klicken, um das Reporting-Tool zu verlassen und anschließend auf Beenden, um den Installationsvorgang zu schließen.

10.3.3. Probleme mit Partitionstabellen

Wenn Sie nach der Installationsphase Einrichten der Festplattenpartitionen (Abschnitt 9.13, »Einstellen der Festplattenpartitionierung«) eine Fehlermeldung ähnlich der folgenden erhalten
Die Partitionstabelle auf dem Gerät hda war nicht lesbar. Um neue Partitionen zu erstellen, muss sie neu initialisiert werden, wodurch ALLE DATEN auf diesem Laufwerk verloren gehen.
ist eventuell keine Partitionstabelle auf dieser Festplatte vorhanden oder die Partitionstabelle auf dieser Festplatte kann nicht von der Partitionierungssoftware im Installationsprogramm erkannt werden.
Anwender, die Programme wie EZ-BIOS verwenden, haben ähnliche Probleme festgestellt, durch die ein Verlust von Daten (dadurch, dass wahrscheinlich kein Backup aller Daten vor Installationsbeginn durchgeführt wurde), die nicht wiederhergestellt werden konnten, aufgetreten ist.
Führen Sie immer vor jeder Art von Installation ein Backup aller bestehenden Daten auf Ihrem System durch.

10.3.4. Verbleibenden Platz verwenden

Sie haben eine swap und eine / (root-) Partition angelegt und die root-Partition zur Verwendung des verbleibenden Platzes ausgewählt. Allerdings füllt die root-Partition nicht die Festplatte.
Falls Ihre Festplatte aus mehr als 1024 Zylindern besteht, müssen Sie eine /boot Partition anlegen, wenn Sie möchten, dass die / (root-) Partition den gesamten verbleibenden Platz auf Ihrer Festplatte verwendet.

10.3.5. Andere Partitionierungsprobleme

Wenn Sie Partitionen manuell anlegen, aber nicht zum nächsten Bildschirm wechseln können, haben Sie vermutlich nicht alle Partitionen erstellt, die zum Fortfahren der Installation benötigt werden.
Sie müssen mindestens folgende Partitionen besitzen:
  • Eine / (root)-Partition
  • Eine <swap>-Partition vom Typ swap
Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.15.5, »Empfohlenes Partitionsschema« für weitere Informationen.

Anmerkung

Wenn Sie eine Partition als Swap definieren, dürfen Sie ihr keinen Einhängepunkt zuweisen. Anaconda übernimmt für Sie automatisch das Zuweisen des Einhängepunkts.

10.4. Probleme nach der Installation

10.4.1. Haben Sie Probleme mit dem grafischen GRUB-Bildschirm auf einem x86-basierten System?

Wenn Sie aus irgendeinem Grund Probleme mit GRUB haben, so müssen Sie eventuell den grafischen Boot-Bildschirm deaktivieren. Dazu müssen Sie als Root die Datei /boot/grub/grub.conf bearbeiten.
Kommentieren Sie dazu die Zeilen, die mit splashimage beginnen, in der Datei grub.conf aus, indem Sie das #-Zeichen an den Anfang dieser Zeilen setzen.
Drücken Sie die Eingabe-Taste, um den Bearbeitungsmodus zu verlassen.
Sobald Sie sich wieder im GRUB-Bildschirm befinden, geben Sie b ein, um das System zu booten.
Nachdem Sie neu gebootet haben, wird die Datei grub.conf neu gelesen und Ihre Änderungen werden wirksam.
Sie können den grafischen Boot-Bildschirm wieder aktivieren, indem Sie die oben genannte Zeile wieder in der Datei grub.conf hinzufügen und neu booten.

10.4.2. Booten in eine grafische Umgebung

Wenn Sie das X-Window-System installiert haben, aber nach Ihrer Anmeldung keine grafische Desktop-Umgebung erscheint, starten Sie die grafische Oberfläche des X-Window-Systems einfach mit dem Befehl startx.
Wenn Sie diesen Befehl eingeben und dann die Eingabe-Taste drücken, wird die grafische Desktop-Umgebung angezeigt.
Bitte beachten Sie jedoch, dass dies nur ein einmaliger Fix ist und sich der Log-In-Vorgang dadurch langfristig nicht ändert.
Um Ihr System so einzurichten, dass Sie sich in einer grafischen Oberfläche anmelden können, müssen Sie die Datei /etc/inittab bearbeiten, indem Sie nur eine einzige Zahl im Runlevel-Abschnitt ändern. Wenn Sie damit fertig sind, starten Sie Ihren Computer neu. Wenn Sie sich dann das nächste Mal anmelden, erhalten Sie eine grafische Oberfläche, um sich anzumelden.
Öffnen Sie nun eine Shell-Eingabeaufforderung. Wenn Sie mit Ihrem Benutzer-Account angemeldet sind, wechseln Sie mit Hilfe des su-Befehls zum Root-Benutzer.
Geben Sie nun Folgendes ein, um die Datei mit gedit zu bearbeiten.
	gedit /etc/inittab
Die Datei /etc/inittab wird daraufhin geöffnet. Innerhalb des ersten Bildschirms erscheint ein Abschnitt der Datei, der wie folgt aussieht:
# Default runlevel. The runlevels used are: 
#   0 - halt (Do NOT set initdefault to this) 
#   1 - Single user mode 
#   2 - Multiuser, without NFS (The same as 3, if you do not have networking) 
#   3 - Full multiuser mode 
#   4 - unused 
#   5 - X11 
#   6 - reboot (Do NOT set initdefault to this) 
#
id:3:initdefault:
Um von der Konsole auf ein grafisches Login umzuschalten, müssen Sie die Zahl in der Zeile id:3:initdefault: von 3 auf 5 ändern.

Warnung

Ändern Sie nur den Wert des Standard-Runlevels von 3 auf 5 um.
Die geänderte Zeile sollte wie folgt aussehen:
	 id:5:initdefault: 
Wenn Sie mit der Änderung zufrieden sind, speichern und schließen Sie die Datei, indem Sie Strg+Q drücken. Eine Nachricht erscheint mit der Frage, ob Sie die Änderungen speichern möchten. Klicken Sie auf Speichern.
Wenn Sie sich dann das nächste Mal anmelden, erhalten Sie eine grafische Oberfläche, um sich anzumelden.

10.4.3. Probleme mit dem X-Window-System (GUI)

Wenn Sie X nicht starten können, ist das möglicherweise darauf zurückzuführen, dass Sie das X-Window-System während der Installation nicht installiert haben.
Wenn Sie X verwenden möchten, können Sie entweder die Pakete vom Red Hat Enterprise Linux Installationsmedium installieren oder eine Aktualisierung durchführen.
Wenn Sie sich für eine Aktualisierung entscheiden, wählen Sie während der Aktualisierung die X-Window-System-Pakete aus, und wählen Sie GNOME, KDE oder beide während des Paketauswahl-Prozesses aus.
Weitere Informationen zur Installation einer Desktop-Umgebung finden Sie unter Abschnitt 35.3, »Zum grafischen Anmeldebildschirm wechseln«.

10.4.4. Probleme mit X-Server-Abstürzen und Nicht-Root-Benutzern

Wenn Sie Probleme mit X-Server-Abstürzen haben, sobald jemand sich anmeldet, dann ist höchstwahrscheinlich Ihr Dateisystem zu voll (oder Sie besitzen ungenügend Festplattenplatz).
Um sicherzugehen, dass dies das eigentliche Problem ist, führen Sie folgenden Befehl aus:
df -h
Der Befehl df hilft Ihnen bei der Diagnose, welche Partition voll ist. Für zusätzliche Informationen über df und eine Erläuterung der vorhandenen Optionen (wie z.B. die Option -h, wie in diesem Beispiel verwendet), gehen Sie zur Handbuchseite von df, indem Sie den Befehl man df eingeben.
Bei einer Belegung einer Partition von 100% oder bereits ab 90% oder 95% können Probleme auftreten. Die Partitionen /home/ und /tmp/ können sich manchmal ziemlich rasch mit Benutzerdateien auffüllen. Indem Sie alte Dateien entfernen, können Sie auf diesen Partition etwas Platz schaffen. Nachdem Sie dadurch wieder etwas Festplattenplatz gewonnen haben, versuchen Sie mit dem zuvor erfolglosen Benutzer, X erneut zu starten.

10.4.5. Probleme beim Anmelden

Wenn Sie auf den firstboot-Bildschirmen kein Benutzerkonto erstellt haben, wechseln Sie auf eine Konsole, indem Sie Strg+Alt+F2 drücken, melden Sie sich als Root-Benutzer an und geben Sie das Root-Passwort ein.
Wenn Sie sich nicht an Ihr Root-Passwort erinnern können, müssen Sie Ihr System durch Eingabe von linux single booten.
Wenn Sie ein x86-basiertes System verwenden und GRUB Ihr installierter Bootloader ist, geben Sie nach dem Laden des GRUB-Anmeldebildschirms zur Bearbeitung den Befehl e ein. Daraufhin erscheint in der Konfigurationsdatei eine Liste der Parameter für die von Ihnen ausgewählte Boot-Kennung.
Wählen Sie die Zeile, die mit kernel beginnt und geben Sie e ein, um diesen Booteintrag zu bearbeiten.
Fügen Sie am Ende der Zeile kernel Folgendes hinzu:
	single
Drücken Sie die Enter-Taste, um den Bearbeitungsmodus zu verlassen.
Sobald Sie sich wieder im GRUB-Bildschirm befinden, geben Sie b ein, um das System zu booten.
Nachdem Sie in den Einzelbenutzermodus gebootet haben und Zugriff auf die #-Eingabeaufforderung haben, müssen Sie den Befehl passwd root eingeben, mit dem Sie ein neues Passwort für Root eingeben können. Danach können Sie mit dem Befehl shutdown -r now Ihr System mit dem neuen Passwort erneut booten.
Wenn Sie sich nicht mehr an das Passwort Ihres Benutzer-Accounts erinnern können, müssen Sie sich als Root anmelden. Geben Sie zu diesem Zweck su - und Ihr Root-Passwort ein, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Geben Sie anschließend passwd <username> ein. Dadurch können Sie ein neues Passwort für den angegebenen Benutzer-Account eingeben.
Wird der grafische Anmeldebildschirm nicht angezeigt, sollten Sie Ihre Hardware auf Kompatibilitätsprobleme überprüfen. Die Hardware-Kompatibilitätsliste finden Sie unter:
	http://hardware.redhat.com/hcl/

10.4.6. Wurde Ihr RAM nicht erkannt?

Manchmal erkennt der Kernel nicht den kompletten Speicher (RAM). Sie können dies mit dem Befehl cat /proc/meminfo überprüfen.
Überprüfen Sie, ob die angezeigte Größe des RAM mit der tatsächlichen Größe des RAM in Ihrem System übereinstimmt. Ist dies nicht der Fall, fügen Sie folgende Zeile zur Datei /boot/grub/grub.conf hinzu:
mem=xxM
Ersetzen Sie xx durch die Größe des RAM in Megabyte.
In der Datei /boot/grub/grub.conf würde obiges Beispiel etwa wie folgt aussehen:
# NOTICE: You have a /boot partition. This means that 
#  all kernel paths are relative to /boot/ 
default=0 
timeout=30 
splashimage=(hd0,0)/grub/splash.xpm.gz 
 title Red Hat Enterprise Linux Client (2.6.32.130.el6.i686)
root (hd0,1)
kernel /vmlinuz-(2.6.32.130.el6.i686 ro root=UUID=04a07c13-e6bf-6d5a-b207-002689545705 mem=1024M
initrd /initrd-(2.6.32.130.el6.i686.img
Nach dem Neustart sind die an grub.conf vorgenommenen Änderungen in Ihrem System wirksam.
Nachdem Sie den GRUB Boot-Bildschirm geladen haben, geben Sie zum Bearbeiten e ein. Es erscheinen die Zeilen der Konfigurationsdatei für die Boot-Kennung, die Sie gewählt haben.
Wählen Sie die Zeile, die mit kernel beginnt, und geben Sie e zum Bearbeiten dieses Boot-Eintrags ein.
Fügen Sie am Ende der Zeile kernel Folgendes ein:
mem=xxM
wobei xx für die Größe des RAM in Ihrem System steht.
Drücken Sie die Enter-Taste, um den Bearbeitungsmodus zu verlassen.
Sobald Sie sich wieder im GRUB-Bildschirm befinden, geben Sie b ein, um das System zu booten.
Denken Sie daran, xx durch die Größe des RAM in Ihrem System zu ersetzen. Drücken Sie zum Booten die Eingabe-Taste.

10.4.7. Ihr Drucker funktioniert nicht

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie Ihren Drucker einstellen sollen oder wenn er nicht ordnungsgemäß arbeitet, versuchen Sie, die Anwendung Druckerkonfiguration zu verwenden.
Geben Sie an einer Shell-Eingabeaufforderung den Befehl system-config-printer ein, um das Tool zur Druckerkonfiguration zu starten. Wenn Sie nicht als Root angemeldet sind, werden Sie aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben, um fortfahren zu können.

10.4.8. Apache HTTP Server oder Sendmail reagieren beim Start nicht mehr

Falls Apache HTTP Server (httpd) oder Sendmail sbeim Start nicht reagieren, vergewissern Sie sich, dass die Datei /etc/hosts folgende Zeile enthält:
127.0.0.1  localhost.localdomain  localhost

Teil II. Installation und Booten der IBM POWER-Architektur

Das Red Hat Enterprise Linux Installationshandbuch für IBM POWER Systeme behandelt die Installation von Red Hat Enterprise Linux sowie einige grundlegende Informationen zur Suche und Beseitigung von Fehlern nach abgeschlossener Installation. Weitere Installationsoptionen finden Sie in Teil IV, »Erweiterte Installationsoptionen«.

Wichtig

Ältere Releases von Red Hat Enterprise Linux unterstützten 32-Bit und 64-Bit POWER-Architekturen (ppc und ppc64 entsprechend). Red Hat Enterprise Linux 6 unterstützt nur die 64-Bit POWER Architektur (ppc64).

Kapitel 11. Planen einer Installation auf der POWER-Architektur

11.1. Aktualisieren oder Installieren?

Informationen darüber, ob eine Aktualisierung oder eine Installation für Sie besser ist, finden Sie in Kapitel 37, Aktualisieren des vorhandenen Systems.

11.2. Vorbereitung für IBM eServer System p

Wichtig

Vergewissern Sie sich, dass der real-base Boot-Parameter auf c00000 gesetzt ist, andernfalls erhalten Sie gegebenenfalls Fehler wie z.B.:
DEFAULT CATCH!, exception-handler=fff00300
Das IBM eServer System p-System bietet viele Optionen für die Partitionierung, virtuelle oder installierte Geräte und Konsolen ein. Beide Versionen des Systems benutzen denselben Kernel und besitzen in Abhängigkeit von der Systemkonfiguration viele derselben Optionen.
Wenn Sie ein nicht-partitioniertes System verwenden, benötigen Sie keinerlei Einstellungen vor der Installation. Für Systeme, die die serielle HVSI-Konsole verwenden, sollten Sie Ihre Konsole an den seriellen Port T2 anschließen.
Wenn Sie ein partitioniertes System verwenden, sind die Schritte, um die Partitionierung durchzuführen und die Installation zu starten, weitgehend dieselben. Sie sollten eine Partition in der HMC anlegen und einige CPU- und Speicher-Ressourcen zuteilen sowie auch SCSI- und Ethernet-Ressourcen, welche entweder virtuell oder installiert sein können. Der HMC-Assistent zum Anlegen von Partitionen führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Vorgang.
Weitere Informationen zur Erstellung einer Partition finden Sie in IBMs Infocenter-Artikel Partitioning for Linux with an HMC unter http://publib.boulder.ibm.com/infocenter/powersys/v3r1m5/topic/iphbi_p5/iphbibook.pdf
Wenn Sie virtuelle statt installierter SCSI-Ressourcen benutzen, müssen Sie einen 'Link' zur Partition für virtuelles SCSI konfigurieren und dann die Partition selbst konfigurieren. Sie erzeugen einen 'Link' zwischen dem virtuellen SCSI-Client und Server-Slots unter Verwendung der HMC. Sie können einen virtuellen SCSI-Server entweder auf einem AIX oder i5/OS konfigurieren, abhängig vom Modell und den zur Verfügung stehenden Optionen.
Weitere Informationen über die Verwendung virtueller Geräte finden Sie im IBM Redbook Virtualizing an Infrastructure with System p and Linux unter: http://publib-b.boulder.ibm.com/abstracts/sg247499.html
Wenn Sie Ihr System einmal konfiguriert haben, müssen Sie es von der HMC aus aktivieren oder einschalten. Abhängig von der Art der Installation, müssen Sie eventuell SMS konfigurieren, um das System richtig in das Installationsprogramm zu booten.

11.3. RAID und andere Datenträgerlaufwerke

Wichtig

Red Hat Enterprise Linux 6 verwendet mdraid anstelle von dmraid zur Installation auf Intel BIOS RAID-Sets. Diese Sets werden automatisch erkannt und Geräte mit Intel-ISW-Metadaten werden als mdraid anstatt dmraid erkannt. Beachten Sie bitte, dass die Geräte-Knoten-Namen von einem beliebigen Gerät unter mdraid sich von dem Geräte-Knoten-Namen unter dmraid unterscheidet. Aus diesem Grund sind spezielle Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, wenn Sie Systeme mit Intel BIOS RAID-Sets migrieren.
Lokale Modifikationen an /etc/fstab, /etc/crypttab oder an anderen Konfigurationsdateien, die auf Namen von Geräteknoten verweisen, funktionieren in Red Hat Enterprise Linux 6 nicht. Bevor Sie diese Dateien migrieren, müssen Sie sie derart bearbeiten, dass diese anhand der UUID anstelle des Geräteknotenpfads auf die Geräte verweisen. Mit Hilfe des blkid-Befehls können Sie die UUIDs der Geräte auf Ihrem System herausfinden.

11.3.1. Hardware-RAID

RAID, oder Redundant Array of Independent Disks, ermöglicht einem Verbund oder einem Array von Laufwerken, wie ein einzelnes Gerät zu agieren. Konfigurieren Sie alle vom Mainboard Ihres Computers oder angehängten Controller-Karten zur Verfügung gestellten RAID-Funktionen, bevor Sie mit dem Installationsprozess beginnen. Jedes aktive RAID-Array erscheint als ein Laufwerk innerhalb von Red Hat Enterprise Linux.
Auf Systemen mit mehr als einer Festplatte können Sie Red Hat Enterprise Linux so konfigurieren, dass mehrere dieser Festplatten als ein Linux-RAID-Verbund gehandhabt werden, ohne dass zusätzliche Hardware nötig wäre.

11.3.2. Software-RAID

Mit Hilfe des Red Hat Enterprise Linux Installationsprogramms können Sie Linux Software-RAID-Arrays erstellen, bei denen die RAID-Funktionen vom Betriebssystem, anstatt dedizierter Hardware kontrolliert werden. Diese Funktionen werden im Detail unter Abschnitt 16.17, »Ein maßgeschneidertes Layout erstellen oder das Standard-Layout modifizieren« erklärt.

11.3.3. FireWire- und USB-Platten

Einige FireWire- und USB-Festplatten werden unter Umständen nicht vom Red Hat Enterprise Linux Installationsystem erkannt. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, diese Festplatten zum Zeitpunkt der Installation zu konfigurieren, dann sollten Sie diese vom System trennen, um Verwirrung zu vermeiden.

Anmerkung

Sie können externe FireWire- und USB-Festplatten anschließen und konfigurieren, sobald die Installation abgeschlossen ist. Die meisten dieser Geräte werden vom Kernel erkannt und sind dann bereit zum Einsatz.

11.4. Verfügen Sie über genügend Platz auf der Festplatte?

Fast jedes moderne Betriebssystem (OS) verwendet Festplattenpartitionen und Red Hat Enterprise Linux bildet da keine Ausnahme. Bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux werden Sie mit Partitionen arbeiten müssen. Falls Sie noch nie zuvor mit Festplattenpartitionen gearbeitet haben (oder einen kurzen Überblick über die Grundfunktionen benötigen), werfen Sie einen Blick auf Anhang A, Eine Einführung in Festplattenpartitionen, bevor Sie fortfahren.
Der Platz auf der Festplatte, der von Red Hat Enterprise Linux verwendet wird, muss separat von dem sein, der von anderen Betriebssystemen, die Sie möglicherweise auf Ihrem Rechner installiert haben, belegt wird.
Bevor Sie mit dem Installationsvorgang beginnen, muss folgende Bedingung erfüllt sein:
  • es muss genug unpartitionierter[5] Festplattenplatz für die Installation von Red Hat Enterprise Linux vorhanden sein, oder
  • es muss eine oder mehrere Partitionen vorhanden sein, die gelöscht werden können, um auf diese Weise Platz für die Installation von Red Hat Enterprise Linux zu schaffen.
Um ein besseres Gespür dafür zu bekommen, wie viel Platz Sie tatsächlich benötigen, orientieren Sie sich an den empfohlenen Partitionsgrößen, die in Abschnitt 16.17.5, »Empfohlenes Partitionsschema« behandelt werden.

11.5. Wählen Sie eine Boot-Methode

Für die Installation von einer DVD ist es erforderlich, dass Sie ein Red Hat Enterprise Linux Produkt erworben haben, im Besitz einer Red Hat Enterprise Linux 6 DVD sind und über ein DVD-Laufwerk in Ihrem System verfügen, dass Booten von DVD unterstützt. Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 2, Erstellung von Medien für Anweisungen zur Erstellung einer Installations-DVD.
Neben dem Booten von einer Installations-DVD können Sie auch Minimale Boot-Medien in Form einer bootbaren CD zum Booten des Red Hat Enterprise Linux Installationsprogramms verwenden. Nachdem Sie das System mit einer Boot-CD gebootet haben, können Sie die Installation von einer anderen Installationsquelle aus abschließen, wie einer lokalen Festplatte oder einer Quelle in einem Netzwerk. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 2.2, »Erstellung von minimalen Boot-Medien« für Anweisungen zur Erstellung von Boot-CDs.


[5] Unpartitionierter Festplattenplatz , d.h. Festplattenplatz auf den Festplatten, auf denen Sie installieren, der noch nicht in einzelne Abschnitte aufgeteilt wurde. Wenn Sie eine Festplatte partitionieren, ist jede Partition als ein separates Festplattenlaufwerk anzusehen.

Kapitel 12. Vorbereitung für die Installation

12.1. Vorbereitung einer Netzwerkinstallation

Wichtig

Das Initialisieren des eHEA-Moduls scheitert, wenn einem System oder einer Partition 16 GB Huge-Pages zugewiesen werden und die Kernel-Kommandozeile keine Huge-Page-Parameter enthält. Falls Sie daher eine Netzwerkinstallation via IBM eHEA Ethernet-Adapter durchführen, können Sie während der Installation keine Huge-Pages zum System oder zur Partition hinzufügen. Große Pages sollten funktionieren.

Anmerkung

Stellen Sie sicher, dass keine Installations-DVD (oder irgendeine andere Art von DVD oder CD) im Laufwerk Ihrer Hosting Partition ist, wenn Sie eine Netzwerk-basierte Installation durchführen möchten. Eine DVD oder CD im Laufwerk kann zu unerwarteten Fehlern führen.
Stellen Sie sicher, dass Sie über ein Boot-Medium auf CD, DVD oder einem USB-Speichergerät, wie z.B. einem Flash-Laufwerk, verfügen.
Das Red Hat Enterprise Linux-Installationsmedium muss entweder für eine Netzwerk-Installation (via NFS, FTP, HTTP oder HTTPS) oder eine Installation von lokalem Speicher zur Verfügung stehen. Halten Sie sich an folgende Schritte, wenn Sie eine NFS-, FTP-, HTTP- oder HTTPS-Installation durchführen.
Der für die Installation über das Netzwerk zu verwendende NFS-, FTP-, HTTP- oder HTTPS-Server muss ein separater Rechner sein, der den gesamten Inhalt der Installations-DVD-ROM zur Verfügung stellen kann.

Anmerkung

anaconda ist dazu in der Lage, die Integrität des Installationsmediums zu testen. Dies funktioniert bei DVD-, Festplatten-, ISO- und NFS-ISO-Installationsmethoden. Red Hat empfiehlt, dass sämtliche Installationsmedien vor dem Start des eigentlichen Installationsprozesses und vor dem Einreichen installationsbezogener Fehlerberichte (viele der gemeldeten Fehler resultieren aus unsachgemäß gebrannten DVDs) überprüft werden. Um diesen Test durchzuführen, geben Sie folgenden Befehl an der yaboot:-Eingabeaufforderung ein:
	linux mediacheck

Anmerkung

Das öffentliche Verzeichnis, das für den Zugriff auf die Installationsdateien via FTP, NFS, HTTP oder HTTPS verwendet wird, verweist auf lokalen Speicher auf dem Netzwerk-Server. Beispielsweise kann auf das lokale Verzeichnis /var/www/inst/rhel6 auf dem Netzwerk-Server via http://network.server.com/inst/rhel6 zugegriffen werden.
In den folgenden Beispielen wird das Verzeichnis auf dem Installation-Staging-Server, der die Installationsdateien enthält, als /location/of/disk/space angegeben. Das Verzeichnis, das als öffentlich verfügbares Verzeichnis via FTP, NFS, HTTP oder HTTPS freigegeben wird, wird als /publicly_available_directory angegeben. /location/of/disk/space kann beispielsweise ein Verzeichnis mit der Bezeichnung /var/isos sein. /publicly_available_directory kann beispielsweise /var/www/html/rhel6 für eine Installation via HTTP sein.
Nachfolgend benötigen Sie ein ISO-Image. Ein ISO-Image ist eine Datei, die eine exakte Kopie des Inhalts einer DVD umfasst. Verwenden Sie den folgenden Befehl, um ein ISO-Image aus einer DVD zu erstellen:
dd if=/dev/dvd of=/path_to_image/name_of_image.iso
wobei dvd Ihr DVD-Laufwerk, name_of_image der Name der entstehenden ISO-Imagedatei, und path_to_image der Pfad zum Speicherort in Ihrem System ist, an dem das entstehende ISO-Image gespeichert wird.
Um die Dateien einer Installations-DVD auf eine Linux-Instanz zu kopieren, die als Installations-Staging-Server agiert, fahren Sie entweder mit Abschnitt 12.1.1, »Vorbereitung einer FTP-, HTTP- oder HTTPS-Installation« oder Abschnitt 12.1.2, »Vorbereitung einer NFS-Installation« fort.

12.1.1. Vorbereitung einer FTP-, HTTP- oder HTTPS-Installation

Extrahieren Sie die Dateien aus dem ISO-Image der Installations-DVD und platzieren Sie sie in einem Verzeichnis, das via FTP, HTTP oder HTTPS freigegeben ist.
Stellen Sie als Nächstes sicher, dass dieses Verzeichnis via FTP, HTTP oder HTTPS freigegeben ist und überprüfen Sie den Client-Zugang. Testen Sie, ob vom Server selbst auf das Verzeichnis zugegriffen werden kann und anschließend von anderen Maschinen im selben Subnet, in dem Sie installieren.

12.1.2. Vorbereitung einer NFS-Installation

Für NFS-Installationen ist es nicht notwendig, alle Dateien aus der ISO-Datei zu extrahieren. Es ist ausreichend, das ISO-Image, die Datei install.img selbst, und optional die Datei product.img über den Netzwerk-Server via NFS zur Verfügung zu stellen.
  1. Übertragen Sie das ISO-Image auf das via NFS exportierte Verzeichnis. Führen Sie Folgendes auf einem Linux-System aus:
    mv /path_to_image/name_of_image.iso /publicly_available_directory/
    wobei path_to_image der Pfad zur ISO-Imagedatei, name_of_image der Name der ISO-Imagedatei und publicly_available_directory ein Verzeichnis ist, das entweder über NFS verfügbar ist oder das Sie über NFS verfügbar machen werden.
  2. Verwenden Sie ein Programm für SHA256-Prüfsummen zur Überprüfung der Integrität des von Ihnen kopierten ISO-Images. Es stehen viele SHA256-Prüfsummenprogramme für diverse Betriebssysteme zur Verfügung. Führen Sie Folgendes auf einem Linux-System aus:
    $ sha256sum name_of_image.iso
    wobei name_of_image der Name der ISO-Image-Datei ist. Das SHA256-Prüfsummenprogramm zeigt einen String mit 64 Zeichen, Hash genannt, an. Vergleichen Sie diesen Hash mit dem für dieses spezielle Image angezeigte Hash auf der Seite Software herunterladen im Red Hat Network (siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen). Die beiden Hashes sollten identisch sein.
  3. Kopieren Sie das images/-Verzeichnis auf der ISO-Datei in ein Verzeichnis, in dem Sie die ISO-Imagedatei selbst gespeichert haben. Geben Sie die folgenden Befehle ein:
    mount -t iso9660 /path_to_image/name_of_image.iso /mount_point -o loop,ro
    cp -pr /mount_point/images /publicly_available_directory/
    umount /mount_point
    wobei path_to_image der Pfad zur ISO-Imagedatei, name_of_image der Name der ISO-Imagedatei und mount_point ein Einhängepunkt ist, an dem das Image eingehängt wird, während Sie Dateien vom Image kopieren. Zum Beispiel:
    mount -t iso9660 /var/isos/RHEL6.iso /mnt/tmp -o loop,ro
    cp -pr /mnt/tmp/images /var/isos/
    umount /mnt/tmp
    Die ISO-Imagedatei und ein images/-Verzeichnis sind jetzt nebeneinander im selben Verzeichnis vorhanden.
  4. Stellen Sie sicher, dass das Verzeichnis images/ mindestens die Datei install.img enthält. Ohne diese Datei kann die Installation nicht fortgesetzt werden. Optional sollte das images/-Verzeichnis die Datei product.img enthalten, ohne die nur die Pakete für eine Minimale-Installation während der Auswahlphase der Paketgruppen zur Verfügung stehen (siehe Abschnitt 16.19, »Auswahl der Paketgruppe«).

    Wichtig

    install.img und product.img müssen die einzigen Dateien im images/-Verzeichnis sein.
  5. Vergewissern Sie sich, dass ein Eintrag für das öffentlich verfügbare Verzeichnis in der /etc/exports-Datei am Netzwerkserver existiert, so dass das Verzeichnis via NFS verfügbar ist.
    Um ein Verzeichnis schreibgeschützt für ein spezielles System zu exportieren, verwenden Sie:
    /publicly_available_directory client.ip.address (ro)
    Um ein Verzeichnis schreibgeschützt für alle Systeme zu exportieren, verwenden Sie:
    /publicly_available_directory * (ro)
  6. Starten Sie auf dem Netzwerk-Server den NFS-Daemon (verwenden Sie /sbin/service nfs start auf einem Red Hat Enterprise Linux-System). Falls NFS bereits läuft, laden Sie die Konfigurationsdatei erneut (verwenden Sie /sbin/service nfs reload auf einem Red Hat Enterprise Linux-System).
  7. Testen Sie die NFS-Freigaben, indem Sie die Anweisungen im Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch folgen. Werfen Sie einen Blick auf Ihre NFS-Dokumentation für Details zum Starten und Stoppen des NFS-Servers.

Anmerkung

anaconda ist dazu in der Lage, die Integrität der Installationsmedien zu testen. Dies funktioniert bei DVD-, Festplatten-, ISO- und NFS-ISO-Installationsmethoden. Es wird empfohlen, dass sämtliche Installationsmedien vor dem Start des eigentlichen Installationsprozesses und vor dem Einreichen installationsbezogener Fehlerberichte (viele der gemeldeten Fehler resultieren aus unsachgemäß gebrannten DVDs) überprüft werden. Um diesen Test durchzuführen, geben Sie folgenden Befehl an der boot:-Eingabeaufforderung ein:
linux mediacheck

12.2. Vorbereitung einer Installation von Festplatte

Anmerkung

Installationen von Festplatten funktionieren lediglich mit ext2-, ext3-, ext4- oder FAT-Dateisystemen. Sie können keine Festplatten, die mit anderen Dateisystemen formatiert sind, als Installationsquelle für Red Hat Enterprise Linux verwenden.
Um das Dateisystem auf einer Festplattenpartition auf einem Windows Betriebssystem zu überprüfen, verwenden Sie das Werkzeug zur Plattenverwaltung. Um das Dateisystem auf einer Festplattenpartition auf einem Linux-Betriebssystem zu überprüfen, verwenden Sie das fdisk-Werkzeug.

Wichtig

Sie können ISO-Dateien nicht auf Partitionen verwenden, die per LVM (Logical Volume Management) verwaltet werden.
Verwenden Sie diese Option, um Red Hat Enterprise Linux auf Systemen ohne DVD-Laufwerk oder Netzwerkverbindung zu installieren.
Installationen von Festplatten verwenden die folgenden Dateien:
  • ein ISO-Image der Installations-DVD. Ein ISO-Image ist eine Datei, die eine exakte Kopie des Inhalts einer DVD enthält.
  • eine aus dem ISO-Image extrahierte install.img-Datei.
  • optional eine aus dem ISO-Image extrahierte product.img-Datei.
Mit diesen auf der Festplatte vorhandenen Dateien können Sie Festplatte als die Installationsquelle beim Booten des Installationsprogramms auswählen (siehe Abschnitt 15.3, »Installationsmethode«).
Stellen Sie sicher, dass Sie über ein Boot-Medium auf CD, DVD oder einem USB-Speichergerät, wie z.B. einem Flash-Laufwerk, verfügen.
Führen Sie die folgenden Schritte aus, um eine Festplatte als Installationsquelle einzurichten:
  1. Besorgen Sie sich ein ISO-Image der Red Hat Enterprise Linux Installations-DVD (siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen). Alternativ, falls Sie über die DVD als physisches Medium verfügen, können Sie auf einem Linux-System ein Image mit dem folgenden Befehl erstellen:
    dd if=/dev/dvd of=/path_to_image/name_of_image.iso
    wobei dvd Ihr DVD-Laufwerk, name_of_image der Name der entstehenden ISO-Imagedatei, und path_to_image der Pfad zum Speicherort in Ihrem System ist, an dem das entstehende ISO-Image gespeichert wird.
  2. Übertragen Sie das ISO-Image auf die Festplatte.
    Das ISO-Image muss sich auf einer Festplatte befinden, die sich entweder intern im Computer, auf dem Sie Red Hat Enterprise Linux installieren, befindet, oder auf einer Festplatte, die mit dem Computer via USB verbunden ist.
  3. Verwenden Sie ein Programm für SHA256-Prüfsummen zur Überprüfung der Integrität des von Ihnen kopierten ISO-Images. Es stehen viele SHA256-Prüfsummenprogramme für diverse Betriebssysteme zur Verfügung. Führen Sie Folgendes auf einem Linux-System aus:
    $ sha256sum name_of_image.iso
    wobei name_of_image der Name der ISO-Image-Datei ist. Das SHA256-Prüfsummenprogramm zeigt einen String mit 64 Zeichen, Hash genannt, an. Vergleichen Sie diesen Hash mit dem für dieses spezielle Image angezeigte Hash auf der Seite Software herunterladen im Red Hat Network (siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen). Die beiden Hashes sollten identisch sein.
  4. Kopieren Sie das images/-Verzeichnis auf der ISO-Datei in ein Verzeichnis, in dem Sie die ISO-Imagedatei selbst gespeichert haben. Geben Sie die folgenden Befehle ein:
    mount -t iso9660 /path_to_image/name_of_image.iso /mount_point -o loop,ro
    cp -pr /mount_point/images /publicly_available_directory/
    umount /mount_point
    wobei path_to_image der Pfad zur ISO-Imagedatei, name_of_image der Name der ISO-Imagedatei und mount_point ein Einhängepunkt ist, an dem das Image eingehängt wird, während Sie Dateien vom Image kopieren. Zum Beispiel:
    mount -t iso9660 /var/isos/RHEL6.iso /mnt/tmp -o loop,ro
    cp -pr /mnt/tmp/images /var/isos/
    umount /mnt/tmp
    Die ISO-Imagedatei und ein images/-Verzeichnis sind jetzt nebeneinander im selben Verzeichnis vorhanden.
  5. Stellen Sie sicher, dass das Verzeichnis images/ mindestens die Datei install.img enthält. Ohne diese Datei kann die Installation nicht fortgesetzt werden. Optional sollte das images/-Verzeichnis die Datei product.img enthalten, ohne die nur die Pakete für eine Minimale-Installation während der Auswahlphase der Paketgruppen zur Verfügung stehen (siehe Abschnitt 9.18, »Auswahl der Paketgruppe«).

    Wichtig

    install.img und product.img müssen die einzigen Dateien im images/-Verzeichnis sein.

Anmerkung

anaconda ist dazu in der Lage, die Integrität der Installationsmedien zu testen. Dies funktioniert bei DVD-, Festplatten-, ISO- und NFS-ISO-Installationsmethoden. Es wird empfohlen, dass sämtliche Installationsmedien vor dem Start des eigentlichen Installationsprozesses und vor dem Einreichen installationsbezogener Fehlerberichte (viele der gemeldeten Fehler resultieren aus unsachgemäß gebrannten DVDs) überprüft werden. Um diesen Test durchzuführen, geben Sie folgenden Befehl an der boot:-Eingabeaufforderung ein:
linux mediacheck

Kapitel 13. Treiberaktualisierung während der Installation auf IBM POWER-Systemen

In den meisten Fällen umfasst Red Hat Enterprise Linux bereits Treiber für die Geräte, aus denen Ihr System besteht. Falls Ihr System jedoch Hardware besitzt, die erst vor sehr kurzer Zeit veröffentlicht wurde, sind Treiber für diese Hardware möglicherweise noch nicht enthalten. Manchmal steht eine Treiberaktualisierung zur Unterstützung eines neuen Geräts ggf. bei Red Hat oder Ihrem Hardware-Anbieter als Treiberdatenträger, der RPM-Pakete enthält, zur Verfügung. Üblicherweise steht der Treiberdatenträger als ISO-Image-Datei als Download zur Verfügung.
Oft benötigen Sie die neue Hardware während des Installationsprozesses nicht. Falls Sie beispielsweise eine DVD zur Installation auf einer lokalen Festplatte verwenden, ist die Installation auch dann erfolgreich, wenn Treiber für Ihre Netzwerkkarte fehlen. Schließen Sie die Installation in solchen Situationen ab und fügen Sie Hardware-Unterstützung für das entsprechende Gerät nachträglich hinzu — Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 35.1.1, »rpm-Pakete zur Treiberaktualisierung« für Details zum Hinzufügen dieser Unterstützung.
In anderen Situationen möchten Sie ggf. einen Treiber für ein Gerät während des Installationsprozesses hinzufügen, um eine bestimmte Konfiguration zu unterstützen. So möchten Sie beispielsweise Treiber für ein Netzwerkgerät oder eine Speicher-Adapter-Karte installieren, um dem Installationsprogramm Zugriff auf die Speichergeräte, die Ihr System verwendet, zu ermöglichen. Sie können einen Treiber-Datenträger verwenden, um diese Unterstützung hinzuzufügen. Hierfür steht Ihnen eine der drei nachfolgenden Möglichkeiten zur Auswahl:
  1. Platzieren Sie das ISO-Image an einem Speicherort, auf den der Installer zugreifen kann:
    1. auf einer lokalen Festplatte
    2. einem USB-Flash-Laufwerk
  2. Erstellen Sie einen Treiber-Datenträger, indem Sie das Image entpacken auf:
    1. eine CD
    2. eine DVD
    Werfen Sie einen Blick in die Anweisungen zur Erstellung von Installationsdatenträgern in Abschnitt 2.1, »Erstellen einer Installations-DVD« für weitere Informationen zum Brennen von ISO-Image-Dateien auf CD oder DVD.
  3. Erstellen Sie eine initiale RAM-Disk-Aktualisierung des Images und speichern sie diese auf einem PXE-Server. Dies ist ein fortgeschrittenes Verfahren, das Sie nur dann in Erwägung ziehen sollten, wenn alle anderen Methoden zur Treiberaktualisierung fehlschlagen.
Falls Sie Red Hat, Ihr Hardware-Anbieter oder ein vertrauenswürdiger Drittanbieter darüber informiert, dass eine Treiberaktualisierung während des Installationsprozesses erforderlich ist, wählen Sie eine der Methoden zur Bereitstellung der Aktualisierung aus der Liste der in diesem Kapitel beschriebenen Methoden und testen diese, bevor Sie mit der Installation beginnen. Führen Sie im Gegenzug keine Treiberaktualisierung während der Installation durch, wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, dass Ihr System diese benötigt. Auch wenn die Installation einer nicht benötigten Treiberaktualisierung keinen Schaden anrichtet, kann das Vorhandensein eines nicht für dieses System gedachten Treibers den Support erschweren.

13.1. Einschränkungen von Treiberaktualisierungen während der Installation

Es gibt jedoch bedauerlicherweise einige Situationen, in denen Sie keinen Datenträger zur Treiberaktualisierung während der Installation verwenden können:
Die Geräte werden bereits verwendet
Sie können mit Hilfe einer Treiberaktualisierung keine Treiber ersetzen, die bereits vom Installationsprogramm geladen wurden. Stattdessen müssen Sie die Installation mit den vom Installationsprogramm geladenen Treibern abschließen und nach der Installation auf die neuen Treiber aktualisieren. Falls Sie die neuen Treiber für den Installationsvorgang benötigen, sollten Sie erwägen, eine initiale RAM-Disk-Treiberaktualisierung durchzuführen — siehe Abschnitt 13.2.3, »Vorbereitung einer initialen RAM-Disk-Aktualisierung«.
Es stehen Geräte mit einem entsprechenden Gerät zur Verfügung
Da alle Geräte desselben Typs zusammen initialisiert werden, können Sie keine Treiber für ein Gerät aktualisieren, wenn das Installationsprogramm bereits Treiber für ein ähnliches Gerät geladen hat. Nehmen wir beispielsweise ein System mit zwei verschiedenen Netzwerkadaptern, für einen davon steht eine Treiberaktualisierung zur Verfügung. Das Installationsprogramm wird beide Adapter zur selben Zeit initialisieren, weshalb Sie diese Treiberaktualisierung nicht nutzen können. Schließen Sie die Installation mit den Treibern, die vom Installationsprogramm geladen wurden, ab und aktualisieren Sie nach der Installation auf die neuen Treiber, oder führen Sie eine initiale RAM-Disk-Treiberaktualisierung durch.

13.2. Vorbereitung einer Treiberaktualisierung während der Installation

Falls eine Treiberaktualisierung notwendig ist und für Ihre Hardware zur Verfügung steht, stellt Red Hat oder ein vertrauenswürdiger Drittanbieter wie z.B. der Hardware-Anbieter diesen Treiber in Form eines Images im ISO-Format zur Verfügung. Einige Methoden zur Durchführung einer Treiberaktualisierung erfordern das Bereitstellen dieses Images für das Installationsprogramm. Bei anderen Methoden müssen Sie das Image verwenden, um einen Datenträger zur Treiberaktualisierung zu erstellen, und in einem Fall müssen Sie eine Aktualisierung via anfänglicher RAM-Disk vorbereiten:
Methoden, die das Image selbst verwenden
  • lokale Festplatte
  • USB-Flash-Laufwerk
Methoden, die einen Datenträger zur Treiberaktualisierung, erzeugt von einer Image-Datei, verwenden
  • CD
  • DVD
Methoden, die eine initiale RAM-Disk-Aktualisierung verwenden
  • PXE
Wählen Sie eine Methode zum Bereitstellen der Treiberaktualisierung und werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 13.2.1, »Vorbereitung des Einsatzes eines Images zur Treiberaktualisierung«, Abschnitt 13.2.2, »Vorbereiten eines Treiber-Datenträgers« oder Abschnitt 13.2.3, »Vorbereitung einer initialen RAM-Disk-Aktualisierung«. Beachten Sie, dass Sie ein USB-Speichergerät entweder als Datenträger zur Treiberaktualisierung oder zum Bereitstellen eines Images verwenden können.

13.2.1. Vorbereitung des Einsatzes eines Images zur Treiberaktualisierung

13.2.1.1. Vorbereitung der Verwendung eines Images auf einem lokalen Speichermedium

Um das ISO-Image auf einem lokalen Speichergerät, wie einer Festplatte oder einem USB-Flash-Laufwerk zur Verfügung zu stellen, kopieren Sie das ISO-Image einfach auf das Speichergerät. Falls Sie es für hilfreich erachten, können Sie diese Datei umbenennen. Sie dürfen allerdings nicht die Dateinamenerweiterung ändern. Diese muss weiterhin .iso lauten. Im folgenden Beispiel wird die Datei in dd.iso umbenannt:
Inhalt eines USB-Flash-Laufwerks, das ein Image zur Treiberaktualisierung enthält

Abbildung 13.1. Inhalt eines USB-Flash-Laufwerks, das ein Image zur Treiberaktualisierung enthält

Falls Sie diese Methode verwenden, beachten Sie bitte, dass das Speichergerät lediglich eine einzelne Datei enthält. Dies unterscheidet sich von Datenträgern zur Treiberaktualisierung auf Formaten wie CD und DVD, welche viele Dateien enthalten. Die ISO-Image-Datei enthält alle die Dateien, die sich normalerweise auf einem Datenträger mit Treibern befinden.
Wenn Sie die Dateisystemkennung des Geräts auf OEMDRV ändern, wird das Installationsprogramm das Gerät automatisch untersuchen und jegliche vorgefundene Treiberaktualisierungen laden. Dieses Verhalten wird von der Boot-Option dlabel=on gesteuert und ist standardmäßig aktiviert. Siehe auch Abschnitt 13.3.1, »Installationsprogramm automatisch auf Datenträger zur Treiberaktualisierung prüfen lassen«.

13.2.2. Vorbereiten eines Treiber-Datenträgers

Sie können einen Datenträger für ein Treiber-Update auf CD oder DVD erstellen.

13.2.2.1. Erstellen eines Datenträgers zur Treiberaktualisierung auf CD oder DVD

Wichtig

Der CD/DVD-Ersteller ist Teil des GNOME-Desktops. Falls Sie einen anderen Linux-Desktop nutzen oder gar ein anderes Betriebssystem, brauchen Sie eine andere Software, mit der Sie die CD oder DVD erstellen können. Die Schritte sind im Allgemeinen ähnlich.
Vergewissern Sie sich, dass die von Ihnen gewählte Software dazu in der Lage ist, CDs oder DVDs von Images zu erstellen. Das ist zwar bei den meisten CD- und DVD-Brennprogrammen der Fall, doch es gibt Ausnahmen. Suchen Sie nach einer Schaltfläche oder einem Menüpunkt namens Von Image brennen oder ähnlich. Falls Ihre Software nicht über diese Funktion verfügt, oder Sie diese Funktion nicht anwenden, wird der entstandene Datenträger nur das Image selbst enthalten und nicht die Inhalte des Image.
  1. Verwenden Sie den Desktop-Dateimanager, um die ISO-Image-Datei des Treiber-Datenträgers zu finden, die von Red Hat oder Ihrem Hardware-Anbieter bereitgestellt wurde.
    Eine typische .iso-Datei, die im Fenster des Dateimanagers angezeigt wird

    Abbildung 13.2. Eine typische .iso-Datei, die im Fenster des Dateimanagers angezeigt wird

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf diese Datei und wählen Auf CD/DVD schreiben. Ein Fenster ähnlich dem folgenden wird angezeigt:
    CD/DVD-Ersteller 'Auf CD/DVD schreiben' Dialog

    Abbildung 13.3. CD/DVD-Ersteller 'Auf CD/DVD schreiben' Dialog

  3. Klicken Sie auf die Schaltfläche Schreiben. Falls sich noch kein leerer Datenträger im Laufwerk befindet, fordert Sie der CD/DVD-Ersteller dazu auf, einen einzulegen.
Vergewissern Sie sich nach dem Brennen einer Treiber-Update-CD oder -DVD, dass der Datenträger erfolgreich erstellt wurde, indem Sie diesen in Ihrem System einlegen und unter Verwendung des Dateimanagers durchsehen. Sie sollten eine einzelne Datei mit der Bezeichnung rhdd3 und ein Verzeichnis mit dem Namen rpms sehen:
Inhalt eines typischen Datenträgers zur Treiberaktualisierung auf CD oder DVD

Abbildung 13.4. Inhalt eines typischen Datenträgers zur Treiberaktualisierung auf CD oder DVD

Falls Sie lediglich eine einzelne Datei mit der Endung .iso sehen, dann wurde der Datenträger nicht erfolgreich erstellt und Sie sollten es noch einmal probieren. Falls Sie einen anderen Linux-Desktop als GNOME oder ein anderes Betriebssystem verwenden, stellen Sie sicher, dass Sie eine Option ähnlich wie Von Image brennen auswählen.

13.2.3. Vorbereitung einer initialen RAM-Disk-Aktualisierung

Wichtig

Dies ist ein fortgeschrittenes Verfahren, das Sie nur dann in Betracht ziehen sollten, wenn alle anderen Methoden zur Treiberaktualisierung fehlschlagen.
Das Installationsprogramm von Red Hat Enterprise Linux kann Aktualisierungen für sich selbst zu einem frühen Zeitpunkt des Installationsprozesses aus einer RAM disk laden — einem Bereich im Speicher Ihres Computers, der zeitweise als Datenträger agiert. Mit Hilfe derselben Funktionalität können Sie Treiberaktualisierungen laden. Um während der Installation eine Treiberaktualisierung durchzuführen, muss Ihr Computer in der Lage sein, von einem Preboot Execution Environment (PXE) Server zu booten. Außerdem muss ein PXE-Server im Netzwerk vorhanden sein. Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 30, Einrichten eines Installationsservers für weitere Anweisungen zur Verwendung von PXE während der Installation.
Um die Treiberaktualisierung auf Ihrem PXE-Server verfügbar zu machen:
  1. Platzieren Sie das Datei-Image zur Treiberaktualisierung auf Ihrem PXE-Server. Dies geschieht in der Regel bereits, wenn Sie die Datei von dem Speicherort im Internet, der von Red Hat oder Ihrem Hardware-Anbieter angegeben wurde, herunterladen auf Ihren PXE-Server. Namen von Datei-Images zur Treiberaktualisierung enden auf .iso.
  2. Kopieren Sie das Image zur Treiberaktualisierung ins /tmp/initrd_update-Verzeichnis.
  3. Benennen Sie das Image um in dd.img.
  4. Wechseln Sie an der Befehlszeile in das /tmp/initrd_update-Verzeichnis, geben den nachfolgenden Befehl ein und drücken die Eingabe-Taste.
    find . | cpio --quiet -o -H newc | gzip -9 >/tmp/initrd_update.img
    
  5. Kopieren Sie die Datei /tmp/initrd_update.img in das Verzeichnis, welches das Ziel enthält, das Sie für die Installation verwenden wollen. Dieses Verzeichnis befindet sich unter dem /tftpboot/pxelinux/-Verzeichnis. So könnte /tftpboot/pxelinux/r6c/ beispielsweise das PXE-Ziel für Red Hat Enterprise Linux 6 Client enthalten.
  6. Bearbeiten Sie die /tftpboot/pxelinux/pxelinux.cfg/default-Datei und fügen einen Eintrag ein, der die eben von Ihnen erstellte initiale RAM-Disk-Aktualisierung enthält, und zwar im folgenden Format:
    label target-dd
    kernel target/vmlinuz
    append initrd=target/initrd.img,target/dd.img
    
    Wobei target das Ziel ist, das Sie für die Installation verwenden wollen.
Erfahren Sie unter Abschnitt 13.3.4, »Wählen Sie ein PXE-Ziel, das eine Treiberaktualisierung umfasst«, wie eine initiale RAM-Disk-Aktualisierung während der Installation verwendet wird.

Beispiel 13.1. Vorbereiten einer initalen RAM-Disk-Aktualisierung von einer Image-Datei zur Treiberaktualisierung

In diesem Beispiel ist driver_update.iso eine Image-Datei zur Treiberaktualisierung, die Sie aus dem Internet heruntergeladen und in einem Verzeichnis auf Ihrem PXE-Server abgelegt haben. Das Ziel, von dem Sie den PXE-Boot durchführen, befindet sich in /tftpboot/pxelinux/r6c/.
Wechseln Sie an der Befehlszeile in das Verzeichnis, das die Datei enthält, und führen folgende Befehle aus:
$ cp driver_update.iso /tmp/initrd_update/dd.img
$ cd /tmp/initrd_update
$ find . | cpio --quiet -c -o -H newc | gzip -9 >/tmp/initrd_update.img
$ cp /tmp/initrd_update.img /tftpboot/pxelinux/r6c/dd.img
Bearbeiten Sie die /tftpboot/pxelinux/pxelinux.cfg/default-Datei und fügen folgenden Eintrag ein:
label r6c-dd
kernel r6c/vmlinuz
append initrd=r6c/initrd.img,r6c/dd.img

13.3. Durchführung einer Treiberaktualisierung während der Installation

Sie können eine Treiberaktualisierung während der Installation wie folgt durchführen:
  • lassen Sie das Installationsprogramm automatisch einen Datenträger zur Treiberaktualisierung finden.
  • lassen Sie das Installationsprogramm nach einer Treiberaktualisierung fragen.
  • verwenden Sie eine Boot-Option, um einen Datenträger zur Treiberaktualisierung anzugeben.
  • wählen Sie ein PXE-Ziel, das eine Treiberaktualisierung enthält.

13.3.1. Installationsprogramm automatisch auf Datenträger zur Treiberaktualisierung prüfen lassen

Schließen Sie ein Blockgerät mit der Dateisystemkennung OEMDRV an, bevor Sie den Installationsvorgang starten. Das Installationsprogramm wird das Gerät automatisch untersuchen und jegliche vorgefundene Treiberaktualisierungen laden, ohne dies während des Vorgangs abzufragen. Unter Abschnitt 13.2.1.1, »Vorbereitung der Verwendung eines Images auf einem lokalen Speichermedium« finden Sie Informationen zur Vorbereitung eines Speichergeräts, das vom Installationsprogramm erkannt wird.

13.3.2. Installationsprogramm nach einer Treiberaktualisierung fragen lassen

  1. Beginnen Sie die Installation ganz normal für das gewählte Verfahren. Wenn das Installationsprogramm für bestimmte Hardware, die für den Installationsvorgang unerlässlich ist, keinen Treiber laden kann (z.B. wenn es kein Netzwerk oder Speicher-Controller findet), dann fordert es Sie dazu auf, einen Datenträger zur Treiberaktualisierung einzulegen:
    Der Dialog Keinen Treiber gefunden

    Abbildung 13.5. Der Dialog Keinen Treiber gefunden

13.3.3. Verwenden Sie eine Boot-Option, um einen Datenträger zur Treiberaktualisierung anzugeben

Wichtig

Dieses Verfahren funktioniert nur zum Einbinden völlig neuer Treiber, nicht zum Aktualisieren von vorhandenen Treibern.
  1. Geben Sie zu Beginn des Installationsprozesses an der Boot-Eingabeaufforderung linux dd ein und drücken die Eingabe-Taste. Das Installationsprogramm fordert Sie auf zu bestätigen, dass Sie einen Treiberdatenträger haben:
    Die Eingabeaufforderung Treiberdatenträger

    Abbildung 13.6. Die Eingabeaufforderung Treiberdatenträger

  2. Legen Sie den Datenträger zur Treiberaktualisierung, den Sie auf CD, DVD, Diskette oder USB-Flash-Laufwerk erstellt haben, ein und wählen Sie Ja. Der Installer untersucht nun das Speichergerät, das es ermitteln kann. Falls es nur einen möglichen Ort für einen Datenträger mit Treibern gibt (der Installer erkennt beispielsweise die Existenz eines DVD-Laufwerks, aber keine anderen Speichergeräte), werden automatisch alle an dieser Stelle gefundenen Treiberaktualisierungen geladen.
    Falls das Installationsprogramm mehr als einen Speicherort findet, der eine Treiberaktualisierung enthalten könnte, werden Sie dazu aufgefordert, den Speicherort für die Aktualisierung anzugeben. Siehe Abschnitt 13.4, »Angabe der Position eines Images zur Treiberaktualisierung oder eines Datenträgers zur Treiberaktualisierung« .

13.3.4. Wählen Sie ein PXE-Ziel, das eine Treiberaktualisierung umfasst

  1. Wählen Sie network boot im BIOS oder Boot-Menü Ihres Computers. Die Art und Weise, wie diese Option angegeben wird, ist von Computer zu Computer sehr verschieden. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihrer Hardware oder wenden Sie sich an den Hardware-Anbieter, um das spezifische Verfahren für Ihren Computer herauszufinden.
  2. Wählen Sie in der Preexecution Boot Environment (PXE) das Boot-Ziel, das Sie auf Ihrem PXE-Server vorbereitet haben. Wenn Sie diese Umgebung z.B. als r6c-dd in der /tftpboot/pxelinux/pxelinux.cfg/default-Datei auf Ihrem PXE-Server gekennzeichnet haben, geben Sie an der Eingabeaufforderung r6c-dd ein und drücken die Eingabe-Taste.
Erfahren Sie unter Abschnitt 13.2.3, »Vorbereitung einer initialen RAM-Disk-Aktualisierung« und Kapitel 30, Einrichten eines Installationsservers, wie PXE zum Ausführen einer Aktualisierung während der Installation verwendet wird. Beachten Sie, dass dieses ein fortgeschrittenes Verfahren ist — versuchen Sie sich daran nur dann, wenn alle anderen Methoden zur Treiberaktualisierung fehlschlagen.

13.4. Angabe der Position eines Images zur Treiberaktualisierung oder eines Datenträgers zur Treiberaktualisierung

Falls das Installationsprogramm mehr als ein mögliches Gerät ermittelt, welches eine Treiberaktualisierung beinhalten könnte, fordert es Sie auf, das richtige Gerät auszuwählen. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Option das Gerät repräsentiert, auf dem die Treiberaktualisierung gespeichert ist, versuchen Sie verschiedene Optionen, bis Sie die richtige gefunden haben.
Auswahl der Quelle des Treiberdatenträgers

Abbildung 13.7. Auswahl der Quelle des Treiberdatenträgers

Falls das von Ihnen ausgewählte Gerät keine passenden Aktualisierungsmedien umfasst, fordert das Installationsprogramm Sie auf, eine andere Wahl zu treffen.
Falls Sie einen Datenträger zur Treiberaktualisierung auf Diskette, CD, DVD oder USB-Flash-Laufwerk erstellt haben, lädt das Installationsprogramm jetzt die Treiberaktualisierung. Falls das von Ihnen ausgewählte Gerät jedoch ein Gerätetyp ist, der mehr als eine Partition enthalten könnte (unabhängig davon, ob das Gerät derzeit mehr als eine Partition besitzt oder nicht), fordert Sie das Installationsprogramm ggf. auf, die Partition auszuwählen, die die Treiberaktualisierung beinhaltet.
Auswahl einer Partition zur Treiberaktualisierung

Abbildung 13.8. Auswahl einer Partition zur Treiberaktualisierung

Der Installer fordert Sie zur Angabe der Datei auf, die die Treiberaktualisierung beinhaltet:
Auswahl eines ISO-Images

Abbildung 13.9. Auswahl eines ISO-Images

Sie sehen diese Bildschirme möglicherweise, wenn Sie die Treiberaktualisierung auf einer internen Festplatte oder einem USB-Speichergerät abgelegt haben. Sie sollten sie nicht sehen, wenn sich die Treiberaktualisierung auf einer CD oder DVD befindet.
Unabhängig davon, ob Sie eine Treiberaktualisierung in Form einer Image-Datei oder einem Datenträger zur Treiberaktualisierung zu Verfügung stellen, kopiert das Installationsprogramm jetzt die entsprechenden Aktualisierungsdateien in einen temporären Speicherbereich (welcher sich im Systemspeicher (RAM) befindet und nicht auf dem Datenträger). Das Installationsprogramm fragt ggf., ob Sie zusätzliche Treiberaktualisierungen verwenden möchten. Falls Sie Ja auswählen, können Sie wiederum zusätzliche Aktualisierungen laden. Falls es keine weiteren Treiberaktualisierungen zu laden gibt, wählen Sie Nein. Falls Sie die Treiberaktualisierung auf entfernbare Medien gespeichert haben, können Sie den Datenträger oder das Gerät nun gefahrlos auswerfen oder entfernen. Das Installationsprogramm benötigt die Treiberaktualisierung nicht länger und Sie können die Medien für andere Zwecke wiederverwenden.

Kapitel 14. Booten des Installers

Wichtig

Auf einigen Maschinen bootet yaboot ggf. nicht und gibt die folgende Fehlermeldung aus:
Cannot load initrd.img: Claim failed for initrd memory at 02000000 rc=ffffffff
Ändern Sie real-base in c00000, um dieses Problem zu umgehen. Die können den Wert von real-base von der OpenFirmware-Eingabeaufforderung mit dem printenv-Befehl ermitteln und mit dem setenv-Befehl setzen.
Um ein IBM System p System von einer DVD zu starten, müssen Sie das Boot-Gerät zur Installation im System Management Services (SMS) Menü angeben.
Um in die grafische Benutzeroberfläche der System Management Services zu gelangen, drücken Sie während des Hochfahrens die Taste 1, sobald Sie einen Klang hören. Dies öffnet eine grafische Benutzeroberfläche ähnlich der, die in diesem Abschnitt beschrieben wird.
Drücken Sie auf einer Textkonsole die Taste 1, wenn beim Selbsttest der Banner zusammen mit den getesteten Komponenten angezeigt wird:
SMS-Konsole

Abbildung 14.1. SMS-Konsole

Sobald Sie im SMS-Menü sind, wählen Sie die Option Select Boot Options. Geben Sie dann in diesem Menü Select Install or Boot a Device an. Wählen Sie anschließend CD/DVD und den Bus-Typ (in den meisten Fällen SCSI). Falls Sie sich nicht sicher sind, können Sie sich alle Geräte anzeigen lassen. Dadurch werden alle verfügbaren Busse auf Boot-Geräte überprüft, einschließlich Netzwerkadapter und Festplatten.
Wählen Sie schließlich das Gerät, das die Installations-DVD enthält. Yaboot wird von diesem Gerät geladen und eine boot:-Eingabeaufforderung wird angezeigt. Drücken Sie die Eingabe-Taste oder warten einfach den Countdown ab, bis die Installation beginnt.
Verwenden Sie yaboot mit vmlinuz und ramdisk, um Ihr System über ein Netzwerk zu booten. Sie können ppc64.img nicht für das Booten über ein Nezwerk verwenden; die Datei ist zu groß für TFTP.

14.1. Das Boot-Menü

Der Installer zeigt den boot:-Prompt an. Zum Beispiel:
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM IBM 
/
Elapsed time since release of system processors: 276 mins 49 secs

System has 128 Mbytes in RMA
Config file read, 227 bytes


Welcome to the 64-bit Red Hat Enterprise Linux 6.0 installer!
Hit <TAB> for boot options.


Welcome to yaboot version 1.3.14 (Red Hat 1.3.14-35.el6)
Enter "help" to get some basic usage information
boot:
Um mit der Installation fortzufahren, tippen Sie linux und drücken Sie Enter.
Sie können Boot-Optionen auch in diesem Prompt festlegen; in Kapitel 28, Boot-Optionen finden Sie weitere Informationen. Um etwa den Installer zur Rettung eines zuvor installierten Systems zu verwenden, tippen Sie linux rescue und drücken Sie Enter.

14.2. Installation von einer anderen Quelle

Sie können Red Hat Enterprise Linux von ISO-Images installieren, die auf einer Festplatte gespeichert sind, oder über das Netzwerk mit Hilfe der Protokolle NFS, FTP, HTTP oder HTTPS. Erfahrene Benutzer verwenden häufig eine dieser Methoden, da Daten von einer Festplatte oder einem Netzwerkserver schneller gelesen werden können, als von einer DVD.
In der folgenden Tabelle sind die verschiedenen Boot-Methoden und die jeweils zu verwendende Installationsmethode zusammengefasst:

Tabelle 14.1. Boot-Methoden und Installationsquellen

Boot-Methode Installationsquelle
Installations-DVD DVD, Netzwerk oder Festplatte
Installations-USB Flash-Laufwerk Installations-DVD, Netzwerk oder Festplatte
Minimale Boot-CD oder USB, Rettungs-CD Netzwerk oder Festplatte
Unter Abschnitt 3.5, »Auswahl einer Installationsmethode« finden Sie weitere Informationen über die Installation von anderen Speicherorten als dem Medium, mit dem Sie das System gestartet haben.

14.3. Vom Netzwerk starten mit PXE

Um mit PXE (Pre-boot eXecution Environment) zu starten, benötigen Sie einen entsprechend konfigurierten Server und eine Netzwerkschnittstelle in Ihrem Computer, die PXE unterstützt. Für Informationen zur Einrichtung eines PXE-Servers siehe Kapitel 30, Einrichten eines Installationsservers.
Konfigurieren Sie den Computer, so dass dieser von der Netzwerkschnittstelle bootet. Diese Option steht im BIOS unter dem Namen Network Boot oder Boot Services zur Verfügung. Sobald Sie das Booten via PXE ordnungsgemäß konfiguriert haben, kann der Computer das Red Hat Enterprise Linux Installationssystem ohne jegliche anderen Medien booten.
Um einen Rechner von einem PXE-Server zu booten:
  1. Stellen Sie sicher, dass das Netzwerkkabel angeschlossen ist. Die LED zur Überwachung der Netzwerkaktivität sollte aufleuchten, auch wenn der Rechner nicht eingeschaltet ist.
  2. Schalten Sie den Rechner ein.
  3. Ein Menübildschirm erscheint. Drücken Sie nun die Zahltaste, die der gewünschten Option entspricht.
Falls Ihr PC nicht vom Netzboot-Server startet, stellen Sie sicher, dass im BIOS eingestellt ist, zuerst von der korrekten Netzwerkschnittstelle zu starten. Einige BIOS-Systeme geben die Netzwerkschnittstelle zwar als mögliches Boot-Gerät an, unterstützen aber nicht den PXE-Standard. Werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation Ihrer Hardware für weitere Informationen.

Anmerkung

Einige Server mit mehreren Netzwerkschnittstellen weisen eth0 nicht der ersten Netzwerkschnittstelle zu, so wie es die Firmware-Schnittstelle kennt. Infolgedessen versucht das Installationsprogramm ggf., eine andere Netzwerkschnittstelle zu verwenden, als PXE verwendete. Um dieses Verhalten zu ändern, wenden Sie Folgendes in den pxelinux.cfg/*-Konfigurationsdateien an:
IPAPPEND 2
APPEND ksdevice=bootif
Diese Konfigurationsoptionen veranlassen das Installationsprogramm, dieselbe Netzwerkschnittstelle zu verwenden, die auch von der Firmware-Schnittstelle und PXE verwendet wird. Sie können auch die folgende Option benutzen:
ksdevice=link
Diese Option veranlasst das Installationsprogramm, die erste gefundene Netzwerkschnittstelle, die mit einem Netzwerk-Switch verbunden ist, zu verwenden.

Kapitel 15. Konfiguration der Sprache und Installationsquelle

Vor dem Start des grafischen Installationsprogramms müssen Sie die Sprache und Installationsquelle konfigurieren.

15.1. Die Benutzeroberfläche des Installationsprogramms im Textmodus

Wichtig

Wir empfehlen, dass Sie Red Hat Enterprise Linux unter Verwendung der grafischen Oberfläche installieren. Falls Sie Red Hat Enterprise Linux auf einem System ohne grafische Anzeige installieren, erwägen Sie die Installation über eine VNC-Verbindung – siehe auch Kapitel 31, Installation mittels VNC. Falls Anaconda feststellt, dass Sie auf einem System mit der Möglichkeit für eine Installation via VNC-Verbindung im Textmodus installieren, fordert Sie Anaconda dazu auf, Ihre Entscheidung, trotz eingeschränkter Optionen im Textmodus zu installieren, zu verifizieren.
Falls Ihr System zwar über eine grafische Anzeige verfügt, die grafische Installation jedoch fehlschlägt, versuchen Sie mit der xdriver=vesa-Option zu starten – siehe Kapitel 28, Boot-Optionen.
Sowohl der Lader, als auch später Anaconda verwenden eine bildschirmbasierte Oberfläche mit widgets, die Sie zum größten Teil bereits von anderen grafischen Benutzeroberflächen kennen. Die Abbildung 15.1, »Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen« und Abbildung 15.2, »Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen« stellen die Bildschirme dar, die während des Installationsprozesses angezeigt werden.
Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen

Abbildung 15.1. Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen

Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen

Abbildung 15.2. Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen

Zu diesen Widgets gehören:
  • Fenster — Die Fenster (in diesem Handbuch meist als Dialogfeld bezeichnet) führen Sie durch den gesamten Installationsvorgang. Es kommt vor, dass sich zwei Fenster überlagern und Sie zunächst nur mit dem im Vordergrund angezeigten Fenster arbeiten können. Das darüber liegende Fenster verschwindet, und Sie können in einem der darunter liegenden Fenster weiterarbeiten, sobald Sie die Eingaben für das obere Fenster beendet haben.
  • Kontrollkästchen — Über die Kontrollkästchen können Sie einzelne Funktionen aktivieren oder deaktivieren. Im Kästchen erscheint ein Sternchen (aktiviert) oder es ist leer (deaktiviert). Wenn sich der Cursor über einem Kontrollkästchen befindet, können Sie dieses mit der Leertaste aktivieren bzw. deaktivieren.
  • Texteingabe — In die Texteingabezeilen geben Sie die für das Installationsprogramm relevanten Informationen ein. Zur Dateneingabe muss der Cursor auf die Texteingabezeile gesetzt werden.
  • Text-Widget — Text-Widgets sind Bildschirmbereiche zur Anzeige von Text. Einige Text-Widgets enthalten weitere Widgets, z.B. Kontrollkästchen. Ein Rollbalken neben dem Text-Widget weist darauf hin, dass nicht alle Informationen auf einmal in das Textfenster passen. Wenn sich der Cursor innerhalb des Textfensters befindet, können Sie mit den Nach-oben-Taste und der Nach-unten-Taste alle verfügbaren Informationen anzeigen. Die aktuelle Position wird in dem Rollbalken mit dem Zeichen # gekennzeichnet. Je nachdem, wie Sie sich im Text bewegen, wird dieses Zeichen auf dem Rollbalken nach oben oder unten verschoben.
  • Rollbalken — Rollbalken befinden sich an einer Seite oder am unteren Rand eines Fensters und dienen der Kontrolle, welcher Teil einer Liste oder eines Dokuments derzeit im Fenster angezeigt wird. Mit Hilfe der Rollbalken kann sich der Benutzer ganz einfach in einer Datei hin- und herbewegen.
  • Widget-Schaltfläche — Dies sind die wichtigsten Widgets zur Interaktion mit dem Installationsprogramm. Mit der Tabulatortaste und der Eingabe-Taste rufen Sie nach und nach alle Fenster des Installationsprogramms auf. Schaltflächen sind aktivierbar, wenn sie hervorgehoben dargestellt sind.
  • Cursor — Der Cursor ist zwar selbst kein Widget, wird jedoch benötigt, um ein Widget auszuwählen bzw. mit einem Widget zu interagieren. Befindet er sich auf einem Widget, ändert sich möglicherweise die Farbe des entsprechenden Widgets oder er wird einfach nur in oder neben dem Widget angezeigt. In der Abbildung 15.1, »Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen« befindet sich der Cursor auf der Schaltfläche OK. Abbildung 15.2, »Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen« zeigt den Cursor auf der Schaltfläche Bearbeiten.

15.1.1. Navigieren mit der Tastatur

Sie können mit einigen einfachen Tastaturbefehlen in den Dialogfeldern des Installationsprogramms navigieren. Zum Bewegen des Cursors können Sie die Tasten Nach-Links, Nach-Rechts, Nach-Oben und Nach-Unten verwenden. Mit der Tabulatortaste oder der Tastenkombination Alt-Tabulatortaste springen Sie zu den einzelnen Widgets auf dem Bildschirm. An der Unterseite der meisten Bildschirme erhalten Sie einen Überblick über die verfügbaren Tasten zum Positionieren des Cursors.
Um eine Schaltfläche zu "drücken", positionieren Sie den Cursor auf die Schaltfläche (beispielsweise unter Verwendung der Tabulatortaste) und drücken dann die Leertaste oder die Eingabe-Taste. Um ein Element in einer Liste auszuwählen, bewegen Sie den Cursor auf das gewünschte Element und drücken die Eingabe-Taste. Sie aktivieren eine Funktion mit Hilfe der Kontrollkästchen, indem Sie den Cursor auf das entsprechende Kästchen bewegen und die Leertaste drücken, um ein Element auszuwählen. Drücken Sie die Leertaste erneut, um die Aktivierung rückgängig zu machen.
Beim Drücken der F12-Taste werden die eingegebenen Werte angenommen und es wird zum nächsten Dialogfeld übergegangen. Dies entspricht dem Drücken der OK-Schaltfläche.

Warnung

Drücken Sie während des Installationsvorgangs keine Tasten, wenn Sie nicht dazu aufgefordert werden (es könnte unvorhergesehene Auswirkungen haben).

15.2. Auswahl der Sprache

Verwenden Sie die Pfeiltasten auf Ihrer Tastatur, um die Sprache auszuwählen, die während des Installationsprozesses verwendet werden soll (werfen Sie einen Blick auf Abbildung 15.3, »Auswahl der Sprache«). Ist die Sprache Ihrer Wahl hervorgehoben, drücken Sie die Tab-Taste, um zur OK-Schaltfläche zu gelangen und drücken anschließend die Eingabe-Taste, um Ihre Auswahl zu bestätigen.
Die von Ihnen gewählte Sprache wird die Standardsprache für das Betriebssystem, sobald es installiert ist. Durch die Auswahl der richtigen Spracheinstellung wird zugleich eine Vorauswahl für die Zeitzone getroffen, die Sie in einem späteren Bildschirm der Installation festlegen können. Das Installationsprogramm versucht, anhand Ihrer eingestellten Sprache die richtige Zeitzone für Ihren Standort auszuwählen.
Um Unterstützung für zusätzliche Sprachen hinzuzufügen, passen Sie die Installation zum Zeitpunkt der Paket-Auswahl an. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 16.19.2, »Anpassen der Software-Auswahl« für weitere Informationen.
Auswahl der Sprache

Abbildung 15.3. Auswahl der Sprache

Klicken Sie nach Auswahl der entsprechenden Sprache auf Weiter, um fortzufahren.

15.3. Installationsmethode

Verwenden Sie die Pfeiltasten auf Ihrer Tastatur, um eine Installationsmethode auszuwählen (werfen Sie einen Blick auf Abbildung 15.3, »Auswahl der Sprache«). Ist die Methode Ihrer Wahl hervorgehoben, drücken Sie die Tab-Taste, um zur OK-Schaltfläche zu gelangen und drücken anschließend die Eingabe-Taste, um Ihre Auswahl zu bestätigen.
Installationsmethode

Abbildung 15.4. Installationsmethode

15.3.1. Starten der Installation

15.3.1.1. Installation von DVD

Um Red Hat Enterprise Linux von einer DVD zu installieren, legen Sie die DVD in Ihr DVD-Laufwerk ein und booten Ihr System von der DVD. Auch wenn Sie von einem alternativen Medium gebootet haben, können Sie Red Hat Enterprise Linux immer noch von DVD-Medien installieren.
Das Installationsprogramm sucht in Ihrem System nach einem DVD-Laufwerk, und zwar zunächst nach einem IDE-DVD-Laufwerk (auch als ATAPI-Laufwerk bekannt).
Falls Ihr DVD-Laufwerk nicht erkannt wird und es sich um ein SCSI-DVD-Laufwerk handelt, werden Sie vom Installationsprogramm aufgefordert, einen SCSI-Treiber auszuwählen. Wählen Sie den Treiber aus, der Ihrem Adapter am ehesten entspricht. Geben Sie ggf. zusätzliche Optionen für den Treiber an. Die meisten Treiber werden Ihren SCSI-Adapter jedoch automatisch erkennen.
Falls ein DVD-Laufwerk gefunden wird und der Treiber geladen ist, bietet Ihnen das Installationsprogramm die Möglichkeit, eine Überprüfung der DVD-Medien durchzuführen. Dies wird einige Zeit dauern und Sie können diesen Schritt wahlweise überspringen. Wenn Sie jedoch im weiteren Verlauf Probleme mit dem Installationsprogramm haben, sollten Sie neu starten und die Überprüfung des Mediums durchführen, bevor Sie den Support kontaktieren. Vom Dialogfenster der Medienüberprüfung aus fahren Sie mit der nächsten Stufe des Installationsprozesses fort (siehe auch Abschnitt 16.5, »Willkommen bei Red Hat Enterprise Linux«).

15.3.2. Installation von einer Festplatte

Der Bildschirm Partition auswählen wird nur angezeigt, wenn Sie die Installation von einer Festplattenpartition ausführen (d.h. Sie haben Festplatte im Dialogfeld Installationsmethode ausgewählt). In diesem Dialogfeld können Sie die Festplattenpartition und das Verzeichnis angeben, von der Red Hat Enterprise installiert werden soll. Falls Sie die repo=hd-Boot-Option verwendet haben, dann haben Sie bereits eine Partition angegeben.
Dialogfenster Auswahl der Partitionen für die Festplatteninstallation

Abbildung 15.5. Dialogfenster Auswahl der Partitionen für die Festplatteninstallation

Wählen Sie die Partition mit den ISO-Dateien aus der Liste der verfügbaren Partitionen aus. Die Gerätenamen von internen IDE-, SATA-, SCSI- und USB-Laufwerken beginnen mit /dev/sd. Jedes einzelne Laufwerk hat seinen eigenen Buchstaben, z.B. /dev/sda. Die Partitionen auf einem Laufwerk sind durchnummeriert, z.B. /dev/sda1.
Geben Sie außerdem das Verzeichnis der Abbilder an. Geben Sie den vollständigen Verzeichnispfad desjenigen Laufwerks an, das die ISO-Images enthält. Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele dafür, wie diese Informationen eingegeben werden:

Tabelle 15.1. Speicherorte von ISO-Images für verschiedene Partitionstypen

Partitionstyp Datenträger Originalpfad zu den Dateien Zu verwendendes Verzeichnis
VFAT D:\ D:\Downloads\RHEL6 /Downloads/RHEL6
ext2, ext3, ext4 /home /home/user1/RHEL6 /user1/RHEL6
Wenn die ISO-Images im Stammverzeichnis (oberste Ebene) einer Partition liegen, geben Sie / ein. Wenn sich die ISO-Images in einem Unterverzeichnis einer eingehängten Partition befinden, geben Sie den Namen des Verzeichnisses ein, das die ISO-Images innerhalb dieser Partition enthält. Wenn zum Beispiel die Partition mit den ISO-Images normalerweise als /home/ eingehängt ist und die Images sich in /home/new/ befinden, dann würden Sie /new/ eingeben.

Wichtig

Ein Eintrag ohne führenden Schrägstrich kann dazu führen, dass die Installation fehlschlägt.
Wählen Sie OK, um fortzufahren. Weiter mit Kapitel 16, Installation mit Anaconda.

15.3.3. Durchführung einer Netzwerkinstallation

Sie können Red Hat Enterprise Linux von einem Netzwerkserver via FTP-, HTTP-, HTTPS- oder NFS-Protokoll installieren, indem Sie das Installationsprogramm mit den Optionen askmethod oder repo= starten. Anaconda verwendet dieselbe Netzwerkverbindung, um im späteren Verlauf der Installation weitere Software-Repositorys abzufragen.
Falls Ihr System mehr als ein Netzwerk-Gerät besitzt, so präsentiert Ihnen anaconda eine Liste aller verfügbaren Geräte und fordert Sie während der Installation zur Auswahl eines davon auf. Hat Ihr System nur ein Netzwerk-Gerät, so wählt anaconda dieses automatisch und präsentiert diesen Dialog nicht.
Netzwerk-Geräte

Abbildung 15.6. Netzwerk-Geräte

Falls Sie unsicher sind, welches Gerät auf der Listen mit welchem Socket im System übereinstimmt, so wählen Sie ein Gerät auf der Liste und drücken Sie die Identifizieren-Schaltfläche. Der NIC identifizieren-Dialog erscheint.
Identifizieren von NIC

Abbildung 15.7. Identifizieren von NIC

Die Sockets der meisten Netzwerk-Geräte besitzen eine Aktivitätsanzeige (auch Verbindungsanzeige genannt) — eine LED, die blinkt um anzuzeigen, dass Daten durch das Socket fließen. Anaconda kann die Aktivitätsanzeige des von Ihnen gewählten Netzwerk-Geräts im Networking Device-Dialog für bis zu 30 Sekunden blinken lassen. Geben Sie die benötigte Anzahl von Sekunden an und drücken Sie dann auf OK. Sobald anaconda das Blinken der LED abgeschlossen hat, kehrt es zum Networking Device-Dialog zurück.
Wenn SIe ein Netzwerk-Gerät wählen, so fordert anaconda Sie auf auszuwählen, wie die TCP/IP-Konfiguration erfolgen soll:

IPv4-Optionen

Dynamische IP-Konfiguration (DHCP)
Anaconda verwendet auf dem Netzwerk laufendes DHCP für die automatische Bereitstellung der Netzwerk-Konfiguration.
Manuelle Konfiguration
Anaconda fordert Sie zur manuellen Eingabe Ihrer Netzwerk-Konfiguration auf, einschließlich der IP-Adresse für dieses System, der Netzmaske, der Gateway-Adresse und der DNS-Adresse.

IPv6-Optionen

Automatische Neighbor-Discovery
Anaconda verwendet Router Advertisement (RA) zur Erstellung einer automatischen, zustandslosen Konfiguration. (Äquivalent zur Automatic-Option im NetworkManager)
Dynamische IP-Konfiguration (DHCPv6)
Anaconda verwendet RA nicht, aber fordert Informationen direkt von DHCPv6 an, um eine Konfiguration mit Status zu erstellen. (Äquivalent zur Automatic, DHCP only-Option in NetworkManager)
Manuelle Konfiguration
Anaconda fordert Sie zur manuellen Eingabe Ihrer Netzwerk-Konfiguration auf, einschließlich der IP-Adresse für dieses System, der Netzmaske, der Gateway-Adresse und der DNS-Adresse.
Anaconda unterstützt die IPv4- und IPv6-Protokolle. Wenn Sie jedoch eine Schnittstelle zur Verwendung von sowohl IPv4 als auch IPv6 konfigurieren, so muss die IPv4-Verbindung gelingen, da sonst die Schnittstelle nicht funktioniert (selbst wenn die IPv6-Verbindung gelingt).
TCP/IP konfigurieren

Abbildung 15.8. TCP/IP konfigurieren

Standardmäßig verwendet anaconda DHCP zur automatischen Bereitstellung von Netzwerkeinstellungen für IPv4 und automatische Neighbor-Discovery zur Bereitstellung für IPv6. Falls Sie TCP/IP manuell konfigurieren, so fordert anaconda Sie zur Eingabe der Informationen im Manuelle TCP/IP-Konfiguration-Dialog auf:
Manuelle TCP/IP-Konfiguration

Abbildung 15.9. Manuelle TCP/IP-Konfiguration

Der Dialog bietet Felder für IPv4- bzw. IPv6-Adressen und Präfixe, je nach Protokollen, die Sie manuell konfigurieren wollen, sowie Felder für das Netzwerk-Gateway und den Nameserver. Geben Sie die Informationen zu Ihrem Netzwerk ein und drücken Sie dann OK.
Wenn der Installationsablauf komplett ist, werden diese Einstellungen auf Ihr System übertragen.

15.3.4. Installation via NFS

Das NFS-Dialogfeld wird nur angezeigt, wenn Sie die Option NFS-Image im Dialogfeld Installationsmethode ausgewählt haben. Wenn Sie die repo=nfs-Boot-Option verwendet haben, so haben Sie bereits einen Server und Pfad spezifiziert.
Dialogfeld NFS-Setup

Abbildung 15.10. Dialogfeld NFS-Setup

  1. Geben Sie den Domain-Namen oder die IP-Adresse des NFS-Servers im NFS server name-Feld ein. Wenn Sie beispielsweise von einem Host mit der Bezeichnung eastcoast in der Domain example.com installieren, geben Sie eastcoast.example.com ein.
  2. Geben Sie den Namen des exportierten Verzeichnisses im Red Hat Enterprise Linux 6 directory-Feld ein:
    • Wenn der NFS-Server einen Mirror des Red Hat Enterprise Linux Installationsbaums exportiert, geben Sie das Verzeichnis ein, das das Root-Verzeichnis des Installationsbaums enthält. Wenn alles korrekt angegeben wurde, erscheint eine Meldung, die anzeigt, dass das Installationsprogramm für Red Hat Enterprise Linux läuft.
    • Wenn der NFS-Server ein ISO-Image der Red Hat Enterprise Linux-DVD exportiert, geben Sie das Verzeichnis an, das das ISO-Image enthält.
    Wenn Sie der Installation in Abschnitt 12.1.2, »Vorbereitung einer NFS-Installation« Schritt für Schritt gefolgt sind, so ist das exportierte Verzeichnis dasjenige, das Sie als publicly_available_directory festgelegt haben.
  3. Geben Sie die benötigten NFS-Einhängeoptionen im NFS-Einhängeoptionen-Feld an. Auf den Handbuchseiten für mount und nfs finden Sie eine umfassende Liste an Optionen. Falls Sie keine Einhängeoptionen benötigen, lassen Sie das Feld leer.

15.3.5. Installation via FTP, HTTP oder HTTPS

Wichtig

Wenn Sie eine URL für eine Installationsquelle angeben, müssen Sie explizit http://, https:// oder ftp:// als Protokoll angeben.
Das URL-Dialogfeld wird nur angezeigt, wenn Sie von einem FTP- oder HTTP-, HTTPS-Server installieren (wenn Sie die Option URL im Dialogfeld Installationsmethode ausgewählt haben). Dieses Dialogfeld fordert Sie zur Eingabe weiterer Informationen zum FTP-, HTTP- oder HTTPS-Server, von dem Sie Red Hat Enterprise Linux installieren, auf. Falls Sie die Boot-Option repo=ftp oder repo=http verwendet haben, haben Sie bereits einen Server und einen Pfad definiert.
Geben Sie den Namen oder die IP-Adresse der FTP-, HTTP- oder HTTPS-Adresse ein, von der Sie installieren, sowie den Namen des Verzeichnisses, das das /images-Verzeichnis für Ihre Architektur beinhaltet. Zum Beispiel:
/mirrors/redhat/rhel-6/Server/ppc64/
Geben Sie https:// als Protokoll an, um über eine sichere HTTPS-Verbindung zu installieren.
Geben Sie die Adresse eines Proxy-Servers und falls nötig eine Port-Nummer, einen Benutzername und ein Passwort an. Falls alles ordnungsgemäß angegeben wurde, erscheint eine Nachrichtenfeld, in dem angezeigt wird, dass die Dateien vom Server abgerufen werden.
Falls Ihr FTP-, HTTP- oder HTTPS-Server Benutzerauthentifikation benötigt, geben Sie den Benutzer und das Passwort als Teil der URL wie folgt an:
{ftp|http|https}://<user>:<password>@<hostname>[:<port>]/<directory>/
Zum Beispiel:
http://install:rhel6pw@name.example.com/mirrors/redhat/rhel-6/Server/ppc64/
URL Setup-Dialog

Abbildung 15.11. URL Setup-Dialog

15.4. Überprüfen des Mediums

Die DVD bietet die Option, die Integrität des Mediums zu überprüfen. Bei der Erstellung einer DVD können Schreibfehler auftreten. Ein Fehler in Paketdaten, die zur Installation ausgewählt wurden, kann zu einem Abbruch der Installation führen. Um das Risiko von Datenfehlern bei der Installation zu verringern, sollten Sie das Medium vor der Installation überprüfen.
Wenn die Überprüfung erfolgreich verläuft, fährt die Installation wie gewohnt fort. Wenn die Überprüfung fehlschlägt, erstellen Sie mit dem ISO-Image, das Sie zuvor heruntergeladen haben, eine neue DVD.

Kapitel 16. Installation mit Anaconda

Dieses Kapitel beschreibt eine Installation unter Verwendung der grafischen Benutzeroberfläche von Anaconda.

16.1. Die Benutzeroberfläche des Installationsprogramms im Textmodus

Auch wenn Installationen im Textmodus nicht explizit dokumentiert sind, können Administratoren, die das Programm für die Installation im Textmodus verwenden, leicht den Anweisungen der GUI-Installation folgen. Da der Textmodus jedoch einen simpleren und vereinfachten Installationsprozess darstellt, stehen einige Optionen, die im grafischen Modus verfügbar sind, im Textmodus nicht zur Verfügung. Diese Unterschiede werden in der Beschreibung des Installationsprozesses in diesem Handbuch erläutert und umfassen:
  • Konfiguration fortgeschrittener Speichermethoden wie LVM, RAID, FCoE, zFCP, und iSCSI.
  • Anpassen des Partitions-Layouts
  • Anpassen des Bootloader-Layouts
  • Auswahl von Paketen während der Installation
  • Konfiguration des installierten Systems mit Firstboot

16.2. Die Benutzeroberfläche des Installationsprogramms im Grafikmodus

Wenn Sie bereits zuvor eine grafische Benutzeroberfläche oder GUI (Graphical User Interface) verwendet haben, dann sind Sie bereits mit diesem Prozess vertraut. Benutzen Sie Ihre Maus zu Navigationszwecken, um auf Schaltflächen zu klicken oder Textfelder für die Texteingabe zu aktivieren.
Sie können während der Installation auch Ihre Tastatur zur Navigation durch die Bildschirme benutzen. Mit Hilfe der Tabulator-Taste können Sie zu den einzelnen Widgets auf dem Bildschirm springen, mit Hilfe der Pfeiltasten können Sie durch Listen scrollen, +- und --Tasten klappen die Listen auf und zu, während Leertaste und Eingabe-Taste ein Element in einer Liste auswählen oder entfernen. Sie können auch die Tastenkombination Alt+X verwenden, um auf Schaltflächen zu klicken oder andere Bildschirmauswahlen zu treffen, wobei X durch den in diesem Fenster jeweils unterstrichenen Buchstaben ersetzt wird.
Falls Sie die grafische Installation auf einem System verwenden möchten, das dazu nicht in der Lage ist, können Sie VNC oder Display-Forwarding einsetzen. Beide Optionen, VNC und Display-Forwarding, erfordern während der Installation ein aktives Netzwerk und die Verwendung von Boot-Parametern. Weitere Informationen über die verfügbaren Boot-Parameter finden Sie unter Kapitel 28, Boot-Optionen.

Anmerkung

Wenn Sie das grafische Installationsprogramm nicht verwenden möchten, steht Ihnen auch weiterhin das textbasierte Installationsprogramm zur Verfügung. Geben Sie folgenden Befehl an der yaboot:-Eingabeaufforderung ein, um den Textmodus zu starten:
linux text
Unter Abschnitt 14.1, »Das Boot-Menü« finden Sie eine Beschreibung des Red Hat Enterprise Linux Boot-Menüs und unter Abschnitt 15.1, »Die Benutzeroberfläche des Installationsprogramms im Textmodus« einen kurzen Überblick über die Befehle für eine Installation im Textmodus.
Es wird dringend empfohlen, Installationen mit dem grafischen Installationsprogramm durchzuführen. Das grafische Installationsprogramm von Red Hat Enterprise Linux bietet die volle Funktionalität, einschließlich LVM-Konfiguration, was bei der Installation im Textmodus nicht verfügbar ist.
Benutzer, die die textbasierte Installation verwenden müssen, können den Anleitungen für die GUI-Installation folgen und dort alle benötigten Informationen erhalten.

16.3. Eine Anmerkung zu virtuelle Konsolen unter Linux

Diese Informationen treffen lediglich auf Benutzer von nicht partitionierten System p-Systemen zu, die eine Grafikkarte als Konsole nutzen. Benutzer von partitionierten System p-Systemen sollten übergehen zu Abschnitt 16.4, »Verwendung des HMC-vterms«.
Das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm bietet Ihnen mehr als nur die Dialogfelder, die während der Installation angezeigt werden. Ihnen steht auch eine Reihe von Diagnosemeldungen zur Verfügung, und Sie haben die Möglichkeit zur Eingabe von Befehlen an einer Shell-Eingabeaufforderung. Das Installationsprogramm zeigt diese Informationen auf fünf virtuellen Konsolen an, zwischen denen Sie mit einer einfachen Tastenkombination hin- und herschalten können.
Eine virtuelle Konsole ist eine Shell-Eingabeaufforderung in einer nicht-grafischen Umgebung, und es wird auf diese von der eigentlichen Maschine aus und nicht von Remote aus zugegriffen. Auf mehrere virtuelle Konsolen kann simultan zugegriffen werden.
Diese virtuellen Konsolen können hilfreich sein, wenn Sie bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux auf ein Problem stoßen. Meldungen, die auf der Installations- oder Systemkonsole angezeigt werden, können hilfreich beim Lokalisieren eines Problems sein. Werfen Sie einen Blick auf Tabelle 16.1, »Konsole, Tastenkombination und Inhalt« für eine Auflistung der virtuellen Konsolen, den Tastenkombinationen, die benötigt werden, um in die Konsolen zu wechseln, sowie deren Inhalt.
Eigentlich gibt es keinen Grund, die Standardkonsole (virtuelle Konsole Nr. 6 für grafische Installationen) zu verlassen, es sei denn, Sie möchten Problemen bei der Installation auf den Grund gehen.

Tabelle 16.1. Konsole, Tastenkombination und Inhalt

Konsole Tastenkombinationen Inhalte
1 Strg+Alt+F1 Installationsdialog
2 Strg+Alt+F2 Shell-Eingabeaufforderung
3 Strg+Alt+F3 Installationsprotokoll (Meldungen des Installationsprogramms)
4 Strg+Alt+F4 Systemmeldungen
5 Strg+Alt+F5 Sonstige Meldungen
6 Strg+Alt+F6 Grafikanzeige unter X

16.4. Verwendung des HMC-vterms

HMC-vterm ist die Konsole für jedes partitionierte IBM System p. Sie wird durch das Klicken mit der rechten Maustaste auf die Partition auf der HMC und der anschließenden Auswahl von Open-Terminal-Window geöffnet. Es kann immer nur ein einzelnes vterm mit der Konsole verbunden werden. Ebenso gibt es keinen Konsolen-Zugang für partitionierte Systeme neben vterm. Oft wird dies auch als 'virtuelle Konsole' bezeichnet, unterscheidet sich jedoch von den virtuellen Konsolen in Abschnitt 16.3, »Eine Anmerkung zu virtuelle Konsolen unter Linux«.

16.5. Willkommen bei Red Hat Enterprise Linux

Der Willkommen-Bildschirm fordert Sie nicht zur Eingabe von Informationen auf.
Klicken Sie auf die Schaltfläche Weiter, um fortzufahren.

16.6. Auswahl der Sprache

Wählen Sie mit der Maus die korrekte Tastaturbelegung (z.B. Deutsch) für die Tastatur aus, die Sie bei der Installation und als standardmäßige Tastatur für Ihr System verwenden möchten (siehe unten aufgeführte Abbildung).
Nachdem Sie Ihre Wahl getroffen haben, klicken Sie zum Fortfahren auf Weiter.
Sprachkonfiguration

Abbildung 16.1. Sprachkonfiguration

16.7. Tastaturkonfiguration

Wählen Sie mit der Maus die korrekte Tastaturbelegung (z.B. Deutsch) für die Tastatur aus, die Sie bei der Installation und als standardmäßige Tastatur für Ihr System verwenden möchten (siehe Abbildung 16.2, »Tastaturkonfiguration«).
Nachdem Sie Ihre Wahl getroffen haben, klicken Sie zum Fortfahren auf Weiter.
Tastaturkonfiguration

Abbildung 16.2. Tastaturkonfiguration

Anmerkung

Wenn Sie die Tastaturbelegung nach der Installation ändern möchten, verwenden Sie hierzu das Tastaturkonfigurations-Tool.
Geben Sie den Befehl system-config-keyboard an einer Shell-Eingabeaufforderung ein, um das Tastaturkonfigurations-Tool zu starten. Wenn Sie nicht als Root angemeldet sind, werden Sie aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben, um fortfahren zu können.

16.8. Speichergeräte

Sie können Red Hat Enterprise Linux auf einer Fülle von Speichergeräten installieren. Auf diesem Bildschirm können Sie entweder Basis- oder Spezielle Speichergeräte auswählen.
Speichergeräte

Abbildung 16.3. Speichergeräte

Basis-Speichergeräte
Wählen Sie Basis-Speichergeräte, um Red Hat Enterprise Linux auf den folgenden Speichergeräten zu installieren:
  • Festplatten oder Solid-State-Laufwerke, die direkt an das lokale System angeschlossen sind.
Spezielle Speichergeräte
Wählen Sie Spezielle Speichergeräte, um Red Hat Enterprise Linux auf den folgenden Speichergeräten zu installieren:
  • Storage Area Networks (SANs)
  • Direct Access Storage Devices (DASDs)
  • Firmware RAID-Geräte
  • Multipath-Geräte
Verwenden Sie die Option Spezielle Speichergeräte, um Internet Small Computer System Interface (iSCSI) und FCoE (Fiber Channel over Ethernet) Verbindungen zu konfigurieren.
Wenn Sie Basis-Speichergeräte auswählen und nur ein Speichergerät an Ihr System angehängt ist, ermittelt Anaconda automatisch das lokal an das System angehängte Speichergerät und benötigt keine weitere Eingabe Ihrerseits. Fahren Sie fort mit Abschnitt 16.9, »Einrichten des Hostnamens«.

16.8.1. Der Bildschirm 'Auswahl der Speichergeräte'

Der Dialog-Bildschirm 'Auswahl von Speichergeräten' zeigt alle Speichergeräte an, auf die Anaconda Zugriff hat.
Speichergeräte auswählen — Basisgeräte

Abbildung 16.4. Speichergeräte auswählen — Basisgeräte

Speichergeräte auswählen — Multipath-Geräte

Abbildung 16.5. Speichergeräte auswählen — Multipath-Geräte

Speichergeräte auswählen — Sonstige SAN-Geräte

Abbildung 16.6. Speichergeräte auswählen — Sonstige SAN-Geräte

Geräte werden unter den folgenden Tabulatoren gruppiert:
Basis-Geräte
Basis-Speichergeräte, die direkt mit dem lokalen System verbunden sind, wie beispielsweise Festplattenlaufwerke und Solid-State-Laufwerke.
Firmware-RAID
Speichergeräte, die an einen Firmware-RAID-Controller angeschlossen sind.
Multipath-Geräte
Speichergeräte, auf die mittels mehreren Pfaden zugegriffen werden kann, wie beispielsweise via mehreren SCSI-Controllern oder Fiber-Channel-Ports auf demselben System.

Wichtig

Der Installer findet nur Multipath-Speichergeräte mit Seriennummern von 16 oder 32 Zeichen Länge auf.
Sonstige SAN-Geräte
Beliebige andere Geräte, die via Storage Area Network (SAN) verfügbar sind.
Falls Sie iSCSI- oder FCoE-Speicher konfigurieren müssen, klicken Sie auf Erweitertes Ziel hinzufügen und werfen einen Blick auf Abschnitt 16.8.1.1, »Erweiterte Speicheroptionen«.
Der Bildschirm zur Auswahl der Speichergeräte enthält auch einen Suche-Tabulator, der es Ihnen ermöglicht, Speichergeräte entweder nach deren World Wide Identifier (WWID) oder ihrem Port, Ziel oder Logical Unit Number (LUN) unter der auf sie zugegriffen wird, zu filtern.
Der Tabulator 'Speichergeräte-Suche'

Abbildung 16.7. Der Tabulator 'Speichergeräte-Suche'

Der Reiter umfasst ein Drop-Down-Menü, um zwischen Suche nach Port, Ziel, WWID oder LUN (mit entsprechenden Textfeldern für diese Werte) auszuwählen. Suche nach WWID oder LUN erfordert zusätzliche Werte in dem entsprechenden Textfeld.
Jeder Tabulator zeigt eine Liste der Geräte, die von Anaconda ermittelt wurden, mit Informationen über das Gerät zur einfacheren Identifizierung. Ein kleines Drop-Down-Menü, das mit einem Symbol markiert ist, befindet sich rechts neben dem Kopf der Spalte. Mit diesem Menü können Sie die Datentypen auswählen, die auf jedem Gerät dargestellt werden. So ermöglicht Ihnen das Menü auf dem Tabulator Multipath-Geräte beispielsweise, WWID, Kapazität, Hersteller, Interconnect und Pfade als Teil der für jedes Gerät dargestellten Details einzubinden. Das Einschränken oder Erweitern der Menge an dargestellten Informationen hilft Ihnen ggf., bestimmte Geräte zu identifizieren.
Auswahl von Spalten

Abbildung 16.8. Auswahl von Spalten

Jedes Gerät wird in einer separaten Reihe mit einem Auswahlkästchen links dargestellt. Aktivieren Sie das Auswahlkästchen, um ein Gerät während des Installationsprozesses verfügbar zu machen, oder markieren Sie das Auswahlfeld links neben dem Kopf der Spalten, um alle bzw. keine auf einem bestimmten Bildschirm aufgelisteten Geräte auszuwählen. Im weiteren Verlauf des Installationsprozesses können Sie auswählen, Red Hat Enterprise Linux auf einem beliebigen der hier ausgewählten Geräte zu installieren. Sie können weiterhin wählen, dass jedes andere der hier ausgewählten Geräte automatisch als Teil des installierten Systems eingehängt wird.
Beachten Sie bitte, dass die Daten auf denen hier von Ihnen ausgewählten Geräten nicht automatisch im Rahmen des Installationsprozesses gelöscht werden. Die Auswahl eines Geräts auf diesem Bildschirm gefährdet an sich nicht die Daten, die auf dem Gerät gespeichert sind. Beachten Sie bitte weiterhin, dass jedes Gerät, das Sie an dieser Stelle nicht als Teil des installierten Systems auswählen, nach Abschluss der Installation zum System hinzugefügt werden kann, indem die Datei /etc/fstab entsprechend angepasst wird.

Wichtig

Jegliche Speichergeräte, die Sie auf diesem Bildschirm nicht auswählen, werden vor anaconda komplett versteckt. Um den Red Hat Enterprise Linux Bootloader von einem anderen Bootloader gestaffelt zu laden (chain load), wählen Sie alle auf diesem Bildschirm aufgeführten Geräte.
Wenn Sie die Speichergeräte, die während der Installation verfügbar sein sollen, ausgewählt haben, klicken Sie auf Weiter und fahren Sie mit Abschnitt 16.13, »Initialisierung der Festplatte« fort.

16.8.1.1. Erweiterte Speicheroptionen

Auf diesem Bildschirm können Sie ein iSCSI (SCSI über TCP/IP) Ziel oder ein FCoE (Fibre Channel über Ethernet) SAN (Storage Area Network) konfigurieren. Siehe Anhang B, ISCSI-Festplatten für eine Einführung in iSCSI.
Erweiterte Speicheroptionen

Abbildung 16.9. Erweiterte Speicheroptionen

16.8.1.1.1. Netzwerkschnittstelle wählen und konfigurieren
Ist ein Netzwerk nicht bereits auf dem System aktiv, so muss anaconda eines aktivieren, durch das die Verbindung mit den Speichergeräten erfolgen kann. Besitzt Ihr System nur eine einzelne Netzwerkschnittstelle, so aktiviert anaconda diese automatisch. Sind auf Ihrem System jedoch mehrere Netzwerkschnittstellen verfügbar, so fordert anaconda Sie mit dem Dialog Netzwerkschnittstelle wählen zu einer Auswahl auf.
Netzwerkschnittstelle wählen

Abbildung 16.10. Netzwerkschnittstelle wählen

  1. Wählen Sie eine Schnittstelle aus dem Drop-Down-Menü.
  2. Klicken Sie OK.
Anaconda aktiviert die von Ihnen gewählte Schnittstelle und startet dann den NetworkManager, damit Sie die Schnittstelle konfigurieren können.
Netzwerkverbindungen

Abbildung 16.11. Netzwerkverbindungen

Informationen zur Verwendung des NetworkManager finden Sie unter Abschnitt 16.9, »Einrichten des Hostnamens«
16.8.1.1.2. Konfigurieren von iSCSI-Parametern
Um iSCSI-Speichergeräte für die Installation zu verwenden, muss anaconda diese als iSCSI-Ziele erkennen können und in der Lage sein, eine iSCSI Session zu erstellen, um auf sie zuzugreifen. Bei jedem dieser Schritte kann ein Benutzername und ein Passwort für die CHAP-Authentifizierung (Challenge Handshake Authentication Protocol) erforderlich sein. Außerdem können Sie zusätzlich ein iSCSI-Ziel zur Authentifizierung des iSCSI-Initiator am System, zu dem das Ziel gehört, konfigurieren (Revers-CHAP), sowohl für Discovery als auch für die Session. Gemeinsam verwendet werden CHAP und Revers-CHAP wechselseitiges CHAP (mutual CHAP) oder 2-Wege-CHAP genannt. Wechselseitiges CHAP liefert die höchste Sicherheitsebene für iSCSI-Verbindungen, insbesondere, wenn der Benutzername und das Passwort sich für die CHAP-Authentifizierung und die Revers-CHAP-Authentifizierung unterscheiden.
Wiederholen Sie die iSCSI-Discovery und iSCSI-Anmeldeschritte so oft wie nötig, um allen erfoderlichen iSCSI-Speicher hinzuzufügen. Sie können den Namen des iSCSI-Initiators jedoch nicht ändern nachdem Sie Discovery erstmals versucht haben. Um den Namen des iSCSI-Initiator zu ändern, müssen Sie die Installation neu starten.

Prozedur 16.1. iSCSI-Discovery

Verwenden Sie den iSCSI Discovery Details-Dialog, um anaconda die Informationen zu liefern, die es zum Auffinden des iSCSI-Ziels benötigt.
Der iSCSI Discovery Details Dialog

Abbildung 16.12. Der iSCSI Discovery Details Dialog

  1. Geben Sie die IP-Adresse des iSCSI-Ziels im Ziel-IP-Adresse-Feld ein.
  2. Geben Sie einen Namen im iSCSI Initiator Name-Feld für den iSCSI-Initiator in iSCSI qualifizierter Name (IQN) Format ein.
    Ein gültiger IQN enthält:
    • den String iqn. (beachten Sie den Punkt)
    • ein Datumscode, der das Jahr und den Monat festlegt, in dem die Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation registriert wurde. Seine Darstellung erfolgt als vier Ziffern für das Jahr, einen Gedankenstrich und zwei Ziffern für den Monat gefolgt von einem Punkt. September 2010 erscheint zum Beispiel wie folgt 2010-09.
    • der Name der Internetdomäne oder Subdomäne Ihrer Organisation in umgekehrter Reihenfolge mit der Domäne der obersten Stufe zuerst. Die Subdomäne storage.example.com etwa wird als com.example.storage dargestellt
    • ein Doppelpunkt, gefolgt von einem String, der den betreffenden iSCSI-Initiator innerhalb Ihrer Domäne oder Subdomäne eindeutig identifiziert. Zum Beispiel :diskarrays-sn-a8675309.
    Ein vollständiger IQN sieht daher wie folgt aus: iqn.2010-09.storage.example.com:diskarrays-sn-a8675309 und anaconda füllt das Feld iSCSI Initiator Name vorab mit einem Namen in diesem Format aus, um Ihnen mit der Struktur zu helfen.
    Weitere Informationen zu IQNs finden Sie in 3.2.6. iSCSI Namen in RFC 3720 - Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI) verfügbar von http://tools.ietf.org/html/rfc3720#section-3.2.6 und 1. iSCSI Names and Addresses in RFC 3721 - Internet Small Computer Systems Interface (iSCSI) Naming and Discovery verfügbar von http://tools.ietf.org/html/rfc3721#section-1.
  3. Verwenden Sie das Drop-Down-Menü zur Festlegung des für die iSCSI-Discovery zu verwendenden Authentifizierungstyps.
    iSCSI-Discovery-Authentifizierung

    Abbildung 16.13. iSCSI-Discovery-Authentifizierung

    • No Credentials
    • CHAP-Paar
    • CHAP-Paar und ein Revers-Paar
    • Falls Sie CHAP-Paar als den Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den CHAP-Benutzername und CHAP-Passwort-Feldern ein.
      CHAP-Paar

      Abbildung 16.14. CHAP-Paar

    • Falls Sie CHAP-Paar und ein Revers-Paar als den Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den CHAP-Benutzername und CHAP-Passwort-Feldern ein und den Benutzernamen und das Passwort für den iSCSI-Initiator in den Revers-CHAP-Benutzernamen und Revers-CHAP-Passwort-Feldern ein.
      CHAP-Paar und ein Revers-Paar

      Abbildung 16.15. CHAP-Paar und ein Revers-Paar

  4. Klicken Sie auf Start Discovery. Anaconda versucht mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen ein iSCSI-Ziel zu finden. Ist die Discovery erfolgreich, so präsentiert Ihnen der iSCSI aufgefundene Knoten-Dialog eine Liste aller am Ziel aufgefundenen iSCSI-Knoten.
  5. Neben jedem Knoten befindet sich ein Auswahlkästchen. Klicken Sie auf die Auswahlkästchen, um die für die Installation zu verwendenden Knoten auszuwählen.
    Der Dialog iSCSI aufgefundene Knoten

    Abbildung 16.16. Der Dialog iSCSI aufgefundene Knoten

  6. Klicken Sie Login zur Initiierung einer iSCSI-Session.

Prozedur 16.2. Start einer iSCSI-Session

Verwenden Sie den iSCSI-Knoten-Login-Dialog, um anaconda die Informationen zu liefern, die es zum Auffinden des iSCSI-Ziels und dem Start einer iSCSI-Session benötigt.
Der iSCSI-Knoten-Login-Dialog

Abbildung 16.17. Der iSCSI-Knoten-Login-Dialog

  1. Verwenden Sie das Drop-Down-Menü zur Festlegung des für die iSCSI-Session zu verwendenden Authentifizierungstyps.
    iSCSI-Session-Authentifizierung

    Abbildung 16.18. iSCSI-Session-Authentifizierung

    • No Credentials
    • CHAP-Paar
    • CHAP-Paar und ein Revers-Paar
    • Berechtigungen aus dem Discovery-Schritt verwenden
    Falls Ihre Umgebung denselben Authentifizierungstyp und denselben Benutzernamen und dasselbe Passwort für die iSCSI-Discovery und die iSCSI-Session verwendet, wählen Sie Berechtigungen aus dem Discovery-Schritt verwenden, um diese Berechtigungen erneut zu verwenden.
    • Falls Sie CHAP-Paar als den Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den CHAP-Benutzername und CHAP-Passwort-Feldern ein.
      CHAP-Paar

      Abbildung 16.19. CHAP-Paar

    • Falls Sie CHAP-Paar und ein Revers-Paar als den Authentifizierungstyp gewählt haben, geben Sie den Benutzernamen und das Passwort für das iSCSI-Ziel in den CHAP-Benutzername und CHAP-Passwort-Feldern ein und den Benutzernamen und das Passwort für den iSCSI-Initiator in den Revers-CHAP-Benutzernamen und Revers-CHAP-Passwort-Feldern ein.
      CHAP-Paar und ein Revers-Paar

      Abbildung 16.20. CHAP-Paar und ein Revers-Paar

  2. Klicken Sie auf Login. Anaconda versucht sich mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen am Knoten am iSCSI-Ziel anzumelden. Der Dialog iSCSI Login Results liefert die Ergebnisse.
    Der Dialog iSCSI-Login-Ergebnisse

    Abbildung 16.21. Der Dialog iSCSI-Login-Ergebnisse

  3. Klicken Sie OK, um fortzufahren.
16.8.1.1.3. Konfiguration von FCoE-Parametern
Um ein FCoE-SAN zu konfigurieren, wählen Sie FCoE-SAN hinzufügen und klicken auf Laufwerk hinzufügen.
Wählen Sie auf dem Menü in der nächsten Dialogbox die Netzwerkschnittstelle, die mit Ihrem FCoE-Switch verbunden ist und klicken auf FCoE-Laufwerk(e) hinzufügen.
Konfiguration von FCoE-Parametern

Abbildung 16.22. Konfiguration von FCoE-Parametern

Data Center Bridging (DCB) bietet eine Reihe an Verbesserungen für Ethernet-Protokolle. Es wurde entwickelt, um die Effizienz von Ethernet-Verbindungen in Speicher-Netzwerken und -Clustern zu erhöhen. Mit dem Auswahlkästchen in diesem Dialog können Sie bestimmen, ob der Installer DCB berücksichtigen soll, oder nicht.

16.9. Einrichten des Hostnamens

Sie werden zur Eingabe eines Rechnernamens und Domainnamens für diesen Computer aufgefordert, und zwar entweder als Fully-Qualified Domain Name (FQDN) im Format hostname.domainname, oder als ein Short Host Name im Format hostname. Viele Netzwerke nutzen den DHCP-Dienst (Dynamic Host Configuration Protocol), der angeschlossene Systeme automatisch mit einem Domainnamen versieht, so dass der Benutzer nur noch einen Rechnernamen anzugeben braucht.

Anmerkung

Sie können dem System einen beliebigen Namen geben, er muss nur eindeutig sein. Der Hostname kann Buchstaben, Ziffern und Bindestriche enthalten.
Festlegen des Hostnamens

Abbildung 16.23. Festlegen des Hostnamens

Falls Ihr Red Hat Enterprise Linux System direkt mit dem Internet verbunden ist, bedürfen weitere Betrachtungen Ihre Aufmerksamkeit, um Unterbrechungen des Service oder Maßnahmen seitens Ihres Dienstleisters zu vermeiden. Eine vollständige Erörterung dieses Themas führt an dieser Stelle zu weit.

Anmerkung

Das Installationprogramm konfiguriert keine Modems. Konfigurieren Sie diese Geräte nach abgeschlossener Installation mit dem Netzwerk-Dienstprogramm. Die Einstellungen für Ihr Modem sind spezifisch für Ihren Internetanbieter (auch Internet Service Provider oder kurz ISP genannt).

16.9.1. Netzwerkverbindungen bearbeiten

Wichtig

Beim erstmaligen Booten einer Red Hat Enterprise Linux 6 Installation werden alle Netzwerkschnittstellen aktiviert, die Sie während des Installationsprozesses konfiguriert haben. Der Installer fordert Sie jedoch bei einigen geläufigen Installationspfaden nicht zur Konfiguration von Netzwerkschnittstellen auf, z.B. bei der Installation von Red Hat Enterprise Linux von einer DVD auf eine lokale Festplatte.
Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux von einer lokalen Installationsquelle auf ein lokales Speichergerät installieren, stellen Sie sicher, dass Sie mindestens eine Netzwerkschnittstelle manuell konfigurieren, wenn Sie beim erstmaligen Booten des Systems einen Netzwerkzugang benötigen.

Anmerkung

Verwenden Sie das Netzwerkadministrations-Tool, um Ihre Netzwerkkonfiguration nach Abschluss der Installation zu ändern.
Geben Sie den Befehl system-config-network in einer Shell-Eingabeaufforderung ein, um das Netzwerkdministrations-Tool zu starten. Falls Sie nicht Root sind, werden Sie zur Eingabe des Root-Passworts aufgefordert, um fortzufahren.
Das Netzwerkadministrations-Tool ist jetzt veraltet und wird im Verlauf der Lebenszeit von Red Hat Enterprise Linux 6 durch den NetworkManager ersetzt werden.
Um eine Netzwerkverbindung manuell zu konfigurieren, klicken Sie auf die Schaltfläche Netzwerk konfigurieren. Der Dialog Netzwerkverbindungen erscheint, mit dem Sie Kabel-, Funk-, mobile Breitband-, VPN- und DSL-Verbindungen für das System unter Verwendung des NetworkManager-Werkzeugs konfigurieren können. Eine komplette Beschreibung aller möglichen Konfigurationen mit dem NetworkManager geht über den Rahmen dieses Handbuchs hinaus. Dieser Abschnitt listet lediglich die typischsten Szenarien zur Konfiguration von Kabel-Verbindungen während einer Installation detailliert auf.
Netzwerkverbindungen

Abbildung 16.24. Netzwerkverbindungen

Um eine neue Verbindung hinzuzufügen, oder eine Verbindung zu modifizieren oder zu löschen, die zu einem früheren Zeitpunkt des Installationsprozesses konfiguriert wurde, klicken Sie auf den Reiter, der der Art der Verbindung entspricht. Um eine neue Verbindung dieser Art hinzuzufügen, klicken Sie auf Hinzufügen. Um eine bereits existierende Verbindung zu modifizieren, wählen Sie diese aus der Liste aus und klicken auf Bearbeiten. In beiden Fällen erscheint ein Dialogfeld mit einer Reihe von Reitern, die dem bestimmten Verbindungstyp entsprechen, wie unten beschrieben. Um eine Verbindung zu entfernen, wählen Sie diese in der Liste aus, und klicken Sie auf Löschen.
Wenn Sie mit der Bearbeitung der Netzwerkeinstellungen fertig sind, klicken Sie auf Anwenden, um die neue Konfiguration zu speichern. Falls Sie ein Gerät rekonfiguriert haben, das bereits während der Installation aktiv war, so müssen Sie das Gerät neu starten, um die neue Konfiguration zu verwenden — siehe Abschnitt 9.7.1.6, »Ein Netzwerk-Gerät neu starten«.

16.9.1.1. Optionen für alle Verbindungstypen

Bestimmte Konfigurationsoptionen gelten für alle Verbindungstypen.
Geben Sie einen Namen für die Verbindung im Namensfeld Verbindungsname ein.
Wählen Sie Automatisch starten, um die Verbindung automatisch beim Systemstart zu starten.
Wenn ein NetworkManager auf einem installierten System läuft, so steuert die Für alle Benutzer verfügbar machen-Option, ob die Netzwerkkonfiguration systemweit verfügbar ist oder nicht. Vergewissern Sie sich während der Installation, dass Für alle Benutzer verfügbar machen für jede von Ihnen konfigurierte Netzwerkschnittstelle ausgewählt bleibt.

16.9.1.2. Der Kabel-Reiter

Verwenden Sie den Reiter Kabel, um die Media Access Control (MAC) Adresse für den Netzwerkadapter anzugeben und die Maximum Transmission Unit (MTU, in Bytes), die durch die Schnittstelle passieren können, zu bestimmen.
Der Kabel-Reiter

Abbildung 16.25. Der Kabel-Reiter

16.9.1.3. Der Reiter 802.1x-Sicherheit

Verwenden Sie den Reiter 802.1x-Sicherheit, um 802.1X port-based network access control (PNAC) zu konfigurieren. Wählen Sie 802.1X-Sicherheit für diese Verbindung verwenden, um die Zugriffskontrolle zu aktivieren, und geben Sie dann Details zu Ihrem Netzwerk an. Die Konfigurationsoptionen umfassen:
Authentifikation
Wählen Sie eine der folgenden Methoden zur Authentifikation:
  • TLS für Transport Layer Security
  • Tunneled TLS für Tunneled Transport Layer Security, auch als TTLS oder EAP-TTLS bekannt
  • Protected EAP (PEAP) für Protected Extensible Authentication Protocol
Identität
Geben Sie die Identität dieses Servers an.
Benutzer-Zertifikat
Navigieren Sie zu einer persönlichen X.509 Zertifikatsdatei, die mit Distinguished Encoding Rules (DER) oder Privacy Enhanced Mail (PEM) enkodiert ist.
CA-Zertifikat
Navigieren Sie zu einer X.509 Certificate Authority Zertifikatsdatei, die mit Distinguished Encoding Rules (DER) oder Privacy Enhanced Mail (PEM) enkodiert ist.
Privatschlüssel
Navigieren Sie zu einer Privatschlüssel-Datei, die mit Distinguished Encoding Rules (DER), Privacy Enhanced Mail (PEM), oder dem Personal Information Exchange Syntax Standard (PKCS#12) enkodiert ist.
Privatschlüssel-Passwort
Das Passwort für den Privatschlüssel wird im Feld Privatschlüssel angegeben. Wählen Sie Passwort anzeigen, um das Passwort bei der Eingabe anzuzeigen.
Der Reiter 802.1x-Sicherheit

Abbildung 16.26. Der Reiter 802.1x-Sicherheit

16.9.1.4. Der Reiter IPv4-Einstellungen

Verwenden Sie den Reiter IPv4-Einstellungen, um die IPv4-Parameter für die zuvor ausgewählte Netzwerkverbindung zu konfigurieren.
Verwenden Sie das Drop-Down-Menü Methode zur Angabe, welche Einstellungen das System versuchen soll, von einem Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) Dienst, der im Netzwerk läuft, herunterzuladen. Wählen Sie aus den folgenden Optionen:
Automatisch (DHCP)
IPv4-Parameter werden via DHCP-Dienst im Netzwerk konfiguriert.
Nur Automatische Adressen (DHCP)
Die IPv4-Adresse, Netzmaske und Gateway-Adresse werden vom DHCP-Dienst im Netzwerk konfiguriert. DNS-Server und Suchdomänen werden manuell konfiguriert.
Manuell
IPv4-Parameter werden manuell für eine statische Konfiguration konfiguriert.
Nur Link-Local
Eine link-local-Adresse im Bereich 169.254/16 wird der Schnittstelle zugewiesen.
Für andere Computer freigegeben
Das System ist so konfiguriert, dass es Netzwerkzugang für andere Computer bietet. Der Schnittstelle wird eine Adresse im Bereich 10.42.x.1/24 zugewiesen, ein DHCP- und DNS-Server werden gestartet und die Schnittstelle ist mit der Standard-Netzwerkverbindung auf dem System via Network Address Translation (NAT) verbunden.
Deaktiviert
IPv4 ist für diese Verbindung deaktiviert.
Falls Sie eine Methode gewählt haben, die die Eingabe manueller Parameter erfordert, geben Sie die Details der IP-Adresse für diese Schnittstelle, die Netzmaske und das Gateway im Feld Adressen ein. Verwenden Sie die Schaltflächen Hinzufügen und Löschen, um Adressen hinzuzufügen oder zu entfernen. Geben Sie eine kommagetrennte Liste von DNS-Servern im Feld DNS-Server ein, sowie eine kommagetrennte Liste von Domains im Feld Nach Domains suchen für jede Domain ein, die Sie in die Name-Server-Lookups mit einbinden möchten.
Geben Sie optional einen Namen für diese Netzwerkverbindung im Feld DHCP Client-ID ein. Dieser Name muss einzigartig im Subnet sein. Wenn Sie der Verbindung eine aussagekräftige DHCP Client-ID zuweisen, kann diese Verbindung leichter bei der Analyse von Netzwerkproblemen identifiziert werden.
Deselektieren Sie das Auswahlkästchen IPv4-Adressierung für den Abschluss dieser Verbindung erforderlich, damit das System die Verbindung in einem IPv6-aktivierten Netzwerk herstellen kann, falls die IPv4-Konfiguration scheitert, die IPv6-Konfiguration jedoch erfolgreich ist.
Der Reiter IPv4-Einstellungen

Abbildung 16.27. Der Reiter IPv4-Einstellungen

16.9.1.4.1. IPv4-Routen bearbeiten
Red Hat Enterprise Linux konfiguriert eine Anzahl von Routen automatisch, basierend auf den IP-Adressen eines Geräts. Um zusätzliche Routen zu bearbeiten, klicken Sie auf die Schaltfläche Routen. Der Dialog IPv4-Routen bearbeiten erscheint.
Der Dialog IPv4-Routen bearbeiten

Abbildung 16.28. Der Dialog IPv4-Routen bearbeiten

Klicken Sie auf Hinzufügen, um die IP-Adresse, Netzmaske, Gateway-Adresse und Metrik für eine neue statische Route hinzuzufügen.
Wählen Sie Automatisch zugewiesene Routen ignorieren, damit die Schnittstelle nur die hier angegebenen Routen verwendet.
Wählen Sie Diese Verbindung nur für Quellen innerhalb desselben Netzwerks verwenden, um Verbindungen nur auf das lokale Netzwerk einzuschränken.

16.9.1.5. Der Reiter IPv6-Einstellungen

Verwenden Sie den Reiter IPv6-Einstellungen, um die IPv6-Parameter für die zuvor ausgewählte Netzwerkverbindung zu konfigurieren.
Verwenden Sie das Drop-Down-Menü Methode zur Angabe, welche Einstellungen das System versuchen soll, von einem Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) Dienst, der im Netzwerk läuft, herunterzuladen. Wählen Sie aus den folgenden Optionen:
Ignorieren
IPv6 für diese Verbindung ignorieren.
Automatisch
NetworkManager verwendet Router Advertisement (RA) zur Erstellung einer automatischen, zustandslosen Konfiguration.
Automatisch, nur Adressen
NetworkManager verwendet RA zur Erstellung einer automatischen, zustandslosen Konfiguration, aber DNS-Servers und Suchdomänen werden ignoriert und müssen manuell konfiguriert werden.
Automatisch, nur DHCP
NetworkManager verwendet RA nicht, aber fordert Informationen direkt von DHCPv6 an, um eine Konfiguration mit Status zu erstellen.
Manuell
IPv6-Parameter werden manuell für eine statische Konfiguration konfiguriert.
Nur Link-Local
Eine Link-Local-Adresse mit dem fe80::/10 Präfix wird der Schnittstelle zugewiesen.
Falls Sie eine Methode gewählt haben, die die Eingabe manueller Parameter erfordert, geben Sie die Details der IP-Adresse für diese Schnittstelle, die Netzmaske und das Gateway im Feld Adressen ein. Verwenden Sie die Schaltflächen Hinzufügen und Löschen, um Adressen hinzuzufügen oder zu entfernen. Geben Sie eine kommagetrennte Liste von DNS-Servern im Feld DNS-Server ein, sowie eine kommagetrennte Liste von Domains im Feld Nach Domains suchen für jede Domain ein, die Sie in die Name-Server-Lookups mit einbinden möchten.
Geben Sie optional einen Namen für diese Netzwerkverbindung im Feld DHCP Client-ID ein. Dieser Name muss einzigartig im Subnet sein. Wenn Sie der Verbindung eine aussagekräftige DHCP Client-ID zuweisen, kann diese Verbindung leichter bei der Analyse von Netzwerkproblemen identifiziert werden.
Deselektieren Sie das Auswahlkästchen IPv6-Adressierung für die Fertigstellung dieser Verbindung voraussetzen, damit das System diese Verbindung in einem IPv4-aktivierten Netzwerk herstellen kann, falls die IPv6-Konfiguration scheitert, die IPv4-Konfiguration jedoch erfolgreich ist.
Der Reiter IPv6-Einstellungen

Abbildung 16.29. Der Reiter IPv6-Einstellungen

16.9.1.5.1. IPv6-Routen bearbeiten
Red Hat Enterprise Linux konfiguriert eine Anzahl von Routen automatisch, basierend auf den IP-Adressen eines Geräts. Um zusätzliche Routen zu bearbeiten, klicken Sie auf die Schaltfläche Routen. Der Dialog IPv6-Routen bearbeiten erscheint.
Der Dialog IPv6-Routen bearbeiten

Abbildung 16.30. Der Dialog IPv6-Routen bearbeiten

Klicken Sie auf Hinzufügen, um die IP-Adresse, Netzmaske, Gateway-Adresse und Metrik für eine neue statische Route hinzuzufügen.
Wählen Sie Diese Verbindung nur für Quellen innerhalb desselben Netzwerks verwenden, um Verbindungen nur auf das lokale Netzwerk einzuschränken.

16.9.1.6. Ein Netzwerk-Gerät neu starten

Falls Sie ein Netzwerk rekonfiguriert haben, das während der Installation bereits In Gebrauch war, so müssen Sie es in anaconda von der Verbindung trennen und neu verbinden, damit die Änderungen wirksam werden. Anaconda verwendet Interface-Konfiguration (ifcfg) Dateien für die Kommunikation mit dem NetworkManager. Die Verbindung eines Geräts wird unterbrochen, wenn die ifcfg-Datei entfernt wird und die Verbindung wird wieder hergestellt, wenn die ifcfg-Datei wieder hergestellt wird, so lange ONBOOT=yes eingestellt ist. Siehe Red Hat Enterprise Linux 6 Bereitstellungshandbuch unter https://access.redhat.com/knowledge/docs/ für weitere Informationen zu Interface-Konfigurationsdateien.
  1. Drücken Sie Ctrl+Alt+F2, um zum virtuellen Terminal tty2 umzuschalten.
  2. Verschieben Sie die Interface-Konfigurationsdatei an einen temporären Speicherort:
    mv /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-device_name /tmp
    wobei device_name das soeben rekonfigurierte Gerät ist. Zum Beispiel ist ifcfg-eth0 die ifcfg-Datei für eth0.
    Das Gerät besitzt jetzt in anaconda keine Verbindung.
  3. Öffnen Sie die Interface-Konfigurationsdatei im vi-Editor:
    vi /tmp/ifcfg-device_name
  4. Vergewissern Sie sich, dass die Interface-Konfigurationsdatei die Zeile ONBOOT=yes enthält. Falls die Datei die Zeile nicht enthält, fügen Sie sie jetzt hinzu und speichern Sie die Datei.
  5. Verlassen Sie den vi-Editor.
  6. Verschieben Sie die Interface-Konfigurationsdatei zurück ins /etc/sysconfig/network-scripts/-Verzeichnis:
    mv /tmp/ifcfg-device_name /etc/sysconfig/network-scripts/
    Das Gerät ist jetzt in anaconda erneut verbunden.
  7. Drücken Sie Ctrl+Alt+F6, um zu anaconda zurückzukehren.

16.10. Konfiguration von Zeitzonen

Legen Sie Ihre Zeitzone fest, indem Sie die dem Standort Ihres Computers am nächsten liegende Stadt auswählen. Klicken Sie auf die Karte, um eine bestimmte geografische Region der Erde auszuwählen.
Es gibt zwei Arten, wie Sie Ihre Zeitzone auswählen können.
  • Mit Hilfe der Maus können Sie auf der interaktiven Karte auf eine bestimmte Stadt klicken (durch einen gelben Punkt grafisch dargestellt). Daraufhin erscheint ein rotes X, wodurch Ihre Auswahl angezeigt wird.
  • Sie können auch durch die Liste am unteren Rand des Bildschirms scrollen, um Ihre Zeitzone dort auszuwählen. Klicken Sie mit der Maus auf einen Standort, um Ihre Auswahl zu markieren.
Konfiguration der Zeitzone

Abbildung 16.31. Konfiguration der Zeitzone

Wählen Sie Systemuhr verwendet UTC, falls Red Hat Enterprise Linux das einzige Betriebssystem auf Ihrem Rechner ist. Die Systemuhr ist ein Hardwarebestandteil in Ihrem Rechnersystem. Red Hat Enterprise Linux verwendet die Einstellungen für die Zeitzone, um den Zeitabstand zwischen der lokalen Zeit und UTC auf der Systemuhr zu ermitteln. Dieses Verhalten ist Standard für Systeme, die UNIX, Linux oder ähnliche Betriebssysteme verwenden.
Klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren.

Anmerkung

Um die Konfiguration der Zeitzone nach Abschluss Ihrer Installation zu ändern, verwenden Sie das Tool zur Einstellung von Zeit und Datum.
Geben Sie an einer Shell-Eingabeaufforderung den Befehl system-config-date ein, um das Tool zur Einstellung von Zeit und Datum zu starten. Wenn Sie nicht als Root angemeldet sind, werden Sie aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben, um fortfahren zu können.
Um das Tool zur Einstellung von Zeit und Datum als textbasierte Anwendung zu starten, verwenden Sie den Befehl timeconfig.

16.11. Ein Root-Passwort festlegen

Die Einrichtung eines Root-Benutzerkontos und Root-Passworts ist einer der wichtigsten Schritte während Ihrer Installation. Das Root-Benutzerkonto wird zur Installation von Paketen, Aktualisierung von RPMs und für die meisten Prozesse der Systemwartung verwendet. Wenn Sie sich als Root anmelden, haben Sie die komplette Kontrolle über Ihr System.

Anmerkung

Der Root-Benutzer (auch als Superuser bekannt) besitzt uneingeschränkten Zugriff auf das gesamte System. Aus diesem Grund sollten Sie sich als Root ausschließlich zur Systemwartung oder -administration anmelden.
Root-Passwort

Abbildung 16.32. Root-Passwort

Verwenden Sie das Root-Benutzerkonto ausschließlich für die Administration des Systems. Legen Sie ein normales Benutzerkonto (nicht Root) zur allgemeinen Verwendung an, und benutzen Sie den Befehl su, um zum Root-Benutzerkonto zur Durchführung von Aufgaben, die die Authentifizierung als Superuser benötigen, zu wechseln. Diese einfache Regel minimiert die Gefahr, Ihr System durch einen Tippfehler oder einen falschen Befehl zu beschädigen.

Anmerkung

Um in das Root-Benutzerkonto zu wechseln, geben Sie in einem Terminal am Shell-Prompt den Befehl su - ein, und drücken Sie die Eingabe-Taste. Geben Sie anschließend das Root-Passwort ein, und drücken Sie erneut die Eingabe-Taste.
Das Installationsprogramm fordert Sie auf, ein Root-Passwort für Ihr System festzulegen[6] Ohne Eingabe eines Root-Passworts können Sie nicht mit dem nächsten Schritt des Installationsprozesses fortfahren.
Das Root-Passwort muss aus mindestens sechs Zeichen bestehen. Es wird bei der Eingabe nicht auf dem Bildschirm angezeigt. Sie müssen das Passwort zwei Mal eingeben. Stimmen die beiden Eingaben nicht überein, werden Sie vom Installationsprogramm aufgefordert, die Eingabe zu wiederholen.
Sie sollten sich das Root-Passwort merken können, es sollte aber nicht von anderen erraten werden. Ihr Name, Ihre Telefonnummer, qwertz, password, Root, 123456 und anteater sind Beispiele für schlechte Passwörter. Ein sicheres Passwort besteht aus Zahlen, Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung und enthält keine Worte mit Sinn z.B.: Aard387vark oder 420BMttNT. Beachten Sie, dass das Passwort bei der Anwendung auf die korrekte Schreibung aller einzelnen Zeichen überprüft wird. Wenn Sie sich Ihr Passwort notieren, bewahren Sie es an einem sicheren Ort auf. Es wird jedoch empfohlen, dieses Passwort nicht an einem für andere Personen leicht zugänglichen Ort aufzubewahren.

Warnung

Verwenden Sie nicht die in diesem Handbuch angeführten Beispielpasswörter, da dies ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte.
Um Ihr Root-Passwort nach Abschluss der Installation zu ändern, verwenden Sie das Root-Passwort-Werkzeug.
Geben Sie den Befehl system-config-users in einer Shell-Eingabeaufforderung ein, um den Benutzer-Verwalter, ein mächtiges Werkzeug zur Benutzerverwaltung und -konfiguration, zu starten. Falls Sie nicht Root sind, werden Sie zur Eingabe des Root-Passworts aufgefordert, um fortfahren zu können.
Geben Sie das Root-Passwort in das Feld Root-Passwort ein. Red Hat Enterprise Linux zeigt die Zeichen zur Sicherheit nur als Sternchen an. Geben Sie dasselbe Passwort in das Feld Bestätigen ein, um sicherzustellen, dass es korrekt ist. Nachdem Sie das Root-Passwort geändert haben, wählen Sie Weiter, um fortzufahren.

16.12. Speichergeräte zuweisen

Falls Sie mehr als ein Speichergerät auf dem Auswahlbildschirm für Speichergeräte ausgewählt haben (siehe Abschnitt 16.8, »Speichergeräte«), fordert Sie Anaconda auf, welche dieser Geräte für die Installation des Betriebssystems zur Verfügung stehen sollen und welche nur als Datenspeicher an das Dateisystem angehängt werden sollen. Falls Sie nur ein Speichergerät ausgewählt haben, zeigt Anaconda diesen Bildschirm nicht an.
Während der Installation werden die Geräte, die Sie hier ausschließlich für Datenspeicher bestimmen, als Teil des Dateisystems eingehängt, aber nicht partitioniert oder formatiert.
Speichergeräte zuweisen

Abbildung 16.33. Speichergeräte zuweisen

Der Bildschirm ist in zwei Teilfenster aufgeteilt. Das linke Fenster enthält eine Liste von Geräten, die nur für Datenspeicher verwendet werden sollen. Das rechte Fenster enthält eine Liste von Geräten, die zur Installation des Betriebssystems zur Verfügung stehen sollen.
Jede Liste enthält Informationen über die Geräte, die hilfreich für deren Identifizierung sind. Ein kleines Drop-Down-Menü, das mit einem Symbol gekennzeichnet ist, befindet sich rechts des Spaltenkopfs. Mit Hilfe dieses Menüs können Sie den Datentyp auswählen, der auf jedem Gerät präsentiert wird. Verringern oder Vergrößern der Menge an präsentierten Informationen hilft Ihnen ggf., bestimmte Geräte zu identifizieren.
Verschieben Sie ein Gerät von einer Liste in die andere, indem Sie auf das Gerät klicken, und dann entweder auf die Schaltfläche mit einem nach links zeigenden Pfeil klicken, um dieses in die Liste der Datenspeichergeräte zu verschieben, oder auf die Schaltfläche mit einem nach rechts zeigenden Pfeil klicken, um das Gerät in die Liste von Geräten, die zur Installation des Betriebssystems zur Verfügung stehen sollen, zu verschieben.
Die Liste mit denen als Installationsziele verfügbaren Geräte umfasst auch ein Auswahlfeld neben jedem Gerät. Verwenden Sie dieses Auswahlfeld um anzugeben, welches Gerät Sie als Boot-Gerät für das System verwenden möchten.

Wichtig

Falls irgendein Speichergerät einen Bootloader enthält, der den Red Hat Enterprise Linux Bootloader gestaffelt lädt (chain load), binden Sie dieses Speichergerät als eines der Installationszielgeräte ein. Speichergeräte, die Sie als Installationszielgeräte identifizieren, bleiben während der Konfiguration des Bootloaders für Anaconda sichtbar.
Speichergeräte, die Sie auf diesem Bildschirm als Installationszielgeräte identifizieren, werden im Rahmen des Installationsprozesses nicht automatisch gelöscht, wenn Sie nicht die Option Gesamten Platz verwenden auf dem Partitionsbildschirm verwenden (werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 16.15, »Einstellen der Festplattenpartitionierung«).
Wenn Sie die Identifizierung der für die Installation zu verwendenden Geräte abgeschlossen haben, klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren.

16.13. Initialisierung der Festplatte

Wenn keine lesbaren Partitionstabellen auf den vorhandenen Festplatten gefunden werden, fordert Sie das Installationsprogramm dazu auf, die Festplatte zu initialisieren. Durch diesen Vorgang werden sämtliche vorhandene Daten auf der Festplatte unlesbar. Falls Ihr System über eine neue Festplatte verfügt, auf der kein Betriebssystem installiert ist, oder falls Sie alle Partitionen auf der Festplatte entfernt haben, klicken Sie auf Festplatte reinitialisieren.
Das Installationsprogramm präsentiert Ihnen ein separates Dialogfenster für jede Platte, auf der es keine gültige Partitionstabelle lesen kann. Klicken Sie auf die Schaltfläche Alles ignorieren oder die Schaltfläche Alles neu initialisieren, um dieselbe Auswahl auf alle Geräte anzuwenden.
Warnbildschirm – Festplatte wird initialisiert

Abbildung 16.34. Warnbildschirm – Festplatte wird initialisiert

Bestimmte RAID-Systeme oder andere nicht-standardmäßige Konfigurationen können unter Umständen nicht vom Installationsprogramm gelesen werden, so dass Sie ggf. via Eingabeaufforderung aufgefordert werden, die Festplatte zu initialisieren. Das Installationsprogramm reagiert auf physische Plattenstrukturen, die es erkennen kann.
Um die automatische Initialisierung von Festplatten für solche zu aktivieren, bei denen dieses notwendig erscheint, verwenden Sie den Kickstart-Befehl clearpart --initlabel (siehe Kapitel 32, Kickstart-Installationen).

Warnung

Wenn Sie eine nicht standardmäßige Festplattenkonfiguration haben, die während der Installation entfernt werden kann und später erkannt und konfiguriert werden kann, dann schalten Sie das System aus, entfernen Sie die Festplatte, und starten die Installation neu.

16.14. Ein bestehendes System aktualisieren

Wichtig

Red Hat unterstützt keine Aktualisierungen zwischen Hauptversionen von Red Hat Enterprise Linux. Eine Hauptversion ist gekennzeichnet durch eine ganzzahlige Änderung der Versionsnummer. Red Hat Enterprise Linux 5 und Red Hat Enterprise Linux 6 sind zum Beispiel beides Hauptversionen von Red Hat Enterprise Linux.
In-Place-Aktualisierungen über mehrere Haupt-Releases hinweg sichern nicht alle Systemeinstellungen, Dienste oder angepasste Konfigurationen. Aus diesem Grund rät Red Hat dringend zu Neuinstallationen beim Aktualisieren von einer Haupt-Version auf eine andere.
Das Installationssystem erkennt automatisch jegliche Installationen von Red Hat Enterprise Linux. Im Rahmen des Aktualisierungsprozesses wird vorhandene System-Software durch neue Versionen aktualisiert, jedoch keine Daten aus den Benutzerverzeichnissen entfernt. Die vorhandene Partitionierungsstruktur auf Ihren Festplatten ändern sich nicht. Ihre Systemkonfiguration ändert sich nur dann, wenn die Aktualisierung eines Pakets dies verlangt. Die meisten Paketaktualisierungen verändern die Systemkonfiguration nicht, sondern installieren stattdessen eher eine zusätzliche Konfigurationsdatei, die Sie später untersuchen können.
Beachten Sie bitte, dass das von Ihnen verwendete Installationsmedium ggf. nicht alle Software-Pakete beinhaltet, die Sie für eine Aktualisierung Ihres Rechners benötigen.

16.14.1. Der Aktualisierungs-Dialog

Falls auf Ihrem System eine Red Hat Enterprise Linux-Installation existiert, erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie gefragt werden, ob Sie diese Installation aktualisieren möchten. Um eine Aktualisierung eines existierenden Systems durchzuführen, wählen Sie die entsprechende Installation aus der Drop-Down-Liste und wählen Sie Weiter.
Der Aktualisierungs-Dialog

Abbildung 16.35. Der Aktualisierungs-Dialog

Anmerkung

Software, die von Ihnen manuell auf Ihrem existierenden Red Hat Enterprise Linux-System installiert wurde, kann sich nach einer Aktualisierung des Systems ggf. anders verhalten. Sie müssen diese Software nach einer Aktualisierung des Systems ggf. manuell neu installieren oder erneut kompilieren, um sicherzugehen, dass sie ordnungsgemäß auf dem aktualisierten System funktioniert.

16.14.2. Unter Verwendung des Installers aktualisieren

Anmerkung

Im Allgemeinen empfiehlt Red Hat, Benutzerdaten in einer separaten /home-Partition zu platzieren und eine von Grund auf neue Installation durchzuführen. Weitere Informationen zu Partitionen und deren Einrichtung finden Sie unter Abschnitt 9.13, »Einstellen der Festplattenpartitionierung«.
Falls Sie sich dazu entschließen, Ihr System unter Verwendung des Installationsprogramms zu aktualisieren, wird jegliche Software überschrieben, die nicht im Rahmen von Red Hat Enterprise Linux zur Verfügung gestellt wird oder mit Red Hat Enterprise Linux-Software in Konflikt steht. Erstellen Sie daher eine Liste für Referenzzwecke von denen auf Ihrem System derzeit installierten Pakete, bevor Sie auf diese Weise eine Aktualisierung durchführen:
rpm -qa --qf '%{NAME} %{VERSION}-%{RELEASE} %{ARCH} ' > ~/old-pkglist.txt
Gehen Sie diese Liste nach Abschluß der Installation durch, um zu ermitteln, welche Pakete, die nicht von Red Hat stammen, ggf. neu erstellt oder von Quellen abgerufen werden müssen.
Führen Sie als Nächstes eine Sicherung aller Systemkonfigurationsdaten durch:
su -c 'tar czf /tmp/etc-`date +%F`.tar.gz /etc' 
su -c 'mv /tmp/etc-*.tar.gz /home'
Führen Sie eine komplette Sicherung aller wichtigen Daten durch, bevor Sie eine Aktualisierung durchführen. Wichtige Daten können den Inhalt Ihres kompletten /home-Verzeichnisses, sowie Inhalt von Diensten wie ein Apache-, FTP-, oder SQL-Server, oder ein Quellcode-Management-System umfassen. Auch wenn Aktualisierungen nicht destruktiv sind, besteht bei einer unsachgemäßen Durchführung eine geringe Möglichkeit für einen Datenverlust.

Warnung

Beachten Sie bitte, dass die oben aufgeführten Beispiele Backup-Material in einem /home-Verzeichnis speichern. Falls Ihr /home-Verzeichnis sich nicht auf einer separaten Partition befindet, sollten sie diese Beispiele nicht wortwörtlich befolgen! Speichern Sie Ihre Backups auf anderen Geräten, wie CD- oder DVD-Datenträgern oder einer externen Festplatte.
Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 35.2, »Aktualisierung abschließen« für weitere Informationen zur Fertigstellung des Aktualisierungsprozesses zu einem späteren Zeitpunkt.

16.15. Einstellen der Festplattenpartitionierung

Warnung

Sie sollten grundsätzlich eine Sicherung aller Daten auf Ihrem System durchführen. Wenn Sie zum Beispiel ein Dual-Boot-System erstellen oder aktualisieren, sollten Sie eine Sicherung für alle Daten auf den Festplatten durchführen. Fehler treten immer mal auf und können zu einem totalen Datenverlust führen.

Wichtig

Falls Sie Red Hat Enterprise Linux im Textmodus installieren, können Sie nur die standardmäßigen Partitionierungsschemata nutzen, die in diesem Abschnitt beschrieben werden. Das heißt, Sie können keine zusätzlichen Partitionen zu denen, die das Installationsprogramm automatisch hinzufügt oder entfernt, hinzufügen oder löschen. Falls Sie zum Zeitpunkt der Installation ein angepasstes Layout benötigen, sollten Sie daher eine grafische Installation über eine VNC-Verbindung oder eine Kickstart-Installation durchführen.
Weiterhin stehen erweiterte Optionen wie LVM, verschlüsselte Dateisysteme und größenveränderbare Dateisysteme nur im grafischen Modus und in Kickstart-Installationen zur Verfügung.

Wichtig

Wenn Sie über eine RAID-Karte verfügen, denken Sie daran, dass einige BIOSe das Booten von RAID-Karten nicht unterstützen. In solchen Fällen muss die /boot/-Partition auf einer Partition außerhalb des RAID-Arrays, wie zum Beispiel auf einer separaten Festplatte, erstellt werden. Eine interne Festplatte ist notwendig für die Partitionserstellung mit problematischen RAID-Karten.
Eine /boot/-Partition ist auch für das Einrichten von Software-RAID notwendig.
Wenn Sie Ihr System automatisch partitionieren möchten, sollten Sie Angelegte Partitionen prüfen wählen und Ihre /boot/-Partition manuell bearbeiten.
Das Partitionieren ermöglicht es Ihnen, Ihre Festplatte in einzelne Abschnitte zu unterteilen, die alle als selbständige Laufwerke fungieren. Das Partitionieren ist besonders hilfreich, wenn Sie mehr als ein Betriebssystem verwenden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie Ihr System partitionieren wollen, lesen Sie Anhang A, Eine Einführung in Festplattenpartitionen für weitere Informationen.
Einstellen der Festplattenpartitionierung

Abbildung 16.36. Einstellen der Festplattenpartitionierung

Sie können auf diesem Bildschirm wählen, ob Sie das Standard-Layout in einem, oder vier verschiedenen Schritten erzeugen wollen, oder ob Sie die Partitionierung manuell durchführen möchten, um ein angepasstes Layout zu erstellen.
Die ersten vier Optionen ermöglichen Ihnen die Durchführung einer automatischen Installation, ohne dass Sie Ihre Festplatte(n) selbst partitionieren müssen. Wenn Sie mit dem manuellen Partitionieren Ihres Systems noch nicht vertraut sind, sollten Sie eine dieser Optionen auswählen und die Partitionierung der Datenträger dem Installationsprogramm überlassen. Abhängig von der von Ihnen gewählten Option können Sie dennoch kontrollieren, welche Daten (falls vorhanden) vom System entfernt werden.
Ihre Optionen sind:
Gesamten Platz verwenden
Wählen Sie diese Option, um alle Partitionen auf Ihrer Festplatte zu entfernen (dies umfasst Partitionen wie Windows VFAT- oder NTFS-Partitionen, die von anderen Betriebssystemen erstellt wurden).

Warnung

Falls Sie diese Option auswählen, werden alle Daten auf der/den ausgewählten Festplatte(n) vom Installationsprogramm entfernt. Wählen Sie diese Option nicht aus, wenn Sie Informationen auf Ihrer/Ihren Festplatte(n) beibehalten möchten, auf denen Sie Red Hat Enterprise Linux installieren.
Verwenden Sie diese Option speziell dann nicht, wenn Sie ein System so konfigurieren, dass es den Red Hat Enterprise Linux Bootloader aus einem anderen Bootloader heraus lädt (chain loading).
Bestehende(s) Linux-System(e) ersetzen
Wählen Sie diese Option, um nur Partitionen zu entfernen, die von früheren Linux-Installationen erstellt wurden. Dies entfernt keine anderen Partitionen, die Sie ggf. auf Ihrer/Ihren Festplatte(n) besitzen (wie beispielsweise VFAT- oder FAT32-Partitionen).
Aktuelles System verkleinern
Wählen Sie diese Option, um die Größe Ihrer derzeitigen Daten und Partitionen manuell zu ändern und in dem freiwerdenden Platz ein Standard-Layout für Red Hat Enterprise Linux zu installieren.

Warnung

Falls Sie Partitionen verkleinern, auf denen andere Betriebssysteme installiert sind, können Sie diese Betriebssysteme ggf. nicht benutzen. Auch wenn diese Partitionierungsoption keine Daten zerstört, benötigen Betriebssysteme üblicherweise etwas freien Speicherplatz in ihren Partitionen. Finden Sie heraus, wie viel Platz Sie freilassen müssen, bevor Sie eine Partition verkleinern, auf der sich ein Betriebssystem befindet.
Freien Platz verwenden
Wählen Sie diese Option, um Ihre aktuellen Daten und Partitionen beizubehalten und Red Hat Enterprise Linux in dem verfügbaren Speicherplatz auf den Speicherlaufwerken zu installieren. Stellen Sie sicher, dass genügend Speicherplatz auf den Speicherlaufwerken vorhanden ist, bevor Sie diese Option auswählen — siehe Abschnitt 11.4, »Verfügen Sie über genügend Platz auf der Festplatte?«.
Maßgeschneidertes Layout erstellen
Wählen Sie diese Option, um Speichergeräte manuell zu partitionieren und maßgeschneiderte Layouts zu erstellen. Siehe Abschnitt 16.17, »Ein maßgeschneidertes Layout erstellen oder das Standard-Layout modifizieren«.
Wählen Sie Ihre bevorzugte Partitionsmethode aus, indem Sie auf den Radio-Button links neben der Beschreibung im Dialog-Feld klicken.
Wählen Sie System verschlüsseln, um alle Partitionen außer der /boot-Partition zu verschlüsseln. Werfen Sie einen Blick auf Anhang C, Festplattenverschlüsselung für Informationen zur Verschlüsselung.
Wählen Sie die Option Prüfen, um die bei der automatischen Partitionierung erstellten Partitionen zu überprüfen und notwendige Änderungen vorzunehmen. Nach der Auswahl von Prüfen klicken Sie anschließend zum Fortfahren auf Weiter, und es werden die durch Anaconda erstellten Partitionen angezeigt. Sie haben die Möglichkeit, diese Partitionen zu ändern, falls diese nicht Ihren Bedürfnissen entsprechen.

Wichtig

Um den Red Hat Enterprise Linux Bootloader so zu konfigurieren, dass er von einem anderen Bootloader gestaffelt geladen wird (chain load), müssen Sie das Boot-Laufwerk manuell angeben. Falls Sie irgendeine der automatischen Partitionierungsoptionen auswählen, müssen Sie jetzt die Option Partitionslayout überprüfen und modifizieren auswählen, bevor Sie auf Weiter klicken, da Sie ansonsten kein korrektes Boot-Laufwerk angeben können.

Wichtig

Wenn Sie Red Hat Enterprise Linux 6 auf einem System mit Multipath- und Nicht-Multipath-Speichergeräten installieren, erstellt das automatische Partitionierungs-Layout im Installationsprogramm unter Umständen Datenträgergruppen, die eine Komination aus Multipath- und Nicht-Multipath-Geräten enthalten. Dies würde dem Sinn und Zweck von Multipath-Speicher zuwiderlaufen.
Wir empfehlen Ihnen, auf dem Bildschirm zur Geräteauswahl, der nach der Auswahl der automatischen Partitionierung erscheint, nur Multipath- bzw. nur Nicht-Multipath-Geräte auswählen.
Klicken Sie, nachdem Sie Ihre Auswahl getroffen haben, auf Weiter, um fortzufahren.

16.16. Partitionen verschlüsseln

Falls Sie die Option System verschlüsseln gewählt haben, fordert der Installer Sie zur Eingabe einer Passphrase auf, mit der die Partitionen auf dem System entschlüsselt werden.
Partitionen werden unter Verwendung von Linux Unified Key Setup verschlüsselt — werfen Sie einen Blick auf Anhang C, Festplattenverschlüsselung für weitere Informationen.
Passphrase für verschlüsselte Partition eingeben

Abbildung 16.37. Passphrase für verschlüsselte Partition eingeben

Wählen Sie eine Passphrase und geben Sie diese in jedes der beiden Felder des Dialogfelds ein. Sie müssen diese Passphrase jedes Mal beim Booten des Systems eingeben.

Warnung

Wenn Sie diese Passphrase verlieren, kann auf alle verschlüsselten Partitionen und die darauf befindlichen Daten nicht mehr zugegriffen werden. Es gibt keine Möglichkeit, eine verloren gegangene Passphrase wiederherzustellen.
Beachten Sie bitte, dass Sie beim Durchführen einer Kickstart-Installation von Red Hat Enterprise Linux Verschlüsselungs-Passphrases speichern, sowie Sicherungs-Passphrases zur Verschlüsselung erstellen können. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt C.3.2, »Passphrasen speichern« und Abschnitt C.3.3, »Sicherungs-Passphrasen erstellen und speichern«.

16.17. Ein maßgeschneidertes Layout erstellen oder das Standard-Layout modifizieren

Wenn Sie sich für eine der drei Optionen zur automatischen Partitionierung entschieden und Prüfen nicht gewählt haben, fahren Sie bitte fort mit Abschnitt 16.18, »Änderungen auf die Festplatte schreiben«.
Wenn Sie eine der automatischen Partitionierungsoptionen und Prüfen gewählt haben, können Sie entweder die aktuellen Partitionseinstellungen verwenden (klicken Sie auf Weiter) oder die Einstellung manuell im Partitionierungsbildschirm verändern.
Wenn Sie ein angepasstes Layout erstellen möchten, müssen Sie jetzt dem Installationsprogramm mitteilen, wo Red Hat Enterprise Linux installiert werden soll. Hierzu geben Sie Einhängepunkte für eine oder mehrere Partitionen, auf denen Red Hat Enterprise Linux installiert werden soll, an.
Wenn Sie sich noch keine Gedanken gemacht haben, wie Sie Ihre Partitionen einrichten möchten, finden Sie im Anhang A, Eine Einführung in Festplattenpartitionen und Abschnitt 16.17.5, »Empfohlenes Partitionsschema« weitere Informationen. Sie benötigen mindestens eine Root-Partition (/) von geeigneter Größe, eine /boot/-Partition, eine PReP Boot-Partition und eine Swap-Partition, die derselben bis doppelten Größe des RAM auf Ihrem System entspricht.
Anaconda kann alle Partitionierungsanforderungen für eine typische Installation handhaben.
Partitionierung unter IBM System p

Abbildung 16.38. Partitionierung unter IBM System p

Der Partitionierungsbildschirm besteht aus zwei Teilfenstern. Das obere Teilfenster beinhaltet eine grafische Darstellung der im unteren Teilfenster ausgewählten Festplatte, des logischen Datenträgers oder RAID-Geräts.
Über der Anzeige können Sie den Namen des Laufwerks überprüfen (wie beispielsweise /dev/sda oder LogVol00), dessen Größe (in MB) sowie dessen Modell, wie es durch das Installationsprogramm erkannt wurde.
Wenn Sie einmal mit der Maus klicken, heben Sie ein spezielles Feld der grafischen Darstellung hervor. Mit Hilfe von zwei Mausklicks können Sie eine der bereits existierenden Partitionen bearbeiten, oder eine Partition an einer freien Stelle erstellen.
Das untere Teilfenster beinhaltet eine Liste aller Laufwerke, logischen Datenträger und RAID-Geräte, die während der Installation verwendet werden sollen, wie zu einem früheren Zeitpunkt im Installationsprozess angegeben — siehe Abschnitt 16.12, »Speichergeräte zuweisen«
Geräte werden nach Typ gruppiert. Klicken Sie auf die kleinen Dreiecke links neben jedem Gerätetyp, um Geräte mit diesem Typ anzuzeigen, bzw. zu verstecken.
Anaconda zeigt mehrere Details für jedes aufgelistete Gerät an:
Gerät
Der Name des Geräts, des logischen Datenträgers oder der Partition
Größe (MB)
Die Größe des Geräts, des logischen Datenträgers oder der Partition (in MB)
Einhängepunkt/RAID/Volume
Der Einhängepunkt (Position innerhalb eines Dateisystems), auf dem eine Partition eingehängt werden soll, oder der Name des RAID oder logischen Datenträgerverbunds, zu dem er gehört
Typ
Der Partitionstyp. Falls die Partition eine Standard-Partition ist, zeigt dieses Feld den Dateisystemtyp auf der Partition (z.B. ext4) an. Ansonsten zeigt es an, dass die Partition ein physischer Datenträger (LVM) oder Teil eines Software-RAIDs ist.
Formatieren
Ein Häkchen in dieser Spalte zeigt an, dass die Partition im Verlauf der Installation formatiert wird.
Unterhalb des unteren Teilfensters befinden sich vier Schaltfächen: Erstellen, Bearbeiten, Löschen und Zurücksetzen.
Wählen Sie ein Gerät oder eine Partition aus, indem Sie darauf entweder in der grafischen Darstellung im oberen Teilfenster oder in der Liste im unteren Teilfenster klicken. Klicken Sie anschließend auf eine der vier Schaltflächen, um die folgenden Aktionen auszuführen:
Erstellen
Eine neue Partition, einen logischen Datenträger oder ein Software-RAID erstellen
Bearbeiten
Eine bestehende Partition, logischen Datenträger oder Software-RAID ändern. Beachten Sie, dass Sie Partitionen mit der Größe ändern-Schaltfläche nur verkleinern, nicht aber vergrößern können.
Löschen
Eine Partition, einen logischen Datenträger oder ein Software-RAID löschen
Zurücksetzen
Alle auf diesem Bildschirm gemachten Änderungen rückgängig machen

16.17.1. Speicher erstellen

Der Dialog Speicher erstellen ermöglicht das Erstellen von neuen Speicherpartitionen, logischen Datenträgern und Software-RAIDs. Anaconda zeigt Optionen je nach Verfügbarkeit an, abhängig von dem Speicher, der bereits auf dem System existiert oder so konfiguriert ist, dass er zum System transferiert wird.
Speichergerät erstellen

Abbildung 16.39. Speichergerät erstellen

Optionen werden wie folgt nach Partition erstellen, Software-RAID erstellen und LVM erstellen gruppiert:

Partition erstellen

Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 9.15.2, »Hinzufügen von Partitionen« für Details zum Dialog Partition hinzufügen.

Software-RAID erstellen

Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 23.15.3, »Software-RAID erstellen« für weitere Details.
  • RAID-Partition — erstellt eine Partition, die Teil eines Software-RAID-Geräts sein soll, in nicht zugewiesenem Speicherbereich. Um ein Software-RAID-Gerät zu erstellen, müssen mindestens zwei oder mehr RAID-Partitionen auf dem System verfügbar sein.
  • RAID-Gerät — vereint eine oder mehrere RAID-Partitionen in einem Software-RAID-Gerät. Wenn Sie diese Option wählen, können Sie den Typ des zu erstellenden RAID-Geräts (das RAID-Level) angeben. Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn zwei oder mehr RAID-Partitionen auf dem System verfügbar sind.

Logische LVM-Datenträger erstellen

Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 16.17.4, »Logische LVM-Datenträger erstellen« für weitere Details.
  • Physischer LVM-Datenträger — erstellt einen physischen Datenträger in noch nicht zugewiesenem Speicherbereich.
  • LVM-Datenträgerverbund — erstellt einen Datenträgerverbund aus einem oder mehreren physischen Datenträgern. Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn mindestens ein physischer Datenträger auf dem System verfügbar ist.
  • Logischer LVM-Datenträger — erstellt einen logischen Datenträger in einem Datenträgerverbund. Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn mindestens ein Datenträgerverbund auf dem System verfügbar ist.

16.17.2. Hinzufügen von Partitionen

Um eine neue Partition hinzuzufügen, wählen Sie die Schaltfläche Erstellen. Ein Dialogfeld erscheint (siehe Abbildung 16.40, »Erstellen einer neuen Partition«).

Anmerkung

Sie müssen mindestens eine Partition für diese Installation reservieren, optional mehrere. Für weitere Informationen siehe Anhang A, Eine Einführung in Festplattenpartitionen.
Erstellen einer neuen Partition

Abbildung 16.40. Erstellen einer neuen Partition

  • Einhängepunkt: Geben Sie den Einhängepunkt der Partition ein. Wenn diese Partition zum Beispiel die Root-Partition sein soll, geben Sie / ein; geben Sie dagegen /boot für die /boot- Partition ein usw. Sie können auch das Pull-Down-Menü verwenden, um den richtigen Einhängepunkt für Ihre Partition zu wählen. Für eine Swap-Partition sollte der Einhängepunkt nicht gesetzt werden — das Einrichten des Dateisystemtyps als swap ist ausreichend.
  • Dateisystemtyp: Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü den entsprechenden Dateisystemtyp für diese Partition aus. Weitere Informationen zu Dateisystemtypen finden Sie im Abschnitt Abschnitt 16.17.2.1, »Dateisystemtypen«.
  • Verfügbare Festplatten: Dieses Feld enthält eine Liste der Festplatten, die in Ihrem System installiert sind. Wenn das Kästchen einer Festplatte markiert ist, kann eine gewünschte Partition auf dieser Festplatte erstellt werden. Wenn das Kästchen nicht aktiviert ist, kann die Partition in keinem Fall auf dieser Festplatte erstellt werden. Indem Sie unterschiedliche Kontrollkästchen-Einstellungen verwenden, können Sie entscheiden, wo Anaconda die Partitionen anlegen soll oder aber Anaconda entscheiden lassen, wo die Partitionen erstellt werden sollen.
  • Größe (MB): Geben Sie die Größe der Partition (in Megabytes) an. Beachten Sie, dass dieses Feld mit 200 MB beginnt; wenn Sie diese Einstellung nicht ändern, erstellen Sie eine Partition mit 200 MB.
  • Zusätzliche Optionen für die Größe: Entscheiden Sie, ob die Partition eine feste Größe beibehalten soll, ob sie "wachsen" (den übrigen Speicherraum auf der Festplatte bis zu einem gewissen Maß füllen kann) oder den gesamten verfügbaren Speicherplatz auf der Festplatte füllen soll.
    Wenn Sie Den gesamten Platz ausfüllen bis (MB) wählen, müssen Sie Größenangaben in das Feld rechts von der Option eingeben. Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, einen gewissen Speicherplatz auf der Festplatte für eventuellen späteren Gebrauch frei zu lassen.
  • Eine primäre Partition erzwingen: Wählen Sie aus, ob die Partition, die Sie erstellen, eine der ersten vier Partitionen auf der Festplatte sein soll. Sofern dies nicht ausgewählt ist, wird die Partition als eine logische Partition angelegt. Siehe Abschnitt A.1.3, »Partitionen innerhalb von Partitionen — Ein Überblick über erweiterte Partitionen« für weitere Informationen.
  • Verschlüsseln: Wählen Sie, ob die Partition verschlüsselt werden soll, so dass auf die auf ihr abgespeicherten Daten ohne Passwort nicht zugegriffen werden kann, auch wenn das Speichergerät mit einem anderen System verbunden ist. Werfen Sie einen Blick auf Anhang C, Festplattenverschlüsselung für Informationen zu Verschlüsselung auf Speichergeräten. Wenn Sie diese Option auswählen, fordert Sie der Installer zur Eingabe eines Passworts auf, bevor er die Partition auf die Platte schreibt.
  • OK: Wählen Sie OK, wenn Sie die Einstellungen bestätigen und die Partition erstellen möchten.
  • Abbrechen: Wählen Sie Abbrechen, wenn Sie die Partition nicht erstellen möchten.

16.17.2.1. Dateisystemtypen

Mit Red Hat Enterprise Linux können Sie verschiedene Partitionstypen und Dateisysteme erstellen. Es folgt eine kurze Beschreibung der verschiedenen Dateisysteme und wie diese eingesetzt werden können.

Partitionstypen

  • Standard-Partition — Eine Standard-Partition kann ein Dateisystem oder einen Swap-Bereich beinhalten. Sie kann außerdem einen Container für Software-RAID oder einen logisches LVM-Datenträger bereitstellen.
  • Swap — Swap-Partitionen dienen der Unterstützung von virtuellem Speicher. Mit anderen Worten, es werden Daten auf eine Swap-Partition geschrieben, wenn unzureichend Arbeitsspeicher (RAM) für die Daten, die Ihr System verarbeitet, zur Verfügung steht. Siehe Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch für zusätzliche Informationen.
  • Software-RAID — Das Anlegen von zwei oder mehreren Software-RAID-Partitionen ermöglicht Ihnen das Erstellen eines RAID-Geräts. Für weitere Informationen zu RAID siehe Kapitel RAID (Redundant Array of Independent Disks) im Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch.
  • Physischer Datenträger (LVM) — Das Anlegen einer oder mehrerer physischer Datenträger (LVM) Partitionen ermöglicht Ihnen das Erstellen eines logischen LVM-Datenträgers. LVM kann die Leistungsfähigkeit unter Verwendung von physischen Festplatten steigern. Für weitere Informationen zu LVM siehe Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch.

Dateisysteme

  • ext4 — Das ext4-Dateisystem basiert auf dem ext3-Dateisystem und beinhaltet einige Verbesserungen. Diese schließen die Unterstützung größerer Dateisysteme und Dateien, schnellere und effizientere Zuordnung von Speicherplatz, keine Beschränkung der Anzahl von Unterverzeichnissen in einem Verzeichnis, schnellere Prüfung des Dateisystems und widerstandsfähigeres Journaling ein. Das ext3-Dateisystem wird standardmäßig ausgewählt und wird dringend empfohlen.
  • ext3 — Das ext3-Dateisystem basiert auf dem ext2-Dateisystem, und hat einen großen Vorteil — Journaling. Das Verwenden eines Dateisystems mit Journaling-Funktion verringert die Zeit, die für das Wiederherstellen von Dateisystemen nach einem Systemabsturz aufgewendet werden muss, da das Dateisystem nicht mit fsck [7] überprüft werden muss.
  • ext2 — Das ext2-Dateisystem unterstützt Standard-Unix-Dateitypen (reguläre Dateien, Verzeichnisse, symbolische Links, etc.). Es können lange Dateinamen mit bis zu 255 Zeichen vergeben werden.
  • Xfs — XFS ist ein hochskalierbares Hochleistungs-Dateisystem, das Dateisysteme mit einer Größe bis zu 16 Exabytes (ungefähr 16 Millionen Terabytes), Dateien mit einer Größe bis zu 8 Exabytes (ungefähr 8 Millionen Terabytes) und Verzeichnisstrukturen mit zehn Millionen Einträgen unterstützt. XFS unterstützt Metadaten-Journaling, was eine schnellere Wiederherstellung nach einem Absturz ermöglicht. Das XFS-Dateisystem kann außerdem defragmentiert und in seiner Größe geändert werden, während es eingehängt und in Gebrauch ist.
  • Vfat — Das VFAT-Dateisystem ist ein Linux-Dateisystem, das mit den langen Dateinamen unter Microsoft Windows auf dem FAT-Dateisystem kompatibel ist.
  • Btrfs — Btrfs ist ein in Entwicklung befindliches Dateisystem, das mehr Dateien, größere Dateien und größere Laufwerke als ext2-, ext3- und ext4-Dateisysteme adressieren und verwalten kann. Btrfs soll das Dateisystem fehlertolerant machen und die Erkennung und Behebung von Fehlern ermöglichen, wenn diese auftreten. Es verwendet Prüfsummen, um die Unversehrtheit von Daten und Metadaten sicherzustellen und legt Snapshots des Dateisystems an, die zur Sicherung oder Reparatur genutzt werden können.
    Weil Btrfs sich noch immer in der Entwicklung befindet, bietet das Installationsprogramm es standardmäßig nicht an. Falls Sie auf einer Partition ein Btrfs-Dateisystem erstellen möchten, müssen Sie den Installationsprozess unter Verwendung der Boot-Option btrfs starten. Unter Kapitel 28, Boot-Optionen finden Sie eine Anleitung.

    Warnung

    Red Hat Enterprise Linux 6 beinhaltet Btrfs als Technologievorschau und ermöglicht es Ihnen daher, mit diesem Dateisystem zu experimentieren. Sie sollten Btrfs nicht für Partitionen wählen, die wichtige Daten enthalten oder für den Betrieb wichtiger Systeme essentiell sind.

16.17.3. Software-RAID erstellen

Redundant arrays of independent disks (RAIDs) werden aus mehreren Speichergeräten zusammengestellt, die so arrangiert werden, dass Sie eine verbesserte Leistung und — bei einigen Konfigurationen — eine höhere Fehlertoleranz bieten. Werfen Sie einen Blick in das Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch für eine Beschreibung verschiedener Arten von RAIDs.
Um ein RAID-Gerät zu erstellen, müssen Sie zunächst Software-RAID-Partitionen erstellen. Sobald Sie zwei oder mehrere Software-RAID-Partitionen erstellt haben, wählen Sie RAID, um die Software-RAID-Partitionen zu einem RAID-Gerät zusammenzufügen.
RAID-Partition
Wählen Sie diese Option, um eine Partition für Software-RAID zu konfigurieren. Es ist die einzig verfügbare Option, wenn Ihre Platte keine Software-RAID-Partitionen enthält. Dies ist der gleiche Dialog, der erscheint, wenn Sie eine Standardpartition hinzufügen — werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 16.17.2, »Hinzufügen von Partitionen« für eine Beschreibung der verfügbaren Optionen. Beachten Sie jedoch, dass der Dateisystemtyp auf Software-RAID gesetzt werden muss.
Erstellen einer Software-RAID-Partition

Abbildung 16.41. Erstellen einer Software-RAID-Partition

RAID-Gerät
Wählen Sie diese Option, um ein RAID-Gerät aus zwei oder mehreren bereits existierenden RAID-Partitionen zu erstellen. Diese Option steht zur Verfügung, wenn zwei oder mehrere Software-RAID-Partitionen konfiguriert wurden.
Ein RAID-Gerät erstellen

Abbildung 16.42. Ein RAID-Gerät erstellen

Wählen Sie den Dateisystemtyp wie für eine Standardpartition.
Anaconda schlägt automatisch einen Namen für das RAID-Gerät vor, Sie können jedoch manuell Namen von md0 bis md15 auswählen.
Markieren Sie die Auswahlkästchen neben den einzelnen Speichergeräten, um sie zu diesem RAID hinzuzufügen, oder zu entfernen.
Das RAID-Level entspricht einem bestimmten RAID-Typ. Wählen Sie aus den folgenden Optionen:
  • RAID 0 — verteilt Daten über mehrere Speichergeräte hinweg. RAIDs der Stufe 0 bieten bessere Performance im Vergleich zu Standardpartitionen und können zum Poolen des Speichers mehrerer Geräte auf einem großen virtuellen Gerät verwendet werden. Bitte beachten Sie, dass RAIDS der Stufe 0 keine Redundanz bieten und dass das Fehlschlagen eines Geräts im Array das gesamte Array zerstört. RAID 0 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
  • RAID 1 — spiegelt die Daten auf einem Speichergerät auf ein oder mehrere andere Speichergeräte. Zusätzliche Geräte im Array bieten ein höheres Niveau an Redundanz. RAID 1 benötigt mindestens zwei RAID-Partitionen.
  • RAID 4 — verteilt Daten auf mehreren Speichergeräten, nutzt jedoch nur ein Gerät im Array, um die Paritätsinformationen, die im Falle eines Ausfalls eines Geräts im Array als Sicherheitsmaßnahme für das Array einspringen. Da alle Paritätsinformationen auf diesem einen Gerät abgelegt sind, führt ein Zugriff auf dieses Gerät zu einem Engpass bezüglich der Leistung des Arrays. RAID 4 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
  • RAID 5 — verteilt Daten und Paritätsinformationen über mehrere Speichergeräte hinweg. Level 5 RAID bietet daher Leistungsvorteile bei der Verteilung von Daten über mehrere Geräte hinweg, hat jedoch nicht die Leistungsengpässe von Level 4 RAIDs, da die Paritätsinformationen ebenfalls über das gesamten Array verteilt werden. RAID 5 benötigt mindestens drei RAID-Partitionen.
  • RAID 6 — Level 6 RAIDs ähneln Level 5 RAIDs, speichern jedoch zwei Sets an Paritätsdaten, anstatt nur einem. RAID 6 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.
  • RAID 10 — Level 10 RAIDs sind verschachtelte RAIDs oder Hybrid RAIDs. Level 10 RAIDs werden durch das Verteilen von Daten auf gespiegelte Sets von Speichergeräten erstellt. So besteht beispielsweise ein Level 10 RAID, das aus vier RAID-Partitionen erstellt wurde, aus zwei Paar Partitionen, bei denen eine Partition die andere spiegelt. Daten werden dann über beide Paare von Speichergeräten verteilt, wie bei Level 0 RAID. RAID 10 benötigt mindestens vier RAID-Partitionen.

16.17.4. Logische LVM-Datenträger erstellen

Wichtig

Die erstmalige Einrichtung von LVM ist bei einer Installation im Textmodus nicht verfügbar. Falls Sie eine LVM-Konfiguration von Grund auf erstellen müssen, drücken Sie Alt+F2, um das Terminal zu verwenden und führen Sie den Befehl lvm aus. Um in die Installation im Textmodus zurückzukehren, drücken Sie Alt+F1.
Logical Volume Management (LVM) liefert eine einfache, logische Anzeige von dem zugrunde liegenden Speicherplatz, wie beispielsweise Festplatten oder LUNs. Partitionen auf physischem Speicher werden als Physische Datenträger dargestellt, welche als Datenträgergruppen gruppiert werden können. Jede Datenträgergruppe kann in mehrere Logische Datenträger unterteilt werden, von denen jede einer standardmäßigen Festplatten-Partition entspricht. Aus diesem Grund fungieren logische LVM-Datenträger als Partitionen, die sich über mehrere physische Platten erstrecken können.
Um mehr über LVM zu lesen, werfen Sie einen Blick in das Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch. Beachten Sie bitte, dass LVM nur im Rahmen des grafischen Installationsprogramms verfügbar ist.
Physischer LVM-Datenträger
Wählen Sie diese Option, um eine Partition oder ein Gerät als einen physischen LVM-Datenträger zu konfigurieren. Diese Option steht exklusiv zur Verfügung, wenn Ihr Speichergerät nicht bereits LVM-Datenträgerverbünde enthält. Dieser Dialog ist derselbe wie beim Hinzufügen einer standardmäßigen Partition — werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 16.17.2, »Hinzufügen von Partitionen« für eine Beschreibung der verfügbaren Optionen. Beachten Sie jedoch, dass Dateisystemtyp auf Physischer Datenträger (LVM) gesetzt werden muss.
Einen physischen LVM-Datenträger erstellen

Abbildung 16.43. Einen physischen LVM-Datenträger erstellen

LVM-Datenträgerverbund erstellen
Wählen Sie diese Option, um LVM-Datenträgerverbünde aus den verfügbaren physischen LVM-Datenträgern zu erstellen oder existierende logische Datenträger zu einem Datenträgerverbund hinzuzufügen.
LVM-Datenträgerverbund erstellen

Abbildung 16.44. LVM-Datenträgerverbund erstellen

Um einem Datenträgerverbund einen oder mehrere physische Datenträger zuzuweisen, geben Sie dem Datenträgerverbund zunächst einen Namen. Wählen Sie dann die physischen Datenträger, die im Datenträgerverbund verwendet werden sollen. Konfigurieren Sie abschließend die logischen Datenträger in einem beliebigen Datenträgerverbund unter Verwendung der Optionen Hinzufügen, Bearbeiten und Löschen.
Sie können ggf. einen physischen Datenträger nicht aus einem Datenträgerverbund entfernen, wenn dies dazu führt, dass nicht genügend Platz auf den logischen Datenträgern des Verbunds verfügbar ist. Nehmen Sie beispielsweise einen Datenträgerverbund, der aus zwei 5 GB physischen LVM-Datenträger-Partitionen besteht, und einen 8 GB großen logischen Datenträger beinhaltet. Der Installer wird es Ihnen nicht gestatten, eine der beiden physischen Datenträger-Komponenten zu entfernen, da dies nur 5 GB an Platz im Verbund für einen 8 GB großen logischen Datenträger übrig ließe. Wenn Sie den gesamten Platz von einem beliebigen logischen Datenträger entsprechend anpassen möchten, können Sie anschließend einen physischen Datenträger aus dem Datenträgerverbund entfernen. In dem zuvor erwähnten Beispiel würde das Reduzieren der Größe des logischen Datenträgers auf 4 GB das Entfernen eines der beiden 5 GB physischen Datenträgers ermöglichen.
Logischen Datenträger erstellen
Wählen Sie diese Option, um einen logischen LVM-Datenträger zu erstellen. Wählen Sie einen Einhängepunkt, ein Dateisystemtyp und eine Größe (in MB), analog zu einer standardmäßigen Festplattenpartition. Sie können außerdem einen Namen für den logischen Datenträger wählen und einen Datenträgerverbund angeben, dem dieser zugeordnet werden soll.
Logischen Datenträger erstellen

Abbildung 16.45. Logischen Datenträger erstellen

16.17.5. Empfohlenes Partitionsschema

Sofern Sie keinen Grund für ein anderes Vorgehen haben, empfehlen wir, die folgenden Partitionen zu erstellen:
  • Eine Swap-Partition (mindestens 256 MB) — Swap-Partitionen dienen der Unterstützung von virtuellem Speicher. Mit anderen Worten, es werden Daten auf eine Swap-Partition geschrieben, wenn unzureichend Arbeitsspeicher (RAM) für die Daten, die Ihr System verarbeitet, zur Verfügung steht.
    In den letzten Jahren erhöhte sich die empfohlene Menge für Swap-Space linear mit der Menge an RAM im System. Moderne Systeme verfügen jedoch leicht über mehrere hundert Gigabyte Arbeitsspeicher, so dass heutzutage gilt, dass die erforderliche Menge an Swap-Space für ein System eine Funktion der auf dem System vorliegenden Speicherauslastung ist.
    Allerdings wird die Menge an Swap-Space in der Regel zum Zeitpunkt der Installation festgelegt, und es gestaltet sich schwierig, eine Vorhersage über die zukünftige Speicherauslastung des Systems zu treffen. Während einer Kickstart-Installation können Sie eine automatische Festlegung der Menge an Swap-Space festlegen (siehe Abschnitt 32.4, »Kickstart-Optionen«.
    Allerdings wird diese Einstellung nicht präzise auf Ihr System abgestimmt sein, weswegen wir empfehlen, zur Bestimmung des Swap-Space für das System die folgende Tabelle zu Grunde zu legen.

    Tabelle 16.2. Empfohlener Swap-Space für ein System

    Menge an RAM im System Empfohlene Menge an Swap-Space
    4 GB RAM oder weniger mindestens 2 GB Swap-Space
    4 GB bis 16 GB RAM mindestens 4GB Swap-Space
    16 GB bis 64 GB RAM mindestens 8 GB Swap-Space
    64 GB bis 256 GB RAM mindestens 16 GB Swap-Space
    256 GB bis 512 GB RAM mindestens 32 GB Swap-Space
    Beachten Sie, dass Sie eine bessere Leistung erzielen, wenn Sie den Swap-Space über mehrere Speichergeräte verteilen, insbesondere auf Systemen mit schnellen Laufwerken, Controllern und Schnittstellen.
  • Eine PReP Boot-Partition auf der ersten Partition der Festplatte — Die PReP Boot-Partition enthält den Yaboot-Bootloader (der anderen POWER-Systemen das Booten von Red Hat Enterprise Linux ermöglicht). Wenn Sie nicht vorhaben, von Diskette oder Netzwerk zu booten, müssen Sie über eine PReP Boot-Partition zum Booten von Red Hat Enterprise Linux verfügen.
    Für Benutzer von IBM System p Systemen:: Die PReP Boot-Partition sollte zwischen 4 und 8 MB liegen, darf aber 10 MB nicht überschreiten.
  • Eine /boot/-Partition (250 MB) — Die unter /boot/ eingehängte Partition enthält den Kernel des Betriebssystems (der Ihnen ermöglicht, Red Hat Enterprise Linux zu booten) und Dateien, die für den Bootstrap-Prozess benötigt werden. Aufgrund der Einschränkungen der meisten PC-Firmware ist es ratsam, eine kleine Partition, die diese Dateien enthält, zu erstellen. Für die meisten Benutzer reichen 250 MB für die Boot-Partition aus.

    Warnung

    Wenn Sie über eine RAID-Karte verfügen, denken Sie daran, dass Red Hat Enterprise Linux  6 das Einrichten von Hardware-RAID auf einer IPR-Karte nicht unterstützt. Sie können die eigenständige Diagnostik-CD vor der Installation booten, um einen RAID-Array zu erstellen und diesen RAID-Array dann zu installieren.
  • Eine root-Partition (3,0 GB - 5,0 GB)

    Dort befindet sich "/" (das Root-Verzeichnis). In diesem Setup befinden sich alle Dateien (außer jenen, die im /boot-Verzeichnis gespeichert sind) im Root-Verzeichnis.

    Eine 3,0 GB große Partition ermöglicht es Ihnen, eine minimale Installation durchzuführen, während eine 5,0 GB große Root-Partition es Ihnen erlaubt, eine vollständige Installation durchzuführen und sämtliche Paketgruppen zu wählen.

    Wichtig

    Die / (oder Root)-Partition ist die oberste Ebene der Verzeichnisstruktur. Das /root-Verzeichnis /root (manchmal "Slash-Root" ausgesprochen) ist das Benutzerverzeichnis des Benutzerkontos für Systemadministration.

Warnung

Die Aktualisierungssoftware PackageKit lädt standardmäßig aktualisierte Pakete nach /var/cache/yum/ herunter. Wenn Sie Ihr System manuell partitionieren und eine separate /var/-Partition erstellen, stellen Sie sicher, dass die Partition groß genug ist (3,0 GB oder größer), um die aktualisierten Pakete herunterzuladen.

16.18. Änderungen auf die Festplatte schreiben

Das Installationsprogramm fordert Sie dazu auf, die von Ihnen ausgewählten Partitionierungsoptionen zu bestätigen. Klicken Sie auf Änderungen auf Festplatte schreiben, damit das Installationsprogramm Ihre Festplatte partitioniert und Red Hat Enterprise Linux installiert.
Speicherkonfiguration auf Festplatte schreiben

Abbildung 16.46. Speicherkonfiguration auf Festplatte schreiben

Wenn Sie sicher sind, fortzufahren, klicken Sie auf Weiter.

Warnung

Bis zu diesem Zeitpunkt hat das Installationsprogramm noch keinerlei dauerhafte Änderungen auf Ihrem Computer vorgenommen. Sobald Sie Änderungen auf Festplatte schreiben klicken, wird das Installationsprogramm Speicherplatz auf Ihrer Festplatte zuweisen und damit beginnen, Red Hat Enterprise Linux dorthin zu übertragen. Abhängig von der Partitionierungsoption, die Sie zuvor gewählt haben, werden dabei die bereits auf Ihrem Computer vorhandenen Daten gelöscht.
Um Ihre zuvor gewählten Einstellungen zu diesem Zeitpunkt noch einmal zu überprüfen, klicken Sie auf Zurück. Um die Installation ganz abzubrechen, schalten Sie Ihren Computer aus.
Nachdem Sie auf Änderungen auf Festplatte schreiben geklickt haben, warten Sie ab, bis der Installationsprozess abgeschlossen ist. Falls der Vorgang unterbrochen wird (z.B. falls Sie den Computer abschalten oder den Reset-Knopf drücken, oder durch Unterbrechung der Stromzufuhr), wird der Computer anschließend wahrscheinlich nicht nutzbar sein, solange Sie nicht den Red Hat Enterprise Linux-Installationsprozess fortsetzen und korrekt zu Ende führen oder ein anderes Betriebssystem installieren.

16.19. Auswahl der Paketgruppe

Nachdem Sie nunmehr Ihre Auswahl für die Installation größtenteils getroffen haben, können Sie entweder die Standard-Paketauswahl bestätigen oder Pakete, die Ihren Bedürfnissen entsprechen, für Ihr System erstellen.
Es erscheint der Bildschirm Standard-Installationspakete und zeigt die Standard-Paketzusammenstellung für Ihre Red Hat Enterprise Linux-Installation im Detail an. Diese Bildschirmausgabe variiert mit der Red Hat Enterprise Linux-Version, die Sie installieren.

Wichtig

Falls Sie Red Hat Enterprise Linux im Textmodus installieren, können Sie keine Paketauswahl vornehmen. Das Installationsprogramm wählt ausschließlich Pakete aus den Basis- und Kerngruppen. Diese Pakete sind ausreichend, um nach abgeschlossener Installation ein funktionsfähiges System zu erhalten, auf dem Sie weitere Pakete oder Aktualisierungen installieren können. Um die Paketauswahl zu ändern, stellen Sie zunächst die Installation fertig, und verwenden anschließend die Software hinzufügen/entfernen-Anwendung, um die gewünschten Änderungen durchzuführen.
Auswahl der Paketgruppe

Abbildung 16.47. Auswahl der Paketgruppe

Standardmäßig wird während des Red Hat Enterprise Linux-Installationsprozesses eine Auswahl von Software geladen, die für den Einsatz eines Systems als Basis-Server geeignet ist. Beachten Sie bitte, dass diese Installation keine grafische Umgebung umfasst. Um eine Auswahl an Software einzubinden, die für andere Rollen geeignet ist, klicken Sie auf einen Radiobutton, der einer der folgenden Optionen entspricht:
Basis-Server
Diese Option liefert eine Basis-Installation von Red Hat Enterprise Linux für die Verwendung auf einem Server.
Datenbank-Server
Diese Option liefert die MySQL- und PostgreSQL-Datenbanken.
Web-Server
Diese Option stellt den Apache-Web-Server bereit.
Enterprise Identity Server Base
Diese Option liefert OpenLDAP und den System Security Services Daemon (SSSD) zur Erstellung eines Identitäts- und Authentifizierungsservers.
Virtueller Host
Diese Option liefert die KVM- und Virtual Machine Manager-Tools zur Erstellung eines Hosts für virtuelle Maschinen.
Desktop
Diese Option liefert die OpenOffice.org-Suite, die Planner Projektmanagement-Anwendung, Grafikprogramme wie GIMP und Multimedia-Anwendungen.
Software-Entwicklung-Workstation
Diese Option liefert die nötigen Werkzeuge zum Kompilieren von Software auf Ihrem Red Hat Enterprise Linux System.
Minimal
Diese Option liefert nur die Pakete, die für die Ausführung von Red Hat Enterprise Linux essentiell sind. Eine minimale Installation liefert die beste Basis für einen Server mit nur einer Aufgabe oder einer Desktop-Anwendung und maximiert die Leistung und Sicherheit auf einer solchen Installation.
Wenn Sie sich dazu entscheiden, die aktuelle Paketliste zu übernehmen, fahren Sie fort mit Abschnitt 16.20, »Pakete installieren«.
Aktivieren Sie das Kontrollkästchen neben einer Komponente, um diese auszuwählen (siehe Abbildung 16.47, »Auswahl der Paketgruppe«).
Um die Pakete weiter anzupassen, wählen Sie Zu installierende Pakete anpassen. Klicken Sie auf Weiter, um zum Bildschirm Auswahl der Paketgruppen zu gelangen.

16.19.1. Von zusätzlichen Repositorys installieren

Sie können zusätzliche Repositorys definieren, um die während des Installationsprozesses zur Verfügung stehende Software zu erweitern. Ein Repository ist ein Ort im Netzwerk, auf dem Software-Pakete zusammen mit Metadaten, die diese beschreiben, gespeichert sind. Viele der unter Red Hat Enterprise Linux verwendeten Software-Pakete benötigen weitere Software, die installiert werden muss. Der Installer verwendet die Metadaten, um sicherzustellen, dass den Anforderungen für jedes von Ihnen für die Installation ausgewählte Software-Paket entsprochen wird.
Das Red Hat Enterprise Linux-Repository wird automatisch für Sie ausgewählt. Es umfasst die komplette Sammlung der Software, die als Red Hat Enterprise Linux 6 veröffentlicht wurde, inklusive der verschiedenen Software-Varianten in den jeweiligen Versionen, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell waren.
Ein Software-Repository hinzufügen

Abbildung 16.48. Ein Software-Repository hinzufügen

Um Software von Extra-Repositorys mit einzuschließen, wählen Sie Zusätzliche Software-Repositorys hinzufügen und geben die Position des Repositorys an.
Um eine bestehende Software-Repository-Position zu löschen, wählen Sie das Repository aus der Liste aus und klicken anschließend auf Repository bearbeiten.
Falls Sie die Repository-Informationen während einer Installation ohne Netzwerk ändern, wie beispielsweise von einer Red Hat Enterprise Linux-DVD, fordert der Installer Sie zur Eingabe von Informationen zur Netzwerkkonfiguration auf.
Netzwerkschnittstelle wählen

Abbildung 16.49. Netzwerkschnittstelle wählen

  1. Wählen Sie eine Schnittstelle aus dem Drop-Down-Menü.
  2. Klicken Sie OK.
Anaconda aktiviert die von Ihnen gewählte Schnittstelle und startet dann den NetworkManager, damit Sie die Schnittstelle konfigurieren können.
Netzwerkverbindungen

Abbildung 16.50. Netzwerkverbindungen

Informationen zur Verwendung des NetworkManager finden Sie unter Abschnitt 16.9, »Einrichten des Hostnamens«
Wenn Sie Zusätzliche Software-Repositorys hinzufügen wählen, erscheint der Dialog Repository bearbeiten. Geben Sie einen Repository-Namen und die Repository-URL für die Position an.
Sobald Sie einen Mirror ausgemacht haben, suchen Sie nach dem Verzeichnis, das ein Verzeichnis mit dem Namen repodata enthält, um die URL zu bestimmen, die verwendet werden soll.
Sobald Sie Informationen für ein zusätzliches Repository liefern, liest der Installer die Paket-Metadaten via Netzwerk. Software, die speziell markiert ist, wird dann im Auswahlsystem der Paketgruppe eingebunden.

Warnung

Wenn Sie auf dem Bildschirm für die Paketauswahl Zurück wählen, gehen alle Daten zu Extra-Repositorys, die Sie ggf. eingegeben haben, verloren. Auf diese Weise können Sie Extra-Repositorys effektiv löschen.

16.19.2. Anpassen der Software-Auswahl

Anmerkung

Ihr Red Hat Enterprise Linux-System unterstützt die Sprache, die Sie zu Beginn des Installationsprozesses gewählt haben, automatisch. Um eine Unterstützung zusätzlicher Sprachen hinzuzufügen, wählen Sie die Paketgruppe für die entsprechenden Sprachen aus der Kategorie Sprachen.

Anmerkung

Benutzern, die Unterstützung für die Entwicklung oder das Ausführen von 64-Bit Anwendungen benötigen, wird geraten, die Pakete Compatibility Arch Support und Compatibility Arch Development Support auszuwählen, um architekturspezifische Unterstützung für Ihr System zu installieren.
Wählen Sie Jetzt anpassen, um die Software-Pakete für Ihr endgültiges System weiter anzupassen. Diese Option veranlasst das Installationsprogramm, einen zusätzlichen Bildschirm zur Anpassung anzuzeigen, wenn Sie Weiter klicken.
Details von Paketgruppen

Abbildung 16.51. Details von Paketgruppen

Red Hat Enterprise Linux unterteilt die mitgelieferte Software in Paketgruppen. Der besseren Übersicht halber werden diese Gruppen im Paketauswahlbildschirm als Kategorien angezeigt.
Sie können Paketgruppen, welche Komponenten nach deren Funktionen gruppieren (zum Beispiel X-Window-System und Editoren), einzelne Pakete oder eine Kombination aus beidem auswählen.
Um die Paketgruppen für eine Kategorie anzusehen, wählen Sie die Kategorie aus der Liste zur Linken. Die Liste zur Rechten zeigt die Paketgruppen für die derzeit ausgewählte Kategorie.
Um eine Paketgruppe zur Installation auszuwählen, markieren Sie das Auswahlkästchen neben der Gruppe. Das Feld am unteren Ende des Bildschirms zeigt die Details der aktuell markierten Paketgruppe. Kein Paket aus einer Gruppe wird installiert, wenn nicht das Auswahlkästchen für diese Gruppe markiert wurde.
Wenn Sie eine Paketgruppe auswählen, installiert Red Hat Enterprise Linux automatisch die Basispakete und die obligatorischen Pakete für diese Gruppe. Um zu ändern, welche optionalen Pakete innerhalb einer ausgewählten Gruppe installiert werden, klicken Sie unter der Beschreibung dieser Gruppe auf die Schaltfläche Optionale Pakete. Markieren Sie anschließend das Auswahlkästchen neben einzelnen Paketnamen, um deren Auswahl zu ändern.
In der Liste zur Paketauswahl auf der rechten Seite können Sie das Kontextmenü als einen Shortcut nutzen, um Grund- oder Pflicht-Pakete, sowie alle optionalen Pakete zu selektieren oder deselektieren.
Kontextmenü für die Liste der Paketauswahl

Abbildung 16.52. Kontextmenü für die Liste der Paketauswahl

Nachdem Sie die gewünschten Pakete ausgewählt haben, klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren. Der Installer überprüft Ihre Auswahl und fügt falls nötig automatisch Pakete hinzu, die für die gewählte Software zusätzlich benötigt werden. Wenn Sie mit der Paketauswahl fertig sind, klicken Sie auf Schließen, um Ihre Auswahl der optionalen Pakete zu speichern und zum Hauptbildschirm der Paketauswahl zurückzukehren.
Die Pakete, die Sie auswählen, sind nicht permanent. Nachdem Sie Ihr System gestartet haben, nutzen Sie die Anwendung Software hinzufügen/entfernen, um entweder neue Software zu installieren oder installierte Pakete wieder zu entfernen. Starten Sie dieses Werkzeug vom Hauptmenü über AnwendungenSoftware hinzufügen/entfernen. Das Red Hat Enterprise Linux Software-Managementsystem verwendet nicht die Pakete auf den Installationsdatenträgern, sondern lädt die neuesten Pakete von Netzwerk-Servern herunter.

16.19.2.1. Grundlegende Netzwerkdienste

Alle Red Hat Enterprise Linux Installationen beinhalten die folgenden Netzwerkdienste:
  • zentralisierte Protokollierung via syslog
  • E-Mail via SMTP (Simple Mail Transfer Protocol)
  • Netzwerk-Filesharing via NFS (Network File System)
  • Zugriff von Remote aus via SSH (Secure SHell)
  • Resource-Advertising via mDNS (Multicast-DNS)
Die Standardinstallation bietet außerdem:
  • Netzwerk-Filesharing via HTTP (HyperText Transfer Protocol)
  • Drucken via CUPS (Common UNIX Printing System)
  • Remote-Desktop-Zugriff via VNC (Virtual Network Computing)
Einige automatisierte Prozesse auf Ihrem Red Hat Enterprise Linux System verwenden den E-Mail-Dienst, um Berichte und Benachrichtigungen an den Systemadministrator zu versenden. Standardmäßig akzeptieren E-Mail-, Protokollierungs- und Druck-Dienste keine Verbindungen von anderen Systemen. Red Hat Enterprise Linux installiert die Komponenten NFS-Sharing, HTTP und VNC, ohne diese Dienste zu aktivieren.
Sie können Ihr Red Hat Enterprise Linux System nach abgeschlossener Installation derart konfigurieren, dass Dienste für E-Mail, Filesharing, Protokollierung, Druck und Remote Desktop-Zugriff geboten werden. Der SSH-Dienst ist standardmäßig aktiviert. Sie können mit Hilfe von NFS auf andere Systeme zugreifen, ohne den NFS-Sharing-Dienst zu aktivieren.

16.20. Pakete installieren

Ab diesem Punkt müssen Sie nichts weiter tun, bis alle Pakete installiert sind. Die Dauer der Paketinstallation hängt von der Anzahl der von Ihnen gewählten Pakete und der Geschwindigkeit Ihres Computers ab.
Abhängig von den verfügbaren Ressourcen sehen Sie den folgenden Fortschrittsbalken, während der Installer Abhängigkeiten der von Ihnen für die Installation ausgewählten Pakete auflöst:
Installation beginnt

Abbildung 16.53. Installation beginnt

Während der Installation der ausgewählten Pakete und ihrer Abhängigkeiten sehen Sie folgenden Fortschrittsbalken:
Abgeschlossene Pakete

Abbildung 16.54. Abgeschlossene Pakete

16.21. Installation abgeschlossen

Herzlichen Glückwunsch! Die Installation von Red Hat Enterprise Linux ist nun abgeschlossen!
Das Installationsprogramm wird Sie nun auffordern, Ihr System für einen Neustart vorzubereiten. Vergessen Sie nicht, alle Installationsmedien zu entfernen, falls diese nicht bereits automatisch ausgeworfen wurden.
Nachdem die normale Start-Sequenz Ihres Computers abgeschlossen ist, wird Red Hat Enterprise Linux geladen und gestartet. Standardmäßig wird der Startprozess hinter einem grafischen Bildschirm, der einen Fortschrittsbalken anzeigt, verborgen. Abschließend erscheint eine login:-Eingabeaufforderung oder ein GUI-Login-Bildschirm (falls Sie das X-Window-System installiert haben und X wahlweise automatisch gestartet wird).
Wenn Sie Ihr Red Hat Enterprise Linux System zum ersten Mal in Runlevel 5 (dem grafischen Runlevel) starten, erscheint das FirstBoot-Tool, das Sie durch die Red Hat Enterprise Linux Konfiguration führt. Mit diesem Tool können Sie Ihre Systemzeit und Ihr Systemdatum einstellen, Software installieren, Ihren Rechner beim Red Hat Network registrieren und vieles mehr. FirstBoot lässt Sie Ihre Umgebung zu Beginn konfigurieren, so dass Sie Ihr Red Hat Enterprise Linux System schnell benutzen können.
Kapitel 34, Firstboot wird Sie durch den Konfigurationsvorgang führen.


[6] Ein Root-Passwort ist das administrative Passwort für Ihr Red Hat Enterprise Linux System. Sie sollten sich nur dann als Root anmelden, wenn dies zur Systemwartung notwendig ist. Das Root-Benutzerkonto besitzt im Gegensatz zu einem normalen Benutzerkonto keinerlei Einschränkungen, so dass sich Änderungen, die als Root durchgeführt werden, auf das gesamte System auswirken können.
[7] Der Befehl fsck wird zur Überprüfung des Dateisystems auf Metadaten-Konsistenz und zur optionalen Wiederherstellung von einem oder mehreren Linux-Dateisystemen verwendet.

Kapitel 17. Suche und Beseitigung von Fehlern bei der Installation auf einem IBM POWER-System

In diesem Abschnitt werden einige allgemeine Installationsprobleme, sowie entsprechende Lösungsvorschläge behandelt.
Zu Debugging-Zwecken protokolliert Anaconda Aktionen während der Installation in Dateien im /tmp-Verzeichnis. Diese Dateien umfassen:
/tmp/anaconda.log
allgemeine Anaconda-Meldungen
/tmp/program.log
alle externen, von Anaconda ausgeführten Programme
/tmp/storage.log
ausführliche Speicher-Modul-Informationen
/tmp/yum.log
yum Paket-Installationsmeldungen
/tmp/syslog
Hardware-bezogene Systemmeldungen
Falls die Installation scheitert, werden die Nachrichten dieser Dateien in /tmp/anaconda-tb-identifier zusammengefasst, wobei identifier ein zufälliger String ist.
Möglicherweise ist der Abschnitt IBM Online-Warnung für System p für Sie nützlich. Sie finden diese unter:
http://www14.software.ibm.com/webapp/set2/sas/f/lopdiags/info/LinuxAlerts.html
Alle der oben aufgeführten Dateien befinden sich in der Ramdisk des Installers und sind daher unbeständig. Um eine permanente Kopie zu erstellen, kopieren Sie diese Dateien mit scp auf dem Installations-Image auf ein anderes System im Netzwerk (nicht umgekehrt).

17.1. Sie können Red Hat Enterprise Linux nicht booten

17.1.1. Zeigt Ihr System Signal-11-Fehler an?

Ein Signal-11-Fehler, auch weitläufig als Schutzverletzung oder Segmentierungsfehler (segmentation fault) bekannt, bedeutet, dass das Programm versucht, auf eine Speicherstelle zuzugreifen, die nicht zugeordnet wurde. Ein Signal-11-Fehler ist möglicherweise auf einen Bug in einem der installierten Softwareprogramme oder fehlerhafte Hardware zurückzuführen.
Wenn während Ihrer Installation eine fatale Signal 11 Fehlermeldung erscheint, ist dies wahrscheinlich auf einen schwerwiegenden Hardwarefehler im Speicher oder im Systembus zurückzuführen. Wie andere Betriebssysteme stellt auch Red Hat Enterprise Linux eigene Anforderungen an Ihre Systemhardware. Es ist möglich, dass einige Hardwarekomponenten diese Anforderungen nicht erfüllen, auch wenn diese unter anderen Betriebssystemen ordnungsgemäß arbeiten.
Prüfen Sie, ob Sie die neuesten Installations-Updates und Images besitzen. Untersuchen Sie die Online-Errata auf neuere Versionen. Sollten auch die neuesten Images nicht zum Erfolg führen, kann dies auf einen Fehler in Ihrer Hardware zurückzuführen sein. Üblicherweise treten diese Fehler im Speicher oder im CPU-Cache auf. Indem Sie den CPU-Cache im BIOS ausschalten, können Sie diesen Fehler möglicherweise umgehen. Sie könnten auch Ihre Speichermodule in den verschiedenen Mainboard-Steckplätzen austauschen, um herauszufinden, ob der Fehler am Speicher oder am Steckplatz liegt.
Eine andere Möglichkeit ist, eine Überprüfung Ihrer Installations-DVD durchzuführen. Das Installationsprogramm Anaconda besitzt die Fähigkeit, die Intaktheit des Installationsmediums zu testen. Es funktioniert mit den Installationsmethoden via DVD, Festplatten-ISO und NFS-ISO. Red Hat empfiehlt, dass Sie sämtliche Installationsmedien testen, bevor Sie mit der Installation beginnen und bevor Sie Installations-bezogene Fehler melden (die Ursachen vieler dieser gemeldeten Bugs sind unsachgemäß gebrannte DVDs). Um diesen Test durchführen zu können, geben Sie folgenden Befehl an der boot: Prompt oder yaboot: Prompt ein:
	linux mediacheck
Weitere Informationen zu den Signal-11-Fehlern finden Sie unter:
	http://www.bitwizard.nl/sig11/

17.2. Probleme beim Starten der Installation

17.2.1. Probleme beim Booten in die grafische Installation

Es gibt einige Grafikkarten, die Probleme mit dem Booten in das grafische Installationsprogramm haben. Wenn es dem Installationsprogramm nicht gelingt, mit den Standardeinstellungen zu starten, wird es einen Modus mit niedrigerer Auflösung wählen. Sollte dies ebenfalls fehlschlagen, wechselt das Installationsprogramm in den Textmodus.
Eine mögliche Lösung besteht darin, die Boot-Option resolution= zu verwenden. Siehe Kapitel 28, Boot-Optionen für weitere Informationen.

Anmerkung

Um den Framebuffer-Support zu deaktivieren und das Installationsprogramm im Textmodus auszuführen, probieren Sie die Bootoption nofb. Dieser Befehl ist unter Umständen nötig für den Zugang für einige Screen Reading Hardware.

17.3. Probleme während der Installation

17.3.1. No devices found to install Red Hat Enterprise Linux Fehlermeldung

Wenn Sie folgende Fehlermeldung No devices found to install Red Hat Enterprise Linux erhalten, liegt dies unter Umständen an einem SCSI-Controller, der vom Installationsprogramm nicht erkannt wird.
Überprüfen Sie als erstes die Website des Hardware-Herstellers, ob ein Treiberdatenträger-Image zur Lösung Ihres Problems existiert. Allgemeine Informationen zu Treiberdatenträgern finden Sie unter Kapitel 13, Treiberaktualisierung während der Installation auf IBM POWER-Systemen.
Weitere Informationen finden Sie auch in der Red Hat Hardware-Kompatibilitätsliste unter:

17.3.2. Traceback-Meldungen speichern

Falls anaconda einen Fehler während des grafischen Installationsprozesses entdeckt, zeigt es Ihnen eine Dialogbox mit einem Bericht zum Absturz an:
Das Dialogfeld der Absturzmeldung

Abbildung 17.1. Das Dialogfeld der Absturzmeldung

Details
zeigt Ihnen die Einzelheiten des Fehlers:
Details des Absturzes

Abbildung 17.2. Details des Absturzes

Speichern
speichert Einzelheiten des Fehlers lokal oder entfernt:
Beenden
beendet den Installationsvorgang.
Falls Sie Speichern im Haupt-Dialog auswählen, können Sie aus den folgenden Optionen auswählen:
Reporting-Tool wählen

Abbildung 17.3. Reporting-Tool wählen

Logger
speichert Einzelheiten des Fehlers als Protokolldatei auf der lokalen Festplatte, an einem Speicherort Ihrer Wahl.
Red Hat Kunden-Support
reicht den Absturzbericht beim Kunden-Support ein für Hilfestellung.
Berichts-Uploader
lädt eine komprimierte Version des Absturzberichts nach Bugzilla hoch oder an eine URL Ihrer Wahl.
Bevor Sie den Bericht einreichen, klicken Sie auf Einstellungen, um ein Ziel festzulegen oder um Authentifikationsdetails anzugeben. Wählen Sie die Berichtsmethode, die Sie konfigurieren möchten, und klicken Sie auf Ereignis konfigurieren.
Konfigurieren der Berichts-Tool-Einstellungen

Abbildung 17.4. Konfigurieren der Berichts-Tool-Einstellungen

Logger
Legen Sie einen Pfad und einen Dateinamen für die Protokolldatei fest. Markieren Sie das Auswahlkästchen Anfügen, wenn Sie neue Inhalte an eine vorhandene Protokolldatei anfügen möchten.
Lokalen Pfad für Protokolldatei festlegen

Abbildung 17.5. Lokalen Pfad für Protokolldatei festlegen

Red Hat Kunden-Support
Geben Sie Ihren Red Hat Network Benutzernamen und Ihr Passwort an, damit der Bericht den Kunden-Support erreicht und Ihrem Account zugeordnet wird. Die URL ist bereits angegeben und die Option SSL prüfen ist standardmäßig ausgewählt.
Red Hat Network Authentifikationsdetails angeben

Abbildung 17.6. Red Hat Network Authentifikationsdetails angeben

Berichts-Uploader
Geben Sie eine URL an, um eine komprimierte Version des Absturzberichts hochzuladen.
URL zum Hochladen des Absturzberichts angeben

Abbildung 17.7. URL zum Hochladen des Absturzberichts angeben

Bugzilla
Geben Sie Ihren Bugzilla-Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um anhand des Absturzberichts einen Fehlerbericht in Red Hats System zur Nachverfolgung von Fehlerberichten einzureichen. Die URL ist bereits angegeben und die Option SSL prüfen ist standardmäßig ausgewählt.
Bugzilla Authentifikationsdetails angeben

Abbildung 17.8. Bugzilla Authentifikationsdetails angeben

Nachdem Sie Ihre Einstellungen vorgenommen haben, klicken Sie auf OK, um zum Dialog zur Berichtsauswahl zurückzukehren. Wählen Sie aus, wie Sie das Problem berichten möchten, und klicken Sie auf Weiter.
Berichten der Daten bestätigen

Abbildung 17.9. Berichten der Daten bestätigen

Sie können den Bericht nun anpassen, indem Sie das Häkchen bei den einzelnen Informationen setzen oder entfernen, die mit einbezogen oder ausgeschlossen werden sollen. Wenn Sie fertig sind, klicken Sie auf Anwenden.
Berichterstattung läuft

Abbildung 17.10. Berichterstattung läuft

Dieser Bildschirm zeigt das Ergebnis des Berichts, einschließlich etwaiger Fehler bei der Übertragung oder Speicherung des Protokolls. Klicken Sie auf Weiter, um fortzufahren.
Berichterstattung abgeschlossen

Abbildung 17.11. Berichterstattung abgeschlossen

Die Berichterstattung ist nun abgeschlossen. Klicken Sie auf Weiter, um zum Dialog der Berichtsauswahl zurückzukehren. Sie können nun entweder weitere Fehler berichten, oder Sie können auf Schließen klicken, um das Reporting-Tool zu verlassen und anschließend auf Beenden, um den Installationsvorgang zu schließen.

Wichtig

Diese Informationen gelten nicht für Benutzer von "headless" IBM p-Systemen (d.h. ohne Monitor oder Display und Tastatur).

17.3.3. Probleme mit Partitionstabellen

Wenn Sie nach der Installationsphase Einrichten der Festplattenpartitionen (Abschnitt 16.15, »Einstellen der Festplattenpartitionierung«) eine Fehlermeldung ähnlich der folgenden erhalten
Die Partitionstabelle auf dem Gerät hda war nicht lesbar. Um neue Partitionen zu erstellen, muss sie neu initialisiert werden, wodurch ALLE DATEN auf diesem Laufwerk verloren gehen.
ist eventuell keine Partitionstabelle auf dieser Festplatte vorhanden oder die Partitionstabelle auf dieser Festplatte kann nicht von der Partitionierungssoftware im Installationsprogramm erkannt werden.
Führen Sie immer vor jeder Art von Installation ein Backup aller bestehenden Daten auf Ihrem System durch.

17.3.4. Sonstige Partitionierungsprobleme für IBM™ POWER Systembenutzer

Wenn Sie Partitionen manuell anlegen, aber nicht zum nächsten Bildschirm wechseln können, haben Sie vermutlich nicht alle Partitionen erstellt, die zum Fortfahren der Installation benötigt werden.
Sie müssen mindestens folgende Partitionen besitzen:
  • Eine / (root)-Partition
  • Eine <swap>-Partition vom Typ swap
  • Eine PReP-Bootpartition.
  • Eine /boot/-Partition.
Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 16.17.5, »Empfohlenes Partitionsschema« für weitere Informationen.

Anmerkung

Wenn Sie eine Partition als Swap definieren, dürfen Sie ihr keinen Einhängepunkt zuweisen. Anaconda übernimmt für Sie automatisch das Zuweisen des Einhängepunkts.

17.4. Probleme nach der Installation

17.4.1. Kann kein einleitendes Programmladen (IPL) von *NWSSTG durchführen

Wenn Sie Schwierigkeiten beim einleitenden Programmladen (IPL) von *NWSSTG haben, haben Sie eventuell keine aktive PReP Bootpartition angelegt.

17.4.2. Booten in eine grafische Umgebung

Wenn Sie das X-Window-System installiert haben, aber nach Ihrer Anmeldung keine grafische Desktop-Umgebung erscheint, starten Sie die grafische Oberfläche des X-Window-Systems einfach mit dem Befehl startx.
Wenn Sie diesen Befehl eingeben und dann die Eingabe-Taste drücken, wird die grafische Desktop-Umgebung angezeigt.
Bitte beachten Sie jedoch, dass dies nur ein einmaliger Fix ist und sich der Log-In-Vorgang dadurch langfristig nicht ändert.
Um Ihr System so einzurichten, dass Sie sich in einer grafischen Oberfläche anmelden können, müssen Sie die Datei /etc/inittab bearbeiten, indem Sie nur eine einzige Zahl im Runlevel-Abschnitt ändern. Wenn Sie damit fertig sind, starten Sie Ihren Computer neu. Wenn Sie sich dann das nächste Mal anmelden, erhalten Sie eine grafische Oberfläche, um sich anzumelden.
Öffnen Sie nun eine Shell-Eingabeaufforderung. Wenn Sie mit Ihrem Benutzer-Account angemeldet sind, wechseln Sie mit Hilfe des su-Befehls zum Root-Benutzer.
Geben Sie nun Folgendes ein, um die Datei mit gedit zu bearbeiten.
	gedit /etc/inittab
Die Datei /etc/inittab wird daraufhin geöffnet. Innerhalb des ersten Bildschirms erscheint ein Abschnitt der Datei, der wie folgt aussieht:
# Default runlevel. The runlevels used are: 
#   0 - halt (Do NOT set initdefault to this) 
#   1 - Single user mode 
#   2 - Multiuser, without NFS (The same as 3, if you do not have networking) 
#   3 - Full multiuser mode 
#   4 - unused 
#   5 - X11 
#   6 - reboot (Do NOT set initdefault to this) 
#
id:3:initdefault:
Um von der Konsole auf ein grafisches Login umzuschalten, müssen Sie die Zahl in der Zeile id:3:initdefault: von 3 auf 5 ändern.

Warnung

Ändern Sie nur den Wert des Standard-Runlevels von 3 auf 5 um.
Die geänderte Zeile sollte wie folgt aussehen:
	 id:5:initdefault: 
Wenn Sie mit der Änderung zufrieden sind, speichern und schließen Sie die Datei, indem Sie Strg+Q drücken. Eine Nachricht erscheint mit der Frage, ob Sie die Änderungen speichern möchten. Klicken Sie auf Speichern.
Wenn Sie sich dann das nächste Mal anmelden, erhalten Sie eine grafische Oberfläche, um sich anzumelden.

17.4.3. Probleme mit dem X-Window-System (GUI)

Wenn Sie X nicht starten können, ist das möglicherweise darauf zurückzuführen, dass Sie das X-Window-System während der Installation nicht installiert haben.
Wenn Sie X verwenden möchten, können Sie entweder die Pakete vom Red Hat Enterprise Linux Installationsmedium installieren oder eine Aktualisierung durchführen.
Wenn Sie sich für eine Aktualisierung entscheiden, wählen Sie während der Aktualisierung die X-Window-System-Pakete aus, und wählen Sie GNOME, KDE oder beide während des Paketauswahl-Prozesses aus.
Weitere Informationen zur Installation einer Desktop-Umgebung finden Sie unter Abschnitt 35.3, »Zum grafischen Anmeldebildschirm wechseln«.

17.4.4. Probleme mit X-Server-Abstürzen und Nicht-Root-Benutzern

Wenn Sie Probleme mit X-Server-Abstürzen haben, sobald jemand sich anmeldet, dann ist höchstwahrscheinlich Ihr Dateisystem zu voll (oder Sie besitzen ungenügend Festplattenplatz).
Um sicherzugehen, dass dies das eigentliche Problem ist, führen Sie folgenden Befehl aus:
df -h
Der Befehl df hilft Ihnen bei der Diagnose, welche Partition voll ist. Für zusätzliche Informationen über df und eine Erläuterung der vorhandenen Optionen (wie z.B. die Option -h, wie in diesem Beispiel verwendet), gehen Sie zur Handbuchseite von df, indem Sie den Befehl man df eingeben.
Bei einer Belegung einer Partition von 100% oder bereits ab 90% oder 95% können Probleme auftreten. Die Partitionen /home/ und /tmp/ können sich manchmal ziemlich rasch mit Benutzerdateien auffüllen. Indem Sie alte Dateien entfernen, können Sie auf diesen Partition etwas Platz schaffen. Nachdem Sie dadurch wieder etwas Festplattenplatz gewonnen haben, versuchen Sie mit dem zuvor erfolglosen Benutzer, X erneut zu starten.

17.4.5. Probleme beim Anmelden

Wenn Sie auf den firstboot-Bildschirmen kein Benutzerkonto erstellt haben, wechseln Sie auf eine Konsole, indem Sie Strg+Alt+F2 drücken, melden Sie sich als Root-Benutzer an und geben Sie das Root-Passwort ein.
Wenn Sie sich nicht an Ihr Root-Passwort erinnern können, müssen Sie Ihr System durch Eingabe von linux single booten.
Nachdem Sie in den Einzelbenutzermodus gebootet haben und Zugriff auf die #-Eingabeaufforderung haben, müssen Sie den Befehl passwd root eingeben, mit dem Sie ein neues Passwort für Root eingeben können. Danach können Sie mit dem Befehl shutdown -r now Ihr System mit dem neuen Passwort erneut booten.
Wenn Sie sich nicht mehr an das Passwort Ihres Benutzer-Accounts erinnern können, müssen Sie sich als Root anmelden. Geben Sie zu diesem Zweck su - und Ihr Root-Passwort ein, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Geben Sie anschließend passwd <username> ein. Dadurch können Sie ein neues Passwort für den angegebenen Benutzer-Account eingeben.
Wird der grafische Anmeldebildschirm nicht angezeigt, sollten Sie Ihre Hardware auf Kompatibilitätsprobleme überprüfen. Die Hardware-Kompatibilitätsliste finden Sie unter:
	http://hardware.redhat.com/hcl/

17.4.6. Ihr Drucker funktioniert nicht

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie Ihren Drucker einstellen sollen oder wenn er nicht ordnungsgemäß arbeitet, versuchen Sie, die Anwendung Druckerkonfiguration zu verwenden.
Geben Sie an einer Shell-Eingabeaufforderung den Befehl system-config-printer ein, um das Tool zur Druckerkonfiguration zu starten. Wenn Sie nicht als Root angemeldet sind, werden Sie aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben, um fortfahren zu können.

17.4.7. Apache HTTP Server oder Sendmail reagieren beim Start nicht mehr

Falls Apache HTTP Server (httpd) oder Sendmail sbeim Start nicht reagieren, vergewissern Sie sich, dass die Datei /etc/hosts folgende Zeile enthält:
127.0.0.1  localhost.localdomain  localhost

Teil III. IBM System z Architektur - Installation und Booten

In diesem Abschnitt werden die Installation und das Booten (oder initial program load, IPL) von Red Hat Enterprise Linux auf IBM System z behandelt.

Kapitel 18. Planen einer Installation auf System z

18.1. Vor der Installation

Red Hat Enterprise Linux 6 läuft auf System z9 oder aktuelleren IBM Mainframe-Systemen.
Der Installationsprozess setzt voraus, dass Sie mit dem IBM System z vertraut sind und Logische Partitionen (LPARs) und virtuelle z/VM Gast-Maschinen einrichten können. Werfen Sie einen Blick auf http://www.ibm.com/systems/z für zusätzliche Informationen zu System z.
Bevor Sie Red Hat Enterprise Linux installieren, müssen Sie folgende Entscheidungen treffen:
  • Entscheiden Sie sich, ob Sie das Betriebssystem auf einer LPAR oder als ein z/VM Gast-Betriebssystem betreiben möchten.
  • Bestimmen Sie, ob Sie Swap benötigen und wenn ja, wie groß dieser sein muss. Obwohl es möglich (und empfohlen) ist, virtuellen z/VM Gast-Maschinen genügend Speicher zuzuweisen, und die z/VM das Swapping handhaben zu lassen, kann es Fälle geben, in denen das erforderliche RAM nicht abschätzbar ist. Solche Fälle sollte jeweils einzeln untersucht werden. Siehe auch Abschnitt 23.15.5, »Empfohlenes Partitionsschema«.
  • Entscheiden Sie sich für eine Netzwerkkonfiguration. Red Hat Enterprise Linux 6 für IBM System z unterstützt die folgenden Netzwerkgeräte:
    • Reelle und virtuelle Open Systems Adapter (OSA)
    • Reelle und virtuelle HiperSockets
    • LAN Channel Station (LCS) für reelle OSA
Sie benötigen die folgende Hardware:
  • Plattenspeicherplatz. Berechnen Sie, wie viel Plattenspeicherplatz sie benötigen und weisen Sie ausreichend Plattenspeicherplatz auf DASDs [8] oder SCSI[9]-Platten. Sie benötigen mindestens 2 GB für Server-Installationen und mindestens 5 GB, um alle Pakete zu installieren. Sie benötigen weiterhin Plattenspeicherplatz für jegliche Anwendungsdaten. Nach der Installation können weitere DASD- oder SCSI-Platten-Partitionen bei Bedarf hinzugefügt oder gelöscht werden.
    Der Platz auf der Festplatte, der von dem neu installierten Red Hat Enterprise Linux System verwendet wird (der Linux-Instanz), muss separat von dem Festplattenspeicher sein, der von anderen Betriebssystemen verwendet wird, die Sie möglicherweise auf Ihrem Rechner installiert haben.
    Weitere Informationen zur Konfiguration von Platten und Partitionen finden Sie unter Abschnitt 23.15.5, »Empfohlenes Partitionsschema«.
  • RAM. Besorgen Sie sich 1 GB (empfohlen) für die Linux-Instanz. Mit etwas Tuning läuft eine Instanz ggf. mit nur 512 MB RAM.

18.2. Überblick über die System z Installationsprozedur

Sie können Red Hat Enterprise Linux auf System z interaktiv oder in unbeaufsichtigtem Modus installieren. Die Installation auf System z unterscheidet sich von Installationen auf anderen Architekturen, da sie üblicherweise via Netzwerk und nicht von einer lokalen DVD durchgeführt wird. Die Installation kann wie folgt zusammengefasst werden:
  1. Booten des Installers (IPL)

    Verbinden Sie sich mit dem Mainframe und führen anschließend einen Initial Program Load (IPL) durch oder booten vom Medium, welches das Installationsprogramm enthält.
  2. Installationsphase 1

    Richten Sie ein einleitendes Netzwerkgerät ein. Dieses Netzwerkgerät wird dann zur Verbindung mit dem Installationssystem via SSH oder VNC verwendet. Sie erhalten einen Terminal in Vollbildschirmmodus oder eine grafische Anzeige zur Fortsetzung der Installation, wie auf anderen Architekturen.
  3. Installationsphase 2

    Geben Sie die zu verwendende Sprache an und definieren Sie, wie und wo das Installationsprogramm, sowie die aus dem Repository auf dem Red Hat Installationsmedium zu installierenden Software-Pakete zu finden sind.
  4. Installations 3

    Verwenden Sie Anaconda (der Hauptteil des Red Hat Installationsprogramms), um den Rest der Installation durchzuführen.
Der Installationsprozess

Abbildung 18.1. Der Installationsprozess

18.2.1. Booten des Installers (IPL)

Nach dem Herstellen einer Verbindung mit dem Mainframe müssen Sie ein einleitendes Programmladen (IPL) durchführen, oder von dem Medium booten, das das Installationsprogramm enthält. Dieses Dokument beschreibt die gängigsten Methoden zur Installation von Red Hat Enterprise Linux 6 auf System z. Allgemein können Sie jede Methode zum Booten des Linux-Installationssystems verwenden, welches aus einem Kernel (kernel.img) und einer einleitenden Ramdisk (initrd.img) mit mindestens den Parametern in generic.prm besteht. Das Linux-Installationssystem wird im Rahmen dieses Buches auch als Installer bezeichnet.
Der Kontrollpunkt, von dem aus Sie den IPL-Prozess starten können, hängt von der Umgebung ab, in der Ihr Linux ausgeführt werden soll. Falls Ihr Linux als ein z/VM Gast-Betriebssystem laufen soll, ist der Kontrollpunkt das Control Program (CP) der Host-z/VM. Falls Ihr Linux in LPAR-Modus laufen soll, ist der Kontrollpunkt das Support Element (SE) des Mainframes oder eine angehängte IBM System z Hardware Management Console (HMC).
Sie können die folgenden Boot-Medien nur dann verwenden, wenn Linux als Gast-Betriebssystem unter z/VM laufen soll:
Sie können die folgenden Boot-Medien nur dann verwenden, wenn Linux in LPAR-Modus laufen soll:
Sie können die folgenden Boot-Medien sowohl für z/VM, als auch LPAR verwenden:
Falls Sie DASD und per FCP angehängte SCSI-Geräte (mit Ausnahme von SCSI-DVDs) als Boot-Medien verwenden, müssen Sie einen zipl-Bootloader konfiguriert haben. Werfen Sie einen Blick auf das Kapitel zu zipl in Linux auf System z. Gerätetreiber, Features und Befehle unter Red Hat Enterprise Linux 6.

18.2.2. Installationsphase 1

Nach dem Kernel-Boot müssen Sie ein Netzwerkgerät konfigurieren. Dieses Netzwerkgerät wird für den Abschluss der Installation benötigt.
Die Schnittstelle, die Sie in der Installationsphase 1 verwenden, ist die linuxrc-Schnittstelle, welche Zeilenmodus- und textbasiert ist (siehe Kapitel 21, Installationsphase 1: Konfiguration eines Netzwerkgeräts).

18.2.3. Installationsphase 2

In Installationsphase 2 müssen Sie angeben, welche Sprache verwendet werden soll und wo Phase 3 des Installationsprogramm, sowie die aus dem Repository auf dem Red Hat Installationsmedium zu installierenden Software-Pakete zu finden sind. Auf System z werden die Installationsquellen üblicherweise von DVD auf einen Netzwerk-Server transferriert. Auf Phase 3 des Installationsprogramms und das Repository kann mittels einer der folgenden Möglichkeiten zugegriffen werden:
  • Via Netzwerk unter Verwendung von einem der FTP-, HTTP-, HTTPS- oder NFS-Protokolle. Ein separater Netzwerk-Server (FTP, HTTP, HTTPS oder NFS) mit den notwendigen Installationsquellen muss zuvor eingerichtet werden. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 19.1, »Vorbereitung einer Netzwerkinstallation« für Details zur Einrichtung eines Netzwerk-Servers.
  • Festplatte (DASD oder ein via FCP-Channel angehängtes SCSI-Gerät). Sie müssen im voraus eine Festplatte einrichten, die die erforderlichen Installationsquellen beinhaltet. Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 19.2, »Vorbereitung einer Installation von Festplatte« für Details.
  • Via per FCP angehängtes SCSI-DVD-Laufwerk. Dies wird automatisch gehandhabt, wenn von einem per FCP angehängten SCSI-DVD-Laufwerk gebootet wird.
Die Oberfläche, die Sie in Installationsphase 2 verwenden ist der Loader, welcher eine textbasierte Oberfläche in Vollbildschirmmodus mit blauem Standard-Hintergrund liefert. Für unbeaufsichtigte Installationen in cmdline-Modus bietet der Loader eine textbasierte Ausgabe in Zeilenmodus (siehe Kapitel 22, Installationsphase 2: Konfiguration der Sprache und Installationsquelle).

18.2.4. Installations 3

In Installationsphase 3 verwenden Sie Anaconda im grafischen, textbasierten oder cmdline-Modus:
  • Grafischer Modus

    Diese kann via VNC-Client benutzt werden (empfohlen) oder via X11-Server. Sie können Ihre Maus und Ihre Tastatur verwenden, um durch die Bildschirme zu navigieren, um auf Schaltflächen zu klicken und um Text in Felder einzugeben.

  • Textbasierter Modus

    Diese Oberfläche bietet nicht alle Oberflächenelement der GUI und unterstützt nicht alle Einstellungen. Verwenden Sie dies für interaktive Einstellungen, wenn Sie keinen VNC-Client oder X11-Server verwenden können.

  • cmdline-Modus

    Dies ist für automatisierte Installationen auf System z vorgesehen (siehe Abschnitt 26.6, »Parameter für Kickstart-Installationen«)

Falls Sie eine langsame Netzwerkverbindung haben oder eine textbasierte Installation bevorzugen, verwenden Sie keine X11-Weiterleitung beim Einloggen via Netzwerk und definieren Sie keine display=-Variable in der Parameterdatei (siehe Abschnitt 26.4, »VNC- und X11-Parameter« für Details). Unter Red Hat Enterprise Linux 6 wurde die textbasierte Installation reduziert, um die Benutzerinteraktion zu minimieren. Features wie die Installation auf per FCP angehängte SCSI-Geräte, Änderungen des Partitionslayouts oder die Auswahl von Paketen stehen lediglich bei der Installation via grafischer Benutzeroberfläche (GUI) zur Verfügung. Verwenden Sie die grafische Installation, wann immer dies möglich ist (siehe Kapitel 23, Installationsphase 3: Installation mit Anaconda).

18.3. Grafische Benutzeroberfläche mit X11 oder VNC

Um Anaconda in Verbindung mit einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI) auszuführen, verwenden Sie eine Workstation, auf der entweder ein X-Window-System-Server (X11) oder VNC-Client installiert ist.
Sie können X11-Weiterleitung mit einem SSH-Client oder X11 direkt nutzen. Falls der Installer auf Ihrer Workstation abbricht, da der X11-Server erforderliche X11-Erweiterungen nicht unterstützt, müssen Sie ggf. den X11-Server aktualisieren oder VNC verwenden.
Deaktivieren Sie die X11-Weiterleitung in Ihrem SSH-Client vor der Verbindung mit dem Linux-Installationssystem auf dem Mainframe, um VNC zu verwenden, oder geben Sie den VNC-Parameter in Ihrer Parameterdatei an. Die Verwendung von VNC wird für langsame oder weit entfernte Netzwerkverbindungen empfohlen. Siehe Abschnitt 28.2, »Entfernten Zugriff auf das Installationssystem aktivieren«.
Tabelle 18.1, »Parameter und SSH-Login-Typen« zeigt, wie die Parameter und der SSH-Login-Typ bestimmt, welche anaconda-Benutzeroberfläche verwendet wird.

Tabelle 18.1. Parameter und SSH-Login-Typen

Parameter SSH-Login Benutzeroberfläche
none SSH ohne X11-Weiterleitung VNC oder Text
vnc SSH mit oder ohne X11-Weiterleitung VNC
none SSH mit X11-Weiterleitung X11
display=IP/hostname:display SSH ohne X11-Weiterleitung X11

18.3.1. Installation unter Verwendung von X11-Weiterleitung

Sie können eine Workstation mit dem Linux-Installationssystem auf dem Mainframe verbinden und das grafische Installationsprogramm unter Verwendung von SSH mit X11-Weiterleitung anzeigen.
Sie benötigen einen SSH-Client, der X11-Weiterleitung unterstützt. Um die Verbindung herzustellen, starten Sie zunächst den X-Server auf der Workstation. Verbinden Sie sich dann mit dem Linux-Installationssystem. Sie können X11-Weiterleitung in Ihrem SSH-Client bei der Verbindung aktivieren.
Geben Sie beispielsweise mit OpenSSH Folgendes in einem Terminal-Fenster auf Ihrer Workstation ein:
ssh -X install@linuxvm.example.com
Ersetzen Sie linuxvm.example.com mit dem Hostnamen oder der IP-Adresse des Systems, das sie installieren. Die Option -X (der Großbuchstabe X) aktiviert die X11-Weiterleitung.

18.3.2. Installation unter Verwendung von X11

Die direkte Verbindung von einem X11-Client mit einem X11-Server auf Ihrer lokalen Workstation erfordert eine IP-Verbindung von Ihrem System z zu Ihrer Workstation. Falls Netzwerk- und Firewall-Einstellungen eines solche Verbindung verweigern, verwenden Sie stattdessen X11-Weiterleitung oder VNC.
Das grafische Installationsprogramm setzt voraus, dass DNS und Hostname korrekt eingestellt wurden. Weiterhin muss das Linux-Installationsprogramm in der Lage sein, Anwendungen auf Ihrer Anzeige zu öffnen. Sie können dies durch das definieren des Parameters display=workstationname:0.0 in der Parameterdatei gewährleisten, wobei workstationname der Hostname der Client-Workstation ist, die sich mit dem Linux-Image verbindet. Alternativ können Sie die display Umgebungsvariable definieren und den Loader manuell ausführen, nachdem Sie sich via SSH als root eingeloggt haben. Dies startet den Loader automatisch und verhindert das Übergehen der display-Umgebungsvariable.
Um X11-Clients das Öffnen von Anwendungen auf dem X11-Server auf Ihrer Workstation zu gestatten, verwenden Sie den Befehl xauth. Um X11-Authorisations-Cookies mit xauth zu verwalten, müssen Sie sich in das Linux-Installationssystem via SSH als Benutzer root einloggen. Werfen Sie einen Blick auf die xauth-manpage für Details zu xauth und zur Verwaltung von Authorisations-Cookies.
Im Gegensatz zu Einrichtung von X11-Authorisationen mit xauth, können Sie xhost verwenden, um dem Linux-Installationssystem die Verbindung mit dem X11-Server zu gestatten:
xhost +linuxvm
Ersetzen Sie linuxvm mit dem Hostnamen oder der IP-Adresse des Linux-Installationssystems. Dies gestattet linuxvm, Verbindungen mit dem X11-Server herzustellen.
Falls die grafische Installation nicht automatisch beginnt, überprüfen Sie die Einstellung der display=-Variable in der Parameterdatei. Falls Sie eine Installation unter z/VM durchführen, führen Sie die Installation erneut aus, um die neue Parameterdatei auf dem Reader zu laden.

18.3.3. Installation unter Verwendung von VNC

Die Verwendung von VNC wird für langsame oder weit entfernte Netzwerk-Verbindungen empfohlen. Deaktivieren Sie die X11-Weiterleitung in Ihrem SSH-Client vor der Verbindung mit dem temporären Linux-Installationssystem. Der Loader stellt dann eine Auswahl zwischen Textmodus und VNC zur Verfügung. Wählen Sie VNC an dieser Stelle. Geben Sie alternativ die vnc-Variable und optional die vncpassword-Variable in Ihrer Parameterdatei an (siehe Abschnitt 26.4, »VNC- und X11-Parameter« für Details).
Eine Meldung im SSH-Terminal der Workstation fordert Sie zum Start des VNC-Client-Viewers auf und liefert Details zu den VNC-Anzeige-Spezifikationen. Geben Sie die Spezifikationen aus dem SSH-Terminal in den VNC-Client-Viewer ein und verbinden Sie sich mit dem temporären Linux Installationssystem, um mit der Installation zu beginnen. Siehe Kapitel 31, Installation mittels VNC für Details.

18.3.4. Installation unter Verwendung eines VNC-Listeners

Um sich von Ihrem temporären Linux-Installationssystem aus mit einem VNC-Client zu verbinden, der auf Ihrer Workstation in Listening-Modus läuft, verwenden Sie die Option vncconnect in Ihrer Parameterdatei, zusätzlich zu den Optionen vnc und optional vncpassword. Netzwerk und Firewall müssen eine IP-Verbindung von Ihrer temporären Linux-Installation zu Ihrer Workstation gestatten.
Damit das Installationssystem sich automatisch mit einem VNC-Client verbindet, starten Sie diesen im Listening-Modus. Verwenden Sie auf Red Hat Enterprise Linux Systemen die Option -listen, um vncviewer als Listener auszuführen. Geben Sie in einem Terminal-Fenster folgenden Befehl ein:
vncviewer -listen
Werfen Sie einen Blick auf Kapitel 31, Installation mittels VNC für weitere Details.

18.3.5. Die Installation mit Hilfe von Kickstart automatisieren

Mit Hilfe von Kickstart können Sie eine Installation ohne Aufsicht durchführen. Eine Kickstart-Datei definiert die Einstellung für eine Installation. Sobald das Installationssystem gebootet wird, kann es eine Kickstart-Datei lesen und den Installationsprozess ohne weitere Eingaben durch den Benutzer durchführen.
Unter System z erfordert dies außerdem eine Parameterdatei (optional eine zusätzliche Konfigurationsdatei unter z/VM). Diese Parameterdatei muss die erforderlichen und in Abschnitt 26.3, »Installations-Netzwerkparameter« beschriebenen Netzwerkoptionen beinhalten und eine Kickstart-Datei unter Verwendung der Option ks= angeben. Die Kickstart-Datei befindet sich üblicherweise im Netzwerk. Die Parameterdatei beinhaltet häufig auch die Optionen cmdline und RUNKS=1, um den Loader auszuführen, ohne sich via Netzwerk mit SSH einloggen zu müssen (siehe Abschnitt 26.6, »Parameter für Kickstart-Installationen«).
Werfen Sie einen Blick auf Abschnitt 32.3, »Erstellen einer Kickstart-Datei« für weitere Informationen und Details zur Einrichtung einer Kickstart-Datei.

18.3.5.1. Jede Installation erstellt eine Kickstart-Datei

Während des Red Hat Enterprise Linux Installationsprozesses wird automatisch eine Kickstart-Datei geschrieben, die die Einstellungen für das installierte System enthält. Diese Datei wird immer als /root/anaconda-ks.cfg abgelegt. Sie können diese Datei verwenden, um die Installation mit den identischen Einstellungen zu wiederholen, oder um Kopien zu erstellen, um Einstellungen für andere Systeme zu definieren.


[8] Direct Access Storage Devices (oder DASDs) sind Festplatten, die maximal drei (3) Partitionen per DASD erlauben. dasda hat z.B. dasda1, dasda2 und dasda3.
[9] Unter Verwendung des SCSI-über-Fibre-Channel-Gerätetreibers (zFCP-Treiber) und einem dedizierten Switch können SCSI-LUNs dem Linux-Gast unter System z so dargestellt werden, als wären sie lokal angehängt SCSI-Laufwerke.

Kapitel 19. Vorbereitung für die Installation

19.1. Vorbereitung einer Netzwerkinstallation

Anmerkung

Stellen Sie sicher, dass keine Installations-DVD (oder irgendeine andere Art von DVD oder CD) im Laufwerk Ihrer Hosting Partition ist, wenn Sie eine Netzwerk-basierte Installation durchführen möchten. Eine DVD oder CD im Laufwerk kann zu unerwarteten Fehlern führen.
Stellen Sie sicher, dass Sie Boot-Medien zur Verfügung haben, wie unter Kapitel 20, Booten des Installers (IPL) beschrieben.
Das Red Hat Enterprise Linux-Installationsmedium muss entweder für eine Netzwerk-Installation (via NFS, FTP, HTTP oder HTTPS) oder eine Installation von lokalem Speicher zur Verfügung stehen. Halten Sie sich an folgende Schritte, wenn Sie eine NFS-, FTP-, HTTP- oder HTTPS-Installation durchführen.
Der für die Installation über das Netzwerk zu verwendende NFS-, FTP-, HTTP- oder HTTPS-Server muss ein separater Server sein, auf den via Netzwerk zugegriffen werden kann. Dabei kann es sich um eine virtuelle Maschine, ein LPAR oder jedes beliebige andere System (wie beispielsweise ein Linux auf POWER oder x86-System) handeln. Es muss den gesamten Inhalt der Installations-DVD-ROM zur Verfügung stellen.

Anmerkung

Das öffentliche Verzeichnis, das für den Zugriff auf die Installationsdateien via FTP, NFS, HTTP oder HTTPS verwendet wird, verweist auf lokalen Speicher auf dem Netzwerk-Server. Beispielsweise kann auf das lokale Verzeichnis /var/www/inst/rhel6 auf dem Netzwerk-Server via http://network.server.com/inst/rhel6 zugegriffen werden.
In den folgenden Beispielen wird das Verzeichnis auf dem Installation-Staging-Server, der die Installationsdateien enthält, als /location/of/disk/space angegeben. Das Verzeichnis, das als öffentlich verfügbares Verzeichnis via FTP, NFS, HTTP oder HTTPS freigegeben wird, wird als /publicly_available_directory angegeben. /location/of/disk/space kann beispielsweise ein Verzeichnis mit der Bezeichnung /var/isos sein. /publicly_available_directory kann beispielsweise /var/www/html/rhel6 für eine Installation via HTTP sein.
Nachfolgend benötigen Sie ein ISO-Image. Ein ISO-Image ist eine Datei, die eine exakte Kopie des Inhalts einer DVD umfasst. Verwenden Sie den folgenden Befehl, um ein ISO-Image aus einer DVD zu erstellen:
dd if=/dev/dvd of=/path_to_image/name_of_image.iso
wobei dvd Ihr DVD-Laufwerk, name_of_image der Name der entstehenden ISO-Imagedatei, und path_to_image der Pfad zum Speicherort in Ihrem System ist, an dem das entstehende ISO-Image gespeichert wird.
Um die Dateien einer Installations-DVD auf eine Linux-Instanz zu kopieren, die als Installations-Staging-Server agiert, fahren Sie entweder mit Abschnitt 19.1.1, »Vorbereitung einer FTP-, HTTP- oder HTTPS-Installation« oder Abschnitt 19.1.2, »Vorbereitung einer NFS-Installation« fort.

19.1.1. Vorbereitung einer FTP-, HTTP- oder HTTPS-Installation

Extrahieren Sie die Dateien aus dem ISO-Image der Installations-DVD und platzieren Sie sie in einem Verzeichnis, das via FTP, HTTP oder HTTPS freigegeben ist.
Stellen Sie als Nächstes sicher, dass dieses Verzeichnis via FTP, HTTP oder HTTPS freigegeben ist und überprüfen Sie den Client-Zugang. Testen Sie, ob vom Server selbst auf das Verzeichnis zugegriffen werden kann und anschließend von anderen Maschinen im selben Subnet, in dem Sie installieren.

19.1.2. Vorbereitung einer NFS-Installation

Für NFS-Installationen ist es nicht notwendig, alle Dateien aus der ISO-Datei zu extrahieren. Es ist ausreichend, das ISO-Image, die Datei install.img selbst, und optional die Datei product.img über den Netzwerk-Server via NFS zur Verfügung zu stellen.
  1. Übertragen Sie das ISO-Image auf das via NFS exportierte Verzeichnis. Führen Sie Folgendes auf einem Linux-System aus:
    mv /path_to_image/name_of_image.iso /publicly_available_directory/
    wobei path_to_image der Pfad zur ISO-Imagedatei, name_of_image der Name der ISO-Imagedatei und publicly_available_directory ein Verzeichnis ist, das entweder über NFS verfügbar ist oder das Sie über NFS verfügbar machen werden.
  2. Verwenden Sie ein Programm für SHA256-Prüfsummen zur Überprüfung der Integrität des von Ihnen kopierten ISO-Images. Es stehen viele SHA256-Prüfsummenprogramme für diverse Betriebssysteme zur Verfügung. Führen Sie Folgendes auf einem Linux-System aus:
    $ sha256sum name_of_image.iso
    wobei name_of_image der Name der ISO-Image-Datei ist. Das SHA256-Prüfsummenprogramm zeigt einen String mit 64 Zeichen, Hash genannt, an. Vergleichen Sie diesen Hash mit dem für dieses spezielle Image angezeigte Hash auf der Seite Software herunterladen im Red Hat Network (siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen). Die beiden Hashes sollten identisch sein.
  3. Kopieren Sie das images/-Verzeichnis auf der ISO-Datei in ein Verzeichnis, in dem Sie die ISO-Imagedatei selbst gespeichert haben. Geben Sie die folgenden Befehle ein:
    mount -t iso9660 /path_to_image/name_of_image.iso /mount_point -o loop,ro
    cp -pr /mount_point/images /publicly_available_directory/
    umount /mount_point
    wobei path_to_image der Pfad zur ISO-Imagedatei, name_of_image der Name der ISO-Imagedatei und mount_point ein Einhängepunkt ist, an dem das Image eingehängt wird, während Sie Dateien vom Image kopieren. Zum Beispiel:
    mount -t iso9660 /var/isos/RHEL6.iso /mnt/tmp -o loop,ro
    cp -pr /mnt/tmp/images /var/isos/
    umount /mnt/tmp
    Die ISO-Imagedatei und ein images/-Verzeichnis sind jetzt nebeneinander im selben Verzeichnis vorhanden.
  4. Stellen Sie sicher, dass das Verzeichnis images/ mindestens die Datei install.img enthält. Ohne diese Datei kann die Installation nicht fortgesetzt werden. Optional sollte das images/-Verzeichnis die Datei product.img enthalten, ohne die nur die Pakete für eine Minimale-Installation während der Auswahlphase der Paketgruppen zur Verfügung stehen (siehe Abschnitt 23.17, »Auswahl der Paketgruppe«).
  5. Vergewissern Sie sich, dass ein Eintrag für das öffentlich verfügbare Verzeichnis in der /etc/exports-Datei am Netzwerkserver existiert, so dass das Verzeichnis via NFS verfügbar ist.
    Um ein Verzeichnis schreibgeschützt für ein spezielles System zu exportieren, verwenden Sie:
    /publicly_available_directory client.ip.address (ro)
    Um ein Verzeichnis schreibgeschützt für alle Systeme zu exportieren, verwenden Sie:
    /publicly_available_directory * (ro)
  6. Starten Sie auf dem Netzwerk-Server den NFS-Daemon (verwenden Sie /sbin/service nfs start auf einem Red Hat Enterprise Linux-System). Falls NFS bereits läuft, laden Sie die Konfigurationsdatei erneut (verwenden Sie /sbin/service nfs reload auf einem Red Hat Enterprise Linux-System).
  7. Testen Sie die NFS-Freigaben, indem Sie die Anweisungen im Red Hat Enterprise Linux Bereitstellungshandbuch folgen. Werfen Sie einen Blick auf Ihre NFS-Dokumentation für Details zum Starten und Stoppen des NFS-Servers.

Anmerkung

anaconda ist dazu in der Lage, die Integrität der Installationsmedien zu testen. Dies funktioniert bei DVD-, Festplatten-, ISO- und NFS-ISO-Installationsmethoden. Es wird empfohlen, dass sämtliche Installationsmedien vor dem Start des eigentlichen Installationsprozesses und vor dem Einreichen installationsbezogener Fehlerberichte (viele der gemeldeten Fehler resultieren aus unsachgemäß gebrannten DVDs) überprüft werden. Um diesen Test durchzuführen, geben Sie folgenden Befehl an der boot:-Eingabeaufforderung ein:
linux mediacheck

19.2. Vorbereitung einer Installation von Festplatte

Verwenden Sie diese Option zur Installation von Red Hat Enterprise Linux auf Hardware-Systemen ohne DVD-Laufwerk und falls Sie nicht auf die Installationsphase 3 und das Paket-Repository via Netzwerk zugreifen möchten.

19.2.1. Zugriff auf die Installationsphase 3 und das Paket-Repository auf einer Festplatte

Anmerkung

Installationen unter Verwendung von DASD oder per FCP angehängten SCSI-Speicher funktionieren lediglich in Zusammenhang mit nativen ext2-, ext3- oder ext4-Partitionen. Wenn Sie ein anderes Dateisystem, als eines der oben genannten besitzen (speziell eines, das auf RAID- oder LVM-Partitionen basiert), können Sie dieses nicht als Quellplattform für eine Installation von Festplatte verwenden.
Installationen von Festplatte verwenden ein ISO-Image der Installations-DVD (einer Datei, die eine exakte Kopie des Inhalts der DVD enthält) und eine aus dem ISO-Image extrahierte Datei install.img. Mit diesen auf der Festplatte vorhandenen Dateien können Sie Festplatte als Installationsquelle wählen, wenn Sie das Installationsprogramm booten.
Installationen von Festplatten verwenden die folgenden Dateien:
  • ein ISO-Image der Installations-DVD. Ein ISO-Image ist eine Datei, die eine exakte Kopie des Inhalts einer DVD enthält.
  • eine aus dem ISO-Image extrahierte install.img-Datei.
  • optional eine aus dem ISO-Image extrahierte product.img-Datei.
Mit diesen auf der Festplatte vorhandenen Dateien können Sie Festplatte als die Installationsquelle beim Booten des Installationsprogramms auswählen (siehe Abschnitt 22.4, »Installationsmethode«).
Stellen Sie sicher, dass Sie Boot-Medien zur Verfügung haben, wie unter Kapitel 20, Booten des Installers (IPL) beschrieben.
Führen Sie folgende Schritte aus, um ein DASD oder ein per FCP angehängtes Gerät als eine Installationsquelle zu präparieren:
  1. Besorgen Sie sich ein ISO-Image der Red Hat Enterprise Linux Installations-DVD (siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen). Alternativ, falls Sie über die DVD als physisches Medium verfügen, können Sie auf einem Linux-System ein Image mit dem folgenden Befehl erstellen:
    dd if=/dev/dvd of=/path_to_image/name_of_image.iso
    wobei dvd Ihr DVD-Laufwerk, name_of_image der Name der entstehenden ISO-Imagedatei, und path_to_image der Pfad zum Speicherort in Ihrem System ist, an dem das entstehende ISO-Image gespeichert wird.
  2. Übertragen Sie die ISO-Images auf das DASD oder das SCSI-Gerät.
    Die ISO-Dateien müssen sich auf der Festplatte befinden, die in der Installationsphase 1 (siehe Kapitel 21, Installationsphase 1: Konfiguration eines Netzwerkgeräts) oder Installationsphase 2 (siehe Kapitel 22, Installationsphase 2: Konfiguration der Sprache und Installationsquelle) aktiviert wird. Dies ist mit DASDs automatisch möglich.
    Bei einem FCP-LUN müssen Sie entweder von demselben FCP-LUN booten (IPL), oder die in den Menüs der Installationsphase 1 bereitgestellte Rettungs-Shell verwenden, um die FCP-LUN, auf der sich die ISOs befinden, manuell zu aktivieren (wie in Abschnitt 25.2.1, »Ein FCP-LUN dynamisch aktivieren« beschrieben).
  3. Verwenden Sie ein Programm für SHA256-Prüfsummen zur Überprüfung der Integrität des von Ihnen kopierten ISO-Images. Es stehen viele SHA256-Prüfsummenprogramme für diverse Betriebssysteme zur Verfügung. Führen Sie Folgendes auf einem Linux-System aus:
    $ sha256sum name_of_image.iso
    wobei name_of_image der Name der ISO-Image-Datei ist. Das SHA256-Prüfsummenprogramm zeigt einen String mit 64 Zeichen, Hash genannt, an. Vergleichen Sie diesen Hash mit dem für dieses spezielle Image angezeigte Hash auf der Seite Software herunterladen im Red Hat Network (siehe Kapitel 1, Red Hat Enterprise Linux beziehen). Die beiden Hashes sollten identisch sein.
  4. Kopieren Sie das images/-Verzeichnis auf der ISO-Datei in ein Verzeichnis, in dem Sie die ISO-Imagedatei selbst gespeichert haben. Geben Sie die folgenden Befehle ein:
    mount -t iso9660 /path_to_image/name_of_image.iso /mount_point -o loop,ro
    cp -pr /mount_point/images /publicly_available_directory/
    umount /mount_point
    wobei path_to_image der Pfad zur ISO-Imagedatei, name_of_image der Name der ISO-Imagedatei und mount_point ein Einhängepunkt ist, an dem das Image eingehängt wird, während Sie Dateien vom Image kopieren. Zum Beispiel:
    mount -t iso9660 /var/isos/RHEL6.iso /mnt/tmp -o loop,ro
    cp -pr /mnt/tmp/images /var/isos/
    umount /mnt/tmp
    Die ISO-Imagedatei und ein images/-Verzeichnis sind jetzt nebeneinander im selben Verzeichnis vorhanden.
  5. Stellen Sie sicher, dass das Verzeichnis images/ mindestens die Datei install.img enthält. Ohne diese Datei kann die Installation nicht fortgesetzt werden. Optional sollte das images/-Verzeichnis die Datei product.img enthalten, ohne die nur die Pakete für eine Minimale-Installation während der Auswahlphase der Paketgruppen zur Verfügung stehen (siehe Abschnitt 23.17, »Auswahl der Paketgruppe«).

    Wichtig

    install.img und product.img müssen die einzigen Dateien im images/-Verzeichnis sein.
  6. Geben Sie der neuen virtuellen z/VM Gast-Maschine oder dem LPAR Zugriff auf das DASD oder SCSI-LUN und fahren dann mit der Installation fort (siehe Kapitel 20, Booten des Installers (IPL), oder alternativ Abschnitt 19.2.1.1, »Vorbereitung für das Booten des Installers von einer Festplatte«).

Anmerkung

Das Red Hat Enterprise Linux-Installationsprogramm ist dazu in der Lage, die Integrität der Installationsmedien zu testen. Dies funktioniert bei DVD-, Festplatten-, ISO- und NFS-ISO-Installationsmethoden. Es wird empfohlen, dass sämtliche Installationsmedien vor dem Start des eigentlichen Installationsprozesses und vor dem Einreichen installationsbezogener Fehlerberichte überprüft werden. Um diesen Test durchzuführen, fügen Sie den mediacheck-Parameter zu Ihrer Parameterdatei hinzu (siehe Abschnitt 26.7, »Verschiedene Parameter«).

19.2.1.1. Vorbereitung für das Booten des Installers von einer Festplatte

Wenn Sie den Installer zusätzlich zum Zugang zur Installationsphase 3 und das Paket-Repository von einer Festplatte booten (IPL) möchten, können Sie optional den zipl-Bootloader auf derselben (oder einer anderen) Platte installieren. Beachten Sie bitte, dass zipl lediglich einen Boot-Eintrag pro Platte unterstützt. Falls Sie mehrere Partitionen auf einer Platte besitzen, nutzen alle diesen einen Boot-Eintrag der Platte.
Nachfolgend wird angenommen, dass die Festplatte wie unter Abschnitt 19.2.1, »Zugriff auf die Installationsphase 3 und das Paket-Repository auf einer Festplatte« eingerichtet ist, unter /mnt eingehängt ist und kein bereits vorhandener Boot-Eintrag beibehalten werden muss.
Um eine Festplatte so zu präparieren, dass sie vom Installer bootet, installieren Sie den zipl-Boot-Loader auf der Festplatte, indem Sie den folgenden Befehl eingeben:
zipl -V -t /mnt/ -i /mnt/images/kernel.img -r /mnt/images/initrd.img -p /mnt/images/generic.prm
Für weitere Details zu zipl.conf siehe das Kapitel zu zipl in Linux auf System z. Gerätetreiber, Features und Befehle unter Red Hat Enterprise Linux 6.

Warnung

Falls bereits ein Betriebssystem auf der Platte installiert ist, und Sie weiterhin später darauf zugreifen möchten, werfen Sie einen Blick auf das Kapitel zu zipl in Linux auf System z. Gerätetreiber, Features und Befehle unter Red Hat Enterprise Linux 6 für mehr Informationen, wie ein neuer Eintrag zum zipl-Bootloader (d.h. in zipl.conf) hinzugefügt werden kann.

Kapitel 20. Booten des Installers (IPL)

Diese Schritte zur Durchführung des erstmaligen Bootens (IPL) des Installers hängen von der Umgebung ab (entweder z/VM oder LPAR), in welcher Red Hat Enterprise Linux ausgeführt wird. Für weitere Informationen zum Booten, werfen Sie einen Blick auf das Kapitel Linux booten Linux auf System z. Gerätetreiber, Features und Befehle unter Red Hat Enterprise Linux 6.

20.1. Installation unter z/VM

Bei der Installation unter z/VM können Sie wie folgt booten:
  • dem z/VM virtuellen Reader
  • einem DASD oder einem via FCP angehängten SCSI-Gerät, das mit dem zipl-Bootloader
  • einem via FCP angehängten SCSI-DVD-Laufwerk
Loggen Sie sich bei der für die Linux-Installation ausgewählte virtuellen z/VM Gastmaschine ein. Sie können die Terminals x3270 oder c3270 (vom Paket x3270-text in Red Hat Enterprise Linux) verwenden, um sich von anderen Linux-Systemen aus in z/VM einzuloggen. Alternativ können Sie den 3270 Terminalemulator auf der IBM System z Hardware Management Console (HMC) verwenden. Falls Sie auf einer Maschine mit einem Windows-Betriebssystem aus arbeiten, bietet Jolly Giant (http://www.jollygiant.com/) einen 3270-Emulator mit SSL-Unterstützung. Es existiert auch eine freie, ursprüngliche Windows-Portierung von c3270 mit dem Namen wc3270.

Anmerkung

Wenn Ihre 3270-Verbindung unterbrochen wird, und Sie sich nicht einloggen können, weil die vorherige Sitzung noch aktiv ist, können Sie die alte Sitzung durch eine neue ersetzen, indem Sie den folgenden Befehl auf dem z/VM Logon-Bildschirm eingeben:
logon user here
Ersetzen Sie user mit dem Namen der z/Vm Gast-Maschine. Abhängig von der Verwendung eines externen Sicherheits-Managers, wie beispielsweise RACF, variiert der Logon-Befehl ggf.
Falls Sie nicht bereits CMS auf Ihrem Gast ausführen (einem Einzelbenutzer-Betriebssystem, das mit z/VM geliefert wird), booten Sie dieses nun, indem Sie den folgenden Befehl eingeben:
#cp ipl cms
Vergewissern Sie sich, dass Sie keine CMS-Platten als Installationsziel verwenden, wie beispielsweise Ihre A-Platte (häufig Gerätenummer 0191). Um herauszufinden, welche Platten von CMS benutzt werden, verwenden Sie die folgende Abfrage:
query disk
Sie können die folgenden CP (z/VM Kontrollprogramm, welches der z/VM Hypervisor ist) Abfragebefehle um die Gerätekonfiguration Ihrer z/VM virtuellen Gast-Maschine herauszufinden:
  • Ermitteln Sie den verfügbaren Hauptspeicher, der Speicher in System z Terminologie genannt wird. Ihr Gast sollte über mindestens 512 Megabytes Hauptspeicher verfügen.
    cp query virtual storage
  • Ermitteln Sie verfügbare Netzwerkgeräte des folgenden Typs:
    osa
    OSA (CHPID Typ OSD, reelle oder virtuelle (VSWITCH oder GuestLAN Typ QDIO), beide in QDIO-Modus)
    hsi
    HiperSockets (CHPID Typ IQD, reelle oder virtuelle (GuestLAN type Hipers))
    lcs
    LCS (CHPID Typ OSE)
    Um beispielsweise alle Netzwerkgeräte mit den oben aufgeführten Typen zu ermitteln:
    cp query virtual osa
  • Ermitteln Sie verfügbare DASDs. Nur solche, die mit RW für Lese-/Schreib-Modus gekennzeichnet sind, können als Installationsziele verwendet werden:
    cp query virtual dasd
  • Ermitteln Sie verfügbare FCP-Channels:
    cp query virtual fcp

20.1.1. Verwendung des z/VM-Readers

Führen Sie die folgenden Schritte durch, um vom z/VM-Reader zu booten:
  1. Fügen Sie, falls notwendig, das Gerät, welches die z/VM TCP/IP-Werkzeuge enthält, zu Ihrer CMS-Plattenliste hinzu. Zum Beispiel:
    cp link tcpmaint 592 592
    acc 592 fm
    Ersetzen Sie fm mit jedem beliebigen FILEMODE-Buchstaben.
  2. Führen Sie folgenden Befehl aus:
    ftp host
    Wobei host der Hostname oder die IP-Adresse des FTP-Servers ist, auf dem die Boot-Images lagern (kernel.img und initrd.img).
  3. Loggen Sie sich ein und führen Sie die folgenden Befehle aus. Verwenden Sie die (repl-Option, falls Sie bereits vorhandene kernel.img, initrd.img, generic.prm oder redhat.exec Dateien überschreiben:
    cd /location/of/install-tree/images/ 
    ascii  
    get generic.prm (repl  
    get redhat.exec (repl  
    locsite fix 80  
    binary  
    get kernel.img (repl  
    get initrd.img (repl  
    quit
  4. Überprüfen Sie optional, ob die Dateien korrekt übertragen wurden, indem Sie den CMS-Befehl filelist verwenden, um empfangene Dateien und ihr Format anzuzeigen. Es ist wichtig, dass kernel.img und initrd.img ein festes Format bei der Länge des Datensatzes haben, angegeben mit F in der Format-Spalte und einer Datensatzlänge von 80 in der Spalte Lrecl. Zum Beispiel:
    VMUSER FILELIST A0 V 169 Trunc=169 Size=6 Line=1 Col=1 Alt=0 
    Cmd Filename Filetype Fm Format Lrecl Records Blocks Date Time 
     REDHAT EXEC B1 V 22 1 1 4/15/10 9:30:40 
     GENERIC PRM B1 V 44 1 1 4/15/10 9:30:32 
     INITRD IMG B1 F 80 118545 2316 4/15/10 9:30:25 
     KERNEL IMG B1 F 80 74541 912 4/15/10 9:30:17
    Drücken Sie PF3, um filelist zu beenden und die Eingabetaste, um zur CMS-Eingabeaufforderung zurückzukehren.
  5. Führen Sie abschließend das REXX-Skript redhat.exec aus, um den Installer zu booten (IPL):
    redhat

20.1.2. Ein präpariertes DASD verwenden

Booten Sie vom präparierten DASD und wählen Sie den Eintrag aus dem zipl-Boot-Menü, der sich auf den Red Hat Enterprise Linux Installer bezieht. Verwenden Sie einen ähnlichen Befehl wie folgt:
cp ipl DASD device number loadparm boot_entry_number
Ersetzen Sie DASD device number mit der Gerätenummer des Boot-Geräts und boot_entry_number mit dem zipl-Konfigurationsmenü für dieses Gerät. Zum Beispiel:
cp ipl eb1c loadparm 0

20.1.3. Eine präparierte, per FCP angehängte SCSI-Platte verwenden

Führen Sie die folgenden Schritte durch, um von einer präparierten, per FCP angehängten SCSI-Platte zu booten:
  1. Konfigurieren Sie den SCSI-Loader von z/VM, um auf die präparierte SCSI-Platte im FCP-Storage-Area-Network zuzugreifen. Wählen Sie den präparierten zipl-Boot-Menüeintrag, der sich auf den Red Hat Enterprise Linux Installer bezieht. Verwenden Sie einen Befehl der folgenden Art:
    cp set loaddev portname WWPN lun LUN bootprog boot_entry_number
    Ersetzen Sie WWPN mit der WWPN des Speichersystems und LUN mit der LUN der Platte. Die 16-ziffrigen hexadezimalen Zahlen müssen in zwei Paare mit jeweils acht Ziffern geteilt werden. Zum Beispiel:
    cp set loaddev portname 50050763 050b073d lun 40204011 00000000 bootprog 0
  2. Bestätigen Sie Ihre Einstellungen optional mit dem Befehl:
    query loaddev
  3. Laden Sie das FCP-Gerät, das mit dem Speichersystem verbunden ist, welches die Platte beinhaltet mit folgendem Befehl:
    cp ipl FCP_device 
    Zum Beispiel:
    cp ipl fc00

20.1.4. Ein via FCP angehängtes SCSI DVD-Laufwerk verwenden

Dies erfordert ein an die FCP-zu-SCSI-Bridge angehängtes SCSI DVD-Laufwerk, welche wiederum mit einem FCP-Adapter in ihrem System z verbunden ist. Der FCP-Adapter muss konfiguriert und unter z/VM zur Verfügung stehen.
  1. Legen Sie Ihre Red Hat Enterprise Linux für System z DVD in das DVD-Laufwerk ein.
  2. Konfigurieren Sie den SCSI-Loader von z/VM, um auf die präparierte SCSI-Platte im FCP-Storage-Area-Network zuzugreifen. Wählen Sie den präparierten zipl-Boot-Menüeintrag, der sich auf den Red Hat Enterprise Linux Installer bezieht. Verwenden Sie einen Befehl der folgenden Art:
    cp set loaddev portname WWPN lun FCP_LUN bootprog 1
    Ersetzen Sie WWPN mit der WWPN der FCP-to-SCSI-Bridgeund FCP_LUN mit der LUN des DVD-Laufwerks. Die 16-ziffrigen hexadezimalen Zahlen müssen in zwei Paare mit jeweils acht Ziffern geteilt werden. Zum Beispiel:
    cp set loaddev portname 20010060 eb1c0103 lun 00010000 00000000 bootprog 1
  3. Bestätigen Sie Ihre Einstellungen optional mit dem Befehl:
    cp query loaddev
  4. Booten (IPL) auf dem FCP-Gerät, das mit der FCP-auf-SCSI-Bridge verbunden ist.
    cp ipl FCP_device
    Zum Beispiel:
    cp ipl fc00

20.2. Installation in eine LPAR

Bei der Installation in eine logsche Partition (LPAR), können Sie booten von:
  • einem FTP-Server
  • dem DVD-Laufwerk des HMC oder SE
  • einem DASD oder einem via FCP angehängten, mit dem zipl-Bootloader präparierten SCSI-Laufwerk.
  • einem via FCP angehängten SCSI-DVD-Laufwerk
Führen Sie zunächst diese allgemeinen Schritte durch:
  1. Loggen Sie sich bei der IBM System z Hardware Management Console (HMC) oder dem Support Element (SE) als ein Benutzer mit ausreichenden Berechtigungen für die Installation eines neuen Betriebssystems auf einem LPAR ein. Der Benutzer SYSPROG wird empfohlen.
  2. Wählen Sie Images, dann das LPAR, auf das Sie installieren möchten. Verwenden Sie die Pfeile im Rahmen auf der rechten Seite, um zum Menü CPC Recovery zu navigieren.
  3. Klicken Sie doppelt auf Operating System Messages, um die Textkonsole anzuzeigen, auf der die Linux-Boot-Meldungen erscheinen und auf der möglicherweise Benutzereingabe erforderlich wird. Werfen Sie einen Blick auf das Kapitel zum Booten von Linux in Linux auf System z. Gerätetreiber, Features und Befehle unter Red Hat Enterprise Linux 6 und dem Hardware Management Console Operations Guide, Bestellnummer [SC28-6857] für weitere Details.
Führen Sie mit der Prozedur für Ihre Installationsquelle fort.

20.2.1. Einen FTP-Server verwenden

  1. Klicken Sie doppelt auf Von CD-ROM, DVD oder Server laden.
  2. Wählen Sie in dem nachfolgenden Dialogfenster FTP-Quelle und geben Sie die folgenden Informationen ein: Host-Computer: Hostname oder IP-Adresse des FTp-Servers, von dem Sie installieren möchten (z.B. ftp.redhat.com). Benutzer-ID: Ihr Benutzername auf dem FTP-Server (oder anonymous). Passwort: Ihr Passwort (verwenden Sie Ihre E-Mail-Adresse, wenn Sie sich als anonymous einloggen). Account (optional): Lassen Sie dieses Feld frei. Dateiort (optional): Verzeichnis auf dem FTP-Server, in dem sich Red Hat Enterprise Linux für System z befindet (z.B. /rhel/s390x/).
  3. Klicken Sie auf Fortfahren.
  4. Übernehmen Sie im anschließenden Dialog die Standardauswahl generic.ins und klicken Sie auf Fortfahren.

20.2.2. HMC oder SE-DVD-Laufwerk verwenden

  1. Klicken Sie doppelt auf Von CD-ROM, DVD oder Server laden.
  2. Wählen Sie im anschließenden Dialogfeld Local CD-ROM / DVD und klicken Sie dann auf Fortfahren.
  3. Übernehmen Sie im anschließenden Dialog die Standardauswahl generic.ins und klicken Sie auf Fortfahren.

20.2.3. Ein präpariertes DASD verwenden

  1. Klicken Sie doppelt auf Laden.
  2. Wählen Sie im anschließenden Dialogfeld Normal als den Ladetyp aus.
  3. Geben Sie als Ladeadresse die Gerätenummer des DASD ein.
  4. Geben Sie als Lade-Parameter die Nummer ein, die dem zipl-Boot-Menüeintrag entspricht, den Sie für das Booten des Red Hat Enterprise Linux-Installers vorbereitet haben.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche OK.

20.2.4. Eine präparierte, per FCP angehängte SCSI-Platte verwenden

  1. Klicken Sie doppelt auf Laden.
  2. Wählen Sie im anschließenden Dialogfeld SCSI als Ladetyp aus.
  3. Tragen Sie als Ladeadresse die Gerätenummer des FCP-Channels ein, der mit der SCSI-Platte verbunden ist.
  4. Tragen Sie als World Wide Portnamen die WWPN als 16-ziffrige hexadezimale Nummer des Speichersystems ein, die die Platte enthält.
  5. Tragen Sie die LUN der Platte als 16-ziffrige hexadezimale Zahl als Logical Unit Number ein.
  6. Tragen Sie als Boot-Programm-Selector die Zahl ein, die dem zipl-Boot-Menüeintrag entspricht, den Sie für das Booten des Red Hat Enterprise Linux Installers vorbereitet haben.
  7. Belassen Sie Boot record logical block address als 0 und Operating system specific load parameters leer.
  8. Klicken Sie auf die Schaltfläche OK.

20.2.5. Ein via FCP angehängtes SCSI DVD-Laufwerk verwenden

Dies erfordert ein an die FCP-zu-SCSI-Bridge angehängtes SCSI DVD-Laufwerk, welche wiederum mit einem FCP-Adapter in ihrem System z verbunden ist. Der FCP-Adapter muss konfiguriert und für Ihr LPAR zur Verfügung stehen.
  1. Legen Sie Ihre Red Hat Enterprise Linux für System z DVD in das DVD-Laufwerk ein.
  2. Klicken Sie doppelt auf Laden.
  3. Wählen Sie im anschließenden Dialogfeld SCSI als Ladetyp aus.
  4. Tragen Sie als Ladeadresse die Gerätenummer des FCP-Channels ein, der mit der FCP-zu-SCSI-Bridge verbunden ist.
  5. Tragen Sie als World Wide Portnamen die WWPN als 16-ziffrige hexadezimale Nummer der FCP-zu-SCSI-Bridge ein, die die Platte enthält.
  6. Tragen Sie die LUN des DVD-Laufwerks als 16-ziffrige hexadezimale Zahl als Logical Unit Number ein.
  7. Tragen Sie als Boot-Programm-Selector die Zahl 1 ein, um den Boot-Eintrag auf der Red Hat Enterprise Linux DVD für System z auszuwählen.
  8. Belassen Sie Boot record logical block address als 0 und Operating system specific load parameters leer.
  9. Klicken Sie auf die Schaltfläche OK.

Kapitel 21. Installationsphase 1: Konfiguration eines Netzwerkgeräts

Nach dem Booten des Kernels können Sie ein Netzwerkgerät mit Hilfe des Programms linuxrc konfigurieren. Dieses Netzwerkgerät wird für den Abschluss der Installation benötigt. Wenn Sie interaktiv (mit der Standard-Parameterdatei generic.prm) installieren, müssen Sie einige Fragen zu Ihrem Netzwerk beantworten. Es ist ratsam, diese Daten in Form eines Datenblatts o.ä. bereit zu haben. Falls Sie diesen Schritt automatisieren möchten, geben Sie die Informationen für jede Option in Ihrer Parameterdatei oder CMS Konfigurationsdatei an.
Als Beispiel ist nachfolgend aufgeführt, wie ein OSA-Netzwerkadapter unter z/VM konfiguriert wird. Beim Start von linuxrc sehen Sie folgende Nachricht:
Starting the zSeries initrd to configure networking. Version is 1.2 
Starting udev...
Netzwerkgeräte werden aufgespürt und aufgelistet. Die Liste der Geräte hängt vom verwendeten Kernel-Parameter cio_ignore ab. Falls keine Geräte aufgrund von cio_ignore wie im nachfolgend aufgeführten Beispiel gefunden werden, können Sie die Liste der ignorierten Geräte leeren. Beachten Sie bitte, das dies ggf. einige Zeit braucht und in einer langen Liste resultiert, falls viele Geräte vorhanden sind, wie beispielsweise auf einer LPAR.
Scanning for available network devices... 
Autodetection found 0 devices. 
Note: There is a device blacklist active! (Clearing might take long) 
c) clear blacklist, m) manual config, r) rescan, s) shell: 
c 
Clearing device blacklist... 
Scanning for available network devices... 
Autodetection found 14 devices. 
  
NUM CARD CU CHPID TYPE DRIVER IF DEVICES 
 1 OSA (QDIO) 1731/01 00 OSD qeth eth 0.0.f500,0.0.f501,0.0.f502 
 2 OSA (QDIO) 1731/01 01 OSD qeth eth 0.0.f503,0.0.f504,0.0.f505 
 3 OSA (QDIO) 1731/01 02 OSD qeth eth 0.0.1010,0.0.1011,0.0.1012 
 4 HiperSockets 1731/05 03 IQD qeth hsi 0.0.1013,0.0.1014,0.0.1015 
 5 OSA (QDIO) 1731/01 04 OSD qeth eth 0.0.1017,0.0.1018,0.0.1019 
 6 CTC adapter 3088/08 12 ? ctcm ctc 0.0.1000,0.0.1001 
 7 escon channel 3088/1f 12 ? ctcm ctc 0.0.1002,0.0.1003 
 8 ficon channel 3088/1e 12 ? ctcm ctc 0.0.1004,0.0.1005 
 9 OSA (QDIO) 1731/01 76 OSD qeth eth 0.0.f5f0,0.0.f5f1,0.0.f5f2 
 10 LCS OSA 3088/60 8a OSE lcs eth 0.0.1240,0.0.1241 
 11 HiperSockets 1731/05 fb IQD qeth hsi 0.0.8024,0.0.8025,0.0.8026 
 12 HiperSockets 1731/05 fc IQD qeth hsi 0.0.8124,0.0.8125,0.0.8126 
 13 HiperSockets 1731/05 fd IQD qeth hsi 0.0.8224,0.0.8225,0.0.8226 
 14 HiperSockets 1731/05 fe IQD qeth hsi 0.0.8324,0.0.8325,0.0.8326 
  
<num>) use config, m) manual config, r) rescan, s) shell:
Geben Sie die Zahl der Konfiguration an, die Sie verwenden möchten, zum Beispiel 9. Die Auswahl aus der Tabelle liefert dem Installer die Informationen zum Typ des Netzwerkgeräts und der Geräteadressen für dessen Sub-Channel. Alternativ können Sie m eingeben und mit der Eingabe des Netzwerktyps (qeth), den Lese-, den Schreib-, den Daten-Channels und des OSA-Ports fortfahren. Akzeptieren Sie Standardwerte, indem Sie die Eingabe drücken. Unter z/VM müssen Sie die Eingabe ggf. zweimal drücken.
m 
  
* NOTE: To enter default or empty values press enter twice. * 
  
  
Network type (qeth, lcs, ctc, ? for help). Default is qeth: 
qeth 
  
Read,write,data channel (e.g. 0.0.0300,0.0.0301,0.0.0302 or ? for help). 
0.0.f5f0,0.0.f5f1,0.0.f5f2 
  
Portname (1..8 characters, or ? for help). Default is no portname: 
  
  
Relative port number for OSA (0, 1, or ? for help). Default is 0: 
  
  
  
Activating network device... 
Detected: OSA card in OSD mode, Gigabit Ethernet
Anschließend werden Fragen in Bezug auf Ihre Linux-Instanz angezeigt:
 Hostname of your new Linux guest (FQDN e.g. s390.redhat.com or ? for help): 
host.subdomain.domain 
 
IPv4 address / IPv6 addr. (e.g. 10.0.0.2 / 2001:0DB8:: or ? for help) 
10.0.0.42 
  
IPv4 netmask or CIDR prefix (e.g. 255.255.255.0 or 1..32 or ? for help). Default is 255.0.0.0: 
24 
  
IPv4 address of your default gateway or ? for help: 
10.0.0.1 
Trying to reach gateway 10.0.0.1... 
  
IPv4 addresses of DNS servers (separated by colons ':' or ? for help): 
10.1.2.3:10.3.2.1 
Trying to reach DNS servers... 
  
DNS search domains (separated by colons ':' or ? for help): 
subdomain.domain:domain 
  
DASD range (e.g. 200-203,205 or ? for help). Default is autoprobing: 
eb1c 
Activated DASDs: 
0.0.eb1c(ECKD) dasda : active, blocksize: 4096, 1803060 blocks, 7043 MB

Wichtig

Der Installer erfordert die Definition von mindestens einem DASD. Ist nur eine reine SCSI-Installation erwünscht, geben Sie .none ein. Dies entspricht den Anforderungen für einen definierten DASD-Parameter und resultiert gleichzeitig in einer reinen SCSI-Umgebung.
Falls Sie einen Fehler machen, wird dies entweder vom Dialog bemerkt und Sie werden aufgefordert, den Parameter erneut einzugeben. Alternativ können Sie später zurück navigieren, um den Dialog erneut zu starten:
 Incorrect ... (<OPTION-NAME>): 
0) redo this parameter, 1) continue, 2) restart dialog, 3) halt, 4) shell
Wenn Sie den Dialog neu starten, werden Ihre zuvor gemachten Eingaben beibehalten:
 Network type 
0) default is previous "qeth", 1) new value, ?) help
Am Ende der Konfiguration sehen Sie die Nachricht Initial configuration completed:
 Initial configuration completed. 
  
c) continue, p) parm file/configuration, n) network state, r) restart, s) shell
Sie können Ihre Netzwerkkonfiguration jetzt überprüfen, indem Sie n eingeben:
 n 
eth0 Link encap:Ethernet HWaddr 02:00:00:AB:C9:81 
 inet addr:10.0.0.42 Bcast:10.0.0.255 Mask:255.255.255.0 
 UP BROADCAST RUNNING MULTICAST MTU:1492 Metric:1 
 RX packets:64 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0 
 TX packets:4 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0 
 collisions:0 txqueuelen:1000 
 RX bytes:3334 (3.2 KiB) TX bytes:336 (336.0 b) 
  
lo Link encap:Local Loopback 
 inet addr:127.0.0.1 Mask:255.0.0.0 
 UP LOOPBACK RUNNING MTU:16436 Metric:1 
 RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0 
 TX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0 
 collisions:0 txqueuelen:0 
 RX bytes:0 (0.0 b) TX bytes:0 (0.0 b) 
  
Kernel IP routing table 
Destination Gateway Genmask Flags Metric Ref Use Iface 
127.0.0.1 0.0.0.0 255.255.255.255 UH 0 0 0 lo 
10.0.0.0 0.0.0.0 255.255.255.0 U 0 0 0 eth0 
0.0.0.0 10.0.0.1 0.0.0.0 UG 0 0 0 eth0 
  
c) continue, p) parm file/configuration, n) network state, r) restart, s) shell
Falls Sie etwas ändern möchten, geben Sie r ein, um den Dialog neu zu starten. Um die Parameter, die in einer Parameter- oder Konfigurationsdatei definiert wurden, oder interaktiv eingegeben wurden, geben Sie p ein. Sie können anschließend die Ausgabe von Ihrem Terminal kopieren und in einen Editor einfügen, um sie auf Platte auf Ihrem lokalen Arbeitsrechner zu speichern. Sie könne die Kopie als Vorlage für eine Parameter- oder Konfigurationsdatei für zukünftige Installationen verwenden:
 p 
  
NETTYPE=qeth 
IPADDR=10.0.0.42 
NETMASK=255.255.255.0 
GATEWAY=10.0.0.1 
HOSTNAME=host.subdomain.domain 
SUBCHANNELS=0.0.f5f0,0.0.f5f1,0.0.f5f2 
LAYER2=1 
MACADDR=02:00:00:AB:C9:81 
PORTNAME=OSAPORT 
DNS=10.1.2.3:10.3.2.1 
SEARCHDNS=subdomain.domain:domain 
DASD=eb1c
 
c) continue, p) parm file/configuration, n) network state, r) restart, s) shell
Zur Erinnerung: Um etwas zu ändern, starten Sie den Dialog neu mit r. Falls abschließend alles in Ordnung ist, geben Sie c ein, um fortzufahren:
 c 
  
Starting sshd to allow login over the network. 
  
Connect now to 10.0.0.42 and log in as user 'install' to start the 
installation. 
E.g. using: ssh -x install@10.0.0.42 
For VNC or text mode, disable X11 forwarding (recommended) with 'ssh -x'. 
For X11, enable X11 forwarding with 'ssh -X'. 
  
You may log in as the root user to start an interactive shell.
Die vorbereitende Netzwerkeinrichtung ist nun abgeschlossen und der Installer startet einen SSH-Daemon. Sie können sich in Ihre Linux-Instanz via SSH einloggen. Falls Sie RUNKS=1 mit Kickstart und cmdline-Modus verwenden, startet linuxrc den Loader automatisch.

21.1. Eine Anmerkung zu Terminals

Während der Installation zeigt das Installtionsprogramm Meldungen auf einem Zeilenmodus-Terminal an. Dies ist das HMC Operating System Messages Applet, falls Sie unter LPAR installieren, oder einem 3270-Terminal, wenn Sie unter z/VM installieren.
Linuxrc bietet eine Rettungs-Shell mit dem Zeilenmodus-Terminal. Drücken Sie die Eingabe-Taste (zweimal unter z/VM), um die Shell zu starten. Sie können im Zeilenmodus-Terminal keine Anwendungen im Vollbildschirmmodus, wie den vi-Editor verwenden. Wechseln Sie zu Zeilenmodus-basierten Editoren, wie ed, ex oder sed, um diese Dateien, falls nötig, zu bearbeiten.
Bitte beachten Sie, dass Befehle, die lange laufen, ggf. nicht mit der Escape-Sequenz Strg+C unterbrochen werden können. Rufen Sie Befehle mit Optionen auf, die diese dazu veranlassen, rechtzeitig und von sich aus zurückzukehren. Die Shell im 3270-Terminal steht während des gesamten Installationsprozesses bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Systemneustart erforderlich ist, zur Verfügung.
Sobald die Shell zur Verfügung gestellt wird, können Sie sie mit einem Fehlerlevel von Null beenden, um eine neue Shell-Instanz zu erhalten, die die alte ersetzt. Alternativ können Sie auch mit einem anderen Fehlerlevel als Null beenden, um ein Herunterfahren des Installationssystems zu erzwingen.
Verbinden Sie sich mit dem installierten System unter Verwendung des Benutzers root, um eine Root-Shell zu erhalten, ohne den Installer automatisch zu starten. Zur Fehleranalyse sollten Sie sich ggf. mit mehreren SSH-Sitzungen verbinden.

Kapitel 22. Installationsphase 2: Konfiguration der Sprache und Installationsquelle

Vor dem Start des grafischen Installationsprogramms müssen Sie die Sprache und Installationsquelle konfigurieren.
Standardmäßig, wenn Sie interaktiv installieren (mit der Standard-Parameterdatei generic.prm), startet das Lader-Programm zur Auswahl der Sprache und Installationsquelle im Textmodus. In Ihrer neuen SSH-Sitzung wird die folgende Nachricht angezeigt:
Welcome to the anaconda install environment 1.2 for zSeries

22.1. Nicht-interaktive Zeilenmodus-Installation

Falls die Option cmdline als Boot-Option in Ihrer Parameterdatei (siehe Abschnitt 26.6, »Parameter für Kickstart-Installationen«) oder in Ihrer Kickstart-Datei (siehe Abschnitt 32.3, »Erstellen einer Kickstart-Datei«) angegeben wurde, startet der Lader mit der Zeilen-Modus-orientierten Textausgabe. In diesem Modus müssen alle notwendigen Informationen in der Kickstart-Datei verfügbar gemacht werden. Der Installer gestattet keine Benutzer-Interaktion und unterbricht, falls es nicht spezifizierte Installationsinformationen gibt.

22.2. Die Benutzeroberfläche des Installationsprogramms im Textmodus

Sowohl der Lader, als auch später Anaconda verwenden eine bildschirmbasierte Oberfläche mit widgets, die Sie zum größten Teil bereits von anderen grafischen Benutzeroberflächen kennen. Die Abbildung 22.1, »Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen« und Abbildung 22.2, »Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen« stellen die Bildschirme dar, die während des Installationsprozesses angezeigt werden.
Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen

Abbildung 22.1. Installationsprogramm-Widgets wie unter URL-Einstellung zu sehen

Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen

Abbildung 22.2. Installationsprogramm-Widgets wie unter Eine Sprache auswählen zu sehen

  • Fenster — Die Fenster (in diesem Handbuch meist als Dialogfeld bezeichnet) führen Sie durch den gesamten Installationsvorgang. Es kommt vor, dass sich zwei Fenster überlagern und Sie zunächst nur mit dem im Vordergrund angezeigten Fenster arbeiten können. Das darüber liegende Fenster verschwindet, und Sie können in einem der darunter liegenden Fenster weiterarbeiten, sobald Sie die Eingaben für das obere Fenster beendet haben.
  • Kontrollkästchen — Über die Kontrollkästchen können Sie einzelne Funktionen aktivieren oder deaktivieren. Im Kästchen erscheint ein Sternchen (aktiviert) oder es ist leer (deaktiviert). Wenn sich der Cursor über einem Kontrollkästchen befindet, können Sie dieses mit der Leertaste aktivieren bzw. deaktivieren.
  • Texteingabe — In die Texteingabezeilen geben Sie die für das Installationsprogramm relevanten Informationen ein. Zur Dateneingabe muss der Cursor auf die Texteingabezeile gesetzt werden.
  • Text-Widget — Text-Widgets sind Bildschirmbereiche zur Anzeige von Text. Einige Text-Widgets enthalten weitere Widgets, z.B. Kontrollkästchen. Ein Rollbalken neben dem Text-Widget weist darauf hin, dass nicht alle Informationen auf einmal in das Textfenster passen. Wenn sich der Cursor innerhalb des Textfensters befindet, können Sie mit den Nach-oben-Taste und der Nach-unten-Taste alle verfügbaren Informationen anzeigen. Die aktuelle Position wird in dem Rollbalken mit dem Zeichen # gekennzeichnet. Je nachdem, wie Sie sich im Text bewegen, wird dieses Zeichen auf dem Rollbalken nach oben oder unten verschoben.
  • Rollbalken — Rollbalken befinden sich an einer Seite oder am unteren Rand eines Fensters und dienen der Kontrolle, welcher Teil einer Liste oder eines Dokuments derzeit im Fenster angezeigt wird. Mit Hilfe der Rollbalken kann sich der Benutzer ganz einfach in einer Datei hin- und herbewegen.
  • Widget-Schaltfläche — Dies sind die wichtigsten Widgets zur Interaktion mit dem Installationsprogramm. Mit der Tabulatortaste und der Eingabe-Taste rufen Sie nach und nach alle Fenster des Installationsprogramms auf. Schaltflächen sind aktivierbar, wenn sie hervorgehoben dargestellt sind.
  • Cursor — Der Cursor ist zwar selbst kein Widget, wird jedoch benötigt, um ein Widget auszuwählen bzw. mit einem Widget zu interagieren. Befindet er sich auf einem Widget, ändert sich möglicherweise die Farbe des entsprechenden Widgets oder er wird einfach nur in oder neben dem Widget angezeigt. In der Abbildung 22.